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Kundenrezension

21. Mai 2018
Mit dieser neuen Auflage des populären "Kommer" erhält ein Privatanleger einen umfassenden Überblick über die praktische Anwendung der Modernen Portfoliotheorie (MPT) und der Effizienzmarkt-Hypothese (EMH).Ein Schwerpunkt ist einerseits das passive Investieren mit Indexfonds/-ETFs. Das wurde von dem anlegerfreundlichsten Finanzgenie aller Zeiten, John Bogle, ab Mitte der 70er Jahre gegen den erbitterten Widerstand des gesamten Finanzestablishments weltweit verbreitet. Es ist für die langfristig ertragreiche Vermögensanlage von Privatanlegern optimal geeignet, z.B. zur privaten Altersvorsorge. Der Autor hat für dessen Verbreitung in Deutschland einen wertvollen Beitrag geleistet.

Ein neuer Schwerpukt ist andererseits angeblich passives Factor Investing mit sogenannten Smart Beta ETFs. Das ist extra herausgehoben, jedoch für passive Privatanleger ungeeignet. Auf die Gründe gehe ich weiter unten ein. Die damit zusammenhängende, relativ junge Verhaltensökonomie wird jedoch nur gestreift und ist nicht angemessen und z.T. inkorrekt berücksichtigt. Lediglich die Downsides einiger weniger Denk- und Verhaltensfehler daraus werden mehrfach kurz erwähnt. Angeblich erhebliche Mehrrendite (ich meine hier immer die risikoadjustierte Art) mithilfe von eigentlich aktiven Smart Beta-Ansätzen wird jedoch irritierend marktschreierisch als passives Anlegen "mit Turbo" propagiert und Prämien über Prämien in Aussicht gestellt. Damit schürt der Autor vermögensschädliche Emotionen, statt sie präventiv zu bändigen.

Die Verhaltensökonomie hat in jüngster Zeit große Fortschritte gemacht. Daher zunächst ein paar Sätze dazu über den Buchinhalt hinaus, um das Folgende besser zu verstehen. Für das Investieren ist die Verhaltensökonomie nach nobelpreisgekrönter Erforschung mittlerweile genauso relevant geworden wie die EMH. Diese allein beschreibt den nicht völlig effizienten Finanzmarkt nämlich nur mangelhaft. Erst das enge Zusammenwirken von MPT, EMH und Verhaltensökonomie ist aktuell der beste Ansatz dafür. Das ist für Privatanleger mit dem Lesen spezieller Fachliteratur leider kaum zu bewältigen. Es sollte aber bei allen zwangsläufig aktiven Anlageentscheidungen voll miteinbezogen werden. Denn nur damit kann möglichst vorteilhaft vorgegangen und Verluste durch vorhersagbare Preisänderungen minimiert werden. Davon sind insbesondere die Entscheidungen der Asset Allocation, die die Gesamtrendite maßgeblich bestimmt, und des Timings von Investitionen und von Entnahmen betroffen. Das ist in der aktuell verfahrenen Finanzmarkt-Situation weltweit hoher Verschuldung, niedrigster Zinsen, Aktienboom und wachsender Crashgefahren für die meisten Privatanleger alles sehr schwierig geworden, und zwar rational als auch emotional. Ein umfassendes Verständnis der Verhaltensökonomie neben der EMH könnte dabei aber sehr helfen.

Vieles scheint sich bei den beiden dominierenden Finanzmarkttheorien zu widersprechen. Trotzdem soll es durch wissenschaftliche Evidenz angeblich nachgewiesen sein. Die der EMH zugrundeliegende Annahme eines überwiegend rationalen Verhaltens der Marktteilnehmer ist aber eindeutig irrational. Ihr Verhalten wird vielmehr von Emotionen dominiert, insbesondere der Gier und Angst, und den daraus folgenden Denk- und Verhaltensfehlern. Mittelfristige Preisentwicklungen sind folglich - im Gegensatz zu kurzfristigen - teilweise vorhersagbar und systematisch nutzbar, um zu dauerhaft überdurchschnittlichen Gewinnen zu kommen. Das widerspricht jedoch der EMH. Hier setzt die Verhaltensökonomie an und trägt wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie bei, die das ermöglichen. Dazu ist allerdings ein wesentlich höherer "aktiver" Aufwand erforderlich als es in diesem Buch durch sogenanntes Smart Beta suggeriert wird. Das alles sollte von solch einem umfassenden Werk angemessen und vor allem korrekt berücksichtigt werden, wenn es gutes Grundlagenwissen zur Erzielung von Mehrrendite vermitteln soll. Nur dann würde es bei entsprechenden Anlageentscheidungen einen echten Mehrwert zum Existierenden beitragen.

Beide sich gut ergänzende Finanzmarktheorien haben bereits vor ca. 5 Jahren wissenschaftlich die gleiche höchste Anerkennung erhalten. Denn der Wirtschafts-Nobelpreis wurde 2013 an Eugene Fama für seine Beiträge zur EMH und an Robert Shiller für seine Beiträge zur Verhaltensökonomie sowie an Lars Peter Hansen für mathematische Beiträge zum Test von Preisbildung-Hypothesen gemeinsam verliehen. Das zeigt deren gleichhohe Bedeutung überdeutlich auf.* Am Autor und an diesem Buch scheint das bis auf den EMH-Teil weitgehend vorbeigegangen zu sein, obwohl es ein Standardwerk sein soll. Wie kann es daher zum "Souveränen Investieren" befähigen, wenn eine maßgebliche und höchst anerkannte Finanzmarkttheorie nur rudimentäre und z.T. inkorrekte Berücksichtigung findet??

Mir missfällt darüberhinaus, dass dieses Werk kurzlebige Anlage-Moden synchron zur Finanzindustrie marktschreierisch propagiert und damit besonders heraushebt. Das betrifft sogenanntes Smart Beta, (siehe Kap. "5.11 Factor-Investing (Smart Beta Investing) – Passiv anlegen mit Turbo"), das Kommer mit 1/3 Anteil an 12 Anlage-Grundprinzipien in Kap. 5 und mit 2 von 4 Umsetzungsvarianten des "Weltportfolios" in Kap. 7 unangemessen überbewertet. Außerdem rät er zu nachteiligem, zyklischem Ausstieg aus alten und Einstieg in neue Anlage-Moden. Das unterstützt den Anleger nicht im Spiel gegen die Finanzbranche. Sondern es spielt ihr vermögensschädlich in die Fänge.

In der vorherigen Auflage des "Kommer" erst vor knapp 3 Jahren (2015) wurde z.B. passives Investieren in Rohstoff-Futures-ETFs noch als ertragreich und zur Diversifikation prädestiniert dargestellt. Inzwischen sind Rohstoff-ETFs wegen jahrelanger Talfahrt praktisch out. Denn wie durch kritisches Nachdenken mit richtig geschultem, gesundem Menschenverstand eigentlich schon vorher zu erwarten, wurden die Rohstoffterminmärkte wegen dem massenhaften, einseitigen Nachfrageanstieg nach long-only Kontrakten strukturell verzerrt. Die Rohstoff-ETFs haben dadurch ihre erhofften Diversifikationseigenschaften wegen zeitweise starkem Korrelationsanstieg zu Aktien während des letzten Crashs 2008 verloren. Mit dem jetzt vom Autor nahegelegten Ausstieg kommt es zur verlustreichen Realisierung des "Tracking Error Regret" bzw. Referenzrahmenrisikos. Vor dem warnt er aber gleichzeitig an anderer Stelle im Buch. Dem werden vermutlich viele Anleger vermögensschädigend folgen. Der Ärger darüber wird dann groß, wenn bald wieder ein zyklischer Anstieg der Rohstofffutures-ETFs kommen sollte.

Die Zeit der Single-Faktor-ETFs scheint jetzt auch auszulaufen, wiederum synchron zur Finanzindustrie. Denn die nächste Anlage-Modewelle der im Backtest über-optimierten Multi-Faktor-Smart-Beta-ETFs als das aktuell angesagte Non-Plus-Ultra des angeblich passiven Factor Investings rollt schon heran. Jetzt empfiehlt es auch "Kommer" wärmstens als noch “modernerer Ansatz“. Das wird sich aber vermutlich ähnlich wie bei den Rohstoff-ETFs verhalten. Denn wie soll das mit dem erwarteten risikoadjustierten Mehrertrag dauerhaft funktionieren, wenn der denn je real und nicht nur backtested existiert haben sollte und die Massen da von der gesamten Finanzbranche und Kommer mit vereinten Kräften hineingetrieben werden? Das bekannte "Overcrowding“ wird, wie bei den Rohstoff-ETFs die Finanzialisierung, sicher auch bei den Faktor-ETFs einsetzen und die Struktur des Marktes stark verändern, nachdem da mittlerweile bereits über 1 Billion (1 000 000 000 000 !) USD hineingeflossen sind. Es ist zu befürchten, dass der erwartete risikoadjustierte Mehrertrag von Multi-Faktor-ETFs, wie bei den Rohstoff-ETFs, auch bald verschwinden wird.

Ein kaum bemerkbarer Hinweis auf diese zu erwartende Erosion des Mehrertrags findet sich bereits in diesem Buch, wenn man es mit der Ausgabe von 2015 genau vergleicht. Denn 2015 erwartete der Autor noch einen Mehrertrag von 1,0...3,5 Prozentpunkten p.a. durch passives Factor Investing, jetzt nur noch einen von 1,0...1,5 Prozentpunkten p.a. Man fragt sich, ob trotz oder wegen Über-Optimierung durch Multifaktor-Turbo. Die daraus ganz grob abgeschätzte Halbwertszeit von knapp 3 Jahren ist m.E. für anlegerorientiertes, passives Investieren langfristig kaum geeignet. Denn in 10 Jahren würde die erwartete Mehrrendite mit der geschätzten Halbwertszeit nur noch etwa 1/10 der aktuell erwarteten Werte oder etwa 0,1...0,15 Prozentpunkte p.a. betragen (ca. 0,5...0,7 in 3 Jahren, 0,25...0,4 in 6 Jahren...). Das entspricht der üblichen Lebensdauer von neuem, unausgereiftem Ökonomie-Wissen. Wie das dann weitergeht, kann man sich leicht ausmalen...s.o. Dann kommt vielleicht der Doppel-Turbo für noch mehr Wumm... Aber selbst diese in Aussicht gestellte, vergängliche Mehrrendite ist zweifelhaft, wenn man in den letzten beiden Quellenangaben ganz unten am Ende meines extra Kommentars zu dieser Rezension liest, wie übel hierbei mit der Statistik herumgetrickst wird. Denn die versteht ja eh kein Normalanleger.

Was ist bloß aus dem Kommer geworden? Also mit dem konsequent anlegerorientierten, passiven Anlegen nach dem guten alten Bogle haben solche Tipps jedenfalls lange nichts (mehr) zu tun. Bogle lehnt diese Faktor- und andere smarte Moden daher aus guten Gründen schon immer strikt ab! Rein passiv ist optimal und nicht passiv zu übertreffen. Optimal für langfristigen, passiven Anlageerfolg mit Aktien sind und bleiben einzig und allein die marktbreitesten, marktgewichteten Index-Fonds und -ETFs ohne jegliche aktive Faktor-Tilts. Punkt. Nur wenn es je noch marktbreitere ETFs kostengünstig geben sollte, wie z.B. seit kurzem auf den weltweiten MSCI ACWI IMI Index (z.B. von SPDR) oder auf den ebenfalls weltweiten FTSE All World Index (z.B. von Vanguard), kann man auf deren noch bessere Diversifikation mit minimalen Vorteilen bei neuen Investitionen upgraden, wenn man will. Wenn nicht bleibt man trotzdem praktisch optimal "passiv".

Es gibt kein smart "optimiertes passives Investieren". Das und alles andere ist bereits "aktiv". Aber wenn man dauerhaft aktiv Mehrrendite ernsthaft erzielen will, dann sollte man das gut verstehen und nicht auf Basis von breit bekannten Indizes passiv versuchen. So leicht geht das leider nicht. Denn das versuchen viele - aktuell mit bereits über 1 Billion USD (!) in Smart Beta - und beuten die verfügbaren, endlichen Mehrrenditepotenziale schnell aus, bis sie sich wie eine ausgebeutete Goldmine erschöpfen. Nur wenn solche Effekte durch tiefes Verständnis des engen Zusammenwirkens der MPT, EMH, Verhaltensökonomie u.a. berücksichtigt werden, kann das mit ausgeklügelten und somit aufwändigen, voll aktiven Ansätzen dauerhaft funktionieren, s.u.***. Dazu müssen sie außerdem noch von hochqualifizierten Experten ständig proprietär weiterentwickelt werden, um sie an die sich laufend durch Rückwirkungen des Handelns aller Marktteilnehmer reflexiv ändernden Marktstrukturen anzupassen. Alle anderen Versprechungen auf starrer Index-Basis klingen allein schon für den richtig ausgebildeten gesunden Menschenverstand zu gut um wahr zu sein.

Kommers besondere Empfehlung sogenannter Smart-Beta-ETFs für angeblich passives Anlegen "mit Turbo" entspricht jedoch genau der finanzpornographischen Werbung des Finanzestablishments für unrealistische, leicht erzielbare Mehrrenditeträume. Die Finanzindustrie legt diese ETFs laut Bogle aktuell rein zum Abzocken von überhöhten Gebühren wie am Fließband mit hochprofessionellem Marketing auf, weil die Abzockerei mit underperformenden aktiven Aktienfonds dank Bogle wegbricht. Damit verwässert sie seine selbstlose passive Mission mehr und mehr im kurzsichtigen Eigeninteresse zum Vermögensschaden breiter Anlegermassen. Wie sollen solche "Tipps" also Privatanleger je dabei unterstützen, das Spiel gegen die Finanzbranche zu gewinnen? Diese unangemessene Heraushebung eines reinen Marketing-Gags hinterlässt bei mir einen sehr zwiespältigen Eindruck.

Da dieses Buch daher dem Anspruch im Titel nur teilweise gerecht wird, kann ich es trotz gut dargestellter Grundlagen passiven Investierens nicht als alleiniges Werk empfehlen und auf keinen Fall zum ersten Einstieg! Denn gerade bei Einsteigern besteht die Gefahr, dass ihr elementar wichtiges Grundverständnis vom Finanzmarkt durch die jetzt stark erweiterten und herausgehobenen Finanzporno-Einlagen zum angeblich passiven Anlegen "mit Turbo" völlig falsch ausgerichtet bzw. für immer verdorben wird. Denn damit wird der selbstschädigende "Gier frisst Hirn"-Effekt gezielt ausgelöst. Dafür und für die (vielleicht ungewollte aber) anschauliche Demonstration der Realisierung des Referenzrahmenrisikos am eigenen Beispiel der Rohstoff-ETFs noch knapp 3 Sterne. Insgesamt ist es dadurch leider nur für wenige Privatanleger, die sich schon gut auskennen, als reines Nachschlagewerk bedingt brauchbar.

Alternative Literatur-Tipps

Zum inhaltlich konsistenten und motivierenden Einstieg empfehle ich allen, die mich danach fragen, viel mehr das Buch vom populärsten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum, dem Ingenieur Albert Warnecke: Der Finanzwesir - Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen. Intelligent Geld anlegen und finanzielle Freiheit erlangen mit ETF und ... Funds eine solide Altersvorsorge aufbauen. Ich habe das auch gelesen und rezensiert, weil das Gesamtkonzept so überzeugend genial ist und es vielen Kleinanlegern den richtigen Zugang zu lukrativen Anlagemöglichkeiten an der Börse durch viel leichtere Verständlichkeit ermöglicht. Dabei müssen sie sich nicht durch eine verwirrende Komplexität auch noch vermögensschädlicher, angeblich "smarter" Ansätze kämpfen wie bei Kommer. Es enthält alles, was man als "Otto Normalanleger" sein Leben lang so braucht. Es ist darüberhinaus mit Witz, Herz und viel gesundem Menschenverstand, der alle dabei relevanten Aspekte der MPT, der EMH und der Verhaltensökonomie angemessen und korrekt berücksichtigt, verfasst. Es ist sehr unterhaltsam und motivierend geschrieben und in ein ganzheitliches System aus Finanzwesir.com-Blog, -Podcast, -Youtube-Kanal, -Kursen, -Kurzberatung, -Coaching und lokalen “Autonomen Zellen“ (Stammtischen) in vielen Städten integriert. Kurz gesagt ist der "Finanzwesir" ein absolutes Muss und der neue Standard für den Neueinstieg ins selbstbestimmte, private Investieren in Deutschland.

Wer dort noch fachliche Details vermissen sollte, dem ist erst mit dem vom weltbesten Stiftungsfondsmanager der US Elite-Uni Yale, David Swensen, verfassten und ins Deutsche übersetzten Buch mit extra Hinweisen für Deutschland noch besser gedient: Erfolgreich Investieren: Strategien für Privatanleger. Das Swensen-Buch ist, wie die Werke vom Bogle und das Finanzwesir-Buch, angenehm frei von Verwirrungen durch sogenannte Smart Beta- und Rohstoff-ETFs. Es folgt dem wahren Passiv-Pabst Bogle wesentlich konsistenter und inhaltlich verlässlicher als der "Kommer". Das Buch von Swensen ergänzt damit bestens das Finanzwesir-Buch mit Finanzwissen für fortgeschrittene Privatanleger auf höchstem Niveau. Es enthält auch alle wesentlichen Aspekte der MPT, der EMH und der Verhaltensökonomie angemessen und korrekt. Bei beiden bekommt man ausschließlich rein anlegerorientiertes, objektives Finanzwissen. Beide setzen die Linie des Bogle-Originals inhaltlich konsistent fort. In der Kombination des Finanzwesir-Systems plus Bogle plus Swensen ist das nach eigener Erfahrung praktisch unschlagbar, um als Privatanleger und Selbstentscheider eine solide Basis für lebenslang erfolgreiches Investieren aufzubauen und zu verinnerlichen.

Das Lesen der seit August 2018 auch auf Deutsch angebotenen original "Bogle Bible"** empfehle ich nach Lesen des motivierenden Finanzwesir-Buchs und vor Lesen des anspruchsvollen Swensen-Werks: Das kleine Handbuch des vernünftigen Investierens: An der Börse endlich sichere Gewinne erzielen. Damit kann echtes passives Investieren lebenslang felsenfest verankert werden. Das bewahrt gut vor der Versuchung durch viele noch zu erwartende, vermögensschädliche Finanz-Modewellen. Auch Bogle berücksichtigt mit seinem "Common Sense" MPT, EMH und Verhaltensökonomie angemessen und korrekt. Auf jeden Fall sagen alle drei hoch anerkannte, anlegerorientierte Finanzexperten übereinstimmend: Breiteste Standard-Indexfonds/ETFs waren, sind und bleiben das beste im Aktienbereich, in das Privatanleger investieren können. Und sonst nichts!!**

Darüber kommt der institutionelle, voll aktive Bereich für seriöse Wege zu systematischem Mehrertrag bei entsprechend hohem Mehraufwand. Für den hat Swensen auch das international anerkannte Standardwerk geschrieben: Proaktive Portfolio Strategien: Innovative und erfolgreiche Wege im institutionellen Investment. Dort und unter "Yale Investments Office" (einfach googlen) legt Swensen seine gesamte Weltklasse-Anlagestrategie in allen Details offen zur praktischen Anwendung. Dabei geht es um die nach umfangreicher Ausbildung und viel Erfahrung erreichbare meisterhafte Anwendung neuester Erkenntnisse wiederem zur MPT, EMH und Verhaltensökonomie.
Meine Hinweise und Erfahrungen zur ewigen Diskussion passiv/aktiv s.u.***

Daneben lese ich noch regelmäßig mit Gewinn bei jedem Artikel den englischen awealthofcommonsense.com-Blog von Ben Carlson zu seinem Buch A Wealth of Common Sense: Why Simplicity Trumps Complexity in Any Investment Plan (Bloomberg). Das ist quasi der "US-Finanzwesir" auf sehr fortgeschrittenem Niveau. Dort erfährt man, wie neueste Erkenntnisse sowohl der MPT, EMH als auch der Verhaltensökonomie im engen Zusammenspiel vorteilhaft für den Anleger im praktischen Portfolio-Management genutzt werden können. Das entspricht nämlich i.d.R. dem gut ausgebildeten gesunden Menschenverstand oder "Common Sense" im Titel. Den vermisse ich beim "Kommer" leider sehr.

Die kompetente Nutzung dieses gesundem Menschenverstands hat mich als naturwissenschaftlich ausgebildeten Ingenieur z.B. vor einer Fehlinvestition in Rohstoff-ETFs sicher bewahrt, auch wenn dafür irgendwann mal (natur-)wissenschaftliche Evidenz angeblich vorgelegen haben sollte. Der Finanzmarkt ist als komplexes soziales System nämlich rein mit naturwissenschaftlichen Methoden, wie Kommer das versucht, nicht vollständig erklärbar. Solch ein reflexives System ändert sich fortwährend. Jegliche wissenschaftliche Evidenz darüber ist bereits Vergangenheit, wenn man sie liest. Wer vom zukünftigen Bestand der vermeintlichen wissenschaftlichen Evidenz trotzdem ausgeht, unterliegt der "Soviet-Harvard Illusion", die Nassim Taleb in seinem Hauptwerk beschrieben hat: Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen. In diesem epochalen aber dennoch unterhaltsam geschriebenen Werk geht es um das grundlegende Verständnis nützlicher und unnützer künstlicher Komplexität in unserer täglichen Umgebung inkl. Finanzwelt. Es zeigt sowohl aufwühlende Ursachen als auch bewährte und ganz neue "antifragile" Wege auf, wie man damit nicht nur einigermaßen zurecht kommt, sondern wie man davon sogar zum Wohle des Ganzen profitieren kann.

*... *** Fußnoten siehe meinen ausführlichen Kommentar mit ergänzenden Literaturempfehlungen ganz unten.
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