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Im Rückblick betrachtet war Brosnans Karriere wohl doch eher ein Auf und Ab, als dass durchgehend starke und überzeugende Filme entstanden wären. So beginnt seine Zeit mit "Goldeneye", in dem er einen eleganten und agilen Eindruck hinterlässt und manchmal sogar an Roger Moores Humor anknüpfen kann. Danach folgte mit "Der Morgen stirbt nie" ein Tiefpunkt, in dem Brosnan etwas hilflos durch ein schlechtes Drehbuch irrt. Mit "Die Welt ist nicht genug" folgt aber dann einer der stärksten Bondfilme.

Diesmal macht Brosnan wieder eine gute Figur. Schon in der Eröffnungssequenz, die mit einer furiosen Jagd zweier Boote auf der Themse in London endet, sehen wir wieder den Geheimagenten, den wir alle lieben: Physisch stark, dynamisch, nie um eine schnelle, kreative Lösung verlegen und mit mehr als einer Spur von Selbstironie ausgestattet (die Krawatte wird auch unter Wasser gerichtet). Und nicht viel später wird das eigentliche Thema eingeführt. Bond darf sich verlieben. Nein, nicht nur eine Bettgeschichte. Er ist richtig verknallt, und seine rationale Seite weis auch noch, dass diese Liebe schlecht für ihn sein wird. Und natürlich hilft ihm dieses Wissen nicht weiter. Gezwungenermaßen handelt er dann auch gegen den Befehl vom M. Und natürlich macht Liebe blind und Bond durchschaut daher nicht die Spiele der Bösen in diesem Drama.

Die Böse, soviel sei hier verraten, wird von Sophie Marceau ebenfalls überzeugend gespielt. Kaum etwas erinnert hier noch an "La Boom", in dem Sie als 14-jährige ihre erste Liebe erleben durfte. Nein, als Electra King ist sie ganz Frau, extrem erotisch, wundervoll angezogen, selbstbewusst und unberechenbar. Kein Wunder, dass Bond sich verliebt. Ich hätte es auch getan. Und wie sie sich nackt unter der Bettdecke räkelt, ohne dass man auch nur eine kritische Stelle Haut sehen kann, ist auch eine Kunst. Als es schließlich am Schluss zu einer Art Folterszene kommt, weis man nicht, was Bond mehr weh tut, der komische Stuhl oder die Tatsache, dass Sie vor dem Stuhl steht. Aber selbst das ist alles nicht ohne eine gewisse Erotik dargestellt.

Der Witz des Films besteht nun darin, dass mit dem All-American-Girl Denise Richards das maximale Kontrastprogramm zu Sophie Marceau gefahren wird. Statt der geheimnisvollen, unberechenbaren Europäerin spielt die Richards den Sexy-Kumpeltyp, statt hautengen, eleganten Abendkleidern sehen wir Hot Pants und Wet T-Shirt. Sie ist nett, sie ist ein Partner, sie ist einfach die Gute. Aber wir wissen, dass Bond zwar am Ende des Films eine Nacht mit ihr verbringen wird, vielleicht auch mehrere, aber sie sein Leben nicht wirklich beeinflussen wird. Eine Ablenkung auf Zeit, so schön sie auch sein mag.

Neben diesem Dreiergespann sehen wir noch einen für Bondverhältnisse eher durchschnittlichen Bösen. Leider liegen die Zeiten eines Curt Jürgens oder eines Gert Fröbes als Goldfinger ja schon lange hinter uns. Dafür gibt es einige herausragende Tricks, so darf hier eine Kaviarfabrik durch einen Hubschrauber überzeugend zerlegt werden. Ein BMW Z8, wirklich ein wunderschönes Auto, darf auch eine Rolle spielen. Ein Glück, dass man hier auf die Computertricks des nachfolgenden Films weitgehend verzichtet hat.

Kurz: Ich habe mich großartig unterhalten.
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am 4. Mai 2016
Im Hauptquartier des britischen Geheimdienstes kommt Sir Robert, Öl-Multi und alter Freund von M, bei einem Bombenanschlag ums Leben.

"Wenn man die Größe von Kings Unternehmen bedenkt, kommen viele Menschen an vielen Orten in Frage." - M: "Ich werde es nicht zulassen. Wir geben diesem feigen Terror nicht nach - der uns als Instrument benutzt, um einen Unschuldigen zu töten. Wir werden dieses abscheuliche Verbrechen sühnen. Und wenn wir die Mörder bis ans Ende der Welt verfolgen müssen, sie bekommen ihre gerechte Strafe!"

Der Geheimagent Ihrer Majestät, James Bond alias 007, soll nun den Mörder entlarven und gleichzeitig die Erbin des Milliarden-Imperiums vor internationalen Terroristen beschützen...

M: "Als Elektra King verschleppt wurde, versuchte ihr Vater die Sache allein in die Hand zu nehmen. Ohne jeden Erfolg. Also kam er zu mir. Doch wie Sie wissen, pflegen wir nicht mit Terroristen zu verhandeln. Und entgegen meiner Gefühle, meines natürlichen Instinkts, der wohl in jeder Mutter steckt, riet ich ihm von der Übergabe ab. Ich dachte auf Zeit zu spielen, wäre das Klügste." - Bond: "Sie wollten sie als Lockvogel benutzen." - "Ja." - "Die Summe in Sir Roberts Koffer entsprach verblüffend genau der Lösegeldforderung für seine Tochter. Eine Botschaft. Ihr Terrorist meldet sich zurück!"

M: "Viktor Zokas alias..." - Bond: "Renard. Der Anarchist."
Tanner: "1996 war er in Moskau aktiv. Davor in Pjöngjang, Nordkorea. Außerdem wurde er in Afghanistan, Bosnien, im Irak, Iran, Beirut und Kambodscha gesehen." - Bond: "All die romantischen Urlaubsorte." - Tanner: "Der Mann stellt das Chaos an."
M: "Nach dem Gespräch mit Robert sandte ich 009 aus, um Renard zu töten. Doch bevor er zum Zuge kam, konnte Elektra entkommen. Eine Woche später führte unser Mann den Befehl aus. Er schoss ihm direkt in den Schädel. Dort steckt die Kugel immer noch."
Ärztin: "Der Arzt, der ihn versorgt hat, konnte die Kugel nicht entfernen, darum brachte Renard ihn um. Sie wandert durch das verlängerte Rückenmark [eigentlich Medulla oblongata] und zerstört seine Sinne. Tastsinn, Geschmacksinn und Geruch. Er spürt keinen Schmerz. Er ist belastbarer und zäher als jeder andere Mensch. Irgendwann wird die Kugel ihn töten, aber bis dahin nimmt seine Stärke von Tag zu Tag zu."

"Suchen Sie Elektra auf, 007!" - "Sie soll also wieder den KÖDER spielen..."

Die Welt ist nicht genug (Originaltitel: The World is not enough) ist der NEUNZEHNTE Film der James-Bond-Reihe, die auf der Grundlage von Ian Flemings Romanen entstand. Fleming (1908-1964) war im Zweiten Weltkrieg beim Marine-Nachrichtendienst und Verbindungsoffizier zum US-Marinegeheimdienst.
Der Hintergrund der Handlung im Film ist der Bau einer Öl-Pipeline von Aserbaidschan an die türkische Mittelmeerküste (siehe BTC-Pipeline).

"Ich versuche eine 800 Meilen lange Pipeline zu bauen - durch die Türkei, vorbei an den Terroristen, den Irak, Iran und in Syrien. Im Norden haben die Russen drei Pipelines, die mit meiner konkurrieren. Sie werden alles tun, um mich zu sabotieren. Mein Vater wurde ermordet. Die Dorfbewohner rebellieren - und Sie, Mr. Bond, kommen extra angereist, um zu verkünden, dass mir eventuell Gefahr droht?"

"Meine Familie hat sich schon zwei Mal auf den MI6 verlassen. Ich mache den Fehler sicher kein drittes Mal." - Elektra King

Zum dritten Mal mit Pierce Brosnan (Remington Steele, Dante's Peak, Die Thomas Crown Affäre, After the Sunset, Mamma Mia, The November Man) als 007 ("Was läuft da zwischen Ihnen und Elektra?" - "Alles rein plutonisch."),
der Französin Sophie Marceau (La Boum - Die Fete, Braveheart) als Elektra ("Sie fahren hervorragend [Ski], Mr. Bond." - "Sie mögen es, wenn man hinter Ihnen her ist, was?"),
Robert Carlyle (Trainspotting, Ganz oder gar nicht, Eragon, 28 Weeks Later, Stargate Universe, Rumpelstilzchen in Once Upon A Time) als Renard [französisch FUCHS!] ("Sie wollen mich töten? Ich bin doch schon tot!")
und (leider erst nach 58 Minuten) Denis Richards (Starship Troopers, Wild Things, vier Jahre mit Charlie Sheen verheiratet) als (ach so) Nuklearphysikerin (und heißer Lara-Croft-Verschnitt) Dr. Christmas Jones (Bond: "Miss?" - "Doktor! Jones, Christmas Jones. Und bitte keine Witze. Ich kenne sie alle." - Bond: "Ich kenne keine Doktorwitze."). [Die Glaubwürdigkeit ihrer Figur brachte ihr prompt eine Goldene Himbeere ein - für andere bleibt sie eine heiße Kirsche.]

In weiteren Rollen Robbie Coltrane (Für alle Fälle Fitz, Hagrid in Harry Potter - und wie schon in Goldeneye) als Valentin Zukovsky ("Ich bin jetzt ein aufrechter Geschäftsmann."), Goldie (britischer DJ) als Bodyguard Bull, der Däne Ulrich Thomsen (Das Fest, Das letzte Schweigen, The Thing 2011, Banshee) als Sicherheitschef Davidov und die Italienerin Maria Grazia Cucinotta (Der Postmann, The Rite, Maria Magdalena in mehreren Bibel-Verfilmungen) als Auftragskillerin.

Außerdem (wieder grandios) Judi Dench (Philomena, Mr. Hoppys Geheimnis, Oscar-Gewinnerin 1999 für ihre Rolle in Shakespeare in Love, insgesamt 6 Oscar-Nominierungen) als resolute ("Ich lasse meine Autorität nicht untergraben, 007."), aber auch durchaus (um Bond und Elektra) besorgte M (wie Mutter),
Michael Kitchen (wie schon in Goldeneye) als Tanner, Colin Salmon (wie schon in Der Morgen stirbt nie) als Robinson, Samantha Bond (Downton Abbey) als Moneypenny (spielt die Sekretärin in allen vier Bond-Filmen mit Brosnan),
John Cleese (Fawlty Towers, Ein Fisch namens Wanda - und Mitglied von Monty Python!) als (nach Q kommt) R ("Offenbar eine verfrühte Form des Millennium-Virus.")
und leider, leider ZUM LETZTEN MAL Desmond Llewelyn (insgesamt siebzehn Auftritte) als Q ("Stopp! Stopp! Das ist noch nicht fertig!"). Er starb kurz nach der Premiere auf dem Heimweg von einer Autogrammstunde bei einem Verkehrsunfall.

Rest in peace, Quartermaster. Du hast uns jahrzehntelang viel Freude bereitet!

Regie führte im Jahr 1999 (mit einem Budget von 135 Mio. $) der Brite Michael Apted (Gorky Park, Gorillas im Nebel, Das Gesetz der Macht, Nell, Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte).

"Wenn der gefährlichste Terrorist der Welt mit sechs Kilo waffenfähigem Plutonium herumläuft, kann das nicht gut sein."

"Was brauche ich, um eine ATOMBOMBE zu entschärfen?" - Bond im Irgendwo unter Druck...
"Falls es ÜBERHAUPT möglich ist, wird BOND es schaffen. - Auch wenn ich es ihm NIE sagen würde... Er ist der Beste, den es gibt!" - M

128 Minuten explosiver Agententhriller (und ein bisschen Psychostudie) mit tollen Frauen und einem zersägten BMW. Außerdem einer Bootsverfolgungsjagd auf der Themse, dem Millennium Dome (The O2), einem Skirennen wie zu (naja, nicht ganz) Roger Moores Zeiten und einer Garrotte. Da bleibt einem glatt die Luft weg. Für mich sehr unterhaltsam und Note 2

Der Titelsong "The World is not enough" wird von der US-amerikanischen Rockband Garbage (übersetzt: Abfall) gesungen (Anspieltipps: Push it, Androgyny).

"Ich hätte dir die Welt schenken können." - Bond: "Die Welt ist nicht genug." - "Was für eine dumme Ansicht." - "Das Familienmotto!" [Orbis non sufficit - uns natürlich schon bekannt aus Im Geheimdienst Ihrer Majestät]

Bond-Auto ist diesmal ein BMW Z8 - laut R sogar mit sechs Getränkehaltern.

"Mir waren Männer im Rock schon immer suspekt. Ihnen nicht auch, Q?" - "Ersparen Sie mir Ihre Weisheiten, 007." - "Habe ich etwas Falsches gesagt?" - "Nein. Aber Sie haben etwas ZERSTÖRT. Mein Fischerboot. Auf dem ich meinen Ruhestand verbringen wollte. Fernab von Ihnen. Und jetzt möchte ich Ihnen gerne den jungen Mann vorstellen, den ich mir als Nachfolger heranziehe." [später] "Das mit dem Ruhestand hat noch ein bisschen Zeit, oder?" - "Jetzt hören Sie mal, 007. Ich dachte zwei Dinge hätten Sie von mir gelernt. Erstens niemals zeigen, dass Sie verwundbar sind." - "Und zweitens?" - "Immer einen Fluchtweg offen halten."

EXTRAS:
Audiokommentare von Regisseur Michael Apted bzw. Peter Lamont, David Arnold und Vic Armstrong,
Aus dem Geheimarchiv des MI6 (Sieben nicht verwendete und verlängerte Szenen 12:49, Die Bootsverfolgungsjagd 8:27, "James Bond Down River" Originalbericht 25:04, Geburt einer Ikone: Der Teaser-Trailer wird gemacht 4:26, Hongkong Pressekonferenz 9:46),
007 Missions-Kontrolle (Interaktive Führung durch die Welt von Die Welt ist nicht genug: 007, Die Frauen, Die Verbündeten, Die Bösewichter, Kampfverzeichnis, Das Labor von Q, Exotische Drehorte),
Missions-Dossier (Making Of: Die Welt ist nicht genug 15:06, Bond-Cocktail 22:52, Nachruf aus Desmond Llewelyn 3:22, Musikvideo: "The World is not enough" von Garbage 4:01, Die Geheimnisse von 007: Alternative Video-Optionen 22:31),
Propagandaministerium (Veröffentlichungs-Trailer 2:13),
Bilder-Datenbank (explosive Fotogalerie)

Bond: "Auf WEIHNACHTEN in der Türkei war ich schon immer scharf." - Dr. CHRISTMAS Jones: "Solltest du nicht bald dein Geschenk auspacken?"

"Ich hab mich in dir getäuscht." - "Ach ja, inwiefern?" - "Ich dachte Christmas kommt nur einmal im Jahr." - Bond nach dem Liebesspiel

James Bond will return... in Stirb an einem anderen Tag.

[Anmerkung: Auf den Bildern unten sehen Sie die Blu-ray und die Dvd.]
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44 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. März 2013
aller Bondfilme wurde mit TWINE geschaffen. Das Actiondrama in fast shakespearesker Manier fesselt, nicht zuletzt aufgrund des tollen Ensembles, von der ersten bis zur letzten Minute. Allein Sophie Marceau ist eine Klasse für sich. Ihre Wandlung von der verletzbaren Kindfrau hin zur skrupellosen Femme Fatale ist grandios, im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino. Für mich ist dieser Bond der beste mit Brosnan, noch vor Goldeneye. Es ist mMn auch der echte letzte Bond. Mit Die Another Day wurde das Ende der Bondära eingeleitet. Skyfall führt dieses unsägliche Erbe leider weiter.
An der Blu-ray-Umsetzung gibt es bei The World Is Not Enough ebenfalls nichts zu kritisieren. Eine perfekte Blu-ray für einen perfekten Bond.
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TOP 500 REZENSENTam 13. Oktober 2011
Brosnans dritter Bond hat eine der längsten Vortitelsequenzen der Serie. Wenn Bond Geld wiederbeschaffen soll und ihm in dieser Situation auch jemand das Leben rettet, den man nicht sieht, wird schon hier ein gelunges Spannungspolster geschaffen.
Doch actionmäßig gehts direkt rund, wenn Bond sich eine Bootsjagd über die Themse liefert. Was hier abgeht, stellt die Bootsjagden in "Liebesgrüße aus Moskau", "Der Mann mit dem goldenen Colt", "Moonraker" und sogar die bis dahin Serienbeste in "Leben und sterben lassen" in den Schatten.
Titeldesign und Titelsong sind superb. Garbage ist es gelungen, einen Song zu kreiern, ganz in der Bond-Tradition.
Auch wartet der Film mit einigen gelungenen Ideen auf, wenn Bond mit einem Arm in der Schlinge mal eben bei der Missionsverteilung übergangen wird. Umso cleverer und typisch Bonds Art sich attestieren zu lassen, dass er eben doch 'in Form' ist. Gefolgt von einem genialen Kommentar von Moneypenny.
Fast erschreckend weitblickend, wenn man weiß, dass Desmond Llewelyn kurz nach den Dreharbeiten starb, mutet die Sequenz an, in der Q einen Assistenten vorstellt und wie Q hier von der Bühne abtritt.
Neu für Bond-Filme war hier der Einsatz einer Holoprojektion, aber optisch toll gemacht.
Bond-typisch toll sind mal wieder die Actionszenen im Schnee.
Auch vermag der Film mit dem Zuschauer zu spielen, wenn Elektra im Casino mal eben einen horrenden Betrag verzockt. Man sieht Bonds Misstrauen, tappt jedoch als Zuschauer hier noch genauso im dunklen wie er, was es damit auf sich hat.
Doch ist Elektra generell ein sehr vielschichtiger Charakter. Die toughe Geschäftsfrau, dann die panisch Geängstigte und im Casino die leicht Überhebliche. Aber auch Brosnan gibt Bond wieder facettenreich vom smarten Spion, bis zum Killer, wenn er Elektras Sicherheitschef ohne Vorwarnung eliminieren muss. Zudem hat man Bond selten zuvor so wütend gesehen wie hier, wenn er von Terrorist Renard ob seiner Unwissenheit verhöhnt wird. Die Folge ist das nächste Actionhighlight.
So sehr ich als Bond-Fan Diana Rigg in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" liebe, aber mit dem, was sich hier ca. zur 75. Filmminute in der Handlung tut, erweißt sich Elektra endgültig als die bis dahin am perfektest konzipierte Frauenfigur der Bond-Serie. Was der Film hier an Storytwist abliefert, wenn Elektras unschuldige Art in Eiseskälte umschlägt, übertrumpft der Film "In tödlicher Mission" in dem auch erst spät enthüllt wurde, wer der eigentliche Böse ist. Sophie Marceau gibt hier definitv eine grandiose Vorstellung.
Daraus resultiert etwas nie gesehenes, wenn M erstmals die Fassung verliert und Teil von Bonds Mission wird, von der man auch hier noch nicht weiß, was Bond eigentlich verhindern soll.
Doch das er recht nah dran ist, merkt man, wenn wenig später Zukovskys Kaviarfabrik im wahrsten Sinne des Wortes 'zersägt' wird. Einfach eine perfekte, innovative Actionsequenz.
Das Bond durch den ganzen Film den Ereignissen eigentlich immer hinterher rennt, führt zu einer der besten Szenen aller Bond-Filme. Wenn Elektra Bond verhöhnt in einem Mix aus Arroganz und Überheblichkeit ist Bonds prompte eiskalte Reaktion grandios und unvergesslich. Wieder ein toller Beweis, dass Bond eben bei aller Höflichkeit ein skrupelloser Killer sein kann,wenn es die Mission erfordert.
Auch das Finale ist absolut perfekt, spannend und actionreich geraten.
Man sagt, für jeden Bond-Darsteller ist sein dritter Film der Beste. Bei Sean Connery war das "Goldfinger", bei Roger Moore "Der Spion, der mich liebte". Und auch wenn ich zugeben muss, dass meine persönlichen Favoriten der besten Bond-Filme "Im Geheimdienst Ihrer Majestät", "In tödlicher Mission", "Der Hauch des Todes" und "Lizenz zum Töten" waren bis zu diesem Film, trifft es bei Brosnan absolut zu, dass sein dritter Bond sein bester ist. "Die Welt ist nicht genug" ist dramaturgisch und psychologisch perfekt durchdacht, Brosnan als Bond noch perfekter, Elektra die faszinierendste Frau aller Filme, Action, Schauplätze und Musik sind vom Feinsten.
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am 7. August 2016
Naja, zum Inhalt ist hier ja schon mehr als genug geschrieben.
Ich habe mich für die DVD anstatt der Blu-Ray entschieden, da die Qualität dadurch nicht sooo arg viel besser wäre. Letztlich habe ich den Film gekauft, um meine James Bond DVD-Sammlung zu vervollständigen. Schnelle Lieferung, anständiger Preis .. Perfekt
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TOP 500 REZENSENTam 29. September 2015
Der nach offizieller Leseart (also ohne "Casino Royale" und "Sag niemals nie") 19. Bondfilm und dritter Auftritt von Pierce Brosnan wurde diesmal sogar von einem "richtigen" Regisseur inszeniert und nicht nur von irgendeinem Action-Handwerker zusammengezimmert. Michael Apted führte schon Regie bei Dramen wie "Gorillas im Nebel" oder "Nell" aber auch beim wunderbar atmosphärischen "Gorky Park".

Dadurch ist auch zu erklären, dass "Die Welt ist nicht genug" in Sachen Schauspielerführung und (wirklich) überraschenden Drehbuchwendungen wohl das Beste darstellt, was bisher unter dem Label Bond produziert wurde. Der nicht zu unterschätzende Nachteil ist jedoch, dass Apted die Actionszenen längst nicht so gut im Griff hat.

Am Anfang in der Pre-Titel-Sequenz gibt es nach einem wirklich spannenden Auftakt in Bilbao und dem tragischen Tod des Pipline-Tycoons Sir Robert King eine recht lange Verfolgungsjagd auf der Themse, bei der Bond mit einem schnittigen kleinen Rennboot hinter Maria Grazia Cucinotta ("Il Postino") herjagt. Dabei werden zwar alle erforderlichen Bond-Situationen wie Torpedos abfeuern, Sprünge über Brücken und Bootsfahrten durch Häuser und Straßenzüge abgehandelt, aber so richtig beeindrucken will das Ganze dann doch wieder nicht.
Auch der Vorspann mit dem nicht sehr einprägsamen Titelsong von "Garbage" sieht etwas zu stark nach 70er-Jahre-Disco aus, macht aber immerhin klar, dass es diesmal wohl hauptsächlich um Öl geht. Als nächstes reist Bond in die kaukasischen Berge und besucht dort Sir Roberts Tochter Electra, die nun das Pipline-Geschäft übernommen hat und mit Sophie Marceau ("La Boum", "Braveheart") prima besetzt ist. Das ist natürlich ein guter Vorwand für eine große Skiverfolgungsjagd, aber ohne Willi Bogner ist die ganze mit einer Lawine endende Chose auch nicht der ganz große Bringer.

Da ist ein Besuch im Nachtclub vom bereits aus "Goldeneye" bekannten Valentine Zukovsky schon viel besser, denn dieser wird vom "Für alle Fälle Fitz"-Darsteller Robbie Coltrane gespielt und sondert permanent coole treffende Bemerkungen ab. Irgendwie verschlägt es Bond dann im Anschluß auch noch zu einer atomaren Testanlage in Kasachstan. Dort ist die aus "Starship Troopers" hinreichend bekannte Strahle-Maus Denise Richards ("Ich spiele eine Wissenschaftlerin, also trage ich ein Tank Top.") damit beschäftigt russische Atombomben zu entschärfen und zu zerlegen. Auch unser "Chinesen-Fiete" Claude-Oliver Rudolph, der diesen Part Heinz Hoenig wegschnappte, hat hier einen sehr kurzen Auftritt. Er taugt aber nicht einmal zum Schurken, denn das ist der Part von Robert Carlyle ("Ganz oder gar nicht"), der den arg verunstalteten Terroristen und Electra King-Entführer Renard gibt. Dieser hat zu allem Überfluss auch noch eine Kugel im Kopf. Naja, nachdem wir nun alle beteiligten Personen kennen, wird es doch noch ganz gemütlich und manchmal sogar wie bereits erwähnt überraschend spannend. Sehr schön ist auch, dass Judi Denchs Part als M diesmal deutlich ausgebaut wurde und dass Desmond Llewelyn als Q diesmal nicht nur ebenfalls ordentlich etwas zu tun hat, sondern mit R sogar noch einen (fähigen?) Assistenten zur Seite gestellt bekam. Dieser wird von keinem Geringeren als John Cleese dargestellt und den mittlerweile leider verstorbenen Llewelyn wohl ganz ersetzen.

Extras der DVD-Edition: Extratonspur mit Kommentar vom Regisseur, wie alle Extras wahlweise mit deutschen und englischen Untertiteln; Extratonspur mit Kommentar von Productiondesigner Peter Lamont, Komponist David Arnold und Stunt-Coordinator Vic Armstrong; "Making of", eine 15-minütige Dokumentation über die Dreharbeiten; Musikvideo von Garbage (4 min, 1 : 2,35, nicht anamorph, Stereo 2.0)US-Kinotrailer (2:06 min, 1 : 2,35, anamorph, Stereo 2.0); Die Geheimnisse des 007: kurze Filme über die Stunts und Tricks: Sprung zum Auftakt (1:08 min), Bootsjagd (3:21 min), Haupttitel (1:38 min), Skiszene (1:54 min), Röntgenaufnahme (1:18 min), Nukleare Einrichtung (2:44 min), Kavierfabrik (5:34 min) und U-Boot (2:59 min); Special: "Bond Cocktails" eine 23-minütige Dokumentation über die einzelnen Zutaten von "Die Welt ist nicht genug", sehr viel informativer als das "Making of"; Special: Bond Stunts. "Flussabwärts" ein 25-minütiger Bericht über die siebenwöchigen Dreharbeiten der Bootsjagd auf der Themse am Anfang des Filmes; Making Of zu Teaser Trailer (4:25 min); Pressekonferenz in Hongkong (9:44 min); Acht nicht verwendete oder verlängerte Szenen, anmoderiert vom Regisseur (insgesamt 14:10 min); Tribut an Desmond Llewelyn, die schönsten Szenen mit dem verstorbenen Q-Darsteller (3:18 min); "Missionskontrolle": Thematisch gegliederte Zusammenstellung einiger besonders markanter Szenen, hervorzuheben ist die Möglichkeit die Titelsequenz ohne den Text bzw. die Credits zu betrachten; Englischer Trailer (2:05 min); Umfangreiche Bildegalerie; 8-seitiges farbiges Booklet
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am 12. Februar 2007
Es geht also doch: Als einziger der vier Pierce-Brosnan-Bonds ist "Die Welt ist nicht genug" ein wenig mehr als nur eine gigantische Materialschlacht. Zwar ist die Action nahezu atemberaubend - etwa die Zerstörung der Kaviarfabrik -, doch bestimmen eindeutig die Charaktere den Plot: Bond verliebt sich unglücklich in die reiche Erbin eines Ölmagnaten, kommt dabei zunehmend dahinter, daß selbige Tochter nicht nur schuld ist am Tod ihres Vaters, sondern obendrein im Bunde steht mit einem Top-Terroristen, der ein Bündel Plutonium mit sich herumträgt...
Zwar finde ich Sophie Marceaus Darstellung ein wenig übertrieben, doch kann das abgründige Spiel Robert Carlyles (als Renard) dieses Manko ausgleichen. Pierce Brosnan selbst holt nie erwartete Qualitäten aus sich heraus, zeigt Momente absoluter Gequältheit, hin- und hergerissen zwischen Mitleid, Mißtrauen und Pflichtgefühl. Nach Connerys "Goldfinger (1964) und Moores "Der Spion, der mich liebte" (1977) ist "Die Welt ist nicht genug" also das neueste Beispiel dafür, daß es der dritte Film ist, mit dem ein Bond-Darsteller sein Optimum erreicht - der Film ist übrigens ausgestattet mit der bisher längsten Eingangssequenz der Bond-Geschichte (13 Minuten!).
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Im Rückblick betrachtet war Brosnans Karriere wohl doch eher ein Auf und Ab, als dass durchgehend starke und überzeugende Filme entstanden wären. So beginnt seine Zeit mit "Goldeneye", in dem er einen eleganten und agilen Eindruck hinterlässt und manchmal sogar an Roger Moores Humor anknüpfen kann. Danach folgte mit "Der Morgen stirbt nie" ein Tiefpunkt, in dem Brosnan etwas hilflos durch ein schlechtes Drehbuch irrt. Mit "Die Welt ist nicht genug" folgt aber dann einer der stärksten Bondfilme.

Diesmal macht Brosnan wieder eine gute Figur. Schon in der Eröffnungssequenz, die mit einer furiosen Jagd zweier Boote auf der Themse in London endet, sehen wir wieder den Geheimagenten, den wir alle lieben: Physisch stark, dynamisch, nie um eine schnelle, kreative Lösung verlegen und mit mehr als einer Spur von Selbstironie ausgestattet (die Krawatte wird auch unter Wasser gerichtet). Und nicht viel später wird das eigentliche Thema eingeführt. Bond darf sich verlieben. Nein, nicht nur eine Bettgeschichte. Er ist richtig verknallt, und seine rationale Seite weis auch noch, dass diese Liebe schlecht für ihn sein wird. Und natürlich hilft ihm dieses Wissen nicht weiter. Gezwungenermaßen handelt er dann auch gegen den Befehl vom M. Und natürlich macht Liebe blind und Bond durchschaut daher nicht die Spiele der Bösen in diesem Drama.

Die Böse, soviel sei hier verraten, wird von Sophie Marceau ebenfalls überzeugend gespielt. Kaum etwas erinnert hier noch an "La Boom", in dem Sie als 14-jährige ihre erste Liebe erleben durfte. Nein, als Electra King ist sie ganz Frau, extrem erotisch, wundervoll angezogen, selbstbewusst und unberechenbar. Kein Wunder, dass Bond sich verliebt. Ich hätte es auch getan. Und wie sie sich nackt unter der Bettdecke räkelt, ohne dass man auch nur eine kritische Stelle Haut sehen kann, ist auch eine Kunst. Als es schließlich am Schluss zu einer Art Folterszene kommt, weis man nicht, was Bond mehr weh tut, der komische Stuhl oder die Tatsache, dass Sie vor dem Stuhl steht. Aber selbst das ist alles nicht ohne eine gewisse Erotik dargestellt.

Der Witz des Films besteht nun darin, dass mit dem All-American-Girl Denise Richards das maximale Kontrastprogramm zu Sophie Marceau gefahren wird. Statt der geheimnisvollen, unberechenbaren Europäerin spielt die Richards den Sexy-Kumpeltyp, statt hautengen, eleganten Abendkleidern sehen wir Hot Pants und Wet T-Shirt. Sie ist nett, sie ist ein Partner, sie ist einfach die Gute. Aber wir wissen, dass Bond zwar am Ende des Films eine Nacht mit ihr verbringen wird, vielleicht auch mehrere, aber sie sein Leben nicht wirklich beeinflussen wird. Eine Ablenkung auf Zeit, so schön sie auch sein mag.

Neben diesem Dreiergespann sehen wir noch einen für Bondverhältnisse eher durchschnittlichen Bösen. Leider liegen die Zeiten eines Curt Jürgens oder eines Gert Fröbes als Goldfinger ja schon lange hinter uns. Dafür gibt es einige herausragende Tricks, so darf hier eine Kaviarfabrik durch einen Hubschrauber überzeugend zerlegt werden. Ein BMW Z8, wirklich ein wunderschönes Auto, darf auch eine Rolle spielen. Ein Glück, dass man hier auf die Computertricks des nachfolgenden Films weitgehend verzichtet hat.

Kurz: Ich habe mich großartig unterhalten.
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am 19. Juli 2015
Teil 19: Die Welt ist nicht genug

Zur Story: Elektra King, Tochter des britischen Industriellen Sir Robert King, verbündet sich mit ihrem Liebhaber, dem Terroristen Renard. Zusammen töten sie zunächst Elektras verhassten Vater, um dann dessen Ölgeschäfte zu übernehmen. In Istanbul soll eine Atombombe gezündet werden, um somit das einzige Öl-Unternehmen zu werden.

Die Story ist gut durchdacht, bietet viele Überraschungen und wird nicht langweilig. Pierce Brosnan macht ein Mal mehr eine klasse Figur. Trotz seiner doch schon 45 Jahren kämpft, springt, rennt und schießt er noch ohne Probleme. Aber was sind schon 45 Jahre, Roger Moore hat ja selbst mit 58 Jahren noch Bond spielen können.

Bereits die Einleitungssequenz, die mit 14 Minuten auch sogleich die längste in der ganzen Bond-Ära ist, hat es actionmäßig voll in sich. Wenn Bond während einer Boots-Verfolgungsjagd z. B. durch Märkte oder Restaurants rast, bleibt kein Stein auf dem anderen. Besonders Genial ist dabei die Szene, als sich Bond während eines Unterwasser-Loopings die Krawatte richtet.
Überhaupt ist die Action wieder reichlich vorhanden (Ski-Verfolgungsjagden, Kämpfe Mann gegen Mann oder auch Hochgeschwindigkeitsfahrten in Pipelines) und überzeugt auf ganzer Linie. Allein die Szene, wenn Bond von den Hubschraubern mit den Sägen gejagt wird, ist der Hammer. Großes Lob an die Produzenten!
Tolle Bilder bekommt man wieder aus den verschiedensten Ländern, wie z. B. Spanien, Türkei, Aserbaidschan und natürlich London.

Desmond Llewelyn hat einen letzten tollen Auftritt als "Q", als hätten die Produzenten gewusst, dass dies Llewelyns letzte Rolle überhaupt werden sollte. Dabei lernt er sogleich seinen Nachfolger "R" ein, gespielt von John Cleese.

Judi Dench, die Furie "M" zeigt diesmal sogar Gefühle und muss sich mehr denn je auf Bonds Fähigkeiten verlassen. Erst recht, als sie in die Hände der Terroristen fällt.

Für ordentlich Spaß sorgt nach "GoldenEye" bereits zum zweiten Mal Robbie Coltrane in der Rolle des ehemaligen KGB-Agenten "Valentin Zukovsky", der mit Bond zusammen ein klasse Team bildet, hier aber leider dann den Filmtod stirbt - schade!

Sophie Marceau und Robert Carlyle als Terroristen-Pärchen Elektra und Renard spielen die Rollen spitze, vor allem Carlyle als Mann ohne Schmerzempfinden ist ein richtig harter Brocken.

Die Filme mit Brosnan sind allesamt richtig gut, auch dieser ist immer wieder ein Erlebnis!
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Im Rückblick betrachtet war Brosnans Karriere wohl doch eher ein Auf und Ab, als dass durchgehend starke und überzeugende Filme entstanden wären. So beginnt seine Zeit mit "Goldeneye", in dem er einen eleganten und agilen Eindruck hinterlässt und manchmal sogar an Roger Moores Humor anknüpfen kann. Danach folgte mit "Der Morgen stirbt nie" ein Tiefpunkt, in dem Brosnan etwas hilflos durch ein schlechtes Drehbuch irrt. Mit "Die Welt ist nicht genug" folgt aber dann einer der stärksten Bondfilme.

Diesmal macht Brosnan wieder eine gute Figur. Schon in der Eröffnungssequenz, die mit einer furiosen Jagd zweier Boote auf der Themse in London endet, sehen wir wieder den Geheimagenten, den wir alle lieben: Physisch stark, dynamisch, nie um eine schnelle, kreative Lösung verlegen und mit mehr als einer Spur von Selbstironie ausgestattet (die Krawatte wird auch unter Wasser gerichtet). Und nicht viel später wird das eigentliche Thema eingeführt. Bond darf sich verlieben. Nein, nicht nur eine Bettgeschichte. Er ist richtig verknallt, und seine rationale Seite weis auch noch, dass diese Liebe schlecht für ihn sein wird. Und natürlich hilft ihm dieses Wissen nicht weiter. Gezwungenermaßen handelt er dann auch gegen den Befehl vom M. Und natürlich macht Liebe blind und Bond durchschaut daher nicht die Spiele der Bösen in diesem Drama.

Die Böse, soviel sei hier verraten, wird von Sophie Marceau ebenfalls überzeugend gespielt. Kaum etwas erinnert hier noch an "La Boom", in dem Sie als 14-jährige ihre erste Liebe erleben durfte. Nein, als Electra King ist sie ganz Frau, extrem erotisch, wundervoll angezogen, selbstbewusst und unberechenbar. Kein Wunder, dass Bond sich verliebt. Ich hätte es auch getan. Und wie sie sich nackt unter der Bettdecke räkelt, ohne dass man auch nur eine kritische Stelle Haut sehen kann, ist auch eine Kunst. Als es schließlich am Schluss zu einer Art Folterszene kommt, weis man nicht, was Bond mehr weh tut, der komische Stuhl oder die Tatsache, dass Sie vor dem Stuhl steht. Aber selbst das ist alles nicht ohne eine gewisse Erotik dargestellt.

Der Witz des Films besteht nun darin, dass mit dem All-American-Girl Denise Richards das maximale Kontrastprogramm zu Sophie Marceau gefahren wird. Statt der geheimnisvollen, unberechenbaren Europäerin spielt die Richards den Sexy-Kumpeltyp, statt hautengen, eleganten Abendkleidern sehen wir Hot Pants und Wet T-Shirt. Sie ist nett, sie ist ein Partner, sie ist einfach die Gute. Aber wir wissen, dass Bond zwar am Ende des Films eine Nacht mit ihr verbringen wird, vielleicht auch mehrere, aber sie sein Leben nicht wirklich beeinflussen wird. Eine Ablenkung auf Zeit, so schön sie auch sein mag.

Neben diesem Dreiergespann sehen wir noch einen für Bondverhältnisse eher durchschnittlichen Bösen. Leider liegen die Zeiten eines Curt Jürgens oder eines Gert Fröbes als Goldfinger ja schon lange hinter uns. Dafür gibt es einige herausragende Tricks, so darf hier eine Kaviarfabrik durch einen Hubschrauber überzeugend zerlegt werden. Ein BMW Z8, wirklich ein wunderschönes Auto, darf auch eine Rolle spielen. Ein Glück, dass man hier auf die Computertricks des nachfolgenden Films weitgehend verzichtet hat.

Kurz: Ich habe mich großartig unterhalten.
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