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am 10. Februar 2014
Eine Wette. Nur so, komme Ich mit mir überein, kann dieser Roman entstanden. Alle anderen in Frage kommenden Erwägungen, also Bedrohung durch eine Waffe, einmonatiges Saufgelage, etc. habe Ich nach reiflicher Überlegung doch verworfen.

Ich stelle es mir folgendermassen vor: Don Winslow kommt zu seinem Literaturagenten, und dieser spricht folgende, unheilvolle Sätze: „He, Donnie Boy, wir im Verlage wetten, Du traust Dich nicht einen Roman zu verfassen, der inhaltlich jeden Schwarzenegger/Stallone/Statham Movie wie ein komlexes und ausdifferenziertes Sozial- und Gesellschaftsdrame wirken lässt. Weil wir ausser wettsüchtig noch hochoriginell sind, soll der Bösewicht ein muslimscher Top-Terrorist sein, der einen Anschlage auf die heiligsten Werte Amerikas, nämlich die Familie, durchführt. Toll, Donnie, was, never scripted before, that theme. Da Du es ohenhin nicht wagst, das zu schreiben, noch eine paar benefits. Unser Redaktionsassistent hat aus dem Netz die Liste der 100 unnötigsten Militärakronyme runtergeladen, die musst Du alle verwenden. Ausnahmslos. Dagegen hat unsere Praktikantin, das wir auf Gleichberechtigung schauen, von der Homepage der Waffenlobby Betriebs- und Funktionsbeschreibungen von 20 Waffensystemen besorgt, vom Messer bis zum Schützenpanzer. Du rätst richtig, die musst Du auch alle einbauen. Dann hatten wir nach dem 5ten Feierabendscotch noch den Plan, dass Du die Spezialeinheiten aller Herren Länder glorifizierst, nie hinterfrägst und Elitesoldaten ganz allgemein als moralische Übermenschen ohne die geringste Zweifel an ihrem Handeln oder ihren Konsequenzen porträtierst. Irre, was, Don. Als Sahnehäubchen stellst Du die Politiker aus dem Weissen Haus nicht als strategische denkende Politprofis dar, sondern als einen Haufen weichgespülter, liberaler Hasenfüsse, und lässt unverholen durchblicken, dass nur ehemalige Militärs wissen, wie ein Land zu führen ist. So, das wärs, Ich habe Dir die Wette angeboten, aber nur so als Scherz. Gehen wir ein Bier trinken.“

Und dann geschah das Unfassbare: Don Winslow nahm die Wette an.
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am 15. März 2014
Selten habe ich einen Winslow gelesen, der so eindeutig auf Hollywood ausgerichtet war - ohne jegliche Tiefe wird von einer Actionsequenz zur nächsten gesprungen, die Charaktere bleiben absolut oberflächlich und klischeehaft. Positiv war nur die Kürze des Buches - dank großer Buchstaben und großzügigen Absätzen kommt man schnell durch.
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Dave Collins hat alles verloren, das ihm je etwas bedeutet hat: Seine Frau und sein Sohn kamen bei einem Flugzeugunfall ums Leben. Doch plötzlich ändert sich alles, als er erfährt, dass der Tod seiner Familie durch einen Terroranschlag verursacht wurde.
Kurzerhand stellt Collins eine eigene Söldnertruppe zusammen um den Drahtziehern des Terroranschlags das Handwerk zu legen. Nun kommt sie – die Zeit der Vergeltung.

Vergeltung ist ein Rachethriller alter Schule. Ein Mann nimmt es mit den gefährlichsten Terroristen überhaupt auf und zieht solange gegen sie zu Felde, bis sie vernichtet sind. Das mag jetzt nicht sonderlich komplex oder tiefschürfend sein, in den bewährten Händen von Don Winslow wird aus diesem Thema dennoch ein weitestgehend packender Roman, der nicht lange fackelt.

Kaum wurde Dave Collins aus seiner Lethargie nach dem Tod seiner Familie gerissen, geht es gleich hochtourig zur Sache.
Zwar verliert sich Winslow manchmal in allzu akribischen Schilderungen des Waffenarsenals seiner Söldnertruppe, dennoch begeht er nie den Fehler wie beispielsweise Tom Clancy, seine Leser mit seitenlangen Exkursen über bestimmtes Equipment, das wie aus der Gebrauchsanleitung abgeschrieben klingt, zu langweilen. Er begleitet die Söldner auf Schritt und Tritt und zeigt, wie eine internationale Söldnertruppe jagt. Zugleich bekommt man eine Vorstellung davon, wie wohl die Ermordung Osama Bin Ladens im Jahr 2011 in Pakistan abgelaufen sein muss.

Winslow zeichnet zugleich ein ungeschöntes Bild vom Krieg des neuen Jahrtausends. Die Schlachten werden künftig an den Computern gewonnen und gelernt, nicht mehr das Können auf dem Schlachtfeld entscheidet über Sieg und Niederlage sondern die technische Ausrüstung.

All diese Reflexionen und die schriftstellerische Klasse heben „Vergeltung“ hoch über das Gros der modernen Techno- und Rachethriller und zeigen erneut die literarische Vielfalt, die Don Winslow beherrscht!
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am 14. Februar 2014
So bis Seite 100 habe ich gedacht: OK. Irgendwann kommt jetzt mal der "Knaller". Da löst Winslow das Ding auf, da wird das Buch endlich lesbar, da wird der bisherige Rambo-Kitsch bestimmt ironisch gebrochen, da lachen wir - der Don und ich - uns gemeinsam schlapp über die ballernden Testosteronbomber, die Söldnerscheiße und die grundlose Waffenverliebtheit - dann wird alles gut.
Njet. Niente. No.
Der meint das ernst. Don Winslow meint diesen tumben 9/11-Rambo-Terminator-Verschnitt ernst. Zu 100%.
Irgendjemand schrieb in einer Kritik: "Winslow muss von Aliens entführt worden sein". Ich schließe mich dem an. Und hoffe, daß kein deutscher Verlag jemals wieder Winslow übersetzen und verlegen lassen wird, bis die Aliens uns "unseren" alten Winslow (den guten, fesselnden, sprachlich brillianten, spannenden) zurückgegeben haben.
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TOP 500 REZENSENTam 5. April 2014
Was war denn das? Engagiert die National Rifle Association (NRA), die Waffenlobby in den USA, nun schon Schriftsteller, um für den Nutzen von Kampfgerät zu werben? Lieber Don Winslow, war das Honorar sooo hoch, dass Sie nicht widerstehen konnten?
Zum besseren Verständnis: In seinem neuesten Roman schickt Winslow einen Ex-Elitesoldaten auf einen Rachefeldzug, nachdem dessen Frau und Kind bei einem terroristischen Anschlag ums Leben kamen. Dieser rekrutiert hierfür eine private Söldnerarmee, die sich umgehend an die Arbeit macht und die Urheber dieses Attentats zur Rechenschaft zieht.
Ist der Autor der dies schrieb, tatsächlich derselbe der auch 'Kings of Cool' verfasst hat? Kaum zu glauben, aber offensichtlich wahr. Zugegeben, Vergeltung ist durchaus spannend (trotz der Vorhersehbarkeit der Handlung), aber das ist bedauerlicherweise auch das Einzige was man diesem Buch zugute halten kann. Die Figuren sind derartig eindimensional und platt, dass es schmerzt. Die Bösen sind böse und die Guten so gut, dass man kaum glauben mag, einen Roman von Winslow vor sich zu haben. Der einzige 'Gute' der nicht ganz so anständig ist wie der Rest, verlässt die Kampfzone auch als Erster. Die Terroristen werden einer nach dem Anderen niedergemetzelt (ebenso wie Dutzende anderer Feinde auch) und wie erwartet gibt es nach all den Massakern und diversen formidablen Materialschlachten ein Happyend. Zweifel an der Richtigkeit und Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns werden in Kurzform abgehandelt (alles ok) und natürlich sind die Helden so toll, dass es noch nicht einmal zu Kollateralschäden kommt (was den bösen Buben selbstverständlich völlig egal ist). Hach, was sind das nur für tüchtige Jungs!
Mindestens genauso nervig wenn nicht sogar noch mehr waren die bis ins Detail erfolgten technischen Beschreibungen: 'Bei nicht ganz 40 Pfund und einer Länge von 94 cm verschießt die MK47 40 x 53 mm Munition bei einer Kadenz von 250 Schuss pro Minute. Das superleichte AN/PWG-1 Videovisier sendet 3fach vergrößerte Bilder...' (S. 426) Solche Sätze sind keine Seltenheit, sondern ein fester Bestandteil des Romans - Waffenbegeisterte werden sich sicherlich darüber freuen.
Alle Anderen aber...
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am 29. Januar 2014
Das Buch ist spannend, keine Frage. Winslow treibt die Erzählung schnell voran, sein knapper und präziser Stil (im Präsenz, wie aus seinen anderen Büchern bereits gewohnt) ist absolut fesselnd und literarisch den meisten Produktionen der Konkurrenz überlegen.

Und dennoch: Gerade im Vergleich mit seinem Opus Magnum "Tage der Toten" kommt "Vergeltung" schlecht weg: zu einfältig das Gut/Böse-Schema, zu simpel der Plot, zu überlegen die Elitetruppe, zu blöde die Gegner. Unfreiwillig komisch sind die ständigen technischen Beschreibungen von Militärspielzeug mitsamt diverser Abkürzungen, es liest sich, als hätte Winslow einen Jahrgang "Soldier of Fortune" abonniert und wollte dieses Wissen unbedingt anbringen.

Letztendlich wirkt dieser Roman zumindest thematisch etwas antiquiert: Er könnte eher in 2003 als 10 Jahre später geschrieben sein und passt 1:1 zu damaligen TV-Serien wie "24" und den in dieser Zeit veröffentlichten Action-Thrillern. Heute sind die amerikanischen Serien und Romane allerdings viel weiter (siehe "Homeland") bzw. der Feind wird längst anderswo gesucht und gefunden.

FAZIT: Als Action-Thriller funktioniert "Vergeltung" schon gut, aber wer verstehen will, warum Don Winslow als einer der besten Spannungsautoren der letzten Jahre gehandelt wird, sollte eher "Tage der Toten", "Zeit des Zorns", "Frankie Machine" oder "Die Sprache des Feuers" lesen.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Februar 2014
Der Ex-Soldat Dave Collins war Mitglied einer Eliteeinheit und nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hat, ist er nun Sicherheitschef an einem Flughafen. Bei einem Flugzeug Attentat kommen seine Frau und sein Sohn ums Leben. Nun sinnt der Ex-Soldat Dave Collins auf Rache und heuert mit den Entschädigungsmillionen für den Tod seiner geliebten Familie eine Söldnertruppe an, welche die Attentäter gemeinsam mit ihm ausschalten sollen, da die US-Regierung keine Anstalten macht den Anschlag aufzuklären. So ist er nicht nur auf sich und seine Söldner allein gestellt, sondern wird zudem noch von der eigenen Regierung gejagt.
Don Winslow ist ein amerikanischer Schriftsteller, der schon einige Romane veröffentlich hat, welche allerdings alle an mir vorbei gegangen sind.
Als erstes fällt der wirklich mitreißende Schreibstil auf. Winslow zieht einen bereits auf den ersten Seiten in den Bann und lässt einen erst am Ende des Buches wieder los. Selten hat mich ein Schreibstil so mitgezogen und die fast 500 Seiten waren innerhalb von drei Tagen gelesen.
Auch die Protagonisten werden wirklich gut und ausführlich dargestellt, man macht sich ein richtiges Bild von ihnen und fiebert mit diesen mit. Hier weiß der Autor was er tut.
Leider kann ich mich mit der Handlung nicht anfreunden. Das liegt nicht an den Grundzügen der Handlung, allerdings ist sie nach den ersten Seiten gradlinig und klar, ohne Überraschungen. Wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste, denn würde ich sagen „amerikanisch“. Denn die ganze Handlung ist sehr patriotisch, für mich ein wenig zu viel des Guten.
Was außerdem noch auffällt sind die vielen Abkürzungen und technischen Begriffe. Es wird zwar alles erklärt, allerdings wirkt das Ganze dann ein wenig holperig, was zwar durch den tollen Schreibstil aufgefangen wird, aber dennoch für mich negativ ist.
Fazit: Ein unterhaltsamer Thriller mit vielen Klischees und wenig wirklich lesenswertem, allenfalls zur Unterhaltung geeignet, deswegen drei Sterne.
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am 21. April 2016
Ein Mann, dessen Familie bei einem fiesen Terroranschlag getötet wird, sieht rot. Er schart ein paar bezahlte High-Tech-Söldner um sich und begibt sich erst ins Trainingslager und dann auf einen Rachefeldzug, der die von Einsatz zu Einsatz kleiner werdende Truppe mit allerlei pyrotechnischen Effekten um die ganze Welt führt bis zum allerletzten Showdown ... So weit, so vorhersehbar. Was mich an diesem Buch genervt hat: Die nichtendenwollende Aufzählung von Special-Forces-Einsatztechniken und modernen Waffensystemen. Das ist Infodump in Reinkultur. Und ich habe wirklich nicht gegen Tom Clancy & Co.

Wenn man nicht wüsste, dass Don Winslow es besser, so viel besser kann, dann wäre das Buch der Erwähnung nicht wert. Vielleicht ist der Autor inzwischen so ausgebrannt wie die diversen Raketensysteme, die in "Vergeltung" zum Einsatz kommen?
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am 6. Mai 2015
Gekauft habe ich mich den Thriller wegen dieser Spiegel Rezension: Mit 'Vergeltung' ist Don Winslow nicht nur ein extrem moderner, rasend schneller Thriller gelungen, sondern auch ein hoch politischer Roman, der den Leser subtil dazu auffordert, sich der moralischen Ambivalenz unserer Zeit zu stellen."
Ich hätte besser die Rezensionen "normaler" Menschen lesen sollen. Der Plot basiert auf einer guten Idee und um es kurz zu machen, verliert sich in einer einzigen Ballerei, in der die Bezeichnungen der Waffen, Munition und Explosivstoffe offensichtlich präzise aus den Dienstvorschriften der Seals entnommen sind, aber den Leser abhängen und zum Überschlagen der Seiten führen, um endlich zur Schluss Show Down zu kommen. Trotzdem ist etwas von der Klasse dieses Autors übrig geblieben, wenn er mit Tempo und rasender Schnelligkeit Kampfszenen darstellt, wo Sätze auf ein einziges Wort reduziert werden und trotzdem Atmosphäre hergestellt wird. Autoren können davon lernen. Nicht schlecht aber völlig unter seiner Linie. Mehr für Hollywood als für einen renommierten Publikumsverlag.
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am 15. Februar 2014
Die Erwartungen sind hoch bei einem neuen Buch von Don Winslow: Immerhin hat er mit "Tage der Toten" einen der besten Thriller der letzten Dekade vorgelegt.

Die Geschichte von "Vergeltung" ist schnell erzählt: Ex-Elitesoldat Dave Cooper verliert seine Familie durch einen terroristischen Anschlag. Aus Gründen der Staatsräson hält seine Regierung die wahren Umstände des Flugzeugcrashs geheim und stellt ihn als Unfall durch technisches Versagen dar. Cooper akzeptiert eine Entschädigungszahlung der Fluggesellschaft in Millionenhöhe und kauft damit die Unterstützung einer privaten Söldnergruppe. Sein Ziel ist, die Täter und Aziz, den Drahtzieher des Attentats, ausfindig zu machen und auszulöschen. Aziz ist ein "neuer Krieger" des Islam: Ohne Gewissen, aber auch ohne religiöse Leidenschaft plant er seine Aktionen mit geschäftsmäßiger Effizienz. Im Lauf der Story stellt sich heraus, dass er einen Anschlag auf die großen Städte der westlichen Welt plant, der Tausende von Toten zur Folge haben würde. Der gesamte Westen wird somit von den islamistischen Bösewichten bedroht und muss gerettet werden, was Coopers Rachefeldzug in den Rang einer Heldentat erhebt - zu offensichtlich für meinen Geschmack.

Ich habe selten eine derartig unreflektierte Gewaltoper gelesen wie "Vergeltung". Das Zitat auf dem Vorsatzblatt soll dazu dienen, Vergeltung als Tat der Gerechtigkeit von Rache als Tat aus Leidenschaft abzugrenzen - leider überzeugt das nicht. Die Story, die Charaktere, der ganze philosophische Überbau, wenn man davon überhaupt reden will, ist Winslow viel zu Schwarzweiß geraten. Die Söldnergruppe ist eine internationale Mischung aus ehemaligen Elitesoldaten, die des Geldes wegen kämpfen, aber auch, weil sie nichts anderes gelernt oder keinen anderen Platz in der Welt gefunden haben. Hier wäre Potenzial gewesen, aber Winslow hat keinen Platz für Ambivalenzen. Was die Söldner in Coopers Truppe denken, ist selten politisch korrekt. Rassismus, Sexismus, Patriotismus, Zionismus - im Roman sind eine Menge -ismen vertreten, die leider nicht durch Ironie gemildert werden. Frauen kommen in diesem testosterongetränkten Männerkosmos übrigens nur entweder als heilige Mütter und Ehefrauen, als selbstredend schöne, brillante Spionin oder in wörtlicher Rede auf Stammtischniveau vor.

Die Sprache des Romans ist hart wie ein Marschrhythmus: Knapp, abgehackt, viele sehr kurze Sätze, immer wieder durchsetzt mit militärischen Akronymen wie MAM (Military Aged Male) oder CQC (Close Quarter Combat) oder grimmig humorig wie FUBAR (F****d Up Beyond All Recognition). Winslow wirft mit Fachsprech nur so um sich; das liest sich teilweise wie ein Waffenkatalog. Zudem wird die Handlung immer wieder durch Faktentransfer unterbrochen. Wir lernen zum Beispiel, dass Explosion und Detonation keineswegs Synonyme sind. Interessante Info - aber nicht jede Leserin will das wissen.

Tango, auch so ein Begriff, ist das Wort für Zielperson, und mit denen wird nicht zimperlich umgegangen - unser Held diskutiert über die "Mannstoppwirkung" von Waffen und stellt fest: "Wenn wir einen Tango umlegen, will ich, dass er liegen bleibt." Dazu kommt krudester emotionaler Kitsch; immer wieder strapaziert Winslow das soldatische Pathos auf fast unerträgliche Weise. Diese Brüderschaft auf Leben und Tod ist offenbar das Nonplusultra für ihn: "Eine größere Liebe gibt es nicht." Zu erklären ist diese starke Bindung "Einzig und allein durch Menschlichkeit." Dies wohlgemerkt, nachdem die Feinde, pardon Tangos, in einem beispiellosen Blutbad zu Dutzenden abgeschlachtet worden sind. Tango ist eben nicht gleich Mensch. Andere Rezensenten haben in "Vergeltung" Kritik an der zunehmenden Privatisierung des Kriegsgeschäftes wahrgenommen oder meinten gar, das Buch als Satire verstehen zu müssen. Mir wollte das beim besten Willen nicht gelingen; es fehlt jegliche schriftstellerische Distanz.

Fazit: Die Tiefe, Differenziertheit und Komplexität von "Tage der Toten" hat Winslow seither nie wieder erreicht, aber immerhin noch einige respektable Werke abgeliefert. "Vergeltung" ist jedoch ein ganz anderes Kaliber: Diesen Roman betrachte ich als seinen absoluten Tiefpunkt.
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