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TOP 1000 REZENSENTam 9. September 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Normalerweise gehören Krimis gar nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genres, aber der historische Bezug auf die Schüsse von Sarajevo hatte mich auf den hier rezensierten Debutroman von Angelika Felenda aufmerksam gemacht und da ich historische Romane recht gerne lese und die Thematik gerade jetzt 100 Jahre nach Kriegsausbruch ja sehr präsent in diversen Medien ist, hatte ich spontan zugegriffen.
Wer allerding wie ich fälschlicherweise annimmt, das Attentat auf Franz Ferdinand und Sophie Chotek würde in dem Roman näher thematisiert, der sei dahingehend gewarnt, daß dies nicht der Fall ist und das Attentat eigentlich nur als Aufhänger für den zeithistorischen Zusammenhang des fiktiven Romanes dient.

Der Kriminalfall, um den es vordergründig geht, führt den ermittelnden Kommisar Reitmeyer in Militär- und Homosexuellenkreise und ist von solider Spannung, jedoch hat mich der Roman als Zeit- und Sittengemälde noch weitaus mehr überzeugt als als einfache Kriminalgeschichte.
Die Autorin macht nicht den Fehler so mancher Autoren historischer Romane, die die Protagonisten aus längst vergangenen Zeiten wie heutige Menschen sprechen und agieren lassen, sondern schafft es wirklich, eine sehr stimmige und authentisch scheinende Schilderung der Zeit und Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen.
Insbesondere wie der Kommisar beim Militär gegen Mauern zu laufen scheint, weil dieses seine eigene Gerichtsbarkeit hat und die Befugnisse der von den Militärs eher wenig geschätzten Polizei dort an ihre Grenzen stoßen, fand ich thematisch sehr interessant und es scheint von der Autorin auch sorgfältig recherchiert zu sein.
Ferner ist der Roman mit einer ganzen Menge interessanter und vielschichtiger Nebenfiguren bevölkert und auch das Privatleben des Kommissars kommt im Roman nicht zu kurz.
Auch wie die Bevölkerung auch nach den Schüssen von Sarajevo weiterhin ihrem bisherigen alltäglichen Leben nachgeht, unverändert Standesdünkel und Klassenbewusstsein pflegt, nicht wahrhaben wollend, daß die halbe Welt der Katastrophe entgegenschlittert, hat die Autorin sehr gut eingefangen.
Für das fünfte Sternchen fehlte mir zwar ein wenig echtes Mitgerissensein, was womöglich daran liegt, daß der Kriminalfall als solches eher wenig spektakulär ist und sich des Rätsels Lösung auch relativ zeitig abzuzeichnen beginnt, auch hätte die teilweise sehr ruhig vor sich hinplätschernde Geschichte an der einen oder anderen Stelle einfach ein wenig mehr Pep vertragen können, aber dennoch hat mir der Roman (insbesondere für einen Erstling!) gut gefallen und ich freue mich auf weitere Fälle für Reitmeyer.
Ich traue der Autorin durchaus zu, daß es sogar noch Potential nach oben gibt.
Wer also eher ein stimmiges und offenbar gut recherchiertes Gesellschaftspanorama des schicksalhaften Sommers 1914 sucht als einen nervenzerfetzend spannenden Reißer, dem kann ich "Der eiserne Sommer" guten Gewissens empfehlen.
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am 12. September 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Pünktlich zum Jubiläum wird das Drama um den I. Weltkrieg mit einem Kriminalroman verarbeitet. Der geschichtliche Kontext weiß zunächst den Leser in den Bann zu ziehen. Dies liegt vor allem an den "befremdlichen" Gegebenheiten, vor allem im Bereich der Stände. Leider beschränkt sich "Der eiserne Sommer" auf sein geschichtliches Umfeld. Doch davon allein kann kein Kriminalroman leben, wenngleich Angelika Felenda sorgfältig die damalige Zeit und ihre Besonderheiten erfasst hat. Dafür hapert es umso mehr im Bereich der Kriminalstory. Diese erzeugt einfach keine Spannung, zumal man stets ein Deja Vu Erlebnis hat. Zu viele Bücher und Filme hatten einen ähnlichen Plot, der zudem Klischees bedient, was ihn umso vorhersehbarer macht. So ahnt man relativ früh, wie der Hase läuft und für den Rest des Buches reicht dann auch nicht mehr wirklich das Setting aus. Dementsprechend plätschert die Geschichte ab einen bestimmten Zeitpunkt nur noch vor sich hin und man holt sich nur noch die Bestätigung für seine Vorahnung ab. Schade um das verschenkte Potential.
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am 4. März 2017
Das Buch lässt sich am besten mit dem Begriff "historischer Kriminalroman" beschreiben, denn es versucht einen Spagat zwischen Kriminalroman und zeitgeschichtlicher Milieustudie, und zwar in einem sehr spannenden Zeitraum, nämlich dem Sommer 1914, direkt nach dem Attentat von Sarajevo, in den letzten Tagen vor der sog. Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

Der Kriminalfall besitzt einen guten Spannungsbogen. Einige zu Anfang scheinbar unzusammenhängende Ereignisse fügen sich erst nach und nach zu einem größeren Bild. Da steckt auf jeden Fall Potenzial drin, was Lust auf die zukünftigen weiteren Bände der Serie macht, aber hier liegt auch die Schwäche des Buches. Dem ermittelnden Kommissar kommen nicht nur einmal zufällige Ereignisse und Begegnungen zu Gute - so oft, dass ab und zu die Glaubwürdigkeit darunter leidet, und der Fall phasenweise sehr konstruiert wirkt. Da besteht auf jeden Fall für die weiteren Bücher noch Luft nach oben, was den Aufbau der Fallaufklärung betrifft. Stellenweise kommt der Leser auch nicht ganz hinterher, was die Zusammenhänge zwischen einzelnen Personen und Ereignissen betrifft, aber gegen Ende klärt sich nichtsdestotrotz alles auf.

Historisch kann ich nicht genau beurteilen, wie weit die Zeit korrekt dargestellt wird, insbesondere was den Zeitgeist betrifft. Stellenweise vergisst man, dass die Handlung 1914 spielt, da manche der Charaktere durchaus moderne Einstellungen an den Tag legen, was jedoch vermutlich korrekt ist, da das Spannungsfeld zwischen der monarchischen Tradition und den modernen politischen Entwicklungen ein durchaus wichtiges Thema ist, worüber ich gern noch ein wenig mehr gelesen hätte im Zusammenhang dieses Buches. Das politische Voranschreiten des Kriegsausbruchs wird jedoch immer wieder in die Handlung eingefügt, sodass das Setting des Buches stets präsent bleibt. Im Moment fällt es mir allerdings schwer vorzustellen, wie die weiteren Bände aussehen könnten, bin aber nichtsdestotrotz gespannt.

Abgesehen von den kleinen Schwächen ein duchaus lesenswertes Buch, das Lust auf mehr macht. Kriminalstories zur Zeit des ersten Weltkrieges sind in jedem Fall ein ausgesprochen spannendes Terrain, und ich würde gern mehr von dieser Serie lesen, dieses erste Buch war in jedem Fall sehr vielversprechend!
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am 13. Oktober 2017
Einstieg in dieses Genre waren die Romane von Petra Oelker zu meiner Heimatstadt Hamburg. Doch diese Zeit war nun wirklich Vergangenheit, so bin ich auf Volker Kutscher mit seinem Kriminalbeamten Gereon Rath gestossen. Diese Romane aus Berlin zur aus der Vorkiegszeit des 2. Weltkrieges haben mich von Anfang an in den Bann gezogen. Um mal zu lesen, wie es in anderen Städten gewesen ist, bin ich auf Kommissär Reitmeyer gestossen. Reitmeyer, der auf einer ähnlichen hierarchischen Stufe wie Rath steht, muss sich sehr nach den Vorgaben seiner Vorgesetzten richten, die nicht unbedingt mit seiner Auffassung übereinstimmt. Daraus resultiert ein erfrischender Konflikt zwischen dem Mann an der Front und profilierungssüchtigen Vorgesetzten, die ihr Mäntelchen in den Wind des Vorankommens hängen.
Das Flair von Berlin wird wesentlich intensiver geschildert, man hört förmlich, wie berlinert wird. Bei Kommissär Reitmeyer fiel mir das nicht so auf. Der Plot ist soweit ganz okay. Für mich ist das ein solider Krimi, aber mich zieht es doch wieder nach Berlin und überlasse München dem Kommissär Reitmeyer.
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am 17. Februar 2015
1) Inhalt

Kommissär Reitmeyer und sein Team ermitteln in verschiedenen Mordfällen: Zuerst wird ein Toter auf der Ludwigsbrücke gefunden, bei dem die Todesursache nicht eindeutig festzustellen ist, dann ein weiterer in einem vornehmen Badehotel, zwischendurch wird der Polizeischüler Rattler niedergeschlagen, es kommt zu mehreren Selbstmorden … Die Polizei stellt schließlich fest, dass sie es mit einem Schwulen-Skandal zu tun hat, nachdem äußerst kompromittierende Fotografien auftauchen. Es handelt sich außerdem um einen sehr verstrickten Fall, da Militärs involviert zu sein scheinen – und die Polizei hat kein Recht dazu, sich in die Belange von Soldaten einzumischen. Dennoch ermittelt Reitmeyer weiter und stellt schließlich fest, dass seine alte Jugendliebe Caroline von Dohmberg, mittlerweile Ärztin und nebenbei Gerichtsmedizinerin, irgendwie in die Vorfälle verstrickt zu sein scheint. Ihr Bruder Franz, selbst homosexuell, hat etwas mit der Sache zu tun und wird erpresst, was sie in die Hand zu nehmen versucht. Nebenbei wird nach dem Mord an Kaiser Franz Ferdinand in Sarajevo zudem deutlicher, dass es zu einem erneuten Krieg kommen wird – und die Ausschreitungen gegenüber fremdländischen Mitbürgern werden immer heftiger.

2) Sprache und Stil

Der Roman bedient sich grundsätzlich einer recht einfachen und gewöhnlichen Sprache. Es fällt auf, dass im Dialog verschiedener Personen zwar dialektale Elemente gebracht werden, eine wirklich deutliche Färbung in Hinblick auf einen speziellen Dialekt ist aber nicht darzustellen. So handelt es sich wohl nur um einen Versuch, die Alltagssprache von der restlichen „Buchsprache“ abzugrenzen. Auch geht sprachlich nicht hervor, dass der Roman in der Vergangenheit (1914) spielt – zwar werden einzelne Fachbegriffe wie Majordomus oder Schwere-Reiter-Leibregiment verwendet, das ist aber auch schon alles. Dadurch entsteht der Eindruck eines leicht verständlichen, nicht besonders anspruchsvollen Kriminalromans.

3) Analyse

Besonders das Titelbild besticht mehr als der Inhalt mit historischer Qualität. Es zeigt eine frühe Gastgarten-Ansicht, auf der eine Person im Hintergrund farblich hervorgehoben ist. In Bezug auf die Lektüre könnte es sich dabei entweder um die Hauptperson, den Ermittler Reitmeyer, oder um den Täter und Mörder handeln.

Die eindrucksvollsten Szenen des vorliegenden Romans sind noch jene, in denen die Ermittlungsarbeit der Polizei in ihrer historischen Qualität dargestellt wird. Beispielsweise ist die Vorgangsweise einer Obduktion zu damaliger Zeit eine völlig andere als heute, beziehungsweise werden ermittlungstechnische Überlegungen in anderem Licht dargestellt, als wir es von heutiger Polizeiarbeit gewöhnt sind. So macht schon der Geruch ein Stockwerk oberhalb der Pathologie auf die Vorgänge im Keller des Präsidiums aufmerksam, oder der junge Polizeischüler Rattler wird immer wieder gerügt, weil er sich mit Artikeln in Fachzeitschriften beschäftigt, die „moderne“ Ermittlungsverfahren darstellen.

Besonders sympathisch ist aus diesem Grund hauptsächlich Polizeischüler Korbinian Rattler. Durch seine jugendliche Neugier, die wissbegierige Motivation und die unschuldige Menschlichkeit, die er an den Tag legt, wird er zu einem natürlichen und überzeugend realistischem Protagonisten. In diesem Sinne ist eigentlich er der geheime Held des Romans – er ermittelt auf eigene Faust und bringt so manche Ergebnisse, auf die der klassische, alt eingesessene Polizeiapparat nicht gekommen wäre. Dass er aus demselben Grund immer wieder „eine auf den Deckel“ bekommt, macht ihn nur umso sympathischer.

4) Kritik

Wer einen historischen Kriminalroman erwartet, wird hier leider enttäuscht. Bis auf das Titelblatt und die Tatsache, dass durch Jahreszahlen immer wieder auf das Jahr 1914 hingewiesen wird, lässt sich wenig Historisches entdecken. Es treten zwar typische Figuren wie Soldaten oder Hausangestellte auf, durch das Vorhandensein solcher Protagonisten wird allerdings noch kein historischer Eindruck vermittelt. Der Roman verzichtet auch in der Schilderung der Umgebung oder des Alltags darauf, eine solche Atmosphäre zu erzeugen. Eher wirkt die Handlung wie eine gegenwärtige, die mit Hilfe zu weniger Details versuchsweise in der Vergangenheit angesiedelt wurde. Vielmehr handelt es sich aufgrund des Homosexualitätsthemas um einen Roman, der zwangsweise in der Vergangenheit angesiedelt sein muss, da das Thema heutzutage natürlich keinen Skandal mehr hergibt. Es wäre jedoch vielleicht sinnvoller gewesen, die Handlung nicht gerade in die politisch hochbrisante Zeit des Mordes an Kaiser Franz Ferdinand anzusiedeln, wenn auf diese historischen und politischen Umschwünge nicht konkreter eingegangen wird.

Auch die Auflösung, wer der Mörder ist, bietet kein „Aha-Erlebnis“, im dritten Drittel des Romans mehr und mehr deutlich wird, um wen es sich handelt. Eher scheint hier unverständlich, aus welchem Grund der Abschluss der Ermittlungsarbeit nun literarisch um weitere 100 Seiten verzögert wird.

5) Empfehlung

Der Roman ist sicherlich geeignet für jeden interessierten Krimileser. Allerdings darf man keine besonders originelle oder außergewöhnliche Handlung erwarten.
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am 13. September 2015
Der Krimi „Der eiserne Sommer“ von Angelika Felenda spielt 1914 in München, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Kommissär Sebastian Reitmeyer ermittelt in einer mysteriösen Mordserie. Diese Verbrechen führen ihn in die unterschiedlichsten Schichten der Münchner Gesellschaft, vom Bankier bis zum Laufjungen. Schnell wird klar, dass er seine Arbeit nicht so verrichten darf, wie er es möchte und müsste, zu viel steht für die einflussreichen Großbürger und Offiziere der Stadt auf dem Spiel. Und auch das Gesetz untersagt ihm, gegen das Militär zu ermitteln. Das bringt den Kommissär in eine Zwickmühle, schließlich muss er sein Handeln mit seinem Gewissen vereinbaren können.
Diesen Auftakt zur Reihe um Kommissär Reitmeyer finde ich sehr gelungen. Als Leser hat man das Gefühl, dass Frau Felenda sehr gut recherchiert hat, wie sich das Leben in dieser Zeit gestaltete. Es werden einige soziale Missstände thematisiert, z.B. das Verbot der Homosexualität, das einher ging mit der teilweise verbrecherischen Verschleierung derselben. Auch die Allmacht des Militärs wird gut beschrieben, ebenso wie die unterschwellige Angst vor dem Krieg. Die Autorin versteht es, auch durch eine an jene Zeit angepasste Sprache den Leser in diese Zeit mitzunehmen, so dass sich im Kopf eine recht genaue bildliche Vorstellung der Geschehnisse entwickelt. Die Spannung wurde recht gut gehalten, es gab nur wenige Längen. Ich war positiv überrascht von diesem Buch, hätte nicht gedacht, dass es so spannend ist.
Das Cover spricht mich nicht besonders an, die Farben sind schon sehr düster, allerdings passt es, wie auch der Titel, schon gut zum Buch und zum Inhalt. Im Laden hätte ich mir dieses Buch aber wahrscheinlich nicht näher angesehen - und hätte was verpasst!
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am 1. Juli 2015
Während die Nachricht ,dass der österreichische Thronfolger Prinz Ferdinand und seine Frau in Sarajewo ermordet werden,die Welt erschüttert,wird der junge Kommissär Sebastian Reithmeyer mit seinem ersten Fall beauftragt.Ein junger Mann wird nach einem Barbesuch am Ufer der Isar tot aufgefunden.
Zuerst wird vermutet ,dass er in stark alkoholisiertem Zustand gestürzt ist und an den Folgen des Sturzes verstarb.Die junge Ärztin Caroline ,mit der Sebastian gut bekannt ist ,wurde in die Ermittlungen eingebunden.Sie hegt schon bald Zweifel an der Unfalltheorie ,an der ihr Chef jedoch festhält.Als noch weitere mysteriöse Todesfälle dazukommen,erkennt der Kommissär ,dass er in ein Wespennest gestochen hat.ie Verwicklungen reichen bis in die Chefetage,von wo die Ermittlungen auch immer wieder torpediert werden.
Vor allen Dingen dieVerstrickung in die Homsexuellen-und Pornoszene erregen großes Aufsehen.
Weil er immer wieder mit der Obrigkeit aneckt ,geraten er und der Polizeischüler Korbinius Rattler öfter in große Gefahr.
Der Autorin ist es gelungen,den Kriminalfall mit dem Weltgeschehen zu verknüpfen.Ich fühlte mich gut unterhalten.

Buchtitel: Der eiserne Sommer
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am 12. Februar 2015
Durch viele Buchpräsentationen und Rezensionen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Und da ich ein großer Krimi und Historienfan bin, dachte ich, dass ich hiermit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Krimi und Historie. Aber weit gefehlt - Leider.

Doch ich beginne mal ganz kurz die Story zu beschreiben. Eine richtige Inhaltsangabe möchte ich unterlassen, da in den vorher gegangenen Rezensionen eigentlich schon alles und mehrfach geschrieben und erörtert wurde.

Die Handlung spielt 1914 in München. Kommissar (im Buch immer Kommissär) Sebastian Reitmeyer soll mehrere Morden aufklären. Darunter muss er auch in Militärkreisen ermittelt, was dort aber gar nicht gerne gesehen ist. Man gibt ihm deutlich zu verstehen, dass er diese Ermittlungen nicht führen soll. Ein weiterer Fall lässt ihn nun im Homosexuellenkreis ermitteln. Man beachte, wir schreiben das Jahr 1914! Für die Bevölkerung war Homosexualität ein absolutes Tabuthema. Hiermit möchte ich es auch schon belassen. Wie man vielleicht feststellen kann, ist in meiner Zusammenfassung keine Rede vom Attentat auf Franz Ferdinand und Sophie Chotek. Damit hat man die Leser des Klappentextes einfach mal an der Nase rumgeführt. Diese Angabe sollte wohl lediglich als Zeitmesser dienen. Schade, denn genau das war der Grund, weshalb ich das Buch lesen wollte. Da hab ich wohl den Klappentext falsch interpretiert.

Erwähnen möchte ich auch, dass mich der Prolog etwas stutzig gemacht hat, da ich ihn als schwer lesbar bzw. schwer verständlich empfunden habe. Das mag wohl an der Sprache, den Ausdrücken und Formulierungen gelten haben. Jedoch im Laufe des Plots wurden die Tagebucheinträge des Offiziers immer klarer und eindeutiger.

Zu dem/den Protagonisten möchte ich auch noch kurz meine Meinung schildern. Ich finde den Kommissar etwas schmucklos, farblos oder anders gesagt uninteressant dargestellt. Hier konnte man die Frage stellen: was macht ihn eindeutig? Nichts! Man weiß es nicht. Dafür finde ich Rattler sehr gut und deutlich dargestellt. Um im Vergleich zu bleiben: Reitmeyer ist farblos, dann ist Rattler bunt und glänzend. Hier hat die Autorin viel mehr Wert auf die Beschreibung gelegt.

Das es sich bei dem vorliegenden Buch um einen Mehrteiler handeln soll, wollte die Autorin sich die Charakterisierung des Kommissars vielleicht für Band 2 aufspüren.

Ein Spannungsbogen war für mich leider auch nicht erkennbar, so dass ich dieses Buch nicht als Kriminalroman, sondern eher als Roman mit kleinen Ermittlungen beschreiben würde.

Schade, ich hatte mir wirklich mehr davon versprochen.

Trotzdem danke ich der Autorin für die Idee, die mir einige unterhaltsame Lesestunden bereitet hat, sowie dem Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.
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am 25. Januar 2015
Im Sommer 1914 spitzt sich durch das Attentat in Sarajevo die Lage in Europa zu. In München steht man kurz vor den Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen des königlichen Leibregiments. Da werden kurz nacheinander zwei Tote mit Verbindungen ins homosexuelle Milieu aufgefunden. Kommissär Reitmeyers Ermittlungen geraten allerdings schon bald an ihre Grenzen, denn die Polizei darf nicht gegen das Militär ermitteln und es ist schnell klar, dass Militärangehörige in diese Sache verwickelt sind.

Die Autorin hat mit Kommissär Reitmeyers erstem Fall ihren ersten Roman vorgelegt. Der Kriminalroman taucht ein in die gespannte Atmosphäre kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Die Autorin zeichnet ein vielschichtiges und authentisches Bild der damaligen Zeit: Militarismus, Hochmut des Adels, geschürte Kriegsbegeisterung, die verschiedenen politischen Strömungen sowie die damalige Kunst- und Homosexuellenszene.

Kommissär Sebastian Reitmeyer ist ein gewissenhafter Polizist aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Er setzt alles daran, diesen Fall aufzuklären und ist vor allem nicht bereit, an Vertuschungsaktionen zu Gunsten des Militärs teilzunehmen. Er wird bei seinen Ermittlungen unter anderem von alten Freunden aus der Schulzeit unterstützt, die ihm nach langer Zeit wiederbegegnen: Dem SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Sepp Leitner sowie den Geschwistern Caroline (seine alte Liebe) und Lukas von Dohmberg. Eine ebenfalls größere Rolle in den Ermittlungen nimmt der Polizeischüler Korbinian Rattler ein.

Leider kann die Schilderung des Kriminalfalls mich nur bedingt überzeugen. Die Ermittlungen verlaufen teilweise doch etwas schleppend. Unglücklich fand ich das Stilmittel, dass in regelmäßigen Abständen mit einer Art Tagebuchaufzeichnung („Aufzeichnungen eines Offiziers“) dem Leser zu viel Information mitgegeben wurde. Zudem gefiel mir persönlich die Einbindung der Schulfreunde in den Kriminalfall und die eigenmächtigen Ermittlungen des Polizeischülers nicht so richtig.

Insgesamt ein ordentlicher Krimi mit gut herausgearbeiteter Atmosphäre des Sommers 1914, aber er kann den Vergleich zu anderen historischen Krimis, die in dieser Zeit spielen (z.B. „Tage der Nemesis“ oder die Gereon-Rath-Reihe), nicht ganz halten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. September 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
München 1914, Vorabend vom 1.Weltkrieg, Homosexualität ist im deutschen Reich ein Straftatbestand, und die Polizei darf im militärischen Umfeld nicht ermitteln. Das ist das Umfeld in dem wir uns befinden. Die Gesellschaft ist geprägt von Standesdünkel und katzbuckelnde Ehrfurcht vor der Obrigkeit auf der einen sowie Armut und Klassenkampf auf der anderen Seite.
Die Autorin versucht die Gegebenheiten dieser Zeit wieder lebendig werden zu lassen, das gelingt oft, aber nicht immer.

Eine Folge von Todesfällen führt Kommissär Reitmeyer immer weiter in zwielichtige Kreise, die teilweise in die "besten" Gesellschaftsschichten hineinreichen. Der Kriminalfall an sich ist ziemlich geradlinig und langweilig, große Spannung wollte sich keine einstellen. Der Leser kennt den Täter schon lange vor den Ermittlern, und ein großes Aha-Erlebnis oder eine überraschende Wendung bleibt leider aus, und so schleppen sich die Ermittlungen - wie das Buch - ein bisschen dahin. Als Leser verfolgt man dabei abwechselnd den Kommissär (in der dritten Person) und Auszüge aus den Tagebucheintragungen eines Offiziers (in der ersten Person), leider kommen dabei aber persönliche Gedanken und Emotionen nicht besonders tragend zum Vorschein, alles in allem liest sich das Buch deshalb fast wie ein Tatsachenbericht.

Vom Klappentext ausgehend habe ich - wieder mal - einiges mehr erwartet als das Buch dann bietet. Die große Entdeckung, die beschrieben wird, findet (für den Kommissär) erst im allerletzten Kapitel statt, und sie hat damit dann kaum noch Auswirkungen auf die Handlung. Es werden weder der Leser, noch der Protagonist mit den Problemen wirklich konfrontiert, die aus dieser Entdeckung folgen könnten und so endet die Geschichte dann auch ziemlich abrupt an genau der Stelle, wo sie wirklich interessant werden könnte. Schade, denn da hätte deutlich mehr draus werden können.

Trotz dieser kleinen Schwächen liest sich "Der eiserne Sommer" aber flüssig und so nebenbei weg, und man wird sowohl unterhalten, als auch etwas über das tägliche Leben und die geschichtlichen Ereignisse damals erleuchtet deshalb 3 Sterne.
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