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Rezensionen verfasst von
Christian Weymayr (Herne)
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Murks im Mund: Missstände in der Zahnmedizin
Murks im Mund: Missstände in der Zahnmedizin
von Tanja Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faktenreich, lehrreich, hilfreich, 28. März 2014
Obwohl ich Bücher mit „Mafia“, „Abzocke“ oder eben „Murks“ auf dem Titel eigentlich nicht mehr lesen will, hat mich Tanja Wolfs Buch überzeugt. Denn es ist eben nicht mit Schaum vor dem Mund geschrieben, sondern eine sachliche, umfassende und um Fairness bemühte Auseinandersetzung mit der heutigen Zahnmedizin. Dass Wolf dabei viele Missstände aufzeigt, liegt offensichtlich nicht daran, dass sie sich dem Krawall zuliebe ein paar Skandale herauspickt, sondern weil diese Missstände eher die Regel als die Ausnahme sind.
Es fängt damit an, dass man sich als Patient schon auf das Praxisschild nicht verlassen kann. Nur wenige der angeblichen Sonderqualifikationen belegen tatsächlich, dass der Zahnarzt besonders viel Ahnung davon hat. Es geht damit weiter, dass man als Patient nicht einschätzen kann, ob das, was der Arzt einem dann als Untersuchung und Behandlung anbietet, wirklich notwendig und gut ist. Ärztliche Leitlinien oder Qualitätskontrollen wären da hilfreich, aber die gibt es kaum. Ein unüberschaubares Wirrwarr an Verfahren und Medizinprodukten erschwert die Einschätzung noch. So machen sich hunderte verschiedene Implantattypen gegenseitig Konkurrenz, ohne dass sich jemand die Mühe machen würde, sauber zu ermitteln, welche die besten sind. So zahlt man dann oft auch aus eigener Tasche zähneknirschend für Leistungen, die einem letztlich vielleicht sogar schaden. Und es endet damit, dass man nahezu machtlos ist, wenn etwas schiefgeht.
Die Patienten-Beispiele, die Wolf an vielen Stellen einstreut, sind erschütternd: So erwachen Mensche aus der Vollnarkose und haben zu ihrem Entsetzen keinen einzigen eigenen Zahn mehr im Mund, oder sie müssen trotz eklatanter Fehler des Arztes jahrelang prozessieren und bleiben am Ende doch auf den Behandlungskosten sitzen. Obwohl Wolf auch auf Fortschritte und Verbesserungen hinweist, bleiben doch so viele Missstände, dass ich mich beim Lesen immer wieder gefragt habe: Will ich das alles überhaupt wissen? Was bringt es mir, denn letztlich muss ich dem Arzt ja doch vertrauen? Ich denke, das Buch ist ernüchternd, aber nicht niederschmetternd. Wolf gibt immer wieder Tipps, wie man sich verhalten kann, worauf man achten sollte, und wo man lieber zweimal nachfragen sollte. Sie macht einem Mut, selbstbewusster aufzutreten. Sogar gegenüber dem Zahnarzt.

Interessenkonflikt: Ich kenne Tanja Wolf persönlich. Sie ist eine geschätzte Kollegin und hat vor einiger Zeit auch ein Buch von mir besprochen. Einerseits trübt das meinen Blick, andererseits kann ich so ganz gut einschätzen, wie gründlich sie recherchiert und wie sehr sie sich um wissenschaftliche Korrektheit bemüht hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 11, 2015 4:04 PM MEST


Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften: Lehrbuch für Gesundheits- und Sozialberufe
Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften: Lehrbuch für Gesundheits- und Sozialberufe
von David Klemperer
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nützlich, sachlich, fundiert, 11. Februar 2014
Dieses umfangreiche Lehrbuch zeigt eindrücklich, dass unsere Gesundheitsversorgung von Impfungen, Hygiene und gesunden Lebensmittel ebenso geprägt wird wie von Wissenschaft und Politik. Für die Wissenschaftlichkeit der Inhalte bürgt der Autor als einer der Wegbereiter der Evidenzbasierte Medizin in Deutschland. Er ist gewiss keiner, der das System schönredet, und der die Dinge nicht hinterfragt. Das Buch ist in einem wohltuend sachlichen Stil geschrieben, allerdings hätte ein etwas umgangssprachlicherer Duktus das Lesevergnügen noch erhöht. Mit seiner Fundiertheit sowie seiner thematischen Breite und Tiefe ist es bestimmt für viele Berufsgruppen bis hin zu Journalisten ein nützliches Lese- und Nachschlagewerk. Sehr empfehlenswert!


Ich geb mir die Kugel! (Wandkalender 2014 DIN A4 hoch): Der einzig wirkungsvolle Homöopathieplaner (Monatskalender, 14 Seiten)
Ich geb mir die Kugel! (Wandkalender 2014 DIN A4 hoch): Der einzig wirkungsvolle Homöopathieplaner (Monatskalender, 14 Seiten)
von Piero Masztalerz - Heye Digital
  Kalender

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lustig!, 23. August 2013
Wer etwas für den Zauber von Globuli und anderen homöopathischen Darreichungen etwas übrig hat, sollte die Finger von diesem Kalender lassen. Alle anderen werden sich daran erfreuen, wie Masztalerz die Absurditäten der Heilslehre in gewohnt respektloser Weise auf die Schippe nimmt. Da werden halbierte Einhörner von einer Homöopathin ohne Grenzen behandelt, die bekennende Globuli-Sympatisantin und NRW-Ministerin Steffens mit einem Gehalt in homöopathischen Dosen abgespeist und als neue Therapieform das homöopathische Löschpapier eingeführt. Mein Lieblingscartoon: Die beiden Fallschrimspringer, die in höchster Not "Reißleine sativa" und "Aufprall phosphoricum" einwerfen. Wohl bekomm's!


Nocebo - Wer's glaubt wird krank: Gesund trotz Gentests, Beipackzetteln und Röntgenbildern
Nocebo - Wer's glaubt wird krank: Gesund trotz Gentests, Beipackzetteln und Röntgenbildern
von Magnus Heier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knapp und gut – und wichtig, 1. Januar 2013
Der Neurologe und Journalist Magnus Heier hat mit „Nocebo: Wer’s glaubt wird krank“ ein Buch geschrieben, das auch vielen Ärzten Einblicke gibt, die sie so noch nicht hatten, die aber entscheidend für ihre täglich Arbeit sind. Obwohl sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass es einen Placeboeffekt gibt, dürfte den meisten neu sein, dass auch das Gegenteil, der Noceboeffekt, weitreichende Auswirkungen hat. Magnus Heier fasst auf 150 Seiten zusammen, warum Pillen, Behandlungen, Diagnosen, Beipackzettel und eilige oder gedankenlose Ärzte Schäden anrichten können, die nichts mit einer chemischen Substanz, der Schwere von Nebenwirkungen und Krankheiten zu tun haben, sondern mit der jeweiligen Angst davor, mit der Erwartung kommenden Unheils.

In die Kapitel führen anschauliche Fallbeispiele ein, etwa das von dem Mann, der an einer Medikamentenstudie teilnahm und sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben nehmen wollte. Mit Kreislaufkollaps kam er in die Notfallambulanz, er schwebte in Lebensgefahr. Sein Zustand stabilisierte sich erst, als sich herausstellte, dass er in der Placebogruppe war und nur wirkstofffreie Tabletten eingenommen hatte. Oder der Fall eines Schäferhundes, der sich mit schrecklichen Schmerzen und Lähmungserscheinungen die Zuneigung seines Frauchens inklusive dem kuscheligen Platz in ihrem Bett erschlich, obwohl er gesund war.

Ein besonderer Gewinn wird das Buch dadurch, dass Heier es nicht dabei belässt, das Phänomen Nocebo in seinen vielen Facetten zu schildern, sondern dass er auch plausible Anregungen gibt, welche Konsequenzen man aus den Erkenntnissen um den Noceboeffekt ziehen sollte. Seiner Ansicht nach sollten beispielsweise Ärzte lange Wartezeiten auf ein Gespräch über eine Krankheit vermeiden, sollten Apotheker Nachahmerpräparate nicht schlechtreden, sollten Krankenkassen, die „eher zu viel als zu wenig bezahlen“, moderne Diagnoseverfahren nur dann genehmigen, wenn sie wirklich notwendig sind, und sollten sich Pharmafirmen nicht darauf beschränken, in den Beipackzettel all das hineinzuschreiben, was ihnen das Gesetz vorgibt, sondern noch einen zweiten Zettel beilegen, der nur die wirklich relevanten Informationen enthält. Und was das Arzt-Patienten-Verhältnis angeht: „Das Wissen um Nocebo gehört in jede Praxis und Klinik, weil es den Umgang zwischen Arzt und Patient verändert.

Gut an dem Buch sind auch die Zusatzelemente: Die Merkkästen „In aller Kürze“ am Ende der Kapitel, der Anhang mit Zitaten, Quellen und einem Register, und natürlich die Medizin-Cartoons von tom aus der Tageszeitung (taz), die oft nicht eins zu eins zum Textumfeld passen, dafür aber immer lustig sind. Was einem nicht unbedingt gefallen muss, ist Heiers Schreibstil mit seinen vielen kurzen Sätzen, aber das ist Geschmacksache, sehr gut und flüssig lesbar ist das Buch allemal. Insgesamt also ein knappes, aber umso wichtigeres Buch, dessen Botschaften unbedingt beherzigt werden sollten. Denn Heier zeigt, wie unsere Gesundheitsversorgung ganz ohne weitere Milliardenzuschüsse menschlicher und effektiver werden könnte.


Der zweite Code: EPIGENETIK oder Wie wir unser Erbgut steuern können
Der zweite Code: EPIGENETIK oder Wie wir unser Erbgut steuern können
von Peter Spork
  Gebundene Ausgabe

106 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und fundiert, 29. Juli 2009
Epigenetik ist ein Zweig der Wissenschaft, der erst in den vergangenen Jahren aufgekommen ist. Es ist deshalb an sich schon ein großer Verdienst, das auf den ersten Blick sperrige Thema in einem Buch ausführlich darzustellen. Ich war, als ich das Buch in die Hand nahm, skeptisch, ob der Wind, der gelegentlich um die Epigenetik gemacht wird, berechtigt ist, schließlich sehe ich als Biologe natürlich, wie schlüssig die Evolutionslehre ist. Peter Spork hat mich davon überzeugt, welche wichtige Stellung die Epigenetik innerhalb der Evolution einnimmt und wie plausibel sie letztlich auch in biologischem Sinne ist. Spork ist deshalb so überzeugend, weil er die Sachverhalte sehr anschaulich darstellt und trotzdem sachlich bleibt. Man weiß bei ihm einfach, woran man ist: Er trennt immer klar zwischen Wissen und Spekulation. Das macht das Buch besonders wertvoll und hebt es aus der großen Masse der Sachbücher hervor. Ich wüsste nicht, was man daran verbessern könnte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2012 5:03 PM CET


Lob der Krankheit: Warum es gesund ist, ab und zu krank zu sein
Lob der Krankheit: Warum es gesund ist, ab und zu krank zu sein
von Bert Ehgartner
  Broschiert

22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbequem, aber fundiert, 16. Mai 2008
Alle Welt möchte gesund sein und Ehgartner lobt die Krankheit. Wie passt das zusammen? Nach Ehgartner passt das gut zusammen: Krankheitskeime trainieren unser Immunsystem, so dass es später fit ist, wenn ernste Krankheiten kommen. Auch halten sie das Immunsystem davon ab, harmlose Stoffe der Umwelt oder körpereigene Verbindungen anzugreifen, also Allergien und Autoimmunkrankheiten zu entwickeln. Trotzdem versuchen wir, uns mit Impfungen, fiebersenkenden Mitteln, Hygiene und Vorsorgetests Keime vom Leib zu halten. Auch wenn Ehgartner engagiert schreibt, ist er kein Eiferer. Er weiß natürlich, dass all diese Maßnahmen uns in den vergangenen Jahrzehnten ein immer längeres Leben beschert haben. Er beklagt jedoch, dass wir uns nicht darüber freuen und uns entspannen, sondern übertrieben verbissen gegen alles kämpfen, was krank machen könnte - koste es was es wolle, und sei es die Gesundheit.
Dass Ärzte und Pharmaindustrie unser Leben zu sehr bestimmen, haben schon andere kluge Leute vor Ehgartner geschrieben. Sein Buch ist ein konsequenter, aktueller Beitrag dazu. Weil er griffig formuliert und trotzdem wissenschaftlich argumentiert, ist "Lob der Krankheit" besonders lesenswert.


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