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Der kleine Dämonenberater: Roman Taschenbuch – 9. Mai 2005
von
Christopher Moore
(Autor),
Kristof Hahn
(Übersetzer)
|
Christopher Moore
(Autor)
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|
-
Seitenzahl der Print-Ausgabe320 Seiten
-
SpracheDeutsch
-
HerausgeberGoldmann Verlag
-
Erscheinungstermin9. Mai 2005
-
Abmessungen11.6 x 2.5 x 18.5 cm
-
ISBN-103442542170
-
ISBN-13978-3442542178
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Produktinformation
- Herausgeber : Goldmann Verlag (9. Mai 2005)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 320 Seiten
- ISBN-10 : 3442542170
- ISBN-13 : 978-3442542178
- Abmessungen : 11.6 x 2.5 x 18.5 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 584,625 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 5,214 in US-amerikanische Literatur
- Nr. 12,121 in Humor (Bücher)
- Nr. 35,817 in Gegenwartsliteratur
- Kundenrezensionen:
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
"Das köstlichste Taschenbuch, das seit langem erschienen ist!" (n-tv)
"Wer so was gotteslästerlich findet, dem fehlt der Humor - zumal Moore schon mit Werken wie ‚Der Lustmolch' bewies, wie witzig er ist." (Wiener)
"Wer so was gotteslästerlich findet, dem fehlt der Humor - zumal Moore schon mit Werken wie ‚Der Lustmolch' bewies, wie witzig er ist." (Wiener)
Klappentext
"Das köstlichste Taschenbuch, das seit langem erschienen ist!"
n-tv
n-tv
"Wer so was gotteslästerlich findet, dem fehlt der Humor - zumal Moore schon mit Werken wie 'Der Lustmolch' bewies, wie witzig er ist."
Wiener
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Seine Bücher haben in Amerika längst Kultstatus, und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt – nach eigenen Angaben – den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht keine gemeinen Menschen. Der Autor lebt in San Francisco, Kalifornien.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Samstagnacht
1 - THE BREEZE
The Breeze rauschte auf dem Schleudersitz von Billy Winstons Pinto nach San Junipero. Der Pinto beschrieb eine abenteuerliche Schlangenlinie und driftete auf den Mittelstreifen zu, was daran lag, daß Billy versuchte, mit einer Hand einen Joint zu drehen, während er gleichzeitig eine Halbliterdose Coors in der anderen Hand hielt und zu einem Bob Marley Song, der aus der billigen Stereoanlage schepperte, im Takt wippte.
»Jetzt geht die Post ab, Mon!« sagte Billy und prostete The Breeze so enthusiastisch zu, daß diesem das Bier aufs Hemd schwappte.
The Breeze schüttelte entnervt den Kopf. »Halt die Dose runter, paß auf, wo du hinfährst, und laß mich den Joint bauen«, sagte er.
Billys Bewunderung für The Breeze kannte keine Grenzen. The Breeze war cool, ein Partyhecht der alten Schule. Er verbrachte seine Tage am Strand und die Nächte eingehüllt in eine Wolke von Sinsemilla. The Breeze konnte die ganze Nacht durchkiffen und dazu eine Flasche Tequila niedermachen, ohne daß man ihm das Geringste anmerkte. Anschließend fuhr er dann die vierzig Meilen nach Pine Cove zurück, ohne auch nur den Funken eines Verdachts oder das geringste Mißtrauen eines Cops auf sich zu ziehen, um am nächsten Morgen Punkt neun wieder am Strand auf der Matte zu stehen und den Anschein zu erwecken, als sei der Begriff »Kater« in seinem Vokabular inexistent. In Billy Winstons Hitliste der größten Helden aller Zeiten rangierte The Breeze auf Platz zwei unmittelbar hinter David Bowie.
The Breeze rollte den Joint, steckte ihn an und reichte ihn Billy zum Anrauchen.
»Was feiern wir denn?« krächzte Billy in dem verzweifelten Versuch, den Rauch unten zu halten.
The Breeze streckte den Zeigefinger in die Luft, um ihm zu bedeuten, daß er der Frage auf den Grund gehen würde, und kramte in der Tasche seines Hawaiihemdes nach dem Dionysischen Kalender: Gelegenheiten und Anlässe für Parties an allen Tagen des Jahres. Er blätterte so lange, bis er das aktuelle Datum gefunden hatte, und verkündete dann: »Unabhängigkeitstag in Namibia.«
»Astrein«, sagte Billy. »Ein dreifaches Hoch auf die namibische Unabhängigkeit.«
»Hier steht«, fuhr The Breeze fort, »daß die Namibier ihre Unabhängigkeit feiern, indem sie eine ganze Giraffe am Stück grillen und verspeisen und dazu eine Mixtur aus fermentiertem Guavensaft und dem Extrakt bestimmter Baumfrösche trinken, denen magische Kräfte nachgesagt werden. Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten werden alle Jungen, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, beschnitten, und zwar mit einem scharfen Stein.«
»Vielleicht können wir ja ’n paar Techies beschneiden, wenn’s uns zu langweilig wird«, sagte Billy.
Mit Techies bezeichnete The Breeze im allgemeinen die männlichen Studenten des San Junipero Technical College – zum größten Teil ultrakonservative Grünschnäbel mit Bürstenhaarschnitten, deren höchstes Ziel offenbar darin bestand, in der gesichtslosen Masse der Erfüllungsgehilfen der amerikanischen Industrie aufzugehen, nachdem sie in der Tretmühle des San Junipero Tech durch die Mangel gedreht, zurechtgebogen und wieder ausgespuckt worden waren.
Das Denken der Techies war The Breeze so fern und fremd, daß er noch nicht einmal Verachtung für sie aufbrachte. Sie waren einfach Nichtexistenzen. Andererseits gab es auch weibliche Studenten am S. J. Tech, und diese lagen The Breeze erheblich mehr am Herzen. Die Aussicht darauf, zwischen den weichen Schenkeln einer jungfräulichen Ingenieurstudentin abtauchen zu können, und sei es auch nur für kurze Zeit, war der einzige Grund, warum The Breeze sich überhaupt auf das zweifelhafte Vergnügen einer vierzig Meilen langen Fahrt mit Billy Winston eingelassen hatte.
Billy Winston war groß und so spindeldürr, daß einem sein Anblick schon fast weh tat. Darüber hinaus war er häßlich und übelriechend, und er hatte das Talent, in nahezu jeder Situation genau das Falsche zu sagen. Zu allem Überfluß hatte The Breeze ihn auch noch im Verdacht, daß er schwul war. Dieser Gedanke hatte eines Abends neue Nahrung bekommen, als er Billy Winston auf seiner Arbeitsstelle als Nachtportier in einem Hotel besucht und ihn dabei überrascht hatte, wie er eine Ausgabe des Playgirl durchblätterte. Bei den Geschäften, die The Breeze betrieb, war es nichts Ungewöhnliches, wenn man gelegentlich über die Leichen im Keller anderer Leute stolperte, und so machte es ihm auch nichts weiter aus, wenn die Leichen in Billy Winstons Keller Damenunterwäsche trugen. Sollte Billy Winston tatsächlich homosexuell sein, so war das etwa so schlimm wie Akne bei einem Leprakranken.
Was für Billy Winston sprach, war die Tatsache, daß er einen Wagen hatte, der lief, und daß er The Breeze überall hinfahren würde, wo er nur wollte. The Breeze hatte zwar einen eigenen VW-Bus, doch den hatte er bei ein paar Marijuanapflanzern in Big Sur als Sicherheit für die vierzig Pfund Sinsemillablüten abstellen müssen, die in einem Koffer in seinem Trailer versteckt waren.
»Ich denke mir folgendes«, sagte Billy. »Wir laufen erst mal im Mad Bull ein, dann machen wir bei José ’nen Pitcher Margeritas nieder und gehen danach in den Nuked Whale ’n bißchen tanzen. Und wenn sich da nix abspielt, fahr’n wir nach Hause und schlucken noch einen im Slug.«
»Laß uns lieber zuerst zum Whale fahren und sehen, was da so abgeht«, erwiderte The Breeze.
Der Nuked Whale war die erste Disco am Platz in San Junipero. Dort hingen all die Studenten ab, und wenn es für The Breeze überhaupt was zum Ankuscheln gab, dann würde er es dort finden. Er hatte nicht die geringste Absicht, mit Billy Winston wieder vierzig Meilen nach Pine Cove zurückzufahren und sich im Head of the Slug noch einen letzten Drink zu genehmigen. Das war gleichbedeutend mit einem Offenbarungseid, ein Eingeständnis des Losertums, und davon hatte The Breeze die Nase voll – das lag nun endgültig hinter ihm. Morgen würde er die vierzig Pfund verkaufen, dafür zwanzig Riesen kassieren, und das war’s dann. Er hatte zwanzig Jahre damit zugebracht, mickrige Grammdeals abzuziehen, nur damit er die Miete bezahlen konnte. Ab morgen hatte er diesen ganzen Kleinschiß nicht mehr nötig, dann war er endlich eine große Nummer, und als solche würde er sich mit so kümmerlichen Gestalten wie Billy Winston nicht mehr abgeben.
Billy parkte den Pinto einen Block entfernt vom Nuked Whale. Der pumpende Sound der Technomusik drang hinaus auf die Straße.
Das ungleiche Paar brauchte nur ein paar Sekunden, bis sie vor dem Laden angekommen waren. Billy eilte mit großen Schritten voran, während The Breeze, den Rücken durchgedrückt, hinterhertrottete. Billy duckte sich schon unter der Neonröhre in Form einer Schwanzflosse hindurch in den Club, als der Türsteher – ein milchgesichtiges Muskelpaket mit Bürstenhaarschnitt – ihn am Arm packte.
»Erst mal den Ausweis.«
Billy zeigte ihm gerade seinen abgelaufenen Führerschein, als auch The Breeze angetrottet kam und in den Taschen seiner neongrünen Surfshorts nach seiner Brieftasche kramte.
Der Türsteher winkte ab. »Schon in Ordnung, Kumpel, wer so wenig Haare auf dem Kopf hat, braucht keinen Ausweis.«
The Breeze strich sich selbstsicher über die hohe Stirn. Letzten Monat war er vierzig geworden, eine etwas dubiose Errungenschaft für jemanden, der einmal geschworen hatte, niemandem über dreißig zu trauen.
Billy, der hinter ihm stand, streckte den Arm aus und klatschte dem Türsteher zwei Dollarscheine in die Hand. »Hier Kumpel, kauf dir ’n Blowjob bei ’ner aufblasbaren Puppe.«
»Was!« Der Türsteher schoß von seinem Hocker herunter und baute sich auf wie ein Bullterrier, doch Billy war schon im Gewimmel im Inneren des Clubs verschwunden.
»Nicht aufregen, Mann. Der Junge hat Probleme.«
»Der hat gleich wirklich welche«, schnaubte der Türsteher.
»Nee, wirklich«, fuhr The Breeze fort und wünschte sich, Billy hätte ihn nicht zu dieser Geste der Loyalität...
1 - THE BREEZE
The Breeze rauschte auf dem Schleudersitz von Billy Winstons Pinto nach San Junipero. Der Pinto beschrieb eine abenteuerliche Schlangenlinie und driftete auf den Mittelstreifen zu, was daran lag, daß Billy versuchte, mit einer Hand einen Joint zu drehen, während er gleichzeitig eine Halbliterdose Coors in der anderen Hand hielt und zu einem Bob Marley Song, der aus der billigen Stereoanlage schepperte, im Takt wippte.
»Jetzt geht die Post ab, Mon!« sagte Billy und prostete The Breeze so enthusiastisch zu, daß diesem das Bier aufs Hemd schwappte.
The Breeze schüttelte entnervt den Kopf. »Halt die Dose runter, paß auf, wo du hinfährst, und laß mich den Joint bauen«, sagte er.
Billys Bewunderung für The Breeze kannte keine Grenzen. The Breeze war cool, ein Partyhecht der alten Schule. Er verbrachte seine Tage am Strand und die Nächte eingehüllt in eine Wolke von Sinsemilla. The Breeze konnte die ganze Nacht durchkiffen und dazu eine Flasche Tequila niedermachen, ohne daß man ihm das Geringste anmerkte. Anschließend fuhr er dann die vierzig Meilen nach Pine Cove zurück, ohne auch nur den Funken eines Verdachts oder das geringste Mißtrauen eines Cops auf sich zu ziehen, um am nächsten Morgen Punkt neun wieder am Strand auf der Matte zu stehen und den Anschein zu erwecken, als sei der Begriff »Kater« in seinem Vokabular inexistent. In Billy Winstons Hitliste der größten Helden aller Zeiten rangierte The Breeze auf Platz zwei unmittelbar hinter David Bowie.
The Breeze rollte den Joint, steckte ihn an und reichte ihn Billy zum Anrauchen.
»Was feiern wir denn?« krächzte Billy in dem verzweifelten Versuch, den Rauch unten zu halten.
The Breeze streckte den Zeigefinger in die Luft, um ihm zu bedeuten, daß er der Frage auf den Grund gehen würde, und kramte in der Tasche seines Hawaiihemdes nach dem Dionysischen Kalender: Gelegenheiten und Anlässe für Parties an allen Tagen des Jahres. Er blätterte so lange, bis er das aktuelle Datum gefunden hatte, und verkündete dann: »Unabhängigkeitstag in Namibia.«
»Astrein«, sagte Billy. »Ein dreifaches Hoch auf die namibische Unabhängigkeit.«
»Hier steht«, fuhr The Breeze fort, »daß die Namibier ihre Unabhängigkeit feiern, indem sie eine ganze Giraffe am Stück grillen und verspeisen und dazu eine Mixtur aus fermentiertem Guavensaft und dem Extrakt bestimmter Baumfrösche trinken, denen magische Kräfte nachgesagt werden. Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten werden alle Jungen, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, beschnitten, und zwar mit einem scharfen Stein.«
»Vielleicht können wir ja ’n paar Techies beschneiden, wenn’s uns zu langweilig wird«, sagte Billy.
Mit Techies bezeichnete The Breeze im allgemeinen die männlichen Studenten des San Junipero Technical College – zum größten Teil ultrakonservative Grünschnäbel mit Bürstenhaarschnitten, deren höchstes Ziel offenbar darin bestand, in der gesichtslosen Masse der Erfüllungsgehilfen der amerikanischen Industrie aufzugehen, nachdem sie in der Tretmühle des San Junipero Tech durch die Mangel gedreht, zurechtgebogen und wieder ausgespuckt worden waren.
Das Denken der Techies war The Breeze so fern und fremd, daß er noch nicht einmal Verachtung für sie aufbrachte. Sie waren einfach Nichtexistenzen. Andererseits gab es auch weibliche Studenten am S. J. Tech, und diese lagen The Breeze erheblich mehr am Herzen. Die Aussicht darauf, zwischen den weichen Schenkeln einer jungfräulichen Ingenieurstudentin abtauchen zu können, und sei es auch nur für kurze Zeit, war der einzige Grund, warum The Breeze sich überhaupt auf das zweifelhafte Vergnügen einer vierzig Meilen langen Fahrt mit Billy Winston eingelassen hatte.
Billy Winston war groß und so spindeldürr, daß einem sein Anblick schon fast weh tat. Darüber hinaus war er häßlich und übelriechend, und er hatte das Talent, in nahezu jeder Situation genau das Falsche zu sagen. Zu allem Überfluß hatte The Breeze ihn auch noch im Verdacht, daß er schwul war. Dieser Gedanke hatte eines Abends neue Nahrung bekommen, als er Billy Winston auf seiner Arbeitsstelle als Nachtportier in einem Hotel besucht und ihn dabei überrascht hatte, wie er eine Ausgabe des Playgirl durchblätterte. Bei den Geschäften, die The Breeze betrieb, war es nichts Ungewöhnliches, wenn man gelegentlich über die Leichen im Keller anderer Leute stolperte, und so machte es ihm auch nichts weiter aus, wenn die Leichen in Billy Winstons Keller Damenunterwäsche trugen. Sollte Billy Winston tatsächlich homosexuell sein, so war das etwa so schlimm wie Akne bei einem Leprakranken.
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»Ich denke mir folgendes«, sagte Billy. »Wir laufen erst mal im Mad Bull ein, dann machen wir bei José ’nen Pitcher Margeritas nieder und gehen danach in den Nuked Whale ’n bißchen tanzen. Und wenn sich da nix abspielt, fahr’n wir nach Hause und schlucken noch einen im Slug.«
»Laß uns lieber zuerst zum Whale fahren und sehen, was da so abgeht«, erwiderte The Breeze.
Der Nuked Whale war die erste Disco am Platz in San Junipero. Dort hingen all die Studenten ab, und wenn es für The Breeze überhaupt was zum Ankuscheln gab, dann würde er es dort finden. Er hatte nicht die geringste Absicht, mit Billy Winston wieder vierzig Meilen nach Pine Cove zurückzufahren und sich im Head of the Slug noch einen letzten Drink zu genehmigen. Das war gleichbedeutend mit einem Offenbarungseid, ein Eingeständnis des Losertums, und davon hatte The Breeze die Nase voll – das lag nun endgültig hinter ihm. Morgen würde er die vierzig Pfund verkaufen, dafür zwanzig Riesen kassieren, und das war’s dann. Er hatte zwanzig Jahre damit zugebracht, mickrige Grammdeals abzuziehen, nur damit er die Miete bezahlen konnte. Ab morgen hatte er diesen ganzen Kleinschiß nicht mehr nötig, dann war er endlich eine große Nummer, und als solche würde er sich mit so kümmerlichen Gestalten wie Billy Winston nicht mehr abgeben.
Billy parkte den Pinto einen Block entfernt vom Nuked Whale. Der pumpende Sound der Technomusik drang hinaus auf die Straße.
Das ungleiche Paar brauchte nur ein paar Sekunden, bis sie vor dem Laden angekommen waren. Billy eilte mit großen Schritten voran, während The Breeze, den Rücken durchgedrückt, hinterhertrottete. Billy duckte sich schon unter der Neonröhre in Form einer Schwanzflosse hindurch in den Club, als der Türsteher – ein milchgesichtiges Muskelpaket mit Bürstenhaarschnitt – ihn am Arm packte.
»Erst mal den Ausweis.«
Billy zeigte ihm gerade seinen abgelaufenen Führerschein, als auch The Breeze angetrottet kam und in den Taschen seiner neongrünen Surfshorts nach seiner Brieftasche kramte.
Der Türsteher winkte ab. »Schon in Ordnung, Kumpel, wer so wenig Haare auf dem Kopf hat, braucht keinen Ausweis.«
The Breeze strich sich selbstsicher über die hohe Stirn. Letzten Monat war er vierzig geworden, eine etwas dubiose Errungenschaft für jemanden, der einmal geschworen hatte, niemandem über dreißig zu trauen.
Billy, der hinter ihm stand, streckte den Arm aus und klatschte dem Türsteher zwei Dollarscheine in die Hand. »Hier Kumpel, kauf dir ’n Blowjob bei ’ner aufblasbaren Puppe.«
»Was!« Der Türsteher schoß von seinem Hocker herunter und baute sich auf wie ein Bullterrier, doch Billy war schon im Gewimmel im Inneren des Clubs verschwunden.
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Kundenrezensionen
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Rezension aus Deutschland vom 26. September 2012
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Verifizierter Kauf
Christopher Moore unterhält mit diesem Büchlein wirklich sehr gut. Es ist locker geschrieben und auch immer wieder recht witzig. Ich hatte dieses Büchlein gelesen als Einstieg in die Romane von Moore und "Der kleine Dämonenberater" hat mich dazu verführt mehr von Moore zu lesen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Nützlich
Rezension aus Deutschland vom 6. Juni 2009
Verifizierter Kauf
Das Buch ist super geschrieben. In einer witzen, wortgewaltigen Sprache wird eine "klassische" Geschichte erzählt, deren Ende dann recht vorhersehbar ist. Der Humor liegt eher zwischen den Zeilen und die Hasndlung tritt hinter der Sprache zurück. Jetzt will ich sofort mehr von Moore
Rezension aus Deutschland vom 9. Oktober 2017
Verifizierter Kauf
Ganz nettes Buch, lässt sich zum Schluss ganz gut lesen, aber andere Bücher von Christopher Moore sind viel spannender z.B. Ein totsicherer Plan und Ein totsicherer Job
Rezension aus Deutschland vom 29. November 2014
Verifizierter Kauf
Mit eleganter Ironie erzählte Geschichte. Etwas makaber, aber das ist wohl im Hinblick auf eine Story mit allerlei metaphysischen Entitäten durchaus legitim.
Gute, humorvolle Lektüre.
Gute, humorvolle Lektüre.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 23. März 2014
Verifizierter Kauf
sehr empfehlenswert, liest sich hervorragend und langweilig wird es bei dem author mit sicherheit nicht!
Auch andere werke sind sehr empfehlenswert.
Auch andere werke sind sehr empfehlenswert.
Rezension aus Deutschland vom 25. November 2014
Verifizierter Kauf
Die Bücher von Moore sind immer top! Klare Kaufempfehlung!
Rezension aus Deutschland vom 26. November 2012
Verifizierter Kauf
Christopher Moore ist einfach super klasse - auch wenn sich die Themen ähneln ist es doch bei jedem Buch überraschend...
Rezension aus Deutschland vom 22. November 2013
Verifizierter Kauf
Eine sehr lustige Geschichte mit tollen Charakteren. Dieses Buch gehört zu meinen Favoriten von Christopher Moore, und ich habe fast alle seine Bücher gelesen. Ein toller Autor mit dem richtigen Humor!