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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
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3,6 von 5 Sternen
Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


TOP 1000 REZENSENTam 11. November 2014
Ja, man hat den Eindruck, manches schon gelesen zu haben, was in diesem Buch steht - aber selten so prägnant formuliert.
Ja, Byung-Chul Han ist ein Meister der Verknappung, manche mögen auch sagen, der Ausdünnung - aber er kommt ohne Umschweife auf den Punkt. Das macht seine Essays so lesbar – und populär.

Dabei ist das alles keine gefällige Kost. Sie regt zum Mitdenken an, auch zum Widerspruch.
Dass, zum Beispiel, „die Freiheit des KÖNNENS mehr Zwänge erzeugt als das disziplinarische SOLLEN“, wird nicht jeder sofort bejahen, aber es lohnt, darüber nachzudenken, und diese Aussage auf die eigene Arbeitswelt und das eigene Verhalten darin zu beziehen.

„Freiheit ist ein Beziehungswort“. Knapper kann man Freiheit kaum definieren. Und das tut erst einmal gut bei dem falschen Pathos mit dem der Begriff Freiheit in der Politik und in den Medien für die verschiednen Interessen verwendet wird.
Byung-Chul Han erweitert diese Definition dann mit: „Freiheit heißt, sich miteinander realisieren. Die Freiheit ist ein Synonym für die gelingende Gemeinschaft“, bis hin zur Aussage: Die individuelle Freiheit, die heute eine exzessive Form annimmt, ist letzten Endes nichts anderes als der Exzess des Kapitals selbst“.

Wer möchte auch leugnen, dass immer mehr Menschen zu „sich selbst ausbeutenden Arbeitern ihres eigenen Unternehmens“ werden. Was aus sozialer Sicht prekäre Arbeitsverhältnisse sein können, ist „der Ersatz der Fremdausbeutung durch die Selbstausbeutung“. Dass diese Selbstausbeutung eine ‚klassenlose‘ wäre, wie Byung-Chul Han meint, ist aber nicht nachzuvollziehen. Dafür liegen doch zu große Welten zwischen der jeweiligen ‚Ausbeute‘.

Manches erscheint zu sehr als Momentaufnahme, wie ein Stillleben, nicht als Prozess. Gerade weil heute statt der einen Freiheit viele Freiheiten bestehen , wechseln diese einander immer schneller ab und werden zu einem Ablauf zeitlich begrenzter Moden, die jeweils auch die Verhaltensmuster der betroffenen Menschen ändern. Dies dürfte meiner Meinung nach auch bei dem „digitalen Panoptikum“ der Fall werden, wie Byung-Chul Han den Bereich nennt, in dem die Preisgabe persönlicher Daten im Internet aus innerem Bedürfnis heraus, also im Doppelsinn ‚zwanglos‘, erfolgt.

Manche vom Autor dem Neoliberalismus zugeordnete Attribute sind allerdings fast gleichlautend auf andere Systeme übertragbar und in diesem Sinn ‚nichts Neues‘: zum Beispiel die Feststellung, dass „das Individuum auf sich selbst so einwirkt, dass es den Herschaftszusammenhang in sich abbildet, wobei es ihn als Freiheit interpretiert“. Das scheint doch eher eine durchgängige Überlebensstrategie (oder Selbsttäuschung) der Menschen zu sein, egal in welchem System.

Auch die Tatsache, dass Verschulden ein Herrschaftsinstrument ist, und zwar seit Jahrtausenden,
hat zuletzt David Graeber schon eindrucksvoll beschrieben. Aber es stimmt natürlich: auch in dieser Beziehung hat der Neoliberalismus Bestehendes auf die Spitze getrieben und eine neue globale Herrschaftstechnik entwickelt. Die Menschen empfinden die Schulden, die ihnen als Staatsschulden aufgebürdet werden, als ihr eigenes Verschulden, das sie akzeptieren müssen, um nicht aus dem vermeintlichen Paradies vertrieben zu werden.

Ein schmales Buch mit vielen Anregungen, zum Mit- und zum Weiterdenken.
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am 24. Juli 2015
Der deutsch-koreanische Philosoph bietet im Buch „Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken” ein knappes Essay, in welchem er auf eine klare und verständliche Weise die Grundthese des Neoliberalismus widerlegt, die vielfach propagierte Reduktion auf das Ich bringe mehr Freiheit mit sich. Im Unterschied zum klassischen Marxismus (aber mit gewissen Parallelen zum Neomarxismus von Zizek), führt er aus, der Schritt von der Ausbeutung durch Dritte zum Modell einer raubbauhaften Selbstausbeutung sei der definitive Sieg der unerbittlichen Ausbeutung. Des Individuums durch das Kapital. In der Tat ermöglicht die Selbstausbeutung und die Propagierung der andauernden Selbstoptimierung eine absolute Effizienz der Ausbeutung, welche durch Dritte nicht möglich wäre. Die propagierte Freiheit ist somit bloß eine Fassade einer absoluten Unfreiheit. Die heute allgegenwärtige Elektronik und „intelligenten“ Mobiltelefone sind hierbei nichts anderes als ein zusätzliches Element der individuellen Versklavung.
Das sozialkritische Essay analysiert das Thema mit zahlreichen Querverweisen zu Marx, Heidegger, Adorno und Foucault, indem auch verschiedene Ideen des früheren Buches des Autors „Müdigkeitsgesellschaft“ und „Duft der Zeit: Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens“ aufgegriffen werden.
Einziger Wehmutstropfen, wie so oft bei Werken vergleichbarer Ausrichtung, ist die pars destruens jedoch überzeugender als die pars construens. Dennoch liest sich das Buch überaus angenehm und interessant und ist, wie die anderen Werke, zu empfehlen.
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am 25. Januar 2016
Dieses Buch entblößt schonungslos den "Geist" unserer aggressiv-kapitalistischen Zeit. Han schaut mit präzisem holistischem Blick auf die Zusammenhänge zwischen Staatsstruktur und individueller Belastung, benennt, erläutert und verortet diese. Am Ende des genialen Buches freut man sich, ein Idiot zu sein. Warum? Das musst du schon selbst lesen. Fünf Sterne reichen gar nicht aus für dieses Buch.
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am 7. Dezember 2016
Byung-Chul Han verdichtet die Quintessenzen Foucaults und anderer in einer glasklaren Sprache und geht darüber hinaus.
Was soll man noch sagen?
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am 8. August 2016
Aufgrund der Vehemenz der negativen Rezensionen zu dem Buch hier auf Amazon konnte man ja schon Grossartiges erwarten, und es ist auch wirklich ein ganz exzellentes Buch. Was manche Rezensenten wohl (noch) nicht verstanden haben: so ein Buch wird nicht geschrieben, um Ihren speziellen pedantischen Philosophieansprüchen zu genügen, sondern um ein interessiertes Publikum mit neuen Denkmustern in eleganter Sprache zu beglücken.

Und was "neu" oder "elegant" ist, bestimmen glücklicherweise nicht frustrierte Traumdeuter mit Hass in den Tippfingern, sondern jeder einzelne Leser selbst.

Psychopolitik von Byung-Chul Han ist eine super Strandlektüre. Konzentrierter Inhalt, sprachlich schön verpackt, in sehr flüssigem Rhythmus geschrieben. Perfekt, 5 Sterne.

Anmerkung für die Jungs, die dem Buch einen Stern geben: "Strand" ist da wo das Meer auf das Land trifft.
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am 5. November 2015
Schwer zu lesen, denn die Texte sind auf das Minimum reduziert. Ein "Meister der Verknappung" schrieb ein anderer Rezensent, damit hat er es auf den Punkt gebracht. Das Buch ist zwar klein, die Formulierungen haben es aber in sich. Sätze wie (Zitat) "Die menschliche Person lässt sich nicht gänzlich dem Diktat der Positivität unterwerfen" oder (Zitat) "Der Luxus im ursprünglichen Sinne ist keine konsumistische Praxis" muss man mögen und sich auch die Zeit nehmen, sie zu durchdenken. Und das Buch besteht zum größten Teil aus solchen Formulierungen. Es ist anstrengend.
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am 27. Mai 2015
Das Buch ist ein MUSS für jeden denkenden Menschen. Wohin steuert die Menschheit? Sollen wir nur noch zu fergesteuerte Marionetten des aus den Ufern geratenen Grosskapitals degradiert werden?. So geht es jedenfalls nicht, wenn der Mensch seine Würde behalten will. Wie heißt es doch in § 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland? Alle wissen es!
Hans-Otto Farfsing - Kaiserslautern
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am 30. Dezember 2016
Modern, relevant und sogar für mich zugänglich. Als freund von Foucault kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Da ich im Marketing tätig bin waren die Argumente gegen Big Data sehr faszinierend.
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TOP 500 REZENSENTam 23. Juli 2014
Das Buch von dem Philosophen und Medientheoretiker Byung-Chul Han (1959- ) will den Leser sensibilisieren. Für den Autor ist der Neoliberalismus ein sehr effizientes System, dass die scheinbare Freiheit des Individuums dazu zu nutzt diese Freiheit zur höchsten Selbstausbeutung zu optimieren.

Der Autor zeigt u.a. Big Brother lagert seine Arbeit aus auf den Nutzer, der aktiv seine Daten frei Haus liefert und so mit an dem "Panoptikum" baut, durch freiwillige Selbstausleuchtung und Selbstentblößung. Aus den gesammelten Daten, dem Big Data, werden nicht nur das Individuelle sondern auch das kollektive Psychoprogramm erstellt, möglicherweise bis ins Unbewußte hinein (S.35).

Das Prinzip der Negativität, das noch den Überwachungsstaat von Orwell (1984: in der Übersetzung von Michael Walter) bestimmte, weicht dem Prinzip der Positivität. Bedürfnisse werden nicht unterdrückt sondern angeregt (S.55) Es wird suggeriert, das Leben besteht nur aus positiven Emotionen und Flow Erlebnissen. "Die neoliberale Psychopolitik ist eine smarte Politik, die zu gefallen, zu erfüllen versucht, statt (Wünsche) zu unterdrücken." (S.51)

Der Autor erklärt den neuen Spielmodus der mit "Likes", "Friends" oder "Follower" gefördert wird und dieses schnelle Erfolgs- und Belohnungssysteme generieren im Gegenzug die Bereitschaft mehr Leistung und Selbstausbeutung freiwillig zu erbringen.

Fazit: Das Buch ist eine konsequente Zusammenfassung seiner früheren Bücher und in dieser Zusammenstellung hat es mir gut gefallen.
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am 24. Juni 2016
- zusammengeklaut / kein neuer gedanke
- schlechte vergleiche und plumpe schlussfolgerungen
(: 'die herrschende macht' wird immer wieder als bipolares verhältnis zwischen subjekt und einem äußerlichen machthaber dargestellt der uns kontrollieren will, uns für seine zwecke psychologisch infiltriert; ' gleichzeitig ist das herrscher/ untergebener-verhältnis aufgelöst und intrinsisch ins subjekt verlagert: macht ihm trotzdem möglich die ganze zeit im tonus von die 'die bösen anderen' zu sprechen. hier wär es spannend gewesen mal wirklich nachzudenken. + ich warte darauf dass Han einmal Baudrillard zitiert, von der er schon im ganze buch 'Müdigkeitsgesellschaft' zusammengeklaut hat ohne ihn einmal zu erwähnen. Bsp. 'Der unmögliche Tausch' 2000, S 81 über Verhältnis zwischen Herr und Sklave: 'Er hat ihn nicht etwa getötet [der Sklave den Herrn] um Herr zu werden (das wäre die Revolution) er hat ihn absorbiert, während er voll und ganz Sklave blieb, und sogar in einem noch stärkeren Maße servil: Sklave seiner selbst.' ... kommt das bekannt vor??
- 'In ihrem Buch Gefühle in Zeiten des Kapitalismus gibt Eva Illouz überhaupt keine Antwort auf die Frage, warum Gefühle grade in Zeiten des Kapitalismus eine solche Konjunktur erleben' – Doch!! und zwar ausführlich in mehreren Kapiteln hergeleitet und plausibel gemacht. Wie kommt er dazu so ekelhaft von oben herab zu lügen?
- punchline schreibstil, der inhaltlich so reduziert, dass man gar nicht mehr weiß wo man eigentlich mit der kritik anfangen soll

insgesamt einfach nur ägerlich
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