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Kundenrezensionen

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am 9. Juni 2010
Nach einer zehnjährigen Haftstrafe versucht der dreißigjährige Tobias Sartorius sich wieder in den Alltag einzufügen. Doch bereits beim Betreten seines Elternhauses muss er feststellen, dass nichts mehr ist, wie es mal war. Der Hof liegt brach, die einst gut besuchte Gaststätte ist schon seit langer Zeit geschlossen und seine Mutter hat sich schon vor Jahren von seinem Vater getrennt. Da seine Eltern ihm bei den Besuchen im Gefängnis immer eine heile Welt vorgespielt haben, ist der Schock umso größer als er feststellen muss, dass auch das Leben seiner Eltern in Scherben liegt. Dabei weiß Tobias selbst nicht so genau, was vor 11 Jahren eigentlich passiert ist, als zwei siebzehnjährige Mädchen einfach spurlos verschwanden. Doch die Beweise sprachen gegen ihn.

Jetzt hat er die Strafe abgesessen und ist zurück. Eine Welle des Hasses schlägt ihm entgegen und zu seinem Entsetzen scheint die Vergangenheit sich zu wiederholen, denn schon wieder ist ein Mädchen verschwunden ...

Dies ist bereits der vierte Band aus der Bodenstein / Kirchhoff-Reihe und zugleich mein Einstieg in ebendiese. Gut fand ich, dass ich beim Lesen nie den Eindruck hatte, dass mir aus den früheren Bänden etwas an Informationen fehlt.
Nele Neuhaus hat einen sehr flüssigen Schreibstil und genau der hat mich richtig gefesselt. Nach und nach lernt der Leser die Bewohner des Dorfes kennen und kann ungefähr nachempfinden, wie Tobias sich fühlen muss, diese eingeschworene Gemeinschaft gegen sich zu haben. Die Autorin hat es geschafft, ihre Charaktere so zu stricken, dass ich nicht mehr wusste, wem man noch trauen kann und wem nicht.

Die auf Amazon angegebene Seitenzahl von 400 Seiten stimmt nicht. Es sind 537 Seiten Spannung pur. Dieser Roman gehört für mich eindeutig zu den Krimi-Highlights in diesem Jahr. Die anderen Bücher aus der Reihe werde ich ganz bestimmt auch lesen.

Hier die Reihenfolge der Bände:

1. Eine unbeliebte Frau
2. Mordsfreunde
3. Tiefe Wunden
4. Schneewittchen muss sterben
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am 9. Juni 2010
Wow - die Leseprobe zu dem Taunus-Krimi Schneewittchen muss sterben" von Nele Neuhaus gefiel mir schon sehr gut, aber ich hätte trotzdem nicht so ein spannendes und tolles Buch erwartet!

Ich habe das 537 Seiten dicke Buch verschlungen und war begeistert von dem flüssigen Schreibstil, den gut durchdachten Handlungssträngen und den zahlreichen Wendungen, die voller Hochspannung waren. Zu dem auch ein Lob an die visuelle Aufbereitung: Das Cover ist sehr gut gelungen - es wirkt interessant und auch etwas gruselig, da es so düster ist und dazu noch die rot leuchtenden Blutstropfen als Kontrast aufweist: auf einen Blick sieht man, das einen kein schönes Märchen erwarten wird...

Die Autorin selbst wohnt auch im Taunus, so dass man sicher genaue und sehr naturgenaue Ortsbeschreibungen erwarten kann, was für mich auch ein Pluspunkt ist. Mir gefällt es immer sehr gut, wenn ich weiß, dass der Schriftsteller die Handlungsorte persönlich gut kennt. Diese Buch ist ein weiteres Band um die Ermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. In diesem Fall geht es um eine Frau, auf die ein brutaler Anschlag verübt wurde und deren Sohn vor über 10 Jahren am verschwinden zweier junger Mädchen Schuld gewesen sein soll. Warum wurde die Frau so hinterhältig bedrängt? war Ihr Sohn damals wirklich schuldig? Was geht in dem kleinen Dorf wirklich vor und warum verschwinden plötzlich wieder Mädchen? Nach und nach werden diese Fragen im Buch beantwortet und es gibt immer wieder überraschende Wendungen und eine viel zahl an Charakteren, die diese Geschichte nicht leichter machen zu durchschauen. Ein sehr aufwühlendes Buch, das einem auch vorführt, wie eine enge Dorfgemeinschaft auseinander bricht.

Da ich bisher noch kein Buch aus dieser Reihe kannte, habe ich gehofft, das man auch ohne Vorkenntnisse dieser Buchserie dem Krimi problemlos folgen kann. Nach dem beenden dieses Werkes ist meine Hoffnung voll und ganz bestätigt. Nichts desto trotz werde ich nun die komplette Krimireihe lesen, da mich Frau Neuhaus mit dieser Neuerscheinung komplett überzeugt hat und es für mich das beste Buch ist, dass ich in den letzten Monaten gelesen habe.
11 Kommentar| 247 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Oktober 2010
Thomas Satorius wird nach zehn Jahren wegen eines Doppelmordes an zwei jungen Mädchen aus der Haft entlassen. Er hat die Morde nie zugegeben, kann sich aber an den Abend auch nicht erinnern. Er kehrt zurück in das kleine Dorf in dem sein Vater lebt und wieder verschwindet ein Mädchen, das einem der Opfer zum Verwechseln ähnlich sieht. Pia Kirchhof und Oliver von Bodenstein ermitteln zunächst im Falle des vermissten Mädchens, bald aber auch bezüglich des bereits scheinbar aufgeklärten Doppelmordes.
Anfangs habe ich dieses Buch sozusagen inhaliert. So viele unterschiedliche Personen, tragische Geschichten, Handlungsstränge, Verdächtige, zu verfolgende persönliche Dramen; ich war begeistert. Als das Ganze in einem Knäuel zusammenhängender Verschwörung endet, ( ohne zuviel verraten zu wollen) war ich doch sehr enttäuscht. Toller Anfang, aber zu klischeehaftes Ende. Ich würde jedoch noch ein Buch von Nele Neuheus testen.
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am 22. Juni 2010
Tobias Sartorius ist frei... nach 10 Jahren Knast wegen eines Doppelmordes an Laura und Stephanie. Doch zuhause ist nichts mehr wie es war. Und auch nicht, wie es jetzt zu sein scheint. Der Gasthof seiner Eltern ist den Bach runter, seine Eltern sind getrennt. Obwohl Tobias seine Strafe abgesessen hat, verfolgt ihn das ganze Dorf. Lauras Leiche wird gefunden, doch Stephanie... Schneewittchen... bleibt verschwunden. Und dann verschwindet wieder ein Mädchen, Amelie.

Was ist nur los in diesem Kaff, in dem jeder den anderen schützt. Obwohl ziemlich bald klar ist, dass Tobias wohl einfach nur der Lückenbüsser für andere Mistsäcke war, ist die ganze Angelegenheit ziemlich verstrickt.

Und das ist das, was mir bei diesem Krimi gefallen hat- die Spannung wird über lange Strecken gehalten, die Verwirrungen sind kaum durchschaubar, aber trotzdem nicht so verwirrend, dass man garnichts mehr begreift. Und so entwickelt sich ein Krimi von der allerfeinsten Sorte. Das Auf und Ab der sich zuspitzenden Situationen fesselt, die einzelnen Charakteren sind gut beschrieben, sodass man sich schnell in das Geschehen einfindet. Und plötzlich gehts unerwartet in eine andere Richtung, ohne dass der rote Faden abreisst.

Dies ist bereits der 4. Taunus-Krimi von Nele Neuhaus, in dem Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff tätig sind, und ich hoffe, es wird nicht der letzte sein.
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am 17. Oktober 2011
Obwohl ich von vorneherein den Verdacht hatte, dass mir dieses Buch nicht gefallen würde, habe ich es gelesen - einfach um herauszufinden, warum ein solches Buch ein Bestseller werden konnte.

Was lässt sich an Positivem sagen?

Schwer, etwas zu finden, aber für mich war der Schreibstil ganz okay, lesbar, da habe ich schon Schlechteres gelesen. Natürlich voller Klischees (Haut wie Milch und Honig - der Schatten einer Erinnerung - Mund war staubtrocken) und viele, viele andere ... und voller Sprachkapriolen: "Der Hund, von verfressener Hoffnung getrieben, sprang vom Sofa". Oder: "Keine zwanzig Meter von ihm entfernt saß seine Frau mit dem Mann, auf dessen Gesellschaft sie sich mit drei Ausrufezeichen freute."
Darüber konnte ich aber wenigstens noch schmunzeln.

Positiv war auch noch, dass stellenweise so was wie Spannung aufkam.

Einige Rezensenten haben hier geschrieben, dass ihnen die Sprache vorkam wie in einem Aufsatz eines talentierten Schülers.
Ähnliche Empfindungen hatte ich auch, aber ich glaube, das liegt nicht am Stil, sondern am Plot und an der Komposition.

Krimi-Plot + Komposition (ein Beispiel):

Die Geschichte, die Figuren, die Sprache, die Erzählweise ... das alles kommt sehr plakativ daher, simpel aneinandergereiht, holzschnittartig. So, wie klein Moritz sich eben einen Krimi vorstellt.
Beispiele: auf Seite 169 erhält Amelie brisantes Beweismaterial für die Mädchenmorde, das ihr die Augen öffnet und sie in Gefahr bringt ... erstes "Peng".
4 Seiten später erhält jemand einen Erpresserbrief ... nächstes "Peng"!
Seite 177: Die Kommissarin Pia stellt fest, dass ein wichtiger Bericht aus einer Polizeiakte entfernt wurde. Fazit: Ein Kollege muss korrupt und erpressbar sein ... wieder "Peng"!
Seite 181: Tobias wird überfallen und soll offenbar getötet werden.

Man beachte: ein rätselhaftes, brisantes Beweisstück, ein Verräter in den eigenen Reihen, Erpressung, Mordversuch - und das alles auf nur 13 aufeinander folgenden Seiten! So was nenne ich Holzhammermethode!

Aber es geht ja noch viel, viel schlimmer!

Folgende Vergehen, Delikte, Geschehnisse kommen in diesem Buch vor:
Ehebruch (bei fast allen Hauptfiguren!), mehrfacher Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Verführung Minderjähriger, Anstiftung zum Mord, zweifache Entführung, etliche Mordversuche, zwei Selbstmorde, ein tödlicher Unfall, Erpressung, Denunziation, Bestechung, falsche Polizistin, Unterschlagung eines Testaments, eine fast tödliche Prügelei, üble Nachrede, Komplizenschaft, Vertuschung von Straftaten, Beihilfe zum Mord ...
Eigentlich so ziemlich alles, was Menschen sich überhaupt antun können, kommt in diesem Krimi vor.

Auf den Seiten wimmelt es von Lügnern, Betrügern, Mördern, Denunzianten, Vergewaltigern, Erpressern, Psychopathen, Soziopathen, kriminellen Mitläufern und was noch alles. Im Grunde wusste ich schließlich nicht mehr, ob ich weinen oder lachen sollte ... war dies vielleicht eine Satire, und ich habe es nicht begriffen?

Nein, Spannung geht anders, Spannung geht subtiler. Spannung entsteht nicht, weil dauernd was passiert. Spannung entsteht durch vielschichtige, leidende, authentische Charaktere, die überraschen, die nicht vorhersehbar sind, durch Charaktere, die leben.
Diese hier haben ein Herz und ein Gemüt aus Papier und handeln vorhersehbar, nach dem Klischee eben.

Und dann dieser Zug ins Gigantöse:

Die Figuren sind nicht einfach irgendwelche normalen Menschen. Wenn doch, sind sie zumindest adlig. Da gibt es den windelweichen Politiker, die berühmte, bestbezahlte Schauspielerin, den berühmten Polarforscher, den Inhaber eines börsennotierten Unternehmens, der der Gottvater von Altenhain ist und seinen Sohn, einen Banker, der 350 Millionen in den Sand gesetzt hat.

Teenager erfinden solche Geschichten - in denen auf jeder dritten Seite ein kleines Erdbeben passiert - und solch eine Fülle an völlig übertriebenen Figuren. Solch einen hanebüchenen Unsinn erwarte ich aber nicht in einem Krimi von einer Erwachsenen für Erwachsene.
Immerhin weiß ich jetzt, warum das Buch ein Bestseller wurde. Bücher wie diese haben eben auch ihre Klientel.
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am 21. Mai 2016
Keine Rezension, sondern eine Reklamationen. Das eben gelesene eBook ist ein MÄNGELEXEMPLAR! Es wimmelt vor orthografischen Fehlern. Als Hardcover oder TB würde ich es mir erstatten lassen. Was mache ich mit dem ebook?
Da die obigen Zeilen nun doch unter Rezensionen erschienen ist, will ich versuchen eine dranzuhängen.
Nele Neuhaus baut in ihre Krimis Beziehungskisten ein. Dieses Mal geht es um Oliver und Cosima von Bodenstein, die 25 Jahre glücklich verheiratet waren. Nun aber betrügt sie ihn, die Ehe zerbricht. Das nimmt ein gefühltes Viertel des Romans ein und ist doch so oberflächlich wie fast alles in diesem Buch. Die vermeintliche Hauptfigur des Krimis, Tobias Satorius, liebte Laura, Stefanie beide nun ermordet, Nadja, das falsche Luder, und Amelie. Dazu zahl- und namenlose Mädels, die auf ihn flogen, heißt es. Aktuell vergnügt er sich nur mit Nadja, was sich als unangemessen herausstellt. Bei ihr und Frau Doktor Daniela laufen die Fäden der sehr unwahrscheinlichen lückenlosen Dorfverschwörung zusammen, aber auch bei Terlinden und dem Kultusminister.
Wer sich bis hierher durchgelesen hat, merkt schon wie überfrachtet mit Personal das Schreibwerk ist. Entsprechend seine Charaktersierung und die Beliebigkeit des Handelns. Damit der gehörnte Bodenstein für den Leser nicht so sehr als Verlierer dasteht, schiebt ihm die Autorin ganz am Ende des Buches noch eine Heidi ins Bett. Der große Komissar darf leben, nur Schneewittchen musste sterben und ein paar andere - Amelie, Thies, Tobias, seine Mutter - fast oder beinahe. Uff!
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am 19. Juli 2016
Aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen und einer recht spannenden Verfilmung eines anderen Neuhaus-Krimis (Böser Wolf), habe ich mir dieses Buch heruntergeladen. Es sind ja bereits einige gute deutsche Krimis mit Lokalcolorit am Markt. Das ist mein erster - und leider auch letzter - Taunuskrimi.
4 Sterne Abzug gab es zunächst einmal aufgrund der Rhetorik. Sprachlich erinnert das ganze an einen Schüleraufsatz in der Mittelstufe. Die Grammatikfehler verzeihe ich dabei gerne - die verblieben offenbar aufgrund eines schlampigen Lektorats im Text. Die Autorin ist außerdem der Meinung "viel hilft viel" und so mordet, vertuscht, erpresst und brandschatzt sich ein ganzes Dorf durch den Plot, welcher dadurch unnötig in die Länge gezogen wird. Nicht genug, wird der geneigte Leser auch noch unfreiwillig Zeuge der privaten Dramen beider ermittelnden Kommissare. Bei der sowieso schon nicht endenden Fülle an Personen und Beziehungsgeflechten ist das einfach nur überflüssig.

Liebe Frau Neuhaus: weniger ist manchmal mehr! Einen Punkt lasse ich Ihnen aber für die gute Idee hinter der schlecht entwickelten Geschichte stehen. Man hätte was daraus machen können. Schade!
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Februar 2016
Zwiespältig ist mein Eindruck von diesem Nele-Neuhaus-Krimi. Einerseits war ich über viele Seiten hin gefesselt, wollte wissen, wie es weiter geht, wie es endet, wie sich Bedrohungen oder Gefahren auflösen oder auch nicht. Dann gab es in der sehr interessanten Story einige hervorragend inszenierte überraschende Wendungen - super für einen Krimi. Denn der Schein muss unbedingt trügen. Auch sind einige Charaktere recht gut getroffen und in ihrem Handeln plausibel. Die Dialoge sind eine Stärke von Neuhaus, sie sind stimmig und flüssig, wirken nicht deutschlehrerhaft gekünstelt wie in andern regionalen Krimis, z.B. bei Klaus Wanninger (Schwaben-Gier: Kommissar Braigs achter Fall). Die Mischung aus Tempo und schnellem Szenenwechsel und retardierenden, also verzögernden Momenten stimmt auch über weite Strecken.

Daher bereue ich nicht, das Buch gelesen zu haben.

Andererseits stören mich dann doch einige Elemente. Da ist etwa der adjektiv- und adverbgesättigte Stil. Es zieht die Sätze unnötig in die Länge, wenn immer noch ein Adverb oder Adjektiv eingefügt wird. Es wirkt kitschig, klischeehaft oder geschwollen: kalte Angst, abgegriffenes Notizbuch, bloßer Zufall - und natürlich steht die Eiche knorrig im großen Park und so weiter. Mit einem strafferen Stil hätte Neuhaus gut 50 Seiten sparen können, die ich nur genervt gelesen habe. Auch gibt es für mich viel zu viele Nebenhandlungen, die weder den Hauptsträngen der Handlung nützen noch als Verzögerungen taugen, die im Idealfall ja die Spannung steigern. Wenn ich nur noch quer lese, wie sich beispielsweise die Ehe des Kriminalers Herrn von Bodenstein entwickelt, dann stimmt was nicht. Eine Handlungsverschleppung, die mich als Leser nervt oder langweilt, ist eben kein Kunstgriff, sondern ein Fehlgriff. Die Geschichte wäre auf gut 400 Seiten statt 536 sicher besser erzählt gewesen. Für einen Krimi außerdem unschön ist, wenn Täter frühzeitig erahnt werden und Unschuldige ebenso. Das ist bei Neuhaus nicht durchgehend so, aber ein paar Personen laufen doch zu erwartbar durch die Handlung, die sind mehr langweiliges Klischee als lebendige Person. Insbesondere wenn sie reich sind oder schön oder beides.

Doch ich beende die kritischen Anmerkungen, denn insgesamt hat der Roman mich doch gefesselt. Ich oute mich gerne als Liebhaber englischsprachiger Kriminalliteratur. Sie ist der deutschen noch immer überlegen. Doch Nele Neuhaus gehört zu den besseren deutschen Kriminalschriftstellern.
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am 24. November 2015
Vor zehn Jahren wurde Tobias wegen Mordes an zwei Mädchen verurteilt. Kaum wird er entlassen und kehrt in sein Heimatdorf zurück, verschwindet erneut ein Mädchen. Hat Tobias wieder zugeschlagen, oder wurde er damals zu Unrecht verurteilt?

„Schneewittchen muss sterben“ ist der vierte Band der Krimi-Reihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. Ich habe zuvor bereits den dritten Band „Tiefe Wunden“ gelesen, konnte mich aber ehrlich gesagt nicht mehr gross daran erinnern. Das nur äusserst lückenhafte Vorwissen hat mich aber nicht vor Verständnisprobleme gestellt, das Buch lässt sich daher gut auch ohne Vorkenntnisse der Reihe lesen.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, nicht nur aus der Sicht der Polizei, sondern auch aus der Sicht einzelner Beteiligter. Neben der Krimihandlung spielt auch das Privatleben der Ermittler eine grosse Rolle, sowohl Kirchhoff wie Bodenstein haben in diesem Krimi mit ihren privaten Dramen zu kämpfen. Leider schaffte es die Autorin Nele Neuhaus nicht, mir die beiden Akteure ans Herz wachsen zu lassen, so dass mir ihre Probleme ziemlich egal blieben. Auch die weiteren Figuren blieben im Laufe des Romans ziemlich blass und klischeehaft überzeichnet.

Der Schreibstil der Autorin Nele Neuhaus ist eher einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen. Die Handlung ist sehr komplex gestrickt, sogar etwas zu komplex für meinen Geschmack. Zu viele Personen, zu viele Schauplätze, zu viele Nebenhandlungen. Schon nach kurzer Zeit hatte ich den Überblick verloren. Jede neue Figur wird mit Vor- und Nachnamen erwähnt und präzise beschrieben, selbst wenn sie ansonsten nur in einem Satz erwähnt wird. Nebenhandlung reiht sich an Nebenhandlung, besonders auf den letzten paar Seiten erschien der Autorin die Auflösung wohl noch zu wenig komplex, sodass sie noch einen weiteren Handlungsstrang hineinstrickte. Ein paar Wendungen weniger hätten es auch getan, und die Geschichte wäre dabei etwas leichter verständlich geblieben.

Mein Fazit

(Sogar etwas zu) komplexer Kriminalroman mit klischeehaften Figuren. Durchaus unterhaltsam, aber kein Must-read.
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am 9. Juli 2010
Zum Inhalt des Buches ist hier schon so viel geschrieben worden, dass eigentlich nichts hinzuzufügen ist, wenn man nicht Gefahr laufen will zu spoilern. Deshalb will ich nicht lange schwadronieren. Mein Fazit lautet: Kaufen! Wenn man einen spannenden, bis zum Schluss durchdachten Krimi lesen möchte, dessen verschiedene Handlungsstränge am Ende wieder alle zusammenlaufen. Der flüssige Schreibstil der Autorin ermöglicht ein vergnügliches und fesselndes Lesen, wobei ich mit fesselnd nicht meine, dass einem der Atem stockt. Wer einen Schocker zum Lesen sucht ist mit diesem Buch schlecht beraten. Vielmehr versteht es die Autorin fabelhaft, trotz zahlreich auftretender, immer mehr werdender Personen und Motive sowie verschiedenen Wendungen innerhalb der Geschichte alle Handlungsfäden zusammenzuhalten bzw. -zuführen. Ferner vermag die Autorin mit detaillierterem Wissen über die Polizeiarbeit und über die Örtlichkeiten zu glänzen, so dass dem Leser kaum Zweifel an der Authentizität der fiktiven Geschichte aufkommen.

Gleichwohl hätten weniger Personen, und damit einhergehend weniger Motive, der Geschichte keinen Abbruch getan. Denn bedingt durch die vielen Beteiligten musste man bei deren jeweiligem Auftritt öfters überlegen: Wer war das jetzt noch mal? ... ach ja... Zudem war das Ende des Krimis für mich nahe am Overkill und passte nicht recht ins Gesamtbild. Auf Teufel komm raus musste noch schnell dramatisiert und in verschiedenen Szenarien innerhalb kürzester Zeit gelyncht, gekämpft und geschossen werden, so dass das Ende eher was von einem Actionfilm hatte und die relative Glauwürdigkeit (ja, es ist nur ein fiktiver Roman) innerhalb der letzten Seiten verlustig geht. Trotzdem ist das Buch durchaus lesens- und empfehlenswert.

Außerhalb dieser Kritik möchte ich noch folgendes anmerken, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass ein derartiger Fehler im Buch unterlaufen ist, den niemand bemerkt haben will. Deshalb rufe ich gerne auf, mir Kommentare zu hinterlassen und mich aufzuklären, falls mir beim Lesen irgendwas entgangen ist oder ich was falsch verstanden habe. Zur Sache: Am Sonntag, 09.11.2008 (Seite 90, 8. Zeile von unten) ist Gregor Lauterbach - zusammen mit Claudius Terlinden - zum Frühschoppen nach der Kirche im Schwarzen Ross. Am Montag, 10.11.2008 (Seite 111 gleich oben) wird Gregor Lauterbach von seinem Chauffeur nach Hause gebracht und zwar von einer Dienstreise. Im Buch heißt es: "Drei Tage war er (Gregor Lauterbach) nicht zu Hause gewesen, erst hatte er Termine in Berlin, dann die Kultusministerkonferenz in Stralsund..." Ich will nicht kleinkariert wirken, aber ich kann mir eben nicht vorstellen, dass das beim Korrekturlesen usw. nicht aufgefallen ist. Für hilfreiche Kommentare schon jetzt vielen Dank.
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