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TOP 500 REZENSENTam 3. März 2013
Sommer 1989: Jens, ein Berliner Junge im Teenageralter aus dem Osten der Stadt fährt, wie auch in den Jahren davor, ins Jugendlager Schneckenmühle. Und zwar mit gemischten Gefühlen: einerseits freut er sich, viele Freunde wiederzutreffen, andererseits hadert er mit dem Ungewissen. Wie wird es dort dieses Jahr, das zudem sein Letztes ist? Außerdem ist er kein Durchschnittsbürger: er hat durch Verwandtschaft viel Westkontakt und ist zudem "kirchlich" - seine Eltern sind also Christen. Das unterscheidet ihn in einigem von anderen, verleiht ihm eine teilweise distanziertere, teilweise aber auch naivere Sichtweise.

Dieses Buch thematisiert den Aufbruch und zwar in unterschiedlicher Hinsicht: aus Jens' ganz eigener Perspektive den ins Erwachsenenleben, aus der Sicht seiner Familie den in ein neues, anderes Leben im Westen, aus politischer Sicht den Aufbruch in eine andere Zeit mit neuen Strukturen, neuen Grenzen. Das alles ist, da aus Jens' Sicht dargestellt, unglaublich subtil geschildert - auch wenn es der Blickwinkel eines ganz normalen, frechen Jugendlichen ist, wirkt es sehr zart, sehr empfindsam.

Ein Buch für Erwachsene? Schwer zu sagen. Ein Jugendbuch? Ganz bestimmt nicht! Was ist es denn und für wen ist es gedacht? Nun, in erster Linie ein toll geschriebener Roman, deutsche Gegenwartsliteratur zum Genießen. Aber auch eine Dokumentation einer ganz wichtigen, ja der wichtigsten Veränderung in Deutschland in den letzten 50 Jahren. Also etwas für jeden, der sich für das Thema "Wende" und "Wiedervereinigung" interessiert und nicht nur reine Fakten, sondern auch Stimmungen erfassen will. Das nämlich ist durch dieses Buch möglich: eine besondere Gabe des Autors und ein Geschenk für die Leser - jedenfalls für diejenigen, die einen Sinn für so etwas haben.
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am 13. Februar 2013
Sommer 1989, Jens ist 14 und fährt zum letzten Mal ins Ferienlager. Es ist das Jahr 1989 und wir sind in der DDR. Noch, denn mit den Menschen, die dem Land weglaufen, verschwindet auch dieses Land. Und so erzählt Jochen Schmidt nicht nur das Ende einer Kindheit, sondern auch hintergründig und lakonisch das Ende eines Staates.
Schmidt ist ein wunderbarer Erzähler. Man steckt in der Haut seines Helden, sieht die Welt, in der er lebt, durch seine Augen, man lacht mit ihm über die pubertären Witze der anderen Jungen und man guckt mit ihm verstohlen zu den Mädchen hinüber. Vor allem zu dem einen, mit dem man später ein Abenteuer erleben wird...
Wer in der DDR gelebt hat, wird sich an Gerüche und Dinge sehr genau erinnern. Doch man muss nicht aus der DDR kommen, um das eigene Chaos der Pubertät wiederzuerkennen. Diese Gefühle sind universell. "Schneckenmühle" ist ein lustiger, melancholischer, kluger, warmer und abenteuerlicher Roman. Großartig.
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am 29. März 2013
Es gibt verschiedene Gründe, die mich veranlasst haben, "Schneckenmühle" von Jochen Schmidt lesen zu wollen. Der Hauptgrund aber war, wie immer bei mir und diesem Thema der Fall ist, mehr über den Alltag in der DDR zu ehrfahren. Die DDR, die ewig in den 80er Jahren in der Erinnerung der Menschheit leben wird. Ein Land, das die 90er nicht überlebt hat, genau genommen, ein Land, das die 90er geprägt hat wie kein anderes, gerade deswegen, weil es aufgehört hat zu existieren.

1989, das letzte Jahr der DDR. Jens ahnt nicht, dass er im Begriff ist, seinen letzten sozialistischen Sommer zu erleben.
Jens mit seinen 14 Jahren ist ein naiver liebenswerter Junge, der wenig Ahnung zu haben scheint, was die Welt bewegt, und an dem die Veränderungen in seinem Land, die später für eine neue Weltordnung sorgen werden, vorbeigehen. Aber das ist eigentlich egal. Jens verbringt seine Ferien in "Schneckenmühle", dem sächsischen Ferienlager, wo man als 14- Jähriger richtigen Spaß hat.

Der Genuss, den ich mir bei der Lektüre von "Schneckenmühle" versprochen hatte, blieb leider aus. Ich wurde mit, für meinen persönlichen Geschmack, undurchschaubaren Handlungen und mit Szenen, die ohne für mich erkennbaren Zusammenhang aneinandergereiht wurden, konfrontiert. Das hatte als Konsequenz, dass ich mich sehr anstrengen musste, um am Ball zu bleiben. Immer wieder ließ meine Konzentration nach und ich musste manche Textpassagen mehrmals lesen. Das hat mir den Lesespaß getrübt.
Unabhängig vom Thema des Buches fand ich manche Dialoge zwischen den Jugendlichen sehr lustig. Auch bestimmte Ereignisse haben meine Aufmerksamkeit erregt, aber leider dauerte meine Freude nur ein paar Seiten lang. Zu schnell und zu abrupt wurde dieser Freude ein Ende gesetzt und ich fühlte mich wie in der Luft hängend.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Leser gibt, denen es Vergnügen bereitet, zwischen den Zeilen zu lesen, auf der Suche nach der Bedeutung der Worte eines Autors, so wie bei einer Art Rätsel. Für sie wird "Schneckenmühle" das Richtige sein.
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am 30. Januar 2016
Leider hat mir das Buch nicht so gefallen.. :(
Ich finde, der Klappentext verspricht mehr, als er halten kann.. - zumindest hatte ich mir mehr versprochen und wurde doch sehr enttäuscht.. :(
Offt habe ich mich gefragt, ob es wirklich 14-Jährige gab / gibt, die so denken, wie der Protagonist, denn teilweise fand ich es schon arg übertrieben. =/
Immer, wenn man was gelesen hat, wurde es sofort wieder abgebrochen. Teilweise musste ich auch erst zweimal überlegen, ob das jetzt zur laufenden Geschichte gehört, was gerade erzählt wird, oder ob es wieder mal nur Aufzählungen sind oder oder oder.. Ich musste mich dieses Mal wirklich sehr beim Lesen konzentrieren..
Auch finde ich die Verwendung von den ganzen Fragezeichen manchmal nicht ganz klar..
Mir gefiel auch die Geschichte um Peggy nicht, zumal ich finde, dass der Klappentext auch in dieser Richtung mehr verspricht..
Ich weiß nicht, ob ich das Buch unbedingt weiterempfehlen werde, denn es gab zwar ein paar Stellen zum Lachen / Schmunzeln und vor allem die "Ossi-Wörter" haben mir gefallen (bin selbst von "drüben" ^^), aber ein Buch macht ja noch mehr aus..
Schade.. .. ..

©2013 Jecke
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TOP 500 REZENSENTam 7. März 2013
Inhalt:
Der 14-jährige Jens fährt zum letzten Mal ins Ferienlager Schneckenmühle, wo er den Sommer mit anderen Jungs und Mädchen verbringt, Skat und Tischtennis spielt und sich Gedanken über Gott und die Welt macht.

'Schneckenmühle' erzählt vom Leben in der DDR, von den Abenteuern im Ferienlager, von ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, vom Erwachsenwerden und von der beginnenden Auflösung der DDR.

Mein Eindruck:
Ich bin selbst in Ostdeutschland aufgewachsen und habe den Fall der Mauer sehr bewusst miterlebt. Ich hatte mir vom 'Schneckenmühle' erhofft, dass meine Erinnerungen an meine Kindheit aufgefrischt werden, dass ich auf längst vergessene Details über das Leben in der DDR stoße und dass ich ein wenig nostalgisch werden kann. Zwar bin ich hier auf viel Bekanntes gestoßen, doch dennoch ist der Funke bei mir nicht übergesprungen.

Der Erzählstil ist extrem abgehackt, und fast fühlt man sich an die assoziativ gelockerte Sprache im Rahmen einer Psychose erinnert - Jens kommt wirklich vom Hundertsten ins Tausendste, was zum Teil auch zu der Sprache von Jugendlichen passt, meiner Meinung nach aber übertrieben wurde.

Zudem habe ich einen roten Faden vermisst, das Buch hat kein Interesse bei mir geweckt, ich wurde nicht neugierig auf den weiteren Verlauf.

Somit war 'Schneckenmühle' für mich teilweise amüsant, aber nur sehr kurzlebig und im Endeffekt kein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird und das ich empfehlen würde.

Mein Resümee:
Einige witzige Momente, viele Details aus dem Leben in der DDR, aber meiner Meinung nach trotzdem keine spannende Geschichte. Schade!
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am 5. Juni 2013
Jochen Schmidt ist ein Erinnerungsungeheuer. Er unternimmt Ausgrabungen wie ein Archäologe. Seine neueste Grabungsstelle heißt "Schneckenmühle". Ans Licht fördert er Gerüche, Geräusche, Geschmäcker, Gefühle, die wir anderen längst vergessen geglaubt haben. Sein Grabungshorizont sind die 1980er Jahre der versunkenen DDR. Er hält die verschiedenen Scherben hoch. Und im Moment, da wir sie sehen, trifft uns die Erinnerung wie ein Schlag.

Ist "Schneckenmühle" ein Roman, wie auf dem schön gestalteten Buchtitel behauptet? Vermutlich ja. Der pubertierende Jens fährt aus Berlin wie jedes Jahr ins Ferienlager ins sächsische Mittelgebirge. Es ist der Sommer 1989. Nach und nach macht sich ein Betreuer nach dem anderen in Richtung Ungarn dünne. Währenddessen laufen für Jens die Dramen des Heranwachsens ab, in denen Peggy eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Gegen Ende des Buches unternehmen die zwei ihren eigenen, privaten Ausbruchsversuch - magischer, fast surreal wirkender Höhepunkt der Geschichte. Und am Schluss folgt die Verschleppung von Jens, fort aus der Kindheit und dem Land, zu dem sie gehörte.

Das Ende der DDR als Vertreibungserfahrung zu erzählen - dass ist sicherlich die subversivste Facette dieses kleinen, schnell durchstöberten, feinen Buches. Eine andere ist die Tatsache, dass Jochen Schmidt auch in der Romanform seinen Wurzeln als Berliner Lesebühnenautor treu bleibt. Es gibt hier neben dem Staunen über und leisen Erschauern vor Schmidts unheimlichem Gedächtnis sehr viel zu lachen. Die Pointen sitzen, der Wortwitz sprüht. Man kann immer wieder spüren, dass hier jemand schreibt, der ein Livepublikum zu unterhalten versteht. Allerdings liegt darin auch eine Gefahr, die Schmidt noch nicht ganz gebändigt hat - das Liebäugeln mit dem schnellen Gag. Das ist im Moment des Lesens sehr oft ein großes Vergnügen. Aber zwei Seiten weiter fällt es einem manchmal schwer, sich noch an den Grund erinnern zu können. Dass der Erzählungsfaden des Buches darüber hinaus ein sehr dünner ist, der sich immer wieder im frei schwingenden Erinnerungsgeflecht von Jens aufzulösen scheint, in Zeit- und Ortsprüngen und den zahllosen Windungen seiner Gedanken und Gefühle, macht die Struktur des Buches noch doppelbödiger. Nicht jedem Leser wird das behagen.

Ich mag "Schneckenmühle" trotzdem. Oder vielleicht ja auch genau deswegen. Jochen Schmidt wird mal unser Proust. Merkt Euch meine Worte. Noch Eierschecke?
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am 23. September 2013
Ich habe ihn aus seinem Buch lesen hören, diesen Jochen (warum hätte ich hier beinahe Jens geschrieben?) Schmidt, und darüber reden auch ... Er ist einer, der jeden ausgesprochenen Gedanken im nächsten Satz wieder abwägt, relativiert, in Frage stellt ... und die Frage im übernächsten Satz dann auch wieder einer Prüfung unterzieht ...
Jetzt hat er ein Buch geschrieben, das aus lauter Puzzleteilen besteht, mit Witz, der mir manchmal zu oberflächlich war, & mit Atmospäre, die sich für mich sehr anschaulich zusammenfügte, auch wenn zwischen den Puzzleteilen Vieles weiß bleibt, vor allem das Tiefere und der große Rand der Geschichte rundrum.
Es war trotzdem ein Gewinn, das Buch zu lesen, für mich als Ex-Ferienlagerkind ... viele Sätze sind, wie das Umdrehen eines Kärtchens vom Memory-Spiel: ach ja, so war's, so passt es!
Wo hat dieser Mann nur alle diese Erinnerungen wieder aufgefunden?!
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am 29. Dezember 2014
Für alle, die kein Ferienlager erlebt haben, sicher ein spannender Einblick. Für mich viele aufgefrischte ERinnerungen, die mir an einigen Stellen jedoch etwas zu überzogen war. Außerdem teils etwas langatmig.
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am 10. Dezember 2014
Unser Literaturkreis las das Buch, also musste ich wohl oder übel durchhalten. Sonst hätte ich den Roman sicher nach spätestens 30 Seiten beiseite gelegt. Und das hätte ich auch ohne schlechtes Gewissen tun können, denn die Handlung wird danach nicht interessanter. Ständig dachte ich: Es muss doch noch was kommen, gleich geht die Geschichte los. Es geht aber gar nichts los.
Der ganze "Zauber" besteht darin, dass Episoden aus dem nicht gerade atemberaubend interessanten Leben in einem DDR-Ferienlager aneinander gereiht weden. Erst ganz, ganz am Ende kommt ein bisschen Spannung auf, als der Ich-Erzähler und Peggy sich etwas näher kommen.
Überhaupt: dem Ich-Erzähler nehme ich den 14-Jährigen nie und nimmer ab. Da reihen sich aufgeschnappte "Weltweisheiten" und nicht zu Ende Gedachtes sinn- und wahllos aneinander. Wie in einem gut sortierten Ostalgie-Shop wird aufgezählt, was die Erinnerung an DDR-Typisches (Produkte und und...) hergibt. Das alles ein bisschen gewürzt mit DDR-Kritik "light" - das tut niemandem weh. Mir ist das zu wenig und ein viel zu dünnes Süppchen, um mich gut zu unterhalten. Denn das Rezept ist ja nicht neu und andere vor Schmidt kochten es wesentlich besser: "Der Fänger im Roggen" und "Tschick" lassen herzlich grüßen.
Man liest, vieles sei komisch gemeint. Na ja. Auch das konnte Herrndorf wesentlich besser.
Und was unseren Literaturkreis betrifft: tiefgründigere Erkenntnisse förderte die Runde auch nicht zutage.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. April 2013
Sommer 1989 in der DDR. Jens ist 14 Jahre alt und darf dieses Jahr zum letzten Mal ins sächsische Betriebsferienlager Schneckenmühle fahren. Skat spielen, Fußball, Wanderungen, Hörnchen in Tschechien und die Abschiedsdisko am letzten Tag. Davor hat Jens noch mehr Angst als vor den anderen Dingen, denn sonst war er immer derjenige, welcher gehänselt wurde. Nun gehört er zu den Ältesten und trotzdem ist seine Angst nicht geringer geworden. Trotzdem hat er großen Spaß im Ferienlager und freut sich schon etwas auf die neue Schule, spätere Reisen mit seinem Bruder, Mädchengeschichten und vieles mehr. Zu Hause wartet sein Computer, den er von Verwandten aus Westdeutschland bekommen hat und auch den neuen Tretmülleimer, der zu Hause angeschafft wurde, muss untersucht werden. Obwohl er schon sehr reif für sein Alter ist, hat er auf seine Art und Weise Spaß, wie andere in seinem Alter. Alles ändert sich als Jens nach einem Ausflug krank wird und auf der Krankenstation herumliegen muss. Peggy, die von allen gehänselt und gemobbt wird, will abhauen und weiht ihn ein, dass sie sich versteckt. Sie braucht jedoch wegen der Lebensmittel seine Hilfe. Kurze Zeit später ist sie verschwunden. Die Polizei sucht nach ihr und damit kommen ganz andere Fragen zur Sprache, wie Republikflucht und ähnliches.

'''Sarahs Meinung'''
Keine 20km von uns entfernt war damals die Grenze. Oft bin ich mit meinem Vater dort gewesen. Einfach weil man dort in der Nähe Schiffe beobachten konnte, Kuchen essen und ähnliches. Nachdem die Grenze geöffnet wurde, waren wir regelmäßig bei Verwandten von meinem Vater. Damals war ich sieben und kannte die DDR nur aus Geschichten von meiner Mutter, die damals noch rechtzeitig in den Westen zu ihrer Mutter gegangen ist. Inzwischen ist das Thema DDR zwar nicht vergessen, aber kaum ein Jugendlicher kann sich daran noch erinnern. Aus diesem Grund finde ich es schön, die damalige Zeit noch einmal mit einem Jugendbuch festzuhalten – für beide Seiten.

Bevor ich jedoch in den „Genuss“ des Buches kam, hat meine Nichte das Buch zuerst gelesen. Mit rund 13 Jahren also genau die Zielgruppe, die der Autor erreichen möchte. Sie gab mir das Buch zwei Tage später wieder, schüttelte den Kopf und meinte nur, dass dieses Buch alles andere als schön sei. Es fehle dem Buch ein gewisser roter Faden und die versprochene Unterhaltung.

Neugierig von ihren Worten habe ich mich ans Lesen gemacht, und kann ihr leider nur zustimmen. Beste Unterhaltung, wie sie im Klappentext angekündigt wurde, ist in meinen Augen etwas anderes. Es begann schon mit dem Kennenlernen von Jens. In meinen Augen wird er blass und farblos beschrieben. Irgendwann auf Seite 50 kam bei mir plötzlich der Moment, dass ich mich fragte, wie hieß die Hauptfigur, die mir die Geschichte erzählt, eigentlich noch einmal. Auch wenn ich ein sehr schlechtes Namensgedächtnis habe, hatte ich nie Probleme mir einen einzelnen Vornamen zu merken. Sowohl äußerlich, als auch vom Charakter her konnte ich mir Jens nie wirklich vorstellen, und das war ein großes Problem. Er wirkte schwach, ängstlich, aber das war es auch schon. Hinzu kommt, dass die Situation der DDR für viele Leser gar nicht mehr präsent ist. Ein paar einleitende Worte oder eine bessere Einführung hätten dem Buch nicht geschadet. Ich bin damit groß geworden und kann mich an Kleinigkeiten erinnern, sodass für mich das nicht so schwierig war. Für die heutige Jugend stelle ich es mir jedoch deutlich schwerer vor, zumal sogar meine Nichte viele einige Fragen hatte, die erst einmal von Oma und Mutter geklärt werden mussten.

Das Hauptproblem sind jedoch die Sprünge. Einige mögen dies als sprunghafte Gedankengänge eines Jugendlichen bezeichnen. In meinen Augen ist es jedoch einfach nur schwer die Sprünge zu erkennen. So befindet man sich zum Beispiel gerade bei der Ankunft im Ferienlager und plötzlich wird über die Schulzeit, wie zum Beispiel einen Trompeter berichtet. Bei einigen Sprüngen kann man den Gedankensprung sicherlich greifen und nachvollziehen. Die Mehrheit der Sprünge sind jedoch so unklar, dass man sich plötzlich fragt, ob man noch im Ferienlager ist, oder sich wieder an einem ganz anderen Ort befindet. Dadurch ist ein flüssiges Lesen nicht gerade gewährleistet. Einfach weil man nie weiß, wann der nächste Sprung kommt, und wenn er dann kommt, passiert erneut ein Bruch zur eigentlichen Geschichte. Dieser zu folgen ist wirklich ein hartes Stück Arbeit. Die Konzentration leidet sehr darunter, denn oft liest man einen Text in einem anderen Zusammenhang, um dann zu merken, dass es wieder ein Gedankensprung zu einem anderen Ort war. Zudem entsteht keine Verbundenheit zum Buch. Es ist zum ersten Mal wirklich egal, wo man pausiert, weil man nach jedem Absatz mit einer neuen Situation in Berührung kommt.

Sicherlich sind die Dialoge sehr schön formuliert und auch jugendlich gehalten. Sie zaubern ab und an, abgesehen von dem Dialekt, der gerne mal genutzt wird, sogar mal ein Lächeln aufs Gesicht, weil sie oft humorvoll sind. Im Grunde halt der jugendliche Charme, die Naivität und Leichtigkeit. Und auch manche Geschehnisse lassen die Unbefangenheit des letzten Sommers im strahlenden Glanz erscheinen. Zum Beispiel wenn einer der Jungs aus dem Fenster pinkelt oder ähnliches. Es gibt das Gefühl, dieser Sommer ist der letzte bevor es heißt: Werde ernst, vorausschauend, erwachsen.

Diese eingefangenen Moment sind sicherlich schön, verblassen jedoch gänzlich durch die Sprünge. Andere werden dies lieben, bei uns ist das Buch jedoch nicht so gut angekommen. Wer gerne solche Gedankensprünge mag, sollte es sich anschauen, sonst lieber Finger weg.
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