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am 25. Februar 2014
Warum unsere Zivilisation zusammenbrechen wird und wie sie sich erneuern kann – so lautet der Subtitel dieses Werks, das insgesamt zehn Professoren aus den verschiedensten Fachgebieten wie z.B. Wirtschaft, Medizin, Biophysik oder Informatik zu Wort kommen lässt. Kein Konjunktiv, kein Potentialis, keine Ausflüchte – unsere Welt steuert auf eine Katastrophe zu, die „in ihrer Gesamtheit die Qualität des Totalen“ hat. Umso erschreckender, dass die Bestandsaufnahme, Argumente und Schlussfolgerungen unpolemisch, wissenschaftlich-nüchtern und logisch nachvollziehbar vorgebracht werden – entsprechend unruhig dürften sensiblere Gemüter nach dieser Lektüre schlafen.

Die Besonderheit dieses Buches liegt in der holistischen Betrachtungsweise, so dass einzelne Krisen nicht separat voneinander betrachtet werden, sondern in einem Kontext erscheinen, der unter anderem Rückschlüsse auf individuelle bzw. gesellschaftssoziale Problematiken zulässt. So gelingt es den Autoren in wissenschaftlicher Manier deduktiv nach „des Pudels Kern“ zu suchen… und auch zu finden! Ihr Credo: Da sowohl auf der sozialen, kulturellen, physischen als auch individuellen Ebene die Menschheit ihrer Werte verlustig geworden ist, herrscht heilloses Durcheinander, das ein vertrauensvolles, bejahendes, respektvolles und menschliches Miteinander kaum mehr möglich macht. Was am Horizont der Zivilisation aufzieht, ist daher nicht lediglich ein weiterer Sturm, der in gewohnter Manier abgehakt werden kann, sondern eine neuartige „Katastrophe zweiter Ordnung, in der zig Katastrophen kumulieren und miteinander in Wechselwirkung“ treten.

Dementsprechend gering fällt auch der Bereich „Hoffnung“ des Titels aus: Nach dem Kollaps der alten Zivilisation könnte ein echter, lebenswerter Neustart erfolgen – zu guter Letzt also doch noch ein Konjunktiv!

Diese Buchrezension erschien im Magazin Smart Investor 3/2014
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Die beiden Herausgeber haben es unternommen, zusammen mit einer Gruppe von zehn weiteren Professoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, eine Art Menetekel des frühen 21. Jahrhunderts vorzulegen. Sie vertreten die These, daß die westliche Welt im Moment nicht mit einer auf einen einzigen Bereich beschränkten Fehlentwicklung zu kämpfen hat, sondern gegenwärtig vieles - zu vieles - gleichzeitig falsch läuft.

Krisenhafte Entwicklungen hat es in der Menschheitsgeschichte immer wieder gegeben: Seuchen, Kriege oder Naturkatastrophen konnten den Bestand und die Entwicklung der Menschheit insgesamt aber noch niemals nachhaltig gefährden. Immer wieder konnten von den Betroffenen Auswege gefunden, alle Krisen glücklich überwunden werden.

Was aber, so die Sorge der (konservativen, christlich orientierten) Buchautoren, wenn es an verschiedenen Fronten zeitgleich und länderübergreifend zu schwerwiegenden Einbrüchen kommt, die, jeder für sich allein, bereits gewaltiger Anstrengungen zu seiner Überwindung bedarf? Dann kann es leicht sein, daß das System insgesamt kippt und unsere gesamte westliche Zivilisation kollabiert. In der Vergangenheit ist es schon mehrfach zum Untergang von Gesellschaften gekommen. Der amerikanische Geograph Jared M. Diamond hat mit seinem 2005 erschienen Bestseller Kollaps" eine ganze Reihe von solchen Katastrophen beschrieben. Diese blieben allerdings jeweils auf relativ kleine Kollektive, etwa auf die Bewohner der Osterinsel, begrenzt.

Die Autoren des vorliegenden Buches beschränken sich indes nicht auf den rein ökologischen Blickwinkel Diamonds, sondern beziehen religiöse, kulturelle, ethische, politische und wirtschaftliche (Fehl-)Entwicklungen in ihre Betrachtungen mit ein. Sie sehen die abendländische" Kultur durch soziale, kulturelle, physische und individuelle Katastrophen ernsthaft in ihrer Existenz bedroht. Ihr Ziel ist es, dem Leser die falschen Hoffnungen zu rauben", daß aus irgendeinem wundersamen Grund das Schlimmste - der physische Zusammenbruch unserer westlichen Gesellschaften - am Ende ja doch nicht eintreten werde, auch wenn wir uns nicht zu einem auf vielen Ebenen erfolgenden, radikalen Kurswechsel entschließen würden.

Eines der von den Autoren apostrophierten Problemfelder ist ein jede Moral langfristig zerstörender Utilitarismus, der ausschließlich das größte - materielle - Glück der größten Zahl anstrebt. Immer weiter zunehmende technische Möglichkeiten, bei gleichzeitig immer tiefer sinkender Moral (das dieser Tage viel debattierte belgische Euthanasiegesetz ist hierfür ein gutes Beispiel), öffnet Einfallstore für unabschätzbare Gefahren.

Scharfe Kritik wird auch am herrschenden Wachstumsdogma geübt. In endlichen Systemen ist unendliches, zudem exponentielles, Wachstum schlicht unmöglich. Eine Binsenweisheit, die anzunehmen zwar kein abgeschlossenes Physikstudium voraussetzt, die aber dennoch von sämtlichen politischen Verantwortungsträgern konsequent ignoriert wird.

Mit der ökosozialistischen Doktrin der Gleichheit" wird ebenfalls scharf ins Gericht gegangen. Mit ihr wird Gleichheit über Gerechtigkeit, Chaos über Ordnung (...) und Einebnung über Differenzierung" gestellt - mit fatalen Konsequenzen. Die moderne Ersatzreligion des Ökologismus ist nämlich nicht in der Lage, das Heil zu bringen. Nicht Liebe und Geborgenheit, sondern Abtreibung ist die Natur des Ökosozialismus" - starke Worte!

Der unserer Tage auf immer höhere Gipfel getriebene Genderirrsinn, der in einer möglichst frühzeitigen Sexualisierung der Kinder - auch gegen den erklärten Willen deren Eltern - seinen wohl ekelhaftesten Ausdruck findet, wird als eine weitere tödliche Bedrohung unserer Kultur geortet.

Die in der westlichen Welt herrschende Wirtschaftskrise" wird als das gesehen, was sie in Wahrheit ist: ein Schuldenkrise. Heute gibt es dreieinhalb Mal so viel geliehenes wie gespartes Geld." Die Schuldenkrise wird daher konsequenterweise als ethische Krise" bezeichnet.

Die Autoren bieten eine recht komplette Zusammenfassung all jener Fehlentwicklungen, die jedem vernunftbegabten Zeitgenossen, dem ideologische Gleichschaltung, politische Korrektheit und Denkverbote aller Art das Hirn noch nicht restlos vernebelt haben, ins Auge fallen müssen.

Gemäß seinem Untertitel Warum unsere Zivilisation zusammenbricht und wie sie sich erneuern kann" widmet sich der letzte Teil des Buches der Hoffnung auf Besserung. Er ist deprimierend kurz geraten. Wer an dieser Stelle konkrete Handlungsanleitungen erwartet hat, wird herb enttäuscht. Das Buch schließt mit dem auch an den Beginn gestellten Fall eines 1985 in Japan infolge eines Wartungsfehlers abgestürzten Jumbo-Jets: Im Gegensatz zu den damals auf verlorenem Posten befindlichen japanischen Piloten hätten wir es heute in der Hand, das Steuer noch herumzureißen, ...um sicher zu landen. Aber wir brauchen ein neues Flugzeug, um sicher weiterfliegen zu können."

Wo in aller Welt eine dafür geeignete Maschine zu finden ist, bleibt offen. Ernüchterndes Fazit: Viel Höllensturz und verdammt wenig Hoffnung...
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am 28. Dezember 2013
So lautet meine persönliche Kurzzusammenfassung dieses Buches. Etwas ausführlicher formuliert würde ich sagen:

☞ Wenn Sie Ihren Weltschmerz mit „Rosamunde-Pilcher-Romantik“ verarbeiten und sich vom weltlichen „Alles-wird-gut-Programm“ auch in Zukunft leiten lassen wollen,
lesen Sie dieses Buch besser nicht.

☞ Wenn Sie lieber in Ihrem trauten Heim bei einer gemütlichen Tasse Tee die Schwierigkeiten und Nöte unserer Zivilisation von sich fernhalten und Ihrem Glauben, das
alles habe mit Ihnen nichts zu tun, weiterhin folgen wollen, lesen Sie dieses Buch besser nicht.

☞ Aber wenn Sie die Augen vor der Realität nicht verschließen und Ihren ganz persönlichen Beitrag leisten wollen, unsere geschaffene Erde zu bebauen und zu bewahren
und die Menschen zu Umkehr und Erneuerung einladen wollen, dann könnte dieses Buch etwas für Sie sein.

Ich finde, man sollte sich für die Reise durch diese Literatur „warm anziehen“, denn gemütlich ist es nicht und, ehrlich gesagt, hätte ich manchmal das Buch auch gerne wieder weggelegt, wenn ich nicht wüsste, dass es auch um meine Welt geht, in der ich gerne auf lebenswerte Art und Weise leben will.
Aber ich empfehle, sich „portions-“ oder kapitelweise dieser Sicht auf unsere Zivilisation zu nähern, sonst könnte die Ernüchterung oder Entlarvung zu frustrierend sein. Und bitte nicht als „Gute-Nacht-Lektüre“ lesen, denn dieses Buch rüttelt wach und wer dabei nicht aufwacht, ist echt eine Schlafmütze.

Mir gefallen die Verweise auf vertiefende Texte auf der zum Buch gehörigen Homepage.

Schade, dass die Hoffnung, von der die Autoren getragen sind, erst am Schluss angesprochen und nur im Nachwort ausführlicher behandelt wird.
Ich finde das Buch, mit Worten der Jugend beschrieben, „echt krass“. Am allerbesten fände ich es, wenn Sie sich vorher mit der christlichen Sicht von Welt befassen und Gottes Sicht auf Sie und die Menschen für sich beanspruchen, denn sonst kann man die Wahrheit kaum aushalten, wenn man sich getraut, sie ungeschminkt und ungeschönt zu betrachten.

Ich bewundere den Mut der Autoren und finde es klasse, dass sie sich über alle möglichen Konsequenzen dieser Veröffentlichung im Klaren sind. Und sollte die Schelte, von der sie am Buchbeginn schreiben, tatsächlich eintreten, dann sind die Autoren herzlich zu mir zu Kaffee und Kuchen (ich würde sogar selbst backen) eingeladen. Solchen mutigen Menschen würde ich gerne mal begegnen und mich mit ihnen austauschen, wie wir es gemeinsam angehen können, etwas Gutes für unsere Welt zu bewirken – Schritt für Schritt, jeder seinen persönlichen Beitrag, und wenn es die Unterschrift unter einer Petition ist, die auf Unrecht verweist und Regierungen zum Handeln bewegt.

A. Loßnitzer
33 Kommentare| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2016
In dem Buch geht es um die aktuelle Situation in Deutschland. Von wirtschaftlich über unser Finanzsystem bis hin zur (Schul-)Erziehung.
Auch die ganze Depression & Burnout - Hintergründe werden gut erklärt.
Das Buch kommt zum Schluss das wir kurz vor einem Kollaps stehen. Absolut lesenswert und man kann viel lernen.
Ich sehe seit einiger Zeit, dass es so wie es aktuell bei uns aussieht nicht weitergeht.
Ja wir laufen in eine Katastrophe! Wir leben alle auf "Pump" und es findet seit einiger Zeit eine massive Veränderung der "Werte" statt.
Das Buch haben 10 Professoren aus Deutschland geschrieben. Jeder hat dabei seinen Fachbereich betrachtet. Eine nüchterne und ehrliche Bestandsaufnahme wie ich finde.
Es fehlt unserer Gemeinschaft einfach das Miteinander. Jeder schaut nur auf seinen Vorteil und Geld regiert die Welt. Wohin das führen kann, führt das Buch deutlich vor Augen.
Besonders gefallen hat mir die eingeflossenen geschichtlichen Rückblicke. Kannte das meiste noch nicht. Wir haben da leider wohl nichts oder nur wenig aus Problemen, die in ähnlicher Form bestanden, gelernt.
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*
Zehn Professoren öffnen uns in diesem Buch die Augen vor der Realität, so wie sie diese Wissenschaftler sehen und sie prophezeien uns einen höllischen Absturz in nicht allzu weiter Ferne aus unseren gläsernen Zimmerchen in den Elfenbeintürmchen!

Die Welt ist ausser Kontrolle geraten und längst können die großen Entscheider, ob sie nun Putin, Merkel, Obama oder Kaiser von Japan heissen, keine wichtigen Entscheidungen mehr treffen. Auf der einen Seite sind es die übermächtigen Industriekonzerne, die über Haushalte und Geldreserven verfügen, vor denen selbst große Staaten verblassen, die den Ton angeben, auf der anderen Seite das verschwenderische Konsumleben der Industriestaaten, die aber auch als Orientierung für alle anderen Staaten der Erde herhalten müssen. Unser Planet ist nicht nur unregierbar geworden, sondern die Menschheit zerstört sich selbst intensiv die Lebensgrundlagen für die nächsten Jahrzehnten. Der Planet wird unwiederbringlich ausgebeutet und zerstört, weil die Menschen dem blinden Konsumwahn verfallen sind. "Kaum haben sie das Klima beeinflusst, erwärmt, fallen sie schon über die neuen Bodenschätze in den eisfreien Naturschutzgebieten der Arktis her!" Ein tödlicher Kreislauf, der sich immer mehr erhitzt und unsere Erde an den Rand des Abgrund bringen wird.

Es gibt mittlerweile einen Plastikkontinent im Pazifik, kein Kubikmeter Meereswasser des gesamten Planeten ist noch ohne Plastikteile, viele Fischarten sind bereits ausgestorben, die Meere waren noch nie so fischarm und deshalb kommen die Haifische an die Küste, um Menschen zu jagen. Die Luft ist in vielen Städten nur noch mit Masken und Sauerstofftherapie zu ertragen, die Böden ganzer Landstriche sind durch die intensive Landwirtschaft ausgelaugt und versteppt, die Stadtbevölkerung vieler Städte wird nur noch mit Mühe von den Sicherheitskräften im Zaum gehalten, über eine Milliarde Menschen hungern - Millionen sterben heute noch an Hunger, während wir im Westen die Lebensmittel wegwerfen. Wir schliessen die Augen vor dem unsagbaren menschlichen Leiden, einige Flugstunden von uns entfernt, wollen die potenzielle Gefahr der 500 Atomkraftwerke der Erde nicht sehen, wollen nichts von den 1300 Milliarden Euro wissen, die alle Staaten der Welt für die Rüstungsindustrie ausgeben. Auch hier erhitzt sich der Kreislauf, immer mehr aufstrebende Länder, wie Indien, China, Pakistan, die arabische Welt, bauen Flugzeugträger, Atomraketen und sogar waffenfähige Weltraumstationen!

Ja, die Erde wird mit jedem Tag gefährlicher, erklären die Autoren, und die Verantwortlichen fliegen selbst im Blindflug und reagieren auf Vorkommnisse. Die Weitsicht, eine vernünftige Planung, eine verantwortungsvolle Entscheidungsmöglichkeit, davon sind sie schon längst weit entfernt. Entscheidungen gegen den Komfort und die Sicherheit der Menschheit sind unpopulär und damit unmöglich, langfristige Planungen verhindert unser demokratisches System. Die Menschheit wächst weiter, will mehr von allem und der Planet ist längst nicht mehr in der Lage, dem gerecht zu werden.

Die Aussagen von Snowden und Assange haben bewiesen, dass die Staaten (nicht nur die NSA) eine schier unglaubliche Paranoia an den Tag legen und die Bürger bis in ihre intimsten Gedanken verfolgen. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google dienen vor allem dazu, erklären die Autoren, den Bürger gläsern zu machen. Mit den gewaltigen Speicherkapazitäten der modernen Rechenzentren wird heute das Bewegungsprofil der allermeisten (!) Menschen, ihre Gedanken, ihr Netzwerk, ihre politische Meinungen verfolgt. Niemand ist heute zu unbedeutend, um nicht schon längst ein Profil bei den Behörden zu haben. Zucken Sie nicht mit den Schultern, ihren Kindern und Enkeln werden diese Informationen vorgehalten werden! Wegen einer aggressiven Diskussion oder einem libyschen Freund auf Facebook kann dem Enkel der Eintritt in die Verwaltung verbaut werden.

Zerstörter Planet, hungernde Menschen, überwachte Menschen an Marionettenfäden und 10% der Menschen, die im Überfluss leben!

Aber es gibt auch Hoffnung und die Autoren zeigen Wege auf, wie wir aus dieser Falle, aus diesem Automatismus herausfinden können. Noch ist nicht alles verloren, aber ohne einschneidende Veränderungen wird es nicht möglich sein, den Planeten vor seiner Vernichtung zu bewahren!

Ein grandioses, bewegendes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann!
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am 12. März 2014
Der reißerische Titel macht gleich deutlich, worum es den Autoren geht: Unsere Zivilisation bricht zusammen. Das Buch lässt sich leicht lesen, fesselt mit fiktiven Leserbriefschreibern oder packenden Ausschnitten aus historischen Ereignissen. Als Ingenieur kann ich die angebotenen Erklärungen, wie es zu Katastrophen kommt, gut einordnen: Exponentielle Entwicklungen beginnen harmlos, haben aber später eine unbeherrschbare Dynamik. Ein falsch beladener Wohnwagenanhänger kann sich unbeherrschbar aufschaukeln, wenn er ins Schlingern gerät. Will man eine Entwicklung bremsen, gelingt das nur vor dem mathematisch errechenbaren „Point of no Return“. Die Autoren befürchten den totalen Zusammenbruch der Gesellschaft – in der Psyche und im Verhalten des einzelnen Menschen, in der inneren Kultur der Gemeinschaft und in der Wirtschaft. (S.201)

Die Autoren sprechen Themen an, die in der öffentlichen Diskussion selten zu hören sind, und belegen sie mit Fakten: Sexuelle Freizügigkeit führt nach einer Studie von Joseph Daniel Unwin zum Niedergang einer Kultur. Sexuelle Selbstbeschränkung kann den Niedergang umkehren. Wachsende Freiheit und Selbstbestimmung führen zu neuen Tabus und einer Flut von neuen Regeln. Die systematische Entwertung der Familie, die Übernahme der Erziehungsaufgabe im Kleinkindalter durch den Staat, die Entfremdung von Traditionen und die völlige Verunsicherung der Identität durch Gender Mainstreaming führt zu immensen psychologischen Schädigungen nicht nur von Individuen. Die im Menschen angelegte Bereitschaft zur Leistung wird durch Schule und staatliche Systeme so verdreht, dass sich heute ein generelles Anspruchsdenken ohne Gegenleistung breit gemacht hat. Leistungsträger unserer Gesellschaft werden nicht als Vorbild dargestellt.

Allerdings wirkt das breite Themenspektrum für mich erschlagend, und ich bleibe alleine mit der Frage: Was mache ich jetzt damit? Die Hoffnung am Ende kommt zu kurz. Nach einem Zusammenbruch, der offensichtlich unvermeidlich ist, kommt etwas Besseres, „wenn wir aus diesen Erfahrungen lernen.“ (S. 246) Lernt die Menschheit denn aus den Fehlern der Vergangenheit? Die Beschreibung der neuen Welt nach der Katastrophe wirkt durchaus attraktiv und überlegt, aber der Weg dorthin bleibt im Dunkeln. Viel zu kurz blitzt ein Aspekt auf, der mir der Dreh- und Angelpunkt zu sein scheint: „Ohne Bindung an Gott als absolute moralische Autorität auch über dem Staatssystem wird dies aber nicht möglich sein.“ (S. 251)

Vielleicht ist das die Absicht der Autoren, und sie wollen nach diesem starken Auftakt weitere Veröffentlichungen nachlegen. Das würde mich brennend interessieren. Wie kann eine höhere Instanz heute in unser Gesellschaftssystem hineinwirken? Oder welchen Apfelbaum sollen wir heute pflanzen? Nach dem bekannten Luther-Zitat.

Fazit: Interessantes, leicht zu lesendes, aus einem konservativen Blickwinkel geschriebenes Buch mit vielen Fakten, das aber das Versprechen der Hoffnung nicht einlöst.
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am 8. Januar 2014
Gibt es etwas Schlimmeres als Klimakatastrophe und Umweltverschmutzung? Die Autoren dieses wachrüttelnden Buchs sagen ja. Die größeren Gefahren drohen inzwischen unmittelbar aus der Zivilisation heraus: totale Kontrolle der Bürger, Finanzkollaps, wachsende soziale Ungerechtigkeit. Aber sie zeigen auch Wege aus dem sich abzeichnenden Chaos. Deswegen sind sie echte Mutmacher!
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am 6. Juli 2015
Als Spanier aus dem Baskenland, der die deustche Sprache nicht als Muttersprache hat, bin ich von diesem Buch, "Höllensturz und Hoffnung", von den Professoren Lutz Simon, Hans-Joachim Hahn und achten Professoren mehr, total begeistert. Die Klarheit des Diskurses und die Deutlichkeit des Stils machen die Arbeit mit einem Wörterbuch völlig überflüssig.

Das Beste ist aber: Das Buch ist ein echt tolles intellektuelles Abenteuer.

Erstens ist est überraschend, ein Buch zu lesen, das von zehn höchstrangigen Experten geschrieben ist, nicht aber in der üblichen Art: Die Spezialisten haben nicht einzelne fachspezifische Artikel geschrieben, sondern in einer für mich bis heute total unbekannten Form als Gesamtwerk, das heisst, alle Autoren identifizieren sich mit den Aussagen der Anderen, ein echtes "ex pluribus unum" Werk, eine richtige Zusammenarbeit. Natürlich wäre das total unmöglich gewesen ohne ein erstaunlich harmonisches Miteinander (unter zehn Spezialisten!) und eine ausserordentliche intellektuelle Demut. Fast ein Wunder!!!

Zweitens ist es bemerkenswert, welchen prachtvollen intellektuellen Flug die Autoren über ein so weites Feld der heutigen Welt gemacht haben. Nichts von den üblichen allgemein negativen Zukunftsaussichten ist hier zu finden. Vielfältige Felder (Biologie, Medizin, Recht, Informatik, Globalisierung, bis zehn.) sind hier zusammen und simultan betrachtet. Es ist in eine direkte und hemmungslose Analyse der Umarmung von Historie und Realität.

Drittens glänzt das Buch durch eine unbestechliche intellektuelle Ehrlichkeit, die den Mut und die Tapferkeit hat, die verborgenen Wahrheiten zu enthüllen, die die Mächte dieser Welt verschweigen wollen.

Am Ende empfinden wir das Vergnügen, an einem intellektuellen Kampf teilzunehmen, zu dem die Autoren uns auffordern. Ein Fest für die Intelligenz und die Hoffnung in einer besseren Welt.

Die Beispiele sind besser als tausend Worte und zehnten Beispielen von unzähligen Themen des Buches (Gesetzesflut, Vertrauensverlust, Schuldenkrise, unmenschliche Arbeitszeiten, Depressionen, Sozialdarwinismus, Kulturvernichtung, u.a.) könnten hier als Beweis angeführt werden, aber ich ziehe nur einige von anderen Themen hinzu. Gute Reise!

Beispiele aus dem 'Höllensturz':

' 'Das Argument, dass immer das richtig ist, was gemeinhin in der Bevölkerung der verbreitete Wille ist, zählt nicht, denn im Dritten Reich war erwiesenermassen die Mehrheit der Bevölkerung an den begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit entweder direkt beteiligt oder ging ihnen passiv aus dem Weg und ermöglichte sie dadurch.' (Seite 95)

Beispiele aus der 'Hoffnung':

' 'Auch wenn es schlimm wird, die Welt wird deshalb nicht untergehen. Wir glauben auch nicht, dass die Menschheit untergehen wird. Im Gegenteil.' (Seite 246)
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am 16. Januar 2014
Viele Zeitgenossen sind von dem naiven Gedanken bestimmt, dass die Zivilisation immer weitere Fortschritte macht. Das trübt den Blick für die Realitäten. Andere haben geistig abgeschaltet und sägen ohne es zu kapieren, an dem Ast, auf dem Sie sitzen.
Die Situation heute:
Menschenrechte werden mit Füßen getreten (auch in westlichen Ländern, siehe NSA-Snowden), die Demokratien befinden sich in der Krise und die Weltwirtschaft steht angesichts einer historisch beispiellosen Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privatleuten am Abgrund. Dieses faktenreiche und spannend geschriebene Buch kann uns aus unserem Wachkoma erlösen. Empfehlung: Kaufen, Lesen und Weitergeben, damit es möglichst viele Menschen erreicht.
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am 27. Dezember 2013
Wohin steuert unsere Gesellschaft?
Wird in Zukunft ein am größten Nutzen orientiertes Rechtssystem den gläsernen Menschen bewachen, der mit juristischer Absicherung datenmäßig umfassend registriert und kontrolliert wird? Wird die Ökonomisierung der wachsenden Gesundheitsindustrie wehrlose und hilfsbedürftige Menschen emotional und wirtschaftlich ausbeuten – wie in China bereits an der Tagesordnung? Wird die unveränderte Haltung der Finanzjongleure ahnungslose Konsumenten in eine fortschreitende Schuldenfalle führen? Wird das irdische Leben der meisten Menschen zu einem katastrophalen Sinnverlust mutieren? Zehn renommierte Professoren haben ihr reichhaltiges Erfahrungs-wissen miteinander ausgetauscht und daraus eine einzigartige Hintergrundanalyse über die geradezu pathologischen Zustände in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Medizin, Medien u.v.m. zu Papier gebracht. Besonders eindrucksvoll ist die Tatsache, dass die Autoren ihre Beiträge nicht namentlich gekennzeichnet haben, sondern als sehr wohltuendes, vom Ego befreites Kollektiv den Leser ansprechen. Damit bekommt das Buch einen zusätzlichen Wertcharakter. Das Autorenteam ist hochkarätig besetzt.

Roland R. Ropers
Kultur- und Sprachphilosoph
Publizist
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