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Rezensionen verfasst von
Mainstream_is_actually_weird_music

Anzeigen:  
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Head Hunters
Head Hunters
Preis: EUR 7,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schüttel den Schrumpfkopf, der Meister ist im Haus!, 18. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Head Hunters (Audio CD)
Hey Kopfjäger!

Diese Scheibe begleitet mich nun schon seit über einem Jahrzehnt und dennoch hab ich sie mir jetzt erst zugelegt. Der erste der mich mit Herbie Hancock's funky Jazz in Berührung brachte war mein Schlagzeuglehrer. Da war ich gerade mal 11-12 Jahre alt. Einige Scheiben von Herb haben mir damals überhaupt nicht gefallen, Headhunters allerdings hat mich aus verschiedenen Gründen schon damals absolut fasziniert.

Headhunters ist ein schwitziger dschungeliger treibender Hybrid aus einer sehr sehr deutlich hervorstehenden Jazzkante (Wesentlich Jazziger als z.B. Futureshock mit dem Prä-Hiphop-Breakdance-Freestyle-Electrosound) und derbe feistem Funk. Der eine oder andere mag die ausladenden eskalierenden Soli nervig finden aber unbestrreitbar ist hier eine Band zugange die den Groove sowas von gepachtet hat.
Alles fügt sich selbst in den wildesten Momenten zu einem Ganzen und wenn die Herrschaften sich dann auch mal wieder ausgesponnen haben kommen sie immer wieder auf absolut geniale Hooklines bzw. Themen zurück die sich meiner Meinung nach trotz aller Verschrobenheit sofort ins Ohr setzen. Trotz der ausgestellten Virtuosität die manchmal hart an der Selbstbeweihräucherung vorbei schrammt und trotz aller Komplexität läd z.B. die bekloppte Headhunters Version des Herbie-Classics "Watermelon Man" irgendwie zum Tanzen ein (jedenfalls mich.) Diese Scheibe ist sicherlich anstrengend aber eröffnet bei mehrfachem Hören immer mehr Raum in einer Art künstlichen Musikwelt die durch die Töne und Rhythmen gebaut wird wenn man die CD einlegt. Kurz und weniger schwulstig ausgedrückt: Headhunters ist geile Sche*ße und man entdeckt ständig Neues in der Musik. Die pure Spielfreude und Energie der Band ist absolut atemberaubend und führte jedenfalls bei mir dazu das ich immmer wieder zurück kam.

Wer eher Jazz-unerfahren ist oder erstmal mit leichter Herbie Hancock-Kost anfangen will, dem rate ich eher dazu sich erstmal "Future Shock" zu Gemüte zu ziehen, für alle anderen spreche ich hiermit eine absolut verdiente und definitiv

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG aus.

Anspieltipps sind bei nur 4 Liedern eigentlich überflüssig, versucht möglichst in alles reinzuhören.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2013 5:24 PM MEST


Ixnay on the Hombre
Ixnay on the Hombre
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Ixnay on the Hombre - Betrachtungen 10 Jahre später, 15. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ixnay on the Hombre (Audio CD)
Hey Nutzer!

Wow! Nun ist es schon über 10 Jahre her. 10 Jahre seit ich damals von Bands wie den Ärzten, den toten Hosen, den Hives, Green Day, Nirvana, den Fat Wreck- und Epitaph-Combos und eben THE OFFSPRING in die Fänge des Punk geriet. Und es war insbesondere Lagwagon's "Blaze", Green Day's "Dookie" und The Offspring's "Ixnay on the Hombre" die mir diese Tür mit großem Schwung und einem lauten Knall aufrissen.

Damals war ich 14-15 Jahre alt und für die "echten" Punks und anderen bunten Leute der deutschen Subkultur war ich nichts weiter als ein "Kiddie", ein Pickel am Arsch, ein "Mainstreampunk".
Ganz Punkrocker war (und ist) mir das aber absolut egal. Ich hör(t)e einfach weiter was ich will.

War es also damals von den älteren gerechtfertigt dieses Album zu meiden das mir so wichtig war? Ich sage nach wie vor: Nein. Ixnay on the Hombre leistet auch heute nach über 10 Jahren unersätzliche Arbeit wenn es darum geht Nachwuchs für die Szene zu rekrutieren. Und dabei ist dieses Album noch wesentlich hilfreicher als das bekanntere "Smash", da wesentlich Punkiger und vorallem mit einem "Disclaimer" von niemand geringerem als Jello Biafra von den Dead Kennedys (Und jetzt liebe Kids wäre es spätestens Zeit für eine youtube-recherche).
Es steckt jedenfalls ordentlich Hardcore-punk in dieser Scheibe, wenn auch sehr poppig verpackt und sicher nichts für die ganz harten Bandana-träger.

Es finden sich wunderbare, schöne, treibende aber auch lustige Stücke auf dem Album. Es ist die Abwechslung die mich auch heute noch veranlasst zu sagen das Ixnay... ein verdammt gutes Album geworden ist. Vielleicht ist das der Grund warum es bislang das Einzige ist das ich mir von The Offspring zugelegt habe.
(Nachtrag: Auch "Smash" und "Americana" sind nun Teil meiner CD-Sammlung)

Anspieltipps: Disclaimer, The Meaning of Life, Mota, I Choose, Intermission, My and my old Lady

PUNKS NOT DEAD und THE OFFSPRING ist mit Schuld dran.

Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Auf weitere 10 Jahre Punk.


Hey! Ho! Let's Go - The Anthology
Hey! Ho! Let's Go - The Anthology
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für alle Neu-Pinheads ein Muss!, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Hey! Ho! Let's Go - The Anthology (Audio CD)
Hey Ho Nutzer!

Über die Ramones muss man im Grunde nichts sagen. Sie sind einfach eine der großartigsten Punkrockbands aller Zeiten und zurecht absolute Legenden.
Über die Jahre haben die Ramones gefühlte 30 Milliarden Songs veröffentlicht und sehr viele äußerst relevante davon haben es auf diese Compilation geschafft.
Wir finden neben dem fast schon totgehörten "Blitzkrieg Bop" solche ewigen Klassiker und Anspieltipps wie

- Beat on the Brat
- Judy is a Punk
- I wanna be your boyfriend
- Gimme Gimme Shock Treatment
- Pinhead
- Sheena is a Punk Rocker
- Cretin Hop
- Rockaway Beach
- Teenage Lobotomy
- Surfin Bird (Das geniale Punkcover des Trashmen-Klassikers)
- I wanna be sedated
- Rock'n'Roll Highschool
- The KKK took my Baby away (Die Blaupause für den Ärztesong "Mein Baby war beim Frisör")
- Too tough to die
- My brain is hanging upside down (Bonzo goes to Bitburg)
- Pet Cemetary (Fälschlicherweise als Semetary abgedruckt)

uvm.

Was fehlt? Nun es fehlen ein paar weniger bekannte Songs, für mich fehlt ganz besonders "Warthog". Die Texte sind im Booklet leider auch nicht abgedruckt. Schade. Dann wärs perfekt gewesen.

Was erwartet den Unwissenden? Klassischer Surfmusik-beeinflusster Punkrock der amerikanischen Sorte. Raubeinig, einfach strukturiert, eingängig, auf-die-Schnauze, kompromisslos und EINFACH SAUGEIL

Wer also schon alles von den Ramones hat, braucht diese Platte nicht, wer diese Supergruppe neu entdeckt hat, darf sich glücklich schätzen und zugreifen!

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 23, 2015 8:25 PM CET


Atarihuana
Atarihuana

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I like lalalalaboom, 3. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Atarihuana (Audio CD)
Jaggayo Nutzer und Mongos,

das hier ist quasi eine Wunschrezension eines Studienkollegen der meinen bisherigen Output an Rezensionen verfolgt hat und mir nun einen Stapel CD's in die Hand drückte, in der Hoffnung das für mich was dabei ist. Am Meisten zugesagt hat mir dann "Atarihuana" von La Boom. Bei genauerer Recherche eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, verbergen sich hinter dem Namen La Boom zwei mir durchaus bekannte Menschen: Jan Delay a.k.a. Eißfeldt und Tropf. Das von dieser Personalkonstellation nur Gutes zu erwarten ist, muss ich eigentlich gar nicht groß erwähnen. Atarihuana ist ein instrumentales Samples und Beats Album irgendwo in der Schnittmenge zwischen Hip Hop, Dub-Reggae und Dancehall. Gewürzt wird dieser Schlemmertopf mit einigen Electroanleihen und einer gehörigen Portion Funk plus Cuts&Breaks.
Manch ein Lied ist ein solider Dub/Reggae-Track und wirkt als wäre er eigentlich für Jan Delay's Searching For The Jan Soul Rebels gedacht gewesen.
Interessanterweise entsteht durch den häufigen Verzicht auf einen typischen One-Drop Beat, und den grundsätzlichen Sound der Drums, ein ziemlich Hip Hop-esker Flow, der schön mit den Offbeat-Betonungen kontrastiert. Ein Ausnahme hiervon ist beispielsweise der Track "Herrlich", der stark mit dem Song My Oh My spielt.

Auf der anderen Seite sind da die Funktracks wie z.B. "Dick in the Crates" die vorallem durch ihre fetten Drums und Bässe aber auch die Oldschool Vocoderklänge und sonstiges Synthgeblubber leben. Dann ein meditatives Gesangssample das sich wie ein Mantra ins Gehirn frisst, und ganz Jan Delay auch ein sozialkritischer, latent linksradikaler politischer Einschlag durch dementsprechende Sprachsamples. Dazu noch ein paar Bläser und fertich ist die Laube. Schönes Ding. Manch einer mag einen klaren 90er Pop und 80er Electropop-Einfluss heraushören und auch vor jazzigen Elementen machen La Boom nicht halt. Sicherlich haben die Herren Delay und Tropf in ihrer Kindheit auch einige Freestyle-Breakdance-Platten gehört, denn genau dieser Einfluss ist auf "Atarihuana" deutlich zu hören. Breakbeat und Trip Hop sind zwar durchaus Artverwandt aber doch nicht wirklich zu vergleichen. Emotional bewegen wir uns auf "Atarihuana" in sehr unterschiedlichen Gefilden, grundsätzlich ist das gesamte Album eher unaufgeregt und gechillt und doch schwingt durch die explizit politischen Samples eine gewisse aggressive Antihaltung mit, die aber durch einen nicht ganz unbeträchtlichen Genuss gewisser Pflanzen eher gedämpft und mit einer "Welt retten? Staat stürzen? Mh....erstmal einen bauen"-Mentalität dargeboten wird.

Alles in Allem ist "Atarihuana" ein buntes Buffett an Leckereien für alle Menschen die mit diesem urbanen Gebräu warm werden können und sicherlich eine

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG wert.

Gut möglich, dass dieses Album in ein paar Jahren wenn wir alle mal so alt sind wie unsere Eltern, als Kultalbum gehandelt wird. Potential dazu ist vorhanden.


Lady from Shanghai
Lady from Shanghai
Wird angeboten von Edealcity
Preis: EUR 12,93

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Why I love Pere Ubu, 16. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Lady from Shanghai (Audio CD)
Hey Nutzer und andere Pataphysiker

MERDRE! Pere Ubu sind für mich eine sehr sehr wichtige Band. Ihre Songs Wasted, Final Solution , Heart Of Darkness und das gesamte Modern Dance Album waren mit die ersten Aufnahmen die mir mit 15-16 Jahren die unglaubliche Welt des Punk näherbrachten. So habe ich mich auch weniger in die "Street"-richtung als mehr in die "Art"-Richtung entwickelt und nicht zuletzt genau deshalb bin ich nun Schüler an einer Theaterakademie geworden und habe erst kürzlich Alfred Jarry's "Ubu Roi" lesen dürfen auf dessen Hauptfigur sich der Bandname Pere Ubu bezieht.

Ich freue mich also umso mehr heute eine Rezension zu einem neuem Album dieser wirklich wichtigen Band der Rockgeschichte schreiben zu können.
Auf "Lady from Shanghai" dominieren vorallem eine Sorte Klänge: elektronische. Das ist in der heutigen pluralistischen Welt jetzt nichts weiter außergewöhnliches, im Pere Ubu-Kosmos allerdings schon.
Elektronische Klänge spielten in dieser Form bisher noch keine Rolle, alte Alben waren eher von der klassischen Rockbandbesetzung Git-Bass-Drums geprägt.
Die Frage die sich hierbei natürlich stellt ist: Steht das der Band? Passt das? Ist das noch Pere Ubu? - Ich finde ganz eindeutig JA. Teil der Pere Ubu'schen Vita war es ja schon immer zu provozieren und zu experimentieren. Kaum ein Album gleicht dem Anderen, und doch ist es stets immer unverkennbar Pere Ubu, was NATÜRLICH an David Thomas' Gesang liegt. Und der ist auf "Lady from Shanghai" selbstverständlich wieder mit von der Partie. Spackig, nölig, klug, meckerig, wütend, traurig und tiefgründig zugleich, schlabbert sich der gute alte Herr Thomas wie üblich ohne große Rücksicht durch das Songmaterial und rockt dabei wie eh und je.
Klar, diese Stimme und diesen Gesangsstil muss man mögen, aber ich finde das hier für mich absolut keinerlei Abnutzungserscheinungen aufgetreten sind und es auch nach so vielen Jahren Bandgeschichte immer noch nicht pretentiös sondern sehr authentisch rüberkommt.

Die Songs selbst auf "Lady,," hingegen sind doch um Ecken sperriger als so manche Perle aus den Anfangstagen dieser Combo, worunter natürlich die Eingängigkeit schwerstens leidet. Hits oder zumindest Undergroundhits sind hier wohl eher nicht auszumachen, da liegt der Fokus eher auf dem Prinzip Experiment und der emotionalen bzw. atmosphärischen Vielschichtigkeit. Die chinesische Frau kann als Achterbahnfahrt der Emotionen und Atmosphären bezeichnet werden, hier wird wirklich fast schon Storytelling im eigentlichen Sinne betrieben, Melodien oder gar Tanzbarkeit sind absolut sekundär.
Auffällig ist eine gewisse Gemächlichkeit bzw. Andächtigkeit (wobei das Wort eigentlich "Bedachtheit" heißen müsste) die aber überhaupt nicht schnarchig sondern fast schon unterschwellig agressiv daherkommt.

Mir persönlich gefallen die alten Kracher der Band zwar besser aber das war eigentlich schon vor dem Hören des neuen Albums klar, deshalb kann und ich will ich hier keinen Stern abziehen, Lady from Shanghai ist durchweg interessant und braucht sich in keiner Weise vor anderen Releases dieser Topband verstecken. Das die Väter Ubu damit mal wieder volle Kanne am derzeitigen Mainsteam-popgeschmack vorbeischrammen und natürlich keinen Grammy gewinnen werden, ist bei dieser Band nicht nur klar sondern sogar ein absolutes Kompliment.

Die elektronische Frickelei ist zwar etwas ungewöhnlich bis stellenweise tonal äußerst "herausfordernd", dennoch vergebe ich eine........

....UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG....

....und ziehe meinen Hut vor dieser wirklich schwer unterschätzten Band. Danke Pere Ubu - mögt ihr noch lange leben und uns Fans mit tollen Alben beglücken.


Terminal Static
Terminal Static

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardcore-Dubstep, 27. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Terminal Static (Audio CD)
Hello there Nutzer,

als in den frühen 80ern New Wave (und in Deutschland das Pendant NDW) aufkam, war klar was hier geschehen war: Die Musikindustrie hatte Mittel und Wege gefunden den "bösen" Punkrock so zu verändern das er für jegliche Konsumenten tauglich erschien. Keyboard und Synthklänge statt reiner Gitarrenschrabbelei, Texte über Liebe und Alltägliches statt der charmanten Pöbelei oder der Agit-Prop-Anarchopolitischen Aussagen von Bands wie den Pistols oder Clash oder Crass.
Eingängige Melodien und schöner Gesang statt vertracktem Ge-eier a la Pere Ubu, PiL und Konsorten.

Die Punkbewegung war dementsprechend empört und reagierte mit einer Radikalisierung und Spaltung. Dies führte auf der einen Seite zu einer ziemlichen Ignoranz, Militanz und puristischen Auswüchsen - auf der anderen Seite führte es zu einer völlig neuen härteren Gangart dem HARDCORE.

Warum ich das jetzt hier an dieser Stelle erzähle?

Nun ja - Als Dubstep anfing war es ein sehr unbekannter lokaler Trend auf den britischen Inseln, der nur in äußerst gut informierte und offenherzige exklusive Kreise des Festlands schwappte.
Die Musikindustrie jedoch witterte hier ein ganz großes Ding denn man war schon seit Jahren auf der Suche nach völlig neuen musikalischen Ausdrucksformen und Ungehörtem für die Massen. Mit dem triolischen entschleunigtem Dubstep konnte nun endlich mal wieder ein neues Element in die Popmusik eingeführt werden und so stürzten sie sich sofort darauf.

Und während die Pioniere des Dubstep mal wieder fast leer ausgingen (Ausnahme: die erfolgreiche Kollabo von Dubstep-legenden Skream und Benga als Magnetic Man) , schossen plötzlich Pop-mutanten des Dubstep wie Alex Clares wundervolles Lied "Too Close" in die Charts, Leute wie Skrillex wurden Megaseller und jede 2. elektronisch produzierte Single arbeitete nun mit den sogenannten Wobble-(sub)bässen und triolischen Oszillatoren. Versuche, die Rhythmik (nicht jedoch die Bässe und harmonische Seite) des Dubstep in Indie-Rocksong zu packen sind dank Leuten wie Awolnation auch recht eindrucksvoll gelungen. Den ursprünglichen im Dub-Reggae und Drum'n'Base bzw. Breakbeat verwurzelten Dubstep von der Insel hörte jedoch kaum jemand.

Wäre es also nicht konsequent sich als Dubstep-jünger der ersten Stunde auf alles zu stürzen was nicht POP ist und was sich nicht an gängige Songschemata und Nettigkeiten anbiedert?
Es wäre durchaus denkbar das besonders die sehr dunklen fast instrumentalen Tracks von BROKEN NOTE als Vorreiter für eine Hardcore-dubstepbewegung Pate stehen könnten.
Man könnte sich durchaus vorstellen das Dubstep dieser Machart bald auf gesonderten Partys gespielt wird, die von all jenen besucht werden die sich ihrer Wurzel bewusst sind und keine Lust mehr auf den neuesten "Dubstep"-Remix eines Lil Wayne-Tracks von Skrillex haben.

Ähnlich wie die schon lange agierenden Kollegen von SCORN oder die Labelkollegen von MATTA, haben BROKEN NOTE hier ein Werk geschaffen das ganz eindeutig den Dubstep der ersten Stunde atmet, ohne ihn stagnieren und nur mit Klischees baden zu lassen. Klassische Wobbles, tiefe Bässe, rudimentäre quasi archaische Melodiefetzen und echte Dubreggae-Samples werden hier gekonnt bis ans extrem getrieben, manches auf "TERMINAL STATIC" klingt gar wie Industrial im Stile von späten Skinny Puppy oder Suicide Commando. Gerade dieser Querverweis ist wirklich innovativ und verleitet mich immer wieder dazu diese Spielart als DARKSTEP zu bezeichnen. Die verwendeten Drums sind klar im Drum n Base verwurzelt und versprühen ebenfalls einen brachialen Vibe wie er auf den letzten poppigeren Auswüchsen des Dubstep kaum noch zu finden war.
Die gesamte Stimmung ist gerade durch die unaufgeregten schleppenden Beats unglaublich intensiv und schluckt den Hörer sofort in einen Höllenschlund aus Wompwompwompwobbadibobbadiwompwomp.

Gerade diese Brachialität macht diese Musik so einzigartig und prädestiniert als Flaggschiff für eine ähnliche Radikalisierung zu sorgen wie es einst der Hardcore für Punkrock getan hat.
TERMINAL STATIC jedenfalls überzeugt mich auf ganzer Linie und auch die anderen Releases auf Ad Noiseam sind wirklich ein Hinhören wert.

ICH SAGE DAHER: KAAAAUFEN!!

DxSxHxC!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 13, 2013 9:40 AM MEST


Cardioid
Cardioid
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 8,13

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erste Sahne dieses zweite Album, 23. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cardioid (Audio CD)
Bonjour Nutzer,

jaaa eigentlich ist es bereits Yodelice's 3. Album, denn unter seinem richtigen Namen "Maxim Nucci" ist 2006 bereits ein Album entstanden das ich aber auf Grund des Namens-unterschiedes und der dort veröffentlichten ziemlich seichten blassen und nichts sagenden 0815-Soulpop-Musik nicht dazu rechne. 2009 begann unter neuem Namen mit neuem Image eine neue Zeitrechnung, manifestiert im Album "Tree of Life" das ich an anderer Stelle bereits rezensiert habe.
Seit damals und einem kleinen Frankreich-Urlaub nach einer schweren Trennung bin ich nun begeisterter Hörer dieses Musikers und habe es erst jetzt im Jahre 2012 geschafft mir das 2010 erschienene zweite Album "Cardioid" zuzulegen.
Genauer gesagt habe ich es zum Geburtstag bekommen und zwar vor genau 2 Tagen, als eigentlich die Welt untergehen sollte.

Bevor ich nun aber wieder nur allgemein rumschwafel, hier mal ein paar Gedanken zu den einzelnen Tracks:

1. Breathe in

Wüsste ich nicht das es sich hierbei um Yodelice handelt, würde ich angesichts der leicht düsteren Gitarreneinleitung mit einem gestandenen Metalsong rechnen. Bereits nach weniger als 2 Minuten schafft es Yodelice eine extreme Spannung aufzubauen die dich sofort in den Bann zu ziehen vermag. Doch statt der erwarteten harten E-Gitarren entführt uns die Musik mit einer Art Rahmentrommel und Geige direkt in den Orient. Eine Assoziation die ich sofort habe ist Dead can Dance, nur eben ohne überbordende Elektronik und Esoterik. "BREATHE IN" ist jedenfalls ein würdiger Opener der auf mehr hoffen lässt.

2. More than meets the Eye

Es folgt ein swingiger folkiger Popsong mit leicht französischem Akzent im Englisch wie man ihn schon auf "Tree of Life" zu hören bekam. Leider kann mich dieser Song nicht so richtig überzeugen, auch wenn die Melodie eigentlich ziemlich eingängig ist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so richtig woran das liegt, vielleicht muss dieser Song einfach noch ein bisschen wachsen. nach etwas mal als 3 Minuten ist es auch schon vorbei und geht über in....

3. Lady in Black

...dieses Stück hat mich total überrascht. Wen erinnert es noch an Pink Floyd?? Spinn ich? Ich bin zwar noch nicht drauf gekommen an was es mich genau erinnert aber es gibt irgendeinen Song von Pink Floyd der harmonisch ähnlich gestrickt ist. Wer mehr weiß als ich momentan soll sich bitte in den Kommentaren melden!! Lady in Black ist jedenfalls eine wunderbare leicht rockige Ballade die sich absolut lohnt gehört zu werden. Feine Sache. Hör ich mir gerne öfter an.

4. My Blood is Burning

Hier mal wieder ein Song der eine ähnliche Spannung zu erzeugen vermag wie der Opener Breathe in, wenn auch rhythmischer. Hier zeigt sich für mich eindeutig welch großartiges Songschreiberisches Talent in Yodelice steckt. Alle an DDR-Rockgeschichte interessierten Menschen können gewisse Parallelen zum Puhdys-Song "Wenn ein Mensch lebt" erkennen, wenn auch "My Blood is Burning" irgendwie bluesiger ist und dementsprechend über ein wirklich gut gemachtes nettes kleines Blues-gitarren-solo verfügt, das einfach Laune macht. Groovy, Bluesig und ein echter ANHÖRTIPP und HIGHLIGHT auf dem Album!!!

5.Experience

Und als wäre "My Blood is Burning" nicht schon ein richtiges Highlight kommt mit "Experience" gleich noch ein wirkliches Highlight hinterher. Die düster-mystische-Black-Sabbath-artige Stimmung ist echt gigantisch und wenn etwas das im Netz so überstrapazierte Wort "episch" verdient hat, dann wohl dieses theatralische Meisterwerk. Atmosphäre wie Filmmusik zu einem Horrorfilm und hart rockendes Schlagzeug und ein unerwarteter Mariachi-schluss - ja so einfach kann man mich beeindrucken. Auch hier finde ich den dramaturgischen Aufbau wirklich bemerkenswert, die atmosphärische Dichte und emotionale Vielschichtigkeit ist wirklich herausragend. Solche Musik findet man heute nur wenn man richtig sucht. Fein. ANHÖRTIPP!

6. Five Thousand Nights

Etwas unspektakulärer kommt da dieser Walzer daher, die Stimme der schlicht als "Simone" bezeichneten Duettpartnerin ist aber doch eine willkomme Abwechslung. So richtig haut mich das aber nicht vom Hocker.
Naja, schlecht ist es nicht, nur nicht so ganz mein Ding. Nach 2.22 Minuten ist auch alles schon wieder vorbei.

7. Wake me up

Für mich DER SONG auf dem Album. Hier hat Yodelice einfach alles richtig gemacht. Eingängige Hookline, toller Spannungsbogen, gut arrangiert und instrumentiert, rockig, fetzig - einfach TOLL!
Für Gitarrophile Menschen dürfte dieser Song auch interessant sein, denn diesem Instrument wird eine recht wichtige Rolle zuteil, doch auch das Klavier ist hier deutlich im Vordergrund.
Der Text ist sehr mysteriös und handelt wohl von Suizid, aber so ganz eindeutig ist das alles nicht. Ist ja auch egal, denn hier gehen Stimmung, Stimme, Text und Instrumente eine wirklich gigantomatische Einheit ein, und der Song schreit direkt nach noch mal hören und noch mal hören und nochmal und nochmal. ANHÖRTIPP SCHLECHTHIN!!!!!!

8. Picture Perfekt

Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Stimme, ein Cello - Mehr braucht man manchmal nicht um eine stimmungsvolle Ballade voll Melancholie und Sehnsucht zu produzieren. Yodelice macht das hier wirklich gut, und wieder einmal ist es vorallem die Spannung die diesem Kleinod (mit gerade mal 1.54 Minuten ist Picture Perfect leider viel zu kurz) die gewisse Finesse verleiht. Toll. Aber leider viel zu kurz, das gibt Abzüge in der B-Note.

9. Monkeys Evolution

Wieder einmal fühle ich mich stark an Psychedelisches aus dem Hause Pink Floyd erinnert. Dieser 14 Minütige Epos schluckt uns in eine Art regenbogenfarbenen Schlauch geformt aus einem Klang der irgendwie an ein Harmonium oder ein rückwärts eingespieltes Akkordion erinnert. Ein blubberndes programmiertes perkussives Element schlingert um die straighten Rockdrums und die Stimme lockt mit dieser teils mehrstimmigen Melodie. Dann ein wenig Gebläse das mich witzigerweise an bayrische Volksmusik denken lässt, und das ist keine Beleidigung. Das Ganze schlingert sich durch bis es ziemlich brutal zerfetzt wird und durch ein droniges sitar-bordun-artiges Geräusch ersetzt wird das auf Großes hoffen lässt.Menschen mit wenig Geduld schalten hier wahrscheinlich weiter, doch das ist schade, denn auf den stehenden Ton setzt sich nun eine folkige Country-ige Gitarrenarbeit die an die Musik zu einem Western denken lässt und fordert den Hörer quasi auf ihr ins Ungewisse zu folgen. Dazu ein paar Shaker und Basedrum, dann wieder die Stimme (die mich jetzt stellenweise an Adam Green erinnert) und eine völlig neue Atmosphäre erfüllt den Raum. Der Text der hier gesungenen Passage ist im Booklet nicht abgedruckt. Spooky. Was möchte der Künstler uns damit sagen? Ist das jetzt ein Hidden Track oder was? Egal, was es ist, diese Passage ist einfach spannend, auch wenn sie dem einen oder anderen vielleicht etwas langatmig vorkommen könnte.

Abzüge gibt es leider für den Schluss, denn nach dieser zugegeben nicht ganz unspannenden und vorallem unerwarteten Phase passiert einfach nichts mehr, Yodelice nimmt irgendwann einfach das Gas raus und das wars dann.
Schade. Irgendwie dachte ich er setzt dem Ganzen jetzt noch mal einen drauf oder geht zurück zum ursprünglichen Thema. Das tut er aber nicht, was ein wenig schade ist für "Monkeys Evolution".

Alles in Allem ist "Cardioid" ein würdiger Nachfolger zu "Tree of Life" und ich hoffe das Yodelice den nun eingeschlagenen Weg weiter verfolgt und nicht wieder zurück geht in die austauschbare Mainstreampopwelt des Maxim Nucci.

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!


Resistance
Resistance
Preis: EUR 16,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solider Brecher aus dem Hause Casualties, 6. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Resistance (Audio CD)
Hey Casualties Army und andere Nutzer,

die Casualties sind nicht ganz unumstritten, ihr doch recht durchgestyltes Alle-Klischees-bedienendes Auftreten und die Mitwirkung an einigen großangelegten Werbeaktionen auch "Vans Warped Tours" genannt, stellen für einige Punks da draußen einen Grund zum Zweifeln dar. Ich möchte (abgesehen von dieser kleinen Einleitung) jetzt mal ganz bewusst dieses Gesabbel anderen überlassen und mich um das neue Album kümmern, denn das ist über allen Vorbehalten erhaben.
Vorneweg: ich rezensiere hier die Standardausführung ohne Bonus EP und Gedöhns....

Zunächst war ich ein wenig skeptisch warum die Casualties mit "Seasons of Myst" nun auf einem ziemlich deutlich dem Metal verschriebenen Label releasen, doch ich muss sagen: Man mag das Album vielleicht hier und da wirklich als Metallischer empfinden als die Vorgänger, und auch Jorges Stimme scheint irgendwie noch rauher und fieser, fast schon gegrowled zu klingen, ABER: Das Ganze steht der Band unheimlich gut zu Gesicht.

Stellenweise erinnert "Resistance" ganz stark an die "Beat the Bastards" von The Exploited (Vorallem im Track "Modern Day Slaves") und das ist, finde ich, gut so. Die ganze Scheibe hat wirklich extremst viel Wumms unterm Hintern und knallt in einem durch. Eine andere Assoziation die ich während des gesamten Albums (abgesehen von der Stimme) hatte ist Agnostic Front, man hat das Gefühl das hier auch eine gehörige Portion Oi! eingeflossen ist, wobei man hierbei beachten muss, dass "Resistance" leider kaum Mitgröhl- oder Singbare Elemente enthält. Fans von "We are all we have" usw. könnten somit also ein klein wenig enttäuscht sein. Es fehlen irgendwie die "Hits" (sofern man sowas im HC-Punk überhaupt erwarten darf) und da hilft auch ein "Resistance! Oi! Oi! Oi!" nur begrenzt weiter. Bisschen schade ist das schon, aber geht man mit einer anderen Erwartung an "Resistance" ran, stört es fast nicht.
Die komplette Scheibe ist zwar nicht die beste Casualties aller Zeiten, sondern bewegt sich eher im "Nur-für-echte-Fans"-Bereich, aber wirklich schlecht ist sie wirklich nicht.

Im Gegenteil: Gibt man ihr mal ein wenig Zeit und legt sie nicht nach dem ersten Hören zu den Akten, findet man immer mehr Gefallen an diesen kurzweiligen Brüllern.

Anspieltipps die mir besonders gefallen:

My Blood, My Life, Always Forward
Resistance
Modern Day Slaves
Brick Wall Justice (Schöne Breaks!!)
It's coming down on You
Corazones Intoxicados (Schön Melodiös!)

Alles in Allem ein Album das sowohl die Frage aufwirft warum zum Geier man dieses Album eigentlich braucht wenn man solche Alben wie "We are all we have" , "For the Punx" oder "Under Attack" im Schrank stehen hat aber gleichzeitig genauso die Frage aufwirft, wieso eigentlich NICHT?

Ganz minimal eingeschränkte Kaufempfehlung.


Stardust
Stardust
Wird angeboten von mrtopseller
Preis: EUR 15,30

14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Charme vs. Professionalität, 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Stardust (Audio CD)
Hey Nutzer,

ich gehöre zu der Sorte Mensch die eigentlich Castings und die daraus meist resultierende Plastikpopmusik ablehnen, aber bei Lena war das für mich von Anfang an anders. Seit ich diese junge Dame das erste Mal zufällig beim Zappen auf die USFO-Bühne steigen sah, muss ich ganz ehrlich gestehen, ist es um mich geschehen. Bekloppterweise hat mich dieses quasi-verliebt-sein nicht nur dazu veranlasst die ersten beiden Alben zu kaufen, sondern auch vorher im Finale von USFO tatsächlich das Weiterkommen meines neuen Lieblings via Telefon zu unterstützen. Oh Mann.

Warum also so lange mit der Rezension des neuen Lena-Albums warten? Nun ja, ich muss leider sagen das mir "Stardust" einfach nicht besonders gefällt und ich wollte mich nicht mit all den verrückten Leuten auf eine Stufe stellen deren einzige Lebensfreude offensichtlich darin besteht jeden Furz den Lena lässt negativ zu kommentieren und ihre Musik aus irgendwelchen abstrusen "kann-ja-gar-nicht-singen"-Gründe abzulehnen. Zu viele Menschen ohne nennenswerte Ahnung von Musik zerreissen sich schon 1-2 Stunden nach Release eines neuen Lena-Albums das M+ul, da wollte ich nicht auch noch irgendeinen Senf dazu abgeben.

Nun ist es aber doch das Hobby und Bedürfniss eines jeden ambitionierten Rezensions-schreiberling hier auf Amazon eben DOCH Senf abzugeben. Zu sehr juckte es mich hier in der Semi-öffentlichkeit zu erläutern warum ich nicht ganz mitgehe wenn es um das neue Album "Stardust" geht. Ob es jetzt noch jemand interessiert oder jemand liest? Ist mir doch egal!!!
Also dann mal schnell zum Wesentlichen:

"Stardust" ist (wie die meisten wohl wissen) Lenas erstes Album ohne Stefan Raab und, mal ehrlich, man mag von Stefan und seinen sicherlich teils fragwürdigen Shows und sonstigen Machenschaften halten was man will, aber in Sachen Musik muss man sich doch eingestehen das dieser Ex-Metzger einfach ordentlich was drauf hat. Man mag zwar vielleicht bemängeln das Raab-kompositionen irgendwie immer irgendwas mit Soul/Funk zu tun haben aber genau auf diesem Gebiet ist er wirklich jemand mit dem man in Deutschland in Sachen Mainstreampopkultur rechnen kann. Genau diese funkigen Elemente (Wie auf den Vorgängeralben zum Beispiel "I like to bang my head"), die meiner Meinung nach Lena unglaublich gut standen, sind nur auf "Stardust" weitestgehend verschwunden. Das finde ich einfach schade, auch wenn ich nachvollziehen kann das Lena einfach einen gewissen Cut mit alten Methoden wollte.

Ihr neuer Weg ist also eher in Richtung Indierock bzw. Indiepop, die Kollabos mit Leuten von Snow Patrol usw. sprechen eine relativ deutliche Sprache, und auch das Coverartwork und das "neue" Image der Frau Meyer-Landrut sind die komplette Klischeepackung. An sich ist das alles überhaupt kein Ding nur sehe ich hier irgendwie eine Anbiederung an Gängiges statt der äußerst eigenwillig-authentischen und polarisierenden Lena davor. Wir können wohl im Vergleich zu "Satellite"-Zeiten mit mehr Professionalität rechnen, aber genau durch diese neue etwas abgebrühte und weniger spontane Lena wird ihre ursprüngliche Unbedarftheit und Lockerheit irgendwie verdrängt, die für mich stets den Reiz an dieser Frau ausgemacht hat. Meiner Meinung nach verliert Lena langsam ihre Eigenständigkeit bzw. das Verrückte und spielt es nur noch, statt wirklich so zu sein, was sich irgendwie auch auf ihre Musik auswirkt.
Vieles auf "Stardust" wirkt auf den ersten Blick "besser" bzw. "sauberer" als auf den ersten zwei Platten, sieht man jedoch genauer hin wirken genau diese professionelleren Aspekte irgendwie kühl und austauschbar...

Wenn man nun von diesen Dingen absieht, ist "Stardust" natürlich kein wirklich schlechtes Album und Lena bleibt für mich nach wie vor das Beste das je aus einem deutschen Castingformat hervorgegangen ist, und ich hoffe natürlich inständig das sie irgendwie wieder "Back to the Roots" gelangt. Vielleicht nicht gleich, schließlich muss sich jeder einmal ausprobieren, aber hoffentlich bald, denn eine Kopie einer Kopie der Kopie eines Hipster-Indie-Pop-Act-Klischees brauchen wir echt nicht.

Trotzdem solide 3 Sternchen und eine eingeschränkte Kaufempfehlung.


Idolum
Idolum
Preis: EUR 16,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine neueste Ausgrabung: Tonnenschwer und Abgespaced, 14. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Idolum (Audio CD)
Törröö Nutzerfanten,

da soll noch einer sagen Youtube schadet der Musikindustrie. Hätte es Youtube nicht gegeben wäre ich wohl nie auf das dort zu findende komplette Album Idolum der italienischen Band Ufomammut gestoßen. Mich hat diese Musik so gefesselt das ich mir in letzter Konsequenz sogar ganz brav das Album bestellt habe. Tja, da guckt ihr blöde, liebe GEMA.

Doch erstmal:

Grundsätzlich sei gesagt das die Bestellung via "ZOverstocksD" wunderbar reibungslos verlief, wenn auch nicht ganz billig. Trotzdem ein guter empfehlenswerter Anbieter.

Jetzt aber flugs zum Wesentlichen:

Ufomammut spielen auf Idolum einen derbe heftigen Hybriden aus meditativem Drone und dreckigem, bluesigen Sludgecore bzw. Stonerrock mit sehr psychedelischen Einflüssen. Das Ganze wird mit ganz leichten Industrial-artigen Sounds gewürzt und erzeugt so eine tiefbrummelnde, tonnenschwere und abgespaced-te Stimmung die stellenweise sogar aufgeschlossene Goths ansprechen könnte.
Experimentelle Ansätze vereinen sich mit schwabbelnden Synths und abgrundtiefen donnernden Gitarrenwänden, einige ganz unterschiedliche Gesangsparts, die von antimelodiösem Geschrei bis hin zu blues-skala-orientierten weiblichen Gastvocals schwanken, halten den Hörer über viele Mantra-artig wiederholte Passagen bei der Stange und erzeugen eine wirklich unglaublich intensive Stimmung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Ufomammut schaffen es die Waage zwischen der düsteren, fiesen und rabenschwarzen Grundstimmung und einem nicht weg zu ignorierenden Groove (verursacht vor allem durch die exzellente Schlagzeugarbeit von Vita) zu halten. Besonders einige Stimmsamples ("Don't go - don't leave me" - u.A. im Song Destroyer,Void ) haben bei mir wirklich Gänsehaut erzeugt und liessen mich immer wieder zu besagtem Album-video auf Youtube zurückkehren. Ein wenig erinnert mich diese Komponente an "Maria Zerfall" (Deutsche Industrial-Ikone, ihr Unwissenden) und besonders deren Stück "Das Geschenk", falls das jemand kennt. Falls nicht; Reinziehen!

Manchmal hat Idolum etwas von einem Bad Trip, wobei ich noch nie LSD genommen habe und daher nur ahnen kann wie so ein Bad Trip abgeht, und doch steckt nicht nur drogenumnebeltes Schwabbeln sondern auch einiges an präzisem "Stop-and-Go" (Also sprich Breaks etc.) in dieser Musik. Die meisten Lieder enthalten trotz des offensichtlichen Ambient und Atmosphäre-Aspekts doch einige erdige Teile die einfach nur zum schütteln des Haupthaars animieren.

Das Artwork des Albums orientiert sich ganz klar an psychedelischen Künstlern der 60er und 70er Jahre, wenn auch auf eine sehr düstere Art. Manches hat fast was von einem düsteren und abstrakteren Bruder von Alex Grey (kennt ihr wahrscheinlich durch seine Artworks für die Band TOOL). Scheinbar legt die Band allerdings nicht sehr viel wert auf ihre Lyrics, denn diese sucht man hier im Booklet vergebens. Trotzdem ein wirklich nett gestaltetes Produkt das Laune macht und die Stimmung der Musik durchaus wiederzugeben vermag.

Ich bin jedenfalls schon mal gespannt auf das erst kürzlich erschienene neue Album von Ufomammut und solange hör ich erstmal "Idolum" und schließe hier nun mit einer

UNEINGESCHRÄNKTEN KAUFEMPFEHLUNG ab.

Anspieltipps: Stigma, Stardog,Ammonia, Destroyer, Void (<-Besonders für Drone-freunde).....ach hört bitte einfach alles an!


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