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am 5. Juli 2014
Mein Vorgänger rezensiert die jüngst herausgekommene Aufnahme zwar flockig, aber auch etwas allzu unkritisch.
Er beschreibt das Booklet als "nicht glücklich". Hätte er das, was darin steht, aber reflektiert, müsste er doch stutzig geworden sein über die Wahl Netrebkos für die Giovanna. Die Frezzolini wird nämlich als äusserst zarter und fragiler Sopran beschrieben, Mit ihrer allzu dick-klebrigen, intonationsunsicheren und nicht ganz flexiblen, geschweige denn koloraturfähigen Pastosität kann die Netrebko aber nicht weit genug entfernt sein von der Creatrice dieser Partie. Sie erreicht für meinen Geschmack die Qualität der Caballé in keinster Weise und auch jene Ricciarellis nicht. Dass die Lieblingsversion besagten Herrn jene mit Tebaldi ist, kann ich ebenfalls nicht wirklich nachvollziehen. Ich habe diese mittlerweile gehört. Bei der Tebaldi hält sich ja hartnäckig das einmal unheilvoll geäusserte Prädikat der Engelsstimme. Wer ist eigentlich auf diesen Unsinn gekommen? Die Tebaldi hat im tieferen und mittleren Register in ihrer jugendlichen Blüte sicher einen ordentlichen (keinen ausserordentlichen meiner Meinung nach), aber kräftig hausbackenen Ton. Die Höhe war bei ihr seit frühester Zeit keineswegs engelsgleich wie etwa bei Caballé, sondern tendierte zur säuerlichen und gepressten Schärfe, die sich im reiferen Alter noch verstärkte. Abgesehen ist bei dieser Einspielung die Tonqualität derart miserabel, dass wirklich nur ein ganz hartgesottener Fan zu dieser Version greift.
Zurück zur jüngsten Netrebko-Aufzeichnung: deren Partner lassen für mein Ohr ebenfalls zu wünschen übrig:
Meli, ein neuer Bergonzi: auf so einen Irrsinn muss man erst einmal kommen... Domingo - es ist ja nicht verwunderlich bei seinem Alter - nur noch ein Schatten seiner selbst mit einer ermatteten, schlecht gestützten und vibratoüberladenen Stimme.
Das Plus der Aufnahme (1 Stern): die Crispness des Orchesterklanges. Man hört mehr Instrumente heraus als bei den wenigen Vorgängeraufnahmen. Das Dirigat ist ganz ordentlich, aber nicht durchwegs berauschend, was die Tempi betrifft. Carignani hat schon sehr viel Besseres vollbracht. Sehr ärgerlich auch, dass man heute mit all dem angeblichen Verständnis für Werktreue immer noch wie in alten Zeiten kürzt. Die Oper ist ja eh schon so kurz (2h)! Wohl ein Tribut an stimmlich-technische Einschränkungen der Sänger(?) Oder an die sich finanziell auswirkende Effizienz?
Man kauft die Aufnahme wohl nur, weil es auf dem Markt so wenig Alternativen gibt und man als Opernnarr eine weitere, jüngere Version im Regal stehen haben möchte.
77 Kommentare| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2014
Warum Netrebko? Sicher weil der Name zieht. Warum Domingo und Netrebko? Gib den Leuten Spektakel und sie freuen sich unbändig und vielleicht auch etwas unkritisch. Netrebko ist durchaus eine klasse Sopranistin, aber gewiss nicht die beste. Die entwicklung ihrer Stimme gefällt mir nicht. Domingo geht halt seinen speziellen Weg, der die einen freut, die anderen weniger. Die geschmacklose und völlig schamlose Vermarktung um die beiden versuche ich nicht mit zu bewerten.
Möchte man die Entwicklung der beiden verfolgen und hat schon eine Giovanna d'Arco, erhält man hier eine hübsch dargebrachte gut abgemischte moderne Liveaufnahme.
Möchte man eine gute Aufnahme der Giovanna d'Arco erwerben, muss man den sämtlich nicht ganz befriedigenden wählen: Ich würde vor dieser zu Simoneto (emotionaler, Klang halt anno 1951, und Bergonzi, der durch Meli nicht von fern erreichte) oder zu Levine raten (Caballé singt eine grandiose Giovanna, auch sonst eine recht runde Aufnahme, vielleicht klanglich zu fett und undifferenziert).
Hoffen wir also auf eine bessere Aufnahme in der Zukunft.
P.S. Herr Tagliavini singt auch mit.... bitte merken! Spitzenkraft, der man zukünftig einiges zutrauen sollte!
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am 7. Juli 2014
Diese Aufnahme findi ich nicht so schön wie die mit der Monserat Caballe', liegt aber vielleicht auch daran, dasss ich ein totaler fan von der Caballe' bin.
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