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am 4. Dezember 2015
In Band 4 der Thrillerreihe um Carl Mørck und sein Team, hat es das Sonderdezernat Q mit einem fanatischen, alten Arzt zu tun, der sich vor vielen Jahren in den Kopf gesetzt hat, die dänische Bevölkerung zu "reinigen". Was für ihn soviel bedeutet wie: Ausländer, Dunkelhäutige, Sozialschmarotzer, geistig Minderbemittelte und dergleichen, die in seinen Augen sogenannte Untermenschen sind, zu sterilisieren, bzw. gegebenenfalls zur Abtreibung zu zwingen, damit sie sich nicht mehr vermehren können.
Mich persönlich hat das ganze Vorhaben von diesem wahnsinnigen Arzt ein wenig an die zweite Weltkriegszeit denken lassen, denn gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem Denken von Adolf Hitler und unserem Arzt hier, sind wirklich nicht zu überlesen ...

Wer war er, dass er es wagte, sich zum Richter über Leben und Tod aufzuschwingen?
(S. 153)

Mittendrin in diesem unglaublichen Wahnsinn ist eine unserer Hauptprotagonistinnen Nete Hermansen. Wir lernen sie schon von klein auf kennen und erfahren allerhand, was ihr in ihren jungen Jahren widerfahren ist, was sie sich alles gefallen hat lassen müssen und verstehen dadurch dann auch recht bald, warum Nete zu so einem abgestumpften, gefühlskalten Wesen, das auf Rache sinnt, geworden ist.
Nete war mir eine der liebsten Charaktere in diesem Buch, ständig habe ich mit ihr mitgelitten und mich gefragt, womit sie diese Ungerechtigkeit in ihrem Leben nur verdient hat. Und obwohl ich von Rache absolut nichts halte, kann ich sie dennoch verstehen, weshalb sie vergelten wollte. Netes Schicksal fand ich einfach nur traurig und unfair, man hat ihr so viel Leid und Unrecht angetan und mir als einfühlsamer Mensch hat das Mit-ihr-Mitfühlen richtig weh getan ...

"Du bist gut genug, Nete. Vergiss das niemals: Du bist gut genug."
(S. 494)

In diesem Buch gibt es meines Erachtens wieder sehr viele verschiedene erzählende Zeitebenen und Namen, die es sich zu merken galt, und für mich war es nicht immer leicht, mich schnell auf die dauernd wechselnden Erzählstränge einzustellen.
Erzählt wird das Ganze wieder sehr rasant, flüssig und durchaus spannend. Je höher die Seitenzahl wurde, desto gefesselter war ich und am Ende des Buches bin ich nur noch an den Seiten gehangen. Der Schluss ist wirklich erwähnenswert: spannend, gefährlich, ekelhaft, abartig und absolut irre! (Lasst euch das auf keinen Fall entgehen!)

Und unsere drei Ermittler Carl, Assad und Rose haben mir diesmal mehr denn je gefallen. Besonders Carl hat für mich in diesem Fall "den Vogel abgeschossen". - So wie in diesem Buch habe ich ihn bisher noch nicht erlebt: mit Problemen bombardiert (beruflich und privat) mit denen er auf eine für uns Leser witzige Art und Weise umgeht.
Auch mein Lieblingssyrier Assad ist wieder einmalig. Die Geheimnisse, die sich um seine Person ranken, verdichten sich sogar noch ein wenig, aber durch seine unschuldige, gutmütige und engagierte Art hat er sich einfach in mein Leserherz geschlichen. Von ihm zu lesen ist jedes Mal ein besonderes Highlight!
Und was soll ich zu unserer eigensinnigen Rose sagen? Diese Frau ist äußerst unterhaltsam. In meinen (und ich glaube auch in Carls und Assads) Augen hat die Gute eindeutig einen Sprung in der Schüssel ...

"Ich sag nur, dass es in ihr irgendetwas gibt, das wie ein Stein im Schuh scheuert."
(S. 168)

Ein im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich trauriger und wahnsinniger Fall in dem sich Carl und sein Team hier wiederfinden. Die Spannung baut sich nach und nach auf und gipfelt dann am Ende in einem irren Abschluss, den es sich absolut zu lesen lohnt.
Lasst euch "Verachtung" bitte auf keinen Fall entgehen, dieser Fall ist nämlich grandiose Unterhaltung, wie man sie selten in Thrillern findet!
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Rose ist schuld. Sie hat einen Riesenstapel Akten angeschleppt und lässt, tatkräftig unterstützt von Assad, nicht locker, bis Carl ziemlich widerwillig einen neuen Fall übernimmt.
Die Prostituierte Rita Nielsen wird seit September 1987 vermisst. Ihr Fall wurde zu den Akten gelegt, weil man von einem Selbstmord ausging. Aber es gibt in der Akte eine ganze Reihe Unstimmigkeiten. Vor allem aber sind im gleichen Monat noch fünf andere Personen verschwunden. Zufall? Oder verbindet etwas diese Leute?
Die Spuren führen zur Insel Sprogø, wo von 1923 bis 1961 vermeintlich unmoralische oder debile Frauen interniert und sterilisiert wurden. Welche Rolle spielt der Gynäkologe und ultrarechte Politiker Curt Wad?
Leider muss Carl sich nicht nur mit dem Fall herumschlagen, sondern hat auch privat einen Haufen Probleme. Die Schwester eines Kollegen wird mit Säure angegriffen, in einem Fall werden unerklärliche Spuren gefunden, die Carl belasten, sein Bruder Ronny verbreitet gefährliche Lügen, und Carls Noch-Ehefrau will die Scheidung und viel Geld. Carl hätte gern ein zweites Sonderdezernat, eines, das nur dafür da ist, seine zahlreichen Privatprobleme zu lösen.
Diese treten allerdings schnell in den Hintergrund, denn sein Fall wird lebensgefährlich für ihn selbst und sein Team. Sie haben sich mit einem äußerst skrupellosen Gegner angelegt, das bekommt besonders Assad zu spüren.
Mir hat sehr gut gefallen, dass dieses Buch sich mit einem unbekannten und dunklen Kapitel der dänischen Geschichte beschäftigt. „Wir sind nicht besser als die Anderen“, stellt Rose fest. Und damit hat sie Recht: Bis heute hat die dänische Regierung sich nicht bei den Betroffenen entschuldigt.
Diese Serie sticht durch ihre ganz besonderen Charaktere heraus. Ein eigenartiger Ort ist dieses Sonderdezernat, besetzt mit ungewöhnlichen und eigenwilligen Menschen, die zusammen aber sehr erfolgreich ihre Fälle lösen und sich auch weiterentwickeln. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen.
Einmal mehr hat Jussi Adler-Olsen es geschafft, dafür zu sorgen, dass ich sein Buch nicht aus der Hand legen konnte. Denn es ist wirklich spannend, hervorragend geschrieben, enthält eine politisch brisante Geschichte und hat ein sehr überraschendes Ende. Kurz gesagt, ein perfekter Krimi.
Und jetzt heißt es leider wieder, ein Jahr lang ungeduldig auf den nächsten Band zu warten.
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TOP 500 REZENSENTam 1. September 2015
Anfangs möchte ich jedem raten mit den Bänden 1,2 und 3 dieser Serie zu starten, bevor er sich auf dieses Buch einläßt.
Es handelt sich zwar jeweils um abgeschlossne Geschichten, doch um die Gründung des Sonderdezernates und viele andere Dinge besser zu verstehen, würde ich es so empfehlen.
Doch nun zu diesem Buch, dem 4. Fall:
Zum näheren Inhalt äußere ich mich bewußt nicht näher, da dies bereits ausgiebig an anderer Stelle gemacht wurde.
Wie in den vorherigen Fällen auch wird eine bereits geschlossene Akte erneut geöffnet und die Ermittlungen vom Ermittlerteam Carl, Rose und Assad aufgenommen.
Dass die Geschichte, an welcher sich der Autor orientiert hat authentisch ist, hat mich sehr schockiert.
Die Thematik geschlossene Anstalt und Zwangssterilisation ist schaurig, das Buch spannend wie immer.
Dennoch gehört es für mich nicht zu den besten Büchern dieser Reihe.
Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass ich eine Kaufempfehlung ausspreche.
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TOP 500 REZENSENTam 1. November 2013
In dem Thriller Verachtung von Jussi Adler Olsen ermittelt Carl Morck mit Assad und Rose in einer Reihe von Vermisstenfällen, die bereits 20 Jahre zurückliegen.
Die Geschichte baut sich gesplittet in Schüben aus der Erzählung des Opfers/Täters und dem Ermittlerteam, wie in allen anderen Büchern von J A-O auf, dabei viel es mir in diesem Buch sehr viel leichter die Ausschnitte von Carl und den Anderen zu lesen, als denen von Nete Hermanns. Die Art und Weise war einfach sehr anstrengend zu ertragen, im Großen und Ganzen einfach keine Freude. Langweilig war es nicht unbedingt, aber vielleicht zu feministisch angedacht, aber auch eine männliche Denkweise?
Ich weiß nicht warum das so war, aber ich fand das Ganze Werk streckenweise sehr fad, Schade, in Anbetracht der tollen und spannenden Erzählweise die Adler-Olsen sonst auch immer liefert. Nichts destotrotz meiner Meinung nach ein 3-4 Sterne Buch, auch wenn es nicht an Erbarmen heranreicht und eher meine Befürchtung bestätigt, dass der Trend der tollen Morck-Reihe eher nach unten zeigt.
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am 6. August 2015
.....Wo Römö eine allseits beliebte Urlaubsinsel ist ,kann man im Falle von Sprogö vom genauen Gegenteil ausgehen . Diese Insel ist ein dunkles Kapitel Dänemarks und der kausale Handlungsort des Bestseller Verachtung von Jussi Adler Olsen . Denn es war bis zum Jahre 1961 ein Ort für die ausgestoßenen Frauen der Gesellschaft . Nete Hermansen ist die Protagonistin, mit der man als Leser am Meisten mitfiebert . Ihre Geschichte ist so anrührend wie unglaublich ,manche Seiten blättert man völlig fassungslos um . Man schüttelt den Kopf ,aber man fiebert mit . Dieses Buch von Adler Olsen überrascht mit seiner Komplexität. Es gibt kein eindeutiges Gut oder Böse ,abgesehen von einer fiktiven aufstrebenden Partei ,deren Gründer ein mehr als verachtenswertes Weltbild hat .Die meisten Figuren sind allerdings sehr menschlich. - Die Figuren leiden psychisch und physisch und sind oft extrem verwundbar. Es sind die Halbgötter in weiß ,die sowohl ein Trauma hervorrufen können ,wie sie auch in erschreckender Weise sich als die Herren des Lebens generieren . Meiner bescheidenen Meinung nach auf jeden Fall einer der besten und tiefgründigsten skandinavischen Thriller . Sowohl spannend ,als auch schaurig ,mit einer zum Teil abgrundtiefen Kälte .Dunkle Atmosphäre trifft hier in schauriger Weise auf einen realen Hintergrund.Positiv anzumerken ist hier auch ,wie die Ermittler vom Sonderdezenat Q weiterentwickelt werden . Ich jedenfalls war begeistert und kann dieses Buch jedem ans Herz legen ! ....
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. September 2012
Krimi-Serien wecken Erwartungen, vor allem, wenn eine Serie so furios wie Adler OlsenŽs "Carl Morck" Serie beginnt; "Erbarmen" ist nach wie vor einer der spannensten Krimis, die ich seit langer Zeit gelesen habe.
In Band 4 kehrt Adler Olsen nun sozusagen zu seinen Wurzeln, und zu einem Thema, welches ihm scheinbar sehr am Herzen liegt, zurück: pyschatrische Anstalten, die Zustände und Mißhandlungen, denen die Insassen dort ausgesetzt sind, und die Auswirkungen auf die Gegenwart. Adler Olsen ist ja als Sohn eines Arztes selber in so einer Anstalt aufgewachsen, nicht als Insasse versteht sich, und er hat dieses Thema auch in Büchern außerhalb der Serie behandelt.

Der Inhalt des Buches wurde hier ja schon mehrfach abgehandelt und muss daher nicht in epischer Breits wiederholt werden. Mich persönlich hat das Buch nicht so begeistert wie die Vorgänger. Das Thema ist tragisch, und Alder Olsen gibt sich redlich Mühe, die Person der Nele, deren tragische Jugend ein roter Faden des Buches ist, mit viel Sympathie zu gestalten. Dies gelingt. Neben ihrem Schicksal wirken aber die Sprüche und Witzeleien, die in den anderen Krimis für eine Auflockerung der Atmosphäre gesorgt haben, eher flapsig und zum Teil sogar fehl am Platze. Die menschenverachtende Grundidee eines anderes Erzählstranges des Romanes lässt die Verbrechen aber sozusagen über einen normalen Krimi hinauswachsen, zumal es hier ja auch nicht um die Lösung eines Falles an sich geht - dem Leser ist der Mörder ja die ganze Zeit bekannt-, daher baut sich die Spannung eher zögerlich auf. Die Bedrohungen gegen Morck selber sind natürlich auch nur lauwarm, schließlich wird Adler Olsen seinen Helden nicht schon in Band 4 sterben lassen. Zum Ende ist wohl auch dem Autoren aufgefallen, dass noch die eine oder andere Überraschung eingebaut werden muss; aber ehrlich gesagt hatte man etwas ähnliches durchaus erwartet, und der richtige Knalleffekt bleibt leider aus.

Das Buch ist als solches gut geschrieben, und liest sich flüssig. Er kann auch ohne Vorkenntnis der vorherigen Fälle gut gelesen werden, aber, wie gesagt, wer einen richtig schönen düsteren Krimi erwartet, wird leider enttäuscht. Das Buch macht betroffen, und hat auch seine eigene Qualität, aber dann sollte es lieber eine Sozialkritik denn ein Krimi sein. Für mich nach "Erbarmen" und "Erlösung" das "3.Beste" Buch der Serie. Die 3 Sterne sprechen Bände für die Qualität dieser beiden Bücher.
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am 19. Dezember 2014
Auch im vierten Fall um Carl Morck und das von ihm geleitete Sonderdezernat Q der Kopenhagener Polizei geht es um einen alten Fall. Vor über 20 Jahren verschwand eine Frau aus dem Rotlichmilieu spurlos. Carl und seine beiden Mitstreiter Rose und Assad entdecken, dass zeitgleich vier weitere Personen verschwunden und seither nicht mehr aufgetaucht sind. Die Spuren führen sie weit in die Vergangenheit und auf die Insel Sprogo, auf der vermeintlich aufsässige und kriminelle junge Frauen im Rahmen der sogenannten Schwachsinnigenfürsorge in einem Erziehungsheim unter brutalsten Bedingungen festgehalten und viele von ihnen zwangssterilisiert wurden.

Im Zentrum des Krimis steht das Schicksal von Nete Hermansen, die früh ihre Mutter verlor und in der Folge eine sehr unglückliche Kindheit erlebte, mit 15 Jahren von ihrem Cousin schwanger wurde, das Kind verlor und schließlich eine lange Leidensgeschichte erfahren musste, bei der sie selbst auf die Insel Sprogo gelangte. Parallel hierzu wird die Geschichte um den Arzt Curt Wad erzählt, der seit Jahrzehnten auf Basis seines rassistischen Weltbildes Frauen ohne deren Einwilligung - und auch oft ohne deren Wissen - sterilisierte, um die Gesellschaft vor ihrem „unwerten“ Nachwuchs zu bewahren. Gleichzeitig baut Wad eine auf seinem sich an der Rassenlehre der Nationalsozialisten orientierenden Ideal Partei auf, die kurz vor dem Sprung in das dänische Parlament steht. Curt Wads Geschichte ist eng mit dem Schicksal Nete Hermansens verknüpft, was beide Handlungsstränge schließlich auch zusammen führt.

Der Roman wird in drei Zeitebenen erzählt: in der Kindheit und Jugend von Nete in den 50er Jahren, im Jahr 1987, in dem die fünf Personen verschwunden sind, sowie in der Gegenwart. Es ist Netes Figur, die dem Krimi eine besondere Note verleiht. Sie zieht aus ihrem traurigen Schicksal sehr grausame Konsequenzen, auf der anderen Seite weckt sie beim Leser aufgrund der Brutalität, der sie selbst seit ihrer frühesten Kindheit ausgesetzt war, auch viel Mitgefühl.

Wie in der Serie üblich, hat sich Adler-Olsen einen mehr als spannenden Showdown einfallen lassen, in dem Carl Morck und sein syrischer Assistent Assad Kopf und Kragen riskieren. Dabei nimmt die Lösung, die dem Leser eigentlich schon lange klar zu sein schien, noch einmal eine sehr überraschende und raffinierte Wendung. "Verachtung" liest sich unglaublich spannend und wegen der interessanten Figur Netes und dem schrulligen Ermittler Carl Morck, der insbesondere Assad gegenüber zunehmend empathische Züge entwickelt, vergebe ich gerne fünf Sterne.
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am 22. Oktober 2012
Eine Insel für geächtete junge Frauen und eine Frau, die Rache nimmt an ihren Peinigern. Das ist also der vierte Fall für Carl Mørck und das Sonderdezernat Q.

Als Fan der ersten Stunde des kuriosen Ermittlerteams um Carl Mørck hatte ich mich sehr auf diesen Fall gefreut und auch der Klappentext klang bzw. klingt vielversprechend. Wie eben gewohnt bizarr und irgendwie ungewöhnlich.

Der Kriminalfall spielt in verschiedenen Zeiten und zwar in den 1950er, 1980er und 2010er Jahren ab, wobei dem Autor die Verknüpfung der Zeiten ganz gut gelungen ist.

Trotz allem konnte der Autor mich diesmal nicht mitreißen. Mir hat nicht gefallen, dass die Sprache teilweise extrem auf jugendlich getrimmt ist, sodass es oft ziemlich lächerlich rüberkommt. Ich kann gar nicht nachvollziehen, was das soll und musste mich zwischendurch immer wieder fragen, ob Adler-Olsen einen Ghostwriter hatte.

Es vergehen mindestens 120 Seiten, bevor endlich Bewegung in die Geschichte kommt. Stattdessen wird der Leser fast bis zum Ende der Geschichte mit einer Magen-Darm-Grippe, die irgendwie fast das gesamte Polizeidezernat erwischt hat, regelrecht gepeinigt. Das sollte wohl witzig sein. Meinen Humor hat es nicht getroffen.

Gut fand ich, dass es wie immer neben dem eigentlichen Kriminalroman eine zweite Erzählebene gibt und zwar die Entwicklung der Protagonisten Mørck, Assad und Rose. Da scheint doch jeder noch irgendein Geheimnis zu haben. Das macht neugierig. Unter anderem kam diesmal noch ein weiterer mysteriöser Todesfall aus Mørcks Jugend zu seinen bisherigen Altlasten hinzu, der aber wohl in keinem Zusammenhang zu den anderen Ereignissen zu stehen scheint. Vielleicht in den nächsten Bänden, es sollen ja wohl insgesamt zehn werden, die dann hoffentlich wieder besser sind.

Das Ende des Kriminalfalls fand ich dann doch überraschend, aber rausgerissen hat es nichts mehr.

Ein interessanter Kriminalfall, gewebt um eine wahre Begebenheit, aber leider diesmal völlig ausdruckslos umgesetzt. Schade.
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am 16. August 2015
Nach den ersten drei Bänden habe ich mich sehr auf den vierten der Reihe gefreut und musste ihn nach der Hälfte abbrechen.
Unerträgliche Sprache, die sich in Witzigkeit versucht, das will aber leider selten gelingen.
Die Geschichte kam auch nach der Hälfte des Buches nicht in Gang, Schwerpunkt ist keineswegs der Fall, sondern die Befindlichkeiten der Protagonisten Carl, Rose und Assad - unspannend und für den Verlauf der Geschichte nicht wirklich wichtig.
Scheinbar neue Spuren verlaufen im Sande, andere alte Fälle werden angerissen, ohne weiter verfolgt zu werden, vermutlich schon die Brücke für die nächsten Bände.
Dem Autoren ist offenbar die Luft ausgegangen, schade.
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am 3. September 2012
Das Erstlingswerk "Das Alphabethaus" zähle ich jetzt einmal nicht mit, sondern vergleiche "Verachtung" mit den anderen Thrillern, in denen Carl Morck der Ermittler für ungeklärte, lang zurückliegende Fälle ist.
Es gilt, das Verschwinden von vor Jahrzehnten verschwundenen Personen aufzuklären. Eine wichtige Rolle hierbei scheint der rechtsradikale Curt Wad zu spielen, dem unter anderem Ausländer und Behinderte ein Dorn im Auge sind und der bereits vor mehreren Dekaden auch vor Zwangssterilisierungen nicht halt machte.
Im Zuge der Ermittlungen stößt man auch auf eine gewisse Nete Hermansen, die mit allen Vermißten im Laufe ihres Lebens die eine oder andere Erfahrung gemacht hat.........
Die Story um das Schicksal der Nete Hermansen ist zwar hochbrisant und erschütternd, eine echte "Thriller-Atmosphäre" mag jedoch nicht zu 100 % aufkommen. In Rückblenden wird erzählt, was Nete bereits als junges Mädchen erleiden mußte. Bis auf eine kleine Überraschung am Ende ist dem Leser sehr schnell bekannt, was sich hier zugetragen hat. Die Spannung, die man aus Adler Olsens Vorgängern kennt, bleibt bei "Verachtung" ein wenig auf der Strecke. Neben dem eigentlichen Fall wird Carl Morck am Rande mit zwei weiteren Fällen konfrontiert, die am Ende irgendwie in der Versenkung verschwanden; darauf hätte getrost verzichtet werden können.
Weiterhin bin ich der Meinung, daß Adler Olsen die Hauptpersonen in dem Versuch, diese mit einem gewissen Humor auszustatten (was partiell auch durchaus gelungen ist), etwas überzeichnet hat, was bei den Vorgängern noch nicht so ausgeprägt war.
Neueinsteiger könnten Schwierigkeiten haben, die Zusammenhänge der Personen ohne Kenntnis der ersten Fälle zu verstehen.
Ein solider Thriller ist "Verachtung" allemal, hat jedoch nicht meine Erwartungen erfüllt und war mir daher als erstmals gebundene Ausgabe ein wenig zu teuer.
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