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Freiheit statt Demokratie: Russlands Weg und die Illusionen des Westens Taschenbuch – 1. Oktober 2014
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe368 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberManuscriptum
- Erscheinungstermin1. Oktober 2014
- Abmessungen12.5 x 3.5 x 20.5 cm
- ISBN-109783944872063
- ISBN-13978-3944872063
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- ASIN : 3944872061
- Herausgeber : Manuscriptum; 1. Edition (1. Oktober 2014)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 368 Seiten
- ISBN-10 : 9783944872063
- ISBN-13 : 978-3944872063
- Abmessungen : 12.5 x 3.5 x 20.5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 508.707 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 636 in Russische Politik (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Thomas Fasbender, Jg. 1957, aufgewachsen auf Sylt und in Hamburg. Kaufmannslehre, Philosophiestudium, Zeitungsvolontariat, Promotion. Als Manager und Unternehmer von 1992 bis 2015 in Moskau, Russland. Journalist und Publizist in Berlin.
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Die Leser finden das Buch interessant und gut zum Lesen. Sie beschreiben es als informativ, lehrreich und mit viel Witz beschrieben. Das Buch wird als informativ und höchst nützliche Einführung für die Verstehen der Geschichte gelobt. Viele loben den Humor und die Zuneigung des Autors zu dem Thema.
KI-generiert aus dem Text von Kundenrezensionen.
Kunden sind mit der Lesbarkeit des Buches zufrieden. Sie beschreiben es als interessant, lehrreich und gut zum lesen. Das Buch vermittelt Wissen über die russische Kultur und Geschichte in schöner Schreibweise. Zudem wird das Nachtleben in Moskau gelobt.
"...Freiheit statt Demokratie ist nicht nur ein lesenswertes, gut geschriebenes Buch, sondern es ist ein herausragender Beitrag zum Verständnis und zum..." Mehr
"...schreibt umfassend über viele Aspekte des Lebens dort, über russische Kultur und Geschichte, bis hin zur längeren Schilderungen über die russische..." Mehr
"...Es war ein intensives Leseerlebnis, welches mich voll mit neuem Gedankengut zurücklies...." Mehr
"...versteht es wie kaum ein anderer dieses Wissen spannend und unterhaltsam zu vermitteln...." Mehr
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"Freiheit statt Demokratie: Russlands weg......" Mehr
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"Thomas Fasbender gibt hier einen sehr schönen und interessanten Einblick in das große russische Land, von der Geschichte bis zur Gegenwart, über die..." Mehr
"...Sachlich, unterhaltsam und sehr lehrreich - für alle, die nicht alles glauben, was auch die westlichen Medien verbreiten ein absolut..." Mehr
"Sehr schön geschrieben und informativ..." Mehr
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Spitzenrezensionen
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- Bewertet in Deutschland am 31. Oktober 2015Nach einem Jahr heftigster Verwerfungen im politischen Diskurs der Bundesrepublik in Bezug auf die Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt erscheint nun ein Buch, das sehr deutlich zeigt, auf welchem Niveau sich diejenigen hervorgetan haben, die den Terminus des "Russland-" oder gar "Putin-Verstehers" ins Leben gerufen haben. Sie meinten damit jene zu treffen, die sich die Mühe machten, die Motive herauszufinden, die Russlands Politik bei dem leiteten, was sie vertrat und tat. Der "Versteher"-Vorwurf war nicht als Kompliment gemeint und er schlich sich bis in die Nachrichtensendungen von ZDF und ARD und dokumentierte damit auch deren Abstieg in die einseitige Parteilichkeit. Zwar versuchten manche Politiker und Journalisten, den Hintergrund des Ukraine-Konfliktes so aufzuhellen, dass auch Russland eine gewisse Logik zugesprochen werden hätte müssen. Aber auch sie wurden als "Versteher" attackiert.
Umso begrüßenswerter ist nun das Buch von Thomas Fasbender, das bereits im Titel verrät, das es sich vornehmlich um Russland kümmert, damit aber auch die Rezeption des Westens berührt: Freiheit statt Demokratie. Russlands Weg und die Illusionen des Westens. Fasbender, der seit 1992 in Russland lebt, die Sprache spricht und sich als dort nicht mit einer Regierung und einem Staatsapparat im Rücken, sondern als Bestandteil von Unternehmen bewegt, konnte in dieser Zeit tiefe Einblicke sammeln. Diese betreffen nicht nur die ganz alltäglichen Begegnungen, Gewohnheiten und Marotten, die jedes Volk einzigartig machen, sondern auch die verschiedenen Phasen der politischen Transformation von der sozialistischen Sowjetunion zu dem politischen Gebilde, das sich heute präsentiert.
Da ist die Phase der Zerschlagung der alten Institutionen und das Aufkommen des Raubtierkapitalismus unter Jelzin, die Privatisierung des Nationalvermögens zugunsten der Oligarchen, die Rückkehr der staatlichen Ordnung durch Putin, der dem Ausverkauf ein Ende setzte und die nach dessen Machtkonsolidierung einsetzende neue Architektur der korporierten Einflusses jenseits der Öffentlichkeit. Letzteres hätten auch andere schreiben können, Fasbenders großes Verdienst ist die Darstellung der politischen Entwicklung vor einem historischen Hintergrund, der die letzten zweitausend Jahre erfasst und der Befindlichkeit der Russen, kurz der russischen Seele. Fasbender beschreibt durch viele Anekdoten, wie sie tickt, die russische Mentalität. Sein Blick für das Wesentliche hat sich der Autor erworben durch die Erkenntnis, dass in dieser Welt viele Wahrheiten herrschen und dass ihre Gültigkeit aus einer kollektiven Entwicklung resultiert.
Dabei spielen welthistorische Ereignisse wie die Mongoleninvasion und die Machtkämpfe in Konstantinopel genauso eine Rolle wie ebenso alte Traditionen aus dem täglichen Leben. Die Funktion der Banja, der russischen Badeanstalt als Ort der Kommunikation, die Picknicks und Tischsitten, das Leben auf der Datsche, die Marotten der Moskowiter, der Verlauf bestimmter Karrieren, die die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär zuweilen sehr blass erscheinen lassen, die vielen Formen der Konkordanz zwischen Orthodoxen und Muslimen, zwischen Kosaken und Petersburgern etc., die Nonchalance gegenüber jeder Doktrin und natürlich die Rolle der Literatur, die nach wie vor in der Gesellschaft lebt und über die sich das Volk eher definiert als über staatliche Institutionen - das alles beschreibt Fasbender mit großem Engagement, mit Zuneigung und Humor, mit einem klaren, kritischen Standpunkt, so dass die Exkurse in die Weltgeschichte stets durchsetzt sind mit persönlichen Erfahrungen und sehr alltäglichen Zugängen zur Moderne.
Freiheit statt Demokratie ist nicht nur ein lesenswertes, gut geschriebenes Buch, sondern es ist ein herausragender Beitrag zum Verständnis und zum Verstehen einer Nation, deren Weg sich immer wieder mit der unseren gekreuzt hat.
- Bewertet in Deutschland am 13. März 2015Thomas Fasbender schildert hier seine Erfahrungen der letzten 24 Jahre mit den Menschen in Russland, vor allem in Moskau. Er schreibt umfassend über viele Aspekte des Lebens dort, über russische Kultur und Geschichte, bis hin zur längeren Schilderungen über die russische Kochkunst, das Nachtleben in Moskau und vor allem die politischen Ereignissen der letzten 25 Jahren. Er ist belesen, gebildet und er kann unterhaltsam und flüssig schreiben.
Es ist aber etwas riskant, ein Volk zu beschreiben, besonders in einem so großen und kulturell vielfaltigen Land wie Russland. Wie sind „die Russen“ oder „die Deutschen“? Die Suche nach einem „Nationalcharakter“ ist nicht ungefährlich, aber Fasbender schafft es recht gut, Russland als ein vielfältiges, hauptsächlich Europäisches Kulturland zu präsentieren, mit Vor- und Nachteilen. Man kann verstehen, warum er dort so lange gelebt hat, und sich offensichtlich dort wohl fühlt. Er ist weder gegenüber Russland noch gegenüber Präsident Putin unkritisch. Im Gegenteil. Manches, was er hier über den russischen Staatschef schreibt, hätte er zur Sowjetzeiten nie unbestraft schreiben können.
Wer Fasbender ein „Kremlkriecher“ nennt, hat das Buch nicht gelesen.
- Bewertet in Deutschland am 9. Januar 2016Wie stark die westliche Berichterstattung durch die Interessen unseren Großen Bruders jenseits vom Atlantik bestimmt wird, haben wir in der Ukraine-Krise gesehen. Die einst unabhängigen Medien skandierten mit einer Stimme „Putin der Böse“ und das gehirngewaschene Volk skandierte mit, ohne zu begreifen, worum es eigentlich geht. Versuchte jemand, die Sache objektiv zu betrachten, die Rolle Putins in diesem Konflikt zu erhellen, auf die massiv gefährdeten Interessen Russlands hinzuweisen, geriet er ins Kreuzfeuer der vernichtenden Kritik. So wurde das an sich positiv klingende Wort „Russen-Versteher“ zu einem Schimpfwort, mit dem alle bedacht werden, die es wagen, Partei für Russland zu ergreifen. Das nennt sich heute „Meinungsfreiheit“.
Dieses Schicksal bleibt auch Volker Fasbender, dem Autor des vorliegenden Buches, der seit 1992 in Russland geschäftlich tätig ist und Russland sozusagen aus erster Hand kennt, nicht erspart. „Kremlkriecher“ wurde er von einem der Rezensenten genannt, er würde im „totalitären Konzert“ Putins mitspielen. Seine „Schuld“: er hat es gewagt, den Mythos des „bösen Russlands“ in Frage zu stellen und ein Buch veröffentlicht, das Russland mit Sympathie beschreibt. Ja, Fasbender mag dieses Land, um dessen Seele sich Legenden ranken und er gibt es auch offen zu. „Hier, in Abramzewo lernte ich Russisch. – nicht in Moskau in Büro, wo alle Englisch sprachen. Dort, im Walde, nahe der Quelle mit dem silberhaltigem, heiligen Wasser, das auch im tiefsten Winter nicht gefror, schlug die deutsche Seele Wurzeln in dem riesigen Land, das den Sacharows und den Solschenizyns zu gleichen Teilen gehört. Und den Herrschern, den Iwans und Stalins und Putins, Und dem freien Kosaken, der mit Flüchen um sich wirft und auf alle Mächtigen spuckt und sie verachtet.“
Sacharow und Solschenizyn. Zwei russische Oppositionelle, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der russische Physiker und Nobelpreisträger Sacharow, der für seine politische Tätigkeit nach Nischni Novgorod verbannt wurde, ist von Gorbatschow wieder nach Moskau geholt worden. Er symbolisiert die westlich-orientierte Opposition, die die russische Verfassung reformieren will. Solschenizyn, einer der größten der russischen Dissidenten, ebenfalls ein Nobelpreisträger, der mit seinem „Archipel Gulag“ die stalinistische Schreckensherrschaft dokumentiert hatte, verbindet mehr mit Putin. (Fasbender: „Patriotismus, der Glaube an einen starken russischen Staat und die Ablehnung des westlich-liberalen Gesellschafts- und Geschichtsmodells“). Solschenizyn habe es nie angestrebt, erklärt Fasbender, „Russland eine Zukunft auf dem Boden der europäischen Aufklärung und der westlichen Zivilisation zu sichern“. „Sein Feind war die Lüge, nicht die Diktatur (…) Was der Dichter von seinem Volk und seiner Regierung verlangte, war die Rückkehr zur Wahrheit.“ (Solschenizyn: „Die Linie, die Gut und Böse teilt, verläuft nicht zwischen Staaten, nicht zwischen Klassen, nicht zwischen Parteien – sie verläuft durch jedes einzelne menschliche Herz“).
Sacharwo und Solschenizyn repräsentierten zwei Welten, die in Russland beherbergt sind, zwei Visionen von Russland und seiner Zukunft. Sacharow war westeorientiert, Solschenizyn prangerte den amerikanischen Einfluss auf Russland als verhängnisvoll („Russland im Absturz“) und bedauerte, dass der Westen keinen Unterscheid zwischen der Sovjetunion und Russland macht. (Ein Beispiel dafür liefert das Buch des russischen Oppositionellen M. Chodorkowski - „Mein Leben“ -, dessen Koautorin Natalija Geworkijan folgende Geschichte erzählt: Sie wollte in einem Pariser Geschäft eine Weihnachtskarte für Chodorkowski kaufen, der zu dieser Zeit in einem russischen Straflager saß. Gefragt, warum sie ihm keine Mail schreibt, antwortete sie, dass dort - „in Sybirien, im Gefängnis“ keine Mails ankommen. Betroffenheit bei allen. „Die Leute im Geschäft traten nun näher und sagten, dass alles gut würde, dass die Karte auf jeden Fall ankäme und man ihn gewiss freilassen würde.“ Und jetzt der Satz, wegen dem ich diese Geschichte zitiere: „Erstaunlicherweise fragte niemand, wofür mein Bekannter eigentlich einsitzt. Für diese Leute ist Sibirien, ist der Gulag ein Symbol für Ungerechtigkeit. Punkt“.) So wirksam ist die antirussische Propaganda: Es reicht zu sagen, jemand würde in einem sibirischen Lager sitzen, schon gehen die Menschen davon aus, dass er unschuldig ist und Opfer des Systems.
Aber zurück zu Fasbender. Er glaubt, dass die Stimme Solschenizyns eher im Einklang mit der russischen Seele schwingt, als die Stimme der jungen Oppositionellen wie Chodorkowski, die sich aus der jungen urbanen Intelligenzja rekrutieren und Russland an die westlichen Standards anpassen wollen. Dass Russland den Weg des Westens nicht gehen wird, ist er sicher, doch er hält es für nicht so schlimm. „Russland hat seine uralte Rolle wiedergefunden, die Rolle eines der konservativsten Länder Europas. Der russischen Mentalität ist sie auf den Leib geschneidert“. Doch auch das wird sich ändern, glaubt er. Irgendwann wird die heute junge Generation an den Schalthebeln sitzen und sie wird „den gleichzeitigen Bruch mit der kollektiven Vergangenheit und der neureichen Restauration vollziehen“. Ich bin gespannt.
Doch die Politik ist eigentlich nicht das Hauptthema dieses Buches. Was Fasbender interessiert, sind vor allem die russischen Menschen, ihr Alltag, ihre Lebensphilosophie, ihre Lebensart und ihr Land, von dem viele glauben, man könne es „mit dem Verstand nicht fassen. (F. Tjuschew). Fasbender ist da einer anderen Meinung. „Auch wir können die Russen verstehen und ihr Land, und das mit demselben Verstand, mit dem wir die Mathematik, den Kosmos oder die schönen Künste verstehen. Oder nicht verstehen. Das liegt schon an uns“. Ja, für Fasbender ist Russland ein Kunstwerk. Anders, fremdartig, nicht immer schön, oft hässlich, doch ein Kunstwerk, vollkommen in seiner inneren Logik, die so anders ist als die deutsche. Teile dieses Kunstwerkes sind nicht nur Sacharows und Solschenizyns, sondern auch die „um sich mit Flüchen werfende Kosaken“, das Sinnbild der russischen Freiheit.
Das russische Freiheitsverständnis ist ganz einfach: „Ich tue, was ich will, und ihr könnte mich alle mal“. Fasbender nennt sie „Freiheit in Rohzustand“. Die deutsche Freiheit ist anders. Er schreibt: „Wenn ich meinen russischen Freunden den Unterschied nahe bringen will, erzähle ich ihnen von der deutschen Heimat. Von den Verboten, die nötig sind, um die Schwachen vor den Starken zu schützen. Von der Pflicht, sich selbst und andere zu kontrollieren, damit der Staat klein und schmächtig bleibt. Vom Respekt vor den Institutionen und den höheren Werten. Von der freiwilligen Unterwerfung unter das Gesetz“. Oft stößt er damit auf Unverständnis, für die russischen Menschen habe die Vorstellung, dass „Institutionen mächtiger seinen als Personen“ „etwas Exotisches“. („Wer respektiert schon einen Präsidenten, der ein Verfassungsgericht auf seiner Nase tanzen lässt.“) Wer das nicht versteht, kann weder das Phänomen Stalin nicht verstehen, der in Russland nicht nur als ein blutrünstiger Diktator, sondern auch als ein starker Mann erinnert wird, der den Faschismus besiegt und Russland befreit hat, noch die „biegsame Einstellung zur öffentlichen Ordnung und zu ihren Regeln“, die Russland zum „Land der permanent aufgehoben Regeln“ macht, und von den westlich orientierten Demokraten angeprangert wird. Doch gut und böse sind relative Begriffe.
Napoleon soll gesagt haben „Was den Russen wohl bekommt, ist des Deutschen Tod“. Das gilt auch umgekehrt: „Was dem Deutschen wohl bekommt, ist des Russen Tod“. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass es dem so ist: in einem an die westlichen politischen und kulturellen Standards angepassten Russland würde die schicksalsgeprüfte russische Seele, wie sie von Solschenizyn, aber auch von Dostojewski oder Danil Andrejew verkörpert war, irgendwann ersticken. Das russische Freiheitsverständnis ist nämlich weit davon entfernt, was man in Westeuropa als „Freiheit“ versteht, die - so Gauck – in Sicherheit ihren Gegensatz hat. („Freiheit und Sicherheit müssen stets aufs Neue ausbalanciert werden.“ ) Auf eine solche Sicherheit, die ihre Freiheit einschränkt, können die meisten Russen verzichten. Wer dieses Buch gelesen hat, wird verstehen, warum.
Fazit: Das Russland, das Fasbender beschreibt, ist sein Russland, das Russland, das sich ihm persönlich offenbart hat. Doch die russische Seele lässt sich nicht so einfach erfassen. Sie ist wie eine Matrjoschka, du denkst, du kennst sie, und es zeigt sich, dass sie noch viele verborgene Schichten hat. Das Kunstwerk Russland hat noch viele andere Facetten, auf die dieses Buch mit keinem Wort eingeht. Fasbender, der Russland mit dem Verstand erfassen will, entzieht sich z.B. alles Irrationale, das in Russland blüht, wie kaum in einem anderen europäischen Land. Diesem Filter fällt nicht nur die russische Spiritualität zum Opfer, die Abergläubigkeit, die an die Magie grenzende „neue russische Medizin“ und die visionäre russische Wissenschaft, die bereits in den 20er Jahren vom Staat „das Recht auf Unsterblichkeit“ forderte, sondern auch die Überzeugung, das Russland ein Land ist, aus dem der Retter der Menschheit hervorgehen wird… Aber was soll`s. Den Wert dieses Buches schmälert es nicht, denn das, was Fasbender schreibt, müsste eigentlich reichen, um bei jedem offenen Leser Interesse für diese „fremde nahe Welt“ zu wecken, in der die Hölle heißer ist als woanders, und der Himmel näher. Ilona Banet


