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Der Perser Avicenna (ca. 980 - 1037 n.Chr.) gilt als einer der größten Ärzte des Mittelalters. Er behandelte viele Menschen und statt einer Bezahlung bat er darum, die geistigen Werke, die in den großen Herrschaftshäusern zu finden waren, zu lesen, so gelangte er zu einem ungeheuren Wissen und Erfahrungsschatz im medizinischen Bereich.
Als Philosoph brachte er Europa die "Bücher der Alten" (Griechen) wieder, die damals in Vergessenheit geraten waren. Seine eigenen philosophischen Betrachtungen basieren auf Aristoteles, auf Plotin und den anderen großen Denkern wie Platon. Er beschäftigte sich neben der Medizin auch mit Mathematik, Astronomie, mit Pflanzen, baute Meßgeräte, schrieb Gedichte und beschäftigte sich mit der Welt der Farben und Töne.
Das Buch gibt einen schönen Einblick in sein Leben, seine Werke, sein Denken und seinen Einfluß bis heute. Avicenna war das Vorbild für das Buch der Der Medicus: Roman
(Anmerkung: Zu Avicenna gibt es weitere Informationen in dem Buch Heilwissen versunkener Kulturen
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am 19. Mai 2016
Der römische Historiker Tacitus hat im Vorwort zu den Annalen mit dem Motto "sine ira et studio" (ohne Zorn und Eifer) das klassische Motto der Geschichtwissenschaften geprägt. In den älteren Abschnitten der römischen Geschichte ist ihm das weitgehend geglückt bei der - aus Tacitus Sicht - jüngeren Geschichte nicht. Ein Herrscher unter dem man Karriere gemacht hat, kann nicht so schlecht sein. Ein Herrscher, der einem in die Wüste schickt, ist kein Guter.
Man sollte annehmen, dass "sine ira et studio" für einen vor 1000 Jahren lebenden persischen Gelehrten nicht allzuschwer durchzuhalten ist.
Dem ist aber nicht so. Gotthard Strohmaier hat einen wesentlichen Teil seines Lebens unter dem von ihm verhassten DDR-Regime gelebt. Alles was mit diesem Regime direkt und indirekt zu tun hat ist ihm ein rotes Tuch. Nachdem ich an der Univ. Jena seit Jahren Vorlesungen halte und in Thüringen sehr gute Freunde habe, kann ich das gut nachvollziehen.
Avicenna stand in der DDR und allgemein unter marixistischen Denkern relativ hoch im Kurs. Und da geht sich dann "sine ira et studio" nicht mehr aus. Es beginnt schon bei der Widmung an Josef Antali, dem ersten freien Ministerpräsidenten Ungarns. Im Vorwort kritisiert Strohmaier ein Avicenna Buch von Ernst Bloch und pinkelt zum Drüberstreuen noch ordentlich auf Bloch hin. Er regt sich im Folgenden über jede Avicenna-Gedenktafel in einer sowetischen Bezirksstadt auf. Meine Oberösterreichische Heimat ist mit Franz Stelzhamer Strassen, Linden und Gedenktafeln vollgepflastert. Auf keiner dieser Tafeln steht, dass Stelzhamer nicht nur schöne Heimatgedichte geschrieben hat, sondern auch ein sehr heftiger Antisemit war. Meiner Meinung nach hätte Strohmaier die Auseinandersetzung mit der marxistischen Rezeption in einem eigenen Kapitel zusammenfassen sollen. Dieses ständige Hinpinkeln an allen passenden und unpassenden Stellen nervt jedoch nur.
Diese Passagen kann man einfach überlesen. Viel störender ist, dass er auch an Avicenna kein gutes Haar lässt und seine Auswahl offensichtlich tendenziell ist. Z.B. geht er ausführlich auf einen faszinierenden Briefwechsel mit dem Naturwissenschafter al-Biruni ein. Al-Biruni ist nicht zuletzt durch seine erstaunlich präzise Bestimmung des Erdradius in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen. Es ist unbestritten, dass al-Biruni der bedeutendere Naturwissenschafter war. Strohmaier kritisiert Avicenna aber auch noch in jenen Fragen, in denen er eindeutig Recht hatte. Z.B. war für al-Biruni eine Strecke nur endlich oft teilbar, für Avicenna gemäss der euklidischen Geometrie unendlich oft. Das ist auch heute Stand der Mathematik. Avicenna bekommt aber trotzdem sein Fett ab, weil er dadurch der weiteren naturwissenschaftlichen Forschung und insbesondere den Atomismus geschadet habe.
Tatsächlich hat Avicenna wenn auch auf spekulative Art und Weise das Plancksche Wirkungsquantum postuliert. Im Zusammenhang mit dem Problem des Zenonschen Paradoxons von Achilles und die Schildkröte schlägt Avicenna folgende originelle Lösung vor:
"... daß eine Teilung nur der Möglichkeit nach, nicht aber in der Verwirklichung bis ins Unendliche weitergehen kann".
Strohmaier bringt diese Stelle, geht auf sie jedoch nicht weiter ein. Er hackt stattdessen lieber auf Kleinigkeiten herum.

Strohmaier kritisiert Avicenna auch wegen seines systematischen Medizinischen Lehrbuches. Dieses war im Mittelalter (und bis ins 16. Jh) das Standardlehrbuch. Damit habe er den medizinischen Fortschritt behindert. Außerdem habe er die eigentliche Quelle, den römischen Mediziner Galen, nur dann erwähnt, wenn er von Galen abweichende Vorstellungen hatte. Jemanden zum Vorwurf zu machen, er habe ein gutes Lehrbuch geschrieben, ist schon sehr schräg. Ein Lehrbuch ist immer eine Zusammenfassung gesicherten Wissensschafts-Standes. Es galten damals nicht die heutigen Zitierregeln und es gab kein Copyright. Von jemanden abzuschreiben galt nicht als geistiger Diebstahl, sondern als Lob des Originals.

Wenn auch etwas akademisch Vornehmer kritisiert der Arabist und Philosophiehistoriker Dag Nicolaus Hause in seiner in der FAZ erschienen Rezension "Beginne dich selbst - Gotthard Strohmaier deutet und kritisiert Avicenna" den Autor in ähnlicher Weise. "Denn Strohmaiers Buch ist von einer eigentümlichen Distanz zu seinem denkenden Helden durchzogen".

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man jedes Buch der Beck'schen Reihe ungeschaut kaufen kann. Unterschiedliche Interpretationen sind in der Wissenschaft unvermeidbar. "Sine ira et studio" wird bei Beck jedoch ernst genommen. Bei diesem Buch hätte der Lektor meines Erachtens wegen des klaren Regelverstoßes eingreifen müssen. Der Autor soll sein Abrechnungsbuch mit dem Marxismus und der DDR schreiben. Aber wenn ich mir ein Buch über Avicenna kaufe, interessiert mich die DDR nicht und ich erwarte mir einen relativ entspannten Zugang zum eigentlichen Thema. Die DDR ist für mich ein Thema, wenn ich mit meinen Thüringer Freunden rede.

Wesentlich besser und informativer fand ich: Lenn Goodman: Avicenna.
Sonja und Burchard Brentjes: Ibn Sina (Avicenna), repräsentiert die DDR-Perspektive. Burchard Brentjes ist jedoch ein durchaus anerkannter Althistoriker. Das Buch behandelt daher sehr ausführlich den historischen Kontext. Ein Punkt der bei Strohmaier kaum behandelt wird (was angesichts des schmalen Formats der Beck'schen Reihe auch verständlich ist).
Interesant ist auch: John Freely: Platon in Bagdad. Wie das Wissen der Antike nach Europa kam. Avicenna ist in dieser Gesamtdarstellung natürlich nur ein kleiner Teil gewidmet. Die Einschätzung Avicennas ist wesentlich freundlicher als jene bei Strohmaier.
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am 18. April 2012
Gotthard Strohmaier liefert eine informative Einführung in das Denken und Leben Avicennas, die auch für Nicht-Spezialisten sehr gut verständlich ist. Zwar entfaltet Strohmaier nicht, wie ein voriger Rezensent anmerkt, ein buntes Panorama der islamischen Welt im 10./11. Jahrhundert, aber das ist ja auch nicht das Ziel dieses Buches. Stattdessen informiert Strohmaier detailreich über das Leben und Wirken Avicennas und gibt vor allem auch viele Auskünfte über die antiken und islamischen intellektuellen Wurzeln der Werke und des Denkens Avicennas. Sehr hilfreich ist auch die Bibliographie.
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am 14. Mai 2013
Ein äußerst spannender Bericht über diesen ungebundenen, weltoffenen Mann. Eine tolle Basis für interkulturelle Begegnung. Er hat sie damals ganz selbstverständlich praktiziert!
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am 16. Februar 2013
Die Fülle der Namen, der geographischen Hinweise, macht das Büchlein etwas schwer lesbar, vermittelt viel Wissen. Man muss es aber mindestens 2x lesen, um den komprimierten Inhalt voll zu verstehen, dann aber ist man beeindruckt .
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