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TOP 500 REZENSENTam 24. Juni 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )|Verifizierter Kauf
Ja,dieses Buch ist brutal und schockierend, doch was erwartet man von einem Buch, das über die Gräuel des Krieges berichtet? Einen Krieg, der mehr als 20 Jahre zurückliegt und sich mitten in Europa abgespielt hat. Und hat man die Kriegsverbrecher dingfest machen können und ist ein gerechtes Urteil über diese Personen, die Menschen schlimmer wie Vieh behandelt haben, verhängt worden? Ich bezweifele es und bin beim Lesen immer wieder erschrocken, zu was Menschen fähig sind, wenn sie fanatisch sind.

Dieses Thema wird in dem Buch Tribunal behandelt, das zwar fiktiven Urspungs ist, obwohl viele bekannte Namen im Zusammenhang mit dem Balkankrieg genannt werden, dabei aber so real wirkt, als wenn es sich um eine Berichterstattung handelt.

Jasna Brandic ist Topermittlerin des Tribunals in Den Haag. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen ausfindig zu machen, die vor dem Tribunal Aussagen gegen den Massenmörder Kovac machen. Doch der Versuch scheitert. Ein Attentat, bei dem Jasna die einzig Überlebende ist, macht alle Hoffnungen zunichte. Wird es noch eine zweite Chance geben ?

Dieses Buch ist ein harter Brocken, keine Frage und es fiel mir an einigen Stellen schon schwer weiter zu lesen. Doch was erwartet man von einem Buch , das einen Krieg zum Thema hat? Auch Hitlers "ethnischen Säuberungen" sind schwer zu verkraften, doch es ist Teil unserer Geschichte und so auch der Balkankrieg.
Zu Anfang hatte ich schon etwas Schwierigkeiten mit dem Sprachstil des Autors, der etwas stakkatohaftes an sich hatte, doch je weiter ich gelesen habe, je mehr hat mich die Handlung gefangen genommen, erinnerte sie mich doch schon an die Realität. Mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen wie Milosevic oder Karazic ihre menschenverachtenden Machenschaften verteidigten. Auch das undurchdringliche Netz von Helfern und Helfeshelfern kann ich mir gut vorstellen. Wie viele Leute wohl heute noch, ohne überhaupt gefasst zu werden, auf dem Balkan weiterleben.
Über Opfer und Täter berichtet dieses Buch, über den Willen der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Aber sind die, die versuchen die Gerechtigkeit siegen zu lassen, wirklich die Gewinner? Ein Sieg, der teuer bezahlt wird, nämlich mit ewiger Angst.
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Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Nachdem ich einige kritische Stimmen zu diesem Buch gehört hatte, ging ich mit einer gewissen Skepsis an "Tribunal" heran, um dann allerdings sehr positiv überrascht zu werden.

Positiv ist hier allerdings relativ zu sehen, positiv war der Sog, in den es mich zog, die Faszination, die ganze erwartungsvolle und spannungsgeladene Stimmung, die sich entwickeln, der Inhalt hat mich allerdings doch auch ziemlich mitgenommen.
Es ist kein gefälliges Bild Serbiens und seiner Geschichte, das der Autor hier zeichnet, sondern ein sehr eindringliches Bild einer furchtbaren Zeit, die die Menschen geprägt und in vielen Fällen auch zerstört hat.

Es ist ein Bild von Folter und Grausamkeit, das hier gezeichnet wird. Diese werden allerdings für mein Empfinden hier noch eher verhalten angedeutet, nicht ausgelebt und in epischer Breite ausgeführt, aber gerade dadurch, durch die Details, die die eigene Fantasie noch beiträgt, sind diese Szenen besonders intensiv. Man sollte nicht zu zartbesaitet sein, wenn man dieses Buch liest, das ist sicher. Viel trägt zu diesem Gefühl allerdings auch das Wissen bei, das sich tatsächlich vieles von den geschilderten Gräueln auch in der Realität abgespielt hat, wenn nicht genauso, doch ähnlich genug.
Es gab die Massaker, es gab die Gräueltaten und noch immer sind längst nicht alle Verbrecher aus dieser Zeit bestraft.
Ein Buch, das mich dazu bringt, die Hintergründe und die Fakten des damaligen Geschehens zu hinterfragen, das mich dazu bringt, meinen PC anzumachen und zu suchen, was ich alles über die Zeit finde, kann nicht ganz schlecht sein, im Gegenteil, ich denke, es hat erreicht, was es wollte: Es fesselt den Leser noch über die eigentliche Geschichte hinaus.

Mit Sicherheit ist der Schreibstil André Georgis nicht jedermanns Fall, er ist schnell, er ist hart, er schwenkt schnell von einem Bild zum anderen und er hat definitiv keine poetischen Töne in seinem Repertoire. Ich bezweifle allerdings auch, dass er das will und ich glaube auch nicht, dass man mit einer zarteren Schreibweise diesem Thema so gerecht würde.
Mich erinnert der Schreibstil ganz klar daran, dass der Autor ein erfolgreicher Drehbuchautor ist, vieles an seinen Schilderungen erinnnert mich an einen Film und lässt auch entsprechende Bilder in mir aufsteigen, Rückblenden, Überblendungen, ein ganzes Kaleidoskop an Bilder steigt beim Lesen auf.

Die Protagonistin Jasna Brandic ist eine sehr starke Persönlichkeit, die den Leser mit sich reisst, wenn sie versucht, den Kronzeugen der Anklage lebend ins Gericht zu bekommen, eine starke, aber dennoch sehr menschliche Persönlichkeit, die die Berichte ihrer Zeugen, insbesondere der weiblichen Zeuginnen, die Opfer der politischen Situation wurden, verinnerlicht hat, sich mit ihnen indentifiziert und versucht, ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Jasna ist selber im Einsatz und vor Ort, um Zeugen zu suchen und um Drahtzieher der Grausamkeiten, die damals verübt wurden, vor Gericht zu bringen. Diese Suche wird ihr selber zum Verhängnis und führt sie dorthin, wo der Krieg, über den vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verhandelt wird, noch allzu präsent ist.
Hier finden sich Männer, deren Zeit nicht weitergelaufen ist, die zu viele Grausamkeiten begangen haben, um in einem friedlichen Leben noch zurecht kommen zu können, hier wird noch immer gefoltert und von hier aus wird auch der in Den Haag inhaftierte Anführer Kovac noch unterstützt, der dort auf seine Verhandlung wartet. Und genau hier soll Jasna einen Zeugen finden, der gegen Kovac aussagt.

Gen Ende ging es mir fast ein wenig zu schnell, ich hatte das Gefühl, dass mir irgendetwas entgangen ist, so dass mich das Ende insgesamt ein wenig unbefriedigt zurückließ, insgesamt aber gefiel mir das Buch sehr (sofern man das bei einer derartigen Thematik sagen kann) und ich kann es auf jeden Fall empfehlen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. Juni 2014
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Krieg in Jugoslawien - das war für mich als Thema ganz weit weg.

Dieses Buch hat ihn mir eindrücklich wieder in Erinnerung gerufen.

Der Krieg ist vorbei, jetzt gilt es, Kriegsverbrecher für ihre Greueltaten vor dem Tribunal in Den Haag zur Rechenschaft zu ziehen.

Gar nicht so einfach, da Kronzeugen eingeschüchtert und ermordet werden.

"Metall, Glas Blut. Alle tot. Warum lebe ich noch? -- Jasna Brandic, Topermittlerin des Tribunals in Den Haag, überlebt als Einzige ein brutales Attentat auf ihren Kronzeugen. Ohne diesen droht das Verfahren gegen den Massenmörder Kovac endgültig zu scheitern. Da erreicht Jasna die Nachricht, dass ein international gesuchter Kriegsverbrecher bereit ist, gegen Kovac auszusagen – vorausgesetzt, sie schafft es, ihn vor seinen eigenen Leuten zu schützen und lebend nach Den Haag zu bringen. Jasna setzt auf eigene Faust alles daran, den Mann zu finden. Sie ahnt nicht, dass sie Teil eines perfiden Spiels ist, eine Jagd auf Leben und Tod beginnt."

Das Buch beschreibt Gewalt sehr hart und realistisch, das ist nichts für zartbesaitete Gemüter, aber es war ja auch ein grausamer und entsetzlicher Krieg. Das Buch hat mich auf jeden Fall bis zur letzten Seite nicht losgelassen und auch hinterher thematisch noch verfolgt.
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Tribunal von Andre Georgi befasst sich mit dem Thema Krieg, genauer gesagt dem Krieg im ehemaligen Staat Jugoslawien. Der älteren Generationen in Deutschland wird der Krieg, seine Gräueltaten und Dimension sicherlich noch in den Köpfen präsent sein, mir jüngeren Generation eher nur aus dem Geschichtsunterricht.

Diese Wissenslücke füllt dieses Buch zu meinem Leidwesen sehr genau aus. Prägnant, präzise und schonungslos offen werden mir sämtliche Details der Zeitgeschichte „nett“ verpackt präsentiert. Auf manche Schilderungen hätte ich getrost verzichten können - soviel dazu.

Die Personen wirken sehr durchdacht- sie agieren nach einem festen Muster und man hat als Leser des Öfteren schon im Vorfeld eine Vorstellung wie sie agieren würden. Nichts desto trotz fehlt es den Personen nicht an Authentizität. Man nimmt ihnen ihre Rolle definitiv ab, was gerade im Besonderen für die Hauptfiguren gilt. Besonders die weibliche Hauptperson beeindruckte mich in manchen Szenen mit ihrer mutigen und harten Art.

Die Geschichte selber dümpelt zuweilen sehr dahin und besticht mehr durch die oben schon erwähnten Geschichtsdiskurs ganz so als wollte der Autor die „harten“ Fakten des Krieges nicht unerwähnt lassen. Leider kommen die harten Fakten immer dann zum Vorschein wenn gerade sowas wie Spannung entstanden ist, die dann nach drei Seiten Geschichtskurs selbstverständlich wieder dahin ist. Das Ganze vollzieht sich dann gut drei oder viermal in dem Buch so- bis endlich die letzten 60 Seiten Spannung pur sind und über allem die Frage steht ob sie es schaffen werden.

Ein oder zwei Logikbrüche sehe ich dem Autor ebenfalls nach- gerade wenn es um den inhaftierten Schwerverbrecher geht werden manche Dinge doch recht absurd erzählt aber gut das soll die ohnehin schon geschmälerte Lesefreude nicht noch weiter schmälern.

FAZIT:
Persönlich berührt hat mich das Buch leider – trotz des brutalen und doch menschlich sehr nahegehenden Themas Bürgerkrieg- nicht. In manchen Szenen war ich beeindruckt von dem dort agierenden Charakter doch zu mehr hat es leider nicht gereicht- zu abstrakt wenn gleich auch brutal blieben die Schilderungen, zu wenig Tiefe lag in den Charakteren –ja irgendwie blieb alles stumpf.In meinen Augen keinesfalls ein Thriller ( und wenn dann nur die letzten 50 Seiten!)
Daher nur 3 von 5 Sternen.
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Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Kriegsverbrecher Kovac sitzt in Den Haag vor Gericht. In seinem schusssicheren Kasten wirkt der Massenmörder kühl, distanziert - und als sei er jederzeit der Herr der Lage. Und das, obwohl er auf der Anklagebank sitzt. Gefährlich könnte ihm allenfalls die Aussage des Kronzeugen Oreskovic werden, der von Jasna Brandic, einer Ermittlerin des Tribunals in Den Haag geschützt werden muss und zur Verhandlung gebracht werden soll. Während sich im Gerichtssaal unschöne und brutale Szenen abspielen, nehmen draußen nicht nur die Scharfschützen des Tribunals ihre Stellungen ein, sondern auch ein Killer, der es auf den Kronzeugen abgesehen hat...

André Georgi ist ein straffer, spannender, humorloser und brutaler Thriller gelungen. Die 315 Seiten sind schnell gelesen, wenngleich er sich für den Auftakt (Gerichtssaal und die Verbringung des Kronzeugen dahin) recht viel Zeit genommen hat. Mich stört, dass der Klappentext zuviel verrät. Hier hätte ich mir von Verlagsseite etwas mehr Zurückhaltung gewünscht. Dass Georgi spannende Stoffe zu schreiben vermag, hat er bereits als Drehbuchautor unter anderem für den "Tatort" und "Bella Block" unter Beweis gestellt. Was mir stilistisch weniger gut gefallen hat, ist, dass Georgi komplett auf wörtliche Rede in Anführungs- und Schlusszeichen verzichtet hat. Das widerspricht gängigen Schriftsatz-Regeln und verkompliziert die Rezeption unnötig.

Die Covergestaltung finde ich gelungen, die Titel-Typografie in Versalien ist geprägt und matt, während der Rest des Covers glänzend ist.

Von mir insgesamt vier Sterne und eine Leseempfehlung für Freunde kompromisslos erzählter Thriller. Hier werden keine Gefangenen gemacht.
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TOP 500 REZENSENTam 6. April 2014
Jasna Brandic ermittelt für das Tribunal in Den Haag gegen Kriegsverbrecher im ehemaligen Jugoslawien. Als ihr Kronzeuge ermordet wird, ist sie am Boden zerstört. In diesem Moment bietet sich ein weiterer Kronzeuge an und Jasna möchte die sich ihr bietende Chance ergreifen.

Ich hatte bereits die Leseprobe von diesem Roman gelesen und muss sagen, dass mich diese nicht überzeugt hat, dafür fand ich den Anfang zu hektisch mit den viel zu kurzen Kapiteln und Sprüngen. Nach den ersten Seiten hatte man sich allerdings daran gewöhnt.

Schon das Cover ist bezeichnend, eine der weiße Taube mit ausgebreiteten Flügeln und dem roten Schriftzug „Tribunal“ Titel darüber.

Die Handlung ist gradlinig mit vielen Überraschungen und Wendungen ohne unrealistisch oder unglaubwürdig zu sein. So wird die Spannung immer mehr bis zum Ende des Buches hin gesteigert.

Der Autor André Georgi zeigt sich verantwortlich für mehr als zwanzig Drehbücher fürs Fernsehen (Tatort und Bella Block). Sein Schreibstil ist kurz und prägnant, er schreibt nicht viel um die Themen herum, sondern spricht sie direkt an. So entstand ein realistischer und manchmal auch ein brutaler Thriller, mit einer düsteren Stimmung, aber ganz dem Thema entsprechend.

Fazit: Gelungener Thriller mit unglaublicher Geschwindigkeit und dazu gutem Schreibstil. Ein durchweg rundes Werk, das mich sehr positiv überrascht hat und vollkommen überzeugen konnte.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Juli 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Jasna Brandic, Topermittlerin des Tribunals in Den Haag, überlebt als Einzige ein brutales Attentat auf ihren Kronzeugen. Ohne diesen droht das Verfahren gegen den Massenmörder Kovac endgültig zu scheitern. Da erreicht Jasna die Nachricht, dass ein international gesuchter Kriegsverbrecher bereit ist, gegen Kovac auszusagen – vorausgesetzt, sie schafft es, ihn vor seinen eigenen Leuten zu schützen und lebend nach Den Haag zu bringen. Jasna setzt auf eigene Faust alles daran, den Mann zu finden. Sie ahnt nicht, dass sie Teil eines perfiden Spiels ist. Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt.

"Tribunal" von André Georgi hat ein sehr gelungenes Cover, das sofort neugierig auf den Buchinhalt macht. Die Taube auf schwarzem Hintergrund und als Akzent der rote Titel - hätte ich den Roman in einer Buchhandlung entdeckt, hätte ich ihn mir vermutlich sofort gekauft.

"Thriller" steht außerdem auf dem Cover und als einen solchen würde ich das Buch auch bezeichnen. Bei Thrillern ist mir die Spannung mit einem überraschenden Ende immer sehr wichtig und die Spannung kommt hier definitiv nicht zur kurz. Allerdings muss ich anmerken, dass der Roman viele brutale und schonungslose Szenen enthält, die nichts für zarte Gemüter sind. Wer wie ich ein sehr bildhaftes Vorstellungsvermögen besitzt und noch dazu zart besaitet ist, wird bei der Lektüre auf eine harte Probe gestellt. Wer in dieser Hinsicht aber eher unempfindlich ist, wird beim Lesen keine Probleme haben. Für meinen Geschmack war "Tribunal" zu brutal, aber das liegt an mir persönlich und vermutlich hätte ich Sensibelchen einfach nicht zu einem solchen Werk greifen dürfen, deshalb lasse ich diesen Aspekt auch bei der Bewertung außen vor.

Sprachlich wiederum konnte mich der Roman überzeugen. Man merkt, dass André Georgi kein Newcomer mehr ist, sondern schon diverse Werke (u.a. für den "Tatort"!) geschrieben hat. Es hat mich beim Lesen bloß gestört, dass die Satzzeichen der wörtlichen Rede weggelassen wurden. Vermutlich ist das ein Stilmittel, allerdings hat es meinen Lesefluss unterbrochen, weil ich immer unbewusst darüber gestolpert bin. Sonst verfliegen die Seiten aber im Nu und ehe man es merkt, ist man schon am Ende des Romans angekommen.

Wer sich für den Krieg in Jugoslawien interessiert, sollte bei "Tribunal" auf jeden Fall zugreifen. Außerdem empfehle ich den Roman auch allen anderen Freunden von rasanten Thrillern, die kein Problem mit brutaleren Szenen haben.
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TOP 500 REZENSENTam 5. Juli 2014
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Inhalt:
Jasna Brandič ist Ermittlerin des Tribunals in Den Haag und hat es endlich geschafft, einen Kronzeugen aufzuspüren, der gegen den Massenmörder Marko Kovać aussagen wird. Kurz vor der Verhandlung wird der Kronzeuge erschossen, und es sieht fast so aus, als würde es niemanden mehr geben, der gegen den serbischen Kriegsverbrecher aussagen könnte.

Doch dann taucht plötzlich ein weiterer Zeuge aus Kovać' engstem Kreis auf. Jasna macht sich auf den Weg nach Serbien, um diesen Zeugen zu treffen und außer Landes zu bringen. Doch Kovać' treue Anhänger versuchen, sie und den Zeugen zum Schweigen zu bringen.

Mein Eindruck:
Ich habe mich schon intensiver mit den Jugoslawien-Kriegen und mit den Massenvergewaltigungen im Bosnien-Krieg beschäftigt und war demnach sehr gespannt auf diesen Thriller.

Mir hat 'Tribunal' sehr gut gefallen, obwohl der Thriller vor allem gegen Ende recht konstruiert und immer mehr wie ein Actionfilm wirkt. Ich finde aber, dass die Themen vom Autor sehr gut und überzeugend bearbeitet wurden und dass man hier auch noch etwas über die Jugoslawien-Kriege, den Balkan-Konflikt und die Verarbeitung der Kriegstraumata lernen kann. Selbstverständlich ist 'Tribunal' oft sehr brutal und bisweilen waren mir die Schilderungen zu detailliert und etwas zu blutrünstig, aber man muss auch sagen, dass es nun einmal um Krieg und Kriegsverbrechen geht. Jeder, der sich mit diesen Kriegen näher beschäftigt hat, weiß, dass der Autor hier - leider - sehr authentisch war und dass er sich sehr an die Realität in Bosnien, Serbien etc. gehalten hat.

Auch sprachlich hat mir das Buch gut gefallen. Die Sprache Georgis ist stakkatoartig, passt aber sehr gut zum Thema des Buches, wirkte auf mich sehr realistisch und machte die Geschichte sehr glaubwürdig. Auch die fehlende Kennzeichnung der wörtlichen Rede fand ich - im Gegensatz zu anderen Rezensenten - nicht anstrengend, nicht sonderbar und nicht störend. Ich habe das Buch in nur wenigen Stunden und fast ohne Unterbrechung ausgelesen, was meiner Meinung nach sowohl für den Inhalt als auch für die Lesbarkeit des Romans spricht.

Mein Resümee:
Ein extrem spannender Thriller, ein historisch relevantes und sehr fesselndes Thema, allerdings etwas zu konstruiert und für meine Begriffe etwas zu actionlastig.
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Dieser Politthriller ist gewiss nichts für zart beseitete Leser. Er ist brutal bis ins Detail. Schlimmer noch, oft fragte ich mich, was ist Fiktion, was war damals wirklich so, oder so ähnlich.

Was geschah damals in Višegrad?

Bei aller Brutalität der Geschicht, traf mich diese Frage noch mehr. Krieg ist wohl immer brutal, aber besonders widerlich sind die Rädelsführer, die keinerlei Reue oder auch nur ansatzsweise einen Hauch Mitgefühl mit Menschen haben - auch nicht längerer Zeit nach der offiziellen Beendigung des Krieges. Stattdessen haben sie eine unterwürfige und anbiederde Loyalität zu Ihresgleichen, jedenfalls so lange derjenige die gleiche Einstellung teilt.

Nun ist André Georgis Buch eine Fiktion, wie weit Georgi real recherchierten Szenen involviert, kann ich nicht sagen. Dennoch lässt mich das Buch nachdenklich zurück.

Zum Plot: Jasna und ihre Kollegen sind auf der Suche nach Zeugen und Beweismaterial gegen den führenden Kopf der "Wölfe" Kovác. Es gab tatsächlich die Sivi Vukovi (graue Wölfe- eine serbische Spezialeinheit). Kovác wähnt sich trotz Haft in Sicherheit, er hat auch jetzt noch die Fäden in der Hand und der Kronzeuge fällt einem Attentat zum Opfer. Das Tribunal braucht aber einen Zeugen, Beweise.

Jasna und der Ankläger Peneguys bekommen einen anonymen Hinweis für eine neue Spur. Sie fahren nach Belgrad und die Suche nach dem nächsten Zeugen beginnt. Besonders Jasna gerät in vielerlei Hinsicht tief in die Geschichte.

Der Schreibstils Georgis ist teilweise mehr als gewöhnungsbedürftig. Er rutsch manchmal in eine sehr vulgäre Gossensprache ab. Das Wort "Scheiße" ist noch recht harmlos und taucht nicht selten auf.

Stilkritik ist an einigen Stellen angebracht.

Hier sind einige Beispiele:
"[... ] die ewig feuchten, dunkelroten Lippen, obszön wie eine ins Gesicht gemalte Vagina." (S. 140)

"[..] der graue Himmel hat vergessen, dass es hier je einen Sommer gegeben hat" (S.183)

"Noch nie hat jemand einen Kampfhund um sein Leben winseln gehört. Danach hat der Wolf eine Schäferhündin bestiegen, das Blut des Kampfhundes an den Zähnen" (S.89)

"[...] die nach Dispokediten und Pfändungsbefehlen stanken." (S. 109)

Das erschwerte mir das Lesen und führt zu Punkteabzug.

Unterm Strich
_____________________

Sehr detaillierter, bruataler Politthriller über den Balkankrieg, der aber auch nachdenklich macht. Georgie zeigt anhand von Einzelbeispielen die Grausamkeit der Kriegsverbrechen.
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Jasna Brandic ist Topermittlerin und arbeitet für das Tribunal in Den Haag. Ihr Job ist es Kriegsverbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen, damit sie verurteilt werden können. Im Fall Kovac, einem Massenmörder, hat Jasna einen Kronzeugen aufgespürt, den zu der entscheidenden Gerichtsverhandlung bringen soll. Doch es gibt einen Anschlag und alle sterben dabei bis auf Jasna. Sie wird zwar schwer verletzt, überlebt aber.

Jasna will Kovac verurteilt sehen und versucht weitere Zeugen zu finden. Da meldet sich jemand bei ihr, der bereit ist, gegen Kovac auszusagen. Aber Jasna soll ihn abholen und bis zur Verhandlung beschützen.

Die Geschichte ist sehr interessant und man erfährt auch viel zur Historie und den Menschen zur damaligen Zeit. Als Leser erhält man viele Einblicke in den Bürgerkrieg im Ex-Jugoslawien, sowohl politischer wie auch menschlicher Natur. Dies lockte mich zu Beginn und mich hat der Informationsgehalt auch nicht enttäuscht.

Was mir das Buch aber etwas schwer gemacht hat, war der Schreibstil. Mit kurzen, teil abgehackten Sätzen kommt zwar Tempo in die Geschichte, jedoch machte der Autor es für mich schwierig, das Buch flüssig lesen zu können. Es gibt viele Verfolgungsjagden, die der Autor sehr spannend beschrieben hat. Doch dazwischen gibt es immer wieder Längen, bei denen man die Spannung vermisste.

Bei der Brutalität scheiden sich sicherlich die Geister. Einige Szenen hat er sehr genau beschrieben und regelrecht ausgeschlachtet, jedoch habe ich schon anderes gelesen, so dass ich es zwar als brutal, aber nicht als übermäßig fand. Im Rahmen des Buches war es meines Erachtens sogar angebracht, denn die Zeit brachte diese Szenen einfach mit sich und der Autor wollte damit sicherlich ein Bild der Zeit wiedergeben.

Was mich allerdings, neben dem Schreibstil, noch gestört hatte, war die Vorhersehbar mancher Szenen oder Aktionen. Man konnte fast schon erahnen, wie es weiter ging oder was passieren würde und hatte damit wenige Überraschungsmomente, die auch zu Lasten der Spannung gingen.

Das Cover finde ich gelungen, eine weißte Taube auf schwarzem Grund, über die sich quer in blutroter Schrift das Wort Tribunal zieht. Alleine wegen des Covers hätte ich das Buch im Handel schon einen zweiten Blick gewürdigt.

Fazit:
Der Schreibstil war definitiv nicht meiner, die teilweise vorhersehbaren Passagen schmälerten noch zusätzlich den Spannungsbogen, jedoch machten mich die Beschreibungen des menschlichen Umfeldes nachdenklich, sodass das Buch noch einen gewissen Nachhall in mir hat.
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