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Das musikalische Opfer. Johann Sebastian Bach trifft Friedrich den Großen am Abend der Aufklärung Gebundene Ausgabe – 19. August 2008

5.0 von 5 Sternen 4 Kundenrezensionen

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, lebt als Übersetzer und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Der Anderen Bibliothek ist er seit ihren Anfängen durch zahlreiche Übersetzungen und Editionen eng verbunden. Seine Übertragung von Grimmelshausens Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch wurde 2009 ein Bestseller, 2010 folgte seine Übersetzung von Grimmelshausens Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage/Der seltsame Springinsfeld. Bekannt sind seine Bücher Dieses Kind soll leben (1993) und Königskinder. Geschichte einer wahren Liebe (1996). -- James R. Gaines, geboren 1947 in Dayton/Ohio, hat eine vielversprechende Karriere als Pianist zugunsten einer journalistischen Laufbahn aufgegeben: zunächst bei Saturday Review, Newsweek und People, später als Herausgeber und Chefredakteur von Life Magazine und Time. Sein Interesse für Politik, Musik und Kulturgeschichte hat er auch als Autorverschiedener Sachbücher genutzt: Wits End: Days and Nights of the Algonquin Round Table (1977), The Lives of the Piano (1981) und Das musikalische Opfer (Originaltitel: Evening in the Palace of Reason). Im September 2007 veröffentlichte er For Liberty and Glory: Washington, Lafayette, and Their Revolutions. James R. Gaines lebt mit seiner Familie in Paris.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

ERSTES KAPITEL
"Thema für einen Pas de Deux Friedrich der Grosse hatte das Flötenspiel immer geliebt, während sein Vater gerade dieses Talent des Sohnes besonders verachtete. In seiner Jugend hatte Friedrich heimlich spielen müssen, und so zählten zu seinen liebsten Erinnerungen die Abende im Schloß seiner Mutter, wo er sich französisch kleiden, sein Haar im französischen Stil locken und pudern und mit einer verwandten Seele, seiner Schwester Wilhelmine, Duette spielen konnte - er auf der Flöte, die er Principe nannte, sie auf ihrer Laute Principessa. Friedrichs Vater bekam einen Wutanfall, als er ein mal unerwartet auf der Bildfläche erschien. Noch mehr als das Flötenspiel seines Sohnes haßte Friedrich Wilhelm alles Französische - französische Kleider, französisches Essen, französisches Gehabe, französische Kultur, lauter Dinge, die er als"effeminiert"abtat. Er selbst war natürlich, wie die meisten deutschen Fürsten, in französischer Sprache erzogen worden (konnte nicht einmal das Wort Deutschland richtig schreiben, sondern schrieb meistens Deusland) und mußte des halb Französisch sprechen, aber er haßte sich dafür. Sträflinge ließ er zu ihrer Hinrichtung in französische Kleider stecken - das war seine Art, modische Akzente zu setzen. In dieser und mancher anderen Hinsicht war Friedrichs Vater zumindest halb verrückt. Er war schwer manisch depressiv, wurde gegen andere oft ausfallend und gewalttätig und litt außerdem an Porphyrie, einer Krankheit, die bei den Nach fahren der schottischen Königin Maria (zu denen er durch seine Mutter gehörte) häufig vorkam. Zu den Beschwerden, die sie verursacht, gehören Migräne, Abszesse, Hautblasen, Paranoia und rasende Magenschmerzen. Friedrich Wilhelms häufige Wutanfälle waren berüchtigt und machten vor niemandem halt: er verdrosch Dienstboten, Angehörige seiner Familie (niemanden mehr als Friedrich), aber auch Diplomaten, die bei ihm zu Besuch weilten. Von Gicht geplagt, schlug er mit seinen Krücken um sich, und wenndie Schmerzen so schlimm waren, daß man ihn in seinen Rollstuhl setzte, verfolgte er die Leute stockschwingend in diesem Gefährt. Er war berüchtigt für die Prügel, die er verabreichte, hatte in vielen Räumen seines Schlosses Stöcke deponiert, damit sie immer zur Hand waren, warf aber auch mit Tellern, zerrte die Leute an den Haaren, ohrfeigte sie, schlug sie zu Boden und versetzte ihnen Fußtritte. Bekannt ist die Geschichte, wie er eines Tages durch Potsdam ging und bemerkte, daß einer seiner Untertanen Reißaus zu nehmen versuchte. Er befahl dem Mann, stehenzubleiben und ihm zu erklären, warum er davonlaufen wollte. Weil er sich fürchte, lautete die Antwort."Ihr sollt mich nicht fürchten, ihr sollt mich lieben!"Prompt erschien der Stock, und der Untertan ging zu Boden, während der König schrie:"Lieben sollst du mich, Schurke!"

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am 3. November 2009
Format: Gebundene Ausgabe
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am 19. Februar 2009
Format: Gebundene Ausgabe
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am 22. August 2011
Format: Gebundene Ausgabe
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. September 2008
Format: Gebundene Ausgabe
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
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