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Kundenrezensionen

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am 26. Mai 2014
Mit offensichtlich autobiografischen Anteilen beschreibt C.N. Adichie die Erfahrungen einer jungen Frau (Ifemelu) aus Nigeria, die alles zurücklässt - Familie, Freunde, Geliebten - um im "gelobten Land", Amerika, dem "Paradies für Afrikaner" ein neues Leben anzufangen. Das "Paradies" zeigt sich sperriger als erwartet. Ifemelu empfindet zum ersten Male wirklich, dass sie schwarz ist, was in Nigeria - natürlich - bisher nicht auffiel. Sie findet keinen Job, lebt am Existenzminimum und muss sich sogar kurz prostituieren.
Schließlich schreibt sie regelmäßig einen Blog über das, was sie als Afrikanerin in Amerika erlebt und bringt es zu einem recht ansehnlichen Wohlstand. Endlich öffnen sich auch für sie Kreise in einer intellektuellen - allerdings fast ausschließlich schwarzen - Mittelschicht, die ihr Leben in neue Bahnen lenken. Sie lernt Männer und auch Frauen kennen, die ihr Leben verändern. Den Kontakt zu ihrer Heimat bricht sie ab. Ihrem besten Freund, Geliebten und Partner, Obinze, der vergeblich versucht, Nigeria auch verlassen zu können, antwortet sie nicht mehr auf Briefe und E-mails.
Sie wird fast ganz amerikanisch, als sie sich eines Tages doch entschließt, das "gelobte Land" wieder zu verlassen und nach Nigeria zurück zu gehen. Eigentlich unfassbar... Sie hat sich verändert und erlebt ein verändertes Land. Mehr an dieser Stelle zu verraten wäre nicht richtig.
Es ist ein beeindruckendes Buch. Insbesondere diejenigen, die Afrikaner kennen und deren fast durchgängige Sehnsucht, eine "Greencard" zu bekommen, werden vieles entdecken, was ihnen bekannt vorkommt. (Nord-)Amerika aber mit den Augen einer Afrikanerin zu sehen, ist etwas Faszinierendes für alle Leserinnen und Leser.
Das Buch ist spannend, wunderbar geschrieben, auch wenn sich die Autorin hier und da ein wenig zu ausführlich im Negativen verbeißt. Das wird mehr als ausgeglichen durch die herrliche Sprache und eine ungewöhnliche, absolut nicht kitschige Lebens- und Liebesgeschichte.
Tipp: Zuerst das Glossar am Ende des Buches lesen, das erleichtert das Verstehen einiger nigerianischer Ausdrücke.
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am 13. Mai 2014
"Americanah" ist ein grandioser Roman, in dem man sich wunderbar verlieren kann. Die Thematiken, die dort angesprochen werden, sind wichtig und nur allzu menschlich beschrieben. In vielen Charakteren kann man sich, mal mehr, mal weniger, wiederfinden.
Mehr möchte ich in diesem Moment gar nicht dazu sagen. Der eine Stern Punktabzug geht nicht auf Konto der Erzählung, sondern der deutschen Ausgabe. Der Fischerverlag hätte sich durchaus etwas mehr Zeit mit dem Lektorat lassen können, da auf diesem rund 600-Seiten-Werk beträchtlich viele Rechtschreibfehler auftauchen, gefühlt kommt auf 50 Seiten ungefähr einer und das ist meines Erachtens definitiv zu viel. Es mag kleinlich klingen, aber ich bin jedes Mal drüber gestolpert. Außerdem habe ich Zweifel, ob der englische Diskurs um "race" 1:1 mit "Rasse" übersetzbar ist. Ich denke, damit ist doch noch etwas mehr gemeint, hätte aber gerade auch keinen Vorschlag zur Alternative.

Dennoch: Lesen lohnt sich in jedem Fall, vielleicht ja auch der Griff zur englischen Originalausgabe.
Viel Spaß dabei!
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am 3. Mai 2016
Ein wunderbarer Roman
Dieses Buch legt man nicht mehr aus der Hand.Spannend und emotional berührend , dabei humorvoll und oft bissig
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TOP 500 REZENSENTam 1. Dezember 2014
Eine Nummer kleiner hätte es beim Klappentext auch getan, denn das "Menschlichkeit und Identität eine neue Bedeutung erhalten", nein das kann der Roman dann doch nicht einlösen.

Adichie gelingt es aber Lebensumstände in einem afrikanischen Land, Nigeria, zu beleuchten, die weit differenzierter sind als die Vorurteile die man über Afrika nur allzu schnell parat hat. Das Leben von Mittel und Oberschicht, Bemühungen um sozialen Aufstieg, mit landestypischen Beschwernissen und Wertvorstellungen werden von der Autorin am Beispiel ihrer beiden Hauptfiguren sowie deren Familien und Freunden beschrieben. Diejenigen die eine Ausbildung im Ausland, hier vornehmlich USA oder Großbritannien, absolviert haben sind besonders angesehen. Diese Länder sind auch bevorzugtes Auswanderungsziel um eine Karriere zu verwirklichen, die den eigenen Ambitionen entspricht.

In den USA oder GB angekommen entpuppen sich weder das alte Europa noch die neu Welt als Orte die auf Nigerianer und deren Lebenswünsche gewartet hätten. Schwarzafrikaner sind hier plötzlich Schwarze. Anders als die Mehrheit. Äußerlich auffällig und allen erdenklichen Vorurteilen ausgesetzt,stehen sie subtilen und offensichtlichen Hürden bei der Jobsuche gegnüber. Babysitterin oder Toilettenreiniger zu werden sind bereits schier unerreichbare Ziele. Wie sich für Ifemelu in den USA dann doch alles ganz ordentlich entwickelt ist einer der Hauptteile des Romans.
Die Menschen denen die Afrikanerin begegnet, Beziehungen in denen Sie lebt, alltägliche Situationen die sie erlebt und Beobachtungen über das Zusammenleben der Ethnien und Rassen in den USA nehmen breiten Raum ein. Das liest sich in der Fülle leider nicht so begeisternd wie einige Rezensionen erwarten lassen. Das ist halb Roman und halb soziologische Betrachtung, manchmal politisches Statement. Die Autorin belässt es selten bei bloßer Beschreibung und Schilderung von Szenen. Stets analysiert die Heldin, bewertet oder ordnet ein. Der Leser wird bei der Hand genommen und bekommt erklärt wie das Geschilderte in Hinblick auf Rasse, Geschlecht, Ethnie oder Klasse einzuordnen ist, was nun wieder falsch oder richtig war. Statt sich auf starke Szenen mit eindrücklichen Figuren und guten Dialogen zu verlassen, gibt es stets eine analytische Ebene. Das wird zu viel des Guten (gutgemeinten) und wirkt stilistisch holprig.

Ifemelu hält es aber immerhin 15 Jahre in einem Land aus, von deren weißer und schwarzer Bevölkerung Sie wenig Gutes zu berichten weiß. Die Rassenfrage ist stets präsent und Adichie fährt eine Fülle an Personen auf, die jede einen Aspekt im Zusammenleben der Rassen beleuchten hilft. Das ist ehrenhaft, nur fällt es schwer da den Überblick beim "Who is Who" zu behalten. Sonderliche Tiefenzeichnung bleibt da Außen vor und Klischees werden mitunter ebenfalls bedient. Im Grunde wird hier, Achtung Schwarz Weiß Malerei !, geschrieben was wir alle zu wissen meinen: der Amerikaner an sich ist voller Vorurteile, aber um political correctness bemüht, dabei kulturell und bildungstechnisch leider hinter dem Mond und benehmen kann er sich auch nicht.Das freut den europäischen Leser, weil "wir" natürlich alle ganz anders sind.
Ähnlich setzt sich das für Obinze in England fort. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden klammert den Rest des Buchs sehr schön.

Bei der "Sterne" Bewertung habe ich mich schwer getan. Es gibt wirklich viel interessantes, kluge Beobachtungen und auch gut geschriebenes im Roman. Dem gegenüber steht leider ebenso viel ermüdendes, und entgegen dem Klappentext keineswegs "grenzenlos empathisches" sondern vielmehr belehrendes und von oben herab urteilendes der Heldin. Nein, mich hat das Buch nicht durchweg gefesselt. Weniger Statements und Analyse, mehr Empathie mit einigen Figuren und mehr Vertrauen in den Leser hätten gut getan; kompakter, kürzer und stellenweise weniger sprunghaft auch. Manchmal war ich bei 3 Sternen, phasenweise bei fünfen, durchweg für 4 ("gefällt mir gut") reichte es aber auch nicht. Entscheidet das Gefühl und nicht der Kopf: 3 Sterne.
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am 11. März 2017
Ich muss mich – wider erwarten – den weniger guten Rezensionen anschließen; dem Buch geht etwa ab der Mitte die Luft aus. Der amerikanische Erzählbogen ist deutlich überdehnt bzw. zu repetitiv, auch die Protagonistin wird zusehends unsympathischer. Das zentrale Problem ist aber das Thema Rassismus. Damit meine ich keineswegs die vermeintliche Rassismuskeule, die hier einige negative Rezensionen monieren – alle gemachten Beobachtungen zum Thema Rasse sind goldrichtig und nur weil sie den/die Leser_in bisweilen unangenehm treffen, heißt es nicht, dass man sie mit der unsäglichen 'Keulen'-Metapher abtun kann. Vielmehr geht es darum, dass alle Figuren – zumindest der Ifemelu-Handlung – nur über Rassismus reden; jeder Subplot, jede noch so kleine Handlungseinheit kreist um dieses Thema. Und das wird nicht nur deswegen zu einem Problem, weil es vollkommen unrealistisch ist (und das ist ein Roman mit einem Realitätsanspruch), sondern auch (und vor allem), weil das Buch seine Literarizität verliert. Letztlich verkommt es zu einem Essay, dessen (wie gesagt: richtigen) Thesen zum Rassismus an bestimmten Beispielen illustriert werden. Korrelativ dazu verliert das Buch seine Handlung, der/die Erzähler_in das Erzählen, was umso mehr überrascht, als Adichies ersten beiden Romane wirklich hervorragende Exemplare einer neuen 'Weltliteratur' sind. Last but not least sind fast alle darin beschriebenen Figuren, ob schwarz oder weiß, ob konservativ oder progressiv, ob jung oder alt, ob Amerikaner oder Nigerianer, wirklich zutiefst unsympathische Kotzbrocken – zumindest wenn sie durch Ifemelus Filter beschrieben werden –, sodass das Buch sein Ziel auch auf einem ungewollten Wege erreicht: Angesichts dessen, dass alle Menschen gleichermaßen nervig, lächerlich, dämlich und anderes sind, macht Rassismus wirklich wenig Sinn.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Mai 2014
Im Roman der Autorin die aus Nigeria ursprünglich stammt, geht es um Heimat, um Suche nach Heimat, um Rassen und - um Liebe. Auf zwei Zeitebenen erzählt uns Adichie, die Liebesgeschichte zwischen Ifemelu und Obinze, auch wenn diese verschiedene Lebenswege eingeschlagen haben. Ein Blick auf ihre Erwachsenenleben macht dies deutlich. „Ifemelu tat so, als wäre es ihr gleichgültig. Sie hatte schliesslich den Kontakt zu Obinze abgebrochen, uns es war soviel Zeit vergangen, uns sie hatte gerade Blaine kennengelernt und liess sich zufrieden auf ein gemeinsames Leben ein mit ihm ein. Doch nachdem sie aufgelegt hatte, dachte sie sehr lange über Obinze nach.“ 23 Ifemelu lebt schon seit Jahren in den US-Staaten und will nach Nigeria zurück. Wir sind In der Zeit, als die Präsidentschaftswahlen für Barack Obama als ersten schwarzen Präsidentschaftskandidaten anläuft, eine unglaubliche Hoffnung auch für Schwarze in den USA.

In Zeitsprüngen und Rückblenden erzählt die Autorin, wie alles angefangen hat. Wie und wo Obinze und Ifemelu aufgewachsen sind, wie sie sich kennengelernt und verliebt haben. Und wir erfahren, wie es für Ifemelu als junge Frau war, damals nach Amerika zu gehen. Jemand der sich dort etablierte und einlebte, war eine „Americanah“. Eine Americanah ist aber auch eine Frau, die in Amerika lebte und wieder zurück nach Afrika will, so steht dieser Begriff für die amerikanische Prägung als auch für die Rückkehr aus den Staaten. Wir erleben gemeinsam mit Ifemelu mit, wie es ist, sich dort einzuleben. Wie es ist dort unter erschwerten Bedingungen Arbeit zu finden. Welche Benachteiligungen das auch haben kann, wenn man ursprünglich aus Nigeria stammend, sich dort einleben und Fuss fassen möchte. Mit einer hohen und feinfühligen Beobachtungsgabe, wird hier das Leben der jungen Ifemelu erzählt, wie anfänglich z.B. durch ein Angebot bei einem Tennislehrer als Masseurin zu arbeiten. Als sie sich nach vielen Absagen sich schweren Herzens darauf einlässt, muss sie ihren eigenen Ekel erleben, nachdem sie feststellt, dass der Tennislehrer von ihr s*xuell stimuliert werden will. Das ist wie eine tiefe Erschütterung für Ifemelu und stürzt sie in eine erste Identitätskrise, als sie in den USA Fuss fassen möchte...Obwohl sie unterstützende Kontakte findet, ist es aller andere als leicht, etwas Vernünftiges für ihren Broterwerb zu finden.

Parallel zu Ifemelu wird Obinzes Werdegang in England erzählt. Mit Anlaufschwierigkeiten bekommt er ein Visum dort. Als es abläuft und er illegal versucht über Unterhändler eine Scheinehe einzugehen, wird er finanziell ausgenommen und verraten, aufgegriffen und ausgeschafft. Obwohl er immer wieder mal versucht mit Ifemelu Kontakt aufzunehmen, hat sie nie geantwortet, sie entwirft jedesmal emails, die sie jedoch verwirft. Über Jahre hinaus, verlieren sie den Kontakt zu einander und gehen getrennte Wege. Während Ifemelu in den Staaten langsam immer mehr Fuss fasst, verschiedene Beziehungen führt, scheitert Obinze kläglich. Ifemelu lernt verschiedene Männer und Arbeitsstellen kennen, denen sie mit der Zeit wieder aufkündigt. Die Männer eröffnen ihr neue Erlebnis-und Erfahrungswelten. Als sie ihren Blog „Ein paar Beobachtungen über schwarze Amerikaner von einer nicht-amerikanischen Schwarzen“ wird sie damit immer erfolgreicher, so dass sie sich eines Tages von erwirtschaftetem Geld sogar eine Wohnung leisten kann. Dort in den Staaten hat sie Kontakt zu ihrer Tante Uju und deren herzigen Sohn Dike der sie liebevoll „Coz“ nennt, auch ihre Tante macht so ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeitsstellen und Männern, die nicht immer einfach sind. Für Ifemelu ist ihre Tante eine Stütze in ihren Anfangsschwierigkeiten, diese kämpft jedoch selbst mit einigen Problemen. Haare spielen hier eine wichtige Rolle und welchen Einfluss sie auf Schwarze dort nehmen, immer wieder klingt durch, welche Benachteiligungen man hat, wenn man krauses Haar hat. (Haar als Symbol für Nachteile) Die Autorin mäandert hier klar zwischen Rassen und Rassismus, wobei sie in einer Lesung selbst sagte, dass es in ihrem Buch nicht um Rassismuss sondern um Rassen gehe. (Was sie klar unterscheidet) So wie schwarze Frauen Haare tragen, merkt man schnell, dass es Statement und Haltung ausdrückt und viel mehr als nur eine "Frisur" ist. Ich bin mir sicher, dass Haare für schwarze Frauen eine andere Bedeutung hat, als für weisse.

Ein sehr vielschichtiger und weitläufiger Roman über die gefühlte und erlebte Benachteiligung von Schwarzen, sowohl in England als auch Amerika. Es ist eine einfühlsame und vielschichtige Darstellung, mit sehr präzisen menschlichen Beobachtungen, über Schwarze die aus Nigeria kommen, und ein neues Leben im Westen wagen wollen, mit all ihren Niederlagen und kleinen Glücken, Hoffnungen, Enttäuschungen und Sehnsüchten. Aus einer Innenansicht, werden hier vor allem die Wertungen und Vorurteile geschildert, die Schwarze in Amerika erleben. ""Und dass Weisse endlich aufhören sollten, so zu tun, als ob sie die Probleme von Schwarzen kennen würden." Mich persönlich hat dieses Buch sehr verändert, man kann sich nach der Lektüre viel mehr in schwarze Menschen einfühlen und bekommt auch einen anderen Bezug zu deren Haartracht, auch wenn das anfangs banal erscheinen mag, ist es aber nicht. Ein sehr lesenswertes opulentes Werk, das sehr gut geschrieben ist, allerdings ohne grossen Spannungsbogen aufwartet, jedoch seine Stärke in den Beobachtungen von Menschen hat, wie sie leben, lieben, sehnen und sich nach einem besseren Leben sehnen, als sie es bis anhin in Afrika hatten. Und es ist ein Buch über Heimat, wie die Autorin in einer Lesung selbst sagte, der ich beiwohnen durfte. Adichie meinte: The US is Home, and Nigeria ist HOME_HOME. Nicht zuletzt ist es auch eine feinfühlige und zarte Liebesgeschichte...

Americanah ist klar ein Frauenroman, aber darüber hinaus ist er noch viel mehr. Es ist die Darstellung wie schwarze Hautfarbe im Westen, egal ob England oder Amerika Nachteile hat, um ein neues Leben aufbauen zu wollen. Während Ifemelu freiwillig zurückkehrt, ist es für Obinze der Unfreiwillige. Was diesen Roman so besonders macht, sind seine feinfühligen Beschreibungen und wahrgenommenen Lebensmomente. Eine pralle Geschichte, die nicht zuletzt Durchhaltevermögen vom Leser fordert. Obwohl die Leben zweier Menschen, die sich in der Schulzeit liebten, völlig über viele Jahre getrennt verlaufen, gehen sie gegen Ende des Romans wieder aufeinander zu. Wie werden sich diese beiden wieder begegnen, nachdem beide verschiedene Partner hatten? Obinze mittlerweile verheiratet ist und eine Tochter hat. Nicht zuletzt erzählt Adichie davon, dass wir den Menschen, den wir einst liebten immer noch lieben und Zeit hier eigentlich keine wirkliche Rolle spielt. Ohne den Schluss verraten zu wollen, ist es doch sehr berührend, wie sich beiden gegen Ende wieder annähern, nachdem beide wieder nach Nigeria zurückgekehrt sind. Dieses Buch trägt mit Sicherheit dazu bei, dass man sich künftig in schwarze Menschen, vor allem auch Frauen besser einfühlen kann und vielleicht auch ihre Haartracht mit einem "weiteren Blick" wahrnehmen dürfte, als das bis anhin der Fall war. Wer die Gelegenheit hat, die Autorin bei einer Lesung zu sehen, sollte diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen. Für mich war das unwahrscheinlich bereichernd und augenöffnend. Für Leser denen das nicht möglich ist, sei der nachfolgend erwähnte Link auf youtube empfohlen.

AMERICANAH geht in unglaublichen 37 Übersetzungen an den Start und ist sehr preisverdächtig! Schon im Vorfeld hat die Autorin Preise eingeheimst und zählt in den USA zu den 20 wichtigsten Schriftstellern unter 40. Ein sehr wichtiges Buch über die Wahrnehmung von Rassen in der heutigen Zeit! Und obwohl die Autorin heute in den US und in Nigeria lebt, sieht sie sich selbst als keine "Americanah". Nicht zuletzt sei Ihr Video auf youtube erwähnt mit dem Titel: We should all be feminists", das mittlerweile über unglaubliche 1. Mio. mal angeklickt wurde.

Zitat:

"Existierten Dinge nur, wenn sie benannt wurden?" 204

Besonderheit: Das Buch hat bildenden Charakter und ist für Leser geeignet, die etwas lernen wollen oder für neues Wissen bezüglich dem Thema "Rasse" (nicht Rassismus) offen sind.
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TOP 500 REZENSENTam 26. August 2014
Die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie stammt aus Nigeria. Dort geboren und aufgewachsen, hat sie das Land aber als Neunzehnjährige verlassen, um in den USA zu studieren. Ihre drei Romane waren für bedeutende Literaturpreise nominiert (u.a. Booker-Prize) bzw. wurden ausgezeichnet. So erhielt beispielsweise „Americanah“ den Heartland Prize for Fiction sowie den National Book Critics Circle Award for Fiction. Adichie kommt aus der nigerianischen Upperclass (Vater Mathematik-Professor), und es sind unter anderem die Erfahrungen, die deren Kinder machen, wenn sie zu Studienzwecken das Land verlassen, die sie in „Americanah“ beschreibt.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in den neunziger Jahren in Lagos, das Militär ist an der Macht und es ist nicht die Zeit, in der man in Nigeria problemlos seine Träume verwirklichen kann. Hauptfiguren sind Ifemelu und Obinze. Die beiden verbindet eine Jugendliebe, aber sie müssen sich trennen, weil sie im Ausland studieren wollen. Ifemelu erhält ein Stipendium und geht an die renommierte Universität in Princeton, New Jersey(dort hat übrigens auch die Autorin studiert), Obinze landet als Illegaler in London, UK. Das Leben fernab der Heimat gestaltet sich für beide problematisch, was zum Großteil an ihrer Hautfarbe und den damit einhergehenden Diskriminierungen liegt. Ifemelu mag sich nicht damit abfinden und beginnt zu bloggen. Durch den Erfolg ihrer Beiträge, in denen sie den alltäglichen Rassismus thematisiert, fühlt sie sich erstmals wahrgenommen und verwirklicht ein Stück weit den „amerikanischen Traum“. Aber sie kehrt in ihr Heimatland zurück, und trifft dort wieder auf Obinze, ihre Jugendliebe, zu dem sie vor längerer Zeit den Kontakt abgebrochen hatte…

„Americanah“, das ist der Begriff, mit dem in Nigeria die Rückkehrer aus den Vereinigten Staaten bezeichnet werden – ein deutlicher Beleg dafür, dass sie nach den Diskriminierungen in den USA auch in ihrem Heimatland nicht mehr dazugehören. Adichie erzählt nicht nur von Rassismus, sondern auch von dem Aufbegehren gegen Konventionen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, gibt man sich in intellektuellen Kreisen betont liberal und anti-rassistisch – eine raffinierte Form der Heuchelei und ein weiterer Beleg dafür, dass Rassismus im Alltag noch immer präsent ist (siehe dazu auch die aktuellen Ereignisse in Ferguson).

Adichie erzählt mit scharfem Blick, aber sanfter Zunge. Eingebettet in eine Love-Story, die die Jahre überdauert, beschreibt sie die Identitätskrisen und die Entwurzelung ihrer Protagonisten, die ihr Glück im Ausland gesucht haben, schlussendlich aber um einige Illusionen ärmer und viele schmerzhafte Erfahrungen reicher in die Heimat zurückkehren.
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Was heißt es schwarz zu sein? Man meint, in Nigeria müsste es eine ganz natürliche Sache sein, aber selbst da achtet man auf Schattierungen, die das Ansehen definieren können. Ist jemand vielleicht etwas heller oder gar fast weiß? Zu Vorstellungsgesprächen glättet man das Kraushaar, um kultivierter zu wirken. Oder war vielleicht jemand in Amerika? Dann umweht ihn ein Hauch Weltgewandtheit, dann hat er am wahren Leben geschnuppert, weiß Bescheid, so wie Ifemelu. Sie war in Amerika, eine echte Americanah.

Während Ifemelu beim Frisör sitzt und sich stundenlang die Haare flechten lässt, denkt sie über ihr Leben nach und erzählt ihre Geschichte. Wie ihr Leben in Nigeria war, ein schwieriges Land, in dem Korruption, Kriminalität und Misswirtschaft den Alltag beherrschen und wie sie Amerika erlebt hat, wo sie erstaunt noch ein paar neue Schwarztöne kennenlernt.

Das ist hoch interessant und am Anfang fand ich das Buch grandios. Nur stellt man irgendwann fest, Ifemelu erzählt wirklich ausführlich. Sie beobachtet ihre Umgebung sehr genau, ihre Freunde, Familie, Liebhaber werden umfassend analysiert. Beziehungen zu Männern unterschiedlicher Hautfarbe haben Einfluss auf ihre persönliche Lebenssituation, spannend. Trotzdem denkt man früher oder später: Ich habe es verstanden. Ich muss es nicht unbedingt mit allen Höhen und Tiefen durchleben.

Sie eröffnet einen Blog, in dem sie schonungslos ihre Beobachtungen dokumentiert. Das ist mutig, originell und innovativ und erhält großen Zuspruch. Endlich wagt es jemand auszusprechen, was andere nur denken. Für den Leser wirken diese Blogbeiträge allerdings wie belehrende Fazits des Geschehens. Nach jedem Kapitel bekommt man in reißerischem Tonfall die Moral von der Geschicht serviert und das langweilt sehr.

„Americanah“ ist ein gutes Buch, das das Thema Rassismus auf eine ganz ungewöhnliche Art behandelt und zum Nachdenken anregt. Auf die Hälfte gekürzt, hätte es ein großartiges Buch werden können. So hat man das Gefühl, das Thema wird ein wenig überreizt.
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am 21. März 2016
Zu Beginn des Buches war ich gespannt auf die Erfahrungen der Autorin. Schon bald jedoch fand ich die ewigen Wiederholungen der beschriebenen Diskriminierungen nervig. Auch hat mich gestört, dass derart viele Namen verwendet wurden, dass ich dauernd nachschlagen mußte. Meiner Meinung nach ein einseitiges Buch aus einer sehr einseitigen Sicht und für mich wenig interessant. Die Rolle der "Weißen" wurde meiner Meinung nach sehr in einer bestimmten, nicht positiven Richtung beschrieben. Es gibt sehr viele ausgewogenere Bücher. Würde ein derartiges Buch nicht nochmals kaufen und wundere mich über die positiven Rezensionen.
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am 28. Januar 2015
Teilweise interessantes Thema, zu lang für den Plot, nicht sehr packend geschrieben, gewöhnliche Liebesgeschichte, könnte überall spielen, teilweise spannende Abhandlung über Rassismus
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