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am 16. Januar 2015
Naja, das Album hat mich irgendwie noch nicht überzeugt...es gibt ein oder zwei Lieder, die gut klingen, aber an den Rest komme ich noch nicht so ran...vllt kommt das ja noch, aber irgendwie klingt es nicht mehr so wirklich nach den Apo Reitern...hmmm :/
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am 8. Oktober 2014
Der Titel sagt es ja schon, wir betrachten hier das Album Tief.Tiefer und wie bei jedem Reiteralbum sollte man auch an dieses Album am besten mit gar keinen Erwartungen rangehen. Wie immer machen die Jungs worauf sie Lust haben und scheren sich wenig um Genre-Anforderungen. Man kann "Tief.Tiefer" schon noch als Metal einordnen, aber wer hofft ein Album wie [beliebiges Reiter-Album einfügen] zu finden wird garantiert enttäuscht. Das Doppealbum besteht aus dem neuen Album "Tief", dem Quasi-Akustik Album "Tiefer" in dem die Band einige ihrer eigenen Lieder von vergangen Alben covert, und einem Artbook mit Bildern der Bandmitglieder, die sich in die Tiefen der Meere begeben. Verpackung und Songtexte sind verziert mit Werken von Fuchs, der sich ja in den letzten Jahren auch einen Namen als malender Künstler gemacht hat. Die Kunstwerke erinnern an die Malerei von Urvölkern mit einem Hauch von psychedelischen Drogen. Meinen Geschmack trifft es sehr, aber ich hätte mir tatsächlich noch ein wenig mehr Artwork gewünscht. Meiner Meinung nach hätte man durchaus noch ein paar Seiten in dem Artbook damit füllen können, das in seinem jetzigen Zustand doch etwas schmal ausfällt (und ich bin mir bewusst, dass das Extrawünsche sind, aber wenn schon ein Artbook dazugepackt wird, dann auch richtig, besonders wenn man jemanden in den Reihen hat, der tatsächlich ein Händchen dafür hat).

Musikalisch folgt "Tief.Tiefer" weiterhin dem Grundtrend der letzten Jahre und bewegt sich weiter von dem knüppelharten Death-Metal weg in dem die Reiter ja ihre Wurzeln haben. Insbesondere wenn man die -Scheibe "Tiefer" mit einbezieht, ist dieses Doppelalbum wohl das insgesamt am wenigsten Deathmetal-artige, dass die Band bisher rausgebracht hat. Auf "Tief" werden Screamo und Growl nurnoch vereinzelt zur Hervorhebung von Textpassagen eingesetzt und die charakteristische ClearVoice von Fuchs überwiegt (mit viel gerolltem "R"). Stampfende Bässe sind auf einzelne Tracks reduziert und viele Lieder zeichnen sich zwar durch rapide Tempowechsel aus, kommen aber kaum an das apokalyptische Tempo der frühen Werke heran. Wichtig anzumerken ist auch der vermehrte Einsatz von Effekten, den einige bemängeln. In der Mehrheit der Fälle fand ich das eher erfrischend würde mir aber schon wünschen, dass die Band in Zukunft wieder mehr Abwechslung durch ihre exotische Instrumentenwahl kreiert und sich nicht selbst auf den bloßen Synthesizer-Einsatz reduziert. Zu dem akustischen Coveralbum "Tiefer" werde ich nicht viel mehr sagen, als das ich froh bin es zu besitzen. Ich bezweifle, dass eines dieser Lieder mal den Weg in ein Live-Set findet, aber mehr als irgendwo sonst in der gesamten Discographie der Reiter kann ich hier die Freude raushören, mit der die Band ihrem musikalischen Schaffen begegnet. Wer Bock auf musikalisches rumexperimentieren hat und sich mal wirklich die Vielseitigkeit der Band zu Gemüte führen will hat hier die Gelegenheit ihnen beim rumprobieren zuzuhören.

Lyrisch nimmt "Tief" einen ziemlich eigenwilligen Platz in der Alben-Historie ein. Auffällig ist für mich, dass es auf diesem Album kein einziges der leichtfüßigen Stücke zu finden ist, die sonst schon fast standardmäßig dazugehörten und auch das Revolutionsfeuer brennt auf eher kleiner Flamme. Das ist wie ich glaube einer starken Innenkehr im Gesamtkonzept des Albums geschuldet, einem tief in sich versinken, wie der Titel nahelegt. Mit "Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit" beginnt das Album noch sehr gesellschaftskritisch in dem Ton der schon "Moral & Wahnsinn" geprägt hat, wendet sich dann aber schon im zweiten Track ("Wir") dem Ich zu, das in 'der Reitermania' seine Freiheit von menschengemachten Sorgen findet (inhaltlich von mir verkürzt). Mit dieser Introspektion geht das Album dann auch weiter und behandelt die seelische Verbindung und die Trennung zweier Menschen ("Wo es dich gibt", "Was bleibt bin ich"), die Flüchtigkeit von Glück und Unglück ("Ein Leichtes Mädchen", "Vöglein"), das Bewahren der eigenen Unschuld und innersten Wahrheit ("Es wird Nacht", "Die Wahrheit"), die gesunde Verbindung zu anderen, die das eigene Sein nicht beschränkt ("2 Teufel") und abschließend die Kraft und Freude, die aus Selbsterkenntnis erwächst ("Die Welt ist Tief", "So Fern"). Natürlich ist das voll und ganz meine eigene Interpretation und mit Sicherheit lacht sich jetzt irgendwo jemand darüber kaputt, aber in jedem Fall versucht die Band nach wie vor mit ihren Liedern zu vermitteln, was mit Worten schwer auszudrücken ist und so kommt es eben bei mir an. Alles in Allem ist der Inhalt des Albums recht bedacht und eher meditativ, Partymetal ist das auf keinen Fall. Tatsächlich ist "Tief.Tiefer" ein Album, dass ich größtenteils nur alleine hören würde. Allerdings hab ich einige der Lieder auch schon bei Live-Auftritten gesehen und die kamen verblüffend gut rüber.

Fazit: Ich mag das Album und bereue den Einkauf nicht. Die Reitermania steht hier wirklich nicht im Vordergrund, was für ein einzelnes Album völlig okay ist, aber die typische Energiegeladenheit reißt mich dann doch etwas mehr mit. 4 von 5 vor Allem für den Schneid nicht die Musik zu machen, die verlangt wird, sondern die Musik, die sie reizt. Wer die Reiter Live gesehen hat, weiß, dass sie Deathmetal nach wie vor können, wenn sie wollen, aber die Alben mit solcher Musik haben sie halt schon gemacht.
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am 15. Januar 2016
Vorweg:
Mein erstes Reiter-Album war "Have A Nice Trip". Doch auch die frühreren Machwerke gehören schon lange zur meiner Sammlung. Als dann "Samurai" und "Riders On The Storm" erschienen war ich wieder völlig begeistert. Ich hatte inzwischen begriffen, dass diese Band auf keinen Kritiker hört und sich auch nicht auf einen Stil festnieten lässt sondern mit jeden neuen Album wieder ihr Ding durchzieht. Dann kam "Licht", ich habe es zuerst überhaupt nicht gemocht. Es war mir viel zu Sacht. Doch mit der Zeit habe ich auch die Songs dieser Platte lieben gelernt. "Der Weg" ist inzwischen sogar einer meiner absoluten Lieblingssongs geworden. Mit dem rockigen Sound des Folgealbums "Moral & Wahnsinn" haben die Reiter mich wieder von anfang an gepackt.

Nun zu Tief.Tiefer:
Mit Tief.Tiefer gehen die Reiter wieder in die sachtere Richtung, wie es schon bei "Licht" der Fall war. So habe ich auch dort wieder etwas gebraucht um die Songs lieben zu lernen. Lediglich "Was Bleibt bin ich", "2 Teufel" und "Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit" konnten mich damals überzeugen.
Mit der 2. CD - "Tiefer" konnte ich wenig anfangen. Es handelt sich bei dieser CD um eine Akustik-Platte. Viele alte Titel und ein paar neue Titel auf Akustikgitarre.
Doch je öfter man es hört und sich auf die Texte einlässt, desto besser werden die Songs! "Die Zeit", die neuen Versionen von "Auf die Liebe und "Friede sei mit dir" gehören inzwischen ebenfalls zu den Highlights meiner Mediathek.

Fazit:
Wer bereit ist sich mal wieder auf etwas neues einzulassen ist hier genau richtig. Bei vielen der Titel lässt es sich wunderbar in die Tiefe seiner Gedanken eintauchen und einfach nur auf den herrlcihen, zärteren Sound konzentrieren. Wer unbedingt die alten harten Songs (Die ich dennoch liebe) hören will, auf Teufel komm raus ist hier leider fehl am Platz. Für mich ist eine Playlist aller Reiteralbem gemischt ein fantastisches Feuerwerk aus harten und weichen Sounds. Oder wie es die Reiter nennen würden "Everything Is True - Have A Nice Trip"!
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am 23. Januar 2015
Die Reiter sind nun recht schnell ALT geworden: Moral & Wahnsinn 2011 (noch vital mit Elan) ,Tief.Tiefer 2014 ( schon fast am Rollator und im Rollstühl ) , traurig ! So eine Enttäuschung
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am 17. Oktober 2014
... genau so könnte man das musikalische Schaffen der Apokalyptischen Reiter der vergangenen Jahre bezeichnen. Bis einschließlich "Riders on the Storm" (2006) waren die Reiter eine wirklich klasse Band und eine Vorzeigekapelle des deutschen Metals. Vor allem durch ihre ungewöhnliche Mixtur an Stilen fielen Sie sofort auf und waren unter Hunderten anderer Bands charateristisch rauszuhören. Diesen Stil haben viele Fans der ersten Stunde gemocht, geliebt. Man hörte die Musik und schrie stolz vor Begeisterung hinaus: "REITERMANIA!!"

TIEF
Diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei! Bereits das 2008er Machwerk "Licht" war ein Rückschritt, obgleich das Album nicht wirklich schlecht war. Immerhin hatte es auch seine richtig guten, ja sogar genialen Momente, wie etwa "Der Elende", "Es wird schlimmer", "Auferstehen soll in Herrlichkeit" oder die Ballade "Nach der Ebbe". Aber abseits dieser vier Songs sah es bereits recht mau aus und man sagte sich: Naja, eine Band kann nicht immer nur starke Scheiben hervorbringen. Beim nächsten Mal geben sie wieder mehr Gas. Mehr als 3/5 Punkten wären hier nicht drin gewesen, also Durchschnitt.

TIEFER
Vom Album "Moral & Wahnsinn", das 2011 erschien, war ich wirklich enttäuscht. Es stellte einen weiteren Rückschritt gegenüber dem Vorgänger da. Noch weniger Härte, noch weniger Tiefgang, noch weniger Witz, noch weniger Reiter-Flair. Bis auf "Hammer oder Amboss", "Dr. Pest" und dem Titelsong, war das Album eher als Rohrkrepierer zu bezeichnen. Aber immerhin hätte dieses sich noch wenigstens 2 von 5 Punkten verdient gehabt. Zu dieser Zeit ahnte ich bereits, dass die Luft bei den Reitern wohl endgültig raus ist und der Vorgänger wohl doch nicht nur eine vorübergehende Schwäche war. Dennoch wollte ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, dass die Reiter wieder zu alter Glorie zurückkehren würden.

TIEFPUNKT
Aber auch dieser Funken Hoffnung wurde mit der neusten Scheibe anno 2014 jäh zunichte gemacht! Mit "Tief.Tiefer" erreichen die Apokalyptischen Reiter nun den absoluten Tiefpunkt ihrer musikalischen Laufbahn. Wie passend daher der Albumtitel! Metal? Fehlanzeige! Texte mit Sinntiefe? Fehlanzeige! Eingängige Melodien zum Mitgrölen? Fehlanzeige! Als Metal sowieso nicht, würde ich dieses Album aber nicht mal mehr als wirkliches Rockalbum bezeichnen. Dafür ist es einfach zu poppig. Ja, richtig gehört: Poppig! Die Reiter unternehmen mit dieser Scheibe einen Ausflug in die tiefsten Tiefen musikalischen und lyrischen Untalents und irgendwo bewegen sich die Lieder dabei im weichgespülten Schnulzensumpf zwischen den neuen Sachen von Subway to Sally und den älteren Sachen von Unheilig.

Es gibt auf dem Album nicht einen einzigen Anspieltipp, nicht einen einzigen Song, von dem man behaupten könne, die Scheibe hätte wenigstens noch ihre guten 5 Minuten. Nein, es sind 0 Minuten. Nicht eine Sekunde vermag dieses Album zu glänzen. Ich habe es einmal angehört und dann in die Ecke gepfeffert. Prädikat: SCHROTT! Der Akustik-Teil ist zwar ganz nett, aber mehr auch nicht und vor allem deshalb hatte ich wenigstens gehofft, dass der erste Teil dafür umso mehr Härte zeigt, sozusagen als guter Kontrast zur Akustik-Scheibe. Aber das ist nicht der Fall. Die erste von beiden Scheiben ist zwar kein Akustik, dafür aber dennoch genauso schnulzig und ohne jegliche Härte. Seich, lasch, kraftlos, dudelt so vor sich hin, ohne auch nur im Geringsten mitzureißen.

Damit kann ich nun endgültig sagen, dass die Apokalyptischen Reiter Geschichte sind. Generell, aber ganz speziell auch für mich persönlich. Das war das letzte Album, das ich mir von den Reitern angehört habe. Immerhin habe ich aufgrund des Vorgängers hier nicht bereits den Fehler gemacht, es mir zu kaufen und habe es mir vorher angehört. Welch Glück! Wenn man sich anschaut, was aus dieser Band geworden ist, kann man eigentlich nur noch heulen. Wenn man sich Lieder anhört wie "Gone", "Der Teufel", "Terra Nola" oder "Die Schönheit der Sklaverei" - das waren Meisterwerke! Und dann hört man sich zum Vergleich dieses Geseiere vom neusten Album an, da könnte man eigentlich schon fast blind vor Wut werden und alles kurz und klein schlagen.

Deutschland hat damit wieder eine seiner größten Bands verloren. Damit folgen nun auch die Reiter manch anderen einst grandiosen deutschen Metalbands (wie z.B. Edguy) in die ewigen Jagdgründe.
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am 13. Juni 2014
Die Tracks vom zweiten Teil des Albums sind ganz gut, obwohl die ruhigeren Songs eher nice to have statt essentiell für mich sind. Doch auch der erste Teil kann nicht vollends überzeugen. Sicher, es gibt den ein oder anderen besseren Song. "Wir" oder "Die Wahrheit" kann man sich gut anhören, doch andere Tracks wie etwa "Was bleibt bin ich" hauen mich nicht unbedingt vom Hocker. Das gewisse Etwas fehlt leider, ob es die gewisse Verrücktheit des Vorgängeralbums oder die Härte früherer Alben ist, sei einmal dahingestellt. Die Langzeitmotivation hält sich bei mir jedenfalls in Grenzen. Da erhoffe ich mir beim nächsten Album wieder etwas mehr "Reiter".
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Leider, leider....das neue Output der Reiter ist für mich eine Enttäuschung, ohne wenn und aber. War "Moral + Wahnsinn" zwar auch nicht das gelbe vom Ei, war aber im großen betrachtet ein gutes Album, so ist "Tief, Tiefer", ein relativ glattgespültes Album (DoCD) ohne besondere Höhepunkte...quasi ein sogenanntes "Sicherheitsalbum", nach dem Motto...:"...bloß Stilmäßig nirgendwo anecken..."
Ich will gar nicht in Details gehen, dass haben hier schon viele andere User gemacht, nur soviel: Die 20 Stücke auf dieser DoCD, sind auf satten 75:15 Minuten verteilt, dass ist natürlich ein Plus, auch wenn auf der 2.CD lediglich ältere, akkustisch neu aufbereitete Songs sind. Auch, sind dann doch drei Stücke dabei, die recht gut sind: "Die Welt ist Tief", "So Fern" und auch "2 Teufel", wissen größtenteils zu überzeugen. Viel mehr jedoch kann ich da beim besten Willen, nicht finden/hören.
Die Weimarer Band gibt es schon seit 1995 und sie standen für knackigen guten Metal mit intelligenten Texten...bisher jedenfalls. Meine drei Lieblingsalben der Reiter: "Samurai"/2004, "Riders On The Storm"/2006 und "Licht" von 2008, sind Spitzenalben und Qualitätsmäßig von "Tief,Tiefer", meilenweit entfernt. "Tief,Tiefer" ist nett, ohne Ecken und Kanten, eben weichgespült. Wenn das der neue Stil der Reiter werden soll, dann "Gute Nacht".
Bands, die in den letzten Jahren von diversen guten Metal-Genres kommend, zum Massenkompatiblen, weichgespülten Allerweltsrock/Metal mutierten, gibt es leider in letzter Zeit immer häufiger.
Wie auch immer, hoffe das "Tief, Tiefer" nur ein Ausrutscher war, ansonsten haben die Reiter einige ältere Fans weniger...
Aus Nostalgie-Gründen und mit viel, viel Augenzudrücken gerade noch 3 Sterne.
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am 2. Juni 2014
Wenn man eine bekannte Band nennen will, die für qualitativ starken deutschen Metal steht, kommt man an den Apokalyptischen Reitern nicht vorbei. Vor allem für ihre Vielseitigkeit sind die Weimarer, die lange Zeit sogar zur härteren Fraktion innerhalb des Metals gehörten, weithin geschätzt. Auf ihrem neuen Doppelalbum „Tief. Tiefer“ stellt sich allerdings ein Problem: Bisher wanderten die Reiter bereits zwischen den Stilen, aber innerhalb der metallischen Musik (Death Metal, Melodic Death Metal, Black Metal, Thrash Metal, Power Metal, Folk Metal…). Diesmal werden allerdings selbst die Grenzen des Metal überschritten. Das muss noch kein Aburteil sein und auf dem zweiten Albumteil „Tiefer“ zeigen die Reiter auch gekonnt, dass (beinahe) akustische Musik von ihnen gut funktioniert. Sie selbst sagen von sich, sie könnten beide Extreme, hart und das Gegenteil, spielen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Nur müsste dann „Tief“ logischerweise für den harten Teil der Musik verantwortlich sein. Die Betonung liegt auf „müsste“…
Nur ist der Härtegrad im Vergleich zum letzten Album „Moral & Wahnsinn“ (2011) leider wieder etwas gesunken. Gerade die Gitarrenriffs, die sich bei vielen Titeln auf wenige Passagen beschränken, dürften ruhig druckvoller sein. Sir G. am Schlagzeug zeigt weiterhin seine Qualitäten, man hat jedoch das Gefühl, dass er sich – ähnlich wie schon auf den letzten beiden Alben – arg zurückhält, denn wie viel er wirklich kann, weiß man, wenn man sich „All You Need Is Love“ (2000), „Have A Nice Trip“ (2003), „Samurai“ (2004) und „Riders On The Storm“ (2006) zu Gemüte geführt hat. Gerade ein paar Blastbeats von ihm hätten der Scheibe gut getan. Sänger Fuchs kann man derweil kaum Vorwürfe machen; er hat seine stimmliche Leistung tendenziell sogar wieder etwas gesteigert (Anspieltipp: „Wir“). Lob dafür!
Zweiter Kritikpunkt: Gewisse neue Einflüsse lassen den Magen so manches Hörers bei so manchem Lied sich umdrehen. Gemeint ist die nicht zu leugnende Adaption von Electro- / Techno- Elementen, wie sie auf „Tief“ stattfindet. Was sich die Reiter bei Drumcomputer- Einsatz, flächigen Synthesizern und ähnlichem Zeug gedacht haben, bleibt ein Rätsel. Stattdessen hätte der an und für sich geniale Keyboarder Dr. Pest lieber mal wieder etwas mehr exotische oder traditionelle Instrumentals einstreuen sollen. Schade! Manch starke Lied- Idee, manch gute Komposition und manch genialer Lied- Aufbau wird dadurch versauert (bestes Beispiel das Titellied „Die Welt Ist Tief“). Die Texte werben weiterhin für die Intellektualität der fünf Musiker, auch wenn sich diesmal ein paar lyrische Schwachstellen eingeschlichen haben („Wo Es Dich Gibt“, „Ein Leichtes Mädchen“, „2 Teufel“). Letzteres ist jedoch nicht so weitgehend zu monieren, dass man dahinter eine Tendenz vermuten könnte.
Insgesamt ein eher schwächeres Werk für Reiter- Verhältnisse. Diesmal setzt es wenig Apokalypse, sondern leider überwiegend nur Elektro- Rock mit teils viel Bewerbung fürs Radio („Es Wird Nacht“), maximal mit einigen Anleihen aus dem Metal gesegnet. Man sollte aber deshalb nicht so ungerecht sein, der Gruppe Verrat an der Musik oder Kommerz- Geilheit vorzuwerfen. Alles passiert aus einer ungeheuren Experimentierfreudigkeit heraus. Zwar kann diesmal leider kein Titel restlos überzeugen, jedoch hat auch beinahe jedes Lied das gewisse Etwas; dahinter steckt einfach immer noch die Genialität der Apokalyptischen Reiter. Und die sind immer mal für ein richtig starkes Album gut; deshalb braucht man sich für die Zukunft nicht zu sorgen. Ein Wandel wieder hin zu härterer, schnellerer Musik und eine Abkehr vom elektronischen Pfad wären dafür allerdings schon nötig! Man greife als Motto einen schon älteren Titel auf: „Wir hoffen“…

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (4 / 5)
Im Voraus als erstes Lied bekannt geworden. Damals wirkte es für eine Vorabveröffentlichung eher mittelmäßig. Im Nachhinein betrachtet (gerade im Vergleich mit manch Anderem) ein gutes Lied, das sich v.a. mehr und mehr steigert. Starkes Schlagzeug; toller, hymnischer Refrain mit durchdachtem Text. Es stört die Elektronik.

Wir (4 / 5)
Das wohl, wenn auch knapp, stärkste (und härteste) Lied des Albums. Auch hier stören wieder elektronische Klänge ein wenig. Aber ansonsten wirkt es wie eine gelungene Zusammensetzung aus den beiden letzten Alben (Refrain und Gitarrenarbeit) und früheren Zeiten (Growl- Gesang, ja auch den gibt’s noch!). Der Chorus prescht schön nach vorn! Voll Energie!

Wo Es Dich Gibt (2 / 5)
Enttäuschend! Der ordentliche Gesang des Refrains und das Klavier sind schon das einzige, was irgendwie an die Reiter erinnert, selbst was die letzten neueren Werke betrifft. Elektro- Musik mit erschreckend drucklosen Gitarren zwischendurch, poppigem Refrain und belanglosem Text. Der TIEFpunkt des Albums; geeignet für Pop- Radiosender und ähnliches.

Was Bleibt Bin Ich (2,5 / 5)
Etwas härterer Elektro- Rock, in den Strophen eher holprig. Insgesamt weder metal-tauglich, dazu ist es zu wenig hart und die Gitarren nicht druckvoll genug, noch massentauglich, denn es fehlt (Gott sei Dank!) ein richtig schnulziger Refrain wie im Vorgängerlied. Drumcomputer im Mittelteil – traurig! Gesang und Text ordentlich, aber insgesamt ist das Lied eher unteres Mittelmaß.

Ein Leichtes Mädchen (2,5 / 5)
Plätschert nur vor sich hin. Sicher sind Gitarren unüberhörbar vorhanden, aber auch nur im Refrain, nicht in den Strophen. Bleibt überdies trotz wenig Härte kaum hängen. Ergo: Ein leichtes Liedchen, das in Sachen Text nun auch nicht unbedingt positiv auf sich aufmerksam machen kann.

Ein Vöglein (3,5 / 5)
Mehr oder weniger ein kurzes Interludium, wenigstens das kennt man in der Richtung schon von früheren Alben. Etwas sehr traurig, aber auch sehr ordentlich, weil man zumindest im Vergleich zum übrigen Material hier nichts bemängeln kann. Ein Höhepunkt ist es aber natürlich auch nicht.

Es Wird Nacht (3 / 5)
Das Lied zeigt immerhin gute Ansätze in Sachen Melodie und Komposition. Aber sehr schwach ist der ruhige, plätschernde Anfang einer jeden Strophe mit Drumcomputer im Hintergrund. Erst dann steigert sich die Strophe jeweils und im Refrain wird es härter. Durch das ständige Neubeginn- Schema des Refrains wirkt aber auch alles insgesamt eher schlageresk.

Die Wahrheit (4 / 5)
Gefällt schon besser: kraftvolle Strophen mit schnellen Gitarren, wenn auch durchmischt mit etwas Elektronik. Ein eingängiger Refrain, gut gesungen, der relativ reitertypisch klingt. Erinnert an „Erwache“ und wäre auf den letzten Alben als ordentliches, rockiges, nur eben weniger hartes Stück durchgegangen. Leider ist so etwas diesmal sogar noch eins der härteren Lieder…

2 Teufel (3,5 / 5)
Eigentlich ein recht guter Titel, der mit starkem Getrommel beginnt. Und, welch Wunder: Die elektronischen Töne bleiben aus oder zumindest im Hintergrund, stattdessen erklingt Klavier. Endlich! Auch die Gitarren können schon eher an früheren Glanz anknüpfen. Nur ist hier leider der Text eher schwach ausgefallen, was man von den Reitern eigentlich so nicht kennt.

Die Welt Ist Tief (3,5 / 5)
Sehr, sehr schade, dass diese tolle Komposition mit starkem Text von Synthies & Co. versauert wird. Gerade z.B. die Zupfer- Klänge in den Strophen, Gesang, die Rufe zwischendrin und auch die Riff- Passagen würden nämlich gut klingen. Das Titellied ist auch bestes Beispiel für den Hauptkritikpunkt am Album: Früher hätten sie mehr aus solchen Ansätzen gemacht.

So Fern (4 / 5)
Ein ordentlicher Abschluss, der auf „Moral & Wahnsinn“ noch etwas untergegangen wäre, auf „Tief“ aber eher positiv auffällt. Weit von wirklicher Härte entfernt, aber immerhin krachen die Gitarren im Refrain trotz viel Melodie und Eingängigkeit ordentlich. Gesanglich stark!
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am 28. Juli 2014
Tja was soll man sagen?
Ich hatte lange Zeit mit mir gerungen, ob ich mich auf das neue Album freuen sollte, war ich doch schon mit dem Vorgänger nichtmehr wirklich zufrieden. Nachdem dann "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit " als Preiview erschienen war, war ich bereit meine Meinung zu revidieren und hab mir die CD ohne weiteres Testhören gekauft. Leider habe ich dann aber bemerkt, dass eben eganntes Lied das einzige für mich dauerhaft höhrbare Lied der CD ist.
Die Band geht im Grunde den schon länger eingeschlagenen Weg sehr konsequent weiter, weg vom 'klassischen' Metalgenre. War ich aber mit Licht und einigen Teilen von Moral&Wahnsinn noch einverstanden ist das nun nicht mehr der Fall. Inzwischen ist kaum noch etwas von den älteren Reitern übrig. DIe Musik klingt für mich schlicht zu lasch und musikalisch zu experimentell. Ich bin zwar diversen anderen genres nicht generell abgeneigt aber hier wird einfach zu viel vermischt was letztlich einfach nur noch unpassend wirkt.
So Leid es mir für eine meiner Lieblingsbands tut aber für mich ist das Kapitel DAR mit diesem Album erstmal beendet, bis sich der Stil wieder etwas mehr in Richtung der alten Scheiben bewegt.

Wem die (zu?) große Experimentierfreudigkeit allerdings nichts ausmacht und auch nichts gegen den inzwischen sehr massentauglichen Sound hat kann hier allerdings ruhig mal reinhören.

Wer primär die alten Reiter und eher klassischen Metal bevorzugt wird hier vermutlich nicht glücklich werden.
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am 30. Mai 2014
Vorwort: Ich werde hier meine subjektive Meinung wiedergeben.Ich bitte die zu respektieren,sowie ich alle anderen Meinungen respektiere.Ich werde mich auch nicht mit "Ey,das ist ja kein Metal mehr" oder "Das sind nicht mehr die Reiter die ich kannte" begnügen. Denn das würde den Reitern nicht gerecht werden. Sie haben viel Arbeit und Herzblut in ihre Musik investiert.

Ich bin seit ca. 6 Jahren ein treuer Fan und fand bisher jedes Album gut.Alle Weiterentwicklungen habe ich als Fortschritt angesehen und nicht als "Verrat" wie es von manchen genannt wird.

Zum Beispiel beim letzten Album, fand ich den Text sehr gut durchdacht und wunderbar doppeldeutig."Moral ist eine Hure und wechselt gern das Kleid.Der Wahnsinn ist der Bock der sie zuweil besteigt. ..." Wunderbarer doppelter Sinn.Konnte ich mich wunderbar reindenken. Jetzt sind die Texte "gewollt intelektuell" geschrieben.Mir kommt es an vielen,wenn nicht gar an allen Textpassagen so vor: "Wir müssen was besonderes schaffen.Komme was wolle".
Desweiteren ist der sonstige Biss verloren.Ausnahme von :"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit","Wir","Was bleibt bin ich","Die Welt ist tief".
Ich fand die kontinuierliche Weiterentwickling gut.In ihrem Genre.Jetzt kommt es mir wie eine X-beliebige Rock Boyband vor...
Ich werde nun die Lieder werten.Allerdings ohne Punkte,da diese nicht das Herzblut des Musikers wiederspiegelt.

Freiheit,Gleichheit,Brüderlichkeit:
Ein gutes Lied.Guter Anfang,man weiß "wer" gemeint ist.Mit dem Text kann ich mich auch anfreunden,wenn ich ihn trotzdem eher als "gewollt" empfinde."Hier herrscht keine Freiheit,denn Freiheit herrscht nicht" .Klingt für mich wie "Hier ist es kalt,weil's nicht warm ist". Aber ok...ich versteh den Ansatz.

Wir:
Guter Text.Bissige Musik.Ein wunderbares Spiel zwischen klarem Gesang und growlen.Macht Spaß zuzuhören.Man weiß was man kriegt.Mit der klaren Passage wird Spannung aufgebaut,die dann voll im Growl aufgeht.Ein wirklich gutes Lied.

Ich überspringe jetzt einen Titel.Komme darauf zurück...
Was bleibt bin ich:
Zuerst denke ich der Musiker will seine "Muße" finden.Dann denke ich,dass es um eine Frau geht...ich bin verwirrt.Was will mir dieses Leid sagen?Ich finde keine Antwort. Den musikalischen Teil finde ich experimentel...im negativen Sinne.Wie ne Pop Rockgruppe.Es springt kein Funken über wie bei "Wir".

So,und jetzt fasse ich Titel zusammen.Sie sind wie aus einer Schmiede.
Ein leichtes Mädchen, Ein Vöglein, Es wird Nacht, Die Wahrheit, 2 Teufel:
Sorry Reiter.Aber ich komme aus dem kopfschütteln nicht mehr heraus. Was sind das für Texte: "Die Wahrheit ist dort,wo sich Himmel und Erde in die Berühren".Entschuldigung.Was soll das? Ok.künstlerische Freiheit.Aber man kann echt in alles zuviel reininterpretieren. Alle Titel empfinde ich als zu schnulzig.Kein Biss,nur gesäusel.Wie gesagt:Weiterentwicklung super.Aber bleibt Genre treu.Das war nicht gut.

Die Welt ist tief:
Text leider wieder zum kopfschütteln.Musikalisch finde ich's super.Was soll ich noch schreiben.Ich kann mich leider nur wiederholen...sorry...

So fern:
Ach komm.Denkt es euch.Wahrscheinlich langweile ich euch.Es ist doch eh wieder derselbe Salat...

Fertig.Puh endlich!Musste das loswerden.Ich bin wie man merkt kein Musiker und schreibe auch nur wenn es mir wichtig ist.Aber das war einfach ein Griff ins Klo. Leute,hört auf mit den Haterkomments bei FB: Wie "Ich dislike euch"etc. Das haben sie nicht verdient. Äußert vernünftige Kritik und bleibt ihnen treu. Das sind verdammt gute Musiker und Menschen. Metal on Reiter! Bis zum nächsten Konzert!
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