Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Herbst Deal Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Hier klicken Amazon Scout Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited FußballLiveAmazonMusic

Kundenrezension

am 31. August 2018
Eminem ist wütend, und das ist gut so. Über Nacht droppt er einfach mal so nebenbei sein 10. und bisher kürzestes Album, 13 Tracks, 46 Minuten, zwei Skits, und sofort wird offensichtlich, dass hier etwas gehörig anders läuft als auf dem verwaschenen Vorgänger, "Revival". Innerhalb der ersten Sekunden verkündet Eminem, er wolle der Welt ins Gesicht schlagen. Und das tut er. Das Album ist hart, voll mit cleveren Wortspielen, unfassbarer Performance vom Rap God himself und supergeilen Flows. Weg sind die Pop-Features und die entsetzlichen Rock-Beats von Rick Rubin, da sind Features mit Joyner Lucas und Royce Da 5'9" und die guten alten Dre-Beats.

Trotz einiger moderner Einflüsse rechnet Eminem vor allem mit Mumble Rappern ab, disst wie in der guten alten Zeit und verteilt nebenbei Seitenhiebe an Politiker und die Presse, die sein letztes Album förmlich in der Luft zerriss. Zwischendurch gibt es super selbstironische Songs, wie "Normal", das Trap-Klischees so gekonnt umdreht, dass ich mir genau vorstellen kann, wie viel Spaß Eminem beim Aufnehmen dieses Albums hat. "Not Alike" ist ein fantastischer Zersäbler-Song des Bad Meets Evil-Duos, "Stepping Stone" ist eine Entschuldigung an Eminems Freunde bei Shady Records und vor allem D12, für die mangelnde Unterstützung in vergangenen Jahren, "Greatest" ist ein brutales Boombap-Gewitter mit verspieltem Beat. Wie in guten alten Zeiten meldet sich Paul Rosenberg per Telefon zu Wort und äußert sich verhalten zur Grundidee des Albums. Eminem antwortet, er habe die Adresse eines Journalisten, der ihn kritisierte, herausgefunden und sei auf dem Weg zu ihm.

Und dann ist da der Titeltrack. "Kamikaze" ist dreieinhalb Minuten pure Geisteskrankheit. Eminem ist offenbar wieder Ende 20 und haut eine wunderbare Zeile nach der anderen auf den aggressiv furzenden Beat. Der Song klingt wie aus "Encore"-Zeiten und hat eine großartige Hook. Absolut fantastisch. Schon dieser Song allein rechtfertigt die volle Punktzahl.

Auf den letzten Metern schwächelt das Album nur geringfügig. "Nice Guy" und "Good Guy" sind ganz gut, ersterer aber um einiges besser und viel ohrfeigender für den Hörer. "Venom" ist ein recht klassischer Eminem-Soundtrack-Song ähnlich der "Southpaw"-Nummer mit ganz okayer Hook. "Fall" hat einen ruhigeren Beat, dafür einen atemlos flowenden Slim Shady, der ein paar augenzwinkernde bis bissige Bars für alles übrig hat, das nicht bei drei auf dem Baum ist.

Fazit: Alles an diesem Album ist ein Stinkefinger. Die Punchlines, der spontane Über-Nacht-Release, die Parodien von Mumble Rap, die Features und das Cover ("FU-2"). Album Nummer 10 ist eine Hausnummer für Eminem, und wer sagte, seine Karriere sei nach "Revival" vorbei, dem haut Em hier verdient höchstselbst ein paarmal mit der nackten Faust ins Gesicht. Sehr, sehr geil!
128 Personen fanden diese Informationen hilfreich
55 Kommentare Missbrauch melden Permalink

Produktdetails

4,9 von 5 Sternen
117
10,99 €