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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
74
3,9 von 5 Sternen
Opfer: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 21. März 2013
Zum Inhalt
In Ernemouth, einer kleinen Küstenstadt im Norden Englands, kam es im Sommer 1984 zu einer schrecklichen Bluttat. Ein junger Mensch wurde brutal ermordet, seine Leiche wurde innerhalb eines mit seinem Blut gezeichneten Pentagramms aufgefunden. Neben der Leiche kauerte Corrine Woodrow, die wegen ihrer asozialen Mutter und ihres eigenen auffälligen Erscheinungsbildes schon immer mit Misstrauen betrachtet wurde. Da das Mädchen Bücher über Schwarze Magie besaß, war es für niemanden sehr verwunderlich, dass sie einen Ritualmord begangen haben sollte...
Im Jahre 2003 soll der Mordfall von 1984 wieder aufgerollt werden, denn dank neu entdeckter DNA-Spuren an den Beweismitteln haben sich Hinweise darauf ergeben, dass die seit 19 Jahren in einer geschlossenen Anstalt inhaftierte Corrine die Tat nicht allein verübt haben kann.
Sean Ward, der nach einer schweren Verletzung im Dienst der Polizei seinen Beruf an den Nagel gehängt hat und nun als Privatermittler seinen Lebensunterhalt verdient, soll auf Betreiben der Anwältin Mathers Corrine vernehmen und in Ernemouth alten Spuren nachgehen.
Die Journalistin Francesca unterstützt ihn, zumal sie ein persönliches Interesse an dem Fall hat. Schnell finden Sean und Francesca heraus, dass in diesem Fall nichts so ist, wie es nach den alten Akten scheint. Corrine ist seltsamerweise nicht erfreut über die Aussicht, dass sich durch die Wiederaufnahme des Verfahrens an ihrer Lage etwas ändern könnte. Außerdem gibt es in Ernemouth Leute, denen gar nicht an den neuen Ermittlungen gelegen ist und die keine Skrupel kennen, wenn es darum geht, diese zu unterbinden.

Eigene Meinung
Dieser Krimi schildert in abwechselnden Kapiteln die Ereignisse der Jahre 1983/1984 und die Nachforschungen des Privatdetektivs Sean Ward im Jahr 2003.
In den Achtziger Jahren versuchen die Jugendlichen durch extrem ausgefallene, provokante Outfits und lautstarke Partys die Langeweile ihres Lebens zu mildern. Nicht alle dieser jungen Leute kommen aus einem "stabilen" häuslichen Umfeld, vielmehr haben einige von ihnen mit großen Problemen zu kämpfen. Durch die intensive Bezugnahme auf die Jugendkultur und die Musik dieser Zeit fühlt sich der Leser, der die Achtziger Jahre aus eigener Erfahrung kennt, mitten ins Geschehen versetzt. Obwohl es sich bei diesem Buch nicht um einen blutigen Krimi handelt - selbst der spektakuläre Mord wird recht spannungsarm präsentiert - vermittelt der Roman eine Atmosphäre, die den Leser ebenso packt wie abstößt. Korruption, Drogen, Missbrauch und Prostitution Minderjähriger: alle diese Dinge spielen in der, oberflächlich betrachtet, biederen Kleinstadt eine verhängnisvolle Rolle.
Zunächst spekuliert der Leser, wer das im Titel angesprochene "Opfer" sein wird, dann wird immer deutlicher, dass es mehrere Opfer gibt und dass auch Täter in gewisser Weise Opfer sein können.
Der Erzählstil ist angenehm und flüssig zu lesen, gegen Ende des Romans werden die einzelnen Abschnitte allerdings immer kürzer und münden in so sprunghafte Szenenwechsel, dass man sich sehr konzentrieren muss, um nicht den Faden zu verlieren. Zum Schluss werden alle Details zusammengeführt und ergeben ein verständliches und sehr bedrückendes Bild.

Fazit
"Opfer" ist ein wenig blutrünstiger, aber sehr bedrückender und nachdenklich machender Kriminalroman, der konzentriertes Lesen verlangt und (mir) noch länger im Gedächtnis bleiben wird.
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am 25. März 2013
"Opfer" ist ein ungewöhnlicher Krimi. Man weiß von Anfang an, dass Corrine Woodrow wegen eines grausamen Mordes verurteilt wurde, aber schon der Klappentext weckt Zweifel daran, dass sie die Täterin ist. Man ahnt auch sehr schnell, wer der wahre Mörder ist. (Und wenn ICH das sage, muss es wirklich offensichtlich sein, denn ich bin bei Krimis immer diejenige, die bis zur letzten Seite keine Ahnung hat!). Was man erst ganz zum Schluss erfährt, ist, wer eigentlich umgebracht wurde...

Der Privatdetektiv Sean Ward soll in einem Mordfall neu recherchieren, der sich im Jahr 1984 in einer kleinen nordenglischen Küstenstadt ereignet hat. Anhand von DNA-Analysen, die in den 80er Jahren noch nicht möglich waren, hat sich ergeben, dass noch andere Personen als die verurteilte Corrine Woodrow am Tatort gewesen sein müssen. Eine Anwältin, die sich auf Justizirrtümer spezialisiert hat, hat Sean engagiert. Damals war von einem Ritualmord und Satanismus die Rede und Corrine wurde als Hohepriesterin eines Satanskults dargestellt. Die Frau, der Sean im Gefängnis begegnet, entspricht aber überhaupt nicht diesem Bild und bestärkt Sean in seinem Wunsch, den wahren Täter zu finden.

Sean versucht, von verschiedenen Seiten an Informationen zu kommen: ganz offiziell wendet er sich an die Polizei, wobei sich vor allem der pensionierte Polizeichef, der damals die Ermittlungen geleitet hat, über sein Interesse zu freuen scheint. Außerdem nimmt er Kontakt mit der Redakteurin der Lokalzeitung auf und hält sich viel in dem Pub auf, in dem auch Corrine und ihre Freunde viel Zeit verbrachten. Bald wird Sean klar, dass dieser Mord fast jeden in dieser kleinen Stadt irgendwie betroffen hat und dass es zwei Gruppen gibt: diejenigen, die um jeden Preis vermeiden wollen, dass der Fall neu aufgerollt wird, und diejenigen, die wollen, dass endlich die Wahrheit ans Licht kommt.

Die Handlung wechselt ständig von der Gegenwart in das Jahr 1984. Der Leser lernt Corrine kennen, deren Mutter Prostituierte ist und die erst vor kurzem neu in die Stadt gezogen ist. Corrine hat es nicht leicht, mit den vielen Vorurteilen gegen sie zu leben, aber sie hat Freunde, die zu ihr halten und ihr helfen. Dann zieht ein anderes Mädchen neu in die Stadt, die Enkelin eines angesehenen Geschäftsmannes, und bringt die Clique gehörig durcheinander...

Durch den Zeitenwechsel lernt der Leser nach und nach die Zusammenhänge kennen, die zu dem Mord geführt haben und taucht tief in die Intrigen, Vorurteile und Heuchelei dieser Kleinstadt ein. Nichts ist so wie es scheint und obwohl eigentlich von Anfang an fast alles über den Fall bekannt ist, gibt es ein überraschendes Ende.

Wie schon am Anfang gesagt ist "Opfer" ein ungewöhnlicher Krimi. Er ist zum Teil mehr Sozialstudie als Krimi und ich würde ihn nicht einmal als spannend bezeichnen, trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und musste immer weiter lesen, um zu sehen, was passiert.

Cathi Unsworth versteht es auch sehr gut, dem Leser die Atmosphäre der englischen Küstenstadt der 80er Jahre zu vermitteln. Ihre Beschreibungen der Frisuren, der Mode, der Musik sind so anschaulich, dass man sich in diese Zeit zurückversetzt fühlt.

Mir haben diese Zeitreise und die ungewöhnliche Perspektive dieses Buches jedenfalls sehr gut gefallen.
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TOP 500 REZENSENTam 21. März 2013
"Opfer" von Cathi Unsworth ist ein Debüt, was zu einer ungewöhnlichen und interessantes Thematik greift, um den Leser zu fesseln. Es handelt sich bei diesem Buch um einen Krimi und nicht um einen Thriller, insofern war ich , was die Spannung anging, auch nicht auf ein Buch eingestellt , dass einer Achterbahnfahrt glich. Trotzdem fehlte mir bei der Geschichte dann doch ein wenig der Kick.Sie plätscherte dann doch zu sehr dahin und verstand mich nicht mitzureißen.

Das Buch von Cathi Unsworth wird in zwei Zeitsträngen, die sich abwechseln, erzählt und berichtet dem Leser wie es dazu kam, dass Corrine Woodrow vor 20 Jahren des Mordes angeklagt wurde und noch heute einsitzt. Corrine ist in desolaten Verhältnissen aufgewachsen. Ihre Mutter ist drogenabhängig und dealt und zwingt ihre Tochter schon in jungen Jahren zu Prostitution.In der Schule lernt sie Samantha kennen, die eine Freundschaft mit ihr beginnt, die nicht das ist, was sie scheint.Auch schwarze Magie spielt eine Rolle in der Geschichte der Vergangenheit.
Nach 20 Jahren rollt ein ehemaliger Polizist,Sean Ward, der durch eine schwere Beinverletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und nun als Privatdedektiv arbeitet,den Fall wieder auf. Durch neue Erkenntnisse in der Kriminaltechnik können DNA-Spuren sicher gestellt werden, die klar machen, dass noch eine zweite Person am damaligen Tatort war.Mit Hilfe einer Reporterin und der ansässigen Polizei,recherchiert Sean den Fall und kommt zu überraschenden Erkenntnissen.

Dieses Buch hat eine interessante Thematik, die mich auch dazu gebracht hat dieses Buch zu lesen. Ich war gespannt, wie man solch ein Thema spannend umsetzen kann. Leider musste ich feststellen, dass es dann doch nicht so gelungen umgesetzt wurde, wie man es hätte machen können. Die Autorin zieht die Geschichte meiner Meinung nach, etwas zu sehr in die Länge. Was ich sehr gut fand war, dass sie sehr viel Wert auf die Ausgestaltung ihrer Figuren legte.Auch die achtziger Jahre mit ihrer Gothikszene wurde gut beschrieben.Doch die Spannung dieses Buches blieb irgendwie auf der Strecke.Auch die abwechselnden Zeitstränge, die so etwas sonst schaffen, brachten nicht das Erhoffte. Ich ertappte mich dabei,dass ich beim Lesen an andere Dinge dachte,was zeigt,dass mich die Handlung nicht zu fesseln verstand. Ich war dann am Schluss auch schon froh, dass dieses Buch nicht allzu viele Seiten hatte.

Resümee: Interessante Geschichte etwas spannungsarm umgesetzt, daher auch nur gut gemeinte 3,5 Sterne
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TOP 500 REZENSENTam 11. Juli 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Inhalt:
1984 im Küstenstädtchen Ernemouth: nach einem Ritualmord wird Corrine Woodrow festgenommen. Sie scheint eine Affinität für schwarze Magie zu haben, liest Aleister Crowley, ist fasziniert von dunklen Outfits und düsterer Musik.

Zwanzig Jahre später tauchen Zweifel an Corrines Schuld auf. Man geht davon aus, dass Corrine zumindest einen Komplizen hatte. Sean Ward, der die Londoner Metropolitan Police verlassen hat und nun als Privatdetektiv arbeitet, macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Komplizen.

Mein Eindruck:
Mir hat 'Opfer' trotz des spannenden Themas nicht so gut gefallen. Ich empfand den Roman als unstrukturiert und konnte mich nur schwer auf die Geschichte konzentrieren, obwohl mir die Zeitsprünge zwischen 1983/1984 und 2003 gut gefallen haben.

Im gesamten Verlauf des Buches sind mir die Protagonisten sehr fremd geblieben, für keinen habe ich ein Gefühl bekommen, sie blieben allesamt austauschbar.

Zudem weist 'Opfer' meiner Meinung nach sehr viele Längen auf. Erst am Ende wird die Geschichte richtig spannend und konnte mich überraschen.

Mein Resümee:
Ich fand den Roman nur mittelmäßig und kann ihn leider nicht empfehlen.
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am 1. September 2013
Ein hervorragend konstruierter Krimi, der mit einer Besonderheit aufwartet: Nicht nur der Mörder ist dem Leser unbekannt, auch das Opfer. Man kann also nach zwei Seiten hin rätseln und Vermutungen anstellen und wird erst sehr spät im Plot aufgeklärt.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: Der Gegenwart, die im Buch das Jahr 2003 widerspiegelt, in der der Privatdetektiv Sean Ward versucht herauszufinden, was vor 20 Jahren wirklich geschah und zur Verurteilung von Corrine Woodrow führte. Im Wechsel dazu werden die Ereignisse geschildert, die in den Jahren 1983/84 letztendlich zu einem infamen Mord geführt haben.
Die Spannung wird im Roman ganz langsam aufgebaut, erst nach und nach verzahnen sich Figuren und Schicksale miteinander, werden die Zusammenhänge immer deutlicher.
Unter der scheinbar heilen Oberfläche einer Kleinstadt brodelt es gewaltig und die Autorin lässt den Leser in so manchen Abgrund schauen. Die Figuren sind sehr abwechslungsreich gestaltet, geben ein lebendiges Bild durch ihre Unterschiedlichkeit. Dennoch ist es ein Buch der leisen Töne, man hält beim Lesen den Atmen an und lauscht gespannt. Im letzten Drittel erhöht sich der Spannungspegel rasant und man liest mit fliegenden Augen.

Die Jugendlichen der Jahre 1983/84 gehören zum Teil der Gothicszene an, doch bleibt dies weitgehend unbeleuchtet, nimmt keinen größeren Rahmen oder Bedeutung ein. Allerdings wirken die geschilderten Fakten authentisch. Die Bezugnahme zur schwarzen Magie wird wie beiläufig in den Kontext gestreut und erklärt die Mechanismen der Wahrnehmung und wie leicht falsche Schlüsse gezogen werden können.

Ein sehr spannender Krimi mit Psychothriller-Elementen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Mai 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Cathi Unsworth's Kriminalroman "Opfer" ist wirklich toll geschrieben. Es geht um Intrigen, Zauberei, Liebe und Hass. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Eine Ebene spielt 2003, die andere 1983. In den 80er Jahren gab es einen Mord, der angeblich einen satanistischen Hintergrund hatte. Eine Teenagerin wurde verhaftet und sitzt seit dem in der Psychiatrie, Corinne. Aber im Jahr 2003 kommen berechtigte Zweifel an ihrer Schuld auf, nach dem es neue Verfahren zur DNA-Untersuchung gibt. Die Autorin schildert, wie es damals zu dem Mord kam, und wie der Detektiv Sean Ward aufgrund der neuen Beweislage in dem kleinen Ort alles wieder aufrollt. In der früheren Zeitebene geht es vor allem um einige Teenager, ihre Beziehungen untereinander, und ihre Familien. Samantha, die neu in den Ort zieht, wo ihre Großeltern wohnen, stiftet jede Menge Unruhe. Der damalige Polizeichef spielt auch noch eine Rolle, denn er manipuliert die ganze Stadt. Als Sean ermittelt, ahnt er nicht, dass er sich und andere damit in große Gefahr bringt. Es liegt einigen Menschen sehr viel daran, dass die alten Geheimnisse nicht aufgedeckt werden.

Mir gefällt sehr gut, wie die Autorin die Hintergründe zeigt, die die Menschen zu ihren Handlungen veranlasst. Was treibt sie an, warum ticken sie so und nicht anders. Außerdem versteht sie es sehr gut, Spannung zu erzeugen - auf beiden Zeitebenen. In beiden Fällen spitzt sich die Situation immer mehr zu, bis es zum großen Finale kommt. Und selbst ganz am Ende gibt es noch eine Überraschung. Diese junge Autorin zeigt jetzt schon ein großes Talent. Ich bin gespannt, was sie noch für Bücher schreiben wird.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Juni 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
„Opfer“ ist ein durchaus gelungener Krimi, den ich gerne gelesen habe. Doch „Opfer“ gehört auch zu den Büchern, deren Ende man lieber so nicht gelesen hätte. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin zum Ende hin schneller fertig werden wollte.
Trotz dessen habe ich dieses Buch gerne und rasch gelesen. Der Schreibstil war so, dass man flüssig lesen konnte, ohne zu stolpern und auch von der Anlage her war es ein Krimi, den man lesen wollte ohne zu lange Unterbrechungen. Erzählt wird konsequent in zwei Zeitsträngen. Zum einen aus den Jahren 1983/84, also die Zeit, in der sich das Unglück zugetragen hat und 2003/04, die Zeit, in welcher dieser Fall endgültig aufgeklärt wurde.
Diese beiden Erzählstränge werden auch konsequent durch das Buch geführt und das finde ich durchaus gelungen. Immer im Wechsel, so macht sie es auch dem Leser einfacher, sich zurechtzufinden. Und es ist auch die Sprache, die den Leser mitnimmt. Immer knapp, aber dennoch ausreichend bebildert und so trifft sie meines Erachtens auch die Charaktere sehr gut. Es ist der Autorin gelungen, ein sehr gutes Bild der englischen Kleinstadt zu zeichnen, und das in beiden Erzählsträngen.
Ein 20 Jahre alter Mordfall wird neu aufgerollt, weil neue DANN Spuren ans Tageslicht gekommen sind. Ein Privatdetektiv wird beauftragt, den Fall zu „lösen“, das heißt, er fährt in diese Kleinstadt, bekommt Unterstützung durch die dortige Polizei und er trifft sich auch mit einer Lokaljournalistin. Ward, der Privatermittler, selbst ehemaliger Polizist, bekommt es mit allerhand „skurillen“ Typen zu tun. Sei es Noj, ein Zeuge des vergangenen Geschehens, aber auch Len Rivett, der ehemalige Polizeichef der Stadt. Und immer wieder wird im anderen Erzählstrang erzählt, was sich damals zugetragen hat. Die Bewohner der Stadt, die Jugendlichen, ihre Sorgen und Nöten, aber auch ihre Freizeit und alles was dazugehört, wird ausgeleuchtet. Damals wie heute existieren Geflechte, die nicht immer leicht auseinanderzudröseln sind. Und es ist nicht immer ungefährlich. Die Gefahr der Stereotypen bestand durchaus, und es gibt so einige Klischees, derer sich die Autorin bedient hat. Aber im Rahmen und durchaus sinnvoll für die Geschichte. Polizisten sind per se nicht immer gute Menschen und nicht alles muss so sein, wie es scheint und wonach es auf dem ersten Blick aussieht. Keine weltbewegend neue Erkenntnis, aber geschickt hier in Szene gesetzt. Man bleibt am Ball, will immer weiter lesen, jedenfalls ging es mir so. Und was mehr will ein Krimiautor?
Doch so gut die Autorin alle Geflechte, ob Verwandtschaft, Schule oder berufliches, verwoben hat, am Ende strauchelt sie meines Empfindens nach. Obwohl sie im Epilog noch eine Überraschung parat hält, jedenfalls für mich. Aber wie es mit vielen Personen weitergeht, das ist mir an einigen Stellen zu rasch abgearbeitet, das bei all der Vorarbeit, die die Autorin geleistet hat. Noj spielt keine unbedeutende Rolle, bleibt aber das ganze Buch über ziemlich mysteriös. Rivett zum Beispiel, wie es mit ihm weitergeht. Rasch abgehandelt. Das hat mich zum Beispiel nicht befriedigt, und ebenso die Journalistin Francesca. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mehr und näher darauf eingegangen wäre. Da gab es doch manchmal ein Ungleichgewicht an Notwendigem und Auslassenswertem. Aber das ist Ansichtssache und ich meine, diesen Krimi ohne große Zahnschmerzen weiterempfehlen zu können. Nichts und niemand ist perfekt und vier Punkte halte ich für sehr gerechtfertigt. Lesenswert. Und nicht ohne Spannung.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 19. April 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Im Oktober 2003 reist Privatdetektiv Sam Ward in die Küstenstadt Ernemouth. Hier hatte sich vor rund 20 Jahren ein grausamer Mord ereignet. Am Tatort wurde die Jugendliche Corrine Woodrow blutüberströmt aufgegriffen. Für die Polizei stand sie sofort als Täterin fest, auch die örtliche Boulevardpresse war von der Schuld Corrines überzeugt, da Corinne für sie die perfekte Täterin repräsentiert: Der Teenager kommt aus einem verkorksten Elternhaus und gilt in Ernemouth als Freak, die sich zu Okkultem hingezogen fühlt. Doch mittlerweile ist die Kriminaltechnik weiter und so finden sich nach 20 Jahren DNA-Spuren, die nicht mit denen von Corrine übereinstimmen. Gab es somit einen weiteren Täter oder hat der Teenager die Tat gar nicht begangen? Eine engagierte Anwältin hat den Fall nun wieder aufgerollt und in ihrem Auftrag reist Sam Ward nun in das verschlafene Küstenstädtchen. Doch nicht jeder Bewohner ist glücklich über die Ermittlungen von Sam und dies liegt nicht nur an den unangenehmen Erinnerungen an das Jahr 1984.

Sehr ruhig, nachdenklich, mitfühlend, gepaart mit einer durchweg bedrückenden Atmosphäre erzählt Cathi Unsworth ihren Krimi, der eine Besonderheit birgt. Bis kurz vor Schluss ist noch nicht einmal ansatzweise zu erahnen, um wen es sich bei dem Opfer handelt. Und auch an der Schuld von Corrine kommen schnell erste Zweifel auf, doch wer sollte diesen Mord begangen haben und vor allem warum?

Cathi Unsworth vermittelt ihren Krimi auf zwei Zeitebenen, welche die Autorin zudem aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Hierdurch erhält man recht schnell einen guten Überblick über das Leben in Ernemouth und dessen Einwohner, besonders bei den Jugendlichen des Küstenstädtchens. Den Zeitgeist Anfang der 1980er Jahre fängt die Autorin sehr gut ein und so dauert es gar nicht lange bis man wieder das Kratzen der Nadel über ein Vinyl-Scheibe wie auch die entsprechenden Songs dazu in den Ohren oder aber die rebellischen, aber eigentlich doch recht harmlosen Jugendlichen vor Augen hat, die sich für Mode, Jungs bzw. Mädchen, Malerei, Party und dem neuesten Songs ihres Idols interessieren. Aber diese Idylle täuscht, hinter der Fassade der Kleinstadt brodelt es. Intrigen, Drogen und andere illegale Geschäfte existieren auch in Ernemouth. Der Alptraum nimmt seinen Lauf als Samantha Lamb zusammen mit ihrer Mutter und deren jüngeren Freund Wayne in die Kleinstadt zieht.

Im Handlungsstrang der Gegenwart nimmt Sam Ward schnell Kontakt mit der örtlichen Polizeidienststelle auf und bekommt den ehemaligen Polizeichef zur Seite gestellt, der damals die Ermittlungen in dem Fall geleitet hatte. Scheinbar tatkräftig unterstützt dieser den Privatdetektiv, doch handelt er wirklich so uneigennützig? Weitere Unterstützung erhält Sam von einer Redakteurin, die ihre eigenen Recherchen anstellt und zudem ein persönliches Interesse an dem Fall hat. Bald haben Beide das Gefühl, das 1984 bei Weitem nicht alles ans Licht kam, doch wer verbirgt hier etwas und vor allem warum?

Die Autorin führt ihre Leser sehr langsam, aber keineswegs langatmig in die Story ein. Ihr Krimi ist eine Milieustudie über eine Kleinstadt, die es fast perfekt versteht, ihre Geheimnisse zu verbergen, hier trügt der äußere Schein, ein Blick hinter die Fassade offenbart wahrlich grausame Geschehnisse. Schnell packt einen der Krimi durch den fesselnden und lebendigen Schreibstil der Autorin, aber auch die Neugier ob der vielen Fragen, die ständig mehr anstelle weniger werden, treibt einen regelrecht durch den Krimi. Äußerst komplex entwickelt sich die Geschichte, welche Cathi Unsworth sehr gut durchdacht erzählt, während sie nach und nach das Tempo anzieht, Perspektivwechsel immer schneller vornimmt und einen so immer tiefer in die Abgründe der Kleinstadt führt. Und so dauert es dann auch nicht mehr lange bis das Spannungsniveau stark anzieht.

Unerlässlich bei solch einem Krimi sind tiefgehende Charakterzeichnungen und diese gelingen der Autorin hervorragend. Die einzelnen Akteure entwickeln sich weiter, sie überraschen, sie täuschen und bei einigen revidiert man im Verlauf der Story seine Meinung. Und dennoch hilft einem dies nicht dabei, hinter die Identität des Opfers zu kommen, noch wie sich der Mord abgespielt hatte und ob Corrine wirklich die Täterin war.

Fazit: Ein Krimi, in dem nicht der Mörder sondern das Opfer bis zum Schluss unbekannt bleibt. Ungewöhnlich, berührend, atmosphärisch dicht und äußerst fesselnd präsentiert Cathy Unsworth ihren Krimi "Opfer".
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am 1. Juli 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Nach Weirdo ist Cati Unsworths zweiter Kriminalroman Opfer die Aufarbeitung eines Mordfalls aus dem Norden Englands. Der Fall ist eigentlich bereits geklärt, aber er wird neu aufgearbeitet. Und die Mitverfolgung des Falls ist das Spannende. Zeiten und Szenewechsel in den Kostümen der 80iger Jahre und dann wieder der Blick zurück in die Gegenwart mach das Buch zur spannenden Lektüre. Besonders gut gefallen mir Illustrationen bestimmter Situationen und Gegenden, Personen und Momente.
Absolut zu empfehlen.
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am 17. Mai 2013
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Durch den schleppenden Anfang muss man einfach durch. Zu viele und auf den ersten Blick einander zu ähnliche Charaktere werden schnell hintereinander eingeführt, dazu springt die Geschichte zwischen zwei Zeitlinien hin und her. ABER DANN packt einen die Story, wird immer spannender und mitreißender und gipfelt dann in ein am Ende nicht mehr ganz überraschendes, toll geschriebenes Ergebnis.

Eine englische Kleinstadt Mitte der Neunzehnhundertachtziger: Die neue Mitschülerin Samantha drängt sich zwischen die Freundinnen Corrine und Debbie. Während Debbie, eine junge Frau mit Plan und Vorstellungen für ihr Leben, sofort eine Abneigung gegen die Neue verspürt, lässt sich beeinflussbare Corrine, die in kaputten Verhältnissen aufwächst, zunächst auf die verwöhnten Sam ein. Doch die ist verschlagen und gemein und bald kommt es zum Bruch mit Corrine und mit einigen anderen Leuten aus der Clique um Debbie, in die sich Sam so vehement gedrängt hat.

Dann passiert ein Mord – interessanterweise erfährt man erst ganz zum Ende des Buches, wer eigentlich ermordet wurde - und Corrine wird blutüberströmt und schuldbewusst neben der Leiche gefunden. Man wirft ihr vor, die Hohepriesterin eines Satanskults zu sein, die einen Ritualmord begangen hat und verurteilt sie zu lebenslanger Haft, ab geht’s in die Klappse.

Rund zwanzig Jahre später engagiert eine Anwältin einem Privatdetektiv. Es gibt DNA-Spuren, die auf eine zweite Person am Tatort hinweisen. Sean Ward, ein Ex-Cop, rollt vor Ort den alten Fall noch einmal auf. Zunächst wirkt es so, als ob ihm dabei von mehreren Seiten Unterstützung zukommt. Doch je tiefer er in das Beziehungsgeflecht der Kleinstädter eindringt, desto mehr schwant ihm, dass das, was unter der Oberfläche verborgen ist, sehr viel böser ist als alles, was Corrine je getan haben könnte.

Sobald man einmal die unterschiedlichen Personen klar hat, beginnt das Buch, einen Sog zu entwickeln, der einen nicht mehr loslässt und beim Lesen immer mehr vorantreibt. Die Haupt-Charaktere gewinnen immer mehr an Tiefe, sind wunderbar klar gezeichnet, man atmet direkt mit ihnen, spürt ihre Verzweiflung, Hilflosigkeit, Unsicherheit und – Bösartigkeit. Als Nächstes entdeckt man die Strippen, an denen einige der Handelnden gezogen werden. Die unsichtbaren Hände, die vieles, wenn nicht sogar alles in dieser Kleinstadt, lenken tauchen nach und nach deutlicher auf.

Der doppelte Showdown am Ende des Buches mag vom Ergebnis her nicht mehr ganz überraschend sein, aber er ist, wie der ganze Krimi, superb geschrieben.

Fazit: Ein spannender, atmospährisch dichter,zunehmend mitreissender Krimi einer Autorin, von der ich auf jeden Fall noch mehr lesen möchte und werde.
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