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Kundenrezensionen

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am 7. April 2011
>Tschick< ist das wunderbarste Buch, das ich je über das Erwachsenwerden gelesen habe.
Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert, stellenweise fast kaputtgelacht, nicht alleine wegen dem jugendlichen Sprachgebrauch, sondern auch wegen der kuriosen Figuren, der stimmigen Dialoge und der hinreißenden Situationskomik.

Wolfgang Herrndorf erzählt die Geschichte zweier Achtklässler, zweier uncooler vierzehnjähriger Außenseiter, die auf Umwegen zueinander finden, und sich in den ersten Tagen ihrer Sommerferien mit einem gestohlenen Lada auf den Weg in die Walachei machen. So beginnt die haarsträubende Reise der beiden planlosen Helden Maik und Tschick (der eigentlich Andrej Tschichatschow heißt) durch die ostdeutsche Provinz. Und diese rastlose Reise hat es in sich, denn was der langweilige Maik und der durchtriebene Tschick zusammen erleben ist komisch, reichlich durchgeknallt und stets ein klein wenig nachdenklich.

In unverkrampft frecher Sprache hat Wolfgang Herrndorf die Gefühlswelt zweier Heranwachsender zu Papier gebracht. Dabei gelingt es ihm ganz wunderbar, die jugendliche Zerissenheit zwischen rührender Einsamkeit, Unsicherheit, liebevoller Empfindsamkeit und der vorhandenen pubertären Coolness einzufangen. (Und ganz nebenbei: "Tschick" ist nicht nur die Abkürzung für Tschichatschow, sondern im österreichischen auch der Ausdruck für "Kippe" - also Coolness bereits im Titel mit inbegriffen...) Der Ton ist durchwegs richtig getroffen und läßt trotz all dem Witz auch Themen wie Freundschaft, Zugehörigkeit, erste Liebe und Endlichkeit anklingen.

Der Roman beginnt mit dem Ende und endet viel zu schnell. Und trotz des Tempos ist >Tschick< ein kluges Buch, ein endkomischer Roman, ein abgefahrenes Roadmovie und im besten Sinne beste Unterhaltung mit zwei Helden, die dem Leser einfach ans Herz wachsen.

Ein Dankeschön an den großartigen Autor für diesen literarischen Spaß! Doch in welchem Genre sucht man dieses originelle Buch nun? Ist es ein Jugendbuch? Ein Abenteuerroman? Ein Heimatroman? Ein Stück deutsche Literatur? - Schwer zu beschreiben, denn es ist wohl von allem ein bisschen und noch viel mehr, es ist einfach >Tschick<!
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am 3. September 2012
Ein universelles Buch, in das man hineintaucht und nie wieder von der Außenwelt gestört werden möchte. Treffend und genau inspiziert Herrndorf die dem Menschen eigene Komik und macht Lust auf noch mehr Tschick.

Der Klappentext überschlägt sich förmlich vor Lob, er wird sogar neben der "verdammten Blechtrommel" eingereiht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen entsprechend hoch sind. Umso mehr erstaunt es jedoch, dass dieser kleine Spiegel-Bestseller allesamt weit übertrifft.

Witzig und charmant erzählt Herrndorf die Geschichte vom ungelenk-coolen Tschick und Maik, der nicht weiß wie er aus seiner eigenen Langweiligkeit ausbrechen soll. Mit Tschick hat er einen Charakter zum Leben erweckt, der noch viele Lesegenerationen nach uns seine Lebendigkeit verloren haben wird. Ein Poet im Russenkostüm und jüdischer Zigeuner zugleich, mit einer lässigen Galanz, die jeden Hipster in den Schatten stellt.

Sich selbst definiert er in aller Bescheidenheit. Wichtig für ihn ist nur, dass er aus der Walachei kommt und einen Opa ohne Zähne und fünf Zigaretten im Ohr hat. Kaum mehr weiß Maik von diesem neuen Klassenkameraden als dieser eines Tages mit einem geknackten Lada in der Hofeinfahrt auftaucht und ihn zu einem Trip durch Deutschland überredet. Und Maik lässt sich schneller auf dieses Angebot ein, als sein Vater die neue Sekretärin flachlegen kann.

Warum auch nicht, er hat schließlich allen Grund dazu. Ein Vater, der ihn nicht verstehen will, eine Mutter, die ihn dafür zwar für voll nimmt - aber leider ein lästiges Alkoholproblem hat und schließlich ein Mädchen, in das er heillos verliebt ist. Doch in seinem Leben regt sich nicht das kleinste Abenteuerlüftchen, denn obwohl Maik unter seiner spröden Schale kein Langweiler ist, verharrt sein Alltag in regungslosem, vor Langeweile starrendem Stillstand.

Jetzt bietet sich die beste Gelegenheit dazu, denn Maik sitzt einsamgelassen daheim, die Mutter mal wieder auf Entzug, der Vater in Affärengefilden, also was mit der ungewollten Freizeit anfangen?

Mit vor Sarkasmus triefenden Sätzen würzt der Autor das Buch und man kann gar nicht genug davon bekommen. Man hofft, man will, man verlangt eine Fortsetzung!

Bei ihrer wilden Reise durch Deutschland treffen sie bald auf Isa, die einen Mut beweist, der jeden Erwachsenen in die Knie zwingt und ausgestattet mit einer Lebenslust, die ihresgleichen sucht. Wild und geheimnisvoll wie sie ist, dauert es nicht lange, und Maik verliebt sich in diesen Ronja-Räubertochter-Verschnitt. Einem Umstand, dem wir Leser einige wunderschöne Absätze zu verdanken haben, die man einrahmen und sich über Bett hängen möchte.

Pointiert und witzig zeigt Herrndorf auf die Banalitäten des deutschen Alltags und manche Parallelen zu aktuellen Ereignissen ziehen die Mundwinkel immer wieder gekonnt himmelwärts.
Er schreckt nicht davor zurück, Tabuthemen mit einer jugendlichen Naivität und leicht schräggelegtem Kopf zu betrachten und setzt dabei schonungslos den Finger in so manch offene Gesellschaftswunde. So komisch, so traurig, so treffend, das man sich auch hin und wieder an die Gegenwartsphilosophen Calvin und Hobbes erinnert fühlt.

Nur einen kleinen Pro-Forma-Negativpunkt habe ich als Randnotiz: Die beiden Protagonisten sind so cool, so lässig, so "angekommen", dass man ihnen ihr zartes Alter von 14 Jahren nur schwer abnimmt. Gleichzeitig fragt man sich, warum man selbst damals so ein übersteuerter Hormonhaufen war und wird ein wenig neidisch auf diese wundervolle Zeit.

Auf ihrem Weg in die Walachei machen Tschick und Maik eine wichtige Entdeckung: dass der Mensch lange nicht so schlecht ist, wie allerorts gepredigt wird. Subtil beschämt liest man, dass niemand einen mehr auf das Gute im Menschen vorbereitet.
Und tatsächlich haben die beiden viele kuriose Begegnungen, die uns in Erinnerung rufen, dass auch wir in diesen Genuss kommen könnten - wenn wir es nur zulassen. Schließlich beschert eines dieser Aufeinandertreffen uns unvergessliche Sätze wie diesen hier:

"Glaubt mir", sagte er, "ihr schließt ein Mal die Augen und öffnet sie wieder, und welk hängt das Fleisch in Fetzen. Die Liebe, die Liebe! Carpe diem."

Also, liebe Leute, lest das Buch! Es kostet nicht viel Zeit und ist sie hundertmal wert.
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am 9. Juni 2011
Der Ich-Erzähler Maik Klingenberg ist 14 Jahre alt, geht in Berlin auf's Gymnasium; ist ein Langweiler, ein Außenseiter, hat keine Freunde. Sein Vater ist erfolgreicher Immobilienmakler, seine Mutter geht regelmäßig 'auf die Beautyfarm', wie sie ihre Entzugsklinik bezeichnet. Die drei wohnen in einem tollen Haus mit Pool. Eine ganz normale deutsche Familie eben. Da kommt der gleichaltrige Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, in Maiks Klasse. Die beiden mögen sich nicht und es passiert erst mal nichts Weltbewegendes. Doch irgendwann in den unvermeidlichen Sommerferien brechen die zwei mit einem 'gefundenen' Lada auf zu einer abenteuerlichen Spritztour gen Walachei, durch unbekannte Gegenden Brandenburgs. Sie treffen auf ihrer Reise die sonderbarsten und eigentümlichsten Menschen.

Der Plot scheint klar und vorhersehbar. Herrndorfs Sprache wirkt zu Beginn aufgesetzt jugendlich cool und gebrochen. Doch die Geschichte entwickelt einen magischen Sog, die beiden zunehmend sympathischen Protagonisten gönnen dem Leser einen eigenwillig schrägen Blick auf und in unsere nahe und manchmal fremde Welt. Es geht um die erste Liebe, ums Erwachsenwerden, um Freundschaft und Menschlichkeit, um Verantwortung und Freiheit, um Denkschablonen und Phantasie, um Oberflächlichkeiten und political incorrectness. Die vielschichtige Geschichte ist in einem passend schnoddrigen Tonfall geschrieben und entwickelt sich absolut fesselnd; für Jugendliche wie für Erwachsene.
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am 27. April 2012
Ich habe nach all den Rezensionen und Artikeln (u.a. in der FAZ) den Eindruck gewonnen, dass es sich eindeutig nicht um einen Jugendroman handelt, auch wenn die beiden Protagonisten Jugendliche sind. Anhand dieser Erwartung habe ich das Buch gekauft, gelesen und nun auch bewertet.

Fangen wir mit dem Positiven an: Ich habe das Buch in 3 Tagen durchgelesen, was ich bei Büchern eigentlich sehr selten tue. Das bedeutet, dass das Buch sehr angenehm und interessant zu lesen ist. Sprachlich zwar sehr einfach gestrickt und oftmals auch ein zu künstlicher Jugendslang ('alter Finne' nervt mich bereits nach dem zweiten Mal, dazu der sehr unauthentisch konstruierte Satzbau), dafür aber mit vielen lustigen Passagen und Anekdoten, die wohl jeder aus seiner Schulzeit kennt. Das beinhaltet sowohl die Beschreibung verschiedener Lehrer-Stereotypen, die oftmals auftretende Langeweile in den Sommerferien und die Aufregung rund um die erste Liebe. Bis hierhin kann ich nachvollziehen, warum die meisten Rezensenten von einer sehr angenehmen Reise in ihre eigene Vergangenheit sprechen.

Relativ schnell wird das Buch für mich dann aber unglaubwürdig, überzeichnet und wiederholend. Dass zwei Jugendliche im Alter von 14 Jahren ein Auto klauen und damit mehrere Tage quer durch Deutschland heizen, mag man mit viel Phantasie noch durchgehen lassen. Die einzelnen Geschichten, die ihnen während dieser Fahrt aber widerfahren, lassen für mich eigentlich keine andere Schublade als den typischen Jugendroman offen. Von schießenden Kriegsveteranen über Verfolungsjagden mit der Polizei, Krankenhausaufenthalte und überschlagenden Autos wird keine absurde Szene ausgelassen. Das ist schade, da zwischenzeitlich auch wieder interessante und realistische Passagen auftreten: das Treffen mit Isa auf dem Schrottplatz und die Beschreibung der Familie um Friedemann beispielsweise haben mir sehr gut gefallen und sorgen dafür, dass ich das Buch insgesamt als lesbar bezeichnen würde - das wäre es nämlich ohne die sporadischen Highlights nicht.

Und genau hier frage ich mich, was an diesem Buch nun so genial sein soll (Zitat FAZ: "Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen.")! Mir fehlt die inhaltliche Tiefe und die Genialität darin. Wie gesagt, das Buch liest sich angenehm und oftmals lustig, kommt für mich aber nicht über einen (guten) klischeehaften Jugendroman hinaus, auch wenn vereinzelte Dialoge beweisen, dass dieses Buch großartig hätte werden können. Nach und nach werden die Erlebnisse aber immer surrealer und sorgen so dafür, dass die gesamte Authenzität und der mitschwingende Wehmut plastisch wirkt. Ich kann so etwas leider nicht ausblenden, vor allem nicht, wenn ich ein Buch unter derart anderen Erwartungen lese.

Daher mein Fazit: Als gutes Jugendbuch zu empfehlen, dessen Kauf man auf keinen Fall bereuen wird. Unter Berücksichtigung der bisherigen Rezensionen und Kritiken blieb das Buch für meinen Geschmack jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück, weswegen ich die Lobenshymnen - gerade aus dem Feuilleton - nicht nachvollziehen kann.
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am 12. Oktober 2013
Witzig, charmant, mitreißend.
Mit 20 fängt man(n) so langsam an erwachsen zu werden, seine Jugendsünden zu vergessen, nach dem Gefühl des ersten Verliebtseins zu suchen, der Unbeschwertheit die man mal hatte nachzujagen und sich der Leichtigkeit seines Lebens zu erinnern. Und dann kommt Tschick...eine Hommage an diese verdammt geniale Zeit im Leben, als einem noch alles scheiss egal war, als wir gesagt haben, was wir dachten, die Konsequenzen unseres Handelns noch nicht vollständig überblickt haben oder haben wollten und Frauen, sorry Mädels so langsam wichtiger wurden als Lego.
Tschick verkörpert all dies und holt uns zurück. Und das vor allem in einem Stil, der nicht nur zur Erinnerung einlädt, sondern der uns im Lada mitreisen lässt. Der uns genauso erröten lässt wenn Tatjana das selbst-gemalte Portrait überreicht wird und der uns auch schneller denn je rennen lässt, als die verdammte Polizei hinter Tschick her ist.
Verdammt, was habe ich mir gewünscht, die Story endet nie. Wie gern wäre ich mit den Jungs tatsächlich noch bis in die Walachei gefahren und hätte ein Auto nach dem anderem geklaut.
Tschick...das ist nicht die Geschichte von 2 abenteuerlustigen Jungs...es ist die Geschichte von jedem einzelnen von uns!
Genial...bitte fortsetzen!
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am 6. August 2016
Das Buch ist wirklich gut, aber keinesfalls ein Meisterwerk oder ein Buch, welches ich in 50 Jahren noch lesen würde.
Es ist ein klassischer Roadmovie, als Buch. Daher hat das Buch auch seine Höhen und Tiefen. Mit Tiefen meine ich, dass ich viele Seiten einfach langweilig waren und nicht wirklich motivierend zum weiterlesen waren. Das Ende war okay, da das Buch noch einmal zusammengefasst wurde, aber leider kommt das Ende doch recht plötzlich und irgendwie ist mir am Ende alles ein bisschen zu Friede Freude Eierkuchen.

Des Weiteren kann man das Buch gut verstehen und recht schnell lesen, da die Handlungsabläufe sehr einfach gehalten sind und auch keine wirklich komplexe Sprache benutzt wird. Wirklich tiefsinnige Sätze gibt es leider dafür auch nur wenige.
Positiv sind aber auf jeden Fall die Charaktere, da sie gut beschrieben und sich einfach vorzustellen sind und da es nur recht wenige wirklich relevante Charaktere in dem Buch gibt konnte selbst ich mir die Namen sehr gut merken.

Fazit: Ein gutes Buch, welches leicht zu verstehen ist und schnell gelesen werden kann, aber meiner Meinung nach einfach nicht an die Kritiken rankommt.
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In unserer digitalen Welt, geprägt durch Internet, Computerspiele, Smartphones, Soziale Medien, Blogs und virtuelle Welten sticht ein Buch, in dem es um reale Abenteuer, Probleme Heranwachsender, gestörte Beziehungen, Sehnsucht, innerliche Zerissenheit und Anerkennung geht, besonders heraus. Wolfgang Herrndorf ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der nicht dem Zeitgeist entspricht, sondern als Antwort auf die heutige Zeit verstanden werden kann. Die Geschichte ist gleichzeitig unterhaltsam, vielschichtig und lehrreich. Mehr kann man von einem guten Buch nicht verlangen.
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am 30. Juni 2015
Ich habe mir "Tschick" aufgrund der viele positiven Rezensionen für mein Kindle gekauft. Zunächst war ich ähnlich begeistert, wie die vielen Rezensenten vor mir. Ein frischer Schreibstil gepaart mit einer ambitionierten Story, das hat auch mir zunächst sehr gut gefallen.
Je weiter ich dann aber kam, um so mehr machte sich Unzufriedenheit bei mir breit. Die Story verflachte meiner Meinung nach, viele Chancen wurden vertan.
So blieben viele (zu viele) Fragen offen. Ein Buch, das den Leser mit Fragen zurücklässt, kann sehr positiv sein, kann aber auch Ratlosigkeit auslösen.
Den Beginn mit dem frustrierten Ich-Erzähler, der mit allen Randbedingungen seines bisherigen Lebens (trinksüchtige Mutter, drohende Pleite und Untreue des Vaters, Wahrnehmung der eigenen Unterdurchschnittlichkeit) ins Abseits gestellt ist, fand ich sehr gut. Sehr gut auch die Anlage für den zweiten Protagonisten, für den Namensgeber des Buches. Ein russischstämmiger Jugendlicher aus schwierigen sozialen Verhältnissen, den es in eine gymnasiale Klasse mit Mittel- und Oberschichtskindern verschlägt.
Was dann noch kam, war nicht ganz schlecht, hielt aber nicht, was ich mir versprochen hatte. Ich hätte mehr Aufarbeitung und vor allem Ausblicke (insbesondere in Bezug auf Tschick) erwartet. Die Dicke des Buches kann nicht die Ursache für die mir fehlenden Aspekte sein. Ich lese (fast) jeden Tag etwa eine Stunde. Tschick hielt noch nicht einmal eine Woche. Traditionelle Leser erfassen die Dicke eines Buches intuitiv, wir Kindle-Leser haben es in dieser Beziehung etwas schwerer.
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am 27. September 2015
Ich habe das Buch gelesen, weil momentan ein tierischer Hype drum gemacht wird. Außerdem bin ich auf der Suche nach einem geeigneten Roman für meinen jungslastigen Grundkurs Deutsch. So ganz verstehe ich nicht, warum das Buch soooooo hochgelobt wird. Die Geschiche ist nett, die Freundschaft der Jungs besticht tatsächlich, aber einzelne Abschnitte sind einfach völlig abgedreht und überzogen. Meine 14-jährigen Jungs werden genau deswegen wahrscheinlich daran gefallen finden, darum auch 4 Sterne, aber Weltliteratur ist es nicht.
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TOP 500 REZENSENTam 7. Dezember 2010
Maik Klingenberg ist voll verliebt und hat totalen Frust, weil die Tatjana aus seiner Klasse, hat alle zu ihrer Party eingeladen - alle nur die größten Langweiler, Assis und Idioten haben keine Einladung bekommen und er hat eben auch keine Einladung bekommen und nun ist er unsicher, zu welcher Gruppe er zählt.
So voller Frust geht er in die Sommerferien und die Perspektive für die nächsten Wochen ist nicht gut: Die Mutter zieht es mal wieder in die Entzugsklinik, die sie überall als Schönheitsfarm bezeichnet und der Vater entschwindet mit seiner flotten Sekretärin am Arm für zwei Wochen, um eine wichtige Dienstreise anzutreten.
Als er sich schon fast mit einer Endlosschleife gähnender Langeweile abgefunden hat, steht sein Mitschüler Tschick mit einem geklauten Lada vor dem Haus und eine abenteuerliche Reise beginnt, die eigentlich in der Walachei bei den Verwandten von Tschick enden soll.

Nachdem ich die ersten Seiten dieses Buches gelesen hatte, beschloss ich dieses Lesevergnügen in die Länge zu ziehen und wohl dosiert jeden Tag nur ein paar Seiten zu lesen, um möglichst lange in dieser tollen Geschichte bleiben zu können.
Man könnte sagen, es handele sich um ein Roadmovie-Motiv, denn die aberwitzige Reise der beiden Jugendlichen im gestohlenen Wagen geht ein wenig in diese Richtung, doch in diesem Buch findet sich viel mehr. Zuerst fällt die Sprache auf, die frisch und jugendlich daher kommt, allerdings mangelt es an Oberflächlichkeit, die man von Jugendlichen in dem Alter erwartet. Stattdessen stößt man immer wieder überraschend auf eine Tiefe und Weisheit, die berührt. Spritzig und voller Wortwitz erzählt Maik seine Abenteuer auf der Landstraße und doch ist hinter dem Humor für alle sichtbar eine gewisse Trostlosigkeit zu erkennen.

Tschick, der mit seinem Bruder aus Russland kam und der in ärmlichen Verhältnissen lebt, scheint offensichtlich "schlechter dran" zu sein, als Maik, der Sohn aus reichem Hause, doch das täuscht und so finden sich zwei, die eigentlich niemanden im Leben haben und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Man möchte gern noch lange mit den beiden durch die Lande reisen und hoffen, dass sie irgendwann ihr Ziel erreichen, denn man wünscht ihnen, dass sie dort, "irgendwo in der Walachei" das Glück und die Wärme finden, die ihnen hier versagt bleiben.
Ich habe jede einzelne Seite dieses Buches genossen und behalte es als ein wunderschönes Wohlfühlbuch in Erinnerung, das ich sicher noch mehrmals verschenken werde.
11 Kommentar| 102 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden