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Rezensionen verfasst von
Stephie87

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Der Alpdruck: Roman
Der Alpdruck: Roman
von Hans Fallada
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beklemmendes Porträt der Nachkriegszeit, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Alpdruck: Roman (Gebundene Ausgabe)
1945. Der zweite Weltkrieg ist vorbei. Die Städte sind zerstört. Berlin liegt in Trümmern. In den Wirren der Zeit lernen wir den Autor Dr. Doll kennen, welcher von Alpträumen heimgesucht wird. Er sorgt sich um sein Hab und Gut, um seine Zukunft, seine Frau und hält sich dabei stets den moralischen Spiegel der Gesellschaft vor Augen. Mit Begeisterung empfängt er die Befreier Deutschlands, wird jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: er ist auch ein Deutscher. Er gehört zu dem Volk, welches weltweit für seine Vergehen geächtet und verurteilt wird. Nichtsdestotrotz wird er Bürgermeister einer Kleinstadt, betraut mit Aufgaben, die ihn schnell an seine Grenzen bringen. Erdrückt von seinem neuen Amt und der steten Frage um die Mitschuld, flüchtet er mit seiner Frau nach Berlin und damit in die betäubende Wirkung von Drogen...

„Der Alpdruck“ von Hans Fallada ist ein sehr komplexer Roman, welcher sowohl ein Gesellschaftsporträt als auch Auszüge aus dem Leben des Fallada in sich vereint. Mit seinem klaren und sprachlich sehr wertvollen Schreibstil schildert der Autor auf bedrückende Weise die Nachkriegszeit in Deutschland und lässt seinen Protagonisten selbstzerstörerisch in die betäubende Wirkung von Morphium flüchten. Die Schilderung der Drogenkarriere von Doll wirkt auf den Leser deshalb derart plastisch, da der Autor hierbei auf einen Teil seiner Erlebnisse und Erfahrungen als Morphinist zurückgreift und den Rezipienten in einer nachdenklichen Stimmung zurücklässt. In die wechselvolle Geschichte von Herrn und Frau Doll liegt jedoch auch ein Stück Zeitgeschichte gebettet, die die Schuldfrage schonungslos aufwirft und stets nach einer Antwort darauf sucht.
Neben derartig schweren Themen glänzt der Roman jedoch auch mit komischen Zügen, welche sich erleichternd auf die vom Lesen schweren Schultern legt.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Der Roman ist dabei vieles. Er ist ein Stück Zeitgeschichte. Er ist autobiografisch. Er ist nachdenklich. Er ist an manchen Stellen komisch. Was er jedoch nicht ist: er ist kein Roman für Zwischendurch, sondern eher ein Kandidat auf eine zweite Lektüre, um die gesamte Tragweite erfassen zu können.


Dead Ever After (Sookie Stackhouse Book 13) (English Edition)
Dead Ever After (Sookie Stackhouse Book 13) (English Edition)
Preis: EUR 4,92

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wo ist nur die gute, alte Sookie hin?, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer kennt sie nicht: Sookie Stackhouse. Die blonde Kellnerin mit der Fähigkeit, die Gedanken ihrer Mitmenschen zu lesen. Ihre abenteuerliches Leben beginnt mit dem Auftauchen des Vampirs Bill, welcher sich in ihrer Bar einen Drink genehmigen wollte. Nunmehr sind etwa 2 Jahre vergangen und Sookies Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt. Ihr sonst so beschauliches Dasein wich zahlreichen Abenteuern, vielen Freunden und Feinden sowie der Erkenntnis, dass es neben ihrer „Normalität“ auch noch andere faszinierende Kreaturen gibt.
Der Roman „Dead Ever After“ setzt nunmehr an die Handlung aus dem vorangegangenen Buch an. Sam konnte mit Sookies Hilfe durch den „cluviel dor“ wiederbelebt werden. Seit seiner Rückkehr von den Toten verhält er sich der jungen Kellnerin gegenüber sehr seltsam, was Sookie nachdenklich stimmt. Doch sie hat kaum Zeit zum Grübeln, betritt eine ihrer alten Feindinnen die Bühne: Arlene wurde aus dem Gefängnis entlassen und bittet um einen Job in Merlottes. Doch Sookie lehnt verständlicherweise ihre Anfrage ab. Was sie nicht weiß ist, dass Arlene einen Tag später tot vor ihrer Bar liegt. Um den Hals trägt ihre ehemalige Freundin Sookies Schal. Wer will Sookie diesen grausamen Mord anhängen?

Die Meinungen um den letzten Teil der Sookie-Stackhouse-Reihe zentrieren sich wohl primär im unteren Bereich. Ich kann mich den missmutigen Lesern nur anschließen, fand auch ich das Finale sehr unbefriedigend. Vielleicht liegt es daran, dass zu viele Bände geschrieben wurden und der Stoff über die Jahre hinweg immer leerer wirkte oder aber die Handlung in jedem Roman einem ähnlichen Muster folgte: Sookie bekommt es mit einem Feind zu tun und sobald dieser ohne Zucken oder einem ausreichendem Maß an Schuldgefühlen ins Jenseits befördert wurde, kommt ein neuer Ganove daher, welcher erneut nach ihrem Leben trachtet. Die Geschichte spinnt sich stets um einen ähnlichen Faden und der Reihe geht endgültig die Puste aus. Auch die Hoffnung auf eine Rückkehr der „alte Sookie“ wird im letzten Band nicht erfüllt, erweckt die Protagonistin noch immer einen sehr kalten Eindruck und schert sich über Alltäglichkeiten wie ihr Make-up oder ihre Bekleidung, die den Leser inzwischen nicht mehr sonderlich interessieren. Sicherlich kommt man als Fan nicht umhin, auch den letzten Romanteil zu lesen und will ich es schon alleine aufgrund des Endes nicht als Zeitverschwendung sehen, wird endlich des Rätsels Lösung um Sookies zukünftigen Partner gegeben, aber ein Lesevergnügen gestaltet sich, meiner Meinung nach, anders.


Zwölf Leben: Roman
Zwölf Leben: Roman
von Ayana Mathis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 12 Menschen, 12 Schicksale, 12 Leben, 27. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Leben: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hattie Shepherd ist gerade 15 Jahre, als sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einem Zug in Richtung Nordamerika sitzt. Sie sind Teil der afroamerikanischen Bevölkerung, die während der „Great Migration“ aus einem rassistischen Süden in den menschenfreundlicheren Norden ziehen und dort ein neues Leben beginnen wollen. Dort angekommen, lernt das junge Mädchen ihren zukünftigen Mann August kennen mit welchem sie eine Familie gründet. Sie bekommen Zwillinge, die sie liebevoll Philadelphia und Jubilee nennen, um ihrer Hoffnung auf bessere Zeiten Ausdruck zu verleihen. Doch das Schicksal schlägt bereits in den jungen Jahren hart zu, sterben die Kinder an einer Lungenentzündung. Das Buch der Familie Shepherd ist geöffnet und erzählt die Geschichte von 12 Menschen, die jeder ein großes Päckchen zu tragen haben.

Der Debütroman „Zwölf Leben“ von Ayana Mathis erzählt das Schicksal von Hattie, ihrer 11 Kinder sowie einem Enkelkind. Neben einigen historischen Fakten liegt der Fokus des Romans vor allem auf den Hindernissen und Schwierigkeiten des Lebens, mit denen alle zu kämpfen haben. Man schließt die Charaktere schnell ins Herz und begleitet sie, in der steten Hoffnung auf bessere Tage, über Stolpersteine hinweg. Schön fand ich das Ende: im letzten Kapitel wird ein Bogen zur neuen Generation geschlagen und der Anfang der Geschichte von Hatties Enkelin gemacht.
Das Buch hat jedoch nicht nur gute Seiten, ist jedes Kapitel nur einem Kind gewidmet. Man liest sich gerade in das Leben der Person hinein und beginnt eine Beziehung zur ihr aufzubauen, sie in einem größeren Kontext zu sehen, als die jeweilige Geschichte abrupt endet und man eine andere Person kennenlernt. Die einzige Konstante ist dabei Hattie, welche als liebende, jedoch auch vom Schicksal gezeichnete Mutter etwas klarere Konturen annimmt. Weiterhin stößt man sich in einigen Fällen an der harten Sprache des Buches. Sicherlich passt diese perfekt in die Erzählzeit und man kann an gewissen sprachlichen Feinheiten auch den Lebenswandel der afroamerikanischen Bevölkerung ein Stück weit nachvollziehen, dennoch fallen einige Wörter und Redewendungen recht negativ auf.
Zusammenfassend würde ich das Buch schon weiterempfehlen, aber die zukünftigen Leser sollten sich vor allem darüber bewusst sein, dass der Roman an vielen Stellen Fragen offen lässt und den Kreis um die Geschichten der Protagonisten nicht schließt.


Die Illusion des Getrenntseins: Roman
Die Illusion des Getrenntseins: Roman
von Simon Van Booy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meine Liebe zu dir wird immer stärker sein als irgendeine Wahrheit, 23. April 2014
Mit diesen Worten auf den Lippen begleitet Martin seine Mutter zum Sterbebett. Er wuchs in einem behüteten Zuhause auf und lernte im Geschäft seiner Eltern nicht nur die ein oder anderen Stars und Sternchen kennen, sondern wurde auch in das Bäckerhandwerk eingeführt. Was er dabei nicht weiß ist die Geschichte seiner Herkunft, wurde er als Baby durch ein zufälliges Ereignis adoptiert. Einige Jahre später sollen seine Eltern für ihre Taten im Krieg ausgezeichnet werden. Trotz ihrer Weigerung einer Ehrung schlagen sie das damit verbundene Geld nicht aus und nutzen es für einen Umzug nach Los Angeles, wo sie ein neues Leben anfangen wollen. Ein erneuter Zeitsprung und wir lernen den erwachsenen Martin kennen, welcher bereits einen beachtlichen Teil seines Lebens hinter sich gebracht hat und selbst seine Frau zu Grabe tragen musste. Als Angestellter in einem Heim kümmert er sich nun um alte und pflegebedürftige Menschen und grübelt dabei stets über seine Herkunft. Kann er seine Vergangenheit verarbeiten oder wird er sich bis zum Lebensende mit den immer gleichen Fragen auf den Lippen quälen müssen?

„Die Illusion des Getrenntseins“ von Simon van Boody erzählt von Verbundenheit, vom Leben, von Gefühlen und der Frage nach der Herkunft. Die ersten Seiten stellen den Protagonisten Martin vor, welcher von seiner Adoption erfährt und zeitlebens auf der Suche nach Antworten ist. Durch Zeitsprünge ist das Lesen nicht sonderlich einfach, muss man aufpassen, dass man nicht den roten Faden verliert. Alle Beteiligten aus diesem wunderbaren Roman werden Schlag auf Schlag vorgestellt und sobald man ihre persönlichen Geschichten etwas näher kennt, wird das unübersichtliche Puzzle zum tiefgründigen Roman, welcher bis zum Ende spannend bleibt. Der Autor benutzt dabei eine sehr klare, aber stets fließende und wärmende Sprache, die Martins Geschichte über mehr als 50 Jahre erzählt. Im Zeitraffer durchschreitet der Leser die Geschehnisse, welche mit Ausnahme des mysteriösen Herrn Hugo von einer allwissenden, unbeteiligten Erzählperspektive wiedergegeben wird. Ein sehr gelungener Roman, der in sanften Tönen von der Einheit der Dinge erzählt.


Das Huhn, das vom Fliegen träumte
Das Huhn, das vom Fliegen träumte
von Sun-mi Hwang
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wundervolle und vielschichtige Fabel – ein Muss in jedem Bücherregal!, 1. April 2014
„Ich lege keine Eier mehr! Nie wieder!“ Mit diesen Worten beginnt der Überlebenskampf von Sprosse, die aus ihrem Alltag als Legehenne fliehen möchte. Sie hat ihr Gefängnis gehörig satt und träumt von einem Dasein jenseits ihres Käfigs. Mit dem Ziel vor Augen, einmal in ihrem Leben ein Ei zu legen und ein Küken auszubrüten, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht, wobei die Gefahr an jeder Ecke lauert.

Die Fabel „Das Huhn, das vom fliegen träumte“ von Sun-Mi Hwang gehört zu den Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte. Die Geschichte um das Huhn Sprosse wird dabei in einer sehr einfachen Sprache erzählt und schildert die naive Sichtweise einer Henne in Gefangenschaft, die es jedoch wagt, aufzubegehren und ihre Träume zu verwirklichen sucht. Man gewinnt Sprosse recht schnell lieb und möchte sie als Leser beschützen oder zumindest über die wirkliche Welt aufklären. Doch wie ein unschuldiges Kind tappt Sprosse durch die Welt und macht dabei ihre eigenen Erfahrungen. Nicht nur Sprosse, sondern auch andere Tiere, denen sie begegnet sind detailliert geschildert und verkörpern dabei menschliche Wesenszüge, die den Leser zum Sinnieren und urteilen einladen. Man stößt dabei nicht nur auf das von Hunger getriebene Wiesel, sondern auch auf einen rebellischen Erpel oder eine arrogant wirkende Hühnerfamilie, die man neben der Protagonistin auf die ein oder andere Art zu schätzen lernt.
Es ist ein Buch, welches man recht schnell verschlingt, aber dabei noch lange nicht aus der Hand legt. Stets fällt ein bemerkenswerter Aspekt nach dem anderen ins Auge und man wird noch Tage darüber reden und vielleicht nicht nur das Buch, sondern auch sein eigenes Leben reflektieren. Ein Buch, das zum Träumen animiert und dabei die Botschaft verbreitet, dass nichts unmöglich erscheint, wenn der Wille stark ist! Unbedingt lesen!


Ich und die Menschen: Roman (dtv premium)
Ich und die Menschen: Roman (dtv premium)
von Matt Haig
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Die Menschheit aus Sicht eines „Unbeteiligten“, 26. März 2014
„Was in dem einen Zeitalter völlig normal ist, ist in einem anderen völlig wahnsinnig. Die frühen Menschen liefen nackt herum, ohne dass es Probleme gab Manche Menschen, hauptsächlich in feuchten Regenwäldern, tun es heute noch. Daraus müssen wir schließen, dass Wahnsinn manchmal eine Frage der Zeit ist und manchmal eine Frage der Postleitzahl.“

Am 17. April starb der Universitätsprofessor Andrew Martin, kurz bevor er einen mathematischen Durchbruch an die Öffentlichkeit tragen wollte. Er lebte für sein Fach und interessierte sich neben Formeln für nicht sonderlich viel. Fernab von einigen Genen verspürte er kaum eine Verbundenheit zu seiner Familie und führte auch sonst ein recht zurückgezogenes Leben. Eines Tages steht er vor der Entschlüsselung der Riemannschen Vermutung und lenkt somit außerirdische Aufmerksamkeit auf die Erde. Die hochintelligenten Lebensformen aus dem All sehen in Martins Entdeckung eine Bedrohung und entsenden somit in Gestalt des Professors einen Vertreter ihrer Gattung auf die Erde. Der Auftrag ist klar formuliert und beinhaltet die Vernichtung aller Mitwissenden um die Auflösung der Riemannschen Hypothese. Doch was passiert, wenn dem außerirdischen Gast Erdnussbutter mundet und er seine Vorliebe für Musik entdeckt?

Der Roman „Ich und die Menschen“ von Matt Haig ist ein unterhaltsamer Zeitgenosse, welcher vor allem auf den ersten Seiten mit viel Humor über die Menschen und ihre Eigenheiten aus der Perspektive eines unbeteiligten, mürrischen Wesens berichtet. Der Titel des Romans fasst dabei den Charakter des Abgesandten aus dem Weltall gut zusammen, ist er anfänglich ein recht überheblicher Bursche, welcher sich über den Menschen stehend sieht und mit seiner Intelligenz beim Leser hausieren geht. Aus der Perspektive dieses namenlosen Besuchers aus dem Universum entwickelt der Autor dabei nicht nur eine recht witzige Geschichte, sondern schafft am Ende sogar einen kleinen Spannungsbogen zu erzeugen, der den Leser aufgeregt jede Seite verschlingen lässt. Wie vielleicht auch an dem Eingangszitat ersichtlich wird, sprüht der Roman nur so von Wortwitz und sollte mit seinem trockenen Humor jedem Rezipienten ab und an ein Lächeln entlocken. Eine kleine Kritik muss ich dennoch austeilen: meiner Meinung nach gibt es einige Abzüge bei der Geschichte. Man hat an einigen Stellen das Gefühl, dass die Handlung etwas ins Stocken gerät und sich leicht im Kreis dreht. Außerdem nimmt der humoristische Anteil zum Ende des Romans etwas ab, was zwar einerseits den tiefgründigen Gedanken des Protagonisten zu schulden, aber andererseits doch recht bedauerlich ist. Dennoch ist es ein sehr gelungenes Buch, welches nicht nur über interessante Dinge aus dem menschlichen Alltag sinniert, sondern auch ab und an wie ein philosophischer Ratgeber klingt, welchen man sich durchaus zu Herzen nehmen kann.


Wohin der Wind uns weht: Roman
Wohin der Wind uns weht: Roman
von João Ricardo Pedro
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Familiengeschichte in Portugal, 18. März 2014
Portugal zum Beginn der Nelkenrevolution: wir lernen die Familie Mendes kennen, die über drei Generationen hinweg von ihrer Geschichte, ihrem Leid aber auch von Liebe und Leidenschaft erzählt.
Die Männer der Mendes' können kaum unterschiedlicher sein: Der Großvater Augusto ist ein angesehener Arzt, welcher die Tage am liebsten mit den Briefen seines Freundes und Weltenbummlers Policarpo füllt. Vater Antonio hingegen erlebte schwere Zeiten während des Krieges und kehrte wesensverändert zu seiner Familie zurück. Duarte scheint ein Außenseiter zu sein, akzeptieren die andern Kinder seine wohlhabende Herkunft nicht als Eintrittskarte in den Freundeskreis. Zuflucht sucht der Junge in seiner Begabung, ist er ein außerordentlicher Klavierspieler. Mit der Lektüre der Briefe seines Großvater begibt sich Duarte auf die Suche nach seinen Wurzeln und durchlebt dabei die Zeit von der Revolution, über den Krieg bis hin zum Umbruch, stets begleitet von seiner Musik. Wird er seine Heimat finden und seiner Familie damit ein Stück näherkommen?

Der Roman „Wohin der Wind uns weht“ von João Ricardo Pedro ist das Erstlingswerk des Autors und erzählt dabei eine Familiensaga in Portugal. Sprachliches Unvermögen kann man dem jungen Schriftsteller in keinem Fall vorwerfen, versteht er Wörter und Sätze treffsicher zu formulieren, sodass der Leser sich zwar anfänglich etwas eingewöhnen muss, den Stil im Laufe des Buches jedoch sicher zu schätzen weiß. Markant sind dabei vor allem seine langen Schachtelsätze, die im kontrastreichen Gegensatz zu den sehr kurzen Beschreibungen stehen. Auf lange Ausführungen und endlose Aneinanderreihungen folgen unumstößliche Tatsachen, die den Leser zum Nachdenken anregen als auch schockieren werden. Man sollte dabei erwähnen, dass die Anfänge des Buches nicht ohne ein großes Maß an Gewalt auskommen, man sich jedoch von einem derart blutigen Schleier nicht vom restlichen Werk abhalten lassen sollte. Weiterhin ist dieser Roman nur für den sehr aufmerksamen Leser geeignet, muss sich ein jeder Rezipient mit zeitlichen Sprüngen abfinden, die zunächst schwer zu sortieren sind. Die Quintessenz des Ganzen ist die, dass Pedro ein eindringliches Buch geschaffen hat, das zugleich klar erscheint als auch für Verwirrung sorgen wird. Wer dies für einen Widerspruch hält, sollte zum Buch greifen. Verlorene Zeit stellt es in keinem Fall dar.


Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
von Aude Le Corff
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Manchmal muss man suchen, um zu finden, 10. März 2014
Manon ist 8 Jahre alt und durchlebt gerade eine schwere Zeit. Ihre Mutter Anais hat sie verlassen, ohne, dass sich jemand aus der Familie einen Reim darauf machen kann. Zunächst gehen alle vom Schlimmsten aus und versinken in einer tiefen Trauer und Bestürzung. Manon rettet sich dabei jeden Tag unter eine Birke im Garten und flieht mithilfe von Büchern in ihre eigene Welt. Ihre einzigen Begleiter sind dabei die Katzen aus der Nachbarschaft und die Ameisen im Gras. Rettung scheint durch den Nachbar Anatole zu kommen, welcher das kleine Mädchen durch allabendliches Vorlesen aus ihrem Kummer reißt. Eines Tages trifft endlcich ein Brief der Mutter ein. Sie ist am Leben! Zur Freude aller Beteiligten brechen Manon, ihr Vater Pierre, ihre Tante Sophie und der inzwischen liebgewonnene Freund Anatole zu einer abenteuerlichen Reise nach Marokko auf, deren Ziel den Namen „Anais“ trägt.

„Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff ist ein wunderbares Buch, welches voller Zärtlichkeit von der Liebe, dem Hoffen, der Verzweiflung und dem Glück erzählt. Im Zentrum stehen neben einem achtjährigen Mädchen noch weiter Charaktere, die alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben und auf einer Autoreise nach Marokko ein Stück zu sich selbst finden. Die Autorin versteht es dabei, den Leser zu überraschen und lädt ihn durch den Roman zum Nachdenken und Sinnieren über das Leben ein. Besonders hat mir das breite Spektrum an Themen gefallen, welche in dem Buch abgehandelt werden. Ich habe jede Seite genossen und kann es nur empfehlen, die Charaktere auf ihrer Suche und beim Finden zur Seite zu stehen.


Jäger: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 4)
Jäger: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 4)
von Tania Carver
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Marina Esposito ist zurück, 28. Februar 2014
Der neue Fall der Ermittlerin beginnt mit einer Vorgeschichte, bei welcher der Leser mitten in ein Blutbad katapultiert wird. Eine Familie wurde aus unerfindlichen Gründen brutal niedergeschossen und einzig und allein ein kleiner Junge bleibt als Überlebender zurück. Traumatisiert und geschockt begibt er sich durch sein ehemaliges Zuhause und scheint die Realität noch nicht begriffen zu haben. Ihn lockt zunächst die gewaltsam gegebene Freiheit ohne familiäre Zwänge und er betrachtet seine Familie mit einer beängstigenden Distanz, sodass sie zu namenlosen Körpern werden. Plötzlich taucht eine fremde Gestalt auf, die den Jungen zur Kooperation bewegen möchte. Wir erleben einen Schnitt und werden erneut in ein schreckliches Szenario gestoßen. Marina Esposito verbringt mit ihrer Familie ein Wochenende am Meer, als ihr Cottage plötzlich in Flammen aufgeht. Ihr Schwiegervater kommt dabei tragisch ums Leben, ihr Mann wird schwer verletzt und ihre Tochter bleibt unauffindbar. Nachdem sich die Polizeipsychologin selbst im Krankenhaus wiederfindet, erfährt sie vom Verschwinden ihrer Tochter. Die Welt der Ermittlerin bricht zusammen, bis plötzlich ein Handy klingelt, welches sie über die Entführung ihrer Tochter informiert. Es beginnt ein Wettlauf mit den unbekannten Entführern.

Der neue Thriller des Autorenteams Tania Carver schockt gleich am Anfang mit einem blutigen Detailreichtum. Die umfassenden Schilderungen des Tatortes sowie der Gedankenzüge des Jungen aus dem Prolog jagen dem Leser sicherlich eine Gänsehaut über den Rücken und wecken zugleich die Neugier. Im Laufe des Thrillers stellt sich diese Detailverliebtheit als ein wesentliches Merkmal des Schreibstils heraus. Die Charaktere werden dabei mit einem möglichst großen Spektrum an Gefühlen und Motiven ausgestattet, sodass sie für den Leser plastischer werden und mit jeder Seite im recht großen Personengefüge einen Platz bekommen. Besonders überraschend wird der Leser das Ende empfinden. Sicherlich rätselt man über Kapitel hinweg, wer die Entführer von Marinas Tochter sind oder wie die Geschichte der ersten Seiten in den Thriller eingebettet sein mag, doch sicherlich wird man nicht hinter die Auflösung kommen. Besonders diese Wende gefällt mir sehr gut und tröstet mich darüber hinweg, dass es im Buch ab und an zu Situationen kommt, die nach längerer Überlegung dermaßen zufällig passieren, dass sie fast schon unrealistisch wirken. Alles in allem ein solider Thriller, welcher auch ohne Vorkenntnisse der Esposito-Reihe gut zu lesen ist.


Bunker Diary: Roman
Bunker Diary: Roman
von Kevin Brooks
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klaustrophobischer Thriller, 22. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Bunker Diary: Roman (Broschiert)
Linus ist siebzehn Jahre alt und Sohn eines reichen Vaters. Die Beziehung zwischen beiden gleicht kaum einem idyllischen Vater-Sohn-Verhältnis, weshalb Linus aus seinem Gefängnis voller Zwänge ausbricht und bewaffnet mit einer Gitarre sein Glück auf der Straße sucht. Er schlägt sich durch und ist sich, trotz eigentlichen Wohlstandes, für das Leben als Obdachloser nicht zu fein. Als seine Wohltätigkeit gefordert ist, zögert er nicht lange und hebt einem blinden Mann in scheinbarer Hilfslosigkeit einen Koffer ins Auto. Gerade in dem Moment, in dem Linus die Situation hinterfragt, wird er von einer Ohnmacht eingehüllt. Das Entsetzen nach dem Erwachen ist groß, befindet er sich in einem Bunker wieder, dessen Zweck rätselhaft erscheint. Als er sich gerade mit der neuen Situation auseinandersetzt, geht der Fahrstuhl zum Luftschutzkeller auf und birgt ein kleines Mädchen in sich. Nach und nach kommen immer mehr Gefangene hinzu und werden Teil eines perfiden Spiels mit ungeahntem Ende.

"Bunker Diary" von Kevin Brooks verspricht bereits nach den ersten Seiten viel Spannung und Nervenkitzel. Es ist kein „klassischer“ Thriller, bei welchem Motiv und Täter klar formuliert sind, sondern vor allem die Gefühlswelt des Protagonisten Linus stehen im Vordergrund. Dieser schlittert nach seinem Ausbruch aus dem väterlichen „Gefängnis“ in eine extreme Situation und beginnt über sein Dasein und sein bisheriges Leben zu sinnieren. In kürzester Zeit wird der Leser sich durch den Roman geblättert haben und mit einer Gänsehaut im Nacken nicht schlecht über die Entwicklungen staunen. Der Schreibstil gefällt mir dabei recht gut, wird der Protagonist mit einer zu ihm passenden Jugendsprache und entsprechend härteren Ausdrücken versehen, die jedoch nicht über seinen weichen Kern hinwegtäuschen. Durch die Tagebuchform gewinnt jeder Rezipient sicherlich den Eindruck, direkt angesprochen zu werden und muss mit einer gefühlten Hilflosigkeit den tragischen Ereignissen im Bunker zuschauen. Eine Studie über die Menschlichkeit und was daraus in einer Extremsituation werden kann. Unbedingt lesenswert!


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