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In meinen Träumen läutet es Sturm. Gedichte und Epigramme aus dem Nachlaß Taschenbuch – Dezember 1978

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

»Nie sind in den Gedichten Mascha Kalékos moralische Zeigefinger erhoben. Sie, die soviel Witz, Ironie, Wärme hatte, sie hat hier einfach aufgegeben, zuckt die Achseln und sagt einem Anfänger in Sachen Liebeskummer: so ist es eben. Frag nicht, warum.« Elke Heidenreich in der FAZ

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Mascha Kaléko (1907 – 1975) fand in den Zwanzigerjahren in Berlin Anschluss an die intellektuellen Kreise des Romanischen Cafés. Zunächst veröffentlichte sie Gedichte in Zeitungen, bevor sie 1933 mit dem ›Lyrischen Stenogrammheft‹ ihren ersten großen Erfolg feiern konnte. 1938 emigrierte sie in die USA, 1959 siedelte sie von dort nach Israel über. Mascha Kaléko zählt neben Sarah Kirsch, Hilde Domin, Marie Luise Kaschnitz, Nelly Sachs und Else Lasker- Schüler zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts.


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Format: Taschenbuch
In meinen Träumen läutet es Sturm. Gedichte und Epigramme aus dem Nachlass Mascha Kaleko dtv ISBN : 3423012943

Mascha Kaleko ist ein ganz ungewöhnliche Dichterin. Der Vater war Russe, die Mutter Österreicherin. 1907 in Schidlow geboren, wurde sie früh mit ihrer Familie in die Emigration getrieben. Aus Galizien stammte man nicht, darüber wurde die Nase gerümpft. So geriet die Familie nach Marburg, wo der Vater als Russe interniert wurde.

Während der dreißiger Jahre gehörte sie in Berlin zum Kreis der schöpferischen Bohème, die sich das Romanische Kaffe zum Treffpunkt erkoren hatte.

Mit ihrem zweiten Mann Vinaver und dem kleinen Sohn emigrierte sie 1938 nach New York und noch später in das Land ihrer Väter, Israel, in dem sie sich nicht wohl fühlte.

Ihr ganzes Leben ist von Heimweh durchzogen, und das spricht auch aus ihren Gedichten. Nach Deutschland und der deutschen Sprache hat sie sich bis zuletzt gesehnt.

Nach dem Tode ihres Mannes und des Sohnes verstarb sie in Zürich auf der Heimfahrt nach Israel 1975. Ihre Gedichte sind herbe, immer echt, traurig und gescheit, wie es auf der Rückseite des schönen kleinen Taschenbuches heißt.

Eines der schönsten Gedichte stellvertretend für viele andere:

Mascha Kaleko

Alle Mütter waren einmal klein.

Kinder können das oft gar nicht fassen.

Wenn die Kinderschuhe nicht mehr passen,

Fällt es ihnen wohl zuweilen ein.

Große Kinder suchen fremde Gassen,

Mütter bleiben später oft allein.

Alle Kinder werden einmal groß.
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Von Ein Kunde am 15. Dezember 1999
Format: Taschenbuch
Daß Mascha Kaleko auch heute noch relativ unbekannt ist, ist eigentlich unverständlich. Besonders ihre Beschreibungen der Großstadt (Berlin) sind zwar natürlich alt, aber wirken doch ungleich neuer. Als Berliner oder Berliner ist es sicher besonders interessant, zu versuchen Unterschiede der Zeiten auszumachen, aber Kalekos Beschreibungen allgemeiner und alltäglicher Dinge dürften Jeden und Jede begeistern können. Oder kennen Sie nicht den "nächsten Morgen"? Wir wachten auf, die Sonne schien nur spärlich, Durch schmale Ritzen grauer Jalousien. Du gähntest tief. Und ich gestehe ehrlich: Es klang nicht schön.- Mir schien es jetzt erklärlich, Daß Eheleute nicht in Liebe glühn. ... Beim Früstück schwiegst Du. (Widmend Dich den Schrippen.) Das ist hygienisch aber nicht sehr schön. Ich sah das Fruchtgelee auf deinen Lippen Und sah Dich Butterbrot in Kaffee stippen - Und sowas kann ich auf den Tod nicht sehn!
Ich zog mich an, Du prüftest meine Beine. Es roch nach längst getrunkenem Kaffee. Ich ging zur Tür. Mein Dienst begann um neune. Mir ahnte viel-. Doch sagt ich nur das eine: <Nun ist es aber höchste Zeit! Ich geh...> (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Von Ein Kunde am 30. August 1999
Format: Taschenbuch
Ganz zufällig bin ich auf die unverständlicherweise recht unbekannte Mascha Kaleko gestoßen. Sie wurde zwar in Polen (als Tochter eines Russen und einer Österreicherin) geboren, lebte aber in den 30er Jahren in Berlin. 1938 emigrierte sie in die USA und starb 1975 in der Schweiz. Soviel zu ihrer Person. Auch wenn die Künslerin schon lange tot ist, so wirken ihre Werke doch erstaunlich lebendig und gar nicht angestaubt. Ihre Ironie und eine gute Portion Frechheit sind auch heute noch ein Genuß, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Ein kleiner Vorgeschmack: Langschläfers Morgenlied: Der Wecker surrt. Das alberne Geknatter reißt mir das schönste Stück Traum entzwei. Ein fleißig Radio übt schon sein Geschnatter. Pitt äußert, daß es Zeit zum Aufstehn sei.
Mir ist vor Frühaufstehern immer bange...Das können keine wackern Männer sein: Ein guter Mensch schläft meistens gern und lange. - ich bild mir diesbezüglich etwas ein... ... ... Dieser erste Eindruck sollte nur einen kleinen Ausschnitt darstellen und keinesfalls als repräsentativ für das ganze Werk gesehen werden! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Von Jürgens Bücher TOP 100 REZENSENT am 15. April 2011
Format: Taschenbuch
Mascha Kaléko (1907-1975) war eine große Dichterin, die alle ihren persönlichen Lebenserfahrungen, von der Liebe, den Glücksgefühlen bis hin zur Traurigkeit und Bitterkeit mit in ihre Texte einfließen ließ.
Sie schreibt zum Sinn des Lebens: "Ich habe in den Büchern nachgeschlagen über den sogenannten Sinn des Lebens.- Die Gelehrten sind sich darüber einig, daß sie sich darüber nicht einig sind." (S.168) So ernüchternd und auch witzig faßt sie sehr klug ihre durchdachten Gedanken dann zusammen.

Die Gedichte sind wie folgt unterteilt: "Lieder für Liebende"; "Im Exil"; "Zeit- und Unzeitgedichte"; "Das letzte Jahr"; "Epigramme". Es folgen drei Gedichte aus diesem Buch, die ihre geistige Schöpferkraft zeigen:

I. "Window-Shopping" (S.50)

Brillantgefunkel für den Hals der Lady
Parfum, zehn Dollar aufwärts, für die Gnädi-
ge Frau. Ein wirklich echtes Nerzcape für den Spitz,
Aus Sandelhholz der - hm, Toilettensitz.
Da strömt das Volk im billigen Sonntagsschuh
Zum Luxusfenster der Fifth Ävennjuh
Und liegt vorm goldnen Kalb platt auf dem Bauche.

Wenn ich mir schweigend diesen Prunk betrachte,
Denk ich mir nur, was Sokrates schon dachte:
Wie vieles gibt es doch, was ich nicht brauche!

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II. Unsinn und Sinn (S.153)

Du suchst und suchst. Und kannst den Sinn nicht finden.
Gib's auf; denn so wirst du ihn nicht ergründen.
Pfeif dir ein Liedchen, träume vor dich hin,
wie oft enthüllt im Un-Sinn sich der Sinn!
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