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Zug um Zug Paperback – 5 Oct. 2012
- Print length320 pages
- LanguageGerman
- PublisherUllstein Taschenbuch
- Publication date5 Oct. 2012
- Dimensions13.6 x 20.5 x 2.5 cm
- ISBN-103548374344
- ISBN-13978-3548374345
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Product description
About the Author
Peer Steinbrück, geboren 1947 in Hamburg, ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Der Diplomvolkswirt hatte viele Ämter inne, bevor er von 2005 bis 2009 als Bundesminister der Finanzen und als stellvertretender Vorsitzender der SPD tätig war. 2010 erschien sein Bestseller Unterm Strich.
Product details
- Publisher : Ullstein Taschenbuch (5 Oct. 2012)
- Language : German
- Paperback : 320 pages
- ISBN-10 : 3548374344
- ISBN-13 : 978-3548374345
- Dimensions : 13.6 x 20.5 x 2.5 cm
- Best Sellers Rank: 147,425 in Books (See Top 100 in Books)
- 38 in Literary Speeches
- 90 in Social Policy (Books)
- 1,778 in Memoirs (Books)
- Customer reviews:
About the author

Peer Steinbrück, geboren 1947 in Hamburg, ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Der Diplomvolkswirt hatte viele Ämter inne, bevor er von 2005 bis 2009 als Bundesminister der Finanzen und als stellvertretender Vorsitzender der SPD tätig war. Unter anderem leitete er das Büro des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, war erst Staatssekretär, dann Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins. In Nordrhein-Westfalen war er 1998 bis 2000 Wirtschaftsminister, 2000 bis 2002 Finanzminister, 2000 bis 2005 Mitglied des Landtags und von 2002 bis 2005 Ministerpräsident.
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Das Buch "Zug um Zug" bekommt man - falls das noch nötig ist - einen guten Eindruck, wieso das so ist.
Das Buch an sich ist ein Gesprächsprotokoll zwischen erwähnten Helmut Schmidt und Peer Steinbrück, einen ebenfalls für seinen Scharfsinn und seine "klare Kannte" bekannten Sozialdemokraten. Die Beiden geben sich ein Stichwort - etwa Außenpolitik - und plaudern dann (anscheinend) ohne Drehbuch oder vorgefertigte Abschnitte drauf los. Der Titel "Zug um Zug" spielt dabei auf die Schachpartien an, zu denen sich die beiden regelmäßig zusammenfinden, aber charakterisiert auch die Struktur des Buches: Aus einem von einer Seite formulierten Gedanken entwickelt sich "Zug um Zug" ein lebendiger Diskurs, der ungezwungen über verschiedene Themenbereiche schweifen kann.
Das Duo ist für dieses Format genau die richtige Besetzung. Steinbrück als der etwas jüngere, (obgleich auch er die 60 schon hinter sich gelassen hat) noch im Tagesgeschäft verwurzelte Part stellt hier die Verbindung zur aktuellen, konkreten Politik her, während Schmidt einen Blick aus einer etwas übergeordneten Perspektive bereitstellt. Beide Teilnehmer entfalten dabei den Scharfsinn, für den sie bekannt sind und führen eine Diskussion auf Augenhöhe - was man bei Beteiligung von Helmut Schmidt nicht unbedingt erwarten würde.
Natürlich kann die Natur des Buches nur oberflächliche Analysen und Einblicke in die Vorgänge geben. Schmidt und Steinbrück unterhalten sich eben nur ein wenig, und führen nicht vor Augen des Lesers eine seitenlange Gesellschaftsanalyse durch. Aber gerade hier liegt auch eine große Stärke des Buches: Mit wenigen Ausnahmen (wenn es etwa in Richtung eines Fachgebietes der beiden Protagonisten geht, beispielsweise "Finanzen") kann selbst der politisch ungebildete Leser gut folgen und die geäußerten Gedanken für sich mitnehmen. Es handelt sich eben nicht um den phrasierten und gefürchteten "Politik-Sprech", der sehr abschreckend auf den Otto-Normal-Bürger wirken kann. So fällt es den beiden auch nicht schwer, neben großen Themen wie Finanzkrise, arabischen Frühling etc. auch amüsante Anekdoten aus der Vergangenheit einzustreuen und über alte Weggefährten zu plaudern. So kann der Leser hier erfahren, wie Schmidt zu seiner Jugendzeit noch selbst Plakate malte, oder wie Steinbrück in seiner Zeit als Referent auf sein erstes Treffen mit dem Bundeskanzler (eben dieser Helmut Schmidt!) vorbereitet wurde. Diese Passagen mögen auf den ersten Blick ein bißchen trivial wirken, sind aber umgemein wertvoll um wirklich den Menschen und die Geschichte hinter diesen Namen zu sehen und ein Stück weit zu begreifen. In diesem Moment handelt es sich dann eben nicht mehr um die entrückten Politiker "da oben", sondern um Personen aus der Mitte der Gesellschaft.
Natürlich bekommt auch der politische Gegner ein wenig sein Fett weg, beide sind schließlich überzeugte Sozialdemokraten. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass die Beiden hier unfair werden oder unangebracht nachtreten. Im Gegenteil: In einer erfrischenden Überparteilichkeit hat beispielsweise Schmidt aufrichtige Lobesworte an persönlichkeiten wie Adenauer übrig.
Der einzige Wermutstropfen des Buches ist aus meiner Sicht seine mäßige Länge. Selbst mit vielen Absätzen zwischen den Dialogen und mittelgroßer Schrift kommt das Werk nur auf eine Länge von etwa 300 Seiten. Wer sich ein bißchen mit Politik beschäftigt und auch das Auftreten dieser beiden Personen ab und an verfolgt, erfährt zudem wenig neues. Das Buch ist sicherlich keine intellektuelles Standardwerk für Politikwissenschaftler, sondern eine Art Einsteigerwerk für den einfachen Bürger.
Fazit:
"Zug um Zug" ist ein ebenso unterhaltsames wie interessantes Werk. Helmut Schmidt hat in seinem hohen Alter nichts von seinem wachen Geist eingebüßt und auch Peer Steinbrück macht seine Präsenz und Expertise geltend. Es handelt sich um ein kurzes Stück um vor allem das Wesen der Politik näher kennen zu lernen, aber auch versierte Leser können an der ein oder anderen Stelle noch einen wichtigen Gedanken aufschnappen. Garniert wird das ganze mit Anekdoten und Geschichten, die einen auch mal Schmunzeln lassen.
Obgleich das Buch ruhig etwas länger sein dürfte, vergebe ich 5 von 5 möglichen Sternen, weil es sich hier in meinen Augen wirklich um eine einmalige Kosntellation handelt, die einfach "funktioniert". Wer das Buch kauft, erhält eine flüssige und leicht zugängliche Lektüre, wer allerdings ein politisches Standardwerk erwartet, wird wohl enttäuscht werden.
Weniger staatsmännisch geht es in den folgenden beiden Kapiteln zu. Steinbrück und Schmidt tauschen Erinnerungen aus der Zeit aus, als Schmidt noch Bundeskanzler war und den Jahren danach. Zahlreiche Namen werden genannt, dabei ist die Parteizugehörigkeit zweitrangig; abfällige Bemerkungen über Personen unterbleiben. Der Fall der Mauer ist Thema und auch das Verhältnis zu den ehemaligen Ostparteien. "Ich habe zum Beispiel mit großer innerer Missbilligung gesehen ... ,dass sich alle auf die ehemaligen SED-Leute gestürzt haben; die Blockflöten blieben völlig unbehelligt und waren in manchen Fällen die schlimmeren Opportunisten", so Schmidt.
Die Autoren greifen Versäumnisse der SPD auf. So wurden lt. Steinbrück z.B. die Integrationsprobleme viel zu lange tabuisiert. "... es hätte die SPD sein müssen, die diese von vielen Bürgern hautnah empfundenen Probleme rechtzeitig, lange vor dieser Buchveröffentlichung [gemeint ist "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin], hätte aufgreifen und einer öffentlichen Debatte zuführen müssen." Reformvorhaben und die Reformfähigkeit der SPD werden diskutiert, das Verhältnis zu Gewerkschaften und Betriebsräten beleuchtet.
Schmidt spricht am Ende dieser beiden Kapitel die Kandidatenfrage an, zu der sich Steinbrück verständlicherweise nicht äußert. Man kann sich fragen, ob es klug ist, dieses Thema aufzugreifen; zumindest ist es ehrlich. Wäre es nicht seltsam, wenn in einem gemeinsamen Buch dieser beiden Herren diese (naheliegende) Frage nicht angesprochen werden würde?
Es geht aber auch um ganz andere Themen. Schmidt und Steinbrück plaudern über Fußball, Kunst, Literatur und Philosophie. Steinbrück wünscht sich, dass sich Intellektuelle häufiger in öffentliche Debatten einmischen. Umgekehrt sollten Politiker sich mit der Kunst- und Kulturszene beschäftigen. Im weiteren Gespräch geht es um Macht. Man kann kaum glauben, dass Schmidt das Misstrauensvotum von Oktober 1982 als Befreiung und nicht als Niederlage empfunden hat.
Schmidt und Steinbrück diskutieren die Finanzkrise. Die Unterschiede im Hypothekenrecht zwischen USA und Deutschland sind nicht allgemein bekannt. Bereits 1998 wurde in USA diskutiert, ob man den LTCM, einen Hedgefond, pleitegehen lassen sollte. Aber Greenspan und McDonough entschieden: "Too big to fail". In einer ähnlichen Situation befand sich Steinbrück 2007, als es darum ging, ob man eine Düsseldorfer Bank pleitegehen lassen könne. Begriffe wie "öffentliche Moral" und "Gemeinwohlorientierung" werden diskutiert.
Ein Buch in Dialogform hat den Vorteil, dass Gesprächsentwicklungen und die Art des Umgangs deutlich werden. Gemeinsamkeiten und Gegensätze kommen besser zur Geltung. Zudem wirken die Inhalte weniger abstrakt. Die Leser erfahren einiges zum politischen Umfeld und die Gesprächspartner werden transparenter. Die Weltprobleme werden nicht durch ein Buch gelöst (Schmidt: "Das De-facto-Handeln ist entscheidend."). Wenn aber das Ziel darin bestand, Politik transparenter zu machen und die Kluft zu den Politikern zu reduzieren, ist das gelungen.