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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
5

am 22. Juli 2015
Neben den großen Sinfonien komponierte Gustav Mahler auch etliche kleinere Orchesterlieder, in denen er das üppig ausgestattete Orchester in der Regel intim und kammermusikalisch einsetzte, um große Effekte zu erzeugen. Neben den Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ gibt es drei kleinere Zyklen, die auf der vorliegenden CD versammelt sind: Zunächst die frühen „Lieder eines fahrenden Gesellen“, deren Text Mahler selbst dichtete und auf die zahlreiche Motive und Themen seiner frühen Sinfonien rekurrieren. Was den Ausdruck und den Gehalt des vierteiligen Zyklus anbelangt, so erinnern sie stark an Schuberts „Winterreise“, in der ein in seiner Liebe zu einer Frau enttäuschter Geselle in die einsame Natur auszieht, die ihn zwar einerseits immer wieder an das erinnert, was er verloren hat, die ihm aber andererseits auch Trost und Ruhe spendet.
Die anderen beiden Zyklen sind Vertonungen von Gedichten Friedrich Rückerts, fünf davon lose gereiht, die anderen fünf zu einer scheinbaren Einheit verkettet zu den sogenannten „Kindertotenliedern“. Während ersteren deutlich anzumerken ist, dass sie nicht als Einheit gedacht sind, so darf man sich auch bei letzteren nicht täuschen: Auch die „Kindertotenlieder“ sind nicht zusammenhängend oder sogar 'chronologisch' konzipiert. Die insgesamt zehn Rückert-Lieder gelten als ein Höhepunkt Mahlerscher Kompositionskunst.

Die hier vorliegende Einspielung vereinigt die drei Liederzyklen in einzigartiger, referenzverdächtiger Art und Weise. Janet Baker singt großartig, einfühlsam und absolut authentisch. Dabei kommt niemals irgendeine Form von Missmut darüber auf, dass sie ja eigentlich gar kein Geselle ist. Sie interpretiert die Lieder nicht nur, sie macht sie zu ihren eigenen kleinen Kunstwerken.
Begleitet wird sie auf ihrer Reise von Sir John Barbirolli, der ja ein ausgemachter und ausgezeichneter Mahler-Interpret war. Er dirigiert hier absolut transparent das Hallé Orchestra und das New Philharmonia Orchestra (in den fünf losen Rückert-Liedern). Akzente werden treffend und perlend gesetzt, es fehlt nicht an schattigen Nuancen. Da die Aufnahmen aus den späten 60er Jahren stammen, ist die Klangqualität freilich nicht einwandfrei, aber den Umständen entsprechend zufrieden stellend. Als Zugabe gibt’s eine zusätzliche Einspielung des Rückert-Liedes „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, die 1967 unabhängig von den anderen vier Rückert-Liedern aufgenommen wurde.

Fazit: Eine Bereicherung für jede Klassiksammlung und ein unverzichtbarer Bestandteil im Mahler-Repertoire eines jeden Klassikfreundes!
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am 12. Januar 2013
Janet Baker singt diese Lieder einfach wunderbar ruhig und ohne Pathos, man kann ihr segr lang zuhören. Kann ich sehr empfehlen.
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am 24. März 2014
Ich hatte die Erwartung, dass Janet Baker die Mahler-Lieder zu kühl und dünn rüberbringt, wie ich es von einigen ihrer Aufnahmen gewohnt war. Vielleicht war ich auch etwas voreingenommen, weil eigentlich Christa Ludwig meine favorisierte Mahler-Interpretin ist.
Aber in der Zusammenarbeit mit Barbirolli hat sie Wunderbares vollbracht. Dieser Mann verstand es, die Orchestrierung so sehr an Bakers Stil anzupassen, dass Unstimmigkeiten einfach nicht zu finden sind. Er notierte sogar die Atemzüge Bakers, um die Harmonie zwischen Orchester und Singstimme zu perfektionieren.
Natürlich ist Bakers Gesang nicht so herzlich wie der von Ludwig. Aber es ist gerade die ruhigere, bedächtigere Gangart, die es uns erlaubt, Zwischentöne wahrzunehmen, die man bei anderen Aufnahmen überhört. Barbirolli kostet diese Feinheiten aus und eröffnet uns damit ein tiefes Einfühlen in die Stimmungslage des jeweiligen Liedes.
Barbirollis Höchstform zeigt sich z.B. beim instrumentalen Ende von "In diesem Wetter, in diesem Braus", das so sorgfältig und nuanciert ausgearbeitet wurde, dass es für sich allein hörenswert ist. Baker ist mit ihrer feinen und luftigen Interpretation von "Ich atmet einen linden Duft" ungeschlagen. (Allerdings kommt die Natur dieses Liedes auch ihrem Gesangsstil entgegen.) Aber selbst beim bekannten "Ich bin der Welt abhanden gekommen" übertrifft sie in einigen Punkten viele meiner Favoriten. Und ihr "Die zwei blauen Augen" kommt ganz nahe an meine bisherige Top-Version von Fischer-Diskau unter Kubelik heran.
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am 10. Oktober 2002
Mit Superlativen soll man vorsichtig sein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man Mahlers Lieder stimmiger, in aller Schlichtheit berührender zu gestalten vermag als die Baker und Barbirolli. Wie sehr die beiden miteinander zu atmen verstanden, wie nahe ihnen selbst die Musik war, wird in jedem Ton, jeder Phrase und jeder Pause insbesonders der Rückertlieder und der Lieder eines fahrenden Gesellen hör- und erlebbar. Die Fassung von "Ich bin der Welt abhanden gekommen" mit dem Hallé Orchestra schließlich ist der überirdisch schöne Abschluß einer CD, die man gar nicht aufhören möchte, zu hören.
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am 28. Juli 2011
Janet Bakers Interpretationen der Kindertotenlieder gehören bekanntlich zu den schönsten und ergreifendsten. Auch diese Einspielung mit Sir John Barbirolli beweist, dass Bakers Ruf zu Recht besteht. Barbirollis Orchesterführung ist kongenial. Wundervoll.
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