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polar 4: Über Arbeiten: Tun und Lassen Broschiert – 14. April 2008


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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Axel Honneth

Arbeit und Anerkennung
Versuch einer Neubestimmung

Noch nie in den letzten zweihundert Jahren hat es um Bemühungen, einen emanzipatorischen, humanen Begriff der Arbeit zu verteidigen, so schlecht gestanden wie heute. Die faktische Entwicklung in der Organisation von Industrie- und Dienstleistungsarbeit scheint allen Versuchen, die Qualität der Arbeit zu verbessern, den Boden entzogen zu haben: Ein wachsender Teil der Bevölkerung kämpft nur noch um den Zugang zu Chancen subsistenzsichernder Beschäftigung, ein anderer Teil arbeitet unter rechtlich kaum mehr geschützten Verhältnissen, ein dritter Teil schließlich erfährt im Augenblick die rapide Entberuflichung und Entbetrieblichung ihrer vormals noch statusmäßig gesicherten Arbeitsplätze.
Trotz aller Prognosen eines Endes der Arbeitsgesellschaft ist es nicht zu einem Relevanzverlust der Arbeit in der gesellschaftlichen Lebenswelt gekommen: Nach wie vor macht die Mehrheit der Bevölkerung die eigene soziale Identität primär von der Rolle im organisierten Arbeitsprozess abhängig. Von einem Bedeutungsverlust der Arbeit kann aber nicht nur in einem lebensweltlichen Sinn, sondern auch in einem normativen Sinn nicht die Rede sein: Arbeitslosigkeit wird weiterhin als soziales Stigma und individueller Makel erfahren, prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden als belastend empfunden, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes stößt in weiten Kreisen der Bevölkerung auf Unbehagen. Die Sehnsucht nach einem nicht nur subsistenzsichernden, sondern auch individuell befriedigenden Arbeitsplatz ist keinesfalls verschwunden, nur bestimmt sie nicht mehr die öffentlichen Diskussionen und die Arenen der politischen Auseinandersetzung; aber aus der eigentümlichen, beklemmenden Sprachlosigkeit zu schließen, dass Forderungen nach einer Umgestaltung der Arbeitsverhältnisse endgültig der Geschichte angehören, wäre empirisch falsch und nahezu zynisch.

Immanente und externe Kritik der Arbeitsverhältnisse
Wie nun müsste die Kategorie der gesellschaftlichen Arbeit heute in den Rahmen einer Gesellschaftstheorie einbezogen werden, damit eine nicht bloß utopische Perspektive auf qualitative Verbesserungen eröffnet wird? Um dieses komplexe Problem angehen zu können, will ich zunächst vorschlagen, die Unterscheidung von externer und immanenter Kritik auch auf die Absicht einer Kritik der existierenden Arbeitsverhältnisse anzuwenden: Von einer immanenten Kritik, in der die normativen Forderungen keinen bloßen Sollenscharakter mehr besitzen, können wir hier nur dann sprechen, wenn die Idee einer sinnvollen, gesicherten Arbeit als Vernunftanspruch in die Strukturen der gesellschaftlichen Reproduktion selbst eingebaut ist. Die gesellschaftliche Arbeit kann nur dann diese Rolle einer immanenten Norm übernehmen, wenn sie an die Anerkennungsbedingungen im modernen Leistungsaustausch gebunden wird: Jede Arbeit, die die Schwelle des bloß privaten, autonomen Tätigseins überschritten hat, muss in einer bestimmten Weise organisiert und strukturiert sein, um die gesellschaftlich in Aussicht gestellte Anerkennungswürdigkeit zu besitzen. Schließlich ist mit dieser strukturellen Verkoppelung von Arbeit und Anerkennung die Forderung einer Umgestaltung der modernen Arbeitswelt im Sinne einer gerechten Organisation der Arbeitsteilung verknüpft.

Utopie der kreativen Arbeit
Seit dem Beginn der Industriellen Revolution hat es an utopischen Entwürfen einer Neugestaltung der gesellschaftlichen Arbeit nicht gemangelt. Als Triebkraft dieser emanzipatorischen Vorstellungen wirkte zu Beginn die Welt des Handwerkers: Während hier der Vollzug der Arbeit vollständig in den Händen der arbeitenden Person lag, die die gesamte Ausführung im Vertrautsein mit dem Material schöpferisch gestalten und im fertigen Produkt schließlich eine Objektivation der eigenen Fertigkeiten erblicken konnte, waren dem Arbeiter in der Fabrik solche ganzheitlichen Erfahrungen restlos verschlossen, weil seine Tätigkeit fremdbestimmt, zerrissen und initiativlos war. Je nach weltanschaulicher Orientierung wurden an dem Modell der Handwerkstätigkeit entweder die Züge einer freiwilligen, selbstgesteuerten Kooperation oder die Elemente einer individuellen Selbstobjektivation stark gemacht: Im ersten Fall erschien die neue, kapitalistische Form der Erwerbsarbeit deswegen als verdammenswert, weil sie das schöpferische Zusammenwirken der Arbeitssubjekte außer Kraft setzte, im zweiten Fall hingegen, weil sie den organischen Prozess der Vergegenständlichung eigener Fähigkeiten zerstückelte und in einzelne, für sich bedeutungslose Segmente aufteilte. Zusätzlichen Zündstoff erhielt diese Kritik an der kapitalistischen Organisationsform der Arbeit, sobald auch ästhetische Modelle der Produktion in die Vision einer unentfremdeten, eigeninitiativen Tätigkeit einbezogen wurden: Vor allem bei den sozialistisch orientierten Erben der deutschen Frühromantik machte sich die Vorstellung breit, dass alle menschliche Arbeit Züge jener selbstzweckhaften Kreativität besitzen sollte, die exemplarisch in der Verfertigung eines Kunstwerks zum Tragen kommen.
So anschaulich und packend all diese Ideen einer Befreiung der Arbeit aber auch waren, so folgenlos sind sie am Ende doch für die tatsächliche Geschichte der Organisationsform gesellschaftlicher Arbeit geblieben. Das romantisch verklärte Modell der Handwerkstätigkeit und das ästhetische Ideal der künstlerischen Produktion enthielten zwar genügend Schubkraft, um unsere Vorstellungen eines guten, gelingenden Lebens nachhaltig zu verändern; aber auf die Kämpfe der Arbeiterbewegung, auf die sozialistischen Bestrebungen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und nach Möglichkeit den Interessen der Produzenten zu überantworten, haben sie so gut wie keinen Einfluss nehmen können.
Die zwiespältige Wirkung, die von den Arbeitsutopien des 19. Jahrhunderts ausgingen, erklärt sich aus dem Umstand, dass sie sich kaum auf die Anforderungen der wirtschaftlich organisierten Arbeit beziehen ließen: Die Tätigkeitsweisen, die sie auszeichneten und zum paradigmatischen Vorbild erkoren, waren zu extravagant, als dass sie als Gestaltungsmodell für all die Vorrichtungen dienen konnten, die für die Reproduktion der Gesellschaft erforderlich waren. Hier, im Bereich der ökonomischen Sphäre, unterliegen die individuell vollzogenen Tätigkeiten besonderen Anforderungen, die sich aus der Notwendigkeit ihres Einbringens in den gesellschaftlichen Leistungsaustausch ergeben. Ich will daher alle Versuche, die gegebenen, kapitalistischen Arbeitsverhältnisse im Lichte von Modellen des organischen, allein selbstgesteuerten Produzierens zu kritisieren, als Formen einer externen Kritik bezeichnen: Sie berufen sich normativ auf Tätigkeitsweisen, die dem kritisierten Gegenstand bloß äußerlich bleiben, weil sie strukturell mit den in der Wirtschaftssphäre erforderlichen Arbeiten unvereinbar sind. Was für das gute Leben des Einzelnen an Arbeitserfahrungen notwendig sein mag, darf nicht zugleich als Maßstab an die Beurteilung der gesellschaftlich organisierten Produktionssphäre herangetragen werden; denn hier herrschen Zwänge und Bedingungen, die es auch bei einer denkbar weiten Auslegung erforderlich machen, Tätigkeiten von einem ganz anderen Charakter als dem des Handwerks oder der Kunst auszuführen.
Die Schwelle zu einer immanenten Kritik der existierenden Organisation von gesellschaftlicher Arbeit wird erst in dem Augenblick überschritten, in dem moralische Normen herangezogen werden, die dem gesellschaftlichen Leistungstausch selbst als Vernunftanspruch innewohnen; mit der institutionalisierten Idee, die eigene Arbeit als Beitrag zur sozialen Arbeitsteilung zu verstehen, sind nämlich normative Ansprüche verknüpft, die bis auf die Ebene der Gestaltung der Arbeitsplätze durchschlagen.
Ein solcher Ansatz macht es allerdings erforderlich, den kapitalistischen Arbeitsmarkt nicht nur unter der...


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