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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 31. August 2018
„Wenn wir heutigen Christen nicht fest auf dem Felsen der geheiligten Ordnung stehen, wie unsere heilige Tradition sie offenbart – eine Ordnung des Denkens, Redens und Handelns, die das Christliche in der Kultur verkörpert und von Generation zu Generation weiterträgt -, dann haben wir überhaupt keinen Boden mehr unter den Füssen. Wenn wir nicht Praktiken in unser tägliches Leben einbeziehen, die sicherstellen, dass diese geheiligte Ordnung uns, unseren Familien und Gemeinschaften stets präsent bleibt, werden wir sie verlieren. Und wenn wir sie verlieren, laufen wir Gefahr, Ihn aus den Augen zu verlieren, auf den alles in dieser geheiligten Ordnung hinweist wie eine göttliche Schatzkarte.“ (372)
„Ich habe die Benedikt-Option geschrieben, um die Kirche wachzurütteln und dazu zu ermutigen, aktiv zu werden, um sich zu kräftigen, solange noch Zeit dazu ist.“ (19)

Der Autor und das Anliegen
Rod Dreher, Jahrgang 1967, möchte mit diesem Buch die Alarmglocken läuten und uns Christen aufzeigen, dass die grösste Gefahr von der liberalen, säkularen Ordnung, die wir übernommen haben, ausgeht. „(G)erade der Umstand, dass wir das nicht verstehen, hält uns in unserer kulturellen Geiselhaft fest und fördert die unaufhaltsam scheinende Assimilation der nächsten Generation.“ (372)
2017 sorgte dieses Buch für Furore in den USA. Bereits 2018 wurde es vom katholischen fe-medienverlag in der deutschen Übersetzung herausgebracht. Tobias Klein ist eine sorgfältige Übersetzung gelungen. Als Europäer kündigt er bereits im Vorwort an, dass nicht alle Details für Europa zutreffen. Dies betrifft wohl zur Hauptsache die politische Entwicklung der „Moral Majority“ in den USA. Zweitens wäre die vorgestellte private Bildung inkl. Universität zu nennen.
An wen schrieb er das Buch? Dreher richtet sich an „gläubige orthodoxe Christen“, womit er „theologisch konservativ innerhalb eines der drei Hauptzweige des historischen Christentums“ meint (40).

Die Einschätzung: Wo wir geschichtlich stehen

Dreher basiert seine gesellschaftliche Analyse auf fünf geistesgeschichtlichen Veränderungen, die er in Kapitel 2 („Die Wurzeln der Krise“) beschreibt, nämlich
a) Den Verlust des integralen Zusammenhangs zwischen Gott und Schöpfung.
b) Den Zusammenbruch religiöser Einheit durch die Reformation
c) Die Aufklärung mit dem Kult der Vernunft und Privatisierung des Glaubens
d) Industrielle Revolution und Kapitalismus
e) Sexuelle Revolution: „Das Streben nach Glück war keine Suche nach Einheit mit Gott und keine aufopferungsvolle Hingabe an ein Ziel, das grösser ist als wir selbst, sondern vielmehr eine Such nach Befriedigung des Selbst.“ (75)

Wie das säkulare Denken die Kirche angesteckt hat

«Die Veränderungen, die den Westen in der modernen Zeit ergriffen haben, haben absolut alles revolutioniert – sogar die Kirche, die nicht mehr Seelen formt, sondern Egos verpflegt.» (26) Es geht hauptsächlich darum, «das eigene Selbstwertgefühl und das subjektive Glückempfinden zu steigern und gut mit anderen auszukommen». (28) Der Westen hat «das Begehren spiritualisiert und sich einem säkularen ‘Evangelium der Selbsterfüllung’ verschrieben.» (76) Ähnlich wie Benedikt von Nursia (480-547) nach dem Untergang des römischen Imperiums seine Zeitgenossen beschrieben hat: «Immer unterwegs, nie beständig, sind sie Sklaven ihres Eigenwillens.» (Benedikt, 112)
Diese strikte Orientierung am Selbst wirkte sich desaströs für die Gemeinschaft aus. «Die Wurzellosigkeit des zeitgenössischen Lebens hat Gemeinschaftsbindungen ausfransen lassen.» Die Konsumhaltung der Gemeinschaft gegenüber «reproduziert die Fragmentierung, die die Christenheit in der gegenwärtigen Welt erschüttert.» (115)

Eine neue Denk- und Lebensart

Die Benedikt-Option ist eine „Strategie, die sich auf die Autorität der Schrift und die Weisheit der Alten Kirche beruft, um eine Art ‚innere Emigration‘ anzunehmen und dadurch eine lebendige Gegenkultur zu bilden.“ (40) Es geht Rod Dreher um eine Denk- und Lebensart nach der Art der Benediktiner-Mönche. Er möchte die christliche Kirche keineswegs zum Kloster machen, sondern umgekehrt die Philosophie für die Gemeinschaft fruchtbar machen. Damit ist Dreher überzeugt, nicht länger der Flut zu widerstehen, sondern eine Arche zum Schwimmen zu bauen (31). Er war zu diesem Zweck in der heute bestehenden Benediktinerabtei in Nursia, die von manchen US-amerikanischen Patres bewohnt wird.

Handlungsfelder Politik, Kirche, Dorf, Bildung und Arbeit
Ich gebe einen summarischen Einblick in einige Ideen zum Leben der Gegenkultur.
a) Politik: Die US-Amerikaner müssen sich daran gewöhnen, dass die Christen politisch an den Rand gedrängt werden. Wir Europäer haben uns längst daran gewöhnt. Uns gilt deswegen die Mahnung. „Die Kirche darf sich nicht vor ihrer Verantwortung scheuen, für politische Führerpersönlichkeiten zu beten und prophetisch zu ihnen zu sprechen.“ (137)
b) Kirche: „Wir werden eine tiefere Hingabe an unseren Glauben entwickeln müssen, und wir werden das in einer Weise tun müssen, die in den Augen der Zeitgenossen sonderbar erscheint. Indem wir die Vergangenheit neu entdecken, den Sinn für Liturgie und Askese zurückgewinnen, unser Leben auf die kirchliche Gemeinschaft ausrichten und die kirchliche Disziplin festigen, werden wir, mit Gottes Gnade, wieder zu den eigenartigen Leuten werden, die wir immer hätten sein sollen.“ (166)
c) Dorf: Dreher sieht das Zuhause als häusliches Kloster. „Erzieh‘ deine Kinder so, dass sie wissen, dass ihre Familie anders ist als andere – und dass das nichts ist, wofür man sich entschuldigen müsste.“ (205) Dennoch darf die Familie nicht zum Selbstzweck und damit zum Götzen werden. Dreher empfiehlt, in der Nähe anderer Gemeindeglieder zu leben und sich nicht davor zu scheuen umzuziehen.
d) Bildung: „Bildung und Erziehung müssen im Zentrum des christlichen Überlebenskampfes stehen.“ (233) Dreher wird sehr konkret und empfiehlt die Gründung von privaten christlichen Schulen, und dies bis zu einer Strategie für Hochschulbildung. Wir Europäer sollten (wieder) beginnen, uns aktiv Gedanken darüber zu machen.
e) Arbeit: Die Bereitschaft zu harter Arbeit unter sich verschlechternden Bedingungen ist eine weitere Folge eines veränderten Denkens. Es gilt zurückzustecken und auch in unattraktive Gebiete zu ziehen.

Kurzer Kommentar zum Buch
Es wäre sehr bequem, das Etikett „zu amerikanisch“ auf dieses Buch zu kleben und dies als Vorwand zu nehmen, um es wegzulegen. Ich kann diesem Vorgehen nichts abgewinnen. Die Grundgedanken treffen auf Europa noch verstärkt zu. Das Bewusstsein dafür verbindet sich für mich mit dem Unbehagen, ob es bei uns vielleicht auch dafür schon zu spät sei. Dies führt mich zum nächsten Einwand:
Ermutigt Dreher nicht zur Weltflucht? Nur eine oberflächliche Betrachtung mag dies zu bejahen. Die – zugegeben ungemütliche – Konkretisierung konfrontiert uns mit der Mahnung, nicht mehr weg zu schauen, sondern zu handeln. Es geht um das Leben einer Gegenkultur. Das mutige Anderssein wird uns zahllose Gelegenheiten zum Zeugnis und zum Handeln in unserem direkten Umfeld geben.
Allerdings, und hier setzt mein wesentlicher Kritikpunkt sein, kann dies nicht ohne die Kraft des Evangeliums geschehen. Dreher betont zwar, dass dieses Buch keine Formulierung des Evangeliums sei, sondern eine Strategie zur Umsetzung beinhalte. Es fehlt mir hier die Betonung des Evangeliums und die konkrete Verknüpfung aller Lebensbereiche mit diesem Kraft-Reservoir. Ich sehe die Gefahr nicht gebannt, dass wir uns selbst zu Moralisten „in neuem Farbton“ entwickeln. Das wäre schade!

Fazit
Es steht für mich zweifelsfrei fest: Dieses Buch füllt eine Lücke in einem grossen Vakuum. Ich sehe uns europäische Christen als kulturell versklavt an. Insofern bietet Dreher wichtiges Denkfutter für Familien und Gemeinden. Carl Trueman, Kirchenhistoriker, empfiehlt dieses Buch zur Auseinandersetzung. Ich schliesse mich dieser Empfehlung an.
Es gilt Abschied zu nehmen vom Komfort, der durch Kompromisse erkauft wurde. „Junge Christen, die davon träumen, Anwalt oder Arzt zu werden, werden diese Hoffnung vielleicht aufgeben müssen und eine Laufbahn einschlagen, in der sie sehr viel weniger Geld verdienen. Vielversprechende christliche Akademiker werden sich vielleicht mit dem schmalen Salär und dem geringen Ansehen eines Lehrers an einer klassisch christlichen Schule (in den USA verbreitetes privates Schulmodell, das sich an der klassischen Bildung orientiert) abfinden müssen. Christliche Familien werden vielleicht gezwungen sein, ihr Geschäft zu verkaufen oder zu schliessen, wenn sie sich bestimmten staatlichen Weisungen nicht beugen wollen. … Wenn man bedenkt, wie sehr wir in unserer Gesellschaft an Mittelklasse-Komfort, Freiheit und Stabilität gewöhnt sind, steht zu erwarten, dass Christen schwer versucht sein werden, alles dafür zu sagen und zu tun, dass wir behalten, was wir haben. Aber das ist der Weg zum geistlichen Tod.“ (307)
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