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Kundenrezensionen

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am 9. Februar 2014
Das Buch ist sehr gekonnt geschrieben - es liest sich leicht und heiter, an einigen Stellen vielleicht gar zu gefällig, aber immer unterhaltsam. Die Idee fand ich reizvoll: Ein Panorama zumindest der überwiegend künstlerischen Gesellschaft im Jahre 1913, also an einem Punkt der Geschichte zu zeigen, der sich ex post als Wendepunkt entpuppt hat - mit der unausgesprochenen Frage danach, wie das Gesamtbild dieser Einzelexistenzen zu lesen ist vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen, die unmittelbar folgten. Das Buch zeigt dabei durchaus kulturkritisch einen Mikrokosmos von ungewöhnlich begabten Individuen, die für die dämmernden Entwicklungen offenbar großteils blind, weil mit sich selbst und ihrem eigenen Leben beschäftigt waren. Allerdings ist dieser kritische Subtext nicht oberlehrerhaft - nie wird suggeriert, die Künstler und Schriftsteller hätten etwas ändern müssen oder können. Hier wird lediglich ein Panaroma aufgemacht, das in seiner Auswahl (und so vollständig das Buch sich auch zu präsentieren scheint, so selektiv sind die Episoden ausgewählt!) eine extreme Diskrepanz postuliert: zwischen der sich extrem radikalisierenden politischen Welt am Vorabend des ersten Weltkriegs und dem zumeist ebenso extrem nach innen gewandten künstlerischen Diskurs der gleichen Zeit. Das mag man teilen oder nicht, aber es ist eine interessante Note.

Was mir persönlich nicht so gefiel: Es gibt einen besonders seit Kehlmanns "Vermessung der Welt" populär gewordenen Trend in der zeitgenössischen deutschen Literatur, berühmte historische Vorlagen mit einem ironischen Augenzwinkern zu betrachten. Gewann man bei Kehlmann schon den Eindruck, sowohl Humboldt als auch Gauß seien mindestens Autisten gewesen, so übersteigert auch Illies absichtlich die lächerlichen Seiten seiner Figuren, wofür sich besonders Kafka, Musil und Rilke, wenn man den konventionellsten erhältlichen Darstellungen ihrer Person folgt, als leichte Zielscheiben anbieten, was aber auch bei der sehr selektiven Beschreibung anderer Figuren (z.B. der Geliebten Heinrich Manns und seines Verhältnisses zu ihr) extrem deutlich wird. Nun ist das nicht grundsätzlich störend, es steht Herrn Illies frei, seine Figuren so zu gestalten, aber was in dem Buch nicht recht klar wurde, ist, warum er das tut. Warum Kafka zur Witzfigur machen, die nicht bei Frauen landen kann (was, wie wir inzwischen wissen, so gar nicht stimmte)? Warum Rilke ausschließlich zur verschnupften weinerlichen Witzfigur stilisieren? Kann man ja machen, aber warum? Ironie ohne klare Zielführung wirkt ein wenig manieriert, und genauso erschien mir auch das Buch streckenweise.

Zweitens ist in dem Buch wenig neu. Was die Literaturwissenschaft in ihren weniger stolzen Jahrzehnten produziert hat, nämlich unkritische biographistische Forschung, die historischen Anforderungen nur am Rande genügte, wird hier wiedergegeben als Information aus dem Leben Kafkas, Thomas Manns usw. Meines Erachtens versucht der Autor auch gar nicht erst, sich durch eine kritische historische Sichtweise, die hier völlig fehlt, abzusetzen, sondern stellt hier vielmehr sein Breitenwissen eines existierenden (sehr konservativen) Diskurses zu den dargestellten historischen Figuren zur Schau. Dazu kommt, dass Illies in erstaunlicher Weise der Vorstellung von Kunst als Mimesis bis ins kleinste Detail folgt. Nun ist das Mimesiskonzept in der Tat ausgesprochen wichtig, aber gerade in der Kunst des 20. Jahrhunderts ist Vorsicht geboten mit einem konservativen Ansatz wie dem von Illies, der die vermeintliche Abbildung der Geschichte zur Geschichte selbst erhebt. Ob es Paul Klee in Gabriele Münters Pantoffeln oder Thomas Mann als heimlicher Protagonist des "Tod in Venedig" ist - immer nimmt Illies an, dass das, was uns die Kunst zeigt, genau das sein müsse, was sich abgespielt hat bzw. direkte Rückschlüsse darauf zulasse. Das verblüfft besonders, weil es von einem Mann mit einiger journalistischer Erfahrung kommt, der die Differenz zwischen Text/Bild und Realität (und noch mehr die Bedeutung von künstlerischer Lizenz) allzu gut kennen müsste.

Schließlich: So erheiternd und elegant weite Teile geschrieben waren, konnte ich mich doch des Eindrucks nicht erwehren, dass ich gerade einen ausgesprochen eitlen Text lese, der sich mit einer fast schon wieder bewundernswerten Leichtigkeit über das Postulat hinwegsetzt, dass man Bildung, genau wie Reichtum, immer mit etwas Understatement vorführen sollte. Wiederum frage ich mich: Warum? Um sich von den dargestellten Figuren abzusetzen, die statt in die Breite der gegebenen Welt nur in die Tiefe ihrer eigenen blickten? Das wäre eine mögliche Interpretation, aber sie ist vermutlich freundlicher, als Illies es verdient. Ich hatte eher den Verdacht, dass er sich diese Frage nicht recht gestellt hat.

Alles in allem würde ich sagen, vielleicht kann man nicht beides verlagen von einem Buch dieser Art - Illies bietet Breite an, oft auf Kosten der Tiefe. Einiges an diesem Buch hätte ich mir trotzdem anders gewünscht, aber ich bedauere es nicht, es gelesen zu haben - die Lektüre war in jedem Fall unterhaltsam.
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am 24. Dezember 2012
Florian Illies hat sich das Jahr 1913 ausgesucht, um einmal zu zeigen, wie gehaltvoll einflussreiche Künstler, Dichter und Denker das literarische und politische Leben des kommenden Jahrhunderts prägten. Tagebuchartig folgt er den Ereignissen und Treffen so bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Klimsch und Schiele. In der Tat war 1913 ein Jahr des beginnenden Expressionismus in der Malerei, der Erneuerung in den Neurowissenschaften durch die Fortführung der Erkenntnisse von Sigmund Freuds Psychoanalyse, und es war das Jahr kreativer Schriftsteller, die uns die schönsten Werke der Weltliteratur schenkten. 1913 zeigten sich aber auch die Vorboten des politischen Umsturzes in Russland und Europa.

Fortlaufend zählt Illies von Monat zu Monat auf, was sich tat.
Hitler und Stalin begegneten sich zum ersten Mal. Franz Kafka und Sigmund Freud sind in aller Munde; Else Lasker - Schüler und Gottfried Benn verbindet eine stille Liebe. Die beiden Maler Franz Marc und Ludwig Kirchner treten auf den Plan, und Oswald Spengler befasst sich mit dem „Untergang des Abendlandes“.

Von allen diesen Künstler und anderen mehr hat man gehört und weiß sie einzuordnen. Doch nie hat jemand so kontinuierlich über das Jahr 1913 berichtet, in dem sich entscheidende Ereignisse ankündigten oder bereits ereignet hatten. In Wien gelangen die Maler Gustav Klimt und Oskar Schiele zu hohem Ansehen, zu denen auch Oskar Kokoschka zählte. Sie bildeten zusammen die Wiener Moderne. „Paris, München, Wien und Berlin galten insgesamt als die
Frontstädte der Moderne“.

In diesem Buch wimmelt es nur so von bekannten Namen, die das Jahrhundert prägten und mit ihnen das Charisma der zwanziger Jahre ausmachten. Heinrich und Thomas Mann gehören ebenso dazu wie Hofmannsthal und Arthur Schnitzler.

Wer wissen will, wie diese Künstler, Dichter und Denker den Beginn das 20.Jahrhundert mit ihren Künsten beeinflussten, der lese diese Aufzählung, in der wohl niemand von Rang und Namen fehlt.
Zu allen weiß der Autor uns Einzelheiten zu erzählen und fügt seine Ausführungen zu einem geschlossenen Bild dieser sehr lebendigen und hoch aktuellen Zeit zusammen.

Man meint geradezu dabei zu sein, wenn Ateliers öffnen, Lesungen stattfinden oder anderweitige Veränderungen des Jahrhunderts ihren Anfang nahmen. Auch Aldi öffnete 1913 die ersten Ladentüren!

Eine äußerst labile und zugleich von Neuerungen berstende Phase deutscher und europäischer Kulturgeschichte tut sich auf.

Die Fülle des Materials ist überwältigend und lässt einen kaum zu Atem kommen. Doch bekommt man mit diesem Jahr 1913 einen Eindruck von den schöpferischen Kräften und aufwühlenden Denkrichtungen, die uns bis heute begleiten. Das Fazit ist: alle diese kreativen Künstler und Gelehrten konnten nicht verhindern, dass zwei Weltkriege unsere Kultur und unser Land tief erschütterten und Deutschland ins Abseits drängten.

1913 ist das letzte Jahr am Abgrund vor dem ersten dieser beiden Weltkriege. Das war der Bruch, mit dem der geistige und schöpferische Niedergang der deutschen Geschichte begann.

Florian Illies hat ein umfassendes und höchst informatives Werk geschaffen, das uns Aufschluss bietet über eine beginnende neue Ära, die so tragisch mit dem ersten und zweiten Weltkrieg für Deutschland endete.
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am 26. Oktober 2014
Selten ein so unterhaltsames Geschichtsbuch gelesen. Florian Illies beschreibt Personen und Geschehnisse aus dem Jahre 1913 in einem wundervoll unterhaltsamen Ton und in einer so mitpackenden Weise, dass man das Gefühl hat, die beschriebenen Damen und Herren zu kennen. Zu neuen Mitteilungen über Franz Kafka seufzt man leicht auf, die Aktionen der "Blauen Reiter" beachtet man mit einem Lächeln und staunt über so gut recherchierte Details, dass 1913 Stalin und Hitler gleichzeitig in Wien lebten und sich bei ihren regelmäßigen Parkbesuchen vielleicht sogar begegnet sein könnten.

Ich überlegte lange, für was "1913" perfekt sein könnte, nun weiß ich es: Als idealer Absprungpunkt zu ausgiebigen Recherchen in weiterführender Lexika und in die Wikipedia. Man wünscht sich weitere Bücher in der gleichen lebendigen Berichtsweise!
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Ein Jahr am Südhang der Geschichte oder doch nur im Zeichen der Unglückszahl?
"Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten". Waren die Herausgeber Visionäre, als sie dieses Schiller-Zitat aus dem Wilhelm Tell für ihren "Drogisten-Taschen-Kalenders 1913" auswählten? Die Angst, dass sich dieses Jahr gar als Unglücksjahr erweisen sollte, sitzt jedenfalls einigen Zeitgenossen mächtig im Nacken. "Gabriele D'Annunzio schenkt einem Freund sein 'Martyrium des Heiligen Sebastian' und datiert es in der Widmung lieber vorsorglich als '1912 + 1'.", findet Florian Illies heraus. Für Arnold Schönberg, der nicht ohne Grund die "Zwölf-Ton-Musik" erfand, ist es gar ein Martyrium. In seinen Stücken wird man die Zahl 13 vermissen. Sie kommt nicht als Takt vor und auch kaum in den Seitenzahlen. Als er voller Entsetzen bemerkt, dass der Titel seiner Oper "Moses und Aaron" 13 Buchstaben haben würde, strich er dem älteren der beiden Brüder einfach ein "a" aus seinem Namen. Seitdem heißt sie halt "Moses und Aron". Eines konnte Schönberg allerdings nicht zu seinen Gunsten beeinflussen. War er schon an einem 13. September geboren, so trieb ihn die panische Angst um, an einem Freitag, dem 13. zu sterben. "Aber es half alles nichts. Arnold Schönberg starb an einem Freitag, dem 13. (allerdings erst 1913 + 38, also 1951). Doch auch 1913 wird für ihn noch eine schöne Überraschung bereithalten. Er wird öffentlich geohrfeigt.", stellt Illies lakonisch fest.

Monatsweise entfaltet der ehemalige Ressortleiter der "Zeit", Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift "Monopol" und heutiger Partner des Berliner Auktionshauses "Villa Griesebach" ein virtuoses Panorama dieses wohl unvergleichlichen Jahres, in welchem nicht nur Da Vincis aus dem Louvre gestohlene Mona Lisa wiedergefunden wird, sondern auch zwei Nationalmythen begründet werden: In New York erscheint die erste Ausgabe der "Vanity Fair". In Essen eröffnet die Mutter von Karl und Theo Albrecht den Prototyp des ersten Aldi-Supermarkts. Wenn das nicht aufhorchen lässt! Mit Witz, Charme, interessantem Hintergrundwissen, Kenntnis und Virtuosität gelingt Illies ein faszinierender Rundblick, so dass man sich beinahe physisch in die Zeit vor bald 100 Jahren zurückversetzt erlebt. Als Vergleich dürfen hier vielleicht die monumentalen 360-Grad-Panoramen des alten Roms oder Dresdens im Jahr 1756 des Künstlers Yadegar Asisi herangezogen werden, die er in den ehemaligen Gaspanometern in Leipzig und Dresden zur Schau stellt(e).

Es ist fürwahr ein völlig überdrehtes Jahr. Es wimmelt nur so vor expressionistischer Kunst und Künstlern. So fühlt man in der Berliner Humboldtstraße 13 mit der liebessüchtigen, aber lebensuntüchtigen Else Lasker-Schüler als sie dem Pathologen Gottfried Benn verfällt und aus dieser kurzen Liason einige der schönsten Zeilen dieser beiden Lyriker entstehen lässt. Oder man ist auf dem Eis dabei, als der österreichische Alois Lutz sich so gekonnt in der Luft dreht, dass dieser Sprung bis heute seinen Namen trägt. Stalin verweilt gerade in Wien und vielleicht hat er bei seinem Spaziergang durch den Park von Schloss Schönbrunn auch den 23 Jahre alten gescheiterten Maler getroffen, dem die Akademie die Aufnahme verweigerte und der nun die Zeit mit Postkartenmalerei im Männerwohnheim in der Meldemannstraße totschlägt und wie der Russe auf seine große Chance wartet. Seinen Namen kann man heute nur noch voller Widerwillen aussprechen: Adolf H.

Ein Jahr, aber was für eins: Kokoschka und Alma Mahler lieben sich. Gustav Klimt, Egon Schiele und Marcel Duchamp malen Akte. Freud liest derweil in entblößten Seelen. Heinrich und Thomas Mann enthüllen sich literarisch in ihren neuen Werken. Rilke leidet. Kafka zögert. Coco Chanel expandiert. Picasso fällt im Frühjahr in seine größte seelische Krise. Brecht wiederum langweilt sich in der Schule, kränkelt und fängt daher an zu dichten.
München ist damals mit 600 000 Einwohnern den 2,1 Millionen in Wien deutlich unterlegen. Dafür wurde letzteres wohl mit schlechtem Wetter belegt. Im August herrschte hier nur eine Durchschnittstemperatur von 16 Grad. Da half nur eines: eine Reise zum Mittelpunkt der Erde. Gleich zwei davon finden 1913 statt. "Piero Ginori Conti gelingt es in Lardello in der Toskana, Wasser aus dem Erdinneren für die Stromerzeugung zu nutzen. Die Geothermie ist entdeckt. Gleichzeitig schreibt Marshall B Garner sein Buch, in dem er belegt, dass im Innern der Erde noch immer Mammuts leben. Sie seien mitnichten ausgestorben, hätten sich nur in wärmere Regionen zurückgezogen.", liest man bei Illies.

"Jedenfalls 1913 ist ziemlich harmlos verlaufen, nicht tot und schläfrig, ziemlich viel inneres Leben.", wie die vom Leben mit ihrem Mann und unschlüssig, in welche Richtung ihre Kunst gehen soll ermüdete und in der Silvesternacht bilanzierende Käthe Kollwitz feststellt. Ganz so harmlos dann vielleicht doch nicht. Genau: Ziemlich viel inneres Leben! "Und etwas stand offen: es war wohl die Zukunft..." Das schreibt wiederum Robert Musil in seinen Notizen, aus denen sehr viel später sein Roman: "Der Mann ohne Eigenschaften" erwachsen wird.
Oswald Spengler, der dreiunddreißigjährige Misanthrop, Soziopath und Mathematiklehrer außer Dienst erkennt vielleicht als einer der Wenigen die dunkle Zukunft. Täglich neu notiert er: Es geht eine große Zeit zu Ende, merkt es denn keiner? "Kultur - noch letztes Aufatmen vor dem Erlöschen." Ach nein, da ist noch jemand. Marcel Proust sitzt in seinem Arbeitszimmer am Boulevard Haussmann 102 in Paris, baut sich seinen eigenen Käfig - eine Art Schallschutzkammer - und notiert im gerade begonnenen ersten Teil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit" folgendes: "Die Wirklichkeit, die ich einst kannte, existiert nicht mehr. Die Erinnerung an ein bestimmtes Bild ist wehmutsvolles Gedenken an einen bestimmten Augenblick; und Hauser, Straßen, Avenuen sich flüchtig, ach! die Jahre."

Florian Illies berichtet von Bekanntem und Bekenntnissen, von Populärem und weniger Eingängigem. Er streift politische Gegebenheiten, findet aber immer wieder in die Kunst zurück. Mit unglaublich viel Verve und Esprit verführt er den Leser zu einer Lektüre, wie man sie sich jedem Geschichts- oder Gesellschaftsunterricht nur wünschen würde. Spannend, witzig, mitreißend und trotzdem auf hohem Niveau. Ein großartiges Kompendium, dem gern noch einige Jahresrückblicke mehr folgen dürfen.
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am 30. August 2015
informativ, man erfährt viel Persönliches über viele wichtige ,auch nur bekannte Leute des 20.Jahrhunderts, "kurzweilig" präsentiert, nie langweilig und oft musste ich einfach lachen über die Macken Brechts, Kafkas usw. kann ich nur weiterempfehlen!!!
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am 22. Juni 2015
Ein Einblick in alle möglichen kulturell und politisch interessanten Ereignisse, an den verschiedenen " Protagonisten " aus allen möglichen Lebensbereichen und deren Tagesabläufen wird ein sehr interessanter Überblick gegeben über die letzten Monate vor dem 1. Weltkrieg; auch sehr gut zu lesen, ohne dass man den Faden verlöre, wenn man das Buch nicht in einem durchliest.Frage mich, wie diese detaillierte Recherche möglich war ?
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am 14. August 2015
...ich kann mich hier nicht in die Lobeshymnen einreihen. Für mich ist es recht blutleer, beliebig und durchschaubar. Illies schreibt in knappem und nicht undbedingt ästhetisch elaboriertem Stil in dichter Folge Ereignischroniken für die Monate des Jahres 1913. Dadurch entsteht der Eindruck fiebriger Geschäftigkeit. So geschrieben entstünde dieser Eindruck für jedes Jahr. Billiges Stilmittel, wenig überzeugendes Ergebnis jenseits der Faktenhuberei udn manch' nicht gänzlich uninteressanter (deswegen der zweite Stern) Verbindung zwischen vormals unverbunden geglaubten Ereignissen.
Muß man dennoch nicht haben.
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am 25. Oktober 2012
Schriftsteller schrieben darüber, Maler bannten die Stimmung der Zeit auf ein Stück Leinwand, Philosophen und Geisteswissenschaftler machten sich so ihre Gedanken, und Politiker traten auf den Plan, die später die Weltgeschichte bestimmen sollten. In gewisser Weise war das Jahr 1913 ein ganz besonderes. Hier wurden die Ideale der folgende Jahre bestimmt und es herrschte eine Aufbruchsstimmung in die Moderne, die doch so jäh durch zwei fürchterliche Kriege ausgebremst wurde.

In diesem unterhaltsamen Buch hat Florian Illies mal kürzere, mal längere Anekdoten zusammengestellt und zeichnet so ein aufregendes Bild des Jahres 1913. Dabei geht er chronologisch nach Monaten vor und verweilt dabei bei nahezu den gleichen Persönlichkeiten der kulturellen Elite von Berlin, München, Wien und Paris, den Weltstädten, in denen damals Trends gesetzt wurden. So begleitet man Autoren wie Thomas und Heinrich Mann, Franz Kafka, Hermann Hesse und auf der Suche nach neuen Stoffen oder der Liebe. Man erfährt wie Maler wie Oskar Kokoschka, Franz Marc und Picasso ihre Inspiration fanden. Des Weiteren erfährt man über den Streit von Sigmund Freund und C.G. Jung, und wie sich Hitler und Stalin in Wien begegnet sind. Abgerundet wird das ganze durch ein paar Anekdoten aus der Kategorie "Unnützes Wissen", die aber zur Auflockerung beitragen.

Überhaupt wird einen beim Lesen dieses Buches nie langweilig. Das hat zwei Gründe: Zum einen kann Florian Illies gut und humorvoll erzählen, zum anderen ist das Wissen in kleine Happen verpackt, so dass man das Buch immer mal wieder zu Hand nehmen oder in einen Ruck durchlesen kann. Was mich weiterhin beeindruckt hat, war die Stimmung der Zeit, das Streben nach Neuen, nach Besseren, was Werke geschaffen hat, die heute, fast einhundert Jahre später, immer noch Gültigkeit haben und bestaunt werden. "1913" ist ein sehr intelligentes Buch, das Geschichte lebendig werden lässt und geschickt Wissen vermittelt. Darüber hinaus ist es unterhaltsam und flüssig zu lesen. Absolut empfehlenswert!
55 Kommentare| 158 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. März 2015
Dieses Buch ist wundervoll. Ich weiß nicht, ob der Autor unter all den Genies, mit denen er da inhaltlich unterwegs ist, eigentlich merkt, dass er selbst eines ist. Geistreich, leise ironisch, treffsicher.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2013
Bisweilen wurde ich bei der Lektüre an die Vorgehensweise der Boulevardpresse erinnert - wenn beispielsweise Oskar Kokoschkas Besessenheit von Alma Mahler ausführlich geschildert oder genüsslich aus Franz Kafkas reichlich verunglückten Liebesbriefen an Felice Bauer zitiert wird.
Auch sonst befasst sich dieses Buch wenig bis gar nicht mit Politik (Gestalten wie Hitler oder Stalin kommen nur mal am Rande vor), sondern wirft Schlaglichter auf all die großen und kleinen Ereignisse, Katastrophen und Abenteuer, welche die Angehörigen der "High Society" im Jahr 1913 beschäftigten.

Der Autor springt dabei von Protagonist zu Protagonist und von Schauplatz zu Schauplatz; einer kurzen Episode, manchmal nur ein paar Zeilen lang, folgt die nächste. So etwas wie ein Erzählfluss will dabei natürlich nicht aufkommen, es gelingt aber doch ganz gut, die Atmosphäre dieses letzten Jahres vor dem Untergang der damaligen Weltordnung einzufangen.
Selbstverständlich könnte man ein ähnliches Buch über jedes beliebige Jahr schreiben, 1913 wurde ja erst im Rückblick zu etwas Besonderem. Gerade die Banalität der meisten hier erzählten Geschichten zeigt aber, wie leicht es geschehen kann, dass aus scheinbar heiterem Himmel eine Katastrophe hereinbricht.

Auch wenn man dadurch keine großartigen neuen Erkenntnisse gewinnen wird, kann die Lektüre also doch ganz interessant sein.
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