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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENT
28. Januar 2019
*** Ich habe den ersten Drittel des Buches gelesen. ***

«Technologie ist «nicht blosse Technologie der Macht …, sondern wirklicher Dienst am Bürger, ein nach Möglichkeit uneigennütziger Dienst, begründet auf Ideale, der die sittliche Ordnung über uns achtet, die langfristigen Interessen der Menschheit berücksichtigt und nicht nur das, was der Öffentlichkeit in gerade diesem Moment gefällt, und der es ablehnt, sich in ein Spiel der verschiedenen partikulären Interessen oder pragmatischen Ziele zu verwandeln, hinter denen sich schliesslich nur eines verbirgt: das Bemühen, um jeden Preis am Ruder zu bleiben.»
Politik ist «wie ein endlos sich hinziehender Teig, der es einem nie ermöglicht zu sagen: Das Ziel ist erreicht, ich kann es abhaken und mich anderen Dingen widmen.»

Vaclav Havel
War unter dem kommunistischen Regime der Tschechoslowakei Dissident. Von Haus aus schrieb er Theaterstücke. Er gehörte der Charta 1977 von Intellektuellen und Künstlern an, die sich für eine Demokratisierung seines Vaterlandes einsetzten. Er wurde mehrere Male verhaftet und verbrachte einige Jahre im Gefängnis. Seine Gefangenenkorrespondenz «Briefe an Olga» war meine Erstlektüre, für die ich eine fast ausufernde Rezension verfasste.
1989-92 war er der letzte Präsident der Tschechoslowakei; 1993-2003 war er der erste Präsident der Tschechischen Republik. Nach dem Biographen John Keane war Havel der «Star im Theater der Opposition».

Das Buch
Nimmt eine Diskussion mit dem Journalisten und Essayisten Karel Hvizd’ala auf und blendet auf die Jahre des Umbruchs und der Präsidentschaft zurück. Der Investigator spart nicht mit intimen, herausfordernden und kritischen Rückfragen.

Die Komposition
Das Buch besteht aus drei verschiedenen Strängen. (a) Einmal sind Tagebuchnotizen von Havel aus dem Jahr 2005 erhalten, die einerseits seine aktuellen Gedanken anlässlich seines Schreibaufenthaltes in den USA wiedergeben, oft jedoch auch in die Vergangenheit zurückgehen. (b) Der zweite Teil setzt sich aus zahlreichen Notizen zum Tagesgeschehen zusammen, allesamt aus den 1990er-Jahren als Präsident. (c) Ergänzend ist das Gespräch zwischen den beiden Literaten eingeflochten.

Das Leseerlebnis
Die Zusammensetzung von drei Teilen ist geschickt. Sie lockert das doch lange Gespräch auf. Was mir besonders gefällt, sind die ehrlichen Überlegungen von Havel. Es handelt sich, wie sein berühmter Essay es aussagt um den Versuch in der Wahrheit zu leben. Die vielen Anspielungen auf nationale Ereignisse, Orte und vor allem Namen machen es dem nicht mit der osteuropäischen Geschichte vertrauten Leser nicht einfach. Zudem sind die Notizen zwar aufschlussreich, doch etwas langfädig.

Drei Dinge interessierten mich inhaltlich:

A) Äusserungen über sich selbst
«Sie wissen sehr gut, dass ich ständig an mir selbst zweifle, wie ich mir alles Mögliche und Unmögliche vorwerfe.» (10)
Man kann nicht das gesamte Leben lang kritisieren, um dann, wenn man die Chance hat die Hände davon zu lassen zu zeigen, ob man es besser machen kann. (11)
«Wie Sie wissen, bin ich ein Kneipenmensch, bin neugierig auf alles, nichts schockiert mich.» (25)
• «Ich wurde wahrgenommen als jemand, der von seiner Wahrheit nicht abliess, bereit war, für sie ins Gefängnis zu gehen, dort das Angebot zur Emigration ablehnte, zurückkam und mit genau dem weitermachte, was er vorher getan hatte.» (32)

B) Details zum Auftreten – Reden – Schreiben

«Wenn das ginge, würde ich am liebsten nur dann schreiben, wenn ich den unwiderstehlichen Drang spüre, etwas zu sagen.» (18)
(bei Computerproblemen» «Ich kam mir völlig vereinsamt vor, ein Mensch, betrogen von der Geschichte, die ihn mit einer Unzahl von Aufgaben belastet und sich jetzt daran erfreut, wie er sie alle nicht schafft…» (53)

Politisches
«Wenn ich jede Woche einen so reichen Blumenschmuck bezahlen sollte, würde ich … die entsprechende Summe lieber irgendwelchen bedürftigen Heimen …stiften und mir hin und wieder ein oder zwei einfachere Blumensträusse im Blumenladen … kaufen.» (54)
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