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Kundenrezensionen

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am 14. Oktober 2012
... und komplett in schwarzweiß kommt -The Artist- daher. Vor 90 Jahren wäre das im Filmgenre völlig normal gewesen; aber heute? Michel Hazanavicius hatte sein Stummfilmprojekt schon vor 10 Jahren ins Auge gefasst, aber: Niemand nahm in ernst. Wen wunderts? In Zeiten von bombastischen 3-D-Projekten und überwätigender Filmtechnik in Bild und Ton ist -The Artist- ein Atavismus in Reinform. Wie groß ist dann die Überraschung, wenn man als Zuschauer feststellt: Und es funktioniert doch!

George Valentin(Jean Dujardin) ist der Held des Stummfilms im Jahr 1927. Als sein Produzent Al Zimmer(John Goodman) ihn mit dem neu aufkommenden Tonfilm konfrontiert, hat George dafür nur ein mildes Lächeln übrig. Nach einer überragenden Filmpremiere lernt George durch Zufall die Statistin Peppy Miller(Berenice Bejo) kennen. Da Georges Ehe ohnehin kriselt, funkt es zwischen ihm und Peppy. Die erhält eine Rolle im Film und wird in den nächsten Jahren zum absoluten Tonfilmstar. George hingegen verschwindet in der Versenkung. Bis auf seinen treuen Hund verliert er alle Freunde. Nur Peppy denkt noch an ihn. Aber wie soll man jemandem helfen, der sich nicht helfen lassen will? Eine Tragödie steht George Valentin ins Haus...

Sehr schnell kommt man dahinter, was Hazanavicius mit -The Artist- bewegen wollte. Es ist diese Liebe zum Medium Film. Heute scheinen die Wurzeln dieser großen Liebe mehr und mehr zu verschwinden. Dabei sind es weder technische Details noch überbordende Geldmittel, die den Zuschauer ins Träumen und Schwärmen bringen. Es ist(und wird es immer bleiben) die Geschichte, die alles ausmacht. Genau diese Story bewegt einen bei -The Artist- so unglaublich. Das Dujardin und Co. sich in puncto Mimik und Bildsprache enorm umstellen mussten, merkt man der Produktion nicht an. Ganz im Gegenteil. Ich kann mich noch gut an alte Filmproduktionen wie -Die kleinen Strolche- oder die Anfänge von -Laurel und Hardy- erinnern(nicht, weil ich die im Original gesehen habe. So alt bin ich nun auch wieder nicht). Der Zauber, der diesen Filmen innewohnt, ist exakt der selbe der -The Artist- so unglaublich belebt. Dabei schaffen es Dujardin und Co. wunderbar dramatisch und gestenreich diesen Plot mit Klasse bis ans Ende zu führen. Wenn ich allein nur an die Szene denke, wie George Valentin alptraumhaft den Tonfilm durchlebt, wird mir noch immer heiß und kalt.

-The Artist- ist Kino aus den Anfängen des großen Filmtraums. Mag sein, dass das nicht jedem gefallen wird. Allerdings sprechen 5 Oskars schon eine deutliche Sprache, wenn es um Gefallen an der Kinokasse geht. Ich fand, dass allein schon Hazanavicius Idee belohnt werden sollte. Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten, um ein besseres, umfangreicheres Bild auf das Medium Film zu erhaschen. Bei -The Artist- ist genau das perfekt gelungen.

Mir hat der neueste Stummfilm aller Zeiten jedenfalls sehr gut gefallen. Ach ja... eins gibt es da noch: 5 Oskars sind ja schön und gut, aber ich hätte 6 vergeben. Ohne Wenn und Aber wäre mein Gewinner für den besten Hund im Filmgeschäft an Uggy gegangen. Der ist schlichtweg brillant...
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am 12. Februar 2012
Wir schreiben das Jahr 1927. George Valentin (Jean Dujardin) ist der Star von Hollywood. Sein (Stumm)Filmheld ist eine Mischung aus Clark Gable und Errol Flynn und so begeistert er die Massen und die Kinos sind proppenvoll. Auch nach Drehschluss kann George seine Rollen nicht ablegen und führt sich auf wie Douglas Fairbanks höchstpersönlich. Als dann der Tonfilm und dessen Stars das Publikum immer mehr begeistert und der Stummfilm dem Untergang geweiht ist, will George das nicht wahrhaben und kämpft zunächst noch dagegen an...

The Artist ist eine Verbeugung vor der großen Stummfilmzeit und ihren Machern und Stars. Gleich in der ersten Szene eine eindeutige Hommage an Metropolis, dessen Entstehungsjahr ja auch 1927 ist. Alles ist auf Authenzität getrimmt. Das Filmformat ist ein etwas schiefes 4:3, der Vorspann ist wie damals und auch der berühmte Schriftzug "Hollywood" über L.A. ist noch das originale "Hollywoodland". Klar, Farbe und Ton sucht man auch (fast) vergebens bis auf die Musik, die, wie es sich für einen Stummfilm eben gehört, die Handlung und die Emotionen perfekt unterstützt.

Jean Dujardin spielt sich wirklich die Seele aus dem Leib. Mit jeder Faser gibt er den stummen Schauspieler, der mit Mimik und typisch theatralischer Gestik seine unverwundbaren Filmhelden zum Leben erweckt. Das macht er mit soviel Charme und Witz, das das Zuschauen eine wahre Freude ist. In einer Szene macht er sich auch ein wenig lustig über das damalige übertriebene chargieren der Schauspieler. Bei einem Dreh zu seinem neuen Film - er spielt einen Agenten - muss George Valentin mehrere Takes vornehmen, bis die Aufnahme passt. Mit jedem neuen Take wird sein Blick und seine Gestik verruchter und exzentrischer. Zum Schreien komisch aber trotzdem nicht herablassend gemeint, eher mit einem humorvollen Augenzwinkern. Toll!

In den Nebenrollen begeistern Bérénice Bejo als Peppy Miller, der neue Star am (Ton)filmhimmel, die sich ausgerechnet in George Valentine verknallt hat, John Goodman als Produzent mit gutem Herz (was damals ja nicht gerade zu den Tugenden eines A.Zukor oder C.B DeMille gehörte) und James Cromwell als loyaler Chauffeur Clifton.

Es muss damals schon so eine Art Kulturschock gewesen sein, das man die liebgewonnen Filmhelden hat sprechen hören. Das kann man weder mit der Einführung vom Farbfilm, Stereoton oder Cinemascope vergleichen und schon gar nicht mit der heutigen 3D Technik. Das sind alles mehr oder weniger Spielereien, die dem Medium Film weitere interessante Facetten verliehen haben, nicht mehr und nicht weniger. Die Einführung des Tons war aber nach Erfindung des Filmes selber der Quantensprung schlechthin. Das sich damit damalige Schauspieler schwer taten, kann man spätestens nach genuss von The Artist nachvollziehen. Ihnen erging es nicht anders wie den meisten von uns heute, die sich nicht vorstellen können, einen Stummfilm zu sehen.
Leute, vergesst alle Vorbehalte gegen den Stummfilm. The Artist nimmt euch an die Hand und lässt eure Vorbehalte im Nu verstummen. Ihr müsst es nur wollen.
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am 5. Oktober 2012
Ein Stummfilmstar hat mit dem Aufkommen des Tonfilmes und dem Sinken seines Starstatuses einige Probleme. Ein interessanter Einblick hinter die Kulissen der damaligen Verhältnisse der Filmindustrie.

Eines vorweg: Bei "The Artist" handelt es sich um einen Stummfilm mit ständiger Musikuntermalung.Zwischendurch werden Texttafeln eingeblendet.

Zum Film: Hollywood 1927: George Valentin ist ein gefeierter Stummfilmstar. Die ganze Filmwelt und das Publikum verehren ihn. Als er nach einer Filmpremiere der Presse Rede und Antwort steht, begegnet er zufällig einer jungen aber unbekannten Statistin. Als ein paar Tage später eine Tänzerin für einen Film gesucht wird, fällt Valentin diese Frau jedoch durch ihr Tanztalent noch einmal auf. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die Schönheit zu einem Star und sorgt mit ihrem Talent dafür, daß Valentin immer mehr in Abseits gerät. Da die Ära des Stummfilmes zu Ende geht, und der Tonfilm in Hollywood Einzug hält, verblasst Valentins Stern allmählich. Was den einstigen Star beruflich wie privat in eine schwere Krise stürzt.

"The Artist" ist ein sehr interessanter Film, denn er gewährt einerseits Einblick in die damaligen Verhältnisse der Filmindustrie, und auch wie Sets und Kameras aussahen, und andererseits wie sich Probleme ergaben, als der Tonfilm den Stummfilm "ablöste". Der Hauptdarsteller gerät in eine Krise, da er zu seiner Stimme offensichtlich kein Vertrauen hat.

Zur Blu Ray: Das Schwarzweiss-Bild, das hier in Format 4:3 vorliegt ist durchaus gut. Die meiste Zeit wird eine ordentliche Schärfe geboten. Manchmal wirkt das Bild jedoch etwas weich und zeitweise konnte ich einen ganz leichten milchigen Schleier an den Bildrändern erkennen, der aber nicht weiter stört, sondern durchaus visuell so beabsichtigt sein kann. Vielleicht um den autobiographischen Effekt zu verstärken, den der Film oft hat. Gesichter der Schauspieler werden in Großaufnahmen meistens klar und scharf wiedergegeben. Filmrauschen ist nur in wenigen Szenen (Stichwort u.a. Ballszene) stärker vorhanden, sonst verhält sich das Rauschen unauffällig. Schwarzwert und Kontrast gehen ebenfalls in Ordnung.

Im Bonusmaterial gibt es ein Making of, Outtakes, Interviews, Einblicke in die Music etc.

Für Fans solcher Filme eine Kaufempfehlung von mir
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am 5. März 2016
Nun, bereits zum zweiten Male innerhalb 48 Stunden fünf Sterne. Großartige Schauspieler, vor allem Dujardin selbst. Man nimmt ihm die Rolle vollkommen ab. Seiner Kollegin ebenfalls.Die gehaltvolle Geschichte beinhält mit einem zeitlosen Thema einen tiefen Sinn und rührt manchmal beinahe zu Tränen. Ich schaute ihn mir anfangs eher zufällig an, aber nach kurzer Zeit bereits war ich im Film. Sehr schön!
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am 26. März 2014
Wen liebt man mehr beim Ansehen dieses Films? Den charmanten Jean Dujardin, seine schöne Partnerin oder seinen Hund? Ein hinreißender Stummfilm mit einer berührenden Story und einer hinreißenden Musik.
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wenn heute ein film ohne dialoge und in sw daherkommt, also mal was anderes bietet, ist die gefahr von kritikern - die des üblichen action und romantik einerleis überdrüssig sind - überschätzt zu werden natürlich vorhanden.

daher war bei mir, vor dem ersten ansehen dieses filmes, durchaus skepsis vorhanden.
allerdings ist es bei diesem einmal ansehen nicht geblieben, was schon deutlich macht das der film bei mir ins schwarze getroffen hat.

die story wurde ja hier schon diverse male beschrieben - auch in der produktbeschreibung von amazon - daher erpare ich mir eine wiederholung.

was den film, neben der wirklich guten besetzung, so reizvoll macht sind die vielen wunderbaren visuellen ideen.
wenn z.b. die beiden hauptfiguren sich verlieben ist das wirklich unfassbar schön und anrührend erzählt - einfach, aber doch bestechend.

die optik des films trifft den ton der ausgehenden 20èr (und seiner filmischen grosstaten) sehr gut.

und auch der ton, den es natürlich gibt, wird sehr gekonnt eingesetzt.

eine wirklich schöne homage an eine zeit als kino mehr sein musste als das abfilmen sprechender menschen.

oder wie es (glaube ich) Hitchcock mal gesagt hat - dem stummfilm fehlte sehr wenig. nur der ton.
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am 15. November 2012
Zu welchen Dramen es führen kann, wenn einen Zeit und Fortschritt überholen, das zeigte schon der "Eiserne Gustav" höchst eindrucksvoll. "The Artist" schafft es aber ebenso gut, dabei sogar unter praktisch völligem Verzicht aufs gesprochene Wort. Das braucht es auch nicht, denn was die Seelen der Handelnden umtreibt, dafür genügen die bewegten Bilder von bewegten Gesichtern. Und für das ganz bravouröse Spiel in diesem Neo-Stummfilm muss man vor den beiden Hauptakteuren den Hut tief ziehen. Da sitzt jede Geste, jede Mine auf den Punkt - muss es auch, kann weniger gutes Acting nicht durch ablenkende Dialoge weg geschummelt werden. So lässt "The Artist" in Ausstattung wie Gehabe die Zeit der Silent Movies extrem authentisch auferstehen. Und auch die fast schon zu klischeehafte Tellerwäscher-Karriere der "tönenden" Peppy Miller vom Nobody zum Superstar wirkt für die damalige Zeit glaubhaft. Ob der Stummfilm und seine Stars auf der anderen Seite wirklich so von heute auf morgen weg vom Fenster waren oder ob es nicht doch eher ein wenig schleichender Prozess war, kann ich nicht beurteilen. Aber im Wesentlichen stellt der Niedergang der Stummfilm-Ikone George Valentin wohl schon das Schicksal vieler realer Leidensgenossen der Epoche dar. Was mir sehr gefallen hat ist, dass Valentin - immerhin ein George Clooney oder Brad Pitt seiner Zeit - im Niedergang nie lamentierende Diva ist. Mit den Mitteln "seines" Stummfilms kämpft er gegen die unvermeidbare Niederlage an, akzeptiert aber dann klaglos und einsichtig sein Los, trägt es wie ein Mann. Vor dem Absturz ins Bodenlose wird er jedoch gerade noch aufgefangen von eben jener Peppy Miller, die im Sog des Tonfilm-Booms ganz nach oben gespült wurde - den Mann aber nie vergaß, den sie liebte und hinter sich zurück ließ. In den Personen der beiden vereinen sich zuletzt Stummfilm und Tonfilm zu einer Liaison der Kino-Epochen - und dieses etwas zuckrige Happy End darf "The Artist" gerne haben, schließlich ist der Film Hollywood at its best!
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am 24. Oktober 2012
Peppy Miller ist ein pfiffiges Revue-Girl, eines von jenen bezaubernden Mädchen aus den 20er Jahren, die es noch eindrucksvoll verstehen, in einem fleischfarbenen Kollektiv von gliederwerfenden Tänzerinnen mit dem verfänglichen Schwung ihrer wohlgeformten nackten Beine stimulierende Wellen der Erregung in Richtung männliches Publikum auszusenden, um auf diese Weise als erotische Beilage zum Hauptgericht einem Film eben jenen Nährwert zu geben, den er ohne dieses sinnliche Zutun wahrscheinlich niemals hätte. In Hollywood versucht sie deshalb nun ihr Glück als Schauspielerin und wie es der Zufall so will, heuert sie im selben Studio ihres großen Idols an. Gemeint ist der umwerfend gutaussehende Starschauspieler George Valentin, der personifizierte Liebestraum aller kirschmündigen Landpomeranzen und kapriziösen Großstadtmädchen. Zum ersten Mal begegneten sich die beiden flüchtig auf der Premiere von Georges neuestem Film "A Russian Affair", als Peppy in der jubelnden Menge vor dem Kino aus Versehen ihre Handtasche fallen lässt und ihren Schwarm mit einem sexuell offensiv umflorten Blick kokett ins Visier nimmt. Als jedoch der Ton wie ein Alptraum in Georges stumme Welt der Zelluloidillusionen hereinbricht und dieser sich weigert, seinen Figuren eine Stimme zu geben, bekommt Peppy endlich ihre lang ersehnte Chance. Denn mit den modernen Entwicklungen des Films lechzt das Publikum auch nach neuen Stars. Ihr gelingt schließlich der Durchbruch, während George von hier an nur noch als kümmerliches Auslaufmodell sein Dasein fristet. Er fährt das ganze üble Programm, das an so einer gescheiterten Karriere dranhängt: Scheidung, Einsamkeit, Alkohol, Schulden, dem Schwelgen in Erinnerungen an bessere Zeiten, Selbstzerstörung, Suizidgedanken. Die quirlige Miss Miller, die mittlerweile zu beträchtlichem Ruhm gelangt ist, hat ihre heimliche Liebe allerdings noch nicht vergessen und will George helfen, wieder Boden unter den Füßen zu fassen. Doch der einstige Schwerenöter ist zu stolz, die Unterstützung anzunehmen.

"The Artist" lädt zu einer nostalgischen Reise in die Vergangenheit ein, zurück zu den Wurzeln des Kinos und zwei Menschen, deren Biographien in genau entgegengesetzter Richtung verlaufen und sich dabei mehrmals kreuzen, wodurch die Schicksale von Peppy und George untrennbar miteinander verwoben werden. Der Aufstieg der einen Person ist zugleich der Niedergang der anderen und angesichts des traurigen Bildes, das der tief gesunkene Charmeur inzwischen abgibt, ist man sogar dazu geneigt, ein wenig Mitleid mit dem anderen Geschlecht zu empfinden. Männer verloren damals im Krieg soeben erst ihre Ideale, jetzt müssen sie auch noch die Herrschaft auf der Leinwand abgeben, und zwar an Frauen wie Peppy Miller, die mit ihren frischen, unverbrauchten Gesichtern, ihrer unbändigen Lebensgier und der nimmermüden Durchsetzungsfähigkeit die persönlichen Ziele phantasiebegabt und intelligent in die Realität umsetzen. Ein Plot, der nicht von ungefähr kommt, denn in der Verschiebung der Geschlechterrollen fand das Kino der Stummfilmära eines seiner geläufigsten Sujets, auch weil die immense Ausbreitung der neuen Medien den von Entbehrungen geprägten Frauen dieser Zeit ungeahnte Möglichkeiten der Selbstverwirklichung eröffnete. Der stets so weise Blick in den Rückspiegel, den uns "The Artist" gewährt, legt dabei nahe, dass diese Epoche mit all ihrem enthusiastischen Furor für das wesentliche Merkmal der Jugend steht und zugleich an deren Besonderheit leidet, nämlich der Vergänglichkeit sowie dem auf etwas überhebliche Weise verdrängten Wissen darum, zumal die goldenen Zwanziger scheinbar ein Jahrzehnt waren, in dem sich die Menschen leidenschaftlich am Hang zur Selbstvergessenheit berauschten. Da kam den Studiobossen die extravagante Schönheit von jungen Schauspielerinnen und solchen, die sich dafür hielten, gerade recht, um die eigenen Filme auf die Bedürfnisse eines libertinisierten Publikums auszurichten. So ist es auch wenig verwunderlich, dass es ausgerechnet unbedarfte Mädchen vom Schlage einer Peppy Miller waren, die es dieser Zeit schwer angetan hatten, eben Ikonen, die das gewisse Etwas besaßen.

Die starke Reduktion auf die äußerliche Erscheinung lässt allerdings erahnen, dass die weiblichen Stars letztendlich mindestens ebenso austauschbar waren wie ihre männlichen Kollegen, weswegen es auch kaum vorstellbar ist, dass die Halbwertzeit einer Peppy Miller deutlich länger ausfallen würde als die einer Mae Murray, Pola Negri, Louise Brooks oder all den anderen wundervollen Diven, die zwischen den zwei Weltkriegen wild gestikulierend über die Leinwand flimmerten, denen sich aber das Publikum schon bald überdrüssig wurde. Der gesellschaftliche Stellenwert für die Emanzipation, den diese massenkompatiblen Identifikationsfiguren zweifellos hatten, soll durch den Aspekt der Endlichkeit jedoch in keinster Weise geschmälert werden. Dass Michel Hazanavisius diesen finalen Kontext geschickt ausblendet, sei ihm deshalb durchaus gegönnt, denn schließlich ist "The Artist" auch ein Film über das Filmemachen in jenen Jahren, zu dessen ungeschriebenen Gesetzen es dazu gehört, dass diese Retrospektive so wohlwollend endet, wie es auf dem Cover zu sehen ist: George und Peppy stehen einträchtig und gleichberechtigt nebeneinander und richten unwiderstehlich lächelnd eine einladende Geste an das Publikum, sich dem zügellosen Bilderrausch mit hedonistischer Lust an der Zerstreuung bedingungslos hinzugeben.
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am 27. Mai 2015
Unglaublich toller Film, in dem nicht gesprochen wird, sondern nur Untertitel zu lesen sind - tolle Songs - die der DVD beigefügt sind auf einer separaten CD - Tolle Idee übrigens ... ich verschenke das sehr gerne - sind zwei Geschenke in einem - fürs Auge und fürs Ohr ;-)
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TOP 500 REZENSENTam 13. September 2013
Die technische Entwicklung zum Tonfilm raubt einem Stummfilmstar die Daseinsberechtigung. Er klappt zusammen, verarmt, wird zum Alkoholiker und endet mit der Pistole im Rachen ... Doch dann ändert die Macht des Liebe (oder ist es vielleicht nur die Leidenschaft einer Stalkerin des einstigen Leinwandhelden) sein Schicksal, und er findet seinen Weg.

Abgesehen von der melodramatischen Handlung berührt die Geschichte das Herz und ist dabei so gut gemacht, dass die wenigen gesprochenen Worte am Schluss des Filmes erst den Trick des Ganzen offenbaren: Es ist ein Stummfilm in Schwarzweiß!

Besondere Erwähnung verdient der kleine Jack Russell, der die tierische Hauptrolle in dem Epos spielt. Vollkommen zurecht wurde dem Terrier einer der fünf Oscars zuerkannt.
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