Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars festival 16
Profil für J. I. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von J. I.
Top-Rezensenten Rang: 5.488.792
Hilfreiche Bewertungen: 11

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
J. I. (Gießen)

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Abwesend
Abwesend
von Gregor Sander
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Darauf hat niemand gewartet., 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Abwesend (Gebundene Ausgabe)
Bizarre Nostalgie trifft auf gestörtes Vater-Sohn-Verhältnis. Der Autor steigt mit dem Satz "Ich habe nie daran gedacht, meinen Vater zu töten." ein, und ja, der Erzähler hat es tatsächlich nie. Und hat es auch nicht vor. Sie hatten nicht gerade ein schlechtes, lediglich kein Verhältnis zueinander, auch wenn sie im selben Haus lebten. Um tatsächlich das erste Mal "mit" seinem, nun komatösen, Vater zu reden, brauchte es erst eine plötzlich auftauchende Affäre, von der nie jemand etwas ahnte und eine -natürlich höchst tragisch ums Leben gekommene- Halbschwester. - Gab nichts her


Ä: Kolumnen
Ä: Kolumnen
von Max Goldt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Bei Onkel Max kringelt es., 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Ä: Kolumnen (Taschenbuch)
Ich habe mit heute ein zusätzliches Bücherboard improvisieren müssen. Und ich kann meine fachidiotische Freude darüber kaum ausdrücken, daß Onkel Max doch tatsächlich zwischen Goethe und Grass seinen Platz gefunden hat. Ich finde das beschreibt seinen "Wert" doch ganz gut. Ich habe immer noch ein wenig Muskelkater, wenn ich daran denke, wie eine Prozession im goldtschen Sinne ablaufen könnte: "Vornweg gehen die Frommen und rufen >>Mari-, Mari-, Mari-<<, die weniger Frommen schreiten hintan und rufen >>Ä, Ä, Ä<<. Man muß allerdings recht zart artikulieren, damit es nicht wie das Getöse bei Fußballspielen klingt."


Amrita (detebe)
Amrita (detebe)
von Banana Yoshimoto
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So japanisch..., 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Amrita (detebe) (Taschenbuch)
"Amrita" bedeutet Lebenselexier, wird synonym zu Ambrosia verwendet. Ich denke, der Titel ist gerechtfertigt. Yoshimoto schafft es, das große, aber auch das kleine Glück in schillernden Farben zu beschreiben und nachempfinden zu lassen. Teilweise erinnern die detailierten Ausführungen von scheinbaren Nichtigkeiten an den Realismus, jedoch werden sie im Gegensatz dazu nie langatmig oder gar langweilig. Es ist einfach das, was ich als "asiatische Zartheit" bezeichnen möchte (Wer "Bin-Jip" oder "Last Life In The Universe" kennt, weiß was ich meine. ). Still und gleichzeitig ungemein ausdrucksstark. Manchmal so sehr, daß ich versucht war gleichzeitig vor Rührung zu weinen und aufzuschreien. Aber weil ich mich nicht entscheiden konnte, blieb ich einfach auch still. Sowohl schwere Schicksalsschläge, als auch Übersinnliches werden so hingenommen, als wären sie das Alltäglichste der Welt. Ich glaube das Buch ist polarisierend: Entweder man hasst es oder man liebt es. Ich habe beschlossen, es zu lieben und bald noch mehr von Yoshimoto zu lesen.


Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel: Roman
Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel: Roman
von Moritz Rinke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rinkes Romandebüt versinkt ganz sicher nicht im Moor!, 10. März 2011
">>Wat denn, wie kann eenem denn dit Haus versink'n?<<, fragte der Blumenhändler. >>Wenn es keinen Halt mehr hat<<, antwortete Paul."

Moritz Rinkes Romandebüt "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" trägt deutlich die Handschrift des Dramatikers. Die Geschichte wird ebenfalls vor allem durch absurde und dadurch (tragisch-)komische Wendungen vorangetrieben.
Paul Wendland-Kück, der sich größte Mühe gibt, seinen zweiten Namen, der seine Herkunft aus dem Künstlerkaff Worpswede wie ein Stigmata hinterließ, zu verleugnen, versucht mit einer Galerie in Berlin erfolgreich zu werden. Doch diese Unternehmung wird bisher nicht von Erfolg gekrönt. Ob das nun vom Umstand herrührt, daß sie am falschen Ende der Straße, des eigentlich angesagten Trendviertels, liegt oder daß er schlicht seiner Zeit voraus ist, indem er versucht einen blinden Künstler, der ausschließlich Bilder seiner toten Tochter malt, erfolgreich zu vermarkten, bleibt ungeklärt. Vorerst muss nämlich Paul zurück ins Moor, um das darin versinkende Haus seiner Kindheit und damit sein Erbe, zu retten. Gestört wird er bei diesem Unterfangen immer wieder von seiner Öko-Mutter, die ihm dringend frischen Salat aus Lanzarote in die vitaminlose Großstadt schicken will und die Gedanken an seine Freundin, die neuerdings in Barcelona begeistert die springenden Gene von Schlauchpilzen untersucht und ihn scheinbar ganz vergessen hat.
Die Widrigkeiten nehmen im Verlaufe der Handlung eher zu als ab und Paul hat bei Weitem nicht nur mit seiner Moorallergie zu kämpfen. Er gräbt nicht nur im Boden, um seinen Geburtsschrank zu retten, sondern in seiner Vergangenheit und muss sich zunehmend eingestehen, daß seiner Kindheit nicht der süße Geruch von Butterkuchen anhaftet, sondern der Gestank von Nazis, Inzest und einer Lebenslüge.
Man darf sich dabei sicherlich die Frage stellen, inwieweit die Schuldfrage des Dritten Reiches heute noch aktuell ist. Jedoch ist sie allein es glücklicherweise nicht, die die Problematik des Romans konstruiert. Es geht um viel mehr. Um die Negierung der Herkunft und die Erkenntnis ihr letztlich doch nicht entfliehen zu können, da irgendwann alles ans Licht tritt. Und sei es in diesem Falle auch nur das trübe Licht des Moores. Rinke lässt dieses zu keinem Zeitpunkt dominieren, da jeder, noch so dramatische Umstand, durch seinen einzigartigen Humor aufgelockert wird. Es ist doch nur allzu komisch, wenn der plötzlich auftauchende Reichsbauernführer mit dem erhobenen rechten Arm Max Schmeling in seiner Boxerpose nahezu brüderlich gleicht, eine Horde Parkinson-Patienten regelmäßig das Personal des örtlichen Puffs blockiert und der debile Nullkück, der nie ein Wort spricht, als der heimliche Internetschwerenöter der ganzen Region herausstellt.
Sprachlich glänzt Rinke wider Erwarten. Die knapp 500 Seiten ließen die zeit im Moor nur so verfliegen. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen.


Ich ruf dich an...: Das Schwarzbuch der Liebe
Ich ruf dich an...: Das Schwarzbuch der Liebe
von Simone Falk
  Taschenbuch

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Klischees, die an den Nerven zehren, 26. April 2009
Lange habe ich nicht mehr so ein grauenhaftes Buch in den Händen gehalten.

Dass Klischees durchaus unterhaltsam sein können, dachte ich mir, als ich das Buch bestellte. Jedoch sind diese hier in ihrer Gänze vorhersehbar und auf einer Ebene angesiedelt, die dermaßen flach ist, daß sie einfach nur noch langweilt.
Die Statistiken, die das Buch durchziehen, vermitteln alles andere, als einen wissenschaftlichen Charakter und werden nicht dazu genutzt humoristisch etwas aus ihnen herauszuholen.

In der Regel kann man ein Buch ohne größeres Ärgernis zur Seite legen, wenn der Inhalt für einen persönlich uninteressant ist. Hier jedoch befindet sich der Aufregerfaktor abseits dessen: Die Formulierungen waren es, die mich erst aufzucken ließen und später beinahe dazu trieben, das Buch in die nächste Ecke zu werfen. Pseudosprachbegabte Wortspielchen auf BILD - Niveau, ohne jegliche Raffinesse kommen so dermaßen gehäuft vor, dass sie einen früher oder später einfach auf die Nerven gehen müssen.

Kurz: Schade um Geld und Zeit.
Vielleicht findet dieses Paradebeispiel der Überflüssigkeit besseren Absatz bei "Nachmittags-Magazin-Guckern" und Menschen mit einfachem Humor.
Ich werde es wohl jemanden schenken, den ich nicht leiden kann.


Seite: 1