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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENT
25. Oktober 2018
Für eilige Leser: Der US-Historiker und Politiker beschreibt in diesem in populärem Stil (ohne Fussnoten) geschriebenen Buch das Problem der Passivität der nachrückenden Generationen. Er analysiert und schlägt eine Lösungsskizze vor. (Er sitzt dabei nicht im Elfenbeintum, sondern steht als dreifacher Homeschooler-Vater mitten in der Umsetzung in der eigenen Familie.)

“Decided I couldn’t watch Netflix for 8 hours straight and went to the grocery store instead #adulting.”
(Weshalb?) Solche Hashtags widerspiegeln einen beängstigenden Trend der westlichen Welt: Erwachsenwerden ist ein endloser Übergang statt ein klar definierter Zeitpunkt. Es existiert ein „Moratorium“ für das Erwachsenwerden.

(Wer?) Ben Sasse (* 1972) ist seit 2015 Senator des US-Bundesstaats Nebraska. Der in Yale promovierte Historiker wirkte zuvor u. a. als Präsident des Midland Lutheran College, das er durch eine energische Kehrtwendung vor dem Schliessen retten konnte.

Aus dieser Zeit stammt ein Erlebnis, das ihn zum vorliegenden Buch anregte:
“Early in my tenure at Midland University, a group of students in the athletic department was tasked with setting up a twenty-foot Christmas tree in the lobby of our basketball arena. These were hearty and healthy kids, 18- and 19-year-olds. They got the tree up, took out some decorations, dressed the tree, and began to leave, concluding that the job was done. That was when one of the university’s vice presidents happened by and noticed something odd. The Christmas tree was decorated only on the bottom seven or eight feet, on the branches the kids could easily reach. Why, she asked, was the work only half done? The head of a sorority replied, “We couldn’t figure out how to get the ornaments on the top.” “Was there not a ladder in the gym?” the vice president queried. “Was maintenance unwilling to bring one?” She was met with shrugs. No one had bothered to look or thought to ask. This day’s failure wasn’t at all about lacking brains; it was about will. It was about ownership. It was about not having much experience or interest in seeing tasks through to completion.”

Was mich an Sasse beeindruckt, sind nicht seine akademischen Lorbeeren oder sein schneller Aufstieg. Ich freue mich vor allem über seine Geradlinigkeit, die er auch in der Öffentlichkeit und in Debaten des Senats beweist. (Kürzlich forderte er als Republikaner Trump auf, einen anderen Vertreter als Kavanaugh ins oberste Richtergremium zu wählen.)

(Die These) “Leaving childhood and becoming an adult was conceptually clear. It was a gift that older generations gave to the younger. No longer. … Our kids simply don’t know what an adult is anymore—or how to become one. Many don’t see a reason even to try. … Our kids are not ready for the world they are soon going to inherit.“
Die grassierende Passivität bzw. die fehlende Initiative, davon ist Sasse überzeugt, lässt sich nicht einfach der jungen Generation anlasten. Da müssen bei den Vorgänger-Generationen Dinge schief gelaufen sein.

(Die Analyse: Das Passivitäts-Problem) Der erstere, kurze Teil fragt nach den Gründen für die Misere.
Finding #1: Die meisten der Kinder wachsen in altersgetrennter Umgebung heran. Die viel gepriesene Peer-Orientierung stellt der Autor zur Debatte.
Finding #2: Die Kinder tragen – im Unterschied zur Pionierzeit der USA – nicht mehr zum Familieneinkommen bei. Sie haben dadurch an Lebensuntüchtigkeit zugenommen.
Finding #3: Die Verschulung hat das Problem nicht gelöst, sondern verschlimmert. Viele Heranwachsende dümpeln viel zu lange in Bildungseinrichtungen herum.

(Die Lösungsskizze: Ein Aktivierungsprogramm)
Vorschlag #1: Fliehe der Gleichaltrigen-Orientierung – zurück zu einem generations-durchmischten Leben.
Vorschlag #2: Ermögliche, ja fördere harte Arbeit. Das Kind wächst am Widerstand durch Hindernisse.
Vorschlag #3: Fahre den Konsum zurück. Er schafft keine Zufriedenheit, sondern führt in den Sumpf.
Vorschlag #4: Gehe in andere Kulturkreise – nicht als Tourist, sondern um mitanzupacken.
Vorschlag #5: (nicht nur für Amis) Schäme dich nicht für deine nationalen Wurzeln. Scheue den Wettbewerb der Ideen nicht.

(Das Leseerlebnis) Obwohl Sasse keine Fussnoten einbetten durfte, lässt sich nicht bestreiten, dass er für dieses Buch umfangreiche Recherchen vorgenommen hat. Diese teilen sich in zwei Teile: Einerseits greift er auf entscheidende geistesgeschichtliche Werke (wie diejenigen von Jean-Jacques Rousseau oder John Dewey) zurück, andererseits führt er laufend die Ergebnisse neuerer soziologischer Untersuchungen an. Ein Blick in das Literaturverzeichnis lohnt sich. Die Botschaft bleibt trotzdem bemerkenswert bodenständig und klar.

Empfehlung: Eltern und Lehrpersonen sollten sich dieses Buch zu Gemüte führen. Und bitte nicht gleich mit dem Etikett „zu amerikanisch“ versehen, sondern sich vielmehr fragen: Was ist MEIN nächster Schritt, der in meinem Einflussbereich liegt?
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