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Kundenrezensionen

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Am 6. August 1806, heute vor genau 200 Jahren, legte Franz II die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder. Unter dem Druck Napoleons löste sich das Reich mehr oder weniger selbst auf, ohne das ihm irgend jemand auch nur eine Träne nachweinte.

Doch was war dieses Reich eigentlich, welches fast 900 Jahre (seit der Kaiserkrönung Ottos I 962) existierte? War es ein Staat? Wie war das Verhältnis zwischen Kaiser und den Landesfürsten? Reichsstände, Reichskreise, Reichstag, Reichskammergericht usw. Wie kann man sich in diesem Geflecht aus geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen zurechtfinden?

Stollberg-Rillingers Darstellung, die mit Reichsreform und Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzt, ist der perfekte Einstieg in die Materie. Alles, was man über Verfassung und Funktionieren diese seltsamen Gebildes, dieses "Monstrum", (Pufendorf) wissen muss, wird auf diesen nur 120 Seiten dargelegt. Die Autorin führt den Leser durch das Labyrinth der Institutionen, ohne sie oder ihn in völlige Verwirrung zu stürzen.

Eng mit der Verfassung sind auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse verbunden. Vor allem die Reformation und die daraus resultierende Glaubensspaltung bestimmten Verfassung und Geschichte des Reiches bis zu seinem Ende. Der dreißigjährige Krieg und das Anbiedern der Landesfürsten an Napoleon lässt sich zumindestens teilweise aus den konfessionellen Gegensätzen erklären.

Die frühe Neuzeit ist so ein bißchen wie das häßliche Entlein der Geschichte. In der Schule völlig ausgeklammert, mit Ausnahme der Reformation, und selbst an der Uni eher mit Missmut betrachtet. Schade eigentlich. Denn hier liegen die unter anderem die Wurzeln eines starken Föderalismus, der noch heute unser Land auszeichnet.

Fazit: kurz, klar, verständlich. Der perfekte Einstieg? Zwar bleibt Stollberg-Rillinger immer auf der höchsten politischen Ebene und lässt den Alltag der kleinen Leute außen vor, doch lässt sich das im Rahmen einer solch kurzen Darstellung auch nicht erwarten.
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am 22. Juni 2010
Barbara Stollberg-Rilinger, Geschichtsprofessiorin an der Universität Münster, nutzt diesen - wie immer schmalen - Band der Beck'schen Reihe dazu, in Kürze die Grundzüge dieses Staatenkonstrukts auszuzählen, das wie kein anderes das ausgehende Mittelalter und die Neuzeit geprägt hat. Sie setzt mit ihrer Geschichtsschreibung grob nach der Reformation an, als das Reich trotz der Konfessionsspaltung noch immer mächtig war und als "Körper aus Haupt und Gliedern" die divergierenden Interessen der Fürsten und Untertanen, Stände und kirchlichen Gruppierungen in Einklang zu bringen trachtete. Gerade die Frage der Konfession bot allerdings eine enorme Sprengkraft, wie sich in den frühen Reformationskriegen, vor allem aber im dreißigjährigen Krieg zeigte, als das Reich erst zum Schauplatz blutiger Fehden, dann zum Spielball äußerer Mächte wurde. Der Kaisertitel, schon bald fest in habsburgischer Hand und verlängerter Machtapparat Österreichs, geriet durch diesen Krieg, aber auch durch den Vorstoß der Türken mehr und mehr unter Druck, und wandelte sich mehr und mehr vom mittelalterlichen Machtausdruck zu einem Mediator der Standesinteressen. Nach dem westfälischen Frieden konnte sich das Reich noch einmal unter habsburgischer Führung zum Machtzentrum ausdehnen; doch das erstarkende Preussen, die französische Revolution und schließlich die napoleonischen Feldzüge versetzten ihm den Todesstoss. 1806 wurde das Reich, das seine Unterstützer längst verloren hatte, endgültig zu Grabe getragen.

Stollberg-Rilinger stellt die Geschichte des Reichs in großen, sehr pointiert geschriebenen Zeitabschnitten dar. Für einen groben Überblick ist dies sehr gut gelungen, sofern man die sich aus der Kürze ergebenden Einschänkungen beachtet. Im letzten Kapitel fasst die Autorin gar die grossen Linien, denen sie im Buch nachgegangen ist, nochmals auf vier Seiten in komprimierter Form zusammen. Ein Verzeichnis weiterführender Literatur ermöglicht die vertiefende Lektüre.
Wer sich also - ob nun fürs Studium, zu Recherchezwecken oder aus historischem Interesse - rasches Grundwissen über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in der Frühen Neuzeit aneignen muss, erhält hier die perfekte Zusammenfassung, knapp, gut lesbar und fundiert.
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am 13. Oktober 2009
Das Putendorf'sche "Monstrum" wurde hier nun auf 120 Seiten konzentriert seziert. Jeder, der sich vorab noch nicht mit der Materie "Deutsches Reich" in der Frühen Neuzeit beschäftigt hat, kann sich mit diesem Buch schnell einarbeiten.
Trotz der Komplexität der Thematik und ihrer Vielschichtigkeit, wird hier logisch und strigent das Reich mit seinen Institutionen, Problemen und Kaisern aufgezeigt.
Es wird erkennbar, dass die Institution "Deutsches Reich" auch heute noch von Interesse ist: Denn dort sind die Wurzeln unseres föderalen Denken und Handeln.

Jedoch hat mir zur Zeit der Napoleon'schen Herrschaft die Tiefe gefehlt, was die Qualität aber nicht mindert.

Das ideale Buch für Studenten! Zwar wird auf die einzelnen Kaiser, Fürsten etc. nicht genauestens eingegangen, aber das ist ja auch nicht der Anspruch dieses Buches. Für den Schnelleinstieg optimal!
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am 26. Juli 2006
Der Autorin ist ein Meisterwerk gelungen: In wahrlich knappster Form entwickelt Sie immer auf der Höhe der Forschung, dabei auch eigene Hypothesen liefernd und ihre eigenen Forschungen integrierend, einen Abriss der Struktur und Geschichte des Alten Reichs. Das Werk ist hervorragend zu lesen und kann jedem, der sich für die Geschichte der Frühen Neuzeit interessiert, nur empfohlen werden.
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am 26. Juni 2016
Wie in dieser Reihe üblich: Eine ebenso knappe wie doch alles Wesentliche umfassende Darstellung auf fachlich hohem Niveau. Ein guter Führer durch tausend Jahre deutscher Geschichte, der mit manchem Vorurteil aufräumt. Der Chronik-Teil hätte der Übersicht halber etwas ausführlicher ausfallen können, auch die eine oder andere Karte mehr hätte der Sache gut getan.
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am 11. März 2016
Guter Überblick, gut verständlich. Schwerpunkt liegt auf den religiösen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten, Grundlagen werden aber auch ausreichend erklärt.

Leider etwas trocken geschrieben, aber das ist bei einer solch komprimierten Form wahrscheinlich nicht anders möglich.
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am 14. März 2009
Das kleine Buch ist eine Überraschung. Es schildert kurz und bündig alles, was man über das Heilige Römische REich wissen möchte. Ich bin interssierte Privatfrau und keine Geschichtsstudentin. Aber mich hat das Buch gefesselt, zumal es sich gut für die Lektür im Zug eignet
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am 22. Juni 2015
Kurz, präzise und "to the point" - exzellenter Überblick über die Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Gut verständliche Darstellung der geschichtlichen Entwicklung, der staatsrechtlichen Einordnung, der Verfassung des Reiches und seiner wichtigsten Institutionen, der Reichsstände und Darstellung der wichtigsten Verträge und Dokumente, die die Verfassung prägten. Sehr zu empfehlen.
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am 8. Februar 2013
Ich kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen. Ich studiere Archivwissenschaften und hatte mir das Buch im Hinblick auf eine Klausur im Bereich "Die frühe Neuzeit" besorgt. Ich war mehr als sehr gut vorbereitet...
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am 4. Mai 2014
wie immer bei dieser serie von beck's ein idealer einstieg in ein thema auf ca. einhundert seiten. informative, genau recherchiert und von ausgewiesenen experten auf dem jeweiligen gebiet. für intensivere und detaillierte nachforschungen bedarf es dann weiterführender bücher.

fazit: ein hervorragendes buch um sich in ein thema einzulesen
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