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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
6
Die erste Weltwirtschaftskrise: Eine kleine Geschichte der großen Depression
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 17. August 2013
Eines muss ich meiner Rezension vorwegschicken: Ich bin bei Leibe kein Experte auf dem Gebiet der Finanzmärkte und auch die Geschichte der Großen Depression bzw. der ersten Weltwirtschaftskrise ist mir bisher nur in ihren Grundzügen vertraut gewesen. Zudem stell(t)en beide Sachbereiche nicht unbedingt den Kern meines (historischen) Interesses dar. Umso höher ist das Verdienst des Autors zu würdigen. Denn trotz dieser Voraussetzungen hat das hier besprochene Buch meine Aufmerksamkeit erregt. Dank der spannenden, jedoch stets sachlichen Aufbereitung des Themas, wurde so der Grundstein für eine weitere Auseinandersetzung meinerseits mit dem Stoff gelegt.

Florian Pressler legt mit „Die erste Weltwirtschaftskrise: Eine kleine Geschichte der Großen Depression“ ein Buch vor, das sich als Übersichtswerk versteht und eben die Menschen erreichen möchte, die bisher noch nicht in die Materie eingetaucht oder nur wenig damit vertraut sind (S. 8f.). Inwieweit die „ungewöhnliche Periodisierung der Weltwirtschaftskrise“ auch bei besser mit dem Gegenstand vertrauten Personen Akzeptanz und Zustimmung findet, vermag ich nicht zu beurteilen. Zumindest die annotierte Kurzbibliographie am Ende der Darstellung lässt den Schluss zu, dass hier in der Tat eine ungewöhnliche Periodisierung stattfindet, der Autor also abseits der ausgetretenen Pfade schreitet. Trotzdem werden dabei aber selbstverständlich nicht die essentiellen Fakten vernachlässigt, welche die Grundlagen eines Verständnisses um die Ursachen und Folgen des konkreten historischen Ereignisses konstituieren. Florian Pressler lässt den Leser nicht alleine, sondern erklärt, trotz des Einbezugs größerer Kontexte („Peripherie der Weltwirtschaftskrise“), stringent die eigentliche Geschichte der Großen Depression und ihrer weltweiten Auswirkungen, ohne sich in Fachdiskursen oder anderen „Nebenkriegsschauplätzen“ zu verlieren. Hier ergibt sich folglich eine Angriffsfläche und Raum für Kritik: einige wichtige Ereignisse sind vernachlässigt worden oder bleiben schlicht unerwähnt. Aber man muss sich dann ebenfalls die Frage stellen, ob diese hochspezifischen Diskurse in einem Einführungswerk tatsächlich dargestellt werden müssen. Florian Pressler weist jedenfalls in seinem Text auf die selbstgewählte Beschränkung hin und bietet dem Leser wichtige Literaturtipps in der bereits erwähnten Kurzbibliographie.

Offenkundig hat mir die Lektüre des eigentlichen Werks große Freude bereitet. Das liegt zunächst an dem sehr verständlich geschriebenen Text, primär aber daran, dass der Autor das in der Einleitung kommunizierte Vorhaben, für eine breite Öffentlichkeit zu schreiben, im Laufe der weiteren Darstellung nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen lässt. Stattdessen erklärt er Fachbegriffe, komplexe Vorgänge und Wirtschaftstheorien stets trefflich und schreckt auch nicht davor zurück, Erklärungen an passender Stelle zu wiederholen. Solche Wiederholungen können ermüdend sein und den Lesefluss behindern, aber im vorliegenden Fall sind sie sinnvoll (da sparsam) eingesetzt.

Das Buch hat mir persönlich zahlreiche interessante Perspektiven eröffnet und – wie bereits angemerkt – für das Thema sensibilisiert. Gerade die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Ursachen sowie Folgen der Großen Depression und der Wirtschafts- und Finanzkrise unserer Zeit, die Florian Pressler im letzten Kapitel ausführlich diskutiert, regen zu eigenen Überlegungen an. Allein schon deswegen ist das Buch als lesenswert zu empfehlen. Die von dem Rezensenten „wrdlbrmpft68“ angesprochenen Sachmängel sind zwar in der Tat ärgerlich, schmälern m.E. aber keinesfalls das oben angesprochene Verdienst des Autors.

Ich möchte mich auf jeden Fall nun genauer in die Materie einarbeiten, denn die Folgewirkungen der Großen Depression sind noch heute in gewissen Formen in Wirtschaft und Politik präsent (S. 243). Florian Presslers Einführung hilft, anhand des historischen Ereignisses ein Verständnis für die Handlungsmuster zu entwickeln, die zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise angewandt oder eben nicht gewählt werden. Dabei versteigt er sich glücklicherweise nicht dazu, ein allgemeingültiges „Kochrezept“ zur Lösung solcher hochkomplexen Krisen zu formulieren.

Wie auf knapp 250 Seiten ausgeführt wird, fordern die mannigfaltigen wirtschaftlichen, politischen, sozialen und historischen Variablen stattdessen ein ebenso differenziertes Handeln. Die richtigen Handlungsschritte sind weder in einer einzigen Wirtschaftstheorie zu finden, noch in den schrillen Forderungen dubioser (politischer) Polemiker, sondern bleiben Prozess und wichtige Aufgabe verantwortungsbewusster internationaler Institutionen und Regierungen, so das Fazit.
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am 23. März 2013
Der Verfasser stellt zunächst die Vorbedingungen der Weltwirtschaftskrise dar und geht dann auf den Börsenkrach von 1929 sowie den Verlauf und jeweilige Lösungsversuche der Weltwirtschaftskrise in den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie den damaligen Kolonien ein. Anschließend dehnt der Autor den Zeitrahmen in bewusster Abweichung zur üblichen Datierung der Weltwirtschaftskrise auch auf den Zweiten Weltkrieg (Kampf der Wirtschaftssysteme) sowie die Nachkriegszeit (Suche nach einem Ersatz für die von der Weltwirtschaftskrise zerstörte alte Weltwirtschaftsordnung) aus. Es folgt ein kurzer Blick auf den Keynesianismus sowie ein sehr knapper Vergleich der Weltwirtschaftskrise mit der Rezession von 2009.

Bei einem so umfangreichen Programm kann eine gewisse Oberflächlichkeit nicht ausbleiben. So wird beispielsweise auf die deutsche Bankenkrise von 1931, die die Krise nochmals entscheidend verstärkte, nur am Rande eingegangen. Auch bleibt die Diskussion um mögliche Handlungszwänge der Regierung Brüning (Borchardt-Debatte) völlig unerwähnt.

Bedauerlich ist das Fehlen eines Fußnotenapparates, zumal sich das Werk auch an Studenten richtet. Ärgerlich sind Patzer wie auf Seite 44, wo der im Jahr 1925 den Goldstandard einführende Schatzkanzler Churchill zum eben ernannten Premierminister befördert wird oder auf Seite 194, wo Keynes zum Finanzminister aufsteigt, ohne tatsächlich dieses Amt jemals bekleidet zu haben.

Insgesamt als Einführung auf Fast Food-Level geeignet.
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am 25. März 2013
"Zeichnen heißt weglassen", lautet ein dem Maler Max Liebermann zugeschriebener Spruch. Florian Pressler könnte diesen Satz kennen: Er lässt bewusst vieles weg, um seine kleine Geschichte der großen Depression der Jahre 1929 ff. spannend und in angenehmer Sprache zu erzählen, und er tut sehr gut daran. Obwohl der Verfasser, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg, inhaltlich einen breiten Bogen spannt, gelingt ihm eine äußerst treffliche und instruktiv geschriebene Darstellung, die alle wesentlichen Aspekte des Themas erfasst. Dem Autor ist es gelungen, die Grundthesen der verschiedenen Theorien zu Ursachen und Erscheinungsformen der Weltwirtschaftskrise vorzustellen, jedoch der Versuchung der Darstellung der weitverästelten Diskussionen und Forschungskontroversen zu widerstehen. Pressler möchte vielmehr auf einer Metaebene die Geschehnisse erzählen, und macht sich daher bewusst keinen eigenen Standpunkt zu Eigen. Im Ergebnis bekommt der Leser die Fakten, Prozesse und Entwicklungen in Europa, den USA und der Peripherie dargeboten, was gerade für den Nicht-Historiker ein wohltuendes Lesevergnügen bietet. Dies ist eine Stärke dieses Buches, das zudem ohne einen großen wissenschaftlichen Apparat auskommt.
Die zweite ist die schon erwähnte inhaltliche Bandbreite, und vor allem der weite zeitliche Horizont. Pressler setzt mit seiner Darstellung nicht erst 1929 ein, sondern er schildert auch die Vorgeschichte der ökonomischen Krisen im Gefolge des Ersten Weltkriegs. Ebenso geht er über deren unmittelbaren Verlauf hinaus und beschreibt die politischen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung wie Roosevelts New Deal, sowie die Bemühungen zur zukünftigen Verhinderung derartiger weltwirtschaftlicher Verwerfungen. Letzteres führt bis hin zu Institutionen wie der Weltbank, dem GATT bzw. der WTO und dem IWF, die bis heute die internationalen Wirtschaftsbeziehungen prägen.
Damit in der Gegenwart angekommen, blickt Pressler auf die aktuelle(n) Wirtschaftskrise(n). Hier wird der Boden allerdings schwankender, zum Beispiel wenn der Autor die bestehenden Zahlungsbilanzungleichwichte, vor allem die positive Handelsbilanz Deutschlands gegenüber den negativen Zahlungsbilanzen anderer EU-Staaten, als Erklärung für die gegenwärtige Währungs- und Schuldenkrise in Europa heranzieht. Anders herum wird ein Schuh daraus: Weil die krisenhaften Staaten kein solides, nachhaltiges "Geschäftsmodell" verfolgten, keine Haushaltsdisziplin an den Tag legten, und keine Reformen ihrer sozioökonomischen Strukturen durchführten, liefern die Bilanzen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Augenblick ein solches Bild. Ob angesichts dessen die sogenannte "Austeritätspolitik" ein falscher Weg ist, lässt sich so kaum feststellen.
Diese Kritik soll aber den Gesamteindruck des Werkes nicht schmälern, ebenso wenig wie einige kleinere Fehler und Ungenauigkeiten. Florian Pressler ist insgesamt ein sehr gutes Buch gelungen, das seinen Zweck als Einführung in das Thema ausgezeichnet erfüllt und eine solide Basis für eine vertiefte Beschäftigung mit der ersten Weltwirtschaftskrise legt.
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am 9. Februar 2015
Als Student ist man in den seltensten Fällen mit derartig verständlichen und anschaulichen Schilderungen konfrontiert, aber wenn dies der Fall ist, weiß man es ganz besonders zu schätzen. Selbst für Geschichtsmuffel wie mich, liest sich dieses Werk wunderbar und ich bin Herrn Dr. Pressler sehr dankbar für seine interessante Darstellungsweise.
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am 6. November 2016
Spannend, anschaulich und lehrreich geschrieben. Persönliche Schicksale begleiten einen durch die Auswirkungen der großen Depression. Komplexe Zusammenhänge werden gut vermittelt. Ein gutes Buch, um jemanden für das Studium "Wirtschaftswissenschaften" oder "Economics" zu begeistern.
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am 31. August 2014
Ein sehr gut zu lesendes Buch, eigentlich Pflichtlektüre für jeden politisch/wirtschaftlich/historischen interessierten Menschen. Der Autor hat die Materie verstanden und kann sie dem Leser auf leicht verständliche Art darlegen. Man spürt, daß er spannende Vorlesungen halten kann!
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