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TOP 500 REZENSENTam 22. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Geschenkt: Roman (Gebundene Ausgabe)

" Geschenkt " ist nicht mein erstes Buch von Daniel Glattauer und trotzdem überrascht er mich immer wieder mit seinen Themen. Nicht festgelegt auf ein bestimmtes Genre zeigt er seine Vielseitigkeit, was meiner Meinung nach einen guten Autor ausmacht. Wenn dann auch noch die Sprache stimmt und mich das Buch gut unterhält, weiß ich , dass ich auf etwas Besonderes gestoßen bin, was hier definitiv der Fall ist.

Daniel Glattauer lässt seinen Roman in der österreichischen Hauptstadt Wien spielen und überrascht mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur. Gerold Plassek, seines Zeichens Journalist bei einer Gratiszeitung, geschieden und Vater einer Tochter, zeigt wenig Interesse an seinem Beruf, der sich darauf beschränkt, kleine Artikel aus dem sozialen Bereich zu schreiben. Da dies keine tagefüllende Beschäftigung ist, verbringt er träge und unmotiviert seinen Arbeitstag, trinkt sich am Abend in seiner Stammkneipe das Leben erträglich und lebt in den Tag hinein, ohne ein bestimmtes Ziel. Doch dies soll sich ändern, indem 3 Dinge zur ungefähr gleichen Zeit geschehen. Er erfährt von einer früheren Liebschaft, dass er Vater eines mittlerweile 14 jährigen Sohnes ist und ihn, da seine Mutter als Ärztin nach Afrika geht, für eine bestimmte Zeit betreuen soll. Durch Manuel lernt er die attraktive Zahnärztin Rebecca kennen, die seine Hormone in Wallung bringen und last, but not least, hat ein Artikel, den er über ein Obdachlosenheim schreibt, eine verblüffende Wirkung. Die Einrichtung erhält von einem anonymen Spender 10000 Euro. Noch verblüffender ist, dass sich die Spenden wiederholen, bei weiteren Artikeln. Wer ist der Spender und warum sind es Gerolds Artikel, die den Spender dazu bringen, immer wieder anonym Geld zu übergeben?

Dieses Buch liest sich locker flockig, ohne oberflächlich zu sein. Im Gegenteil, die Aussage dieses Buches ist ernst, wichtig und trotzdem nicht mit dem moralischen Zeigefinger transportiert und daher wahrscheinlich um so eindringlicher.
Es hat schon Spaß gemacht mitzuerleben , wie sich das Leben von Geri verändert, nachdem er ein Ziel vor Augen hat und dies auch versucht konsequent zu verfolgen. Motivation ist eben alles und lässt Berge versetzen. Gerade dass hier kein Held das Geschehen bestimmt, macht diese Geschichte so einzigartig und spannend.
Was mich aber besonders für dieses Buch eingenommen hat ,war der unnachahmliche Schreibstil des Autors. Witzig und charmant und deswegen umso unterhaltsamer, präsentiert er seinem Leser seine Geschichte, die es mir schwer machte das Buch zur Seite zu legen. Für mich ist dieses Buch schon ein Lesehighlight und ich bewundere die verschiedenen Facetten seiner Schreibkunst und werde diesem Autor sicherlich als treuer Autor erhalten bleiben.
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Zwei Jahre lang ging in Braunschweig ab November 2011 ein Wohltäter um, der Geld an Bedürftige verteilte. Alles begann mit einem Artikel in der "Braunschweiger Zeitung" über einen Handtaschenraub in der Stadt. Wenig später lag ein Briefumschlag ohne Absender bei der Stiftung Opferhilfe. In seinem Inneren befanden sich zwanzig Fünfhundert-Euro-Scheine. Weitere Geldspenden für eine Suppenküche, die Braunschweiger Tafel oder eine Kita mit immer exakt 10.000 Euro folgten. Und oft lag dem Geld ein Artikel aus eben jener Zeitung bei, in dem ein bestimmtes Wort unterstrichen oder angekreuzt war. Der stille Engel outete sich nie. Offensichtlich las er von diversen Nöten in der Zeitung und schlich dann mit seinem Kuvert voller Scheine durch die Nacht, um seinen Geldsegen zu verteilen.

Genau diesen "Fall" hat Daniel Glattauer in seinem neuen Roman aufgegriffen und daraus eine sprühend-witzige, aber auch nachdenkliche Geschichte gestrickt. Allerdings siedelt er sie in Wien an und webt zudem noch mehrere reale Ereignisse aus seiner Heimatstadt ein. Seinen Glücksinitiator und Ich-Erzähler nennt er Gerold Plassek. Der 43-Jährige mit Hang für absteigende Äste hat es sich als Journalist bei einem "weitgehend kulturlosen Blatt für ein weitgehend kulturloses Publikum" mehr oder weniger bequem gemacht ("Im Nichtstun war ich der ungekrönte Kaiser"). Nur der meist zu tiefe Blick in alkoholgeschwängerte Gläser gemeinsam mit seinen Kumpels in Zoltan's Bar reißt ihn von Zeit zu Zeit aus seiner Lethargie ("Ich war nie hungrig gewesen, immer nur durstig."). Doch plötzlich steht er ungewollt im Zentrum einer "höheren Bestimmung": "Mein Schicksal war regelmäßig eine Spur zu hoch für mich. Okay, wenn es wenigstens jemals oben geblieben wäre. Aber nein, irgendwann kam jedes meiner höheren Schicksale zu mir herunter und sagte 'Guten Tag'. In diesem Fall in Form meines vierzehnjährigen Sohnes."

Ab sofort sitzt Manuel, ein Vollpubertärer "mit Graswuchs über der Oberlippe und einer Stimmlage zwischen unsachgemäß bedienter Violine und vergammeltem Bass", von dessen Existenz Gerold bis vor wenigen Wochen nichts ahnte, am Nachmittag in seinem Büro und stört mit seiner ablehnenden, altklugen Art und Weise sein Nichtstun erheblich. Zu verdanken hat er dies Alice - Manuels Mutter und einem kurzem "Boxenstopp" seinerseits vor fünfzehn Jahren. Nun "betreut" er also während ihrer Abwesenheit den Jungen täglich für einige Stunden, ohne dass jener auch nur ansatzweise die genetische Identität seines Erzeugers erahnt. Manuels anfängliche Antipathie wandelt sich allerdings zunehmend in Bewunderung und immer intensivere Sympathie. Der Grund: Ein anonymer Spender hat Gerold Plassek offensichtlich zu seinem Glücksboten erkoren. Denn genau seine kurzen Notizen in den "bunten Meldungen zum Tag" geben den Anlass, diverse Geldspenden in immer der gleichen Höhe an unterschiedlichste soziale Einrichtungen fließen zu lassen.

Mehr und mehr lässt "Geri" fortan sein alkoholumnebeltes Gehirn zu Höchsttouren auflaufen, um gemeinsam mit seinem Sohn auf soziale Brennpunkte medial aufmerksam zu machen. Als er sich vehement für dessen Basketballkumpel Machmut und sein Familie - eine von Abschiebung bedrohte tschetschenische Familie - einsetzt und sich zudem erfolgreich gegen den zunehmenden, rasch zum Gegenteil pervertierenden Medienrummel stemmt, steigt er endgültig auf der Beliebtheitsskala des Buben. "Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich in der Lage war, ihm ein echtes Vorbild zu sein, nämlich darin, wie man die Dinge subjektiv sehen konnte, wenn sie sich objektiv ganz anders darstellten. Damit konnte man gar nicht früh genug beginnen, denn das war auf Dauer wichtig, um zu überleben."

Ob in seinen über viele Jahre unter dem Kürzel "dag" auf der Titelseite des "Standard“ erschienen Kolumnen oder in seinen Romanen: Bei Daniel Glattauer darf und soll auch dort gelacht werden, wo es vordergründig gar nicht so komisch zugeht. Charmant und ernsthaft, mit großartigem Zeilenwitz und vielen kleinen, mehr zwischen den Zeilen versteckten, als plump offensiven Pointen, fährt der Autor zu absoluter Hochform auf. Mit seiner ausgeprägten und präzisen Beobachtungsgabe sowie einer fast schon körperlich spür- und fühlbaren Liebe zu Sprachmelodie und geschliffenen Formulierungen entpuppt sich "Geschenkt" als Buch über einen abgestumpften Boulevardjournalisten, einen unauffälligen, sich nie vordrängenden Mann und spät berufenen Vater, der über seine offensichtliche Unscheinbarkeit hinauswächst und mit wenig Tamtam trotzdem großes Aufsehen erreicht. Ein packender, federleichter und doch inhaltsschwerer Text, bei dem charmant-humorvoll und gespickt mit jeder Menge Selbstironie die Wertigkeit der realen Welt hinterfragt wird. Und natürlich kommt auch hier die Liebe nicht zu kurz. E-Mails spielen allerdings nur eine marginale Rolle. Glattauers Protagonisten, die zuweilen mit einer kakiorangenen Ohrfärbung aufwarten, die kein "bekannter Maler jemals so hinbekommen hätte, weder Vermeer noch Gauguin - und schon gar nicht Van Gogh", fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes eher intensiv auf den Zahn.

Fazit: "Jeder Satz war vollgepfropft mit Leidenschaft, und das war eine Kunst, die weder eine Journalistenschule noch eine Literaturschmiede lehren konnte - aus Buchstaben gebaute Gefühle in eine Badewanne zu gießen und sein Leserpublikum dort mitten hineinzusetzen." Dieser zitierte Satz aus Daniel Glattauers neuem Roman trifft den Duktus von "Geschenkt" absolut treffend. Pathetisch überzogen könnte man ihn auch als "Kombipack aus Liebe und Schmerz" bezeichnen. Ein Buch über das Große im Kleinen, das Bedeutende im Unscheinbaren, über Geben und Nehmen, über Verantwortung und Lebensleichtigkeit. Ein Text, der literarisch und stilistisch überaus gelungen und überzeugend eine Antwort auf die Fragen: Wer bin ich und was will ich? sucht.
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am 25. August 2014
Mit "Geschenkt" ist Daniel Glattauer definitiv ein weiteres Highlight in meinem Buchregal gelungen. Ich bin wirklich angetan davon wie er mich immer wieder um de Finger wickeln kann, zumal seine Bücher sich nicht ähneln, sondern immer wieder für Überraschung sorgen können. So war ich auch völlig unvorbereitet auf die Story, die sich hinter der Story verbirgt. Ein Geldgeber, der anonym 10.000 Euro an gemeinnützige Werke oder Menschen in Not gibt, sucht sich dafür einen Mann aus, der mir am Anfang so unsympathisch war durch seinen verlotterten Lebensstil und rückt ihm dadurch den Kopf gerade, auch wenn dieses unbewusst passiert. Gerold Plassek ist Journalist dem das Feuer fehlt, denn wie wir im Nachhinein sehen wir, das ganz viele Talente in ihm schlummern, die herausgekitzelt werden müssen. Dieses geschieht langsam, aber deutlich. Durch die Zeitungsausschnitte die den Geldgeschenken beigelegt sind wird der Fokus auf Gerold / Geri gerichtet und was am Anfang wie Zufall aussieht bekommt seine große Bedeutung dadurch, das sich Gerold nun quasi aussuchen kann wem die Spenden zugute kommen sollten. Gerold ist aber ein feiner Mensch, der sich nur selbst vergessen hat durch Faulheit, Langeweile und Alkohol. Manuel, sein Sohn, von dem er 14 Jahre lang nichts wusste ist ein echter Gewinn für die Persönlichkeit von Gerold, denn mal ehrlich, wer möchte schon vor seinen Kindern als Versager dastehen? Wäre da nicht der Basketballfreund von Manuel, dem die Abschiebung droht, wäre die Geschichte vielleicht anders verlaufen, aber so kniet sich Gerold mächtig rein und verfasst gemeinsam mit seinem Sohn (der natürlich nicht weiß, das Geri sein Vater ist) einen Zeitungsartikel und so kommt alles ins Rollen, denn die Gratiszeitung weigert sich den Artikel zu veröffentlichen. Geri kündigt daraufhin und bekommt nun die Gelegenheit sich bei einer größeren Tageszeitung zu beweisen. Je mehr er für die "Neustadt" schreibt umso sicherer wird er und das liegt sicherlich auch an Manuel, der Geri zu Recherchezwecken begleitet. Die Artikel verfassen sie gemeinsam und auch die Spenden kommen regelmäßig ein und helfen so Menschen in Not.

Mir hat besonders gefallen, das der Fokus natürlich auf den anonymen Geldgeber gerichtet sind, aber auch auf die Vater - Sohn - Beziehung, die zuvor nicht stattgefunden hat und sich nun nach und nach entwickeln kann. Gerold verändert sich zum Positiven und bleibt nicht der Versager, den ich am Anfang in ihm sah. Er wird fast schon sympathisch, obwohl er auch am Ende des Buches noch gerne Bier trinkt, aber vielleicht hat der geheime Spender ganz gezielt Geri benutzt um ihn zum Nachdenken über sein Leben zu bringen? Am Ende erwacht in Geri einiges, was ich vorher nicht sehen konnte, weil es ganz tief in Gerold versteckt war.

Der Schreibstil des Autors ist und bleibt unverwechselbar. Humorvoll, mit kleinen Rätseln und Spitzen hier und da, fühlt man sich einfach wohl. Die Österreicher haben einfach ihren eigenen Humor, den ich wirklich sehr schätze. Für mich bleibt am Ende nichts anderes übrig als eine Leseempfehlung auszusprechen für ein Buch, welches mich restlos begeistern konnte. Vielen Dank dafür!
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am 18. Mai 2016
Nach all den Krimis und Thrillern, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, brauchte ich ein wenig Abwechslung und habe mich für „Geschenkt“ von Daniel Glattauer entschieden. Was soll ich sagen? Es war eine sehr, sehr gute Entscheidung. Das Lesen dieses Buches war ein wahres Erlebnis.
Handlung
In Wien würde man Gerold Plassek als typischen „Obezarer“ bezeichnen. Ein Mensch, der ehrgeizlos sein berufliches als auch privates Leben irgendwie meistert. Er ist mit seinen unwichtigen Job als Journalist bei einem Wiener Schmierblatt, das kaum Leser aufweisen kann, zufrieden. Doch sein Leben änderte sich, als er für die Zeitung soziale Projekte vorstellt, deren finanzielle Mittel begrenzt sind. Ein anonymer Spender, schickt daraufhin Kuverts mit EUR 10.000,-- und eine Kopie des jeweiligen Zeitungsartikels an die Organisationen. Auch lernt er seinen Sohn Manuel kennen, von dem er vierzehn Jahre lang nichts gewusst hatte. Beide Ereignisse wirken sich auf das Leben von Gerold Plassek positiv aus.
Meinung
Natürlich handelt es sich bei diesem Roman um einen „Feel Good“ Roman. Dass es ein Happy End geben wird, war von Anfang an klar und das ist auch gut so. Die Art und Weise wie Daniel Glattauer seine Geschichten erzählt ist für mich als Leser beeindruckend. Der Schreibstil schaut auf den ersten Blick einfach aus, aber da steckt einfach vielmehr dahinter. Die ausgefeilten Wortspiele, die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Selbstironie und der Sarkasmus, mit denen er Gerold Plassek ausgestattet hat, haben mich von Seite eins an gefesselt, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Daniel Glattauer hat es geschafft, dass mir ein motivationsloser Alkoholiker extrem sympathisch war. Die Herzlichkeit und das sanfte Wesen von Gerold Plassek wurden so liebevoll niedergeschrieben, dass die offensichtlichen Schwächen des Hauptprotagonisten zwar nicht in den Hintergrund gedrängt wurden, aber letztendlich von mir als nicht negativ empfunden wurden. Es war einfach schön zu lesen, wie Gerold im Laufe des Buches aufgeblüht ist und die Zuneigung von seinem Sohn Manuel erfahren hat. Gut gefallen hat mir auch wie Daniel Glattauer die Zeitungswelt auf die Schaufel genommen hat. Die Hascherei nach Skandalberichten und wie sich die konkurrierenden Tageszeitungen gegeneinander ausspielen, war sehr amüsant zu lesen. Da er selbst jahrelang als Journalist tätig war, verfügt er mit Sicherheit über genügend Background. Als Vorbild für diese Erzählung hat Daniel Glattauer „Das Wunder von Braunschweig“ mit einer ähnlichen anonymen Spendenflut aus dem Jahr 2011 herangezogen und daraus eine hervorragende Vater-Sohn Geschichte mit viel Wiener „Schmäh“ gemacht.
Fazit
Unbedingt Lesen. Das Buch hat mir soviel Spaß gemacht. Normalerweise bin ich nicht der Typ der sich vorstellen kann ein Buch nochmals zu lesen – bei diesem Buch kann ich es aber. Mir sind die Charaktere derart ans Herz gewachsen, dass ich ein wenig traurig war, dass das Buch zu Ende war.

Lieber Herr Glattauer falls Sie zufällig meine Rezension lesen sollten, ich plädiere für eine Fortsetzung.

Herzliche Grüße
Canis Librum
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am 14. März 2015
Wer die anderen Glattauer-Romane gelesen hat, wird vielleicht anfangs etwas enttäuscht sein, aber im Laufe des (Hör-)Buches kommt er zu seiner alten Stärke zurück und man empfindet für die Hauptpersonen, obwohl teilweise merkwürdig, Sympathie. Gerade die Hauptfigur Gerold mutet manchmal etwas kompliziert an wegen der ganzen Abschweifungen. Aber wenn man im Thema drin ist, macht das Buch richtig Spaß. Es tröpfelt zwar manchmal so vor sich hin, ist aber trotzdem sehr angenehm zu hören.
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am 31. März 2016
Die Geschichte, die Daniel Glattauer erzählt, klingt wie ein Märchen. Wo gibt es denn heute noch jemanden, der wochenlang 10.000,-- Euro für soziale Einrichtungen spendet? Es noch dazu nicht an die große Glocke hängt, kein Millionär ist und dadurch auch nicht sein Schwarzgeld weiß waschen möchte? Schade nur, dass dem anonymen Spender dann das Geld ausgeht. Der Protagonist, dem das alles zu verdanken ist, denkt von sich selbst nur das Schlechteste und ist vielleicht gerade deshalb so sympathisch. Wie gesagt, ein unterhaltsames Märchen.
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am 28. Oktober 2014
Geschenkt ist definitiv eines meiner Highlights 2014!

Der Inhalt der Geschichte, die sich um den Journalisten Gerold Plassek und dessen ziemlich verkorkstes Leben dreht, ist mittlerweile wohl hinlänglich bekannt, daher möchte ich hier eher auf die Punkte eingehen, die diesen Roman für mich so lesenswert machen.

Glattauer hat es geschafft, mir seinen Protagonisten mit jeder Zeile sympathischer werden zu lassen. Hangelt sich Gerold anfangs lediglich antriebsschwach, nahezu willenlos und ohne jegliche Perspektiven mittels seiner großen Liebe, dem Alkohol, von einem Tag zum anderen, entdecken der Leser und auch Gerold selbst Seite für Seite das Potenzial, das eigentlich ganz tief in ihm schlummert. Getragen wird diese schöne Entwicklung von der wunderbar beschriebenen Vater-Sohn-Beziehung, die nach dem Sprung (bzw Wurf) ins kalte Wasser langsam wachsen darf, man taucht gemeinsam mit Gerold in die Geschichte ein und erlebt dieses Zueinanderfinden in einer sehr glaubwürdigen Form. Dazu kommt, dass ich Manuel sehr mochte, wirkt er zuerst wie DER typisch motzige Vierzehnjährige, entdeckt man Stück für Stück den sensiblen jungen Mann hinter der Fassade, der sich uneigennützig nicht nur für einen guten Freund, sondern auch für wildfremde Menschen in Not einsetzt.

Man sieht, dass dieser Teil des Buches mich noch mehr berührt hat, als der eigentliche Dreh- und Angelpunkt, die Serie von anonymen Spenden, die sich mit Gerolds kurzen Artikeln in Verbindung bringen lassen, und die es ja tatsächlich vor ein paar Jahren in Braunschweig gegeben hat. Mir war bis zum Ende nicht klar, wer der Geldgeber sein könnte, Glattauer hat es geschafft, mich zwischenzeitig in die Irre zu führen und auf diese Weise die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Mir gefiel die Auflösung und die Idee dahinter sehr. Mehr möchte ich hierzu gar nicht sagen, um nicht einigen potenziellen Lesern dieses Buches die Freude am Miträtseln zu verderben.

Neben diesen beiden Handlungssträngen gibt es noch weitere „kleinere Geschichten“ rund um Gerold, die deswegen jedoch nicht unbedeutend sind, wie das Verhältnis zu seiner Tochter Florentina, seiner Exfrau Gudrun und deren Mann Berthold. Dann gibt es noch eine Zahnärztin, von der er sich in Hoffnung auf eine Romanze trotz ausgewachsener Phobie die Zähne auf Vordermann bringen lässt, und natürlich die Saufkumpanen in Zoltan's Bar, welche mit ihm oft und gerne zu vorgerückter Stunde alkoholgetränkt über die Spendenserie sinnieren.

Über allem steht aber Glattauers unvergleichlicher Schreibstil, sein Wortwitz und immer dabei eine ganze Portion Zynismus, mit der das Leben und die Mitmenschen in seinen Werken bedacht werden und die das Lesen dieser Romane so lesenswert machen, weil sie einem ein Lächeln ins Gesicht malen und verzaubert zurücklassen, wenn man das Buch nach der letzten Seite zugeklappt hat, denn wenn dieser Schriftsteller eines kann, dann ist es, „aus Buchstaben gebaute Gefühle in eine Badewanne zu gießen und sein Leserpublikum dort mitten hineinzusetzen“. (S.108)

Vielen Dank für dieses Lesevergnügen!
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am 24. August 2015
Das Buch "Geschenkt" ist sehr unterhaltsam und auch sehr spannend. Die Geschichte ist rund, total glaubwürdig und sehr gut und schön geschrieben. Damit ist "Geschenkt" schon mal lesenswert und ist auch schon mal zu empfehlen. So in der "Kategorie Unterhaltung" oder in der großen Kategorie der Romane.

"Geschenkt" ist jedoch mehr. In erster Linie beschreibt das Buch das Leben eines Mannes in Wien. In zweiter Linie beschreibt es, was Anerkennung mit einem MENSCHEN macht. Der Protagonist ist ein wenig abgestürzt. Er arbeitet als Journalist in Wien bei einer Gratiszeitung. Diese Arbeit macht er nur so als Job. Es interessiert ihn schon lange nicht mehr. Er betreut als Journalist in dieser Wiener Gratiszeitung eine Spalte "soziales". Das Buch könnte genauso in Bochum, München, Hannover oder sonst wo spielen. Die Medienlandschaft und die Gepflogenheiten sind dort auch nicht anders. Seine Abende verbringt er mit seinen Kumpels in der Kneipe und diese Abende enden häufig mit einem Blackout / Absturz. Die Kneipe ist sein zweites Wohnzimmer.

Eines Tages spendet jemand anonym 10.000 Euro an ein soziales Projekt über das der Protagonist - eher beiläufig - eine kleine Notiz geschrieben hat. Der Spender fügt seiner Spende den Auszug aus der Gratiszeitung bei. Diese 10.000 Euro Spende wiederholt sich mehrmals und wird damit selbst zu einer Story in Wien und der Journalist erfährt dadurch in seinem Verlag und in seinem Umfeld Anerkennung. Und diese Anerkennung und auch die Verantwortung, die er plötzlich spürt, die wecken ihn auf. Die geben ihm Größe und geben ihm seinen Stolz zurück. Er entdeckt plötzlich wieder Ziele und auch Sinn in seinem Leben. Sein Leben kommt in eine ganz andere Bahn.

Damit wird die Handlung gewichtig und das Buch wird bedeutend und wertvoll. Daniel Glattauer erhebt hier gar keinen Zeigefinger oder muss irgendeine moralische Keule auspacken. Daniel Glattauer gelingt es, diesen Wandel ganz unverkrampft und "unverkopft" darzustellen.

Viele Leute, die ein trauriges und eintöniges und "dahinplätscherndes" Leben führen (müssen), sollten dieses Buch kennen. Die Geschichte macht Mut. Mut tut gut. Das wissen wir.

Und daher wird das Buch seine LeserINNEN finden. Sollten Sie zumindest diese Rezension schon mal gefunden haben, dann von mir mein Lese- und auch mein Kauftipp.

5 Sterne. Logisch.
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am 5. Oktober 2014
Inhalt:

Gerold Plassek ist ein ziemlich eigenbrötlerischer Mensch, der sich mit minimalen Aufwand durch sein bisher erfolgloses Leben schlägt. Er ist geschieden. Seine Tochter, zu der er nie eine innige Bindung aufbauen konnte, lebt bei seiner Exfrau und ihrem neuen wohlhabenden Gatten. Auch beruflich läuft es alles andere als rund für Gerold. Er arbeitet bei einer Gratiszeitung, wo er für die bunten Meldungen des Tages verantwortlich ist. Dazu hat er ein massives Alkoholproblem.
Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er wie aus heiterem Himmel erfährt einen 14 jährigen Sohn zu haben, von dem ihm seine damalige Wochenendbeziehung Alice nie etwas erzählt hat. Da diese als Ärztin nun für ein halbes Jahr nach Afrika geht, soll Gerold den Jungen in dieser Zeit an den Nachmittagen betreuen.
Parallel kommt es zu einer anonymen Spendenserie, die anscheinend mit Gerolds Berichten in der Zeitung in Verbindung steht. In einem Obdachlosenheim, über das Gerold berichtet hat, geht eine anonyme Geldspende ein und bei dieser bleibt es nicht. In der Folge kommt es immer wieder zu anonymen Spenden an Leute über die Gerold in der Zeitung geschrieben hat und immer sind diesen Spenden Kopien der entsprechenden Artikel von ihm beigefügt.

Cover und Gestaltung:

Das Cover finde ich in seiner Schlichtheit total schön und auch die intensive türkise Farbgebung gefällt mir sehr gut. Darauf zu sehen sind zwei aus Zeitungspapier gefaltete Papierflieger, die beide ihre eigene Flugbahn ziehen. Für mich symbolisieren sie Vater und Sohn, die in dieser Geschichte erst zueinander finden müssen und ich finde die Gestaltung des Covers daher überaus passend zum Inhalt des Buches.

Meine Meinung:

Das Buch orientiert sich an einem wahren Fall, dem "Wunder von Braunschweig", in dem ein anonymer Spender in Braunschweig und Umgebung seit Ende 2011 immer wieder Geldbeträge von 10 000 Euro an soziale Einrichtungen und in Not geratene Einzelpersonen spendet, über die in der "Braunschweiger Zeitung" berichtet wird. Der Spender blieb bis jetzt anonym.
Diese Begebenheit inspirierte Daniel Glattauer zu seinem neuen Roman "Geschenkt", in dem er eine solche Spendenaffäre verarbeitet. Man fragt sich natürlich über das ganze Buch hinweg, wer dieser geheime Spender ist und warum er sich gerade, die in Gerolds Artikeln vorgestellte Projekte ausgesucht hat. Dies wurde sehr spannend und undurchschaubar inszeniert. Was mir aber auch unglaublich gut gefallen hat ist, dass das Buch auch neben dieser zentralen Frage unglaublich vielschichtig ist und viele Handlungsstränge umfasst. Neben der Spendenaffäre wird auch eine Vater-Sohn Beziehung und die Übernahme von Verantwortung thematisiert, es geht um soziales Engagement und auch eine kleine Romanze ist enthalten. Ebenso ist die deutliche Kritik an den Printmedien nicht zu übersehen.

Mit Gerold Plassek hat Glattauer einen typischen Antihelden geschaffen. Er ist ein ziemlich heruntergekommener Typ, der sich mit seiner perspektivlosen Arbeit als Journalist bei einer durch Werbeeinnahmen finanzierten Gratiszeitung, die ihm zudem noch von seiner Exfrau beschafft wurde, abgefunden hat. Abends trifft er sich mit seinen Trinkkumpanen in seiner Stammkneipe und auch generell hat er einen zu großen Hang zum Alkohol. So plätschert sein Leben so vor sich hin. Bezeichnend für dieses ist auch der Titel der Zeitung, für die er arbeitet und die sich ganz nach Gerolds Lebensmotto "Tag für Tag" nennt.
Dennoch hatte ich diesen Protagonisten schnell ins Herz geschlossen, denn man spürt schnell, dass er trotz allem ein liebenswerter Kerl ist, der es meidet im Rampenlicht zu stehen, dem Besitz nicht so wichtig ist und in dem doch ein Hang zur Gerechtigkeit und zu sozialen Handeln schlummert. Außerdem beeindruckte mich wie wichtig ihm sein Sohn von Anfang an war, obwohl ihm seine Existenz 14 Jahre lang verschwiegen wurde.
Und genau diese Nachricht, nochmal zum spät berufenen Vater zu werden, gepaart mit dem Eingang der anonymen Geldspenden bringen Schwung in sein Leben und er beginnt sich langsam aus seiner Lethargie zu befreien, denn nun werden Verantwortungsgefühl und moralische Verpflichtungen von ihm erwartet.
Die ganze Geschichte ist dabei sehr wirklichkeitsnah und glaubhaft dargestellt, da sich die Wandlung von Gerolds Leben langsam vollzieht und er da mehr oder weniger da reinschlittert und erst mit der Zeit hineinwächst. Und auch wird er trotz der Wandlung nicht zu perfekt dargestellt und es gibt immer noch einige Dinge, die er während des ganzen Buches nicht ganz ablegen kann.

Geschrieben ist diese Geschichte einfach wundervoll. Daniel Glattauer schreibt einmal mehr unglaublich lebendig, humorvoll und ironisch und ist dabei so wortgewandt, so dass ich oft schmunzelnd oder auch mit breitem Grinsen im Gesicht da saß. Die unterhaltsamen, locker zynischen Dialoge erinnerten mich selbst schon etwas an "Gut gegen Nordwind". Dazu kommt auch die Situationskomik in diesem Buch nicht zu kurz.

Fazit:

"Geschenkt" ist ein überaus vielschichtiger Roman mit realem Hintergrund, der sich mit den verschiedensten Themen befasst und zusätzlich auch Sozialkritik übt. Es ist eine Geschichte mit Tiefgang, die aber sehr humorvoll, mit viel Charme und einer gehörigen Portion Zeilenwitz von Daniel Glattauer erzählt wird und darüber hinaus noch sehr spannend und undurchschaubar ist.
Ich war vollauf begeistert und kann dieses Buch nur dringend weiter empfehlen. Von mir kann es für dieses gelungene Gesamtwerk daher nichts anderes geben als volle 5 von 5 Sternen.

Originalität 4/5
Umsetzung 4/5
Schreibstil 5/5
Charaktere 5/5
Tempo 5/5
Tiefe 5/5
Lesespaß 5/5

Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de
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am 15. November 2015
Nach den Büchern "Gut gegen Nordwind", "Alle sieben Wellen" und "Ewig dein", die ich bislang von Daniel Glattauer gelesen habe, hat mir auch dieses Buch wieder schöne Lesestunden bereitet.

Gerold Plassek ist 43 Jahre alt und arbeitet bei einem kleinen Gratisverlag. Sein Leben ist sehr nach seinen Gewohnheiten bestimmt. Im Alkohol hat er einen Freund gefunden und die Stammkneipe ist quasi sein Wohnzimmer.

Gerold erzählt von Alice, wie sie sich nach 15 Jahren wiedersehen. Bei diesem Wiedersehen hört Gerold von Manuel. Er ahnt da noch nicht, dass Manuel sein Sohn ist. Alice wird für ein halbes Jahr aus beruflichen Gründen nach Afrika gehen. Ihren Sohn möchte sie dorthin nicht mitnehmen. Nachmittags soll er die Zeit bei seinem Vater verbringen.

Im Büro sitzen die beiden sich nun gegenüber. Manuel weiß noch nicht, dass Gerold sein Vater ist. Gerold merkt sehr wohl, dass Manuel seinen Vater nicht ausstehen kann.

Nach einem Artikel über Obdachlose, geht beim Verlag eine Geldspende über zehntausend Euro ein und dass soll erst die erste Spende sein. Es gehen weitere Spenden ein. Das Leben von Gerold Plassek verändert sich. Gerold und Manuel verstehen sich mit der Zeit sehr gut. Gemeinsam gelingt es den beiden, sehr gute Reportagen für den Verlag abzuliefern.

Und immer wieder ist die Frage, wer ist der Wohltäter, der immer wieder Geld spendet und warum er ausgerechnet nur die Artikel von Gerold Plassek bei den Spenden bedenkt.

Insgesamt ist das Buch schnell und einfach zu lesen.
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