Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Prime Photos UHD TVs Learn More Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen71
4,0 von 5 Sternen
Format: Hörbuch-Download|Ändern
Preis:15,78 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. Mai 2012
Gestaltung:

Das Cover ist wirklich sehr schön. Darauf ist eine junge Frau zu sehen, die aus einem Fenster in die Ferne schaut, in einen strahlend blauen Himmel. Es passt wirklich sehr gut zum Inhalt des Buches. Genauso wie der Titel "Der Duft von Erde und Zitronen".

Story:
Klappentext:

"Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. Die Tage am Fenster in der Wohnung der Tante scheinen endlos, und Imma sehnt sich nach ihrer Familie, nach der Natur, dem Duft von Erde und Zitronen. Ihr Freiheitsdrang wird immer stärker, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann in die Stadt und dabei den jungen Buchhändler Paolo kennen lernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen."

Das Buch beginnt damit, dass ein junges Mädchen von ihrer Tante und ein wenig von sich erzählt. Sehr bewegend fand ich folgenden Absatz: "Wie ich bin, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich nicht ich sein möchte, sondern eine andere, mit einem anderen Leben. Am besten ganz ohne Leben, denn vorher, bevor man geboren wird, kann es einem nicht schlecht gehen, man ist ja nicht da."
Danach wechselt die Erzählperspektive in die 3. Person und man erfährt von dem Ehepaar Assunta und Saverio, deren Söhne Antonio und Salvatore und ihrer Tochter Carmelina (genannt Melina), die sie erst bekommen, als die beiden Söhne schon erwachsen sind.
Von da an wechselt das Buch von der Gegenwart, in der Immas Leben bei ihrer Tante geschildert wird, in die Vergangenheit, in der man mehr von der Familie Palumbo und der Vergangenheit von Tante Rosaria erfährt.
Erst nach und nach wird dem Leser erzählt, dass Imma die Tochter von Melina ist und dass sie mit ihren dreizehn Jahren bereits vieles mitmachen musste und bestimmt kein einfaches Leben hatte. Doch auch ihrer Tante Rosaria wurde im Leben übel mitgespielt und so scheint es Schicksal zu sein, dass Imma nach dem großen Unglück ausgerechnet bei Tante Rosaria einquartiert wird und sich die beiden mit der Zeit annähern.
Durch den Klappentext hätte ich eigentlich gedacht, dass Immas Liebe zu Büchern und ihrer Schwärmerei für Paolo mehr Gewicht beigemessen wird. Diese Ereignisse werden eher nebenbei angeschnitten und bleiben daher im Hintergrund.
Das Buch endet auch sehr offen. Viele Fragen blieben unbeantwortet und man erfährt nicht, wie es mit Imma und Tante Rosaria weitergeht, was ich wirklich sehr schade fand.
Im Vordergrund dieser Geschichte steht ganz klar, die Frage, wie man als Mensch mit so vielen Schicksalsschläge fertigwerden kann und dass vieles leichter zu ertragen ist, wenn man eine Familie hat, die voll und ganz hinter einem steht und einen bedingungslos liebt. Und noch etwas hat dieses Buch geschafft: Es hat mich zum nachdenken gebracht, darüber, wie froh man darüber sein kann, wenn man "frei" ist, wenn man tun und lassen kann, was man möchte und gehen, wohin man will. Diese Freiheit sollte man viel mehr zu schätzen wissen.

Charaktere:

Die Protagonistin Imma, aus deren Sicht jedes zweite Kapitel geschrieben ist, ist ein dreizehnjähriges Mädchen, das schon viele schreckliche Dinge erleben musste und schließlich in der Isolation bei ihrer Tante landet. Dort versteckt sie sich vor den Handlangern des Clanchefs, dessen Sohn sie während einer versuchten Vergewaltigung mit einem Stein niedergeschlagen hat. Imma hadert sehr mit ihrem Schicksal. Sie liebt ihre Familie und ihre Heimat und das muss sie alles aufgeben, nur weil sie sich gewehrt hat. Ihre Tante, bei der sie Unterschlupf gefunden hat, ist anfangs sehr distanziert und macht es dem Mädchen damit zusätzlich schwer, sich wohlzufühlen. Doch Imma wäre nicht Imma, wenn sie nicht ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und sich ab und zu kleine Ausflüge in die Stadt gönnen würde, von denen die Tante natürlich nichts wissen darf. Das zeigt, dass Imma eigentlich ein sehr selbstbewusstes junges Mädchen ist, das sich trotz allen Widrigkeiten ihren Weg sucht. Während des Lesens kann man nur Respekt und Bewunderung für dieses Mädchen empfinden. Sie hat in ihren jungen Jahren schon so viel Schreckliches erlebt und macht trotzdem immer weiter und verliert nicht den Lebensmut. Ein wirklich tapferes junges Mädchen.
Doch nicht nur Immas Geschichte wird in dem Buch erzählt, sondern auch das ihrer Mutter Melina, ihres Onkels Salvatore, seiner Frau Graziella und ihren Großeltern Assunta und Saverio. Man erfährt sehr viel über die Vergangenheit der Familie Palumbo und schließt sie sofort ins Herz. Sie halten stets zusammen und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen.
Und auch Tante Rosaria hat ihre ganz eigene Geschichte, die nach und nach erzählt wird. Sie hatte es ebenfalls nicht einfach im Leben und als sie denkt, sie hat endlich ihr Glück gefunden, muss sie doch wieder erkennen, dass alles anders sein kann als es scheint. Doch auch sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und beißt sich durch. Gerade deswegen passen sie und Imma eigentlich perfekt zusammen.

Schreibstil:

Der Autorin Margherita Oggero ist es wirklich gelungen, dem Leser das italienische Lebensgefühl etwas nahe zu bringen. Beim Lesen hat mich so richtig das Fernweh gepackt :)
Doch auch die Familie Palumbo hat die Autorin wunderbar beschrieben. Ich konnte mir die einzelnen Familienmitglieder genau vorstellen. Vor allem die Großmutter Assunta, die insgeheim das Familienoberhaupt ist, brachte mich häufig zum schmunzeln, so klar hatte ich sie vor Augen.
Sehr berührt haben mich Immas Gedanken, ihre Gefühle, ihr Schicksal. Dadurch, dass einige Kapitel aus ihrer Sicht geschrieben wurden, konnte ich mich richtig gut in sie hineinversetzen bzw. hineinfühlen. Ich litt richtig mit ihr und hatte doch großen Respekt, wie sie alles verarbeitet, was ihr passiert. Immer konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen, doch dabei hatte ich dann meist vergessen, dass sie erst dreizehn ist, denn manchmal kam sie mir wirklich schon älter vor. Ich hätte wirklich sehr gerne erfahren, wie es mit ihr weiterging. Ob sie sich "befreien" konnte, ob sie Paolo wiedergesehen hat und sie Weihnachten mit ihrer Familie feiern konnte, wie sie und Tante Rosaria sich das ausgemalt hatten.

Fazit:

Das Buch erzählt eine schöne und tragische Familiengeschichte, der es ein wenig an Spannung fehlte. Trotz allem hat mich das Buch und vor allem Immas Schicksal sehr berührt und bewegt und ich kann das Buch jedem empfehlen, der tiefgründige Geschichten mag.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Punkte von 5.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2013
MEINE MEINUNG:

Von diesem Buch habe ich schon ein wenig gehört und mir gefiel das Cover ausgesprochen gut und ich ahbe mir den Klappentext durchgelesen und auch dieser gefiel mir und nun habe ich das Buch gelesen.

Am Anfang muss ich sagen, war wirklich skeptisch, denn die ersten fast 100 Seiten habe mich total irritiert und ich wusste nicht woran ich an diesem Buch bin. Es gibt ganz viele Handlungsstränge und Personen, da kommt man schon durcheinander und man weiß nicht so recht, was das mit der Geschichte an sich zu tun hat.

Ich glaube, wenn sich das Buch nicht so gut gelesen lassen hätte, hätte ich es abgebrochen, aber die Autorin hat einen schönen und gut lesebaren Schreisbtil und ich war ja trotzdem neugierig. Nach und nach ergibt dies auch alles einen Sinn, die Handlungsstränge werden zusammengeführt, man erfährt somit vieles aus der Vergangenheit und ein wenig aus der Gegenwart.

Und da ist schon der nächste Hacken, wenn man den Klappentext liest, erwartet man eigentlich eine Geschichte über Imma und Bücher, aber dies ist nur ein ganz kleiner Bestandteil des Buches und das fand ich schon schade, denn wir lesen überwiegend die Story aus der Vergangenheit, über ganz viele andere Personen, aber doch relativ wenig über Imma und dies enttäuschte mich schon, weil der Klappentext was anderes verspricht.

Dennoch ist das Buch gut und wenn man erstmal die Zusammenhänge versteht, ist es auch logisch gut durchdacht und ausgearbeitet und man ist auch schnell durch damit.

Aber was mich am meisten störte ist das Ende - ich hatte schon gehört, dass das Ende ein wenig offen gehalten ist, wenn es nur das wäre, aber es gibt kein wirkliches Ende, keine Auflösung und das finde ich wirklich schade, weil dann alles passieren kann und es lässt einen unbefriedigt zurück, das hätte ich lieber anders gehabt.

FAZIT:

Ein sehr ungewöhnliches Buch, dass so ganz anders ist und mich persönlich nicht vollkommen überzeugen konnte!!!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. August 2012
Inhalt des Buches:
Die Geschichte, die erzählt wird, ist wie ein Puzzle. Die Handlung läuft nicht in einer bestimmten Reihenfolge ab, sondern aus vielen verschiedenen Blickwinkeln werden nach und nach kleine Teile der Geschichte freigelegt, sodass der Leser sie zusammensetzen kann.
Das ist einmal etwas Anderes, was Spannung erzeugt und den Leser dazu bringt, immer noch etwas weiterlesen zu wollen. Und wenn am Schluss das ganze Puzzle zusammengelegt ist, sich daraus ein vollständiges Bild ergibt, ist der Punkt mit dem "Aha-Effekt" erreicht.
Ein Nachteil davon ist leider, dass der Leser hin und wieder den Faden verliert und vor lauter neuer Personen und Ansichten nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht.
In Der Duft von Erde und Zitronen wechselt die Sichtweise zwischen den Familienmitgliedern von Imma. Auch Zeit und Ort sind unterschiedlich. Einmal spricht Assunta über ihre beiden Söhne Antonio und Salvatore und ihre kleine, trotzige Tochter Melina. Ein anderes Mal ist Melina erwachsen und erzählt von ihrer erloschenen Ehe mit Nicola und ihrer Tochter Imma. Insgesamt wird deshalb nicht nur von Immas - die in Wirklichkeit Immacolata heißt - eingeengtem Dasein in der Wohnung ihrer Tante gesprochen und wie sie versucht, der Einsamkeit und Langeweile zu entfliehen.
Diese Geschichte ist nur ein kleiner Teil des ganzen Bildes.
Bevor Immacolata sich vor Enzino wehren konnte, musste sie etwas Grausames mitansehen, das sie jahrelang verstummen ließ. Davor musste sie zusehen, wie ihre emotionale, junge Mutter mit dem Faible für die Natur, für Erde und Zitronen in Weidenkörbchen, an den Fehltritten von Immas Vater zu Grunde ging. Davor heiratete Salvatore, Immas Onkel, und bekam eine Tochter namens Angela. Und davor waren alle glücklich, außer Immas Tante Rosaria - welche nur entfernt mit ihr verwandt ist - die immer an die falschen Männer gerät.

Meine Meinung:
Es ist interessant, wenn eine Geschichte so eine große Bandbreite an Handlungen enthält und auch der Schreibstil der Autorin (oder des Übersetzers) war leicht zu lesen.
Dennoch stört mich an diesem Roman, dass durch die riesige Anzahl an Erzählungen und Erfahrungen einzelner Personen, das Wesentliche der Geschichte aus dem Sichtfeld des Lesers gerückt ist. Ich frage mich, was das Studieren von Antonio im Ausland mit den traurigen Geschehnissen von Immacolata zu tun hat, die nun eingesperrt und auswegslos gefangen ist.
Natürlich hängt alles irgendwie miteinander zusammen, aber manche Einzelheiten sind nicht von Belang und sollten lieber gestrichen werden als den Leser zu verwirren und abzulenken. Ich finde, man erfährt viel zu wenig von der Hauptperson, von Immacolata. Es wäre schöner gewesen, wenn nur aus ihrer Sichtweise erzählt wird. Das verbindet den Leser stärker mit ihrer Geschichte.
So wie hier erfährt man häppchenweise einmal von dem Einen etwas, dann einmal von dem Anderen.
Das Einzige, was mir gefallen hat und noch eine Weile im Gedächtnis geblieben ist - wobei ich auch hier sagen muss, dass es mir zu kurz geraten ist - war das Ende. Nicht wegen Immacolatas Entscheidung, sondern wegen der Frage, was wohl mit ihrer Familie passiert ist, wenn die Bösen es wissen ...

Das Cover:
Das Cover zeigt wahrscheinlich Immacolata, wie sie am Fenster der Wohnung ihrer Tante steht und das Leben und Treiben auf den Straßen der Stadt beobachtet. Das Fenster und die Bücher sind das Einzige, was ihr geblieben ist von so etwas wie einem Leben. Immacolata hat herausgefunden, dass jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit die "Steinerne Stunde" herrscht, in der niemand draußen zu sehen ist. Diese Stunde scheint für sie selbst immer zu gelten.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Mai 2012
Dieser wundervolle Roman handelt von dem jungen, intelligenten Mädchen Imma, das sich in wochenlang in der Wohnung der "Extante" im kalten Norden Italiens verstecken muss. Er handelt auch von einer Familie in Süditalien: Zwei glückliche Eheleute mir zwei fast erwachsenen Söhnen, die noch unerwartet einen Nachzügler bekommen: die kleine Melina. Dann gibt es da noch Rosaria, die als junge Frau versucht, dem Leben mit ihren Tyrannenbrüdern und ihrem Vater zu entkommen.

Wie die Schicksale der einzelnen Personen zusammenhängen, was sie erlebt haben und vor allem wie genau es zu Immas Gefangenschaft kam, das entblättert die Autorin Schritt für Schritt, in ganz kleinen Häppchen. Sie wechselt immer wieder die Perspektive, bis sich alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Die Sprache ist schlicht und trotzdem gefühlvoll, so auch der gesamte Roman. Er wirkt nie überladen, ist langsam, aber nicht langatmig. Man könnte sagen, die Zeit steht beim Lesen still.

Die Hauptfigur ist Imma, die am Fenster steht und die Strasse beobachtet, dabei jedes winzige Detail aufsaugt, die sich Geschichten zu den Passanten ausdenkt und Trost in der Literatur sucht und neuen Lebensmut in ihren heimlichen Ausflügen zum Marktplatz mit einem Bücherstand sucht. Dort lernt die den Studenten Paolo kennen. Es gibt eine leichte Annäherung, aber wenig Hoffnung für die beiden.

Das Ende will ich nicht verraten. Ich hätte mir ein anderes gewünscht, aber das kann ich mir ja selbst ausmalen.

Dieses Buch ist genau das Richtige für alle, die etwas Entschleunigung brauchen, etwas für's Herz ohne Kitsch aber mit Niveau.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 10. Januar 2015
Dieser Roman setzt sich zusammen aus feinfühlig erzählten einzelnen Geschichten verschiedener Frauen, die wunderbar zu einem passenden Ganzen verbunden werden. Bei den Frauenrollen bedient sich Oggero zwar Klischees, diese verdeutlichen jedoch nur die Situation im Süden Italiens und wirken absolut stimmig. Da gibt es die Mama, die verschmähte Braut, die als alter Jungfer endet, die bildschöne Tochter, die früh Mutter wird und das Mädchen Imma, noch ein Kind, das von den Männern schon als Frau gesehen wird.
Gleichzeitig wird hier eine Gegend in Süditalien beschrieben, in der fast noch archaische Zustände herrschen und die Camorra ihre eigenen Gesetzte geltend macht.

Der häufige Perspektivwechsel geschieht durch die erzählenden Frauen und das bringt Interesse in die Handlung mit sich. Langsam begreift man die tragischen Schicksale und hofft auf ein Ende dieser männlichen Vormachtstellung der Mafia und ihrer Handlanger.

Der Erzählstil Oggeros wirkt sachlich und distanziert. Sie verwendet kurze Sätze, die trotzdem alles beeinhalten. Hierdurch kommt eine unaufgeregte Spannung zum Ausdruck, die die Traurigkeit noch unterstreicht.

Dieser Roman zeigt in einem ruhigen Erzählton große Gefühle auf.
Es geht um Liebe, die Hoffnung auf Freiheit, Familie und Lebensglück, aber auch um verletzte Gefühle, Einsamkeit, Schuld und Sühne.

In der Person der Protagonistin Imma werden all diese Gefühle zusammen geführt und es gelingt ihr, durch ihren Freiheitswunsch einen Weg aus dieser Isolation heraus zu finden.
Das Imma eigentlich viel älter und reifer wirkt, als sie eigentlich erst ist, polarisiert und zeigt ihren Mut und ihren Wunsch, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ihre Erlebnisse haben sie schnell reif und lebenserfahren werden lassen. Durch Paolo lernt sie auch die Verliebtheit kennen und seine Bücher entführen sie in fremde Schicksale, die ebenfalls gefangen sind.

Dieser lesenswerte Roman hat mir sehr gefallen, es ist ein Mix aus Familiengeschichte und Schicksalsroman, der mit Emotionen aufwartet und sehr beeindruckt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. November 2012
Wer klar strukturierte Handlungsverläufe braucht, wird mit Der Duft von Erde und Zitronen der Schriftstellerin Margherita Oggero keine Freude haben. Doch wer grundsätzlich denkt, dass anders keine Spannung in einer Geschichte entstehen kann, der irrt eindeutig. Einen Beweis dafür liefert die 1940 in Turin geborene und heute noch dort lebende Autorin des gerade vor mir liegenden Romans. Oggero arbeitete als Pädagogin und begann erst spät zu schreiben. Seit 2002 sind neben einem Bildband und einem Sachbuch auch fünf Kriminalromane entstanden, von denen wiederum zwei verfilmt wurden, und die in die italienischen Bestsellerlisten gelangten. An den Drehbüchern dazu wirkte die Autorin ebenfalls mit. Darüber hinaus wurde 2011 ein Kinderbuch von Oggero veröffentlicht.

Der 2011 im Original herausgegebene Roman L’ora di pietra (übersetzt etwa Die steinerne Stunde), erschien in deutscher Übersetzung im Mai 2012 bei DVA unter dem Titel Der Duft von Erde und Zitronen. Das Cover zeigt eine Frauengestalt/Mädchengestalt, das halb mit dem Rücken zum Betrachter steht. Sie sieht, mit einem Kaffeebecher in der Hand aus dem Fenster. Auf dem Sims stehen ein paar Glasflaschen, die Sonne scheint. Das Bild wirkt in seiner Farbwahl mediterran und die Szene an sich sehr friedlich. Der Inhalt von Der Duft von Erde und Zitronen ist jedoch alles andere als das, obwohl der Roman im Ganzen leise und unaufgeregt daherkommt.

Das Mädchen vor dem Fenster steht für Lucia, die eigentlich Imma heißt. Dass ihr Vater ihre Mutter ständig betrogen und dann verlassen hat, hat Immas Mutter kaputtgemacht. Sie schafft fortan den Alltag nur mit Beruhigungsmitteln und viel zu früh wird sie durch einen Unfall aus dem Leben gerissen. Die Unfallfahrer gehören zu einem Camorra-Clan, doch werden sie dafür nie zur Rechenschaft gezogen. Die Geschichte spielt in Italien, in der die Familie groß geschrieben wird. Deshalb kommt Imma als Halbwaise zu Ihren Großeltern und Onkeln und wird von diesen großgezogen. Der Schock über den Tod Melinas lässt Imma für lange Zeit verstummen. Zwar findet sie ihre Sprache wieder, doch gilt sie da bereits als sonderbar. Und so bleibt sie größtenteils alleine, geht stundenlang spazieren geht und lebt in einer eigenen Gedankenwelt lebt. Zufällig beobachtet sie auf einem ihrer Streifzüge eine Vergewaltigung und einen Mord. Täter ist der Sohn des Clanchefs der Camorra, der über ihrem Dorf herrscht. Völlig verstört vertraut sie sich niemandem an. Nur kurz danach wird sie selbst von dem gleichen Täter angegriffen und wehrt sich mit einem Stein. Als sie sich schließlich ihrer Familie anvertraut, sieht diese nur einen Ausweg in der Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion kommt Imma zu einer entfernten Tante, die selbst in gewisser Weise auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie ist. Imma lebt fortan ein Leben im Verborgenen. Während ihrer Tante arbeitet, verfolgt sie das Leben durch ein Fenster. Sie darf nicht nach draußen, denn die Arme der Camorra reichen weit. Willkommen ist sie bei Tante Rosaria nicht wirklich, hat diese doch genug eigene Probleme. Erst nach und nach finden die beiden zusammen. Erfahren, was der andere durchgemacht hat. Was er sich erträumt und wünscht. Als Imma eines Tages aus ihrem Versteck ausbricht, und sei es jeweils auch nur für wenige Stunden und mithilfe eines gefundenen Ersatzschlüssels der Wohnungstür, tut sich eine neue Welt auf. Sie verliebt sich nicht nur in Paolo, er vermittelt ihr auch Schätze – Bücher, in denen es um Gefangene wie sie selbst geht. Doch mit jedem Ausflug zum Markt, auf dem Paolo für seinen Onkel diese Schätze anbietet, wird die Gefahr einer Entdeckung größer.

Was jetzt so linear in Kurzform von mir wiedergegeben wurde, wird von Oggero allerdings ganz anders aufgebaut. Sie erzählt Der Duft von Erde und Zitronen aus verschiedenen Perspektiven, taucht von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück. Mal kommt Imma selbst zu Wort, mal ein Erzähler, der die Geschichte von Rosaria und die zu ihrer Vergangenheit gehörenden Figuren beschreibt oder derer, die zu Imma gehören. Die Geschichte wirkt anfangs fast fragmentiert, die Figuren nicht wirklich zusammengehörend, deren Schicksale und Handlungen willkürlich niedergeschrieben. Das liegt daran, dass Der Duft von Erde und Zitronen von hinten nach vorne aufgerollt wird. Dennoch offenbart sich auch so sukzessive, warum Imma bei ihrer Tante lebt, warum sie sich verstecken muss und auch, wie Rosaria so geworden ist, wie sie sich Imma gegenüber verhält. Oggero verliert bei den ganzen Perspektiv- und Zeitwechseln nie den roten Handlungsfaden, webt darüber hinaus ein überaus authentisches Bild und verknüpft geschickt die fragmentierten Handlungssplitter und Figuren - und davon gibt es einige.

Der Erzählstil Oggeros wirkt sachlich und distanziert. Kurze Sätze, knappe Formulierungen. Dabei fehlt jedoch nichts. Denn mit beidem schafft die Autorin ein klares Bild. Nicht nur im Bezug auf die Situationen, in der sich die beiden ungleichen Hauptfiguren Imma und Rosaria oder auch die tote Melina befinden. Auch im Bezug auf die Umgebung und Lebensweise. Die 13jährige Imma erscheint viel zu alt für ihr tatsächliches Alter, was angesichts ihrer Erlebnisse und Erfahrungen jedoch nicht unglaubwürdig wirkt. Rosaria verbittert und kalt. Melina verzweifelt und depressiv. Der Rest der Figuren teils fatalistisch. Der komprimiert wirkende Schreibstil der Autorin unterstreicht die unaufgeregte, zunehmend spannungsgeladene Dramatik und Traurigkeit, die den Roman Der Duft von Erde und Zitronen bestimmen. Ein Geruch den Imma früher geliebt und der sich mit dem Erlebten für immer mit diesen Ereignissen verbunden in ihr eingebrannt hat.

Im Klappentext steht: „Ein Mädchen in einem Versteck - ein Fenster in die Welt - ein Buch, mit dem das Leben beginnt.“ Dies gibt sehr gut wieder, worum es in Der Duft von Erde und Zitronen geht. Wenngleich der letzte Satz eher auf den offen gestalteten Schluss der Geschichte ausgelegt ist. Immas Leben beginnt, als sie dank Paolo Das Tagebuch der Anne Frank bekommt. Und danach noch weitere Bücher, über Gefangene wie sie selbst. Und dank dieser Bücher wird ihr klar, dass sie handeln muss. An dem Punkt, an dem letztlich alle Handlungsfäden schlüssig von der Autorin verwoben werden, wird Imma eines klar: Sie selbst hält mit ihrem Schweigen und ihrer Angst vor den Racheaktionen des Camorra-Clans den Schlüssel zu ihrem Gefängnis in Händen. Und nur sie selbst kann sich aus ihrem Gefängnis befreien.

Fazit:

Ein lesenswerter, unaufgeregter und nachdenklich machender Roman. Trotz seiner Distanziertheit einfühlsam geschrieben, berührt er LeserInnen, die sich darauf einlassen, unwillkürlich. Eine Geschichte über Einsamkeit. Sehnsucht nach der Heimat, nach der Familie, aber vor allem nach Freiheit. Über verschiedene Leben, die eigentlich vordergründig keine Perspektiven haben. Und darüber, dass es diese eben doch gibt. Eine Geschichte, der ich fünf von fünf Punkten geben möchte.
2012, Antje Jürgens (AJ)
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Imma ist 13 Jahre alt und stammt aus einem kleinen Dorf bei Neapel. Früh hat sie schon die Mutter verloren, der Vater kümmert sich kaum um sie. Doch bei den Großeltern findet sie ein umsorgtes, behütetes zu Hause. Auch Onkel und Tanten sind immer für sie da. Doch hin und wieder braucht Imma ein wenig Freiraum und stromert - trotz eindringlicher Ermahnungen - immer mal wieder allein in der Gegend herum. Und so kommt es eines Tages zu einer brisanten Begegnung zwischen ihr und Enzino, dem Sohn des Dorfbosses, einem Mitglied der Camorra. Aus Angst vor der Rache des Clanchefs sorgt die Familie umgehend dafür, dass Imma regelrecht von der Bildfläche verschwindet. Fortan muss Imma versteckt und isoliert bei einer weitläufig Verwandten , " Tante " Rosaria , leben. Niemand darf wissen, dass sie dort ist, niemand soll sie sehen und Imma darf die Wohnung nicht verlassen . Aber auch hier treibt sie die Einsamkeit und die Sehnsucht nach Freiheit immer mal wieder nach draußen.

Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt und springt dabei auch in Ort und Zeit hin und her. Dies bewirkt, dass man das Buch recht konzentriert lesen muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Doch wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, entpuppt sich der ansonsten flüssige Schreibstil mit seinen leisen Tönen als eindringlich und atmosphärisch sehr dicht. Und obwohl die melancholische Seite meines Erachtens deutlich überwiegt, wirkt das Erzählte niemals erdrückend. Trotz dieser scheinbar auswegslosen Situation bleibt genug Raum für die Hoffnung auf einen positiven, glücklichen Ausgang . Diesen " Raum " kann man als Leser letztendlich selbst ausfüllen, denn dieser feinfühlige Roman hat ein offenes Ende.

Nach und nach wird in gegenwärtigen und rückblickenden Sequenzen die Geschichte dieser Familie in ihrer ganzen Tragik ausgebreitet und man erhält tiefe Einblicke in die italienische Mentalität.

Die Hauptprotagonisten sind anschaulich und nachvollziehbar dargestellt. Einzig bei Imma selbst habe ich mich manches Mal gefragt, ob ein erst 13jähriges Mädchen wohl so handeln und denken würde. Stellenweise wirkte sie auf mich fast schon zu erwachsen. Aber vielleicht ist dies ja auch ihren schlimmen, traumatischen Erfahrungen geschuldet.

Diese sensible Familiengeschichte mit leichten Krimielementen und in ruhigen , leisen Tönen erzählt hat mir gut gefallen und durchaus auch Anstöße zum Nachdenken gegeben.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 12. Juni 2012
Hinter "Der Duft von Erde und Zitronen" von Margherita Oggero verbirgt sich in erster Linie eine sehr gelungene Familiengeschichte aus einem kleinen süditalienischen Dorf. Wer sich für eine solche interessiert, sollte aber einen Fehler nicht begehen: Den Klappentext des Verlags lesen, der auch hier bei Amazon als Kurzbeschreibung abgedruckt ist. Er verrät leider sehr viel und nimmt, wenn man ihn schon kennt, dem Roman einen Großteil seiner Geheimnisse. Meine folgende Inhaltsangabe wird jedenfalls einige Details, die dort verraten werden, aussparen...

Inhalt: Imma, ein dreizehnjähriges Mädchen aus einem kleinen Dorf im Süden Italiens, versteckt sich seit einigen Wochen bei einer Tante im Norden. Ihre Familie fürchtet, dass ihr Leben durch die Mafia in Gefahr ist. Als Imma die Einsamkeit in der Wohnung der Tante nicht mehr erträgt, findet sie einen Weg sich hinauszuschleichen und lernt einen jungen Buchhändler kennen, der mit seinen Büchern ein bisschen Abwechslung in ihren tristen Alltag bringt und ihr hilft, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen...

"Der Duft von Erde und Zitronen" erzählt in einem ständigen Wechsel der Perspektiven sowohl die gegenwärtige Geschichte der jungen, eingesperrten Imma, die in diesem Roman als Ich-Erzählerin auftritt, als auch die Geschichte ihrer süditalienischen Familie. Diese Zeitsprünge in die Vergangenheit machen den Roman sehr abwechslungsreich und enthüllen parallel zu Immas Entwicklung in der Gegenwart Stück für Stück das Schicksal der Familie, in dem sich viele Geheimnisse und traurige Überraschungen wiederfinden. Diese schrittweise Entschlüsselung der Familiengeschichte macht die eigentliche Spannung des Romans aus, was zusammen mit kleinen überraschenden Eingeständnissen am Ende eines Kapitels sehr gut gelungen ist.
Besonders intensiv befasst sich der Roman mit dem Schicksal dreier Frauen, die in diese sehr traditionsbewusste, religöse und von der Mafia beherrschten Welt eines kleinen italienischen Dorfes hineingeboren sind.

Leider wurden die Erzählperspektiven, nachdem sie erst sehr gut gewählt und umgesetzt waren und nie für Verwirrung sorgten, gerade zum Ende des Romans hin in einigen Kapiteln etwas schwammig, was mich bei dem ansonsten sprachlich sehr überzeugenden Buch, das vor allem durch einen geschwungenen Schreibstil begeistern kann, störte. Außerdem wirken Imma und ihre Familie, obwohl in der Gegenwart angesiedelt, sehr verstaubt und wie aus einer längst vergangenen Zeit. In einem traditionsbewussten Dorf voller Klatsch und Tratsch konnte ich diese scheinbarer Verstaubtheit zwar noch verstehen, aber durch die sehr bildhafte Sprache, welche die Autorin auch der 13jährigen Ich-Erzählerin Imma in den Mund legte, wirkte dieses Mädchen leider nicht mehr authentisch. Gedanken und Sprache von Imma passen leider weder ins 21. Jahrhundert noch zur Reife eines Teenagers. Durch die mangelnde Authentiziät und Verstaubtheit wirkte das Buch an einigen Stellen, trotz großer Emotionen und stimmiger, berührender Schicksale, oberflächlich. Wirklich schade.

Auch Immas Entwicklung sowie das Ende konnten nicht ganz überzeugen. Die Ich-Erzählerin wechselt beinahe willkürlich zwischen Naivität und berechnender Intelligenz, die man ihr in anderen Situationen kaum zugetraut hätte und lässt dabei keinen schlüssigen Trend in ihrer charakterlichen Entwicklung erkennen. Ihre Beziehungen zu anderen Figuren des Romans sind dagegen gut gelungen. Eine etwas naive Liebe und unbeholfene Gespräche mit der Tante sorgten zwischendurch sogar dafür, dass die 13-Jährige in der Ich-Erzählerin doch noch zum Vorschein kam - wenn auch zu kurz. So sind es hauptsächlich die Nebencharaktere, die Tante, deren verhasste Schwägerin, die Oma, die den Roman tragen und lesenswert machen.

Fazit: Ein insgesamt lesenswerter, aber nicht überragender Roman über ein Familienschicksal in Italien. 4 von 5 Sternen
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 12. Juni 2012
Auch von mir ein Hinweis zu Beginn: Wer sich den Lesegenuss nicht verderben möchte, der sollte nicht den Klappentext lesen! Dieser verrät, was der Leser erst zum Schluss erfahren soll!

Imma ist in der Wohnung der Extante eingesperrt. Ohne Fernsehen, Radio und mit nur wenigen Büchern bleibt ihr wenig, mit dem sie sich die Zeit vertreiben kann. Schrittweise denkt sie daher an ihre Familie und ihr Schicksal zurück und sucht gleichzeitig nach Wegen, ihre Gefangenschaft erträglicher zu gestalten. So freundet sie sich auch mit der Extante an, deren Schicksal ihrem ähnlicher ist als zunächst angenommen.

Das Cover zeigt eine junge Frau, wahrscheinlich Imma, welche dem Betrachter den Rücken zuwendet. Sie scheint in die Ferne zu blicken. Das Thema Gefangenschaft spiegelt sich hierin gut wieder. Mit dem blauen Hintergrund hätte der Verlag sich allerdings etwas mehr Mühe geben können, wer das Cover mit dem italienischen Original vergleicht, sieht deutliche Photoshop-Spuren.

Das Buch erzählt abwechselnd drei Geschichten, die eng miteinander verknüpft sind. In der Gegenwart wird Immas Gefangenschaft aus der Ich-Perspektive erzählt. Im Rückblick wird die Geschichte ihrer Familie sowie die der 'Extante' Rosaria, bei der Imma lebt, beschrieben. Die Rückblicke helfen dem Leser dabei nicht nur, die Handlungen der Personen in der Gegenwart zu verstehen, sondern erzählen auch selbst jeweils eine Familiengeschichte. So harmonieren alle drei Erzählstränge gut miteinander und führen zu einer ganz besonderen Atmosphäre, welche den Leser in den Bann zieht.
Das besondere an der Geschichte ist die schrittweise Enthüllung von Motiven und Beziehungen. Wirken Immas und Rosarias Handlungen zu Beginn auf den Leser höchst befremdlich, begreift er im Verlaufe der Geschichte, wie es zur gegenwärtigen Situation kommen konnte. Dabei können beide Hauptcharaktere die Sympathien der Leser gewinnen, sodass man schließlich mit beiden um eine glückliche Auflösung bangt.
Der Autorin gelingt es, durch einen ruhigen Schreibstil die Magie einzelner Momente einzufangen. Gleichzeitig verliert die Geschichte durch viele teilweise große Zeitsprünge jedoch nicht an Dynamik. Durch die Beschränkung auf wenige Akteure gelingt es dem Leser, den Überblick zu bewahren.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, ich empfehle sie daher auch gern weiter. Da der Klappentext im Buch jedoch die gesamte Spannung stiehlt, vergebe ich nur 4 Sterne für das ansonsten sehr gefühlvolle Buch.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2012
Klappentext:
Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Meine Meinung:
Die 13-jährige Immaculata, genannt Imma, wohnt bei ihrer Extante in Italiens Norden. Dort darf sie die Wohnung nicht verlassen, zu groß ist die Gefahr erkannt zu werden.
Imma gilt in ihrer Heimat als vermisst, nachdem sie dem Sohn des 'Bosses', der sie vergewaltigen wollte, einen Stein auf den Kopf geschlagen hat.
Allerdings fällt es Imma immer schwerer nur am Fenster zu stehen während sich davor das richtige Leben abspielt.
Als sich ihr die Möglichkeit bietet nach draußen zu gehen macht Imma es. Bei ihren Ausflügen lernt sie einen jungen Buchverkäufer, Paolo, kennen, der ihr immer wieder Bücher verkauft.
Durch diese Bücher und deren Geschichten aber auch durch Paolo ist Imma endlich bereits sich ihrem Schicksal zu stellen.

'Der Duft von Erde und Zitronen' war mein erster Roman von Margherita Oggero. Eigentlich ist die Autorin im Krimigenre zu finden, hier aber schlägt sie ruhigere Töne an.

In diesem Roman dreht sich eigentlich alles um Imma und ihre Familie. Als Leser lernt man die Geschichte einer typischen italienischen Familie kennen. Bis zu dem Tag als ein Unglück geschieht und Imma in etwas hineingezogen wird, was keinem 13-jährigen Mädchen passieren sollte.

Die Protagonistin Immaculata, kurz Imma, ist ein junges Mädchen, das bereits viel erlebt hat. Sie ist ein besonderer Mensch mit seinen ganz persönlichen Eigenarten. Imma ist intelligent und im Laufe der Geschichte wird sie zunehmend erwachsener. Mir war sie sehr sympathisch.

Neben Imma gibt es im Buch noch sehr viele andere Charaktere, wie beispielsweise Immas Familie oder die Extante Rosaria. Und es taucht Paolo auf, der Imma immer wieder neue Bücher verkauft. Obwohl er nur eine Randfigur ist, so bewegt er doch etwas in Imma.

Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und flüssig. Durch die bildhaften Beschreibungen der Landschaft fühlt sich der Leser als wäre man mitten in Italien.
Es gibt mehrere Erzählstränge, die am Ende zueinander führen und ein Ganzes ergeben.
Während bei Immas Erzählstrang immer die Ich-Perspektive verwendet wird, so ist es in den anderen Strängen die allwissende Perspektive.

Das Buch ist in relativ kurze Kapitel unterteilt. Allerdings sind diese leider ohne Überschriften und so ist es schwierig dem jeweiligen Erzählstrang zu folgen.
Der Anfang des Buches gestaltet sich etwas verwirrend, da man sich er als Leser zurechtfinden muss.

Die Handlung baut sich langsam auf und von Kapitel zu Kapitel erhält man als Leser mehr Informationen. Da dies aber immer recht wenige sind beliebt es spannend bis zum Schluss.

Das Ende ist eigentlich ein offenes Ende. Jeder Leser kann sich seine eigenen Gedanken machen wie es mit Imma und ihrer Familie weitergeht.
Obwohl ich offene Enden nicht so mag, passt es hier doch sehr gut.

Fazit:
'Der Duft von Erde und Zitronen' von Margherita Oggero ist ein einfühlsamer Roman über eine tragische Familiengeschichte.
Das Buch ist besonders für Leser geeignet, die tiefgründige Geschichten mögen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Fragen? Erhalten Sie schnelle Antworten von Rezensenten

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie eine korrekte Frage eingegeben haben. Sie können Ihre Frage bearbeiten oder sie trotzdem veröffentlichen.
Geben Sie eine Frage ein.

Gesponserte Links

  (Was ist das?)