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Kundenrezensionen

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Dann will ich mich mal kurz fassen. Zum natürlich diskussionswürdigen Filminhalt kein Wort liefern (außer, dass Sorrentino hier wirklich ein für mich total unerwartetes, kleines, visuelles, stimmungsgeladenes und - meineserachtens - auch storytechnisches Meisterwerk abgeliefert hat), ABER mal so richtig auf die Blu Ray hier eingehen.

Wie hab ich mich gefreut. Der Film schon längst aus den Kinos. Dann die Ankündigung von DCM den Film hierzulande auf Blu Ray rauszubringen und dazwischen dann noch der Auslandsoskar. Und dann das Listing auf Amazon, eine "exklusive" Mediabook Edition im Angebot zu haben. Vom Preis her nicht gerade im Billigsegment anzufinden, aber naja...die Freude, den Film endlich daheim in HD genießen zu können (und auch mal einfach so mitten in einer schön inszenierten Szene auf Standbild schalten zu können), stand dann doch im Vordergrund. Und die Vorbestellung war also raus.

Dann die Lieferung und jetzt mein Eindruck von dieser so "exklusiven" Blu Ray von Paolo Sorrentinos "La Grande Bellezza":

Die Technik zum Film:
Das Bild:
Man merkt, dass der Film zum Großteil rein digital "geschossen" wurde.. Schön daher die Klarheit der Bilder, weniger schön, aber wahrscheinlich technisch bedingt, das (bewusste?) Flächenrauschen, das mitunter leicht wahrnehmbar ist. Lag's an meiner technischen Stümperhaftigkeit, das mir dies so in's Auge gesprungen ist oder hat's vielleicht auch damit zu tun, dass meine Augen unmittelbar vor dem ersten Filmstart die technisch so brilliante Blu Ray von "The Master" gesehen haben, aber das Flächenrauschen ist bei der La Grande Bellezza Blu Ray doch da, jetzt aber auch nicht unbedingt augennervtötend.

Ton:
Makelos. Wie erwartet. Hör aber Filmton nur in Stereo. Bidirektionale Surroundeffekte gibt's in dieser Sorte von Film aber wohl sowieso nicht so viel. Ach, doch! Der Soundtrack! Klar, brilliant kommt der rüber. Tolle Dynamik. Bestes Demo: die ersten 15 Minuten des Films. Zuerst ruhige Momente, dann der römische Chor und dann plötzlicher Schwenk auf Partymusik mitsamt kreischender Einleitung. Herrlich. Der Far L'Amore hämmert wunderschön. Auch in Stereo. Toll.

Ausstattung:
Hui, hier wird's intressant!
Bevor ich zum mitgelieferten Bonusmaterial komme, kurz ein Hinweis, dass der italienische O-Ton auf der Scheibe drauf ist und sich herrlich mit deutschen Untertiteln koppeln lässt. Ideal!
Das Bonusmaterial selber war nach dem ersten Mal anschauen, sogar "spannender", als vorher noch gedacht. Das Interview mit Sorrentino ist doch sehr aufschlussreich (auch wenn dieser ein wenig genervt bzw. vor-lauter-Interviews-ganz-müde rüberkommt) und dem Interviewer sind doch ein paar ganz nette, unübliche Fragen eingefallen (Schwerpunkt Musik, Image der Kirche etc.). Auch der wunderschöne, hypnotisierende Teaser-Trailer ist in der deutschen Variante mitdrauf. Und dann ist da noch dieses dritte Feature - die B-Roll zum Film. Hach, wie war ich skeptisch - zu sehr kenn ich noch die als "Making-Of" getarnten, unkommentieren B-Rolls von den DVDs der allerersten Stunde (Kinowelt und Dark City ole!), aber diese B-Roll hier wird...ich will's mal so sagen...dem Film total, wirklich total gerecht. Es werden hier vom Set Aufnahmen hergenommen und z.T. parallel mit fertigen Szenen kombiniert, womit man als Film-affiner Zuseher wunderbar schön und schnörkelos mitbekommt, welcher Aufwand in welcher Kameramontage den nun tatsächlich drinnensteckt. War total fasziniert davon, wie gut dieses Feature schlussendlich funktioniert - ganz ohne Kommentar und langen Erklärungen. Sehr schön, nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang.
Mehr Bonusmaterial gibt's dann aber leider nicht. Ein Audiokommentar wäre sehr wünschenswert gewesen, aber naja. Diesen hat dann am Ende ja nicht einmal die amerikanische Criterion Edition des Films zu bieten (siehe [...]), was das ganze dann doch ein wenig relativiert ;)

Zum Mediabook:
Ja! Ich würde mal sagen - es ist den Aufpreis wert (obwohl momentan scheint das Mediabook sogar gleich teuer zu sein, wie die normale Plastikhüllen Variante). Die ersten Seiten des Mediabooks haben zwar ein wenig den Charme einer Werbebroschüre, aber dann passt der Inhalt doch noch! Meines Erachtens sehr sogar! Interview mit Sorrentino, Gedanken zum Film, Bilder (auf stärkeren Normalpapier gedruckt, kein Hochglanzpapier, wie z.B. in amerikanischen Mediabooks zu finden!) und dann eben - da hab ich dann wirklich schmunzeln müssen - ein kleiner Reiseführer, wo man in Rom welche Dreh-Locations findet ;) Wer's genauer oder mit eigenen Augen sehen will: ich hab auch ein paar Bilder hier hochgeladen.

Unter'm Strich bin ich natürlich sehr angetan vom Film selber, aber genauso angetan von eben diesem, deutschen Mediabook-Release. Klare fünf Sterne von mir also!
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44 Kommentare| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2014
Falls ja, dann machen sie sich auf den Weg, um sich -La Grande Bellezza- zu schnappen. Für Fellini-Fans ist Paolo Sorrentinos Film nicht nur ein Fünf- sondern sogar schon ein Sechs-Sterne Kandidat. Wer nicht auf surreale, rauschende Bildabenteuer a'la Fellini steht, sollte lieber die Finger vom Film lassen. Und wer sich mit dem italienischen Altmeister gar nicht auskennt, der kann einfach mal sein Glück versuchen. -La Grande Bellezza- braucht eine zähe halbe Stunde, bis der Funke der Geschichte zündet. Was dann kommt, findet man im Bereich Kinofilm nur noch selten. Ein Fest von Kamera, Licht und Kulisse, wie es nur wenige Filmemacher auf der Welt hinbekommen. Dazu eine Geschichte von Schönheit, Dekadenz, Reichtum, Liebe und Tod, die nachdenklich stimmt und sehr vielschichtig daherkommt. Wie sagt Protagonist Jep Gambardella so schön: „Das ist mein Leben... und es ist Nichts.“

Jep Gambardella(Toni Servillo) hat vor Jahrzehnten einen erfoglreichen Roman geschrieben. Ein Nachfolger erschien nie. Jep ist mittlerweile Journalist und schillernder Mittelpunkt der Schickeria Roms. Keine Party findet ohne ihn statt. Doch Jep selbst ist kein versnobter, dekadenter Schönling, im Gegenteil. Der 65jährige erkennt jede Situation detailgenau, hält seinen Mitmenschen den Spiegel vors Gesicht und ist gnadenlos in der Analyse der Reichen und Schönen. Allerdings macht Jep sich Sorgen. Er wird alt. Alles, was sein Leben momentan ausmacht, wird so nicht weitergehen. Jep will sich nicht mehr mit Dingen beschäftigen, die ihm keinen Spaß machen. Als er die Stripperin Ramona(Sabrina Ferilli) kennen lernt, hat er endlich einen Menschen, mit dem er reden kann. Doch dieses Glück ist nicht von Dauer. So nimmt Jep seinen Platz in der Römer Welt der Schönen und Reichen wieder ein und driftet einem ungewissen Ende entgegen...

Was für ein seltsam, schräger Film. Es ist der Charakter Jep, der uns bei -La Grande Bellezza- so anpackt und mitnimmt. Allein Jeps Schlussworte des Films sollten in Stein gemeißelt werden. So wahr und treffend beschreiben sie unser Leben. Paolo Sorrentino schafft es zudem seinen Film entweder mit dröhnender Kopfschmerz-Partymusik oder aber mit einem Streichorchester zu unterlegen, bei dessen Klängen es uns fast die Tränen in die Augen treibt. Im Mittelpunkt der gesamten Produktion steht Sorrentinos Kamera. Sie wird zu unserem Auge, dem wir gnadenlos vertrauen müssen. Wer Fellini nicht kennt, der könnte hier und da glauben, er hätte sich in einen Woody Allen Film verirrt. Aber da liegt man(natürlich) falsch. Sorrentino huldigt Fellini mit einem Film, der alles andere als einfach, dafür aber facettenreich und einzigartig ist.

Ganz sicher wird -La Grande Belleza- für den ein oder anderen Zuschauer ein unglaubliches Meisterwerk sein. Manch anderer wird den Film schlichtweg für dekadentes Autorenkino halten. Aber sie wissen ja: Was sie davon halten, dass müssen sie schon selbst herausfinden. Ich wünsche ihnen jedenfalls viel Spaß dabei. Es wird vielleicht nicht einfach, aber da ist es wie im Leben. Manchmal muss man erst ein paar Hindernisse überwinden, um belohnt zu werden...
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am 8. März 2014
Es gibt hier tatsächlich Rezensenten, die diesen Film hätten niemals sehen dürfen. Warum schauen sich Menschen Kunst an, wenn diese eigentlich Kommerz wollen? Ein Petit Four ist eben kein Snickers! Oscar, Golden Globe, EUR Filmpreis, British Academy Film Awards und Sieger bei 21 weiteren Film-Festivals. Mehr muss ich glaube ich dazu nicht mehr schreiben.

Wundervolle Bilder; sicher mit die schönsten, die man auf einer Leinwand sehen kann. Allein der Abspann ist bereits mehr Wert, als viele große Filme zusammen. Ein echtes Meisterwerk. Darüber hinaus spielt der Hauptdarsteller Servillo einfach grandios.

Sorrentinos Verbeugung vor Fellini, aber auch Scola oder Ferreri ist deutlich, aber gleichzeitig gelingt ihm mit "La Grande Bellezza" etwas ganz Originäres, Trauriges und Schönes zugleich. Denn die Welt ist eine andere. Es ist eine der Feste in edlem Gemäuer, der zugedröhnten Seelen auf der Suche nach Nähe und verlorener Jugend – und einer ratlosen Kirche.

Absolute Empfehlung!
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Juli 2014
Lob und Tadel liegen hier dicht beieinander. Für die einen ist "La Grande Belezza" eine dreiste Fellini Kopie, die durch die tollen Bilder die Inhaltslosigkeit verdeckt, für andere ist der Film von Paolo Sorrentino eine wunderbare Hommage auf den Fellini Kosmos, darüberhinaus eine magischer Städtefilm und eine kluge Reflektion über die Vergänglichkeit. Tatsächlich sind die Verweise auf Fellinis Werk stark dominierend. Sorrentinos Hauptfigur Jep Gambardella (Toni Servillo) ist die ältere Ausgabe von Marcello Mastroiannis Boulevardfotograf mit Schriftstellerambtionen aus dem Klassiker "La Dolce Vita" Beide bewegen sich als Akteur und Beobachter durch ein sommerliches Rom. In "La Grande Belezza" ist man als Zuschauer von Anfang an mit dabei und sieht dem dekatenten Treiben in der Stadt zu. Optisch und inhaltlich präsentiert Fellini Fan Sorrentino eine moderne Variante von "Satyricon" und macht schnell durch die Verweise der Vergangenheit klar, dass sich der Mensch kein bisschen geändert hat. Es wiederholt sich heute alles, was einmal war vor 50 Jahren oder in der Antike. Rom ist heiß, unbeteiligt, mondän, schön und dekadent. Mittendrin der Partylöwe Jep, der seinen 65. Geburtstag feiert und versucht ein Resümee seines Lebens zu ziehen, was ihm gar nicht so einfach fällt, denn die Eindrücke der Stadt überstrahlen alles und so hat er wenig Zeit sich selbst wirklich zu reflektieren, er ist aber immerhin ein begnadeter Zyniker und hat vor Jahren den einzigen schriftstellerischen Erfolg gehabt. Dieser finanzielle Erfolg half ihm später das Leben wie eine Party ausschweifend zu feiern. Jep, der meistens eine Zigarette im Mund hat, sucht auch im Hier und Jetzt die Orte seines gelangweilten Luxuslebens auf. Hier schimmert gelegentlich der Hauch von Verfall durch - eine Komponente, die Fellini in "Das süße Leben" noch nicht hatte, da er junge Menschen in dieser Metropole zeigte - mit all ihren Hoffnungen. Es ist die Bitterkeit des Alters, die mitschwingt. In der Anfangsszene sieht man japanische Touristen, die begeistert sind von den Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadt und Rom tut alles erdenklich atmosphärische für seine Besucher - ein Frauenchor singt oben im Säulengang über dem Brunnen und sorgt mit den Bildern für einen der zahlreichen magischen Momente des Films. Dann fällt einer der Touristen im Anblick größter Begeisterung einfach tot um - so schnell scheint alles ohne Sinn. Unser gealteter Lebemann scheint sich auch die Sinnfrage zu stellen, ohne wirklich weiter zu kommen. Stattdessen streift er durch die grandiose Stadt und lässt sich treiben. Seine Wohnung ist direkt am Colosseum gelegen. Dort trifft er sich mit seinen Freunden und philosophiert oder tratscht. Von seiner Dachterasse aus, sieht man auf die antike Arena, auf die fast menschenleere Stadt und auf einen idyllischen Klostergarten. Rom wirkt interessanterweise im Film extrem leer, die Menschen sind kaum sichtbar vor lauter Sehenswürdigkeiten. Und solche Momente finden sich oft im Film, die Stadt wirkt dann wie eine Art Sarkophag - trotz der wilden Partys, die abgehen und trotz der römischen Nächte mit ihren Gesichtern, die alle aus Fellini Filmen entsprungen sein könnten. Natürlich gibt es in Rom auch Giraffen und Flamingos, irrwitzige Geistheilungen, trendige Beerdigungen und auch die Religion ist allgegenwärtig. Ein Kardinal, der Kochrezepte zum Besten gibt und eine 104jährige Missionarin, die einer Mumie gleicht...Sorrentinos Film wurde genauso oft zerrissen, wie er als Meisterwerk in den Himmel gelobt wurde. Ich glaube man muss sich selbst ein Urteil bilden. Die Kamerarbeit von Luca Bigazzi ist jedenfalls Weltklasse und der Film wirkt durch die Bilderflut in vielen Sequenzen hypnotisch und magisch. Die große Schönheit und die große Leere sind hier dicht beieinander, wie es dem Macher wohl vorschwebte. Hauptfigur Jep versucht hier ein Resümee zu ziehen und seinem Leben eine neue Richtung zu geben, doch es darf bezweifelt werden, dass ihm das auch nur in Ansätzen gelingt. Er sucht die Antworten dann auch nicht in der Zukunft, sondern blickt zurück in seine Jugendtage und eiine Schlüsselszene am Meer kommt ihm immer wieder in den Sinn. Ich persönlich fand den Film schon sehr gut gemacht, auch wenn er mit seiner Laufzeit von fast 2 1/2 Stunden besonders im letzten Teil Gefahr läuft, dass die Bilderflut so hoch war, dass man von einer gewissen Reizüberflutung sprechen könnte. Aber keine Frage: Sorrentnos Film ist jetzt schon ein Klassiker und konnte zahlreiche Preise gewinnen, darunter den Oscar als bester ausländischer Film und vier Auszeichnungen beim begehrten Europäischen Filmpreis. Auch die Filmmusik ist edel ausgewählt und ist Teil der Dramaturgie.
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am 11. Januar 2014
Die Cannes-Filmfestspiele 2013 hatten so einige interessante und gute Filme, doch bei einem Film war sich die ganze Presse einig - Paolo Sorrentinos bezauberndes Meisterwerk "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" galt als einer DER Höhepunkt des gesamten Festivals.

Der Filmtitel ("Die große Schönheit") ist ernst zu nehmen, hier werden staunenswerte Aufnahmen von Rom und des mondänen Lebens präsentiert und so gleicht dieser sinnliche Bilderrausch sowohl einem Gemälde als auch einer Touristentour durch jene antike Stadt, womit der Film mit japanischen Touristen treffender nicht hätte beginnen können.
Dabei kreist Sorrentino in seiner Geschichte um die Themen "Leben", "Tod", "Liebe" und "Sex", letztendlich sind ihm diese sogar wichtiger als eine autobiografische Darstellung seines Protagonisten, schliesslich steht dieser ebenfalls im Bezug mit genannten Themen.
Der Protagonist wird von seinem Stammschauspieler Toni Servillo (The Consequences of Love, Il Divo) gemimt; er verkörpert seine Rolle sehr gelassen und im Laufe der Handlung sehr in sich gekehrt. Dennoch gehören ihm immer wieder Höhepunkte des Films, etwa wenn er seine "Freundin" über ihre Lügen und ihren Charakter aufklärt (während Cannes gab es hier während der Szene tosenden Beifall, das einzige Mal im Wettbewerb!)
Der Film wird endgültig zur Bereicherung der Sinne durch die perfekte Cinematographie, denn sowohl Kamera und Schnitt, als auch Musik und Fotographie sind auf exzellentem Niveau. Hier werden Partyszenen zum Erlebnis, sodass man gleich mittanzen möchte, die Tour durch Rom wirkt wie ein aufgenommenes Urlaubsvideo in Perfektion und dadurch verliert sich der Zuschauer schlicht und einfach in den Straßen, Ecken und Winkeln Roms.

Fazit: Paolo Sorrentino (The Consequences of Love, Il Divo, Cheyenne) kreiert eine bestaunenswerte Hommage, einen Bilderregen, ein wahrhaftes Rauschfest, an Rom und wandelt dabei auf den Spuren seines großen Landsmannes Federico Fellini (La Dolce Vita).

PS: Der Abspann ist einer der schönsten der Filmgeschichte, auch hier gibt es wieder wunderschöne Aufnahmen und eine kleine Tour durch Rom.

10/10 - Meisterwerk

Zum Bild:

Das Bild ist körnig, jedoch dadurch auch natürlich und nicht mit x-Filtern geglättet, sodass Details verloren gehen würden. Die Rom-Aufnahmen sehen fantastisch aus und die Farben erstrahlen regelrecht. Zwar gbt es auch einige weichgezeichnete Aufnahmen, diese aber sind wirklich minimal.

Zum Ton:

Es gibt zwei Tonspuren; Deutsch DTS-HD 5.1 Master Audio (ebenso deutsche Untertitel) und Italienisch DTS-HD 5.1 Master Audio (Original-Ton).
Beide haben eine gute Abmischung, gerade die Partyszenen werden zum Erlebnis, dennoch ist allein der fantastischen Stimmbegabung Toni Servillo's wegen der O-Ton zu empfehlen, da die Synchro regelrecht bestimmte Satzinhalte verfälscht und auch die Synchronsprecher lustlos wirken bzw schlecht gewählt sind.

Zur Ausstattung:

Auf der Scheibe befinden sich ein 15:43 min langer "Backstage" Clip, welcher ein paar Einblicke hinter die Kulissen ermöglicht, jedoch ohne Stellungnahmen und Äußerungen des Regisseurs und Stabes. Des Weiteren befindet sich ein 8:35 min langes "Interview mit Paolo Sorrentino", welches einen kleinen Einblick in das Filmschaffen des Regisseurs ermöglicht. Ansonsten ist leider nur noch ein Trailer zum Film zu finden, verglichen mit der US-Scheibe (Criterion Release) leider eher mau und dieses Meisterwerkes nicht würdig.

Zum Mediabook:

Hierbei handelt sich eher um ein Digibook, welches ein 19-seitiges Booklet auf der linken Seite des Digibooks eingeklebt hat und nach links aufgeschlagen werden kann. Die Disc ist auf einer auf der rechten Seite festgeklebten Halterung zu finden. Das Booklet selbst ist sehr informativ und gewährt Einblicke in zwei andere Werke des Regisseurs, in die Biografie des Regisseurs und seines Stammschauspielers Toni Servillo. Dann kann man noch zwei Interviews (mit Sorrentino und Servillo) nachlesen, ein Sightseen-Überblick in Rom samt Karte ist neben einer "Hommage an Fellini" ebenso noch wie die Soundtrack-Liste zu finden.
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am 25. November 2013
Wenn ich mir den Film als Farbe vorstellen müsste, sie wäre Gold. - Zusammen mit dem Antihelden Jep Gambardella erleben wir rauschende Feste und durchstreifen anschließend als Flaneure das nächtliche oder morgendliche Rom - immer auf der Suche nach tiefen Gefühlen – nach Liebe, Leiden und Spiritualität. Rom ist nicht Kulisse, sondern Heldin des Films, die Themen spiegeln sich in den Stadtlandschaften, Menschen und unermesslichen Kunstschätzen. Der Film bietet eine Fülle von Eindrücken und Anregungen. – Unterstützt wird das Ganze von einem Soundtrack mit unerhörter Bandbreite, von den zartesten Farben spiritueller Chormusik bis zum grellsten Elektro.
Der Film geht direkt ins Herz.
PS: Man muss wissen, dass diese Version in italienischer Sprache ist (auch wunderbar diese Sprache! - englische Untertitel sind möglich)
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am 18. Juli 2016
Dieser Film basiert lose auf dem Werk Fellinis und macht dort auch grössere Anleihen. Hin und wieder liest man den Vorwurf des Abklatsches, es handelt sich jedoch m. E. um eine Hommage im besten Sinne.

"La Grande Bellezza" begleitet für einige Zeit den gealterten Dandy und Schriftsteller Jep Gambardella (Toni Servillo) in seinem Leben. Genau wie Fellini geschieht dies Episodenhaft, mit einer teilweise zurückhaltenden, teilweise fast burlesken Bildlyrik. Ebenso im Zentrum wie Gambardella steht die Stadt Rom in ihrer ewigen Schönheit; Sorrentino weiss diese ebenso in Szene zu setzen wie einst Fellini.

Eine Handlung im Sinne eines Plots steht nicht im Vordergrund, Gambardella ist der Welt leicht überdrüssig, und schreibt schon seit Jahren nichts mehr bedeutendes, vielmehr gibt er sich den mondänen Freuden hin, die ihn aber ebenso ermüden. Sowohl seine verlorene Jugend, wie auch seine verfehlte Gegenwart beschäftigen ihn. Sattelitenhaft umkreist wird er von Bekannten aus der römischen Oberschicht, deren Leben ebenfalls episodenhaft teil des Mosaiks dieses Filmes sind.
Schliesslich streift auch "La Grande Bellezza" wie die Fellini-Filme die grossen Fragen ohne Antworten zu finden und begnügt sich mit der gelungenen Darstellung der Ratlosigkeit.

Dieser Film ist allein schon seiner Bilder wegen zu sehen und darüberhinaus eine uneingeschränkte Empfehlung. Es ist bemerkenswert, dass solch ein Film heute überhaupt noch gemacht werden konnte.
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am 12. Oktober 2015
ein berührendes Bild der Abgründe der high society Roms. Klar und traurig aus den Augen eines wahren Clowns.
Traumhaft schön und umgeben von magischen Momenten jedoch ohne zu wissen was damit anzufangen sei, wandelt die Intelligenz einer Stadt durch und in emotionale Deformation. Zu Recht hat dieser Film Oskar und Golden Globe abgeräumt.
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am 25. Juni 2014
...dieser Jep, gerade 65 Jahre alt-er ist in der römischen Schickeria sehr beliebt, ist ein begabter Schriftsteller.Mit ungewohnter Empathie stellt er im richtigen Moment die richtigen Fragen oder gibt die richtigen Antworten,Frauen lieben ihn-er will sie nicht um jeden Preiss verführen,er redet gern mit ihnen -stellt die richtigen Fragen im.....Ein Gentleman, dieser Jep.Er hatte schon genung erlebt, viele Nächte auf den Partys durchgefeiert(diese werden im Film opulent und sehr,sehr schick celebriert).Er begegnet im Film viele skurille Figuren-meistens sind es Künstler, ein in Rom als Exorcist bekannter Bischof ist auch dabei( der am liebsten aber nur vom Essen spricht),er lernt sogar auch eine Heilige( Schwester Maria)kennen, die der Mutter Theresa sehr ähnlich ist(Fellini lässt grüßen). Mit 65 schaut er aber auch zurück, auf sein Leben-wie rar und wie kurz waren die Momente des Glücks, die ihm vom Leben geblieben sind.Mit Eleganz und Grandezza stellt er für sich keine Fragen mehr-Fragen des Lebens meine ich -wieso, warum,wohin.Er weisst, es hat keinen Sinn-wie der Sisyphos werden auch wir nie erfahren wie ist es, wenn die Kugel dort auf der Bergspitze ist(A.Camus lässt grüßen).Und trotzdem lohnt sich diese scheinbar völlig sinnlose Aktivität,das Existieren. Jep ist nicht enttäuscht, resigniert oder verbittert,nein,mit Gelassenheit und Ruhe flaniert er lieber im Morgengrauen durch die menschenleere Stadt(tolle Bilder ,dazu wunderschöne Musik- die Stadt Rom ist DIE Atraktion des Filmes), genießt nachwievor das Essen und die Begegnungen mit den Menschen,und immer wieder die Partys!.Die Bilder vom Meer und seiner ersten Liebe tauchen immer öfters auf.Fast wird man ihm neidig, wie gut er das meistert, das Altwerden,so zu denken(..der Tod wartet schon )macht das Leben erträglicher.Ist es Oberflächligkeit,eine"unerträgliche Leichtigkeit des Seins "?oder doch eine Weißheit,Klugheit,oder-nur ein simpler Trick! -wie es uns zum Schluß Jep selbst erklärt.Ein philosophischer Film, inhaltlich,optisch und akustisch (Musik) ein Juwel,grandios.
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am 20. September 2015
Ein Blick in die Welt der Reichen, der Macher und der (Über-)Lebenskünstleren. Eine Welt ohne "Durchschnittsmenschen". Eine Welt ohne Armut und unterdurschnittliche Langweile. Dieser Film zeigt mit wunderbaren wahren und beobachtenden Augen das bizzare Zusammenspiel von Einfluss und Chance, von Abhängigkeit und Egotrip, von Wiederholung und Neufindung. Eine Welt, in der der menschliche Genius an der Grenze von Leben und Tod steht, kurz vor dem dem psychischen Supergau... Unbedingt ansehen!
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