Kundenrezension

7. November 2015
"Der Größe Missbrauch ist, wenn von der Macht sie das Gewissen trennt"
( William Shakespeare)

Das Thrillerdebüt der Autorin Tina Voß wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Bislang war mir ihre Schreibkunst nur von dem unterhaltsamen Roman "Ex & Mops" bekannt.

"Weggeworfen" - allein der Buchtitel ist bereits Programm und als Kernaussage des Thrillers absolut passend, erschienen im Oktober 2015 bei edel & electric.

Der Journalistin Liv Mika wird ein Foto vom Missbrauch eines jungen Mädchens zugespielt. Ihr Instinkt wittert eine heiße Story. Liv reist nach Hannover, um sich dort mit ihrem Informanten zu treffen. Doch leider wird der Tippgeber ermordet. Liv folgt der Spur von Zwangsprostitution und Mädchenhandel über Deutschlands Grenzen hinweg in die Ukraine. Vermeintliche Hilfsprogramme dienen den einflussreichen Tätern als Tarnung. Liv gerät immer tiefer in den Strudel der grauenvollen Verbrechen und begibt sich damit in Lebensgefahr.

Der lockere Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Tina Voß hat mich bereits mit ihrem Vorwort für das Buch sensibilisiert. Ich mag Realitätsnähe, auch wenn diese mitunter beklemmend wirkt. Mitgerissen und völlig versunken in der Story, fühlte ich mich durch das Buch getrieben, so interessant einerseits und erschreckend andererseits empfand ich die Handlung.

Starke Protagonisten bereichern das Geschehen. Liv Mika muss traumatische Ereignisse verkraften, ist aber trotzdem in ihrem journalistischer Spürsinn nicht zu bremsen. Die Ermittler Oliver und Robert überraschen mit humorvollem Schlagabtausch und kommen sehr sympathisch rüber. Und mit dem ukrainischen Mädchen Oxana habe ich gefühlt und gelitten. Das Protagonisten-Ensemble ist aus meiner Sicht gelungen inszeniert und wirkt authentisch.

Kurze Kapitel kennzeichnen das Buch und sind teilweise mit Zeitangaben versehen. Handlungsstränge spielen mitunter zeitgleich, nur an unterschiedlichen Orten. Die Schauplätze sind eindrucksvoll beschrieben und somit gut vorzustellen. Schon beim Lesen spürte ich, daß hier eine umfangreiche Recherche von Nöten war. Das Hintergrundwissen über die Lebenssituation in der Ukraine hat mich bewegt und aufgewühlt.

"Weggeworfen" - ein spannender, fesselnder und bemerkenswerter Lesestoff, der bestimmt nicht nur die Liebhaber dieses Genres begeistern dürfte. Für mich persönlich war dieses Buch ein Lese-Highlight, welches ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.
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4,4 von 5 Sternen
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