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cl.borries

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Zwischen ihnen
Zwischen ihnen
von Richard Ford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erinnerungen eines Sohnes an seine Eltern, 9. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Zwischen ihnen (Gebundene Ausgabe)
Richard Ford ist einer der angesehensten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts. Mit seinen Romanen „Die Lage des Landes“ und „Kanada“ hat er sich bleibenden Ruhm verdient. Er ist einer der ganz Großen im amerikanischen Literaturbetrieb.

In seinem neuen Büchlein beschreibt er das Leben als Sohn mit seinem Vater und seiner Mutter.
Dass er eine liebevolle Beziehung zu ihnen hatte, merkt man bereits nach den ersten Zeilen und Seiten.

Beide Eltern stammen aus dem US Staat Arkansas, in dem sie mit wechselnden Wohnsitzen lebten.
Sie sind sehr verliebt, als sie sich in jungen Jahren zusammenfanden und heirateten. Der Vater war Handelsreisender. Sie liebten das Zusammensein so sehr, dass die Mutter Edna ihn auf seinen wöchentlichen Berufsreisen immer begleitete. In den Hotelzimmern schrieb er seine Berichte, und zum Wochenende fuhren sie in ihre gemeinsame Wohnung zurück. Von Anfang an wünschten sie sich Kinder. Da sich diese jedoch nicht einstellten, wuchs das Paar umso enger zusammen. Erst nach fünfzehnjähriger Ehe kündigte sich ihr Sohn Richard an. Während er als Baby noch auf die wöchentlichen Reisen mitgenommen wurde, änderte sich das, als er heranwuchs. Jetzt nahm das Leben eine Wende. Die Woche über blieb Edna mit dem kleinen Richard alleine. Umso freudiger wurde am Freitag die Ankunft des Vaters begrüßt.

Wie Richard Ford seine Eltern und deren Herkunft beschreibt, zeugt von herzlichem Interesse und ebenso herzlicher Zuneigung.
Der Vater wird als zärtlicher, gutaussehender und liebevoller Mann beschrieben. Richard fühlt sich von beiden Eltern angenommen. Diese führten eine sehr glückliche Ehe, in der Richard schnell seinen Platz fand.

In seinen Erinnerungen beschreibt Richard Ford das gleiche Leben, wie in seinen Romanen: amerikanische Mittelschicht in einem der Südstaaten der USA. Frank Bascombe ist der Held seiner Romane, der wie sein Vater Handelsreisender und Makler ist. Im Gegensatz zu den Romanen R. Fords, in denen viel über das Leben, Vergänglichkeit und Gegenwart nachgedacht wird, haben die Eltern einen sehr gegenwärtigen Spaß am Leben, erfreuen sich eines guten Freundeskreises und führen ein unbesorgtes Dasein, ohne viel nach dem Woher und Wohin zu fragen.

Als der Vater in seinen fünfziger Jahren starb, war das glückliche Leben für die kleine Familie erst einmal zuende. Richard macht seinen eigenen Weg und sieht seine Mutter ihr Leben meistern, ohne wirklich zu wissen, wie es ihr geht.

Insgesamt reicht das Büchlein nicht an die großen Romane Richard Fords heran.
Im Leben der Familie läuft alles immer bestens, bis der Tod sie scheidet.
Es gab keine besonderen Vorkommnisse, Höhepunkte oder Niederlagen.
Die Geschichte einer glücklichen, liebevollen und unbesorgten Kindheit ist gelungen. Tiefenschärfe oder psychologisch aufschlussreiche Einsichten darf man nicht erwarten.
Das Büchlein entspricht in seinem Habitus der Momentaufnahme einer amerikanischen Durchschnittsfamilie Mitte des vorigen Jahrhunderts im Süden der USA.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2017 12:34 AM MEST


Einsame Klasse: Das Leben der Marlene Dietrich
Einsame Klasse: Das Leben der Marlene Dietrich
von Eva Gesine Baur
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Star inszeniert sich selbst!, 14. Juli 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die opulente Biographie über den Weltstar Marlene Dietrich umspannt fast das gesamte 20.Jahrhundert.
1901 in Berlin geboren starb sie nach einem langen nicht immer glücklichen und doch erfüllten Leben 1991 in Paris.

Beginnend mit einer unruhigen Kindheit, in der schon früh ihr Talent und ihr eiserner Wille zutage trat, spannt sich der Bogen des Schicksals von Marlene Dietrich über die Jahre als Schauspielerin, Sängerin und Bühnentalent.

Die Autorin Gesine Baur begibt sich ganz in die Tiefen des Lebens, um auszuloten, wo die Stärken, die Größe oder die Niederlagen von M.Dietrich zu finden sind.

Sie zeichnet das Bild einer exzentrischen, von ihren eigenen Gefühlen häufig überforderten Frau, die mit ungeheurer Selbstdisziplin und Strenge ihr Leben meistert. Sie ist schlagfertig, hat Humor und geht durch seelische Tiefen.
Unvergessene Filme und Lieder machten Marlene unsterblich.

Unabhängig von ihrer Karriere umfasst die Biographie das unruhige politische Zeitalter der zwei Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts und der rauschhaften Nachkriegszeiten.

Ende der zwanziger Jahre führte sie ihr Weg nach Hollywood. Dort fanden sich kurze Zeit später die Exilanten ein, die dem Naziregime entkommen konnten. Bekannte Schriftsteller, Musiker und Schauspieler sind darunter. Man kennt sie aus vielen Erzählungen, Berichten und Romanen.
Marlene eilt von Erfolg zu Erfolg. Ihre Einnahmen sind immens und ihre Ausgaben auch! Sie unterstützt viele ihrer Freunde, natürlich ihren Mann und seine Geliebte, ihre Tochter Maria, Mutter und Schwester.

Ihr Leben ist kräftezehrend. Gesine Baur kann durchaus vermitteln, wie großartig und elegant sie war, und wie entzückt die Menschen von ihrer Ausstrahlung waren. Marlene faszinierte durch ihr Kühle, ihren Glamour, ihre Tatkraft und Schönheit. Sie war klar, direkt und ehrlich in ihren Aussagen, wozu auch die frühe Abneigung gegen das Naziregime gehörte.

Als sie älter wurde, klagte sie über Einsamkeit und gierte nach Bewunderung, denn Selbstzweifel quälten sie ihr Leben lang. Liebesaffären gab es zuhauf, Schmerz über Trennungen schließlich auch.
Je älter sie wurde, umso verbissener bastelte sie an ihrem Ruhm und ihrer Karriere. Eine stete Überforderung macht ihr in späteren Jahren körperlich und seelisch zu schaffen.

Die Vielzahl der Verehrer, Liebhaber und Bewunderer sind am Ende nicht mehr zu fassen. Zahlreiche berühmte Namen tauchen auf. Im Krieg konnte sie die alliierten Soldaten ermuntern, und jeder, der von ihr sprach, bewunderte ihre Detailbesessenheit, mit der sie ihre Bühnenshows akkurat plante. Je älter sie wurde, desto härter arbeitete sie an ihrem Image und überwand schier unüberwindlich Schwierigkeiten.

Selbst die Jahre des Vergessens weiß die Diva zu inszenieren; ein passenderes Ende als "mittellose Diva in Einsamkeit" hätte nicht erfunden werden können. Und doch schwärmten zu allen Zeiten ihre Gönner und Bewunderer bis in ihr hohes Alter von ihrem Charme. Zuletzt allerdings wurde sie wohl sehr, sehr unberechenbar und launisch.

G.Baur geht minutiös dem Leben dieses Ausnahmetalents nach, so dass man sich überhaupt nicht langweilt. Im Anhang sind Ergänzungen zu den einzelnen Kapiteln aufgeführt.
Eine ehrenwerte hommage an Marlene Dietrich ist Gesine Baur mit diesem Werk gelungen. Sie ist eine anerkannte Kulturhistorikerin.


Als wir unbesiegbar waren: Roman
Als wir unbesiegbar waren: Roman
von Alice Adams
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entwicklungsroman, 25. Juni 2017
In Alice Adams Roman geht es um vier junge Leute, die am Beginn ihres Erwachsenenlebens stehen. Sie sind Studenten und lieben das Leben. Am Ende des Studiums peilt Eva eine Karriere als Finanzexpertin an, und Benedict widmet sich der Wissenschaft. Lucien ist ein wenig aus der Art geschlagen und träumt von einem freien Leben. Er verdingt sich als DJ und hat es gerne wild und ungebärdig. Seine Schwester Sylvie scheint ebenfalls aus der Spur zu laufen, denn ihre Karriere als Künstlerin macht keine rechten Fortschritte. Die vier Freunde leben, feiern, freuen sich und sind voller Zukunftspläne. Eva liebt Lucien, in dessen wildem Leben sie aber keinen Platz hat. Benedikt ist schüchtern und still in Eva verliebt. Er kann sich nicht mitteilen, so dass seine Liebe scheinbar unerwidert bleibt.

Im Sommer 1995 sind sie in Bristol zusammen. Der 9/11 in New York ist noch nicht in Sicht.

Ihr Sinn ist auf die Zukunft gerichtet. Das Leben erscheint so leicht!

Alice Adams fängt die Gespräche und Erlebnisse einer jungen Generation ein, die sich ein fröhliches, unbeschwertes und freies Leben aufbauen wollen. Erste kleine Enttäuschungen machen sich insgeheim bemerkbar. Erziehung und Herkunft aller Beteiligten bieten jedoch unterschiedliche Voraussetzung zur Bewältigung und Gestaltung des Lebens.

Die Zeiten ändern sich und bald ist man im Alltag und inzwischen auch im Jahr 2001 angekommen.
Dann schlägt es wie eine Bombe ein: Benedikt wird heiraten! Das hatte keiner von ihnen erwartet.

Über die Jahre folgen die Aufstiege und Abstiege in Beruf und Liebesbeziehungen der vier Jugendfreunde. Mit den Jahren wird klar, dass es eine Menge Hürden zu nehmen gilt, dass man vom wirtschaftlichen Auf-oder Abstieg getroffen werden kann, und dass auch Liebesbeziehungen nicht immer halten, was sie versprechen.

Man verfolgt ihr Leben über zwanzig Jahre hinweg von 1995 bis 20015.
Kurzzeitig verlieren sich die Freunde bei all ihrem Alltagsstress aus den Augen, um am Ende nach Lebenserfahrungen, existenziellen Erschütterungen und einem schwierigen Reifeprozess wieder zusammenzufinden.

Differenziert und lebensnah sind die Berichte von Alice Adams. Wie sie erste zerbröckelnde Träume erfasst und verpasste Chancen aufzeigt ist gekonnt. Warum z.B. hat es mit Eva und Benedikt nicht geklappt?
Adams beobachtet, seziert und fühlt mit und der Leser mit ihr. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass nichts immer so läuft, wie man es sich wünscht. Das Leben bietet Reibungen und Prüfungen zuhauf, an denen Menschen reifen oder zerbrechen können.
In ihrem Debütroman scheint vieles der Realität abgeschaut, wie u.a. Hürden und Zufälle das Leben mitbestimmen. Im Bewältigen oder Versagen zeigt sich nicht zuletzt, wie einer sein Leben meistert und die Tiefschläge überwindet. Verlust von Job und Status, missglückte Ehen und sonstige Schicksalsschläge geben dem Roman die Würze, die ihn zu einem packenden Leseabenteuer macht.

Mit weitblickenden und klugen Augen zeigt uns Alice Adams, wie das Leben so spielt und was die Jugend bewegt.
Eine anrührende Liebegeschichte, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, gibt dem Roman den richtigen Kick und lässt die Hoffnung keimen, dass Dinge sich auch einmal zum Guten wenden können. Ihr Roman bietet einen ermutigenden Ausblick auf Freundschaften, die zuweilen Familie ersetzen und dem Leben Sinn und Tiefe geben können.

Ich würde den Roman in die Kategorie:guter Schmöker einordnen.

Alice Adams lebt und arbeitet in London.


Totenstille im Watt: Roman
Totenstille im Watt: Roman
von Klaus-Peter Wolf
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schein oder Sein, das ist hier die Frage!, 22. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Totenstille im Watt: Roman (Taschenbuch)
Ein ungewöhnlicher Krimi liegt hier von dem bekannten Autor Klaus-Peter Wolf vor.

Gleich zu Beginn befindet man sich im Leben von Dr. Bernhard Sommerfeldt.
So heißt der Mann zwar erst nach einer Verwandlung, denn zuvor war er ein unglücklicher Zeitgenosse. Ungeliebt von der Mutter und verachtet von seiner Frau hat er die väterliche Firma heruntergewirtschaftet, bis nur noch der Bankrott drohte.

Er entschließt sich zur Flucht aus seinem bisherigen Leben. Was könnte da wirkungsvoller sein als ein anderer Name und ein neuer Beruf?

Ganz schmissig und spritzig folgt man seiner zielstrebigen Verwandlung in eine andere Person mit erfundener Identität.

Es zieht unseren Helden gen Norden nach Ostfriesland. Hier findet er Ruhe, einen angesehenen Beruf als Hausarzt und die Anerkennung, die ihm so wichtig ist. Der Arzt ist beliebt bei seinen Patienten. Er kann gut zuhören, beruhigen und tut seinen Patienten in jeder Hinsicht gut. Eine liebevolle Gefährtin komplettiert sein Glück.

Bei diesem Krimi ist man sofort dabei. Es geht von Beginn an nicht um die Aufklärung eines Verbrechens. Nein, man fühlt mit dem Mann mit, der sein Schicksal aus der Trostlosigkeit der Gegenwart, zugegebenermaßen reichlich illegal, zu seinen Gunsten zu drehen vermag.
Erst ganz allmählich wird man zum Beobachter einer Entwicklung, die sehr skurrile Wege nimmt und das Bild eines schwerstpathologisch gestörten Menschen bietet.

Diese Form des Krimis ist ungewöhnlich, weil man sich zunächst ganz auf die Charaktere der Protagonisten konzentriert. Jeder ist auf seine Weise interessant, weist aber, wie im wirklichen Leben auch, Brüche auf. Die liebebedürftige Frau, deren Vergangenheit eine wichtige Rolle zu spielen beginnt, und der anhänglich –liebevolle Mann wirken zuerst ganz normal. Dass der Arzt nur ein Scheindoktor ist, spielt erst mal keine so wichtige Rolle. Man merkt allerdings, dass hier die Geschichte suspekt zu werden beginnt.

Nun, wie in jedem guten Krimi folgen wie erwartet die Morde, die einem geheimen Plan entstammen. Psychologisch gekonnt zeigt uns Klaus-Peter Wolf die Schattenseiten des Lebens, wenn man einmal aus der Bahn geworfen wurde. In der Ichform geschrieben fühlt man zu Beginn mit dem Hauptschuldigen mit und begibt sich nur zögernd auf die Seite der Strafbehörden. Die Opfer sind teilweise sehr böse und überheblich. Den Täter aber erfüllt kalte Wut, die ihn zu grausamen Morden treibt. Irgendwie sind alle schuldig, und die Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen wird zur eigentlichen moralischen Instanz. Sie gehört zum Dezernat „Serienkiller“ und macht einen guten Job. Auch sie aber braucht geraume Zeit, um der Schweinwelt des Dr. Sommerfeldt auf die Spur zu kommen.

Ein hoch spannendes Abenteuer verspricht dieser Krimi! Das sagt eine Leserin, die sich bisher nur selten mit Krimis anfreunden konnte. Also: gutes Lesevergnügen allen Interessierten!


Mann+Frau=Problem: Satirische Kurzgeschichten
Mann+Frau=Problem: Satirische Kurzgeschichten
von Gerd Meyer-Anaya
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Ein Buch über Irren und Täuschen, über Eigenheiten von Mann und Frau und Missverstehen aller Art., 21. Juni 2017
Gerd Meyer-Anaya ist der Autor der vorliegenden Satiren.
Der Ansatz der Geschichten liegt auf satirischen Betrachtungen der Beziehungen zwischen Mann und Frau und gleichgeschlechtlichen Partnern.
Das fängt bei Adam und Eva an und zeigt uns gleich einmal, dass uns die Geschichten aus fernen Zeiten gar nicht so fremd sein müssen. Alles hat sich über die Jahrtausende fortgesetzt, wenn man nur den rechten Blick darauf nimmt.

Auch Eva war schon eitel und gierig und wollte, dass es ihr besser oder mindestens genauso gut geht wie den Nachbarn. Sie stichelt und nörgelt, um an eine bessere Höhle zu kommen. Und Adam schickt sich! Was bleibt ihm anderes übrig?

Es geht weiter so: warum heiraten, warum Bindungen scheuen oder eingehen? Und wenn ja wie? Und was wird aus den Beziehungen vom Anfang bis zu ihrem Ende?

Der Autor besitzt eine profunde Bildung, mit der er Zitate bekannter Autoren wie Lichtenberg oder Benn heranzieht, um Beziehungsstrukturen zu beleuchten. Widersprüche werden allenthalben aufgezeigt und neue Ideen fabriziert. Z.B. sollte es den „Püv“ geben ---nicht etwa „Puff“, sondern ausdrücklich „ Püv“,den Partnerschaftsüberwachungsverein!
Es gibt zahlreiche Beispiele und Absurditäten dieser Art.

Altbekannte Weisheiten wie “drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob er nicht was Bessres findet“ wechseln ab mit statistischen Zahlen über eine niedrige Geburtenrate, die man durch verwaltungstechnische Maßnahmen zu erhöhen trachtet.

Ein langes Kapitel gleich zu Beginn des Werks widmet sich den Kosenamen, die der Autor tiefenpsychologisch angeht. Für Männer nennt er „Adörchen“, der aber nicht mit „Adörnchen“ verwechselt werden darf! Der Hinweis auf die intellektuelle, Soziologie studierende Freundin läge hier zu nahe. Auch sonst mögen Kosenamen zu allerlei Fehlinterpretationen führen!

Der Autor trifft mit seinen Beobachtungen den Nagel auf den Kopf. Gesellschaftskritik ist subtil mit hineingepackt in seine Geschichten.
Die Texte sind schmissig und flott geschrieben. Eine Episode oder witzige Persiflage reiht sich an die andere, so als schwappten die Gedanken geradezu über von Einfällen, mit denen sich GMA über die Zustände der Zweisamkeit zwischen Mann und Frau und Frau und Mann auslässt.

Man muss beim Lesen die ganze Zeit schmunzeln, denn das Lachen kann einem angesichts der Aktualität seiner Analysen gelegentlich im Hals stecken bleiben.

Munter geht es weiter durch die Spielwarenindustrie, die Kommunikationsmittel, tägliche Gewohnheiten und ihre Abarten. Kinder, Kochen, Sex und Spiele, Trennung und Versöhnung: Gerd Meyer-Anaya hat ein reiches Repertoire an Wissen und Fantasie, dazu einen ausgedehnten Sprachschatz, um über die Schwierigkeiten des Zusammenlebens zu referieren und seine Satiren zu bestücken.

Die Karikaturen auf dem Cover sind leider irreführend. Das Buch befindet sich auf höherem Niveau.
Für Menschen mit Hang zu Komik und Humor ist das Buch sehr zu empfehlen!

Gerd Meyer-Anaya ist psycho-paar -und sexualtherapeutisch tätig und lebt in Düsseldorf.


Emmanuel Macron: Die Biographie
Emmanuel Macron: Die Biographie
von Anne Fulda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macron, das Phänomen eines außerordentlich Begabten., 16. Juni 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ferner Betrachter hat man sich gewundert und war erstaunt, wie ein junger Mann von 39 Jahren aus dem Stand innerhalb eines Jahres mit seiner Bewegung "en marche" zum französischen Präsidenten aufsteigen konnte. Dass er ein Phänomen sondergleichen ist, konnte man den zahlreichen Berichterstattungen in den Medien und in Videoaufnahmen entnehmen.

Anne Fulda hat eine sehr gründliche Recherche über das Leben und Werden Emmanuel Macrons verfasst.

Die Biographie liest sich spannend wie ein Roman.

Jeder weiß, dass der gut aussehende Mann mit seiner 24 Jahre älteren Frau eine Ausnahmeerscheinung ist.

Er war das älteste von drei Kindern nach einer ersten Fehlgeburt seiner Mutter. Es ist verständlich, dass die Mutter sehr an ihrem ältesten Kind hing. Früh schon zeigte sich Intelligenz und Begabung bei dem Jungen.

Ausschlaggebende für seine Entwicklung war seine zwar strenge aber mit unerschütterlicher Liebe an dem Kind hängende Großmutter mütterlicherseits. Sie war eine von ihm hoch verehrte und geliebte Bezugsperson. Wenn man es denn so auslegen will, war sie die Urgestalt für alle weiteren Bindungen in seinem Leben.

Nach glänzenden Bildungsabschlüssen verstand er beizeiten, Beziehungen aufzubauen. Seine Gabe, Menschen für sich einzunehmen, wird allenthalben hervorgehoben. So gelangte er an vorwiegend ältere einflussreiche Persönlichkeiten, die ihn schützend und stützend begleiteten. Von vielen seiner Mentoren wird sein Charme, seine Freundlichkeit und sein Interesse am Gegenüber immer wieder gewürdigt.

Seine durchaus auch vorhandene Distanz ist gekoppelt an die bemerkenswerte Intensität, mit der er sich mit Menschen abgab. Es wird gesagt, dass sich ein Gegenüber „als der einzig wichtige Mensch“ im Moment des Gesprächs fühlt.

Anne Fulda berichtet über seine Ausdauer und sein Durhaltevermögen beim Anpeilen seiner Ziele. In dieser Form ist das wohl einmalig. Auch sein perfektes Klavierspiel zeugt von seiner außergewöhnlichen Begabung.
Eine besondere Rolle spiele die Bindung an seine Frau Brigitte. Sie sei ihm Ratgeberin, Stütze, Geliebte, Mutter und Großmutter in Einem. Darüber spricht er selber immer wieder sehr offen. Er hat lange Jahre des Kampfes hinter sich, bis er sich in dieser Beziehung auch nach außen behaupten konnte.

Die Biographie ist profunde, detailreich und spart nichts aus.

Alles in allem kann man sagen, dass Anne Fulda sowohl privat als auch beruflich den Weg Macrons intensiv erforscht hat. Dazu gehören Einschübe darüber, dass er seinen Förderern nicht immer treu blieb, sondern sein Werdegang immer im Zentrum seiner Bemühungen stand. Man darf gespannt sein, wie dieser Hoffnungsträger die französische Gesellschaft verändern und der Nation zu neuem Selbstbewusstsein verhelfen wird.


Ein Festtag: Roman
Ein Festtag: Roman
von Graham Swift
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie wir leben und Höhepunkte des Lebens feiern., 6. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Ein Festtag: Roman (Gebundene Ausgabe)
An einem schönen Maitag im Jahr 1924 bestellt Paul seine Geliebte, das Dienstmädchen einer befreundeten Familie, in sein Elternhaus. Die beiden verleben einen lustvollen Morgen, während die gut situierte Familie von Paul einer Einladung zum Muttertag gefolgt ist. Paul und Jane genießen die Zweisamkeit einer stillen Stunde. Dann muss Paul fort, denn er wird in 14 Tagen heiraten. Er hat sich mit der Braut zum Mittagessen verabredet.

Jane darf sich noch eine Weile in dem Herrenhaus vergnügen.
Graham Swift lässt sie beschaulich durch das Haus schlendern, wo sie besonders an der Bibliothek hängen bleibt. Denn Jane liest für ihr Leben gerne!

Graham Swift benutzt knappe Sätze, mit denen er die Szenen der sexuellen Vereinigung beschreibt. Sie sind eingebettet in ganz eigene Betrachtungen über das Leben und das Sein.

Der Handlungsstrang ist kurz und übersichtlich. Jane lässt ihrer Fantasie freien Lauf und versucht sich das Treffen von Paul und seiner Braut vorzustellen. Der erste Teil der Erzählung ist ganz auf die sinnliche Begegnung der beiden Hauptprotagonisten ausgerichtet. Die Atmosphäre wirkt lebensnah und wird nahezu perfekt eingefangen. Die Schilderung von Herrschaft und Personal in den zwanziger Jahren in England ist eingebettet in die Begegnung von Jane und Paul.
Man ahnt, wie Familien sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fühlen, in dem zwei Söhne einer der befreundeten Ehepaare ihr Leben verloren. Die Nachkriegsschmerzen sind nicht überwunden.

Das akute Geschehen ist in zwei kurze Tage gepresst. Es ist der Muttertag im Mai, an dem Personal und Arbeitgeber sich zu Ausflügen aufgemacht haben. Die linde Luft und das sommerliche Klima finden sich in poetischen Aussagen wieder. Sätze wie diese: „Primeln schossen aus dem Boden, Kaninchen hoppelten über das Feld“ ( S.125) versinnbildlichen in wenigen Worten, wie der Tag sich zeigt.

Mit steter Steigerung beginnt eine subversive Geschichte, deren tragische Auswirkungen alle Beteiligten schwer trifft.

Erst im letzten Drittel des schmalen Bändchens wird Jane als anerkannte Dichterin gefeiert.
Mit klarer Sprache und flüchtigen Beschreibungen präsentiert uns G. Swift die andere Jane, die mit einem klugen Mann verheiratet war.

Allmählich verwischt die Struktur, und es erscheinen Erzählstränge, von denen man nicht weiß, sind sie schon Ausdruck von Janes schriftstellerischer Arbeit oder betreffen sie ihre Biographie. Über der ganzen Erzählung hängt ein Schatten von Melancholie und eine Stimmung des Abschieds. Einzig Jane übersteht alle Unbilden und entwickelt sich zu einer außerordentlichen Persönlichkeit voller Witz und Humor. Von J. Conrads Romanen ist sie hingerissen. Er mag ihr Vorbild für ihre Wandlung zur Schriftstellerin sein.

Graham Swift weiß seine Geschichte hinreißend und stringent zu erzählen. Wenngleich nur 140 Seiten lang ist die Erzählung voller intensiver Gedankenspiele und tiefschürfender Eindrücke, so dass man bis zur letzten Seite gebannt bleibt. Es gilt „der Tatsache treu zu sein, dass viele Dinge im Leben nie erklärt werden können.“

Eine rare und lesenswerte Lektüre erwartet den anspruchsvollen Leser.


Eine fast perfekte Ehefrau: Roman
Eine fast perfekte Ehefrau: Roman
von Jonathan Evison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Szenen einer Ehe, 31. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Harriet ist 78, als sie sich auf eine Kreuzfahrt nach Alaska begibt. Ihr Ehemann Bernhard ist tot, und ihre Freundin Mildred hat leider abgesagt. So begibt sie sich mit Hilfe ihrer Tochter auf das riesige Schiff, das ihr zunächst Angst macht.

Ein unbekannter Erzähler beginnt, sie mit einzelnen Stationen ihres Lebens zu konfrontieren.

Eigentlich war es ein gutes Leben. Leider kommen nach und nach Details ans Licht, die lebenslange Lügen überdeckt hatten.
Der gute Ehemann Bernhard entpuppt sich in der Rückschau als ganz untreuer Gefährte, der sie Jahre lang mit ihrer besten Freundin betrogen hat. Er gab vor, berufliche Dinge zu erledigen und nahm sich kaum Zeit zur Pflege ihrer ehelichen Beziehung. Die Kinder, ein Sohn und eine Tochter, hat sie praktisch alleine großgezogen. Zum besseren Verständnis ihrer Lage muss man wissen, dass ihr Vater ein erfolgreicher Anwalt war, während Bernhard nur so eine Art aufgestiegener Hausmeister ist.

In Zahlreichen kleinen Episoden wird Harriets ganzes Leben transparent. Der Erzähler, den man auch als eine Art innerer Instanz betrachten kann, konfrontiert sie mit Tatsachen, die sie lange verdrängt hatte. Ob es ihr eigener Kindergeburtstag mit sechs Jahren war oder der ihrer Tochter, ob Bernhard Hochzeitstage ausfallen ließ und sich unter vorgeblicher Arbeit anderweitig verlustierte, ob Sex oder Gespräch, und dass sie ihr eigenes erstrebtes Jurastudium nie vollbrachte: es war alles in Allem ziemlich dürftig, was am Ende übrigblieb!

In einer wunderbaren Szene wird an die Belastung mit dem an Alzheimer erkrankten Bernhard erinnert: Schreckliches hat sie mit ihm da erlebt! Unverhohlen beschreibt die innere Instanz ihren Hass auf diesen Mann, der nicht mehr ihr Bernhard ist, ganz abgesehen davon, dass seine geheime Liebe sich mit derlei Nöten nicht herumschlagen muss.

Mit diesem subtilen Roman, in dem eine Lebensbilanz erstellt wird, ist Jonathan Evison eine hervorragende Sozialstudie gelungen. Er kann unterhaltend und ironisch, auftrumpfend und bissig von einer alten Dame erzählen, die die letzten Jahre alleine zubringen muss. Die Fülle des Lebens findet Raum in den zahlreichen Szenen aus unterschiedlichen Lebensabschnitten.

Der Kunsttrick besteht darin, einen Erzähler als Gegenüber zu wählen, der Harriet mit all’ den Ungereimtheiten in ihrem eigenen und dem Leben ihres Mannes und ihrer Kinder konfrontiert. In jedem Leben mag es Vergangenes und Verdrängtes geben, das tief verborgen in uns allen schlummert und zuletzt ans Licht drängt. Hier findet diese Form der Unterhaltung ihre Krönung, indem der Spannungsbogen weit über die Jahre von der Kindheit bis zur Bahre ausgebreitet wird. Jeder Lebensabschnitt hat seine Glücksmomente und seine in den Tiefen der Seele versteckten traurigen und unglücklichen Momente. Die Offenheit und die Wahrheit machen ein Leben erst komplett.

Jonathan Evison wurde für seinen ersten Roman „ Alles über Lulu“ ausgezeichnet und lebt mit seiner Familie in Bainbridge Island im Bundesstaat Washington.


Vom Ende an
Vom Ende an
von Megan Hunter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Visionen über einen möglichen Weltuntergang, 26. Mai 2017
Rezension bezieht sich auf: Vom Ende an (Gebundene Ausgabe)
Dieses schmale Bändchen wirft viele Fragen auf!

In einer spartanischen Sprache mit vielen Absätzen wird fast einem Gesang gleich von der apokalyptischen Welt einer Mutter und ihres Babys erzählt.

Sie bekommt das Kind unter Schwierigkeiten. Ihr Mann ist auf dem Berg, er wird hinzugerufen. Doch scheint es so, dass die Welt untergeht. Sie versinkt unter steigenden Fluten und im Morast.

Zwischen den eigentlichen Text geschaltet sind fast biblische Töne zu hören, die den Untergang und das Werden und Vergehen versinnbildlichen.

Personennamen gibt es nicht, nur die Anfangsbuchstaben von Namen bedeuten uns, dass es sich um Menschen in einer Ausnahmesituation handelt. Von einer Schwiegermutter und einem Schwiegervater ist die Rede; nach und nach aber verschwinden auch diese. Der Ehemann fährt und fährt mit Frau und Baby auf der Flucht vor den Wassermassen. Die Stadt London wird langsam überflutet, und man findet sich einer gewaltigen Klimakatastrophe ausgesetzt.

Als der Ehemann es nicht mehr aushält in dem Auto und bei Aufenthalten in einfachsten Lagern, bleiben Mutter und Sohn Z zurück. Parallel zur untergehenden Welt wächst und gedeiht das Kind. Sinnhafter kann man Anfang und Ende nicht darstellen.
Und sind die namenlosen nur mit den Anfangsinitialen erkenntlichen Menschen eine Anlehnung an Franz Kafkas K. ?

Auch gemahnt das ganze Geschehen an die biblische Geschichte von der Arche Noah.

Denkt man an die z.Zt. im Meer ertrinkenden Flüchtlinge und deren Lageraufenthalte, so ist das hier geschilderte Untergangsszenarium gar nicht so weit von unserer Realität entfernt.

Einem atemlosen Aufschrei gleich schleicht die Erzählung fort, wortgewaltig, poetisch und desaströs in der Darstellung. Vorläufer dieser Erzählung mag Cormac McCarthy mit seinem Roman „Die Strasse“ sein. Er ist noch um ein Vielfaches trostloser in der Beschreibung eines sinnentleerten Lebens, in der die ganze Welt und alles Getier unter einem Ascheregen versinkt.

Megan Hunter (geb.1984) ist viel jünger als McCarthy (geb.1933) und findet eine ganz eigene Sprache für den Untergang. Ihre Worte klingen visionär im Hinblick auf bevorstehende Weltuntergangsszenarien. Erschrocken und geschockt bleibt ein Leser zurück, der sich der Vorstellung nicht entziehen kann, was Atombomben und Umweltkatastrophen für Folgewirkungen auf unser aller Leben haben könnte.

Ein wahrlich anspruchsvolles und tief berührendes schriftstellerisches Meisterwerk.

Megan Hunter lebt mit ihrer Familie in Cambridge.


Des Sommers letzte Rosen: Die 100 beliebtesten deutschen Gedichte
Des Sommers letzte Rosen: Die 100 beliebtesten deutschen Gedichte
von Dirk Ippen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,00

5.0 von 5 Sternen Liebste Gedichte...., 24. Mai 2017
Wieder einmal hat sich ein Herausgeber die Mühe gemacht, nach neuen Kriterien die schönsten Gedichte aus fast 1000 Jahren zusammenzustellen.
Dirk Ippen ist Herausgeber dieser Gedichte.

In einer wunderschönen Aufmachung beschert er uns zusammen mit dem C.H. Beck Verlag mit diesem Büchlein einen Überblick über die Gedichte, die in Anthologien von 1900 -1999 am häufigsten vorkommen und je nach Häufigkeit angeordnet sind.

Der leicht melancholische Titel „Des Sommers letzte Rosen“ bietet einen Ausblick, mit wie stimmungsvollen Titeln wir rechnen dürfen.

Für jede Stimmung und jede Jahreszeit findet sich etwas: traurig-schön, melancholisch, je nach Jahreszeiten, Stimmungen und Gefühlslagen. Man findet Bekanntes und weniger Bekanntes: Fontane, Eichendorff, Uhland und Heine, von Celan bis Hölderlin und Droste-Hülshoff; von Goethe gibt es des „Wandrers Nachtlied“ in zweifacher Ausgabe mit verschiedenem Text ( S. 41 und S. 43). Nicht fehlen darf natürlich Fontanes Ribbeckgedicht und auch Brechts „ Erinnerungen an die Marie A.“

Schmerzlich vermisst habe ich Schillers Gedicht „Das Mädchen aus der Fremde“ und Heines Gedicht „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ und Heines Grabinschrift „Wo wird einst des Wandermüden...“. Auch Heines Gedicht „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ fehlte mir.

Immerhin kann man erfahren, welche Gedichte zu den beliebtesten gehören, und wie weit man selber mit ihnen übereinstimmt. Wie es im Vorwort von Dirk Ippen heißt “Ein Gedicht ist wie ein schönes Kunstwerk, sei es in der Malerei oder im Musikstück“........aber
Zitat „Gedichte kann man überall mit hinnehmen“......, und zumindestens mir waren sie schon in jeder Lebenslage oder bei herausragenden Gelegenheiten hilfreich und tröstlich. Sowohl in der Freude als auch im Schmerz vermögen sie uns Menschen unsere jeweiligen Stimmungen widerzuspiegeln oder uns zu entzücken.

Gestört hat mich, dass ich keine Gedichtanfänge im Anhang als Register finde. Die Dichternamen werden in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit mit ihren Gedichten zusammen aufgeführt.

Erwähnenswert ist die im Anhang zu findende Abhandlung darüber, wann und wie man anfing, Anthologien zusammenzustellen.

Alles in allem ist das Büchlein eine weitere Ergänzung zu den vielen Anthologien, die man auf dem Büchermarkt finden kann. Schön, zu besitzen und auch zum Verschenken.


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