Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars festival 16

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
29
4,6 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. März 2014
In diesem Buch möchte Jürgen Roth schonungslos aufzuklären über die neue EU-Diktatur, die wenigen superreichen und sehr mächtigen Personen, die dahinter stehen und mit welchen Mitteln und privaten Bündnissen ganze Staaten ausgehölt, soziale Reformen, an denen ganze Generationen und Revolutionen hart gearbeitet und gekämpft haben, mit wenigen Federstrichen abgeschafft werden sollen.
Die humanistische Katastrophe in den südlichen EU - Staaten war und ist nur ein Probelauf für die Dinge, die auch für Deutschland, Frankreich und den Rest der EU Staaten geplant werden.
Das Motto der europäischen Machtelite ist immer das Gleiche: Privatisierung, Liberalisierung von allen gesellschaftlichen, wirtschafltichen und politischen Ebenen, den Sozialstaat um jeden Preis vernichten und die moderne Zivilgesellschaft zurück in ein technokratisches Mittelalter der Feudalherrschaft putschen.
Nur würden die damaligen Feudalfürsten große Augen kriegen über den, im wahrsten Sinne des Wortes, grenzenlosen Reichtum dieser Elite und die modernen Methoden der Massenmanipulation und totalen Überwachung.

Sehr gut wird auch die Korruption der mächtigsten europäischen Institutionen beschrieben (EU - Kommissariate, EZB und die ganzen "runden Tische") und wie sie dabei voll bewusst, oder auch als williger Mitläufer Südeuropa zu einem billigen Produktions- und Absatzmarkt degradieren und dabei die Bevölkerung in ihrer Arbeitsleistung, Besoldung und Bildung zurück auf ein dritte Welt Niveau befördern. Mit voller Absicht, sodass die wenigen superreichen Neomafiafamilien als nationale Abteilungsleiter und Machtmenschen der New European Order und somit später der New World Order ganz im Sinne der Theorien von Zbigniew Brzezi'ski die einfachen Menschen kontrollieren. Staaten, deren Parlamente, Gesetze und kulturelle Identität werden dabei nur noch zu einem Schein und Trugbild herabgestuft, um die Bevölkerung von den eigentlichen politischen Themen abzulenken, die deren Leben maßgeblich bestimmen werden.
Wobei dieser Vorgang noch für die gebildete Mittelschicht gedacht ist, denn auch in Zukunft wird man noch Menschen brauchen, um die ganzen Fabriken, Kontrolleinrichtungen, Unternehmen usw. zu warten und zu steuern. Nur werden diese immer weniger.
Für die absolut hilflosen und ungebildeten Massen gibts ein speziell auf sie abgezieltes Lügen-, Verschleierungs- und Entertainmentprogramm, welches von keinem normalen Menschen mehr durchschaut werden kann.
(z.B. Stichwort: Massenmanipulation und Kinder - Alphazustand bei Argumenten durch Autoritätsperson.)

Insgesamt ein sehr hilfsreiches Buch und ein Pflichtkauf für jeden politisch mündigen, deutschen Bürger, der sich bewusst werden möchte was mit ihm geschieht, bzw. geschehen wird, wenn man nichts gegen diese Tendenzen in der Spitzenpolitik unternimmt. Sowie selbstdenkend aufklärt und die Frage in den Raum stellt warum das alles so passiert.
Leider zeigt und sieht Jürgen Roth wohl noch nicht die Zusammenhänge auf globaler Ebene und warum erstaunlich viele Fäden in den USA zusammenlaufen. Die USA - ein Skelett von einem Staat, der doch immerhin die größte, globale Konzentration von Macht auf allen Ebenen einer Gesellschaft aufweist und wohl auch deshalb die "Keim" - Zelle der elitären Ideologie und Machtterrorbewegung der New World Order ist.

Sehr schön auch, dass Herr Roth zeigt, wie sich der Mittelstand und viele einfache Bürger und deren Vereine sich gegen diese stille Machtübernahme wehren und was sie tun können.
1010 Kommentare| 110 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. März 2014
Der Bestseller-Autor Jürgen Roth ist immer an den korrupt agierenden Netzwerken der Macht dran. Gerade die Krise auf der Krim machte das deutlich. Über Facebook und mit seinem Blog ist Roth nah am Geschehen dran und nutzt seine persönlichen Kontakte, um mit Fakten und tiefgehender Quellenanalyse das System der Macht für den interessierten Leser transparent zu machen.
Faszinierend und erschreckend zugleich sind die Berichte, immer verwoben mit menschlichen Schicksalen … Aufstieg und Fall politischer und wirtschaftlicher Despoten … Machtgier und Rücksichtslosigkeit auf dem Rücken der Masse, die in diesem Spinnennetz nur am Faden hängen. Ob Familienlastenausgleich, Kindergeld, beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung oder „Fördern und Fordern“ bei Hartz IV – was der Staat als wohlwollende Gaben verpackt, ist nichts als Wortgeklingel, sagt Jürgen Borchert. Der renommierte Sozialexperte zeigt anhand harter Fakten, wie Familien vom Staat übers Ohr gehauen werden, warum Hartz IV infam, das Steuersystem zutiefst ungerecht und das bedingungslose Grundeinkommen unsozial ist. In seinen Schlussanmerkungen zitiert Jürgen Roth aus dem Buch „Sozialstaats-Dämmerung“ von Borchert … also Götterdämmerung für unsere so bewährt erscheinenden Sozialprinzipien und ein Rückfall in vorsozialstaatliche Zeiten.

Deutsche Akzente

Andererseits macht Roth immer wieder deutlich: Es gibt engagierte Bürger, die einen Blick auf die Missstände werfen. Ein Fallbeispiel ist das schwer nachvollziehbare Tauziehen um das Berliner Wasser. Erweisen sich Volksentscheid und der Kampf des Berliner Wassertisches am Ende jedoch als Pyrrhussieg? Roth zitiert den Sprecher des Tisches treffend: „Es ist vollkommen absurd: Das kommunale Stadtwerk soll von Veolia und RWE geführt werden! Das beweist erneut, dass die SPD-CDU-Regierung ihre Konzernlobbyistenpolitik der Neunzigerjahre konsequent fortsetzt, dass die Gefahr einer Re-Privatisierung gegeben ist, dass Konzerne und die Regierungsparteien von SPD und CDU mit dem übereilten und überteuerten Rückkauf versuchen, die Vorgänge um die BWB-Teilprivatisierung von 1999 zu vertuschen, dass die verfassungswidrigen Grundlagen dieses Geschäfts gedeckelt und
stillschweigend beerdigt werden sollen“ … Harter Tobak für Politik und Wirtschaft … typisch Jürgen Roth.

Die runden Tische

Aber es geht nicht immer ehrlich zu, wenn man im Klub der Mächtigen mitspielen will … Es ist lohnenswert, mit dem Autor auf Reise zu den international agierenden Machtzirkel der Welt zu reisen. Mitglieder des in der Schweiz beheimateten „Entrepreneurs’ Roundtable“ treffen sich auf privater Ebene und sind laut Roth alle per Du. Mitglieder der Kategorie
I müssen pro Jahr mindestens 500 Millionen Jahresumsatz machen beziehungsweise Vorstandsvorsitzende sein“, erzählt ein Insider. „Wer nicht so viel bringt, wird nicht mehr eingeladen“, fügt er hinzu. Die Treffen sollen sieben- bis achtmal im Jahr an unterschiedlich exklusiven Orten stattfinden. Anfang 2013 zählte der „Entrepreneurs’ Roundtable“ in der Schweiz nach Recherchen mindestens 100 und in Deutschland mindestens 90 Mitglieder – ausschließlich die Elite insbesondere der Finanzindustrie, aber auch Vorstandsvorsitzende von Pharmaunternehmen und Lebensmittelkonzernen sowie Medienrepräsentanten. Nur ein Streifzug zu dem, was Roth hier seitenweise berichten kann. Quellen der Macht …
Beim Treffen der sogenannten „Bilderberger“ in Hertfordshire bei London im Juni 2013 sei José Manuel Barroso dabeigewesen, inzwischen Präsident der Europäischen Kommission. Natürlich darf auch die politische Elite unserer Bundesrepublik nicht fehlen, wie Roth aufzeigt.
Von hier ausgehend taucht der Autor in die Korruptionszirkel Europas ein.

Schicksale

Giulio De Magistris ist heute Abgeordneter im Europäischen Parlament und seit dem 30. Mai 2011
Bürgermeister von Neapel. Sein Resümee zu italienischen Machtkonstellationen ist bitter: „Wer die Mafia besiegen will, muss diesen Knoten (das Geflecht aus korrupten Politikern, Beamten, Geschäftsleuten und Mafiosi) durchschlagen. Doch das ist kaum möglich.“
Dass das Aufleben neonazistischen Gedankenguts dabei toleriert wird, zeigt ein Blick nach Griechenland. Und es fällt Roth nicht schwer, die Verbindungen zu rassistischem, ausländerfeindlichem Agieren in Deutschland aufzuzeigen. Was auch die Krise mit der Ukraine zeigt: Neofaschistische Gruppen, international agierend, gewinnen zunehmend an Macht.
Jürgen Roth hält sich selbst mit dem portugiesischen Journalisten Rui Araújo einen Spiegel vor und zeigt die Gefahren auf investigativ tätig zu sein. Das Fazit des Mannes, der über 40 Jahre die wechselvolle Geschichte Portugals beobachtend an sich vorbeiziehen ließ: „Dieses Land bietet nur Elend und keine Perspektiven mehr.“ Rui Araújo hat Arbeit und ist doch arbeitslos. „Ich versuche jetzt, einen Job im Ausland zu finden. Ich bin krank
und müde“ sagt er zum Abschied. Roth versteht es auch hier wieder, persönliche Schicksale aufzunehmen und gefühlvoll Szenen zu schildern, die einen betroffen machen.

Fazit

Das Fazit nach dem Lesen des Buches: Über 300 Seiten Spannung pur mit Fakten. Am Ende wird aber wieder mal spürbar. Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, das Spinnennetz der Macht zu zerreißen, um etwas Licht in die Sozialstaats-Dämmerung zu bringen.

Frank Bürger
77 Kommentare| 66 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Jürgen Roth gilt als einer der prominentesten Vertreter des Enthüllungsjournalismus in Deutschland. Sein Name steht für das Aufdecken krimineller, wirtschaftlicher und politisch motivierter Netzwerke. Immer dann, wenn Schreckliches geschieht und die Öffentlichkeit sich nicht sonderlich erklären kann, wie so etwas zustande kommen konnte, wartet Jürgen Roth mit einer Publikation auf, die in der Regel aufzeigt, wo die Macher des Ereignisses sitzen und wie sie seit Jahren darauf hingearbeitet haben.

Auch Roths jüngstes Buch folgt diesem Muster. "Der stille Putsch. Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt" erschien 2014 und liegt mittlerweile in der vierten Auflage vor. Die Ereignisse um Portugal, Spanien und vor allem Griechenland und die sehr holzschnittartige Berichterstattung darüber haben dazu geführt, dass ein großes Interesse an Aufklärung besteht.

"Der stille Putsch" ist ein Buch voller Fakten, die wie immer sehr gut aufbereitet sind und deren Präsentation gut lesbar ist. Im Wesentlichen besteht das Buch aus zwei Teilen. Der erste breitet die Netzwerke aus, die in der EU die Geschehnisse planen und durchführen und der zweite Teil beschreibt die Sicht der Opfer, hier vor allem Griechenlands und Portugals.

Die Akteuere der Wirtschaftspolitik in Europa werden schonungslos nicht nur als interessengeleitete Karrieristen beschrieben, sondern es lässt sich auch das Muster des Plans identifizieren, dem sie folgen. Dabei handelt es sich um eine neoliberale Strategie, die darin besteht, alle erkämpften und rechtlich fixierten Arbeitnehmerrechte zu schleifen, die Staatshaushalte durch die radikale Privatisierung staatlicher Leistungen zu privatisieren und die Steuern für Gewinne zu senken. Hoch interessant in dieser nachvollziehbaren Dokumentation sind Einflüsse wie der der Unternehmensberatung McKinsey durch einen stetigen Personalabfluss in die EU-Bürokratie, das Wirken von Netzwerken wie dem European Round Table of Industrialists und die Karriere eines Mario Draghi, die am Saum eben dieser Netzwerke und der italienischen Mafia entlang lief.

Mit den Wirkungsmechanismen der neoliberalen Strategie ist der Einstieg in die Lebenswelt der Opfer gewährleistet und Roth schildert eindringlich die Auswirkungen dieser Politik auf Länder wie Portugal und Griechenland. Es bedeutet ganz konkret die Zerstörung der Sozial- und Gesundheitssysteme, den Niedergang bezahlbarer Bildung, eine rasante Erhöhung der Arbeitslosigkeit und eine mit ihr einhergehende Intoleranz gegenüber Zuwanderern. An zahlreichen Beispielen belegt Roth seine Thesen und vermittelt dadurch eine Vorstellung davon, was das Wirken der so genannten Troika vor allem in den beiden genannten Ländern angerichtet hat. Auch Gewerkschafter kommen zu Wort, die auf den Zusammenhang zwischen diesen Strukturveränderungen im Süden Europas und den Rechten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland hinweisen. Entweder kommen die Kohorten direkt aus dem Süden als billige Konkurrenz oder man geht auch hier im Zentrum und im Norden an die systematische Zerstörung des Sozialstaates.

Der stille Putsch ist ein lesenswertes Buch. Es ist ein guter Beitrag, um das verzerrte, ideologische Bild des so genannten freien Europas, welches uns in der Diktion von Politik und Presse immer wieder präsentiert wird, durch ein realistischeres Bild zu ersetzen. Es ist notwendig, dieses zu tun, weil ansonsten die Propaganda von den faulen Griechen zu einem Symptom der Volksverhetzung wird, die auch noch greift. Manchmal kommt beim Lesen das Gefühl auf, dass hier und da ein Faktum zu viel aufgeführt und eine politische Deutung zu wenig angestellt wird. Das schmälert aber nicht den Gewinn der Lektüre.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Den Kopf hinhalten müssen Merkel, Gabriel und Co, wenn "Sozialer Kahlschlag" moniert wird. Wenn aktuelle Zahlen die wachsende Armut von Kindern, Alten und Migranten belegen und im gleichen Zug nachweisen, dass die Schere zwischen "arm" und reich" immer weiter auseinanderklafft. Tatsächlich ist die Gruppe der "Täter" viel größer. Und die Strippenzieher agieren in geheimen Zirkeln.

Wer regiert hier eigentlich?

Um Anonymität bedacht und mit besten Kontakten in die deutsche und europäische Politik geht es den Strippenziehern darum, eigene Privilegien zu sichern, Kontostände zu erhöhen und den Neoliberalismus voranzutreiben - selbstverständlich auf Kosten derer, die ohnehin keine Lobby in Politik und Gesellschaft haben. Diese Schattenspieler, das sind Vorstandsvorsitzende von multinationalen Konzernen, Banker und Medienvertreter. Ihr Auftrag: Die nationalen und internationalen politischen Entscheidungen zu lenken. Und das gelingt ihnen vortrefflich.

Die geheimen Zirkel der Mächtigen

Jürgen Roth spricht in seinem Buch "Der stille Putsch" über die Männer in den dunklen Anzügen und ihre geheimen Missionen (darunter Josef Ackermann und Roland Koch). Er enthüllt das Wesen der einflussreichen Zirkel wie "Bilderberg" und "Entrepreneurs' Roundtable" und erklärt die Regeln in dem perfiden Spiel, bei dem Sieger und Verlierer ohnehin schon feststehen. Einen "Coup d¿Etat" nennt Roth die gemeinschaftliche Bestrebung "den demokratischen Sozialstaat zu zerschlagen". Der Weg dorthin ist längst geebnet.

Der stille Putsch ist in vollem Gange

Die reichen Nordeuropäer nutzen ihre Vormachtstellung aus, um die Schuldenstaaten aus dem ärmeren Süden politisch zu erpressen: Weniger Mitbestimmung, Kürzung von Soziallleistungen, Einschnitte in die persönliche und gesellschaftliche Freiheit - all das sind weniger unvermeidbare Folgen der Euro-Krise als vielmehr wohlkalkulierte Maßnahmen, um das Volk kleinzuhalten. Der "stille Putsch" ist in vollem Gange, sagt Jürgen Roth.

Roter Reiter-Fazit: Wer "Der stille Putsch" von Jürgen Roth gelesen hat, wird Nachrichten um Wasserprivatisierung, Twitter-Verbot oder willkürliche Inhaftierungen mit anderen Augen sehen - und durchaus ein perfides System dahinter erkennen.

Oliver Ibelshäuser, Roter-Reiter
11 Kommentar| 58 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2014
Spätestens die Finanzkrise hätte doch ein Alarmsignal auslösen müssen. Dafür, dass etwas gründlich falsch läuft. Nicht nur in Europa. Und dort vornehmlich den Krisenländern Griechenland, Portugal, Spanien und Italien. Sondern eben auch im in vorderster Front von unseren Mainstream-Medien und den herrschenden Politikern so hoch gelobtem Deutschland (“Uns geht’s gut”).
Im Würgegriff der “Diktatur des Finanzkapitalismus”

Ist denn niemandem aufgefallen, dass es auch hier immer mehr Menschen schlechter geht? Dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter geöffnet hat. Suppenküchen, die ich selbst zumindest nur aus den Geschichtsbüchern kannte, müssen – vermehrt nach Herstellung der Deutschen Einheit – von Jahr zu Jahr mehr bedürftige Menschen verköstigen. Sogenannte “Tafeln” schiessen wie Pilze aus deutschem Boden. Arme Menschen mit Hartz-IV-Bezug bzw. kleiner Rente können dort Lebensmittel kaufen, die der Handel den Tafeln spendet. Gut für diese Menschen. Aber wie kommt es, dass soetwas in einem so reichen Lande wie Deutschland nötig ist?
Und ist es nicht eine Schande, dass in Vollzeit arbeitende Menschen so prekär bezahlt werden, dass sie zu “Aufstockern” werden und deshalb zusätzlich noch Hartz-IV beantragen müssen, um über die Runden zu kommen?

Im eklatant krassem Gegensatz dazu wurden und werden in Deutschland in Größenordnungen Steuersenkungen für Konzerne und Vermögende gesenkt.

Eine “Diktatur des Finanzkapitalismus” (Stéphane Hessel in “Empört euch”) hält Europa im Würgegriff. Die Regierungen wirken hilflos. Wie Marionetten zappeln sie an den Schnüren, die von Ratingagenturen und Banken bedient werden. Die Steuerzahler müssen Banken retten, die sich in ihrer Gier verspekuliert haben.
Verschwörungstheorie?

Diese skandalösen Zustände bedrohen unterdessen europaweit die Demokratie. Niemand kann doch eigentlich wirklich meinen, sie seien einfach vom Himmel gefallen. Quasi wie ein Unwetter über uns gekommen. Oder wie ein “Springteufel” (Peer Steinbrück in der Finanzkrise) aus der Kiste gehopst. Wer also weder daran noch an den Weihnachtsmann glaubt, könnte auf den Gedanken kommen hinter bestimmten, die Ungerechtigkeit in unseren Gesellschaften vergrößernden, Auswüchsen, müssen doch handfeste Interessen stehen.

In diesem Falle jedoch wird einem ziemlich schnell das Etikett “Verschwörungstheoretiker” angeheftet. Als ich bezüglich jener Interessen wieder einmal mit einem Kollegen, der noch einer Sozialdemokratie anhängt – die aber doch in Deutschland oder in Großbritannien – von Leuten wie Gerhard Schröder und Tony Blair dort und deren Nachfolgern in Wirklichkeit längst zu Schanden geritten wurde – diskutierte, wendete der mit abschätzigem Lächeln ein: “Glaubst du, da gibt es irgendwelche Leute, die das planen?”
Ahnungslose

Ich gab zurück:

“Aber es gibt Leute, die zumindest ein Interesse daran haben. Etwa an einem schwachen Staat, prekären Löhnen, sinkenden Renten und anderen Verschlechterungen von Lebensbedingungen von vielen Menschen.”

Doch besagten Kollegen konnte ich bis heute nicht überzeugen. Er zählt zu den vielen Ahnunglosen hierzulande. In Deutschland sind heute m.E. Viele desinformiert. Mehr als es im sogenannten “Tal der Ahnunglosen” in und um Dresden zu DDR-Zeiten (dort konnte man kein Westfernsehen empfangen) der Fall gewesen war. Das Schlimme: die Ahnunglosen unternehmen auch nichts, um sich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, eingedenk des “Sapere aude!” - Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! - Immanuel Kants im Sinne einer abermaligen Aufklärung zu befreien.
Der Putsch, der schleichend kommt

Dass es diese Interessen gibt, meint auch der Publizist Jürgen Roth. Sein neuestes, soeben bei Heyne erschiene Buch trägt den Titel “Der stille Putsch – Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt”. Mein Kollege warf neulich als ich vom spannenden Inhalt gefesselt darin las einen Blick auf das Cover. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich seinen Blick. Er dürfte gewiss gedacht haben: Wieder so eine Verschwörungstheorie. Auch andere Menschen oder Medien werden das denken. Der investigative Journalist Jürgen Roth dürfte damit umgehen können. Ob er nun über die Mafia oder über “Gazprom – Das unheimliche Imperium” schrieb oder andere heiße Eisen anfasste: Anfeindungen ist der gewohnt. Mit Gerichtsprozessen wurde er überzogen. Auch Gerhard Schröder, der “Genosse der Bosse” ging gerichtlich gegen den Autor vor.

Wer Roths neues Sachbuch liest, wird, je weiter er darin vorankommt, den Autor rasch von womöglich zuvor aufgekommenden Verdächten in Sachen “Verschwörungstheorie” entlasten. Schließlich hat Roth für sein Buch gründlich recherchiert und hat zu diesem Behufe viele Quellen getroffen, die diesen “stillen Putsch” belegen. Mag man diese nicht nur für die Demokratie schlimme Entwicklung nun so nennen wollen oder nicht. Indes, Roth schreibt dazu auf Seite 17 des Buches oben:

“Laut Duden ist der Putsch ein politischer Umsturz. Zumindest in Europa müssen Putsche nicht mehr von Militärs ausgeführt werden, den klassischen Marionetten bedrohter konservativ-reaktionärer Eliten wie zum Beispiel in den Sechziger Jahren in Griechenland. Heute geschieht der Umsturz geräuschlos und schleichend, ohne dass dröhnende Panzer vor den Parlamenten und Fernsehstationen auffahren, ohne Soldateska, die Oppositionelle in finstere Kerker wirft und foltert.”

Dieser Eingangspassus beschreibt die derzeitige Situation sehr gut.
Der zeitgemäße Pöbel

Roth erinnert daran, dass der “aus dem antiken Griechenland stammende Begriff der Demokratie” nichts anderes bedeutet “als die Herrschaft des Volkes”. So wie es der griechische Staatsmann Perikles definiert habe. Und daran, dass Kritiker wir der Philosoph Plutarch schon klagten, dass Perikles sich durch das Verteilen öffentlicher Gelder Vorteile verschaffte, der Pöbel bestochen wurde.

Jürgen Roth meint, dass sich an dem “Punkt (nicht nur in Griechenland) bis zum heutigen Tat wenig geändert” habe. Vielmehr würde heute nicht der Pöbel bestochen. Vielmehr herrsche “eine systemische Kultur der Korruption, die Spitzen der Wirtschaft und Politik in vielen europäischen Ländern prägt!. Roth: “Das wäre dann der zeitgemäße Pöbel.”

Und seien wir doch einmal ehrlich: Ist das nicht wirklich so? Machen wir doch die Augen auf. Oder: Lassen wir sie uns durch Jürgen Roth und mittels der Lektüre seines von der ersten bis zur letzten Seite fesselnden Buches öffnen!
Schulden als “Erpressungsinstrument”

Jürgen Roth tut dies nicht zuletzt dadurch, indem er schildert, wie vorallem heute die Schulden der Staaten und der aufgebaute Druck und Zwang diese abzubauen den Effekt zur Folge hat, dass das “Prinzip Demokratie” quasi überflüssig scheint. Dabei werde aber verschleiert,

“Wer tatsächlich für diese Schulden verantwortlich ist, wer sie als Erpressungsinstrument funktionalisiert und wer davon profitiert, eben die nationale sowie die europäische Machtelite” (…)

Etwa die deutsche Regierung in Person von Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte uns zunächst weismachen, “wir” hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Wir?

Zur Verdeutlichung dessen zitiert Roth den weltberühmten griechischen Sänger Mikis Theodorakis sowie den Widerstandskämpfer Manolis Glezos aus dem Jahre 2011:

“Eine Handvoll internationaler Banken , Ratingagenturen, Investmentfonds – eine globale Konzentration des Finanzkapitals ohne historischen Vergleich – möchte in Europa und der Welt die Macht an sich reißen. Sie bereitet sich auf eine Beseitigung der Staaten und unserer Demokratie vor, indem sie die Waffe der Schulden nutzt, um die Völker Europas zu versklaven und anstelle der unvollständigen Demokratie, in der wir leben, eine Diktatur des Geldes und der Banken zu errichten.”

Nicht viel anders äußerte sich Stéphane Hessel in “Empört euch!”.

Jürgen Roth wirft auf Seite 18 (unten) seines Buches zu den Worten von Theodorakis und Glezos folgende Frage auf: “Übertreiben die beiden alten Ikonen des Widerstands?” Nach der Lektüre von “Der stille Putsch” bin ich der Überzeugung: Nein, sie übertreiben nicht. Der Autor führt zahlreiche Bespiele dafür auf. Und begründet sie nachvollziehbar.
Beispiel Griechenland

Besonders die Bürger eines Landes in Europa werden hart für “ihre” Schulden bestraft: Die Griechinnen und die Griechen. Diesem Land widmet Roth viel Platz in seinem Buch. Was seinen Grund hat. Er will nämlich Anzeichen dafür ausgemacht haben, dass Griechenland sozusagen als Blaupause für den künftigen Umgang mit anderen Ländern hergenommen (werden) wird. Denn ist es nicht wahr, dass dort längst die Troika regiert und die Demokratie größenteils außer Gefecht gesetzt wurde? Das Volk verarmt zunehmend. Die Griechenland nicht zuletzt von Deutschland aufgepresste Austeritätspolitik führt nicht nur zu immer mehr Verelendung, sie fordert längst auch Todesopfer.
Wer Jürgen Roths Ausführungen zu Griechenland liest, wird (trotz unbestrittener Eigenschuld), rasch zu der Einsicht kommen, dass ein pauschales “Griechenbashing” – wie unsäglich es etwa von der Bild-Zeitung betrieben wurde – die wirklich Schuldigen an der Misere ausblendet.
Obskure Eliteklubs und “Einflüsterer”

Roth beleuchtet viele Facetten dieses stillen Putsches und nennt Putschisten beim Namen. Er schreibt über abseits der Öffentlichkeit tagende obskure Eliteklubs und den “Entrepreneurs’ Roundtable”, wo Einzelheiten dieses “Putsches” besprochen werden und Einflüsterungen in die herrschende Politik besprochen werden. Um später von willfährigen (oder erpressbaren) Politikern ins Werk gesetzt zu werden.
Wie deutsche Sozialdemokraten die portugiesische Nelkenrevolution zurückzudrehen halfen.

Ein Kapitel (“Die Geschichten der vertrockneten roten Nelken” ab Seite 183) zur Nelkenrevolution in Portugal - soeben gedachte man daran - wirft auch ein trübes Licht auf das Wirken der deutschen Sozialdemokratie seinerzeit. Wo dabei geholfen wurde, den portugiesischen Sozialismus wieder zurückzudrehen. Weil das Kapital es so wollte. Koffern voller Geld sollen die deutschen Sozialdemokraten damals nach Lissabon gebracht haben.
Auch ein Blick ins heutige Portugal fehlt nicht. Wir erfahren, wer “Die wahren Herrscher in Portugal – gestützt durch die Troika” (Seite 204) sind.
Luis de Sousa: In der Eurokrise gibt es keine Unschuldigen

Im Kapitel “Methoden und Strategien” (Seite 217) erhellt uns Lesern der Autor via eines Zitats des Vorsitzenden von Transperancy International Portugal, Luis de Sousa:

“Egal, wie viele schlaue Politiker in Deutschland und Finnland die fiskalische Verantwortlichkeit der überschuldeten Euroländer beklagen – Tatsache ist, dass von großen Teilen des in Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland vergeudeten Geldes die Großindustrie in den sogenannten verantwortungsbewussten Nationen profitierte. Die Finanzverbrecher der Verschuldung und Korruption hatten ihre Komplizen in den Ländern, die jetzt behaupten, geschockt zu sein über den schlechten Ruf ihrer Nachbarn. Aber in der Eurokrise gibt es keine Unschuldigen.”
Harte Fakten generieren Empörungspotential

Ein Buch, wie ich finde, das gelesen haben sollte, wer mehr über die Krise, ihre Entstehung, die Verantwortlichen und Hintermänner wissen möchte. Es enthält harte Fakten, die beim Leser Empörungspotential generieren werden. Wer meint, es hier mit Verschwörungstheorien zutun zu haben: bitteschön, dem ist kaum zu helfen. Die Realität spricht eine andere, wie ich finde: alarmierende Sprache. Über den Begriff Putsch kann man streiten. Die Wirkung wiederum, auch wenn sie unsere Gesellschaften schleichend trifft, ist aber die eines solchen. Und gerade deshalb so gefährlich, weil dieser Vorgang über Jahrzehnte sozusagen auf leisen Sohlen voranschreitet. So werden Tatsachen geschaffen, die von Politikern schlussendlich Entscheidungen verlangen, die sie dann auch noch als “alternativlos” bezeichnen.
Das Gefährliche an dieser Entwicklung: Die Demokratie wird mehr und mehr unwirksam gemacht. Wir drohen in diktaturähnliche Verhältnisse zu ruschen.
Fazit

Wir können das Handeln der auf der Basis einer unersättlichen Gier agierenden “Putschisten” als verwerflich und unmoralisch bezeichnen. Das ist es auch. Nur ist es nicht dem Kapitalimus, erst recht einen fast jeglicher hemmenden Banden befreitem Raubtierkapitalimus eigen – wohnt diesem geradezu inne?

Der eigentliche Skandal ist doch: Warum lassen wir das zu? So fragt der Autor wie zu Beginn des Buches in seiner “Schlussbemerkung” (S. 285):

“Werden die europäischen Bürger es hinnehmen, dass man sie zugunsten einiger wenigen Profiteure ihrer bisher erkämpften sozialen und demokratischen Recht beraubt?”

“Nein”, so zeigt sich Roth sicher, “sie werden es nicht!” Zu diesem Behufe zitiert der Autor Alfred Grosser: Weil

“wir offenbar in einer wirtschaftlichen und sozialen Lage sind, die wir nicht kontrollieren, und wo man anfängt, darüber nachzudenken, wie man sie kontrollieren könnte.”

Vielleicht kann diese Sachbuch dazu beitragen dementsprechende Impulse auszulösen? Allerdings brauchte es mehr als das. Nämlich eine entsprechende gesellschaftliche Bewegung, die Viele einzubeziehen imstande ist. Roths Buch schreckt auf, weil es erschreckende Fakten enthält. Um etwas zu ändern ist es spät. Vielleicht aber noch nicht zu spät. Unbedingte Leseempfehlung! Wahrlich ein Enthüllungsbuch, das fehlte.

Übrigens werde ich das Buch auch meinem ahnunglosen Kollegen zur Lektüre anbieten. Aber ich fürchte aber, er wird darin blättern und die Nase rümpfen. Es könnte ja sein (verklärtes) Weltbild zum Einsturz bringen.

Jürgen Roth

Der stille Putsch
Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt
Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
nur Text
ISBN: 978-3-453-20027-2
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juli 2014
Die Maffia, den Geheimbund der Freimaurer und Scientology kennt jeder. Aber ganz ehrlich, haben Sie schon einmal von der globalen, neoliberalen Bruderschaft der "Entrepreneur Roundtable" gehört, die durchweg im eigenen Interesse zu Lasten ihrer Mitmenschen ökonomisch-politische Ziele verfolgt?

Liest man aufmerksam die sorgfältig recherchierte Publikation des bekannten deutschen Enthüllungsjournalisten Jürgen Roth, bestätigt sich der seit längerem gehegte Verdacht, dass sich eine gewissenlose geheime Elite aus Wirtschaft und Politik Europa und unser Land unter den Nagel reißt. Was gehört dem Staat angesichts fortschreitender Privatisierung in allen öffentlichen Bereichen überhaupt noch? Auch sollte es zu denken geben, dass sich nach internen Studien gerade nur einmal 7% der an der Deutschen Börse notierten Aktien in der Hand deutscher Investoren befinden.

Anhand von hochbrisanten Fakten klärt der Autor klar und nüchtern darüber auf, dass ein seit langem geplanter stiller, eiskalter Putsch gegen die europäische Zivilbevölkerung bereits voll in Gang ist und nennt Akteure, Profiteure und Opfer dieses immer zügiger vorgetriebenen Sozialabbaus - zugunsten weniger handverlesener Kapitalisten, Lobbyisten und Milliardenmacher - schonungslos beim Namen. Wer glaubt, dass ihn das alles hierzulande persönlich nicht anficht, sei darauf verwiesen, dass z. B. erst vor einigen Tagen - ohne irgendwelche größeren Proteste auszulösen - endgültig gesetzlich beschlossen wurde, dass ab 2015 sämtliche zukünftigen Krankenkassenbeitrags-Erhöhungen ausschließlich nur noch von Arbeitnehmer/innen zu tragen sind (!!!) Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Noch lotet man - vor allem vorrangig in durch Korruption heruntergewirtschafteten, am Tropf (noch) nicht insolventer EU-Staaten hängenden Ländern, wie z. B. Griechenland, Zypern, Portugal, Italien oder Spanien - aus, wie weit man in Demokratien die bei den Bürgern bereits angelegten Spar-Daumenschrauben zudrehen kann, bevor ernstzunehmende, gefährliche und auf Gesamteuropa übergreifende Revolten und Revolutionen ausbrechen. Denn dass man mittlerweile mit zunehmender Gegenwehr der systematisch immer mehr um die Erträge ihrer Arbeit gebrachten Bevölkerung rechnet, zeigt deutlich(st) der jüngste - quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit - gefasste EU-Pakt: siehe [...]. War bis dato schon der länderübergreifende Einsatz ausländischer Polizei (z. B. zur Bekämpfung von Terrorismus) durch den sogenannten Vertrag von Prüm möglich, so geht diese kürzlich beschlossene Solidaritätsklausel noch einen Schritt weiter, - denn nun kann auf Ersuchen hin auch Militär aus einem anderen Mitgliedstaat zur Niederschlagung unerwünschter Demonstrationen und Volksaufstände gegen verordnete drastische Regierungssparmaßnahmen eingesetzt werden.

Es sieht alles danach aus, dass auch die deutsche Bevölkerung - die zwar schon eine Agenda 2010 hinter sich hat - bald durch neue sozial-politische Kahlschlagmaßnahmen unsanft aus dem bequemen Dornröschenschlaf aufrüttelt wird.
[...]
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juni 2014
„Der stille Putsch“ - von Jürgen Roth

„Que se lixe a Troika“

Buchtipp von Harry Popow

Eine Hymne singen die Portugiesen, die „Grândola". In Erinnerung an die 1975 vollzogene und 1976 durch einen gezielten Boykott der Reaktion unter Mithilfe der deutschen SPD niedergeschlagene „Nelkenrevolution", bei der sie den demokratischen Sozialismus mit dem Ausruf „Wir sind das Volk“ ins Visier gefasst hatten und heutzutage landesweit von sich hören lassen: „Que se lixe a Troika“. Das heißt „Zur Hölle mit der Troika.“
 
Ein Rettungsruf, der auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Runde machen wird. Er richtet sich gegen den sozialen und menschlichen Kahlschlag durch das Finanzkapital, durch Banken und Politik, gegen die Machenschaften der Troika. „Albtraum Europa“, sagt einer der bekanntesten und erfahrensten Journalisten Portugals, Rui Araùjo.
 
„Troika", dieses Wort klinge harmlos, so der Bestsellerautor Jürgen Roth in seinem neuesten Buch mit dem Titel „Der stille Putsch. Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt.“ Tatsächlich aber bestehe dieses Gremium aus „Vertretern der EU- Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB)“ und sei ein politökonomisches Machtkartell, das von mächtigen Finanzinstitutionen und den Netzwerken der Machtelite nicht nur ideologisch befruchtet werde. (S. 27) Deren Interessen: radikaler Sozialabbau und die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten.
 
Nicht neu ist die Feststellung des Autors, dass laut Angaben von Oxfam „ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des gesamten Weltvermögens in Höhe von 81 Billionen Euro“ besitzt. Nicht genug damit: 63.000 Menschen (davon 14.000 in Europa) haben zusammen ein Vermögen von 39.900 Milliarden Dollar gehortet, das natürlich - im Interesse der Machterhaltung im Konkurrenzkampf für noch mehr Geldmacht - angelegt und vermehrt werden muß. (S. 19) 147 internationale Konzerne, Banken und Hedgefonds maßen sich an, „über rund 40 Prozent der Weltwirtschaft“ zu bestimmen, so Goldman Sachs, Merrill Lynch, die Bank UBS und die Deutsche Bank. Und allesamt seien auch „bei den Bilderbergern wie bei anderen Eliteklubs zu finden“... (S. 55)
 
Was tun gegen die Putschisten, wie der Autor die Kapitalelite nennt? Im Klappentext finden sich vier Worte dazu: Sich „wehren können – und müssen“. Wie denn? Gibt es nicht genug Mahnungen, Aufrufe, Proteste, Demonstrationen, Bürgerinitiativen? Reihen sich nicht schon zahlreiche gesellschaftskritische Sachbücher aneinander wie Spatzen auf Telefondrähten? Wie erfüllen Autoren die Erwartungen der aktiven Leser nach Aufklärung und möglichen Varianten des Widerstandes gegen – sagen wir es glatt heraus – gefährliches kapitalistisches Macht- und Expansionsgehabe? Zumal neben ökonomischer Willkür und Ausbeutung nun auch verstärkt eine militärische Komponente hinzukommt, man denke nur an die Lobpreisung eines möglichen weltweiten Waffenganges durch Bundespräsident Gauck, an die sogenannte Neuvermessung der Welt als auch an den durch Obama heraufbeschworenen Führungsanspruch der USA in der Welt.
 
Doch zurück zum „stillen Putsch“. Der Titel reizt zum Lesen, sollte aber nicht missverstanden werden, dieser Putsch sei ein kollektiv geplantes und gut organisiertes Bündnis der Krafteliten, denn diese unterliegen dem Druck des schärfsten Konkurrenzkampfes, dem systemimmanenten Gehabe, dem unerhörten Drang, Kapital zu vermehren, zu akkumulieren, aus Geld noch mehr Geld zu machen. Das ist ein Zwang, der jede Moral mit Füssen tritt, der die Menschen als Konsumidioten abstempelt, die nur dazu da sind, die Macht des Kapitals zu schützen und zu mehren. Und dies unter der verlogenen Siegeshymne von „Freiheit und Demokratie“.
 
Um ökonomische und politische Zusammenhänge besser verständlich zu machen, damit man dagegen massiert protestieren kann – was belesenen Leuten leichter fallen dürfte – seziert der Autor auf 320 Seiten die politische Kaste, die wie eine Krake die Völker in Atem und unter Druck hält. Ihre Arme mit den vielen Saugnäpfen ragen in alle Richtungen dieser Geld beherrschenden Welt. Jürgen Roth hält sich dabei nicht nur mit Statistiken, Studien und Analysen auf, sondern füttert seine Impressionen und gründlichen Beobachtungen mit zahllosen Beispielen aus Italien, Griechenland, Portugal, Zypern und Deutschland, denen allerdings hin und wieder kurze Zusammenfassungen gut zu Gesicht gestanden hätten. Besonders die Länder Süd- und Westeuropas (Spanien und Portugal) müssen bei Strafe des Untergangs unter dem Druck eines zunehmend aggressiven Neoliberalismus ihre Wettbewerbsfähigkeit beweisen, und das – wie Jürgen Roth feststellt – unter dem Zwang von gesenkten Löhnen, von Einschnitten in die Sozial- , Gesundheits- und Bildungssysteme sowie u.a. unter dem Diktat des Verkaufs öffentlichen Eigentums.
 
Er wirft der Troika eine perfide Form der Erpressung gegenüber diesen Ländern vor, die knallhart fordert, man solle doch die Löhne und Arbeitsbedingungen den speziellen Bedürfnissen der Unternehmer anpassen. „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen“, so zitiert Jürgen Roth die hetzerische Bild-Zeitung. Der Autor warnt: Das sei nur der „Vorgeschmack darauf, was in Zukunft allen europäischen Ländern droht“: Verkauf öffentlichen Vermögens, ob Flughäfen, Energieversorgungsunternehmen, Post, Wasserversorgung oder Immobilien und Ländereien. (S. 248/249) Die „Pleitegeier“ also als mahnende Beispiele für Deutschland und die anderen Länder der EU.
 
Authentizität erreicht der Autor durch konkrete Orts- und Zeitangaben, mit denen er seine Berichte einleitet. Er knüpft zahlreiche persönliche Kontakte, führt sehr intensive Gespräche, und das nicht nur mit „hochkarätigen“ Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, sondern auch mit dem Mann auf der Straße. Da kommen Akteure zu Wort, deren Namen nicht genannt werden dürfen als auch Opfer und Widerständler. Die Leser erfahren von Geheimbünden, von Korruption, von vernetzten Machenschaften der „Wirtschaftskriminalität“ im engen Bündnis mit der Politik und den Medien. So entsteht ein lebendiges Bild dieser allmächtigen Geldkrake, das uns in der Welt noch tüchtig zu schaffen machen wird.
 
Entlarvend sind die verschiedenen Motive der geheimen Elite, die kaum ohne die mühevolle Kontaktfreudigkeit von Jürgen Roth ans Tageslicht gekommen wären. Da ist die Rede von der Attacke auf den Sozialstaat, von der allgemeinen Privatisierung öffentlicher Einrichtungen, von der verlogenen und vorgetäuschten aber illusionären Aufhebung der Klassengegensätze zwischen Arbeit und Kapital, vom Profit als dem endgültigen Maß aller Dinge (S. 49), von der Gestaltung Europas zum „Wohle der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Konzerne“ (S. 87), von der Krise als perfektem Vorwand, die Menschen zu erpressen (162), von der Angst vor dem Kommunismus (186), von der Hirne vernebelnden Behauptung der Überschuldung, man habe über seine Verhältnisse gelebt (S. 217), von der Behauptung, der Grund für die Krise sei die öffentliche Verschuldung. (S. 218)
 
Kommen wir auf die eingangs gestellte Frage nach dem „Wie wir uns wehren können – und müssen“ (siehe Klappentext) zurück. Was tun gegen Sozialabbau und Willkürherrschaft statt echter Demokratie? Auf der Seite 263 zitiert Jürgen Roth den Juristen Wolfgang Hetzer, der davon spreche, „dass die Schwelle zum Bürgerkrieg dann überschritten werde, „wenn die Leute begreifen, was mit ihnen passiert. Wenn sie erkennen, wer die Rechnung bezahlt für diese misslungene Politik und die Anmaßung der Finanzindustrie“. Und auf Seite 289 fragt sich auch der Autor, ob dieser stille Putsch der Geldmächtigen wieder rückgängig gemacht werden kann und von wem? Ein Trostpflästerchen: 2013 fand in Athen der große alternative Gipfel der europäischen sozialen Bewegungen statt, auf dem in einem Manifest auf Alternativen aufmerksam gemacht wurde. (S. 289)
 
Doch reicht das? Spielte da die 11. Feuerbachthese eine Rolle, wenn Jürgen Roth Bernd Klees zitiert, den ehemaligen Professor für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialrecht: „Illusionäre Visionen können unter Umständen ihre volle Kraft entfalten, wenn ihre Zeit gekommen und die Verhältnisse sich als unrettbar verkommen und morsch erweisen sollten.“ (S.291) „Von diesem Zeitpunkt sind wir nicht mehr weit entfernt", so der Autor, „wenn es so weiter geht wie bisher."
 
Möge also die Illusion, das Hoffen auf Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge nie im Getöse von Verblödungen seitens der Politik und ihrer Medien untergehen, wobei der Autor mahnend auch an die niedergeschlagene Nelkenrevolution in Portugal (u.a. S. 191 bis 197) erinnert...
 
„Der stille Putsch“ ist eine sehr informative Lektüre, ein Enthüllungsbuch, allein durch die authentischen Berichte der Zeitzeugen und der klaren Sprache des Autors. Jedoch sollte jeder Interessierte auch beachten, dass Zustandsberichte noch keinem der herrschenden Ein-Prozent-Diktatoren weh getan haben. Zum Schaden für die Wirtschaftsverbrecher und Kriegsprofiteure wird es erst dann kommen, wenn die Empörten das Korsett der bürgerlichen Enge sprengen, die Schuldigen enteignen und auf die Anklagebank setzen, sich aus dem Würgegriff des Kapitals befreien. Wie sagt man in Portugal und anderswo? „Que se lixe a Troika“ - Zur Hölle mit der Troika. Der Widerstand braucht einen langen Atem.
 
„Wissen Sie, dass der reiche Kapitalismus das Wertvollste, das es für den Menschen gibt, niemals finanzieren kann: soziale Sicherheit und ein Leben ohne Zukunftsängste. Die arme DDR konnte das." Dieses Zitat fand der Rezensent in einem Beitrag von Ulrich Gellermann, siehe [...] und [...] (PK)
 
Jürgen Roth, Der stille Putsch. Wie ein geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt. Gebundene Ausgabe: 320 Seiten. Verlag: Heyne Verlag (24. März 2014). Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3453200276, ISBN-13: 978-3453200272. 19,99 Euro
 
Erstveröffentlichung dieser Rezension in der Neuen Rheinischen Zeitung.

[...]

Mehr über den Rezensenten: [...]
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. August 2014
In Europa gibt es einen stillen Putsch, einen kalten Staatsstreich. Er erfolgt aus dem Innern diskreter wirtschaftspolitischer Machtnetzwerke und er ist gegen die Bevölkerung Europas gerichtet. So lautet die Kernthese im neuen Buch des Investigativjournalisten Jürgen Roth mit dem Titel "Der stille Putsch".
Das klingt nach Verschwörungstheorie, aber wer das Buch von Roth liest, bemerkt schnell: Zentrale Akteure, die in der Euro-Krise die Weichen stellen, agieren nicht im luftleeren Raum oder bedienen sich etwa bei ihren Entscheidungen einer über jeden Zweifel erhabenen "freischwebenden Intelligenz". Weichensteller der europäischen Krisenpolitik sind eingebunden in verschwiegene Machtzirkel, sie haben fragwürdige biographische Hintergründe, die bei einer Analyse ihres Handelns in der Euro-Krise berücksichtigt werden müssen. An dieser Stelle setzt Roth an. Er richtet das Schlaglicht auf die Strukturen der Machtelite und verdeutlicht, dass die derzeitigen Umwälzungen in Europa im Hinblick auf die Sozial-, Gesundheits-, und Bildungssysteme Bestandteil einer Agenda sind. Einer Agenda, die gegen die Interessen der breiten Bevölkerung gerichtet ist.

Das Buch von Jürgen Roth kann man mit einem Medikament vergleichen. So wie bei Medikamenten auf die Dosierung zu achten ist, so sollte auch dieses Buch mit Vorsicht "eingenommen" bzw. gelesen werden. Das gilt insbesondere für jene, die ihr politisches Wirklichkeitsverständnis in Sachen Euro-Krise aus den politischen Talk-Shows oder den Leitartikel der großen Medien beziehen.
Roth macht das, was er in der Vergangenheit bei seinen vielen anderen Büchern auch schon getan hat und was er sicher kann: Er zeigt Verflechtungen zwischen Politik und Kapital auf, dass es dem unbedarften Leser, der sich der Lektüre ernsthaft stellen will, nur so schwindelig wird. Indem Roth die schweren Verwerfungen in Europa, wie sie derzeit zu erkennen sind, als das Ergebnis eines "stillen Putschs" bezeichnet, bietet er dem Leser eine Art begriffliches Instrumentarium, mit dem es möglich ist, die Euro-Krise aus einer herrschaftskritischen Sicht zu benennen und folglich zu betrachten. Und damit wirkt das Buch von Roth im Vergleich zu den oberflächlichen "Analysen" der politischen Talk-Shows und Leitartikel der großen Medien, wie ein Kontrastmittel.

Deutlich wird: Die Wirklichkeitskonstruktion, wie sie von Politik und Medien aufgebaut wurde, ist unzureichend, die Totenwinkel sind zahlreich. Auch wenn man gewiss nicht immer der Argumentation des Autors folgen muss, so sind die Fakten und Sachverhalte, die er anführt, nicht so einfach vom Tisch zu wischen.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 13. Juli 2014
Jürgen Roth eilt der Ruf voraus, ein kritischer Journalist zu sein, der sich keinen Maulkorb verpassen lässt und auch nicht davor zurückschreckt, sich mit den Mächtigen anzulegen. Er prangert Missstände an und nennt Ross und Reiter beim Namen. So auch in seinem neuesten Sachbuch „Der stille Putsch“, in dem er sich die Machtverhältnisse in Europa genauer anschaut und aufdeckt, wer schlussendlich an den Schalthebeln sitzt und somit die politische Richtung bestimmt. Und das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun, denn auch wenn uns die angeblichen Volksvertreter weismachen wollen, wir könnten durch die Wahlen Einfluss nehmen, sind es doch die Plutokraten, das Großkapital, die in Wirklichkeit regieren.

Gewinnmaximierung und Profite sind die goldenen Kälber, um die die Lobbyisten der Banken und Großkonzerne herum tanzen. Da wird heimlich, still und leise im Gefolge der Bankenkrise feste reformiert und Rettungspakt um Rettungspaket geschnürt, damit am Ende des Jahres wieder fette Boni ausgeschüttet werden können – in Höhen, die ein normaler Werktätiger, noch nicht einmal als Lohn auf das gesamte Arbeitsleben gerechnet, je erreichen kann.

Im Gegenzug werden die Rechte der Arbeitnehmer beschnitten und die Kosten für Vorsorge und Gesundheit kurzerhand wieder jedem einzelnen aufgebürdet. Und das alles bei sinkendem Reallohn, der immer mehr Menschen entweder zu Aufstockern oder Zweitjobbern werden lässt.

Dazu kommen dann noch die Einschnitte in Bildungs- und Sozialsystem, die stetig zunehmen – aber mit den hier eingesparten Geldern kann mit Sicherheit der eine oder andere Zocker-Banker vor dem sozialen Abstieg gerettet werden.

Was tun? Die Politiker kann man als Retter von vornherein ausschließen, sonnen sie sich doch gerne im Dunstkreis der Reichen und Mächtigen. Und hier zitiere ich gerne den scharfsinnigen Kurt Tucholsky: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie längst verboten“.

Ein Patentrezept hat Jürgen Roth auch nicht, aber ich stimme ihm zu, wenn er davon schreibt, dass Energien gebündelt werden müssen und es Kontakte zwischen den einzelnen Bewegungen geben sollte. Vernetzen ist hier das Zauberwort, wie bereits die Aktionen der europäischen Occupy-Bewegung im vergangenen Jahr gezeigt haben. Sensibel und solidarisch sein. Unrecht nicht hinnehmen. Und nicht nachlassen in den Bemühungen, etwas zu verändern, denn steter Tropfen höhlt den Stein!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. November 2014
Der 1945 geborene, investigative Journalist Jürgen Roth, legt in seinem Buch „der Stille Putsch,“ in bequem zu lesenden Kapiteln und leicht verständlich, die Umstände dar, die zu einem Europa führten, wie wir es heute haben.

Er beschreibt die Akteure und Aktionen verschiedener Interessengruppen. Als da wären zum Beispiel, die „Troika“(bestehend aus EU-Kommission, IWF und EZB),den „Entrepreneurs Roundtable“ und den „European Round Table of Industrialists.“ Um nur Einige zu nennen.

Herr Roth dringt ein, in die Vergangenheit und die Gegenwart, einiger sogenannter „Krisenländer.“ Er legt die Untiefen von Politik und Wirtschaft offen, ob in Griechenland, Italien oder Portugal. Er zeigt wie diese Brandherde stetig von außen befeuert wurden und auch noch immer werden.

Am Ende des Vorworts wird darauf hingewiesen, dass diese Länder natürlich nicht im luftleeren Raum existieren: „Die meisten deutschen Bürger scheinen doch tatsächlich zu glauben, dass das, was da außerhalb der schwarz-rot-goldenen Grenzen geschieht, mit ihnen nichts zu tun habe. Ein fataler Irrtum.“

Wer schon immer wissen wollte, warum stetig Millionen für Soziales fehlen, wo es Milliarden für Banken gibt, der ist mit diesem Buch gut beraten.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden