Hier klicken Jetzt informieren PR Evergreen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Selbstgemachtes verkaufen bei Amazon Handmade HI_PROJECT Deadpool 2 Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily FußballLiveAmazonMusic

Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 5. September 2018
*** Ich las einige Stunden in diesem darstellenden Werk. 35 Psychoanalytiker werden vorgestellt. In erster Linie interessierten mich die Ausführungen zu den «Erzvätern» Freud, Adler und Jung. Das «Schmankerl» macht jedoch an, mich mit weiteren Vertretern zu befassen. ***

Der Leseanstoss

Meine Berufswelt (die betriebliche Personalentwicklung) lebt einer Fusion andragogischer und psychologischer Modelle. Dem liegt ein bestimmtes Menschenbild zugrunde. Grob gesagt ist es gekennzeichnet vom Ausklammern Gottes aus der Bewältigung des Lebens, also von einer immanenten Perspektive. Der Sinn muss sich jeder Einzelne suchen. Die optimale Übereinstimmung mit dem Selbst (als Ersatz-Gott) ist das Ziel der Interventionen.

Der Autor

Josef Rattner ist Psychotherapeut (* 1928). Er stammt aus dem Zentrum der Psychoanalyse und der Geburtsstätte ihrer «Erzväter», Wien. 1938 emigrierte die Familie in die Schweiz. Rattner studierte zuerst die geisteswissenschaftlichen Fächer, später Medizin. Seine Dissertation trug den Titel «Das Menschenbild in der Philosophie Martin Heideggers». Er schrieb auch zur Metaperspektive der Pädagogik.

Anspruch

Josef Rattner verfolgt in seiner 'Enzyklopädie der Psychoanalyse' den Anspruch einer Einführung, gekoppelt mit einer kritischen Analyse.
"(D)er Verfasser berichtet aber nicht nur objektiv über Formulierungen und Funde, sondern übt auch strenge Kritik, wo mancher Tiefenpsychologe sich in skurrile Einseitigkeiten verrannte." (Einleitung)

Umsetzung

In fünf Teilen (Erzväter, frühe Psychoanalytiker, Neopsychoanalytiker, auf dem Weg zur Psychosomatik, Psychanalytiker der dritten Generation, Phänomenologen/Daseinsanaytiker/Existenzialpsychologen) bespricht Rattner 35 Psychoanalytiker, wobei er folgende Struktur einhält:
- Biografische Stichpunkte
- Entwicklung
- Werk
- Kritische Bewertung
- Ausgewählte Literatur

Stichwortartige Zusammenfassung von Kritikpunkten
… trug ich zu fünf der Psychoanalytiker, darunter die drei «Erzväter» zusammen.

Freud
- Folge des naturalistischen Weltbildes: Mensch als Bestie, die nur mühsam zur Domestikation gezwungen werden kann
- Psychoanalytiker als Seeleningenieur, der kühl und unbeteiligt den psychischen Apparat in Ordnung zu bringen sucht
- Unbewusstes als Keimstätte aller Laster und Perversionen (Ähnlichkeit zur christlichen Lehre der Erbsünde)

Adler
- Stilistisch glanzvolle Bücher, jedoch eher unsystematisch; Andeutungen mit plötzlichen Sprüngen
- Er liebte das gesprochene Wort, daher improvisatorischer Charakter der Texte
- Mangel an umfassenden Fallbesprechungen
- Kulturphilosophie wird nirgends ausführlich diskutiert

Jung
- Nach der Trennung mit Freud Rückfall in eine abergläubische, frömmelnde, reaktionäre, vernunftfeindliche Kindheit, deshalb esoterisch, mystisch, realitätsfremd
- Das Halbdunkel des Geheimnisvollen imponierte ihm mehr als das Tageslicht der Wahrheit.
- Preist uralte Glaubenssymbole als Wegweiser für moderne Daseinsorientierung an

Fromm
- Synthese aus Marxismus und Psychoanalyse (was Vorwürfe von beiden Seiten zur Folge hat)
- Kritik an Freud ohne Rekurs auf andere Opponenten vor ihm (Freud, Jung)
- Keine komplette Falldarstellung, geschilderte Analysanden bleiben blass
- Neurotiker mit überdurchschnittlichen Kontakt- und Beziehungsschwierigkeiten

Frankl
- Philosophischer Kopf mit beachtlichen Literaturkenntnissen, v. a. Phänomenologie und Existenzphilosophie
- Frankl ist massiv auf das Ziel aus, die religiöse Bestimmung des Menschenlebens ans Licht zu heben
- Gefühlskälte, die weder sich selbst noch andere zu erwärmen vermag
- Neuentdeckungen oft bei Freud, Adler und Jung schon vorhanden

Leseerlebnis

Die Aufsätze sind flüssig lesbar. Dem Autor gelingt die Balance zwischen genügend detaillierter Verankerung und grossem Bogen mit Blick auf Werk und Rezeption. Zwischendrin beschlich mich als Leser die Fragen:
- Er gehört selbst der Psychoanalyse an. Wo verortet er sich selbst?
- Was versteht er unter Wissenschaftlichkeit?
- Weshalb ist er so allergisch gegen Religiöses?
- Er ist bestrebt, den Menschen in seiner Güte darzustellen. Wie verankert er seine Kulturkritik? Wo sieht er das Grundproblem des Menschen?
- Allein die Tatsache, dass er 35 verschiedene Psychoanalytiker beschreibt, die z. T. in grosser Feindschaft bzw. Abgrenzung voneinander lebten, birgt die Frage: Weshalb diese Diversität?
0Kommentar Missbrauch melden Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

4,6 von 5 Sternen
3
7,95 €+ 3,00 € Versandkosten