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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 23. Dezember 2010
Über einzelne inhaltliche Aspekte kann man sicherlich streiten und Herr Lütz scheint jemand zu sein, der diesbezüglich auch nicht so fundamentalistisch eingeschränkte Ansichten hat wie manch ein abwertender Rezensent hier.
Ich möchte in meiner Rezension allerdings nicht auf inhaltliche Details eingehen, sondern einen allgemeine Bewertung des Buches wagen.

Ich habe das Buch als Medizinstudent und Angehöriger einer psychisch erkrankten Person gelesen; sozusagen als Halb-Laie.
Mit "Irre" ist Lütz ein ausserordentlich gut lesbares und versändliches Buch gelungen, in dem eine grober Überblick über die Welt der Psychotherapie gegeben wird und das dank vielen Bezügen zu Gesellschaftkritik, Ethik und Philosophie eine breite Zielgruppe anspricht.
Es werden viele Darstellungen mit lebhaften Geschichten aus dem Klinikalltag und humorvollen Bemerkungen untermalt, so dass man das Buch tatsächlich eine "heitere Seelenkunde" nennen darf, obwohl durchaus ernste Themen angesprochen werden. Das verleiht dem Buch einen sehr menschlichen Charm und die von Lütz oft erwähnte und geforderte Humanität im Umgang mit psychisch Kranken ist eigentlich eine Vorraussetzung, um sich nicht in allzu politischer Korrektheit über dieses Buch zu empören.
Lütz stellt sicherlich gewagte und polarisiernde Thesen auf, die insbesondere in der Kritik an den "Normalen" ein bisschen über das Ziel hinaus schießen; aber wer das Buch nicht vor dem Nachwort empört beiseite legt wird feststellen, dass diese Provokation methodisch gewollt ist um seine Anliegen zu verdeutlichen.

Alles in allem ein wirklich für jeden empfehlenswertes Buch, das seine eigenen Grenzen kennt (es ist kein umfassendes hoch-wissenschaftlich strukturiertes Lehrbuch!), aber innerhalb dieser Grenzen höchsten Ansprüchen genügen kann!
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am 11. November 2015
Vier Sterne dafür, dass es Manfred Lütz mit den Schilderungen zu seiner Arbeit mit psychisch Kranken gelungen ist, deutlich zu machen, dass den Eigenarten des Psychiatriepatienten auch mit einem humorvollen Augenzwinkern begegnet werden kann, dass er in den meisten seiner akut erkrankten Patienten etwas nettes, schrulliges wahrnehmen konnte und damit den gängigen Medien etwas entgegenhält, die nur am psychisch betroffenen Straftäter interessiert sind, so dass Öffentlichkeit die Betroffenen inzwischen durchweg für gemeingefährlich und bösartig hält. Wenn Lütz auch mal bedroht worden ist, dann verzichtet er darauf, es zu schildern. Dass ihn der vermeintlich Normale mit seiner engstirnigen Rechthaberei eher ängstigt, kann ich nachvollziehen. Ein Stern Abzug dafür, dass Lütz behauptet, Medikamente seien unverzichtbar für die Behandlung - auch wenn psychiatrische Kliniken das mittlerweile überwiegend auch so sehen und keine Unterschiede zwischen Patienten mehr zu machen scheinen. Manche schaffen es aber doch ohne Psychopharmaka und den damit verbundenen heftigen Nebenwirkungen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. April 2010
Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema "Psychische Krankheiten" aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose "Deppression" zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der "normalen" Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff "psychisch krank" eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach "persönlicher Befriedigung", nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie "bin ich glücklich?". "Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?"
"Psychisch krank" werden meist Menschen, die besonders sensible "Antennen" haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben & an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.
Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen!!! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als "krank" abstempeln, zu lernen!
Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. September 2009
"Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil." (Albert Einstein)

Gegenüber psychisch kranken Menschen gibt es in Deutschland zahlreiche Vorurteile. Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Manfred Lütz lenkt zunächst die Aufmerksamkeit auf gängige Sichtweisen von Wahnsinn, Blödsinn und Normalsinn. Mächtige Politiker der Vergangenheit nimmt er ebenso unter die psychiatrische Lupe wie öffentlichkeitswirksame Personen der Gegenwart. In diesem Zusammenhang wird der verhängnisvolle Einfluss von Normalen auf landesweit übliche Sichtweisen erläutert. Der mittlere Teil des Buches befasst sich mit der Frage nach Sinn und Unsinn der Behandlung von Menschen. Die Grenzen zwischen kreativem Genie und lähmendem Wahnsinn werden veranschaulicht. Abschließend folgt eine Seelenkunde über die gängigsten psychischen Erkrankungen in Verbindung mit lösungsorientierten Behandlungsansätzen für seelische Störungen wie: Demenz, Sucht, Schizophrenie, Depression/Manie und Traumata.
Zur Einführung in das Thema beginnt der Autor mit einem Paukenschlag! Er betrachtet Personen mit Weltruf bezüglich ihres Gesundheitszustandes. Die Antworten sind unbequem bis überraschend. In jedem Fall stimmen sie nachdenklich. Bei Personen des Show-Business zeigt Manfred Lütz wenig Einfühlungsbereitschaft, wenn deren Erfolge offensichtlich auf Kosten anderer erzielt werden. Das gilt auch dann, wenn Nachwuchstalente ihren Weg ganz anders empfinden.
Am Beispiel von Franz von Assisi wird veranschaulicht, wie verhängnisvoll es wäre, würde man pauschal die Kriterien der Psychiatrie auf hochbegabte Menschen anwenden. Die Frage nach den Früchten sollte daher stets eine übergeordnete Rolle für die Beurteilung menschlichen Handelns spielen.
Den vielleicht wichtigsten Teil des Buches bildet die abschließende kleine Seelenkunde. Die Stärke des Autors besteht darin, scheinbar komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich auszudrücken. Spätestens beim Thema Demenz wird deutlich, dass sich hinter dem anfänglich betont kämpferisch wirkenden Autor ein außerordentlich geduldiger und liebevoller Seelsorger verbirgt.
Manfred Lütz verwendet gerne Extrembeispiele. In diesem Fall ist das hilfreich, weil es darum geht, gängige Vorurteile aufzubrechen. Sein Buch ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag in einer Zeit, in der aufgrund mangelnder Kenntnisse die Vorurteile gegenüber seelischen Erkrankungen immer noch überwiegen. Die Heilungschancen mit Hilfe eigener Kraftquellen, lösungsorientierter Mediziner und einer von Vorurteilen befreiten Gesellschaft könnten so manche Hürde zur Heilung abbauen.
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am 15. Dezember 2015
Dieses Buch ist wirklich wirklich gut.
Ich selber habe mit dem Thema zu tun und fühlte mich bei Manfred Lütz sehr gut aufgehoben. Die verschiedenen Krankheitsbilder sind sehr gut erklärt und gerade das Kapitel über Schizophrenie ist sehr anschaulich dargestellt. Ich werde dieses Buch meiner Familie weiterempfehlen und kann, wenn man sich ein bisschen in die Materie einlesen will, zum Kauf nur raten.

Die "verrückten" sind die bunten unter den grauen und ich finde es jetzt gar nicht mehr schlimm, dass ich auch bunt bin.

Danke für dieses Buch! Es wird nicht das letzte von Manfred Lütz sein.
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TOP 500 REZENSENTam 8. Februar 2016
Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte. Ich wollte etwas lernen. Ich wollte einfach Interessantes aus dem Gebiet der Psychiatrie hören. Ich wollte unterhalten werden.

Das Buch bietet das alles. Irgendwie. Doch wirkt es für mich zu sehr durcheinander gewürfelt. Zu vieles wird angesprochen, nichts wirklich grundlegend erörtert. Und der versprochene Humor... Nun ja. Der fehlt. Irgendwie.

Ein Problem hatte ich mit der Sprache. Sie wird zu flapsig. Zu umgangssprachlich und bisweilen zu flätig für ein Buch dieser Gattung. Ach wenn Lütz sich durchaus an seine Prinzipien hält, andere nicht leichtfertig als psychisch krank einzustufen, so urteilt er doch zu leichtfertig über andere, denen er vermutlich nie begegnet ist. Dieter Bohlen zum Beispiel. Ob Aussagen zu seinem musikalischen Können oder zu seinen Beziehungen... Über was Lütz hier urteilt, ist zum Teil leider nur das Image, das der Star in der Öffentlichkeit pflegt.

Wie auch immer. Man lernt durchaus etwas in seinem Buch. Aber insgesamt hat es mich nicht allzu sehr begeistert. Insbesondere mit dem ersten der drei Teile im Buch ("Unser Problem sind die Normalen") konnte ich wenig anfangen. Aber es schadet sicher nicht und bietet doch den ein oder anderen Punkt, über des es nachzudenken lohnt.

Spannender fand ich zum Thema Psychopathen das Buch Die Psychopathen sind unter uns: Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht von Jon Ronson. Zugegeben, es behandelt andere Themen, die aber gründlicher und mit schockierenderen Ergebnissen.

Wer sich allgemein für menschliches Verhalten interessiert, und wo sich Menschen irrational verhalten, dem sei Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen von Dan Ariely ans Herz gelegt.
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am 31. Mai 2015
Psychologie für den Laien.
Der Mensch ist ein komplexes Wesen. Ihn zu erklären ist nicht leicht, ihn vollständig zu analysieren wahrscheinlich unmöglich.
Ich hatte an dieses Buch keine besonderen wissenschaftlichen Ansprüche, sondern habe es wie ein Abenteuer betrachtet, um als Nicht-Psychologe einen kleinen und verstehbaren Blick in ein Feld zu bekommen, das vielen von uns verschlossen bleibt oder über das übermäßig Halbwissen gestreut wird.
Scharfzüngig, ja, vergnüglich, unbedingt, provokant, auf jeden Fall. Wertvoll - das entscheidet jeder Leser für sich. Wenn man ohne den biederen Bierernst daran geht und sich darauf einlässt, kann man durchaus Wissen und Erhellung herausziehen für den schnöden Alltag. Ob alles politisch korrekt verarbeitet wurde, will ich nicht beurteilen.
Mir hats gefallen, und ich werde bestimmt noch öfter darin blättern.
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am 17. Januar 2010
Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Diese Weisheit gibt Manfred Lütz seinen Lesern mit auf dem Weg und sie sollten sie auch beim Lesen seines Buches beherzigen. Wer ausgehend vom Titel eine sozialpsychologische Gesellschaftsanalyse in der Tradition eines Erich Fromm erwartet wird zunächst einmal enttäuscht. Man sollte aber im Sinne von Lützs Ratschlag trotzdem weiterlesen, auch wenn es zunächst schwer fällt. Vermutlich war dem Verlag im Dienste der Auflage an dieser Stelle ein griffiger Titel wichtiger als ein zutreffender. Der Psychiater Lütz kümmert sich nicht um die gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen heraus die Normalen wie der Titel suggeriert eigentlich behandlungsbedürftig seien. Dass dies so sei, widerlegt er im Gegenteil bereits auf den ersten Seiten. Die Normalen sind zwar manchmal schwerer erträglich als die vorgeblich Verrückten, und sie sind auch nicht ganz unschuldig an deren Leiden, aber sie sind nicht krank oder behandlungsbedürftig. An Stelle einer kritischen Gesellschaftsanalyse statuiert Lütz dann quasi ein Exempel, indem er bekannte Figuren wie Dieter Bohlen und Paris Hilton - sagen wir mal - beschreibt. Das ist nicht sehr originell und bringt dem Leser wenig Erkenntnisfortschritt, auch deshalb, weil Lütz die Einordnung dieser medialen Sonderfälle in ein allgemeineres Bild nicht so recht gelingen will.
An dieser Stelle möchte man das Buch beiseite legen und dem Verlag wegen des irreführenden Titels einen bösen Brief schreiben. Wenn man aber doch weiter liest, wird man belohnt, denn jetzt kommt der Psychiater zum Hauptteil seines Buches und damit auf ein Terrain, in dem er aus dreißig Jahren Erfahrung schöpfen kann. Er liefert einen kompakten, spannenden und sehr gut lesbaren Überblick über psychiatrische Methoden und Krankheitsbilder. Lütz schreibt aus einem tiefen Verständnis und Sympathie für seine Patienten, zu denen wir schließlich alle mal gehören könnten. Sein Zugang ist dezidiert unideologisch und leistet eine erhellende bis befreiende Entmystifizierung und Entdämonisierung der Psychiatrie und des Begriffes der geistigen Gesundheit. Lütz geht aus von der Schilderung des einzelnen Menschen und seines Lebenszusammenhangs, aus denen er die psychiatrischen Kategorisierungen als Wege zur Heilung von Leiden ableitet. Dies und die allgemeinverständliche Sprache haben mich an Wilhelm Weischedels 'Philosophische Hintertreppe' erinnert. Als ich diese psychiatrische Hintertreppe schließlich aus der Hand legte, war ich vom Buch recht angetan und hatte die anfänglichen Kritikpunkte längst verziehen.
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am 23. November 2010
Meine Freundin, die "nicht vom Fach" ist, hat das Buch nach wenigen Seiten entnervt aufgegeben und mir geschenkt. Bei mir fiel es auf fruchtbaren Boden, da ich mich gerade auf die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie vorbereite. Dafür war es ganz wunderbar. Leicht zu lesen, gewürzt mit Geschichten aus dem Klinikalltag und alle Störungen mal kurz angerissen. Manchmal war es sogar witzig. Ein lustiges Buch ist es aber definitiv nicht, dafür prangert Manfred Lütz zu oft das Menschenbild unserer Gesellschaft an. Das ist auch richtig und wichtig, nur ist dann die Vermarktung des Buches irreführend ("höchst vergnüglich", "Kabarettist", "heitere Seelenkunde").
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am 18. September 2015
Mit Humor, großem Einfühlungsvermögen und präziser Beschreibung erklärt Lütz auf wenigen Seiten die psychischen Erkrankungen, sodass sowohl Laien als auch Profis damit was anfangen können.
Außerdem bringt er mit manchen Vergleichen "Gesunder" gegenüber den Krankheitsbildern das typische Schubladendenken in psychologischen Berufen schön ins Wanken.
Gehört als Pflichtbuch in alle Psycho...-Ausbildungen.
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