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Multikulturalismus und die Politik der Schuld: Unterwegs zum manipulativen Staat? Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 2004
- Seitenzahl der Print-Ausgabe222 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberARES Verlag
- Erscheinungstermin1. Oktober 2004
- Abmessungen13.7 x 1.7 x 21.5 cm
- ISBN-103902475005
- ISBN-13978-3902475008
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Produktinformation
- Herausgeber : ARES Verlag; 1., Edition (1. Oktober 2004)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 222 Seiten
- ISBN-10 : 3902475005
- ISBN-13 : 978-3902475008
- Abmessungen : 13.7 x 1.7 x 21.5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 416.023 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 248 in Multikultur
- Nr. 6.096 in Politikwissenschaft (Bücher)
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Ausgangspunkt ist die normative Weltdeutung der europäisch-abendländischen Gegenwart: (1) Zuschreibung aller gesellschaftlichen Übel - Sexismus, Homophobie, Sklaverei, Antisemitismus - an "weiße christliche Männer"; (2) Delegitimierung traditioneller sozialer und familiärer Konventionen; (3) Oktroyierung "universalistischer Ideale" wie "offene Gemeinschaften", "homosexuelle Familien", "pluralistische Strukturen" und vor allem "Multikulturalität" durch grenzenlose Zuwanderung aus Drittweltstaaten; (4) Kriminalisierung und Pathologisierung aller für "inakzeptabel" gehaltenen Positionen ("Political Correctness"). Als Ergebnis entstand der "therapeutische Verwaltungsstaat".
Gottfried kontrastiert zwei Demokratiemodelle: (1) selbstbewußte Völker regieren sich selbst; (2) Implementierung einer "Zivilgesellschaft", die durch Sozialingenieure mit "progressiven" Gesellschaftsideen gelenkt wird. Beide Sichtweisen existieren nebeneinander, sind aber miteinander unvereinbar! Er deckt die Widersprüche der Sozialpädagogen auf und entlarvt anschaulich deren Doppelmoral. Auf "Wahrheit" kommt es den Organen dieses Regimes (Politikern, Medien, Gerichten) nicht an: ideologisch "unerwünschte" Tatsachen sind unmaßgeblich!
Nach dem Untergang der Sowjetunion galt das Sozialismusexperiment zunächst als gescheitert, doch haben sich die sozialistischen Programme in den westlichen Industriestaaten in Richtung auf einen "universalen Wohlfahrtsstaat" entwickelt. Seine Kennzeichen: Schleifung von Autoritäten und Traditionen, radikaler Individualismus, selektive Anerkennung kollektiver Identitäten definierter "Opfergruppen". Während die alte Linke für drastische Umverteilung der Einkommen, Nationalisierung der Schwerindustrie und umfassende Sozialprogramme für die Arbeiterklasse stand, fordert die postkommunistische Linke offene Grenzen, Freihandel, sexuelle Selbstverwirklichung und die sukzessive Auflösung der westlichen Kultur im Zuge eines nicht enden wollenden Stromes von zuwandernden ethnischen Minderheiten. Zwischen dem Verwaltungsstaat und den Kräften der Kapitalakkumulation besteht kein Widerspruch, sondern ein Bündnis!
Aber warum akzeptieren die europäischen Mehrheitsbevölkerungen ihre kollektive Abwertung? Gottfried verortet die Ursache für deren negatives Selbstbild im liberalen Protestantismus Amerikas. Dieser sei grundlegend antihierarchisch angelegt und von der Überzeugung durchdrungen, daß die "Sünde" eine existentielle Komponente darstelle, die alles andere überschatte. Ausgehend von den sozialpsychologischen Folgen der calvinistischen Prädestinationslehre entstand in den USA eine "Viktimologie" in Verbindung mit einer "Feminisierung des Christentums": "Grundlegend für das religiöse Leben Amerikas ist die Verschmelzung eines opferzentrierten Feminismus mit den protestantischen Vorstellungen von Sünde und Erlösung." (S. 85) Gefördert wird die Theologie der Schuld durch kulturelle und historische Unbildung.
"Therapeutische Regierungsformen werden so verkleidet, daß ihr Gewaltpotential verschleiert bleibt." (S. 117) Deshalb reagieren die Mehrheitsbevölkerungen mit Gleichgültigkeit oder öffentlicher Unterstützung. Weltanschaulich gleichgeschaltete Massenmedien steuern kraft ihrer Deutungsmacht die Wahrnehmung. Gottfried zeigt, wie die von den Puritanern übernommenen Prinzipien der "frommen Gesellschaft, die sich von den Sündern deutlich abhebt" und der militanten christlichen Heidenbekehrung in säkularisierter Form die amerikanische Außenpolitik bestimmen und zu einer "Politik der Weltverbesserung", ja einer "theokratischen Politik" (Kissinger) führten. Die Übertragung der "fürsorglichen Verhaltenslenkung" auf Nichtwestler trifft bei diesen allerdings nicht immer auf die erhoffte Gegenliebe. In Europa gibt es wohl Gegner der Masseneinwanderung, aber sie konnten noch nirgends mehrheitsfähig werden. Dafür sorgen "sanfter Gegendruck" seitens der EU und anderer übernationaler Organisationen, ferner die politische, militärische und kulturelle Hegemonie der USA, die auch das moralische und begriffliche Monopol besitzen und nicht zuletzt ein immer noch beachtliches Wohlstandsniveau.
Neben den vom manipulativen Staat privilegierten Minderheiten selbst profitieren von der Zuwanderung vor allem Großfirmen und Wirtschaftsunternehmen, die mit niedrigen Löhnen und leicht zu disziplinierenden Arbeitern operieren können und linke Parteien, die sich aus der Dritten Welt ihre "zukünftigen Wähler" importieren. Aber es ist durchaus zweifelhaft, ob Multikulturalismus beispielsweise die Rechte der Frauen und ihre "Selbstverwirklichungsperspektiven" fördern wird. Viel wahrscheinlicher wird geschlechtsbetonte Unterdrückung zunehmen, wenn hispano-amerikanische Rassisten und mexikanische Irredentisten (USA) oder islamische Geistliche (Europa) die Macht übernehmen. Dann löst sich das therapeutische Verwaltungsregime auf - aber leider nicht nur das!
Weiterführend und ergänzend: KLEINE-HARTLAGE, Manfred: "'Neue Weltordnung‘ - Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie?" (2012); derselbe: " Die liberale Gesellschaft und ihr Ende: Über den Selbstmord eines Systems " (2013); BRAUN, Johann: " Wahn und Wirklichkeit . Über die innere Verfassung der Bundesrepublik Deutschland" (2008); NAWRATIL, Heinz: " Der Kult mit der Schuld: Geschichte im Unterbewusstsein " (2004²)
Paul Edward Gottfried zeichnet am Anfang seines Buches "Multikulturalismus und die Politik der Schuld" (engl. Original Multiculturalism and the Politics of Guilt. Toward a Secular Theocracy) mit spitzer Feder die Entwicklung der westlich-nachchristlichen Staaten Europas und der USA nach. Ich habe die Argumente aus dem Vorwort und der Einleitung zusammengefasst. Fett hervorgehoben sind Schlüsselbegriffe der Sozialingenieure des therapeutischen Staates.
Mittels einer „empirisch ausgerichteten Sozialforschung, die keinerlei Sensorium für die religiöse Dimension des Lebens hat“, versuche die administrative Klasse einen neuen Gesellschaftstyp durchzusetzen. Bis in die 1960er-Jahre sei die kollektive Planung der staatlichen Bürokraten vorausgegangen. Die Zustimmung zu diesem Vorhaben konnten dank zunehmenden staatlichen Vorsorgeleistungen erwirkt werden. Die nächste Stufe bestand darin, auf die „sozialen Sicherungssysteme und auf die Bildungsinstitutionen“ zuzugreifen, um „das Verhalten seiner Bürger gemäss eigener Vorstellungen zu beeinflussen“. Dieses Vorgehen habe die „Qualität staatlicher Verhaltenslenkung“.
Gottfried spricht von einem „Kult der Schuld“. Alle möglichen Verbrechen der Vergangenheit werden auf weisse Männer zurückgeführt (in den USA auf dem Hintergrund des Rassenkonflikts). Im propagierten Multikulturalismus würden bestimmte Scham- und Schuldgefühle der Bevölkerungsmehrheit für „Benachteiligte“ mobilisiert. Die politische Korrektheit werde mit bestimmten Verwaltungsmassnahmen durchgesetzt, die geistige Konformität herbeiführen soll. Es geht ihnen letztlich darum, eine bestimmte Vorstellung von moralisch Gutem durchzusetzen. Abweichendes Denken muss geahndet werden, um diese Art von Verhalten herbeizuführen.
In den westlichen, nachchristlichen Staaten herrsche eine von einer säkularisierten, von den wichtigsten Leitmedien gestützten Minderheit Richtung der korrekten Denk- und Lebenshaltung vor. Für die „Vorurteile“ der von dieser Norm abweichenden Bürger werden „sozialtherapeutische Heilungsprozesse“ eingeleitet. Rassistische, sexistische und homophobe Positionen gelte es zu eliminieren. Das Vermächtnis des Verwaltungsstaates müsse hierfür als heiliges Vermächtnis gehütet werden; es sei das Bollwerk gegen „Diskriminierung“. Umgekehrt sind offene Grenzen und Nationen mit universalen Werten erstrebenswert.
Im Interesse von „Fairness“, „Fürsorge“ und „Offenheit“ – allesamt ideologische aufgeladene Begriffen – werden hergebrachte soziale und familiäre Konventionen de-legitimiert und im Gegenzug „unkonventionelle und experimentelle Lebensweisen“ favorisiert. Regierungsstellen, Gerichte und das öffentliche Bildungswesen sind die wichtigsten Transporteure dieses therapeutischen Staates. Die neue Moral wird durch diese Institutionen in Gesetze und Verordnungen umgegossen. Beispiel: In Bayern wurden schon vor 20 Jahren die Kruzifixe aus den Schulzimmern entfernt, weil der „ständige Anblick eines gefolterten Mannes in Klassenzimmern von fragwürdigem Wert“ sei.
Wie reagierten die Kirchen auf die neuen Dogmen der politischen Korrektheit? „In Familienfragen haben sich die Kirchen auf genau entgegengesetzte Positionen zubewegt. Diese Umwandlungen moralischen und sozialen Einstellungen haben freilich weniger mit wissenschaftlichen Beweisführungen zu tun als vielmehr mit einer bestimmten Kultur, die durch den Verwaltungsstaat und seine Künder und Deuter in den Medien bzw. den Universitäten bestimmt wird.“ Sie vollzogen diesen Wandel nach und legitimierten ihn.
Die „therapeutische Tyrannei“ zeigt sich in einer immer grösseren Liste von Menschenrechten. Westliche Regierungen fokussieren ihre (finanziellen) Engagements auf diese therapeutischen Projekte. Ein „soziales Schuldgefühl“ soll erzeugt und die Suche nach „verborgenen Vorurteilen“ verstärkt werden. Das sei die (implizite) Mission vieler westlicher Politiker und Intellektueller. Diese therapeutische Politik wird jedoch nicht in allen Gesellschaften gleichermassen akzeptiert und ruft – zum Beispiel in Referenden – Widerstand und Ablehnung hervor.
Die politische Rechte reagiert mit Forderungen nach Abbau des Wohlfahrtsstaates und Ausweisung illegaler Ausländer. Die linksliberale Elite kaschiert ihr Streben nach Machterhalt und Ausbau der therapeutischen Tyrannei mit der „Sorge“ um das Wohlergehen von Kindern und anderen Diskriminierungsopfern. Experten für die geistige Gesundheit unterstützen die Unterbindung des unerwünschten Dissenses. Sie identifizieren Opfer, Benachteiligte wie auch Tätergruppen. Randgruppen müssen dringend re-sozialisiert werden.
Pikantes Detail: „Diese Politik gedeiht am besten, wo es einen deformierten Protestantismus gibt.“ Dieser habe den Boden dem individualistisch orientierten therapeutischen Apparat den Boden bereitet. „Der erniedrigte, sich selbst degradierende Sünder erlangt dadurch einen letzten Sinn, in dem er sich zum Kreuzritter einer endlosen globalen Mission aufschwingt.“