Zur Rückseite klappen
Zur Vorderseite klappen
Hörprobe
Wird gespielt...
Angehalten
Sie hören eine Hörprobe des Audible Hörbuch-Downloads.
Mehr erfahren
Mehr erfahren
Den Autoren folgen
Etwas ist schiefgegangen. Wiederholen Sie die Anforderung später noch einmal.
OK
Der letzte Tag eines Verurteilten (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 12) Gebundene Ausgabe – 31. August 2005
von
Victor Hugo
(Autor)
|
Victor Hugo
(Autor)
Finden Sie alle Bücher, Informationen zum Autor
und mehr.
Siehe Suchergebnisse für diesen Autor
Sind Sie ein Autor?
Erfahren Sie mehr über Author Central
|
Erhöhen Sie Ihren Einkauf
-
Seitenzahl der Print-Ausgabe96 Seiten
-
SpracheDeutsch
-
HerausgeberAnaconda Verlag
-
Erscheinungstermin31. August 2005
-
Abmessungen12.7 x 1.3 x 19.3 cm
-
ISBN-103938484527
-
ISBN-13978-3938484524
Beliebte Taschenbuch-Empfehlungen des Monats
Stöbern Sie jetzt durch unsere Auswahl beliebter Bücher aus verschiedenen Genres wie Krimi, Thriller, historische Romane oder Liebesromane
Hier stöbern
Wird oft zusammen gekauft
Weitere Artikel entdecken
Seite 1 von 1 Zum AnfangSeite 1 von 1
Herr und Knecht (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 131)Leo TolstoiGebundene Ausgabe
Der Trinker (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 202)Gebundene Ausgabe
Die Sanfte: Eine fantastische Erzählung (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 103)Fjodor DostojewskiGebundene Ausgabe
Treffpunkt im Unendlichen (Roman) (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 219)Gebundene Ausgabe
Die vergessene Welt. Roman (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 218)Gebundene Ausgabe
Der Doppelgänger: Ein Petersburger Poem (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 142)Gebundene Ausgabe
Verwandte Produkte zu diesem Artikel
Seite 1 von 1Zum AnfangSeite 1 von 1
Es wird kein Kindle Gerät benötigt. Laden Sie eine der kostenlosen Kindle Apps herunter und beginnen Sie, Kindle-Bücher auf Ihrem Smartphone, Tablet und Computer zu lesen.
-
Apple
-
Android
-
Windows Phone
Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.
Beginnen Sie mit dem Lesen von Der letzte Tag eines Verurteilten auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.
Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.
Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.
Bis du mich berührst
Fesselnde Unterhaltung garantiert hier entdecken.
Produktinformation
- Herausgeber : Anaconda Verlag (31. August 2005)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 96 Seiten
- ISBN-10 : 3938484527
- ISBN-13 : 978-3938484524
- Originaltitel : Le dernier jour d'un condamné
- Abmessungen : 12.7 x 1.3 x 19.3 cm
-
Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 30,540 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 27 in Tagebücher & Memoiren
- Nr. 145 in Anthologien - Fiktion
- Nr. 218 in Lyrik & Gedichte (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Verwandte Produkte zu diesem Artikel
Seite 1 von 1Zum AnfangSeite 1 von 1
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Victor Hugo (1802-1885) lebte nach einem kurzen Studium an der Ecole Polytechnique als Schriftsteller in Paris. Seinen ersten Roman veröffentlichte er bereits 1819, zahlreiche weitere Romane, Theaterstücke und Lyrik folgten. Er gründete zwei literarische Zeitschriften und wurde 1841 Mitglied der Académie française. Ab 1843 engagierte er sich politisch; wegen seiner Opposition gegen Napoléon III musste er 1851 Frankreich verlassen und lebte bis 1870 in Belgien, Jersey und Guernsey. Die Jahre im Exil wurden zu seiner literarisch fruchtbarsten Zeit. Hugo ist die Hauptfigur der französischen Hochromantik und übte maßgeblichen Einfluss auf nahezu alle literarischen Strömungen des 19. Jahrhunderts in Frankreich aus. Er starb in Paris und wurde im Panthéon beigesetzt.
Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch
Seite 1 von 1 Zum AnfangSeite 1 von 1
Kundenrezensionen
4,7 von 5 Sternen
4,7 von 5
112 globale Bewertungen
Wie werden Bewertungen berechnet?
Um die Gesamtbewertung der Sterne und die prozentuale Aufschlüsselung nach Sternen zu berechnen, verwenden wir keinen einfachen Durchschnitt. Stattdessen betrachtet unser System Faktoren wie die Aktualität einer Rezension und ob der Rezensent den Artikel bei Amazon gekauft hat. Außerdem analysiert es Rezensionen, um die Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen.
Spitzenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Rezension aus Deutschland vom 20. März 2018
Missbrauch melden
Verifizierter Kauf
Victor Hugo gilt vielen Franzosen neben Voltaire, Balzac und Molière als einer der größten Autoren Frankreichs überhaupt. Der Schriftsteller, er wurde 1802 in Besançon geboren, verfasste zahlreiche Romane und Dramen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Romane „Der Glöckner von Notre-Dame“ (1831) und „Die Elenden“ (1862). Die Texte des Autors sind stark politisch engagiert. Auch in seinem 1829 veröffentlichten Roman „Der letzte Tag eines Verurteilten“ bezog Victor Hugo eindeutig Stellung. Das Buch ist ein flammendes Plädoyer gegen die Todessstrafe. Die Geschichte erzählt von den letzten Stunden eines Mannes, der zum Tode verurteilt wurde. In der Zelle sinniert der Mann über sein Leben. Er denkt an Frau und Kind und grübelt über Gott und die Welt. Der Verurteilte erfährt keinen Trost. Am Ende wartet das Schafott. Er erhält keine Gnade. Der französische Nationaldichter Victor Hugo enttarnt in seinem schmalen Roman die Absurdität der Todesstrafe. Das Buch sorgte bei seinem Erscheinen für einen gehörigen Aufruhr. Galgen und Guillotine blieben trotzdem. Die Justiz brauchte lange, um diese Form der Strafe abzuschaffen. Victor Hugo wusste früh: "Mögen die Verteidiger der Todesstrafe sich nur an die eine ungeheure Tatsache erinnern: dass diese Strafe den Verurteilten hindert, je etwas wiedergutzumachen, und dass die Strafe selbst nicht wiedergutzumachen ist." Der Roman wühlt auf und stimmt nachdenklich. Ein Buch, das bleibt.
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Nützlich
VINE-PRODUKTTESTER
Verifizierter Kauf
Literatur, die sich ausschließlich dem widmet, was seit der Dominanz der bürgerlichen Gesellschaft das Private genannt wird, hat dazu beigetragen, dass ihre Verbreitung auch in jene Schichten nur selten so richtig gelang, die heute teils despektierlich das Prekariat genannt werden. Dort, wo Literatur sprichwörtlich in den Dreck gegangen ist, konnte so etwas wie ein Gegenbeweis erbracht werden. Da waren es plötzlich die Leute, die im Dreck lebten, die sich für sie interessierten. Diejenigen, die der Literatur dazu verhalfen, die Reise in die Schattenwelten des Daseins anzutreten, gingen aus diesem Unterfangen als Große ihres Fachs in die Geschichte ein.
In Deutschland war es ein Bertolt Brecht, in den USA Menschen wie John Steinbeck und Upton Sinclair, in England ein Charles Dickens, in Russland ein Tolstoi, ein Puschkin und ein Gorki und in Frankreich ein Balzac, ein Zola und Victor Hugo. Als Charles Dickens starb, begleiteten in London eine halbe Millionen Menschen seinen Sarg. Und wer heute durch Moskau schlendert, sieht jeden Tag einen Berg frischer Blumen an den Statuen der Genannten, und auch auf den Pariser Friedhöfen ist es nicht anders. Das hat Ursachen. Und diese Ursachen liegen in der Bereitschaft, die Sprache und Bilder des kollektiven Gedächtnisses und der kommunikativen Kompetenz dazu zu nutzen, um das gesellschaftlich Relevante zu beleuchten.
Victor Hugo war gerade einmal 27 Jahre alt, als er ein Werk dem Kampf gegen die zu dieser Zeit in Frankreich praktizierten Todesstrafe widmete. Er nannte die Schrift „Der letzte Tag eines Verurteilten“. In ihr macht er das Opfer einer verhängten Todesstrafe zum Ich-Erzähler. Der beschreibt, wie es ihm ergeht, vom Prozess bis zum Schafott. Es ist die Zeit des nach-revolutionären Frankreich, das es zur Empörung Victor Hugos nicht geschafft hatte, sich von der Todesstrafe, die besonders in den verschiedenen Phasen der Revolution zu regelrechten Hinrichtungsblutbädern geführt hatte, zu lösen. Und die Guillotine lief, wie auch in dieser Erzählung geschildert, zwar sehr häufig, aber bei weitem nicht wie geschmiert. Immer wieder stockte das Fallbeil und führte zu den grausamsten Quälereien.
Hugo gelingt es, anhand des Einzelschicksals den Prozess der eigenen, selbstbezogenen Reflexion des betroffenen Individuums sehr empfindend darzulegen und die kalte, auf Vernunft und Jurisdiktion beruhende Reflexion zu vereinen. Während dem Individuum, trotz der Taten, wegen derer es verurteilt wurde, eine Gefühlswelt und Bedürfnisse wie allen Menschen zugestanden wird, erhält die rechtsphilosophische Reflexion, die letztendlich nicht das Prinzip der Besserung des Delinquenten, sondern die Rache an demselben obsiegen lässt, eine harsche Zurückweisung. Hugos Geschichte will das Verbrechen nicht verharmlosen, aber sie appelliert an eine gesellschaftliche Räson, die die Prinzipien des Humanismus als Grundlage hat.
„Der letzte Tag eines Verurteilten“ ist nicht nur eine flammende Rede gegen die Todesstrafe. Die Erzählung ist auch ein Dokument. Und zwar ein Dokument über das Engagement in der Literatur. Den Einsatz gegen Grausamkeit und Brutalität, für Gnade und Demut. Alles humane Größen, die jenseits der Kategorien der Macht in Gesellschaften mit einem hohen Zivilisationsgrad Geltung beanspruchen. Der damals noch junge Autor blieb seinem Standpunkt treu. Für seine Haltung, die er während seines Schriftstellerlebens beibehielt, ging er insgesamt 17 Jahre ins Exil. Das hinderte ihn nie daran, die Literatur, die seiner Feder entsprang, für die Konzeption einer besseren Welt einzusetzen.
In Deutschland war es ein Bertolt Brecht, in den USA Menschen wie John Steinbeck und Upton Sinclair, in England ein Charles Dickens, in Russland ein Tolstoi, ein Puschkin und ein Gorki und in Frankreich ein Balzac, ein Zola und Victor Hugo. Als Charles Dickens starb, begleiteten in London eine halbe Millionen Menschen seinen Sarg. Und wer heute durch Moskau schlendert, sieht jeden Tag einen Berg frischer Blumen an den Statuen der Genannten, und auch auf den Pariser Friedhöfen ist es nicht anders. Das hat Ursachen. Und diese Ursachen liegen in der Bereitschaft, die Sprache und Bilder des kollektiven Gedächtnisses und der kommunikativen Kompetenz dazu zu nutzen, um das gesellschaftlich Relevante zu beleuchten.
Victor Hugo war gerade einmal 27 Jahre alt, als er ein Werk dem Kampf gegen die zu dieser Zeit in Frankreich praktizierten Todesstrafe widmete. Er nannte die Schrift „Der letzte Tag eines Verurteilten“. In ihr macht er das Opfer einer verhängten Todesstrafe zum Ich-Erzähler. Der beschreibt, wie es ihm ergeht, vom Prozess bis zum Schafott. Es ist die Zeit des nach-revolutionären Frankreich, das es zur Empörung Victor Hugos nicht geschafft hatte, sich von der Todesstrafe, die besonders in den verschiedenen Phasen der Revolution zu regelrechten Hinrichtungsblutbädern geführt hatte, zu lösen. Und die Guillotine lief, wie auch in dieser Erzählung geschildert, zwar sehr häufig, aber bei weitem nicht wie geschmiert. Immer wieder stockte das Fallbeil und führte zu den grausamsten Quälereien.
Hugo gelingt es, anhand des Einzelschicksals den Prozess der eigenen, selbstbezogenen Reflexion des betroffenen Individuums sehr empfindend darzulegen und die kalte, auf Vernunft und Jurisdiktion beruhende Reflexion zu vereinen. Während dem Individuum, trotz der Taten, wegen derer es verurteilt wurde, eine Gefühlswelt und Bedürfnisse wie allen Menschen zugestanden wird, erhält die rechtsphilosophische Reflexion, die letztendlich nicht das Prinzip der Besserung des Delinquenten, sondern die Rache an demselben obsiegen lässt, eine harsche Zurückweisung. Hugos Geschichte will das Verbrechen nicht verharmlosen, aber sie appelliert an eine gesellschaftliche Räson, die die Prinzipien des Humanismus als Grundlage hat.
„Der letzte Tag eines Verurteilten“ ist nicht nur eine flammende Rede gegen die Todesstrafe. Die Erzählung ist auch ein Dokument. Und zwar ein Dokument über das Engagement in der Literatur. Den Einsatz gegen Grausamkeit und Brutalität, für Gnade und Demut. Alles humane Größen, die jenseits der Kategorien der Macht in Gesellschaften mit einem hohen Zivilisationsgrad Geltung beanspruchen. Der damals noch junge Autor blieb seinem Standpunkt treu. Für seine Haltung, die er während seines Schriftstellerlebens beibehielt, ging er insgesamt 17 Jahre ins Exil. Das hinderte ihn nie daran, die Literatur, die seiner Feder entsprang, für die Konzeption einer besseren Welt einzusetzen.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENT
VINE-PRODUKTTESTER
Verifizierter Kauf
Ich habe das Buch in einem Abend gelesen. Es ist gut in 3 Stunden zuschaffen, denn der Umfang ist konzentriert und überschaubar.
Schon im Vorwort sagt Victor Hugo eigentlich schon alles:
"Du sollst nicht töten." Fünftes Gebot n. Luther" - Ergänzung: Niemanden, niemals, nirgendwo, aus keinem Grund, schon gar nicht aus Rache, auch nicht mit gesetzlicher Absicherung.
Denn das lässt Victor Hugo hier ganz klar als Botschaft, in den Gedanken und Gefühlen des Ich-Erzählers zurück:
Die Todesstrafe verhindert das, was nach einem Kapitalverbrechen am wichtigsten gewesen wäre:
Die Wiedergutmachung.
So ist es eine Strafe, die rein auf einem Racheakt beruht, mit dem nicht nur, oder eher weniger, der Dilenquent vernichtet wird, sondern auch seine völlig unbeteiligten Angehörigen. In diesem Fall bedauert der Ich-Erzähler weniger seine Strafe, die er für die damalige Zeit durchaus als angemessen, wenn auch grausam betrachtet. Er trauert in den letzten Stunden seines Lebens um seine alte Mutter, seine kränkelnde Frau und seine gerade 3-jährige Tochter.
Die Geschichte spielt historisch im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts. Um die Beweggründe aller genannten Personen zu verstehen, den Zeitgeist der damaligen Epoche, müsste man noch etwas weiter zurück gehen: Zur Französischen Revolution, die Restauration, das erste und das zweite Reich, schliesslich kommt man exakt an den Punkt, wo diese Geschichte historisch stattfindet.
Dabei schreibt Victor Hugo so intensiv, dass man fast jede einzelne Szene des Buches wie einen Videotrailer vor Augen hat.
Den Gerichtsprozess, die Überstellung zu den einzelnen Haftorten, bis letztendlich zum Schafott.
Der kurze Roman lebt natürlich von den Gedanken, Rückblicken und Gefühlen des Erzählers. Aber auch von Victor Hugos Fähigkeit, die Szenen im damaligen Paris so detailverssen zu beschreiben, als sei er selber als Augenzeuge dabei gewesen.
So schildert der auf seine Hinrichtung wartende Erzähler jene zwei Tage als Beobachter, an denen die zu einer Galeeren-bzw. Zwangsarbeiterstrafe verurteilten Häftlinge, ihren Abtransport ins Bagne de Toulon(Zwangsarbeiterlager, Südfrankreich) erleben müssen.
Es versetzte mich geradezu, in einen der ebenfalls anwesenden Zuschauer. Das Grauen, welches die absolute Absurdität der damaligen Normalität schildert, liess mich jeden einzelnen beschrieben Regentropfen selber fühlen.
Das ist Erzählkunst auf höchstem Niveau, wenn es einem Autor gelingt, den Leser in eine Zeit von vor 200 Jahren zu versetzen, in der die Todesstrafe schon für Bagatellen verhängt und lebenslange Zwangsarbeit unter unvorstellbaren Bedingungen in Europa zur Normalität gehörten und niemand sie wirklich hinterfragte.
Das Buch an sich, ist ein kolossaler Aufruf gegen die Todesstrafe. Gespickt mit historischen Details und den psychischen Qualen eines jungen Mannes, den man heute wegen Totschlages nach 8 Jahren wieder auf freien Fuss setzen würde. Selbst in Frankreich.
Warum François Mitterrand die Todesstrafe erst nach der letzen Hinrichtung 1977 abgeschafft hat und diese erst 2007(!) aus der Verfassung Frankreichs getilgt wurde, kann ich nach dem Lesen dieses Buches nicht verstehen.
Beim Schreiben dieser Bewertung überlege ich gerade, welchem Staatsoberhaupt ich dieses Buch am liebsten zum Geschenk machen würde.
Dem POTUS der USA? China, Nord-Korea, viele Afrikanische Länder? Den islamischen, noch immer der Sharia anhängenden Ländern? Oder Ländern, von denen wir gar nicht mitbekommen, dass sie noch immer munter die Todesstrafe verhängen, wie das buddhistische Tailand, fast alle Länder der Karibik, oder das hochindustrialisierte Japan?
Man sollte sicher in den USA anfangen, wo immer noch 70% der Einwohner sich bedingungslos für die Todessstrafe aussprechen.
Hier wäre das Buch so passend angebracht, wie die Giftspritze in der Vene des Todeskandidaten, der im Vergleich zum Protagonisten dieses Buches, welcher "nur" 6 Wochen im Kerker verbringt, im Schnitt 25 Jahre unter diesen Qualen in der Death Row sitzt.
Das Buch ist historisch - erschütternd - und in Ländern mit der Todesstrafe, sollte es jedem Henker zur Pflichtlektüre gemacht werden.
"Die Todesstrafe ist der vorsätzlichste Mord." - Albert Camus
Schon im Vorwort sagt Victor Hugo eigentlich schon alles:
"Du sollst nicht töten." Fünftes Gebot n. Luther" - Ergänzung: Niemanden, niemals, nirgendwo, aus keinem Grund, schon gar nicht aus Rache, auch nicht mit gesetzlicher Absicherung.
Denn das lässt Victor Hugo hier ganz klar als Botschaft, in den Gedanken und Gefühlen des Ich-Erzählers zurück:
Die Todesstrafe verhindert das, was nach einem Kapitalverbrechen am wichtigsten gewesen wäre:
Die Wiedergutmachung.
So ist es eine Strafe, die rein auf einem Racheakt beruht, mit dem nicht nur, oder eher weniger, der Dilenquent vernichtet wird, sondern auch seine völlig unbeteiligten Angehörigen. In diesem Fall bedauert der Ich-Erzähler weniger seine Strafe, die er für die damalige Zeit durchaus als angemessen, wenn auch grausam betrachtet. Er trauert in den letzten Stunden seines Lebens um seine alte Mutter, seine kränkelnde Frau und seine gerade 3-jährige Tochter.
Die Geschichte spielt historisch im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts. Um die Beweggründe aller genannten Personen zu verstehen, den Zeitgeist der damaligen Epoche, müsste man noch etwas weiter zurück gehen: Zur Französischen Revolution, die Restauration, das erste und das zweite Reich, schliesslich kommt man exakt an den Punkt, wo diese Geschichte historisch stattfindet.
Dabei schreibt Victor Hugo so intensiv, dass man fast jede einzelne Szene des Buches wie einen Videotrailer vor Augen hat.
Den Gerichtsprozess, die Überstellung zu den einzelnen Haftorten, bis letztendlich zum Schafott.
Der kurze Roman lebt natürlich von den Gedanken, Rückblicken und Gefühlen des Erzählers. Aber auch von Victor Hugos Fähigkeit, die Szenen im damaligen Paris so detailverssen zu beschreiben, als sei er selber als Augenzeuge dabei gewesen.
So schildert der auf seine Hinrichtung wartende Erzähler jene zwei Tage als Beobachter, an denen die zu einer Galeeren-bzw. Zwangsarbeiterstrafe verurteilten Häftlinge, ihren Abtransport ins Bagne de Toulon(Zwangsarbeiterlager, Südfrankreich) erleben müssen.
Es versetzte mich geradezu, in einen der ebenfalls anwesenden Zuschauer. Das Grauen, welches die absolute Absurdität der damaligen Normalität schildert, liess mich jeden einzelnen beschrieben Regentropfen selber fühlen.
Das ist Erzählkunst auf höchstem Niveau, wenn es einem Autor gelingt, den Leser in eine Zeit von vor 200 Jahren zu versetzen, in der die Todesstrafe schon für Bagatellen verhängt und lebenslange Zwangsarbeit unter unvorstellbaren Bedingungen in Europa zur Normalität gehörten und niemand sie wirklich hinterfragte.
Das Buch an sich, ist ein kolossaler Aufruf gegen die Todesstrafe. Gespickt mit historischen Details und den psychischen Qualen eines jungen Mannes, den man heute wegen Totschlages nach 8 Jahren wieder auf freien Fuss setzen würde. Selbst in Frankreich.
Warum François Mitterrand die Todesstrafe erst nach der letzen Hinrichtung 1977 abgeschafft hat und diese erst 2007(!) aus der Verfassung Frankreichs getilgt wurde, kann ich nach dem Lesen dieses Buches nicht verstehen.
Beim Schreiben dieser Bewertung überlege ich gerade, welchem Staatsoberhaupt ich dieses Buch am liebsten zum Geschenk machen würde.
Dem POTUS der USA? China, Nord-Korea, viele Afrikanische Länder? Den islamischen, noch immer der Sharia anhängenden Ländern? Oder Ländern, von denen wir gar nicht mitbekommen, dass sie noch immer munter die Todesstrafe verhängen, wie das buddhistische Tailand, fast alle Länder der Karibik, oder das hochindustrialisierte Japan?
Man sollte sicher in den USA anfangen, wo immer noch 70% der Einwohner sich bedingungslos für die Todessstrafe aussprechen.
Hier wäre das Buch so passend angebracht, wie die Giftspritze in der Vene des Todeskandidaten, der im Vergleich zum Protagonisten dieses Buches, welcher "nur" 6 Wochen im Kerker verbringt, im Schnitt 25 Jahre unter diesen Qualen in der Death Row sitzt.
Das Buch ist historisch - erschütternd - und in Ländern mit der Todesstrafe, sollte es jedem Henker zur Pflichtlektüre gemacht werden.
"Die Todesstrafe ist der vorsätzlichste Mord." - Albert Camus
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Missbrauch melden