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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENT
5. April 2016
Der US-amerikanische Professor für englische Literatur, Alan Jacobs hat dieses Buch im Stile von „Plaudereien in meinem Studierzimmer“ (oder sage ich besser „auf meinem Blog“) gehalten. Er spaziert mit Freude und Humor durch seine eigene Biografie als Leser. Nicht dass er eine chronologische Analyse vornimmt, bewahre. Gerade diese analytische Art ist ihm sehr zuwider. Er will den Anspruch an das Lesen entkrampfen. Nichts ist ihm ein grösserer Greuel (so scheint es zumindest), als ein verbissenes Sich-durch-eine-Leseliste-der-100-wichtigsten-Bücher-Kämpfen. Man tritt dann nämlich mit dem Anspruch an, durch das Lesen gebildet, also im Effekt ein besserer Mensch zu werden. Dieser Anspruch ist utopisch und verkehrt.

Jacobs Hauptthese lautet: Lese als oder mit WHIM. Damit ist eine freudiger, in die Welt eines Buches eintauchender, reflektierend antwortender Zugang zum Lesen gemeint. Ironischerweise gewann der Autor diesen Zugang durch sein elektronisches Lesegerät zurück. Er liess sich nicht mehr durch ständig eingehende Nachrichten (200 RSS-Feeds!) stören, sondern widmete sich wieder ungestört dem Genuss des sich-ungestört-durch-einen-Text-pflügen. Tatsächlich wird Jacobs etwas kulturkritisch – trotz allem Dagegenstemmen. Er bemängelt die verlorene gegangene Fähigkeit des anhaltenden, vertieften Langzeit-Lesens. Er propagiert Lesen für jedermann, gibt jedoch im Verlauf seiner Betrachtung unumwunden zu, dass es höchstens einige Prozent der Bevölkerung betreffen würde.

Wir sollten also aufhören, uns von Experten vorschreiben zu lassen, was wir in welcher Geschwindigkeit mit welchem Ertrag lesen sollten. Das Lesen sollte von der akademischen Welt abgekoppelt und in die Welt des Alltags zurück verpflanzt werden. Lies, was dir gefällt, und das überwiegend und ohne Scham (15+23). Lies, was das Zeug hält. Lies fürs Leben. Lies, was du lessen willst, in deiner eigenen Geschwindigkeit. Daneben flechtet Jacobs ein, welch erstaunliche Hirnleistung das Lesen darstellt.

Ich nehme drei Hinweise aus dem Buch mit: Lesen heisst antworten. Das bedeutet nicht in jedem Fall mit Stift und Tagebuch zu lesen, sondern auch mal ohne Werkzeug, den Text auf sich wirkend und sich hinterfragen lassend. Zweitens komme ich mehr auf den Geschmack, Bücher zum wiederholten Male zur Hand zu nehmen, für einzelne Passagen und insgesamt. Erst so, meint Jacobs, entsteht erst eine „richtige“ Lesegewohnheit. Auch der Rückblick tut gut. Man wächst über die Jahre: Im Rückblick wird man feststellen, dass das, was damals so aufregend neu, über die Jahre integriert worden ist. Die wichtigste Mahnung bleibt jedoch, Bücher nicht um der Seitenzahlen, dem guten Ruf oder der eigenen Bildung willen zu lesen – sondern zur Stärkung der eigenen inneren Landschaft.

Fazit: Das waren vergnügliche fünf, sechs Stunden mit dem Lesegerät.
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