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Kundenrezensionen

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Der jugendliche Ich-Erzähler lebt alleine mit trinkendem Vater und religiöser Schwester zusammen, nachdem die Mutter mit einem Jüngeren durchgebrannt ist. Nach einer Prügelei an der Schule fliegt er von dieser und sucht sich fortan eine Arbeit. Als der Vater eine neue, resolute Freundin anschleppt und auch die Schwester umschwärmt wird, möchte er endlich auch seine ersten Erfahrungen mit der Liebe sammeln. Chiara ist die Auserwählte. Doch seine Annäherungsversuche sind mehr als ungeschickt. Darüber hinaus legt er sich mit seinem Nebenbuhler an, bekommt ordentlich eine übergebraten und schafft sich mit seiner ätzenden Art auch sonst rundherum keine Freunde.
Lichtblicke sind die Aussicht auf eine Stelle bei einem Autozulieferer am Band und dass Chiara zwar ständig gegen ihn zetert, jedoch immer wieder in seiner Nähe auftaucht....

Dieser Roman könnte durchaus die Leserschaft spalten. Ein sich in Selbstüberschätzung badender Außenseiter, der kein Blatt vor den Mund nimmt und Prügel durchaus als adäquates Verständigungsmittel betrachtet, lustig am Durchschneiden seiner familiären Band arbeitet und seiner Angebeteten ständig gänzlich vor den Kopf stößt. Doch irgendwie gibt es auch den Funken an Liebenswertem, den man ihm gegenüber empfindet, welcher gerade gegen Ende hin deutlicher wird. Man könnte durchaus auf den Gedanken kommen, dass er beständig einen emotionalen Käfig um sich herum aufbaut, um seine inneren Verletzung gut zu verbergen. Anderseits muss man die beständig entgleitende Sprache nicht mögen und auch nicht die Brutalität, die vom Protagonisten verharmlost bzw. gar verherrlicht wird. Es sind zum großen Teil auch sehr jugendliche Vorstellungen von Moral und Liebe.
Der Handlungsverlauf erscheint mir nicht immer ganz rund und manches wirkt auch regelrecht zurecht gebogen. Natürlich fehlt es dabei auch an Dramatik nicht.

Es ist das Erstlingswerk von Christian Frascella. Man könnte aufgrund der Zeit, in der die Handlung spielt, durchaus autobiografische Züge vermuten.

Fazit: Mir hat das Buch relativ gut gefallen, schwanke zwischen 3 und 4 Sternen.
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am 1. Oktober 2013
Endlich mal wieder ein Protagonist, der nicht in das strahlende Kleid perfekten Heldentums gewandet ist! Der 17-jährige Ich-Erzähler lässt uns an seinem Leben und seinen Gedanken teilhaben, an der Realität und seiner bisweilen kreativen Interpretation derselben.

Er hat es nicht leicht, die Mutter ist mit einem jungen Liebhaber abgehauen, hat ihn und seine Schwester beim Vater zurückgelassen. Dem Vater, so scheint es, kann er nichts recht machen, das Verhältnis wirkt unterkühlt und lieblos. Gefangen in seinen eigenen Problemen, die er im Alkohol zu ertränken versucht, beschränken sich die „pädagogischen“ Fähigkeiten des Vaters darauf, seinen Sohn regelmäßig mit dem Gürtel zu schlagen.

Wir erleben den Sohn als einsam und dennoch nicht mutlos. Er will es allen beweisen, versucht sich seinen Platz in der Welt mit großspurigem Gehabe und Macho-Sprüchen zu erkämpfen. Doch vieles davon ist nur Fassade, denn tief in ihm steckt ein gutes Herz, Mut und jede Menge Empathie. Das zu erkennen, bedarf es tieferer Blicke. Man möchte den Vater schütteln und ihn anschreien: „Liebe deinen Sohn, denn er hat es verdient!“ Doch der Vater ist beschäftigt, er hat sich verliebt, ebenso wie die Schwester, unser Held sieht es mit Wehmut. Wen hat er? Tja, da gibt es Chiara, von der es heißt:

„Mit diesem dunklen Teint und den grünen Augen, die mir das Herz zerkratzen, wenn sie mich ansah.“

Doch Chiara will nichts von ihm wissen. Trotz aller Widrigkeiten geht unser Protagonist vorwärts, den Kopf stets erhoben.

Es ist ein berührendes Buch, ein lustiges, melancholisches, zum Nachdenken zwingendes Buch, das sich wunderbar leicht lesen lässt und dem ich viele Leser wünsche.
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am 27. Juli 2013
“Im Leben des jugendlichen Ich-Erzählers läuft streng genommen wenig rund: Die Mutter ist mit einem 13 Jahre jüngren Tankwart durchgebrannt, für den stark dem Alkohol zusprechenden Vater, von ihm nur “Chef” genannt, gehören Prügel zu den gängigen Erziehungsmethoden. Seine ältere Schwester - die “Mönchsrobbe” - hat sich in eine fiebrige Frömmigkeit geflüchtet. Unser Held ist einer, der eine große Klappe hat und nie weint: der seine Träume und Verletzlichkeiten hinter einer unerschütterlichen Arroganz versteckt, obwohl er jeden Tag Niederlagen einstecken muss und sogar von der schönen, unnahbaren Chiara, in die er sich verliebt, Prügel bezieht. Mit seiner Großspurigkeit geht er seiner Umgebung schwer auf die Nerven.
Aber dann zeigt ihm ein Schicksalsschlag, der die Familie trifft, dass er dem Vater und der “Mönchsrobbe” näher steht als gedacht. Und vielleicht ist er sogar Chiara nicht ganz so gleichgültig, wie es zunächst erscheint.”

Diese Inhaltsangabe des Buches auf der Verlagsrückseite fasst kurz und knapp zusammen, um was es hier geht. Erzählt wird die Geschichte eines jugendlichen Einzelgängers, der zunächst ausgesprochen unsympathisch wirkt. Doch dies ist nur ein Selbstschutz, um mit den oben geschilderten Familienverhältnissen klar zu kommen. Je länger ich das Buch las, desto deutlicher wurde mir, dass es sich bei dem Protagonisten nicht um einen Versager - wie etwa Holden Caulfield aus Salingers “Der Fänger im Roggen” - handelt (mit dem er in zahlreichen Rezensionen dieses Buches meines Erachtens zu Unrecht verglichen wird), sondern um einen Jugendlichen, der niemals aufgibt und sich daher den Respekt und die Zuneigung des Lesers erwirbt. Ich kann mich den Worten Giuseppe Gennas auf der Rückseite des Buches nur anschließen: “Der Held ist ein seltsamer Junge, zartfühlend und unausstehlich zugleich. So einen liebt man bedingungslos oder man hasst ihn. Ich habe ihn geliebt, diesen jugendlichen Helden eines Romans, in dem ich die große Tradition der Erzählungen talentierter Verlierer wieder gefunden habe.”

Für mich ist entscheidend, dass der namenlose Protagonist im Verlaufe der zehn Monate (Oktober bis August), die dieser Roman umfasst, eine Entwicklung durchmacht und nicht - wie Caulfield - einfach auf einer Entwicklungsstufe stehen bleibt und daraufhin in Selbstmitleid verfällt. Und ein Verlierer? Das ist der Erzähler meines Erachtens definitiv nicht. Ein Roman eines “tragischen Helden” mit unerwarteten Wendungen und durchaus witzigen Pointen, die zeigen, wie genau der Jugendliche seine Umwelt beobachtet. Dabei zeigt sich, dass er sehr viel einfühlsamer ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Es ist diese charakterliche Entwicklung des Helden, die die Geschichte spannend werden lässt und dazu führte, dass ich das Buch in einem Zug durchgelesen habe: ich wollte einfach wissen, wie die Geschichte weitergeht und war gefesselt von diesem Jungen, die mich sehr beeindruckt hat, weil er nie aufgibt und sich als vielschichtiger Charakter erweist, der nicht eindimensional und damit “vorhersehbar“ ist. Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche.
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am 22. Mai 2012
Christian Frascella (Jg. 1973) hat mit diesem coming-of-age-Roman sein Debüt als Schriftsteller abgeliefert, erfolgreich, wenn der Leseteufel dem Klappentext Glauben schenken darf. Ähnlich wie Dave Eggers stellt auch hier einer seine Jugenderfahrungen als sensationell einzigartig dar, was der gewollt originelle Titel nicht eben dezent andeutet.
Mit Prügeln geht die Ich-Erzählung des 17-jährigen Jungen aus zerrüttetem Elternhaus los und er prügelt und pöbelt sich weiter durch seine Geschichte über die Mutter, die mit einem 13 Jahre jüngeren Tankwart durchgebrannt ist, den Vater, der seinen Kummer im Suff ertränkt, bis er eine neue Liebe findet, die ältere Schwester und Mönchsrobbe, die ihren ersten Liebhaber heimbringt.
Der Erzähler selbst ist natürlich Hauptfigur, hadert mit allem und jedem, verlässt nach der eingangs geschilderten Prügelei nicht ganz freiwillig die Schule und wird bei einer weiteren Prügelei krankenhausreif geschlagen, was ihm aber nicht seine große Klappe und sein großspuriges Auftreten verleidet. Eine anfangs unerwiderte Liebesgeschichte mit einer Verkäuferin bahnt sich an, er findet Arbeit in einem Stahlwerk, wirft aber am Schluss die Stelle hin.
Der gewollt ordinäre Halbstarkenjargon soll authentisch wirken, wird jedoch vom Autor nicht durchgehalten. Zwischendrin darf sein Held seine Ergüsse in gepflegt anspruchsvoller Sprache von sich geben; kaum glaubhaft bei seinem Werdegang. Und bestimmt keine leichte Aufgabe für Annette Kopetzky, die kongenial übersetzt hat.
Also eine durchaus ambivalente Leseerfahrung.
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am 13. Juni 2012
Ein extrem kurzweiliges, schön geschriebenes Buch. Der Protagonist überschätzt sich selbst, provoziert und ist oft ein richtig mieser Drecksack. Obwohl er ein zerrüttetes Elternhaus bewohnt, in der Schule schlecht ist und auch sonst nichts drauf hat, bewältigt er sein Leben, schmiedet Pläne und erreicht zum Schluss sogar das von ihm Begehrte. Die Beständigkeit, mit der er sich zum Affen macht und andere Leute verbal und sich slebst physisch verletzt, versetzt ihn aber ebenso in die Lage, der Tristesse seines Lebens irgendwie zu entkommen und Licht am Ende des Tunnels zu sehn. Irgendwie wie das Lied von The Offspring, wo er eine 13 tätowiert bekommen will und eine 31 erhält... Pretty guy for a white fly eben ;-)
Alles in allem ein Buch nach meinem Geschmack, vor Allem, da ich ebenso Jg. 1973 bin und somit 1990 auch 17 war.
Würde gerne mehr davon lesen.
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am 13. August 2012
Dieses Buch ist der Nadir meiner bisherigen Leseerfahrung. Ein derart langwieriges Machwerk, dessen Held und Ich-Erzähler obendrein noch ein selbstbezogener Unsympath ist, ist mir noch nie ins Regal gekommen. Der Vergleich mit dem "Fänger im Roggen" ist komplett verfehlt: "Meine Schhwester..." ist eher eine Pübertätsversion von "Natural Born Killers", nur langweiliger und ohne Gewalt. Der Held ist ein Soziopath, von dessen Innenleben ich am liebsten nie etwas erfahren hätte. Was mache ich jetzt mit dem Buch? Ich werde es mir zum weihnachtlich Schrott-Wichteln aufbewahren.
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