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am 29. September 2015
Navid Kermani, Orientalist, Schriftsteller und Journalist, reist in eine beunruhigte Welt. Voller Neugierde und Empathie beschreibt er Menschen, die bleiben, wenn die Krisenreporter wieder gegangen sind. Der Bogen spannt sich von Indien über Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak, Palästina bis vor die Haustüre der EU, Lampedusa. Kermani spricht mit Politikern, Geistlichen, Intellektuellen und einfachen Menschen, die er auf den Straßen oder in den Hotels trifft. Alltagsbewältigung und philosophische Fragen, das tägliche Leben und die Kultur, Religion und Politik, alles kommt hier vor.
Navid Kermani nähert sich mit großem Respekt den einzelnen Lebensgeschichten und religiösen Überzeugungen der Menschen, die er trifft. Mit einer klaren, ja schönen Sprache macht er es dem Leser leicht, ihm zu folgen.
Wer wer mehr wissen möchte über die beunruhigte Welt jenseits der Bilder der Tagesschau und der Schlagzeilen, wer erfahren will, wie die Menschen dort leben, was sie denken, was sie reden, der wird in diesem Buch vieles erfahren, was in der täglichen Nachrichtenflut untergeht.
Ein wichtiger Hinweis zu dieser Neuauflage: Die Reportagen über den Irak - zuerst im Spiegel im Herbst 2014 erschienen -, sind erst in dieser Ausgabe veröffentlicht.
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Navid Kermani, Orientalist persischer Herkunft, ist für seine Reportagen aus Krisenregionen des Orients bekannt und ist eben mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt worden. Auffällig sind seine sehr menschlichen Betrachtungen der Geschehnisse und die Art, wie er auch kleine Details der Menschen zu interpretieren weiss. Seine ständige Frage schient zu sein, wie Menschen überhaupt in solchen Krisengebieten überleben können und weiter existieren. In Indien, Pakistan, Afghanistan, Syrien, Palästina, Tunesien, Kaschmir oder auf der Insel Lampedusa trifft er seine Gesprächspartner. Er ist einer von ihnen, setzt sich den gleichen Gefahren aus, wird von Milizen verfolgt oder bezeugt Hinrichtungen in Syrien. Sein Stil ist ohne Effekthascherei, distanziert, aber präzise, einfühlsam, aber doch pragmatisch.

Sein Buch führt den Leser mitten in das Geschehen, ein Geschehe, das wir in Europa eigentlich nicht mehr sehen wollen und von den täglichen grauenvollen Nachrichten überfordert sind. Hier 800 Flüchtlinge ertrunken, dort 200 Syrer ermordet, die Talibanisierung der Gesellschaft im Nahen Osten, der Siegeszug der IS, die Ohnmacht der westlichen Verbündeten, wer kann diese Informationsflut noch verarbeiten? Kermani führt uns in die Thematik ein, lässt die Beteiligten zu Worte kommen und schafft so viel Verständnis für die politische Lage. Hinter Lampedusa fängt die andere Welt an und wir sind mit ihr verbunden. Dieses Buch lässt nicht unberührt. Er zeigt das Menschliche auf und man lernt daraus, dass es viel Wertvolles inmitten der Zerstörungen zu entdecken gibt.
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am 27. März 2013
Kermani schreibt über seine Erfahrungen in Indien, Kaschmir, Syrien, Iran, Afghanistan, Lampedusa... Aus persönlichem Interesse begann ich mit den Berichten aus Afghanistan, das er 2006 und 2011 bereiste. In all den Jahren habe ich nirgends differenziertere und berührendere Texte zu diesem Land gelesen. Geredet hat er mit vielen - deutschen, amerikanischen, afghanischen Soldaten, Fahrern, Übersetzern, Parlamentsabgeordneten, Dorfbewohnern, Armen, die ihr Zuhause unter Planen auf dem Friedhof von Kabul fanden, einem Arzt, einem Künstler, einer Schuldirektorin, einem Ex-Taliban. Neben seinen Beobachtungen zu dem, was er sieht/erlebt, sind vor allem die vielen O-Töne seiner Gesprächspartner erhellend. Endlich hört man Afghanen über ihr Land reden! Gesprächspartner sind - wen wundert's? - überwiegend männlich, aber er hat das Leben von Frauen/Mädchen ebenfalls im Fokus. Allein für diese beiden Reportagen würde ich locker noch einen 6. Stern vergeben!

Ergänzung: Mittlerweile habe ich auch die anderen Reportagen gelesen. Sie halten das hohe Niveau. Auch wird seine Herangehensweise immer deutlicher. Er nähert sich einer Region so unvoreingenommen wie möglich. Tastet sich fragend und beobachtend an das Hier und Jetzt heran, lässt Widersprüchliches oder nicht Verstandenes als solches stehen, gibt seinen persönlichen Empfindungen und Gedanken Ausdruck, markiert sie aber auch als solche. Aus diesen Puzzleteilen ersteht eine Momentaufnahme, die einem das Land, die Menschen naherrückt. Er verzichtet gänzlich auf Besserwisserei, (Vor-)Urteile, ist uneitel und im wahrsten Sinne Chronist. Nur in einer Gegend gelang ihm diese Vorgehensweise - wie er selbst gesteht - nicht. Sein Besuch in Palästina incl. der immer wiederkehrenden Beobachtung von Demütigungen von Palästinensern an Checkpoints etc. frustrierte ihn so sehr, dass er Israel nicht mehr mit der Unbefangenheit begegnen konnte, wie er es früher getan habe und auch weiterhin gerne getan hätte. Es ginge einfach nicht. Er schrieb, er sei von keiner Reise jemals so deprimiert zurückgekehrt. Auch das ist eine Stärke seiner Reportagen: Er beschreibt die Länder/Begegnungen in Resonanz zu seinem Inneren - möglichst wahrheitsgemäß - und gaukelt keine Objektivität vor, die es nicht gibt und nicht geben kann. Wunderbare Texte!
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am 8. März 2013
Navid Kermani vereint in sich selbst bereits „Welten“.

Beheimatet in Köln, Moslem, sprachmächtig, Kriegsreporter. Einer, der auch hier einen anderen Akzent zu setzen versteht. Nicht die „objektive Reportage“ ist sein Ziel, sondern der „Bericht aus dem Inneren“. Einer, der mitten drin ist, der sich, auch innerlich, einmischt, der seine Meinung durch seine Worte transportiert. Und einer, der tatsächlich das Gesehene und Gemeinte sehr, sehr präzise und prägnant in Worte zu bringen versteht.

Abstrakte Nachrichten, Bilder am Vorabend, Berichte aus Krisengebieten, all dies erhält durch seine sehr persönliche Zuwendung zu den Regionen, den Ereignissen und, vor allem, zu konkreten Menschen in diesen „Regionen im Ausnahmezustand“ eine Nähe für den Leser, eine persönliche Zugangsmöglichkeit, die in den allgemeinen Nachrichten meist nicht gegeben ist.

Sei es in Kaschmir, Delhi, Gujarat, Afghanistan, Palästina und auch in Lampedusa selbst, Kermani ist da, wo der Ausnahmezustand herrscht.

Sein Bericht vom „Eingang der Hölle“, aus Syrien Ende des Jahres 2012 . Da, wo in der „Mitte der Stadt“ und in den wohlhabenden Vierteln der „Krieg nur zu hören ist“ und doch alle sich fragen, wo denn nun genau die Granaten einschlagen. Gespenstisch ist die Atmosphäre, sehr eindringlich durch Kermani geschildert und auch in den Hintergründen beleuchtet. Dass in Syrien die Rebellion eben nicht, wie in anderen Ländern des nahen Ostens, von den Metropolen ausging, sondern vom Land aus, von den „Randgebieten“ aus. Eindeutig nimmt Kermani Stellung und öffnet mit seiner sachlich-nüchternen Sprache den Blick mitten hinein in die „Welt der einfachen Leute“. Knüppel, Schusswechsel, Massaker, all dies lässt er vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Bei Menschen, die „nichts erwarten vom Westen“, die auf sich alleine gestellt um das reine Überleben mittlerweile kämpfen. Das schon viel gewonnen wäre, „wenn der Westen mal gar nichts täte, statt die religiösen Kräfte direkt und indirekt zu sehr zu unterstützen“.

Fast noch hoffnungsloser bildet Kermani im Rahmen einer Reportage aus dem Jahre 2005 die Situation der Menschen in Palästina ab. Schikanen durch die israelitische Armee, Gewalt bestimmter Palästinensergruppen, allgegenwärtige Korruption und eine Politik, der es nur darum geht, den eigenen Machtbereich um jeden Preis zu zementieren. „Alles, nur keine Lösung“ scheint das Motto, das Kermani bitter beschreibt und mit seinen Beobachtungen vor Ort unterfüttert. Eine Beschreibung, aus der heraus er „Schuld“ ganz eindeutig zuweist und diese Meinung vehement vertritt, auch wenn sie nicht der allgemeinen „political correctness“ entspricht.

Eindringliche Reportagen sind es, mit denen Kermani dem Leser die „Welt dahinten“ ungefiltert vor Augen führt und damit den seelenlosen Nachrichten und Berichten aus aller Welt Namen und Gesichter gibt. Ursachen, Folgen, Hintergründe, konkrete Beteiligte, das sind Kermanis Interessen und das sind die Grundlagen für seine klaren Meinungen und Überzeugungen, die er klar erkennbar im Buch mitteilt.

Ein durchaus aufrüttelndes und sehr persönliches Buches eines Reporters, der da war und dahin geht, wo die Welt alles andere als „in Ordnung“ ist. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
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Der islamische Schriftsteller Navid Kermani führt seine Leser zu verschiedenen Brennpunkten des Nahen Ostens und der Arabischen Welt, die den Westen in den letzten Jahren beeinflusst haben.

"Die Welt ist beunruhigt" sagt Kermani und präsentiert in diesem Buch ganz ausgezeichnete Reportagen und Momentaufnahmen aus Afghanistan (2006 und 2011), aus dem Iran (2009), Indien (2007), Palästina (2005), Lampedusa (2008) und Syrien. Er erzählt in glänzender Weise über die Talibanisierung der Gesellschaft, deren Doppelmoral, Zerrissenheit, aber auch ihre kulturelle Vielfältigkeit. Er führt ins Afghanistan, wo er das Gefühl hatte, dass all die Millionen an Hilfsgeldern würden vor allem in die großen Flotten gepanzerter Geländewagen für die Ausländer investiert würden. Er führt in das Teheran von Ali Chamenei und berichtet vom Flüchtlingslager in Lampedusa. Seine Momentaufnahmen sind eindrucksvoll, hinreißend und mit viel Sachverstand geschrieben.

Seine, im Buch zusammengefassten, Reportagen strecken sich über 8 Jahre...das ist eine sehr lange Zeit in der Politik und vor allem im kochenden Nahen Osten. Man fragt sich sofort, wie es wohl in Lampedusa heute aussehen wird, 5 Jahre nach diesem Bericht, oder wie der Iran mit der Periode Ali Chamenei fertig geworden ist, wie der arabische Frühling auf diese Länder gewirkt hat und wie es heute weitergehen wird. Ja, das Buch sind Reiseberichte und doch möchte man über diesen Ausnahmezustand etwas Aktuelles erfahren. Man tappt etwas im Dunklen, denn die Ereignisse in diesen Ländern stehen jeden Tag in den Schlagzeilen und eine solche Zusammenfassung von Reportagen hat eigentlich nur noch geschichtlichen Wert und ist interessant für Menschen, die für dieses oder jenes Land ein spezielles Interesse haben.

Trotzdem kann man den Schreibstil von Kermani und sein tiefes Verständnis für diese Regionen der Welt nicht genug loben! Dieses Buch ist spannend, einfühlsam geschrieben und führt in die Seele der Menschen und ihrer Konflikte.

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am 8. September 2015
Der Autor beschreibt sehr lebendig die Situation in Gegenden, über die man in den Nachrichten wenig Gutes oder gar nichts hört. Dabei bemüht er sich aus meiner Sicht, die Dinge unvoreingenommen zu schildern und macht auch unterschiedliche Interessenlagen deutlich.
Ein kleiner Wermutstropfen: Er schreibt eine insgesamt sehr objektive Reportage über Israel und Palästina, hebt jedoch am Schluss noch einmal explizit (s)einen Mind-change wegen eines offensichtlich palästinenser-feindlichen israelischen Grenzbeamten hervor. Wenn man dann liest, dass diese Reportage für die taz war, bekommt das ein bisschen ein G'schmäckle...
Aber insgesamt ein sehr gutes und lesenswertes Buch.
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am 26. Mai 2013
Grundsätzlich fand ich das Buch sehr interessant. Es erweitert eindeutig den Horizont und beinhaltet Reportagen aus den Ecken der Welt, aus denen man zwar viel hört, aber kein Journalist zu reisen scheint. Es ist eine erstaunliche Leistung, die Navid Kermani vollbracht hat. Er ist in meinen Augen ein hervorragender Reisender, Beobachter und Berichterstatter. Es ist einfach nur bewundernswert, wie sehr er sich für objektiven Journalismus einsetzt und welche Risiken er dafür eingeht.
Was an dem Buch (wohlgemerkt nicht am Inhalt) wirklich mühsam ist, ist der Satzbau bzw. die Wahl und Position der Satzzeichen. Ich habe es noch nie so anstrengend empfunden, während des Lesens in drei- und vierfach verschachtelten Sätzen herauszusuchen, was zusammen gehört. Mitunter sind die Sätze durch Wiederholungen komplett unverständlich (was ich sehr schade finde). Ein Beispiel: "Wenn nur ein Mensch auf Erden, dann wusste er, was es bedeutet, wenn Afghanistan in die Hände der Taliban fällt, was es bedeutet für die Welt." Meist sind absatzweise Sätze aneinandergereiht, wo man schon längst drei Punkte machen hätte können. Interviews beinhalten zu 90% keine Anführungszeichen, was es manchmal richtig schwierig macht zu erkennen, was von welcher Person gesagt und gedacht wurde.
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am 29. August 2016
Wirklich tolles Buch, öffnet die Augen über die Krisenherde der Welt und liest sich dabei sehr unterhaltsam und gut verständlich
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am 2. Februar 2016
Kermani liefert hier einen sehr eindrucksvollen Einblick in all das, was sich in den Berichten über diese Länder in der Tagespresse eben nicht so findet. Hier wird über die Schlagzeilen des Tagesgeschehens hinaus aufgezeigt, dass die Dinge sich bei näherer Betrachtung deutlich komplizierter darstellen. Dass die hierzulande oftmals präsentierten einfachen Lösungen von vollkommener Unkenntnis der tatsächlichen Sachverhalte vor Ort zeugen, und die Probleme dort allzu oft noch vergrößern. Absolut lesens- und verstehenswert!
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am 2. Juni 2013
Viele interessante Mosaike aus einer der unruhigsten Gegend der Welt.
Leider fehlen die Rahmendaten, die Geschichten wurden recht unvermittelt nebeneinander gestellt. Da hätte ich mir Zusatzinformationen gewünscht.
Eine Gegend der Welt, die für die Zukunft der Erde noch sehr wichtig sein wird.
Wir Europäer sollten uns mehr kümmern, nicht nur ökonomisch.
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