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Kundenrezensionen

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am 16. März 2006
Bei Ankündigung sogenannter "Buchereignisse des Jahres" ist Skepsis immer angebracht.
Trotzdem war ich neugierig auf den Erstling des Schweden Stieg Larsson, der posthum erscheint, da der Autor bereits 2004 verstarb.
Und tatsächlich handelt es sich bei "Verblendung" um einen hochspannenden, perfekt aufgebauten Thriller der Extraklasse.
Dieser Kriminalroman ist eine unwiderstehliche Mischung aus "Cupido" von Jilliane Hoffman und den besseren Wallander-Romanen von Henning Mankell.
Im Mittelpunkt steht der Journalist Mikael Blomqvist, dessen ansonsten tadelloser Ruf nach Enthüllungen über die Geschäftspraktiken eines Großindustriellen angeschlagen ist. Da kommt ihm das Angebot eines alten Patriarchen, der mit Mühe die Reste seines Konzerns zusammenhält, gerade recht. Für den alten Mann soll Blomqvist ein Rätsel der Familiengeschichte der Vangers lösen.
Mehr als dreißig Jahre zuvor verschwand bei einem Familienfest die damals dreizehnjährige Nichte. Noch immer erhält Hendrik Vanger zu seinem Geburtstag von ihr ein Geschenk, dabei sprechen alle Indizien dafür, dass sie an jenem Tag einem Verbrechen zum Opfer fiel. Mikael Blomqvists Ermittlungen bekommen eine ganz neue Richtung, als er die Hilfe einer jungen Privatdetektivin annimmt und mit ihr in einer Familiengeschichte herumwühlt, die mehr als nur die eine sprichwörtliche Leiche im Keller zu bieten hat...
Über 750 Seiten führt einen der Autor immer wieder auf falsche Fährten, in Untiefen und Abgründe.
Dieses Buch ist zugleich ein psychologisches Meisterstückchen als auch ein sorgfältig recherchierter Wirtschaftskrimi.
Sehr lange hat mich kein Kriminalroman mehr so begeistert, gleichzeitig so in Atem gehalten wie eben dieses Buch von Stieg Larsson, in dessen Nachlass noch zwei weitere Kriminalromane auf die Veröffentlichung warten.
Unverbraucht frisch, ungeheuer spannend und doch mit allen klassischen Attributen eines guten Kriminalromans versehen ist "Verblendung" absolut empfehlenswert.
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am 24. Januar 2016
Ganz sicher kein Insider-Tip ist dieses Buch, denn die „Millenium-Trilogie“ erschien bereits zwischen 2005 und 2007 und war ein riesiger Erfolg! Zwei Filme wurden bereits gedreht – die schwedische und die Hollywood Variante. Bisher habe ich noch keinen der beiden Filme gesehen, weil ich erst das Buch lesen wollte. Mit Verblendung habe ich jetzt endlich angefangen!

Der Schreibstil von Larsson ist sehr angenehm und lässt sich gut „weglesen“, auch wenn es natürlich anspruchsvoller ist, als das Jugendbuch von eben :)

Die Einführung in die gesamte Geschichte und das „Kennenlernen“ der Charaktere dauert recht lange. Da ich aber wusste, dass es eine Trilogie ist, wartete ich geduldig und wurde ab der Hälfte des Buches belohnt. Hier nimmt die Geschichte nämlich richtig an Fahrt auf als Lisbeth und Mikael aufeinander treffen. Trotzdem ist der Anfang deshalb nicht langweilig. Man erfährt einfach sehr viele Hintergründe.

Obwohl sehr viele verschiedene Personen vorkommen (und die skandinavischen Namen nicht so geläufig und leicht zu merken sind), schafft der Autor es, dass man trotzdem immer weiß von wem die Rede ist, obwohl sich keine Erklärungen zu den Personen extrem wiederholen. Das fand ich sehr interessant und auch gut. So kann man der Geschichte wunderbar folgen ohne ständig nachdenken zu müssen… „Wer war das jetzt nochmal?“.

Alles in allem mag ich solche Geschichten, bei denen es um Familiendynastien geht, Intrigen und Abgründe die sich auftun. Deshalb werde ich die anderen beiden Bücher natürlich auch noch lesen!
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am 29. Oktober 2012
... wird es trotzdem nicht langweilig.

Dem verurteilten Journalisten Mikael Blomkvist kommt das attraktive Angebot des 82-jährigen Industriellen Henrik Vanger nicht ungelegen: er soll offiziell eine Familienchronik schreiben - und ganz nebenbei herausfinden, was mit Harriet Vanger, Henriks geliebter Großnichte, vor rund 40 Jahren passiert ist. Sie wurde ermordet, da ist er sich sicher - doch von wem? Der Täter lässt ihm Bilder zukommen, ein Ritual, das sonst nur Harriet und er an seinen Geburtstagen geteilt haben. Dass seine Familie in die Tragödie integriert ist, davon ist er überzeugt - doch wer war es?
Mikael macht sich auf eine aussichtslose Suche nach der Wahrheit, bei der er auch auf die seltsame Ermittlerin Lisbeth Salander trifft - ein unschlagbares Team!

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Stieg Larsson schreibt gerne ausführlich, er durchleuchtet die Protagonisten völlig, macht sie dem Leser zugänglich und vertraut - man hat letztlich ein klares Bild vor Augen und das Gefühl, die Personen wirklich kennen zu lernen.
Sowohl Mikael als auch Lisbeth waren mir sympathisch, wenn Lisbeth auch oft bizarr handelt oder denkt. Gerade die Gegensätzlichkeit der Hauptdarsteller, gerade das "nicht nur Normale" macht das Ganze interessant.

Auch wenn sehr viele Namen fallen, verliert man hier nicht den Überblick, u.a. sorgen auch Karten, die der Verdeutlichung der familiären Zusammenhänge dienen, dafür.

Ich empfand die Geschichte als spannend und mitreißend, sie hat mich gepackt und ich wollte immer weiterlesen, um letztlich zu erfahren, wer vor so vielen Jahren einen Mord begangen und diesen so perfekt verschleiern konnte. Wem kann man trauen und wem nicht? Auch Mikael wird auf die eine oder andere falsche Fährte gelockt, ehe er der Wahrheit mit Hilfe von Lisbeth bedrohlich nahe kommt.

Die Bezeichnung Roman finde ich gut gewählt. Es ist schon eine Art Krimi / Kriminalroman, in die man als Leser mit der Zeit hineingerät, es wird ermittelt und nach Antworten gesucht. Dennoch ist der Text nicht so temporeich und "Schlag auf Schlag" geschrieben wie man es in dem Genre zumeist vorgesetzt bekommt. Hier bekommt man eine lange Einleitung, wenn man so will, man befindet sich auf einem langen Weg zur Spannung - aber Durchhalten lohnt sich. Es wird viel Wert auf Details gelegt, der Autor beschreibt alles kleinlich und komplett, die Vergangenheit sowie die Gegenwart wird dargestellt, man erfährt, wer die Personen sind - und auch, wie sie zu dem geworden sind, was sie sind. Ich finde das gut, mich hat die Story zu keiner Zeit gelangweilt.

Ich möchte die volle Punktzahl vergeben und bin froh, dass die Nachfolge-Werke bereits parat liegen.
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am 13. August 2012
Ja, der Hype um Larssen und seine Trilogie ist völlig überzogen. Was bleibt ist ein handwerklich sehr ordentlich gestrickter Krimi - gehobene Unterhaltungsliteratur; nicht mehr und nicht weniger. Für anspruchsvolle Leser, die einmal etwas Leichteres zur Abwechslung brauchen, aber nicht ins Triviale greifen wollen. Die Vergleiche zu Wallander-Romanen sind berechtigt: Abgründige Verbrechen als Ausgangspunkt für Einblicke in unsere "schöne, dekadente Welt".

Getragen wird das in erster Linie durch die allerdings sehr nette Idee, eine Borderlinerin als Ermittlerin auftreten zu lassen.
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am 6. Februar 2011
Vielleicht lag es auch daran, dass ich nach den begeisterten, beinahe überschwänglichen Ankündigungen von Verwandten und Bekannten etwas zuviel erwartet hatte vom (vermeintlich) genialen Stieg Larsson. Erwartet hatte ich einen gut "gemachten", strukturierten, erstklassig recherchierten, Einblicke gewährenden Wirtschaftskrimi. Und die ersten 100, oder so, Seiten schienen das zu bestätigen. Dann jedoch kippt die Story um in eine "Wer von den skurrilen Verwandten auf der geheimnisvollen Insel hat die schöne Nichte des Patriarchen verschwinden lassen?"-Geschichte à la Edgar Wallace. Reiner "Whodunit?". Es wird ein bisschen hier gegraben, dort kombiniert, werden ein paar Konstellationen aufgedeckt und falsche Fährten gelegt. Alles nicht wirklich prickelnd.

Die Figuren sind mehr oder weniger Typen ohne echte innere Entwicklungsmöglichkeit. Da gibt's den erfolgreichen Business-Typen, die zickige Tante, den verschrobenen Bruder des Clan-Chefs, die Säuferin, das obligatorische "schwarze Schaf" der Familie usw. usf.. Und dann sind da natürlich die beiden Hauptfiguren, die banaler kaum dargestellt sein könnten: Der knallharte Journalist und Weiberheld, der für seine Überzeugungen in den Knast geht und jeden Beweis ausgräbt und Machenschaft aufdeckt; Und seine Partnerin, die verletzte und von der Welt enttäuschte, kalte, brutale, auf Rache sinnende Gerechtigkeitsfanatikerin Lisbeth Salander, die mit ihrem Computer (nach der gefühlt fünfhundertsten Erwähnung haben wir es kapiert: Es ist doch tatsächlich ein iBook von Apple! Und auch Blomkvist hat eins! Und auch die "Millenium"-Redaktion ist mit PowerMacs ausgestattet - es ist der reine Wahnsinn!) ALLES kann: Überall eindringen, alles herausfinden und, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen, auch manipulieren kann. Ein weibliches Hacker-Genie! Und dazu noch bisexuell und rattenscharf. - Wer hat jemals so eine Frau getroffen?

Wie auch immer. Typen können durchaus faszinieren, wäre das Ganze zumindest noch gut geschrieben. Aber auch sprachlich-schriftstellerisch schafft es Larsson nicht übers Mittelmaß hinaus (auffallend häufig finden sich, wie bei einem Grundschüler, Wiederholungen wie "plötzlich stand dort", "plötzlich wusste er", "plötzlich war die Person wieder verschwunden" u. ä.) . Ansonsten keine Überraschungen, keine erzählerischen Finessen, ein schlichter Plot, schlicht aufgebaut, handwerklich in Ordnung, aber nicht weiter erwähnenswert und schon gar nicht herausragend oder gar sensationell, wie gerne behauptet. Und nur mäßig spannend, das sollte auf jeden Fall gesagt werden und da sollte man sich hier nichts vormachen lassen. Mir war bereits nach einem Viertel klar, wer von den Verwandten dort hochgradig verstrickt sein würde.

Natürlich kann nicht zuviel verraten werden, aber das Ende ist in der Hinsicht ganz gut geraten,als dass es eben nicht das Ende ist. Auf der anderen Seite ist es enttäuschend, weil es - einen anderen Handlungsstrang betreffend - sehr undeutlich und wage bleibt. Da hätte ich mir, unter dem Wirtschaftskrimi-Aspekt sehr viel mehr versprochen. Man hat den Eindruck, als sollte da noch schnell etwas "zu Ende" gebracht werden, was eben gar nicht zu Ende gebracht werden kann, weil es den Großteil des Buches über vernachlässigt wurde.

"Verblendung" (woher stammt eigentlich der abwegige Titel? Das Original heißt übersetzt "Männer, die Frauen hassen") ist recht solide Unterhaltung, mehr aber eben auch nicht. Großartig und von literarischer Qualität, gehaltvoll und mit einem psychologischen Moment versehen, wie der eine oder andere Roman aus der Wallander-Reihe (z. B. "Die weiße Löwin"), ist das nicht.

Die Tatsache, dass es so hochgejubelt wurde, hat ihren Grund vielleicht auch in der Aura, die das Buch umgibt: Nach dem frühen (vielleicht sogar mysteriösen?) Tod des Autors taucht ein Nachlass (natürlich eine Trilogie!) auf und es gibt diesen posthumen Welterfolg inkl. Verfilmung. Im Großen und Ganzen ist das reine Bestseller- und Pop-Literatur und in diesem Sinne reichlich überbewertet.

Zweieinhalb Sterne, aber weil bei der Bewertung leider immer noch nicht halbe Sterne erlaubt sind (wer das ändern möchte könnte, wie ich, einmal eine E-Mail an Amazon schicken) werden daraus drei.
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am 15. Oktober 2009
Der renomierte Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist hat gerade die schlimmste Niederlage seiner beruflichen Laufbahn kassiert. Die Veröffentlichung eines Berichts über die dubiosen Geschäfte des schwedischen Wenneström-Konzerns, in seiner jungen und ambitionierten Wirtschaftszeitung "Millenium" (wo er gleichzeitig als Herausgeber fungiert, zusammen mit seiner Kollegin und Freundin Erika Berger) hat sich als haltlos erwiesen und Mikael, von den Medien als "Kalle Blomkvist" verschrien, nicht nur eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und ein saftiges Bußgeld eingebracht, sondern auch dem Image der Zeitschrift massiv geschadet.

Um den Schaden an der Zeitschrift "Millenium" möglichst einzugrenzen, will Mikael eine Schaffenspause einlegen und sich damit aus dem Schussfeld der Medien zurückziehen, bis sich die Lage wieder beruhigt hat. Da flattert prombt ein Angebot ins Haus: Der alternde Großindustrielle Hendrik Vanger bietet Mikael einen Auftrag an. Unter dem Vorwand eine Biografie über die Familie Vanger und den Konzern Vanger zu schreiben, soll Mikael die Spuren eines vor über 40 Jahren begangenen Verbrechens noch einmal überprüfen. 1966 ist Harriet Vanger, die Nichte von Hendrik Vanger auf dubiose Weise verschwunden. Alle Ermittlungen und möglichen Spuren verliefen im Sande. Nun wo die biologische Uhr von Hendrik Vanger anfängt zu ticken, will dieser einen letzten Versuch starten das Verschwinden von seiner Nichte Harriet aufzuklären. Mikael erhält den Auftrag die Ermittlungen von einst noch einmal zu überprüfen und nachzuvollziehen. In der Hoffnung irgendwo einen Hinweis auf ein mögliches Verbrechen zu finden. Als Belohnung bietet er Mikael nicht nur ein fürstliches Honorar an, sondern will auch Beweise über die finsteren Geschäfte des Wenneström-Konzerns auf dem Silbertablett abliefern. Mikael nimmt den Auftrag an, in der Erwartung mit wenig Aufwand, die Niederlage im Prozess doch noch in einen Sieg zu verwandeln. Unterstützung bei seinen Recherchen erhält er dabei bald von der jungen und undurchsichtigen Computerhackerin Lisbeth Salander. Gemeinsam versucht das ungleiche Pärchen die Geschehnisse von vor 40 Jahren zu rekapitulieren...

Stieg Larsson "Verblendung" und Auftakt der Millenium-Trilogie ist ein absolut fesselnder Thriller, der nach einer kleinen Vorlaufzeit schnell an Fahrt und damit an Spannung aufnimmt. Die Geschichte liefert zahlreiche Spuren und Hinweise, so dass der Leser lange im Unklaren gelassen wird. Die Zeichnung der Hauptcharaktere Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ist gelungen und glaubwürdig. Vor allem Lisbeth Salander ist mit ihrer unkonventionellen Verhaltens- und Denkweise eine faszinierende Romanfigur. Die Handlung an sich entpuppt sich als vielschichtiger Thriller, der vor allem durch den schreiberischen Wechsel zwischen Blomkvist und Salander lebt. Die Auflösung des Rätsels "Harriet" kommt allerdings meiner Meinung nach, etwas zu früh, so dass die Geschichte auf den letzten 200 Seiten doch ein wenig an Schwung verliert. Hier sollte man allerdings auch bedenken, dass dies nur der Auftakt einer Trilogie ist und auf den letzten Seiten schon stellenweise auf den zweiten Roman von Stieg Larsson Verdammnis: Roman hingearbeitet wird.

Insgesamt ist "Verblendung" ein packender Roman, der auf seinen über 700 Seiten nahezu komplett überzeugt und den Leser in seinen Bann zieht. Die etwas zu vorzeitige Auflösung der Haupthandlung, kommt überraschend und für meinen Geschmack etwas zu früh. Der Ausklang dieses ersten Teils ist allerdings zufriedenstellend, denn er schließt alle wichtigen Handlungsstränge ab und nimmt anschließend Anlauf für den zweiten Teil der Trilogie. Ein Sternabzug ist daher nicht notwendig.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Dezember 2008
Der Krimi beginnt gleich mit einer spannenden Situation : Seit über 40 jahren erhält ein mann zu seinem Geburtstag eine gepresst Blume, die offensichtlich von einer Verwandten stammt, die seitdem spurlos verschwunden ist. Diese Familientragödoe in höchsten schwedischen Unternehmenskreisen wird geschickt mit einem Wirtschafts- und Skandal verknüpft. Auch gesellschaftskritische Ansätze wirken schlüssig und nicht aufgesetzt. Die Verknüpfung der beiden handlungsstärnge erfolgt über das neue und ungewöhnliche Ermittlungsduo, das sich von allen bisher bekannten unterscheidet: ein bei Frauen erfolgreicher Wirtschaftsjpournalist und einer in sozialer Hinsicht doch etwas beschädigten jungen Frau. Diese eigentlich unwahrscheinliche Beziehung macht das Buch ungewöhnlch und interessant, vor allem da alle Entwicklung psychologisch überzeugend dargestellt wird. Bis hin zum offenen Ende ' was dem ersten Band einer Trilogie auch angemessen ist.
Das Buch ist flüssig und fesselnd geschrieben und macht mich wirklich neugierig auf die noch zwei ausstehenden Bände. Sehr empfehlenswert.
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am 20. Juli 2013
Das Buch ist im großen und ganzem gut, die Story ist interessant und gut durchdacht und die meisten Charaktere halbwegs glaubhaft in ihrem Handeln und ihren Reaktionen.
Das Ende ist für meinen Geschmack für einen Thriller zu "Happy End- mäßig" und auch sonst gibt es noch einige Kritikpunkte.

Als aller erstes nenne ich hier, das größte und meiner Meinung nach nervtötendste Problem des Buches (bzw. des Autors). Es sollte wohl eher "Mikael Blomkvist setzte Kaffee auf, machte sich belegte Brote und raucht eine Zigarette" heißen. Diese unnötigen, leseflussstörenden und (nach dem 100. Mal) einfach nervigen Schilderungen von Mikael Blomkvist (bzw. Lisbeth Salander) die Kaffe aufsetzen, Brote schmieren oder sich in irgendein Restaurant setzen um Kaffe zu trinken und ETLICHE an Zigaretten rauchen ziehen sich durchs gesamte Buch und haben mich nach einiger Zeit einfach nur zum Aufschnauben gebracht. Sie tragen nicht das geringste zur Haupthandlung bei und sind schlicht und ergreifend VERDAMMT NERVIG. Die Englischen-Fachbegriffe haben mich hingegen nicht wirklich gestört, da sie auch eher selten vorkommen.

Auch hätte die Story VIEL schneller vorangetrieben werden können. Während der ersten Hälfte habe ich mich manchmal gefragt ob die Inhaltsangabe am Buchrücken nicht falsch gedruckt wurde, da es sich in den ersten 100-150 Seiten rein GAR NICHT darum dreht was Hinten beschrieben wird. Und auch wenn es mit den Ermittlungen dann schließlich losgeht braucht das Buch noch über die Hälfte bis zum ersten Mal Spannung aufkommt und man wirklich wissen will wie es weiter geht. Außerdem werden reichlich Personen und Beziehungen zwischen ihnen ELENDSLANG geschildert und sind am Ende nicht im mindesten wichtig gewesen.

Nun zu den positiven Aspekten.

Auch wenn Stieg Larsson definitiv eine Schwäche für die Phrase "Er setzte Kaffee auf" hat, hat er trotz allem einen sehr guten Schreibstil, der sich sehr flott liest. Er hat seine Geschichte gut durchdacht und auch einige unerwartete Wendungen eingebracht, die ich zum Teil wirklich nicht erwartet hätte (obwohl ein Charakter am Anfang so auffällig aus dem Verdächtigen-Kreis ausgeschlossen wird, dass man sich hier möglicherweise schon denken könnte, dass er wohl eine tragende Rolle spielen würde). Auch die extravaganten und einprägenden Persönlichkeiten hat er sehr überzeugend und glaubhaft geschildert.

Alles in allem ist Verblendung meiner Meinung nach ein solider Thriller, der aber kein "Stephen King-Niveu" hat. Die Story gewinnt zu langsam an Fahrt (ist aber trotzdem spannend), es enthält viele unnötige und teils nervige Schilderungen und das Ende lässt zu wünschen übrig.
Trotzdem ist es lesenswert und keineswegs schlecht.
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am 2. Juli 2013
Stieg Larssons Bücher sind ein millionenfach verkauft, es gibt kaum jemanden, der noch nichts von den Büchern - oder den Filmen - gehört hat, nur mir war dieser Hype bis vor kurzem relativ unbekannt, da ich meine Bücher meist abseits der Bestseller-Listen auf Flohmärkten und in Antiquariaten kaufe. Zufälligerweise fand sich beim Umräumen das Buch "Verblendung" von Stieg Larsson im Bücherregal meiner Freundin und ich nutzte die Gelegenheit, auf den Express dieser Trilogie aufzuspringen.
Das Buch geht los, der Hauptakteur - ein ziemlich smarter, kluger, kritischer, erfolgreicher und bei Frauen beliebter Journalist - wird vorgestellt und über Umwege sowie quälend lange Nebengeschichten in den Plot eingeführt. Ein millionenschwerer, alter Geschäftsmann will das Rätsel gelöst haben, an dem er schon sein ganzes Leben knabbert: Die Entführung oder/und Ermordung seiner Nichte. Es vergehen viele viele Seiten über die Familie des Geschäftsmannes, über den Tag der Tat, Verdächtige, Anwesende, Theorien und so weiter und so fort... Zum Miträtseln taugt der Abschnitt noch nicht so richtig, denn er ist ja erst das Fundament der noch folgenden Ermittlungen und allzu spannend ist es auch nicht. Um den Überblick über alle Namen und die Familienverhältnisse - die leider durchaus wichtig sind - zu behalten, sollte sich der geneigte Leser zudem eine Ahnentafel erstellen.
Irgendwann geht's dann richtig los, der Journalist ermittelt, aber so richtig passiert nicht viel. Er guckt sich dieses an, geht jener Spur nach, trinkt Kaffee, redet mit dem damals ermittelnden Kommissar, trinkt Kaffee, lernt die ganze Sippe des Geschäftsmannes kennen, trinkt Kaffee, beginnt ein Affäre, trinkt Kaffee, eben all das, was man so macht, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll.
Dann wird auch über Umwege die Hauptakteurin der Trilogie in die Geschichte eingeflochten; vermutlich, um die Langeweile ein wenig zu überbrücken, denn der Journalist und sie landen bald im Bett. Außerdem ist sie als Charakter furchtbar interessant: Als Gegenentwurf zum Journalisten (ein leicht verruchter Stiefmutters Liebling) ist sie sozial inkompetent, vorbestraft, aufmüpfig, trotzköpfig und mit einer mir-ist-beinahe-alles-egal-Attitüde ausgestattet. Zum Glück ist sie aber immerhin hochintelligent, besitzt ein fotografisches Gedächtnis und hat das Hacking quais neu erfunden. Hilft natürlich, wenn man einen Fall lösen will. Ich finde, dass der Larsson es sich so viel zu einfach macht. Seine Hauptakteure können ja alles, da muss er ja nichts mehr können. Das mag ein wenig übertrieben sein, aber so richtig habe ich mich mit dem Ermittler-Team einfach nicht anfreunden können, denn sie wirkten auf mich zu konstruiert, die Laster zu gewollt und die "Liebesgeschichte" zu aufgesetzt.
Dann auf einmal, es wird endlich spannend, es passiert was, kaputte Autos, Perverse, biblische Rätsel, Schüsse aus dem Hinterhalt, was will man mehr? Der Knackpunkt der Geschichte huschte jedoch an mir vorbei als wäre nichts gewesen und auf einmal war die Action sowas von im Rollen und ich konnte mir auch nach mehrmaligen Nachlesen keinen wirklichen Reim darauf machen, wie wer auf die Lösung gekommen ist, die den nächsten Schritt bedingt hat... Schade! Egal! Weiter im Geschehen, es geht voran, Nebenschauplätze werden beleuchtet, es wird noch weniger geruht, noch mehr Kaffee getrunken, es wird ein bisschen blutig, dann kommt eine interessante Wendung und der erste Teil ist vorbei.
Es ist ein durchaus dickes Buch mit einer großen Geschichte, die zwar spannend ist, aber durch viel zu viel Trara, Konfetti, Scheinwerfer und Nebel künstlich aufgebläht wurde, um als Ausgangspunkt einer Trilogie dienen zu können.
Zugegeben: Es reizt mich, weiterzulesen und zu lesen, was mit den beiden passiert, aber ich befürchte, dass der Inhalt dieses Buches in den kommenden Bänden noch mal auf's Gründlichste dargelegt werden wird und ich mir die ganze Zeit mehr Authentizität wünschen werde. Wie dem auch sei: Es ist gute Lektüre für einen nächtlichen Flug oder einen Tag am Strand, für die Busfahrt zur Arbeit oder für das Wartezimmer beim Hausarzt, aber vom Hocker gehauen hat sie mich keineswegs.
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am 20. Juli 2006
"Verblendung" ( Anmerkung: warum heißt das Buch im Deutschen eigentlich so ? - Im Text findet sich jedenfalls keine Erklärung !) ist eine souveräne Verflechtung mehrerer Erzählstränge. Der schwächste ist dabei sicherlich die eigentliche Kriminalhandlung: ein Ermittlerpärchen wird von einem alten Fabrikanten angesetzt, das unaufgeklärte Verschwinden von dessen Lieblingsnichte vor zig Jahren nochmals aufzurollen. Wenig überraschend, dass es in der weitverzweigten, reichen Industriellenfamilie ein paar Leichen im Keller gibt. Wer fleißig die derzeit üblichen Konfektionskrimis à la Gerritsen oder Slaughter liest, ahnt bald, worauf das Ganze hinausläuft. Nicht sonderlich originell also, wenn gleich gut geschrieben.

Ungleich interessanter erscheinen mir da andere Aspekte des Romans. Eine wohltuende Abwechslung bieten schon die beiden Ermittler: endlich einmal keine ausgebrannten Kommissare, sondern der Wirtschaftsjournalist Mikael, ein sympathisch-differenzierter Charakter mit hohem moralischem Bewusstsein, und die private Ermittlerin Lisbeth. Diese Lisbeth Salander ist für mich eine der am eindrucksvollsten geschilderten Personen der neueren Kriminalliteratur: eine junge, knochige Frau, übersät mit Tattoos und Piercings, sozial und emotional völlig inkompetent, aber von hoher technischer Intelligenz - eine Hackerin mit photographischem Gedächtnis. Wie sich die beiden Personen näherkommen und zu einer Art Freundschaft/Liebe finden, ist meisterhaft geschildert. Und noch auf der letzten Seite des Romans versagt sich der Autor jeglichen Kitsch und zeigt plausibel, wie diese Liaison ausgehen kann.

In einer Art Rahmenhandlung hat Mikael als Reporter eines Wirtschaftmagazins massive Probleme mit einem zwielichtigen Geschäftsmann. Das bietet Stieg Larsson die Gelegenheit, Einblicke in das Wesen des Wirtschaftjournalismus zu geben und die grundsätzliche Frage zu stellen: hat der Wirtschaftsjournalist nicht die Pflicht, die Handlungen von Wirtschaftsmanagern kritisch zu hinterfragen und zu kommentieren (analog zum politischen Kommentator) - und nicht nur wie häufig üblich "Hofberichterstattung" zu betreiben ? Da spürt man das Engagement und dahinter die Meinung des Autors; und wenn das in eine spannende, abwechslungsreiche Story gepackt ist, umso besser.

Bekanntlich ist "Verblendung" der erste Teil einer Romantrilogie, nach deren Vollendung Larsson einem Herzinfarkt erlegen ist. Wenn die anderen Teile der Trilogie ähnlich groß konstruierte und interessante Geschichten und Themen bieten, dann hat Stieg Larsson mit seiner Hinterlassenschaft den Kriminalautor(inn)en des 21.Jahrhunderts die Latte ganz schön hoch gelegt.
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