Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Cloud Drive Photos UHD TVs Hier klicken Hier klicken HI_PROJECT Hier Klicken Hier klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimitedEcho AmazonMusicUnlimited FußballLiveAmazonMusic

Kundenrezension

am 2. Juli 2015
Warum kaufen sich Menschen ein Pferd, und geben sich mit ihm ab?
Die meisten Reiter gehen, schreibt Spilker, mit ihrem Pferd heutzutage immer noch so um, als müssten sie morgen mit ihm in den Krieg ziehen.
Und dabei wird der Umgang für viele so frustrierend, dass sie sich bald ohne Rat von "Fachleuten" nicht mehr herantrauen und es bald wieder aufgeben.
Wenn Ihnen der sportliche Erfolg, die Bewunderung anderer beim Reiten das wichtigste ist, dann sind sie noch nicht reif für dieses Buch. Vergessen sie's.
Aber vielleicht haben Sie ja das Reiten angefangen, weil Sie das Pferd als ein Teil der Natur lieben, weil es für Sie ein Symbol der Freiheit ist, es Sie beglückt von ihm angewiehert zu werden, selbst wenn sie mal ohne Futter kommen, weil Ihnen seine Freundschaft unendlich viel bedeutet. Ich behaupte mal, so sind eigentlich die meisten. Vor allem, so gehen Kinder unbeeinflusst zum ersten Mal an ein Pferd heran. In diesem Fall denken Sie vielleicht darüber nach, ob Ihr Umgang mit dem Pferd dazu passt. Dabei kann dieses Buch Ihnen helfen. Es mit anderen Augen, mit weniger Ichbezug zu sehen.

"Wenn wir Menschen heute harmonisch mit Pferden zusammenleben wollen, so ist es wichtig, den Pferden größtmöglichen Freiraum zu lassen. Denn die Beziehungen zwischen Menschen und Tier sind nicht mehr natürlich und ausgewogen. Die Gattung Mensch ist übermächtig geworden und dominiert alles andere Leben. Unser Verhältnis zur Natur ist aus dem Gleichgewicht geraten, und viele Menschen benehmen sich so, als wären Tiere ausschließlich zu ihrem privaten Vergnügen auf der Welt.
Pferde sind den Übergriffen der Menschen schutzlos ausgeliefert. Damit sie sich in unserer Nähe wohl fühlen, muss die Beziehung so gestaltet sein, daß sie nicht von unserer Macht erdrückt werden, sondern sich gestärkt fühlen in unserer Gegenwart. Für unsere Zeit liegt die Herausforderung nicht mehr darin, ob wir alle anderen Spezies dominieren werden, sondern darin, ob wir, längst Sieger, zu einer Selbstbeschränkung gegenüber den Unterlegenen finden können. So könnte heute die Verbundenheit mit dem Menschen für Pferde bedeuten, dass sie die Möglichkeit erhalten, sich zu entfalten, ganz sie selbst zu sein, und an Freiheit zurückzugewinnen. Statt durch den Umgang mit uns nur immer weiter zu verlieren, gewinnen sie so einen Raum, in dem sie ihre Eigenständigkeit bewahren können, obwohl sie in einer Menschenwelt leben müssen....
Es ist nicht die Stalltür, die den Weg in das Reich der Pferde öffnet. Und auch nicht eine am bestimmte, wie auch immer geartete, in Kursen, Schulen, Seminaren gelehrte Methode. Nur die Pferde können uns diesen Weg zeigen und ihre Sprache lehren. Wir gelangen in die Welt der Pferde, indem wir das Verlangen nach Kontrolle, den Anspruch auf Dominanz, die Arroganz der Mächtigen einmal hinter uns lassen und unsere Augen und Sinne weit öffnen." (Imke Spilker, 2000)

Als ich, 2001 oder 2002, das erste Mal von Imke Spilker hörte und las ("Imke.. wer??") fing gerade die "Dominanz"-Welle an zu rollen, die bis heute nicht verebbt ist. Mir kam schon das Kotzen wenn ich das Wort nur hörte oder las. Ich hätte es selber nie so formulieren können, aber damals las ich das Buch in einem Rutsch durch, und hätte am liebsten "GENAU!!" hinter jeden zweiten Absatz notiert. Die Pferde halten uns nicht für ihresgleichen. Sie sind ganz anders als wir.

Imke Spilker geht es mehr als ums Reiten. Sie hat gründlich nachgedacht, und versteht es, ihre Gedanken klar und präzise auszudrücken. Reiterlich ist sie ein Kind der 1980'er, geprägt von den freizeitreiterlichen Leitbildern dieser Zeit: Ursula Bruns - Weidehaltung ist für sie selbstverständlich - Linda Tellington Jones, Michael Schäfer und Sadko Solinski. Von ihm hat sie am meisten, und ist auch bei ihm geritten. Schreibt mit gleicher programmatischer Kraft, und formuliert doch sanfter als er, weiblicher, undogmatisch -- und ist doch in mancher Beziehung radikaler, will heißen unbequemer für uns Reiter, denn sie nimmt noch nicht einmal das Reiten für selbstverständlich und als gegeben hin. Selbstverständlich ist für sie nur das einzelne, individuelle Pferd. Sie hat, was Solinski von uns Freizeitreitern immer forderte, "sich auf die Seite der Pferde geschlagen". Ihre Pferde haben es ihr beigebracht. Sowas finde ich toll.

Wie sie schreibt, und die schönen Bilder ihrer Pferde wirken dabei authentisch, nicht gestellt und - im Gegensatz zu dem, was man heute zu 95% an anderer Stelle zu sehen bekommt, "undressiert" - Natürlich und wenig spektakulär. So ist gutes Reiten eben. Aber man muss es sehen und erkennen können. Eignet sich wenig als Werbeträger. Ich war jedenfalls durch dies Buch so beeindruckt, dass ich die nächste Gelegenheit nutzte die Autorin persönlich kennen zu lernen, was meinen Eindruck in jeglicher Richtung positiv bestätigte. Und ich muss dazu sagen dass ich durch Trainer oder Reitlehrer nur schwer zu beeindrucken bin.

Bücher wie diese müsste es eigentlich viel mehr geben, und ich finde es bedauerlich dass es von Imke Spilker keine Fortsetzung gibt, nachdem sie von Gut Waldeck ausziehen musste. Mir ist schon klar, und dies bedaure ich im Grunde noch mehr, dass jemand mit einem so konsequent an den Pferden orientierten, ehrlichen Konzept im heutigen (so muss man es wohl nennen) Pferdeausbildungsbusiness, und der kostenlosen Facebook-Weisheiten(?) nur schwer davon leben kann. Es zeigt mir woran unser System krankt: Die Leute wollen lieber Kochrezepte um ihre Pferde schnell weichzukochen, als echte Lösungen wo sie an sich selbst zu arbeiten anfangen müssen.

Auf der anderen Seite sind wir Pferdeleute gut beraten, Ideen wie die von Imke sehr ernstzunehmen und wenigstens in Ansätzen versuchen umzusetzen. Dazu öffnet ihr Buch Türen. Es genügt nicht, dass nur ein paar "esoterische und spinnerte Öko-Offenstall-Muttis" es tun. Es kann passieren dass PETA und deren Spender, das sind rührselige Stadtbewohner ohne echten Bezug zur Natur, die Auswüchse des Pferdesportbusiness dazu instrumentalisieren, uns das Reiten gesetzlich zu verbieten. Vielleicht nicht schon morgen aber in 10 Jahren. Und dann werden wir nur glaubwürdig sein und Argumente für unser Tun haben, wenn wir unsere Pferde um ihrer selbst willen halten, und konsequent nach Methoden wie der von Imke Spilker behandeln, anstatt sie weiter nur zu instrumentalisieren.
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
0Kommentar Missbrauch melden Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

5,0 von 5 Sternen
9
20,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime